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Nr. 215 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

$reitag,14.Septemberl954

Aus der Provinzialhauptstadt.

Heil'ge Ordnung ...

Heil'ge Ordnung, segensreiche Himmelstochter.. " Wer kennt nicht die wundervollen Verse aus Schillers Glocke. Zwar ist hier mehr die allgemeine Ordnung im Leben eines Volkes gemeint, aber nicht minder wichtia ist die Ordnung, die jeder einzelne um sich haben muß. Ordnung muß sein! Auch Goethe sagt das recht passend in einer Ant­wort an einen Bekannten, als dieser sich über die scheinbar so gar nicht zu einem Dichter passende genaue Wirtschaftsbuchführung des Olympiers wun­derte:Wenn die Prosa abgetan ist, kann die Poesie um so lustiger gedeihen. Man muß sich das Unangenehme vom Halse schaffen, um angenehm leben zu können, und der Schlaf bekommt uns um so besser."

Diese Worte sollten wir uns täglich Vorhalten, foenn Ordnung ist bekanntlich das halbe Leben. Aber wie verschieden sind die Beobachtungen, die wir ständig machen können. Es gibt da anscheinend auch oft unvereinbare Gegensätze zwischen Mann und Frau. Für viele Männer ist die Ordnung der .Zustand, in dem man sich wohl fühlt, in dem es sich bequem arbeitet, in dem man bei der Hand lhat, was man braucht. Für manche Frauen da­gegen besteht die Ordnung in einer Anordnung, Bei der man sich im allgemeinen nicht wohlfühlt.

Ordnungsliebe ist wirklich etwas sehr schönes. Wer sie besitzt, erspart sich Aerger und Zeitverlust, ; häufig auch Geldopfer. Und oie Frau ist auch durchaus berufen, auf Ordnung zu halten. Vielleicht tut sie hier manchmal des Guten zu viel. Der Schreibtisch des Gatten muß nicht immer den Ein­druck erwecken, als warte er noch im Möbelladen □uf den Käufer das ist keine Ordnung, das ist Pedanterie! Ordnung ist schon da, wenn die Woh- nung sauber und jeoer Gegenstand, den man zum Leben braucht, leicht zu finden ist. Uebertriebene Ordnung wirkt ungemütlich. Man darf nicht das Jefühl haben, etwas zu zerstören, wenn man sich n einen Sessel setzt und ein Kissen aus seiner Lage Dringt. Aber Zigarrenasche oder Papierschnitzel auf vem Fußboden das geht wieder zu weit.

Zwischen diesen Extremen gibt es unendlich viele Möglichkeiten, Ordnung zu halten, und diese sollte f ,eder ausnützen, denn Ordnung muß sein!

Nationalsozialistische gb/SÄ Kriegsopferversorgung e. V. Vtxkj® Ortsgruppe Gießen.

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Zur Großkundgebung

in Kasse

l am

15. und 16. September gehen folgende Sonderzuge:

Hi n f a h r t:

Samstag,

Sonntag,

Fahr­

15. 9.

16. 9.

preis

ib Gießen

13.49

6.20

4,40

Lollar

13.59

6.30

4,10

Fronhausen

14,09

6.40

3,90

Niederwalgern

14,21

6.50

3,80

Niederweimar

14.25

6.55

3,70

Marburg-Süd

14.33

7.02

3,40

Marburg (Hbf.)

14.41

7.10

3,40

Cölbe

14.49

7.17

3,30

Kirchhain

15.05

7.31

2,90

Allendorf

15.14

7.41

2,80

Neustadt

15.28

7.56

2,40

nn Kassel-Wilhelmshöhe 16.45

9.21

RM.

Rückfahrt

Sonntag,

Sonntag,

16.9.

16. 9.

Sb Kassel

16.58

17.30

Neustadt

18.23

18.54

Allendorf

18.37

19.08

Kirchhain

18.46

19.18

Cölbe

18.59

19.34

Marburg (Hbf.)

19.06

19.44

Marburg-Süd

19.24

19.49

Niederweimar

19.30

19.55

Niederwalgern

19.36

20.00

Fronhausen

19.46

20.12

Lollar

19.56

20.22

rat Gießen

20.06

20.32

Ab Neustadt fährt

der Zug bis Kassel durch.

Ohne Festplakette darf keine Benutzung des Son-

Verzuges erfolgen.

5000 RM. sind zu verdienen

!

Die Feuerschutzwoche, die in der Zeit vom 17. bi? 23. September veranstaltet wird, gibt jedem iüeutschen Volksgenossen Gelegenheit zur Mitarbeit. (>5 gilt, Brandverhütung zu betreiben. Brandver- liütung ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Es ilürfte vielen nicht bekannt sein, daß in Deutschland Ehrlich 1400 Menschen den Flammentod finden. Wen läßt es kalt, wenn er hört, daß jährlich 500 Millionen Mark durch Schadenfeuer vernichtet wer­tem? Die Feuerschutzwoche will jeden einzelnen aufrütteln, ihn wachrufen zum Kampf gegen die

füammengeißel.

Die praktische Mitarbeit soll aber nicht unbelohnt kseiben. 5000 Mark sind ausgesetzt als Belohnung fir die Betätigung während der Feuerschutzwoche. 5u00 Mark werden verteilt an Volksgenossen, die

rtchiig denken können. Ein Preisausschreiben, wel- cres in der von der Obersten Leitung der PO., Amt fi.r Volkswohlfahrt,Schadenverhütung" herausge- xbbenen Broschüre erscheint, wendet sich an alle knutschen Volksgenossen.

Die Aufgabe ist leicht. Möge jeder den tiefen Giinn des Mottos erkennen, das der Feuerschutz- croche von 1934 vorausgestellt wurde:Brand­schaden ist Land sch ad en!" Die Aufgabe ist lücht. Von einer Anzahl dargestellter Bilder sind diejenigen zu durchstreichen, die eine Außeracht­lassung des Brandoerhütungsgedankens erkennen lch'en. Wer richtig denken kann, hat es nicht schwer, h den Kreis derer zu kommen, die mit einem Preise bedacht werden.

j(£s werden 5000 Mark verteilt, und zwar als

1. Preis 500 Mark

2. Preis 250

3. Preis 100

10 Preise ä 50

25 Preise ä 20

115 Preise L 10

400 Preise ä 5

Schlußtermin der Abgabe der 15. Oktober !H34.

Deutsche Volksgenossen, beschafft euch die Feuer-

schutzbroscküreBrandschaden ist Landschaden!" Diese wird zum Preise von 20 Pf. von den Feuer­wehrleuten und von den Organisationen der NSV. vertrieben.

Das Berkaufsverbot von Winteräpfeln.

Der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes teilt mit:

Die vom Reichsbeauftragten für die Regelung des Absatzes von Gartenbau-Erzeugnissen vor weni­gen Tagen erlassene Anordnung, nach der auf Wochenmärkten, in Ladengeschäften und im Stra­ßenhandel der Kleinverkauf und das Feilhalten von Winteräpfeln, abgesehen vom Fall- o b ft, bis auf weiteres verboten ist, wurde notwen­dig, weil bereits jetzt ausgesprochene Wintersorten, die für den Verbrauch noch nicht geeignet sind, zum Angebot gebracht wurden, obwohl zur Zeit bei der früheren und reichlichen Ernte schon ein außerordentlich starkes Angebot an Früh- und Herbstäpfeln zur Verfügung steht. Zudem sind große Mengen von Birnen, Pflaumen und Tafeltrauben an den Märkten vorhanden, so daß die Nachfrage nach Obst in jedem Falle ohne weiteres gedeckt wird.

Die Winteräpfel sind in erster Linie dazu be­stimmt, in den Wintermonaten, wenn die nicht haltbaren frühen und Herbstsorten bereits zur Ver­wertung gebracht sein müssen, den Bedarf aus der einheimischen Erzeugung zu decken. Außerdem ist es gerade in diesem Jahre bei den guten Erträgen an Aepfeln und Birnen notwendig, nach Möglichkeit das Angebot zu verteilen, um eine zu starke Be­lastung der Märkte im Herbst zu verhindern. Das Kleinverkaufsverbot der Winteräpfel liegt aber auch insofern im Interesse der Verbraucher, als dadurch unterbunden wird, daß jetzt im Kleinverkauf Sor­ten angeboten werden, die noch keineswegs genuß­reif sind. In diesem Zusammenhang muß besonders darauf aufmerksam gemacht werden, daß der Großhandel mit Winteräpfeln von diesem Verkaufsverbot nicht berührt wird, daß also nach wie vor der Großhandel bei­spielsweise zum Zwecke der Einlagerung Winter­äpfel aufnehmen kann. Ebenso wird auch die viel­fach übliche Eindeckung der Verbraucher mit Winteräpfeln für den Bedarf in den Winter­monaten durch Käufe bei dem Erzeuger, oder bei dem Handel dadurch nicht unterbunden.

Damit die Wintersorten nicht bereits in unreifem Zustande geerntet werden, sind die Gebietsbeauf­tragten von dem Reichsbeauftragten für die Rege­lung des Absatzes von Gartenbauerzeugnissen er­mächtigt worden, Termine festzusetzen, vor denen die wichtigen Wintersorten nicht geerntet werden dürfen. Dadurch wird erreicht, daß dem Verbrau­cher für die Wintermonate eine vollausgereifte Ware zur Verfügung gestellt wird.

Fortbildungskursus für Aerzte.

Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen veranstaltet in der Woche vom 14. Oktober bis 20. Oktober einen Fortbildungskursus für praktische Aerzte. Als Hauptthemen sind auf- gestellt:Fürsorge für Mutter und Kind, sowie Pathologie und Therapie des täglichen Lebens". Vortragende sind die Direktoren der Kliniken und Institute der Universität. Außerdem findet am Mittwoch, 17. Oktober, ein Ausflug nach Bad- Nauheim statt mit Vorträgen im Balneologischen Universitäts-Institut und im Kerckhoff-Jnstitut, Be­sichtigung der Badeeinrichtungen, usw. Zur Deckung der Unkosten werden von jedem Teilnehmer 10 Mk. erhoben; weitere Unkosten entstehen für den Kurs nicht.

Prospekte und Auskunft durch Professor Georg Herzog, Pathologisches Institut Gießen, Klinik­straße 32 g.

Im Anschluß an den Fortbildungskursus findet am 20. und 21. Oktober die 57. Tagung der Sud- westdeutschen Psychiater in Gießen statt, auf der neuzeitliche völkische und gerichtlich-psychiatrische Probleme behandelt werden. Die Kursteilnehmer sind dazu eingeladen.

Turnfestsieger-Treffen in Gießen.

Man schreibt uns: Am 22. und 23. September findet hier eine Wiedersehensfeier 1. Sieger der Gießener Turnerschaft (Tv. 1846 und Mtv.) statt, die diese mit den Angehörigen der beiden Turn­vereine, Freunden und Bekannten zu einigen frohen Stunden zusammenführen wird. Von den aus­wärtigen, der Gießener Einwohnerschaft bekannten und hier in guter Erinnerung stehenden ehemaligen Gau- und Kreisturnfestsiegern und Siegern an Deutschen Turnfesten haben u. a. der 77jährige Gustav Trübe (Torgau), der 75jährige Ludwig Unverzagt (Butzbach), Karl Heuser (Offen- bach a. M.), Friedrich Köhler (Münster i. W.), Ad. Schäfer (Berlin), Hermann Kräcker (Frankfurt a. M.), C. Schwarz und L. Malta- m e s i u s (Kassel), Karl Fischer und Hans T h ö t (Alsfeld) und H. Henß (Darmstadt) ihre Teilnahme zugesagt. Die Turnerschaft der alten Turnerstadt Gießen, in der schon viele hervor­ragende Turner ihre turnerische Ausbildung fanden, wird ihren Gästen die Stunden ihres Besuchs aufs angenehmste gestalten.

Deutsches Obst im deutschen Haushalt.

Eine Ausstellung der Aliceschule.

In ihrer Schule in der Steinstraße zeigt die Aliceschule bis heute abend eine kleine Ausstellung, die das Interesse aller Hausfrauen verdient. In überzeugender Weise ist in dieser Schau der Beweis dafür erbracht, daß wir auf unserem deutschen Tisch das ausländische Obst entbehren können.

Das Wasser läuft, wie man so landläufig sagt, einem im Munde zusammen, wenn man an die Tische geht und die Herrlichkeiten betrachtet, die hier mit oft einfachsten Mitteln geschaffen worden sind. Zu­nächst wird eine Obstschale die Aufmerksamkeit der Besucher erregen, die, ein Stilleben, mit prächtigen Früchten gefüllt ist. In einfacher Weise ist der Wert dieser Früchte nach ihrem Gehalt an auf­bauenden Stoffen dargestellt. Ferner sieht man die vielen Verwendungsmöglichkeiten für frische Früchte, die uns der Sommer und der Herbst oftmals in verschwenderischer Fülle schenken. Suppen, Kalt- schalen, Obstsalate, Reisspeisen und Pudding mit Obst, Hefekranz mit Früchten, Torten usw. tun dar, auf wie vielerlei Art das deutsche Obst im Haushalt für den Mittags- und den Abendbrottisch Verwen­dung finden kann. Die Serie der eingemachten Früchte kennzeichnet die Bemühungen um die Er­haltung der Werte in der Frucht und die Vorsorge für den Winter. In dieser Reihe findet man Mar­

meladen, Gelees und eingemachte ganze Früchte. Der Hausfrau wird vor allem ein Glas mit Toma­tenmarmelade, süß verarbeitet, auffallen. Schließlich wird noch die Verwendungsmöglichkeit des Dörr­obstes und der Winteräpfel gezeigt. Hier werden u. a. besonders die auf sehr originelle Art gefüllten und verzierten drei Aepfel ins Auge fallen.

Die Ausstellung umfaßt die Arbeit eines Kochkur- fes der Abiturientinnen. Alle Gerichte und alle Back­waren, die in der Ausstellung oereiniat sind, wur­den in denkbar kurzer Zeit, unmittelbar vor der Eröffnung der Schau, hergeftellt. Mit großer Freude wird man beobachten, wie sich die jungen Damen darum bemühten, die einzelnen Speisen so appetitlich wie nur möglich auszugestalten. Die mei­sten Gerichte sind dabei ebenfo appetitlich wie schön in ihrer äußeren Form. Aus allem sieht man, daß in der Schule Kräfte am Werk sind, die sich der Be­deutung ihrer Aufgaben voll bewußt sind und den Schülerinnen ein Wissen und Können vermitteln, bas im elterlichen, oder im zukünftigen Haushalt der Schülerinnen viel und immer wieder neue Freude auslösen wird.

Nicht die Anzahl der Flugzeuge,

nicht ihre Motorenkraft sind ausschlaggebend für die Stärke eines Volkes zur Luft, sondern allein der Geist und die innere Größe derer, die diese Maschinen bedienen sollen."

Mit diesen Worten des Pour le msrite-Fliegers aus dem Großen Kriege Bruno Loerzer, des Präsidenten des Deutschen Luftsport-Verbandes, sind Stellung und Aufgaben der deutschen Fliegerei der Nachkriegszeit klar umrissen. Der Opfertod der Helden zur Luft trug bei zu der Saat, aus der die deutsche Nation ihre Wiedergeburt erlebte. Fliegerei ist Kampf,*Kampf gegen die Elemente, Kampf der überlegenen heldischen Kraft, sich auch die Erde zu unterwerfen! Sie waren die Worte am Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe in der trutzigen Rhön, eine ernstere Mahnung als heute: Volk, flieg du wieder, und du wirst Sieger durch dich allein!" Tatgeist eines R i ch t h o f e n, B o e l ck e machte diese Helden zu Männern, die dem ganzen Volk gehören!

Vorbild, dem nachzueifern ein ganz großes Ziel, eine ganz große Aufgabe der heutigen Zeit ist. Die deutsche Jugend spürt diesen Geist, sucht ihn, um der Nation zu dienen, wie ehedem die einsatz­

bereiten Kameraden des Krieges und des Kampfes um Deutschlands Wiedergeburt!

Deutsche Volksgenossen! Ob Mann oder Frau, helft auch ihr, daß die deutsche Fliegerei ihren Dienst am Ausbau der Ration erfüllen kann!

Werdet Mitglied im Deutschen Luftsport- Verband!

Anmeldungen bei der Flieger-Ortsgruppe Gießen (Kreisamt), Fernruf 2951, 2952.

Fristverlängerung für die Anmeldung zum Reichsnährstand.

Amtlich wird betanntgegeben, daß die Frist zur Anmeldung der Betriebe des Landhandels und der Be- und Verarbeiter landwirtschaftlicher Erzeug­nisse zum Reichsnährstand, die am 15. September ablaufen würde, bis zum 30. September 1934 ver­längert worden ist.

Daten für den 14. September.

1760: der Komponist Luigi Cherubini in Florenz geboren (gestorben 1842). 1769: der Naturforscher Alexander von Humboldt in Berlin geboren (ge­storben 1859). 1817: der Dichter Theodor Storm in Husum geboren (gestorben 1888). 1914: von Falkenhayn wird Generalstabschef an Stelle von Moltke.

^ornotucii.

Tageskalender für Freitag. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Was bin ich ohne Dich?".

*

** Seinen 86. Geburtstag kann am nächsten Montag, 17. September, der Lehrer i. R. Lorenz Spitz, Weserstraße 6 wohnhaft, in bester körperlicher Frische begehen. Der Jubilar, der noch täglich seine Spaziergänge unternimmt, hat an der hiesigen Mädchen-Volksschule fast ein Menschenalter lang in segensreicher Weise gewirkt. Herr Spitz war Mitgründer der Altersvereinigung 1848, der ersten Vereinigung dieser Art, die auch Mitglieder aufnahm, die nicht in Gießen geboren waren. Der Jubilar hat alle seine Alterskameraden überlebt.

**S ammlung für die Bahnhofsmis­sion. Am Samstag und Sontag wird die Bahn­hofsmission Gießen wie man uns schreibt wie­der ihre Sammlung am Bahnhof durchführen. Die Ausnahmegenehmigung dazu wurde von der Reichs­leitung der NSDAP. München erteilt, im Hinblick

Diamantene Hochzeit in Harbach.

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M W

Neben dem Jubilar dessen Schwester (rechts), neben der Jubilarin deren 89 Jahre alte Tante.

* Harbach, 13. Sept. Am vergangenen Sonn­tag feierten der Landwirt Heinrich Münch III. und seine Ehefrau Katharina, geb. Dörr, das seltene Fest der diamantenen Hochzeit.

Um 15 Uhr fand unter Beteiligung der gesamten Einwohnerschaft die kirchliche Feier statt. Unser Dorfkirchlein konnte die Erschienenen kaum fassen. Unter Glockengeläut und Oraelspiel schritt das ehr­würdige Paar nach dem Ällar. Pfarrer Volz hielt eine feinsinnige, zu Herzen gehende Ansprache. In'einem umfassenden Rückblick zeichnete er die wichtigsten Lebensetappen des Jubelpaares. Dabei würdigte er die Verdienste des Jubilars um Ge­meinde und Kirche.

Lange Jahre war Heinrich Münch III. im Orts­gericht und Kirchenvorstand tätig. Während dieser Zeit erwarb er sich das Vertrauen und die Achtung des ganzen Dorfes. 1870/71 stellte er sich dem Vaterland zur Verfügung. Er ist das typische Bei­

spiel eines rastlos vorwärts strebenden Menschen. Durch Energie, Fleiß und Sparsamkeit schaffte er sich vom Kleinbauer zum Erbhofbesitzer herauf. Alles, was er in Angriff nahm, gelang ihm. Mit feiner Frau lebte er stets im besten Einvernehmen, wie denn überhaupt fein Familienleben immer ein Vorbild für die Gemeinde war. Noch heute ver­richtet er leichte landwirtschaftliche Arbeiten, obwohl er schon 85 Jahre alt ist. Sein hohes Alter sieht man ihm nicht an. Er stammt aus einer kern­gesunden Bauernfamilie. So ist es denn auch nicht zu verwundern, daß seine Nachkommen ein wetter­festes, widerstandsfähiges Bauerngeschlecht bilden.

Das Jubelpaar war sichtlich gerührt über die Ehrungen, die ihm im Laufe des Tages zuteil wur­den. Der Gesangverein veranstaltete einen Fackel­zug und brachte dem verdienten Paare ein Ständ­chen. Vereinswalter Otto Münch sprach die Glück­wünsche des Gesangvereins aus. Im Namen der Jubilare dankte deren Sohn aus übervollem Herzen.

Das Jubelpaar im Kreise der nächsten Angehörigen. « 8m Vordergrund drei Urenkel,

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