zu diesem Volke gehören dürften; zum anderen sei es die selbstverständliche Dankespflichl der unbedingten Hingabe an Volk und Vaterland.
Nur nach dem einen dürfe man noch fragen: Wo ist der Platz, wo werde ich gebraucht? Dann müsse jeder seine Pflicht mit größter Selbstlosigkeit tun. Wenn das ganze deutsche Volk, so schloß der Rektor, so fest zusammengeschmiedet würde, dann möge kommen, was da wolle, wir würden alle Gefahren überstehen!
Nach dem Rektor verabschiedete sich der
Sauardeitsführer Kretzschmann
mit kurzen Worten von den Kameraden. „Seien Sie gewiß, daß dort in Berlin bei der Reichsleitung wir als wahre Sozialisten tätig sind. Wir sind gewohnt, Ratschläge und Kritik anzunehmen, um dann von oben her mit Verordnungen Ihre Wünsche zu befriedigen." Indem er noch für die freundliche Aufnahme im Lager dankte, rief er den Kameraden ein Wiedersehen bei der nächsten Arbeitstagung zu.
Am Freitagmorgen sprach in dem Lager der Leiter des Akademischen Berufsamtes Tübingen
Or. Breitinger
über „Studienberatung als Auslese". Zunächst machte Dr. Breitinger die Aufgaben der
richtigen Studienberatung klar. Man dürfe nicht, wie früher, einfach nur sagen, dies oder jenes Studium kostet so und so viel Geld, sondern man müsse ganz auf die Leistungsfähigkeit und Charakterfestigkeit der einzelnen Abiturienten sehen. Von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet sei die Prüfung der Abiturienten tm Sir« beitsdienst zur B e ru f s au s l e s e von großem Vorteil.
3m Werkhalbjahr zeige sich ganz besonders eine besondere Begabung und die Fähigkeit zu einer späteren positiven Arbeit.
Man dürfe nicht nur auf das Urteil der Lagerleitung und der Gaureferenten Horen, sondern müsse auch die Lagerkameraden über die einzelnen um ihr Urteil befragen. Man müsse von dem Grundsatz ausgehen, die besten Menschen zu finden und dann zu formen. Im Arbeitsdienst sei ferner die Gelegenheit geboten, eventuelle Feblentscheidun- gen bei der Zuerkennung der Hochschulreife zu revidieren. So sei gerade der Arbeitsdienst eine gute Hilfe zur richtigen Auslese bei der Studienberatung.
Die Freizeit bis zum nächsten Vortrag wurde mit einer Aussprache ausgefüllt.
Preises und Sieges ohne nochmaligen Kampf. Die Gegnerin lehnte ab. Versuche des Schiedsgerichts, zu vermitteln, schlugen fehl. Für jeden Zuschauer war klar, daß die „hartnäckige" Reiterin sich ihres Sieges sicher fühlte. Ihre Weigerung, den Preis zu teilen, war ihr gutes Recht. Die Tribüne stellte sich in ihrem Urteil aber auf die Seite der „tapferen Gegnerin".
Nüchtern betrachtet lagen in diesem Fall die Dinge so, daß der tatsächlich Aeberlegene dem Schwächeren nicht den halben Sieg schenken durfte, denn dann hört schließlich jeder Kampf und jede Klassifizierung auf.
Auf einem ausländischen Reitturnier traten z. B. einmal zum Schluß ein bekannter Offizier und eine Dame zur Entscheidung an, die Dame fragte den Offizier, ob er wirklich auf der Entscheidung bestehe. Der Offizier war nahe daran zu verzichten, aber sein Equipenchef verlangte, daß er weiter kämpfe. Der Offizier gewann leicht; als die beiden zusammen die Ehrenrunde ritten, überreichte der Equipenchef der Dame Blumen. Da begriff auch das Publikum, was im sportlichen Wettkawvf wahre Ritterlichkeit ist. Wenn man im Ausland als Vertreter seines Vaterlandes kämpft, verbietet einem eben gerade die Ritterlichkeit manche edel- fcheinende Geste. Rur wenn man von einem ganz persönlichen Vorteil zurücktritt, ist das ritterlich, im anderen Fall streift die „Ritterlichkeit" oft bedenklich nahe die Eitelkeit.
müßen auf andere Weise, durch persönliche Ritterlichkeit ausgeglichen werden.
I. Sch.
Kurze Sportnotizen.
1117 Turner und Turnerinnen wurden aus den sechzehn Gauen der DT. für die Turnwettbewerbe bei den Deutschen Kampfspielen gemeldet. Am stärksten ist der Gau Südwest mit 147 Meldungen vertreten, aus Bayern kommen 140 Nennungen und von den übrigen Gauen ist Württemberg noch mit mehr als 100 Meldungen vertreten.
D r. Kleinschroth kam bei den holländischen Tennismeisterschaften in Noordwijk durch einen Sieg über den Holländer Heynen mit 7:5, 6:2, 6:3 eine Runde weiter.
*
Ein Damen-Golfländerkampf zwischen Deutschland und Holland wird am 12. August in Frankfurt a. M. ausgetragen. Es ist der erste Länderkampf, den die deutschen Golfspielerinnen bestreiten.
Einen Stunden-Weltrekord für Motorräder stellte der Franzose Louis I e a n n i n auf einer 250-ccm-Jonghi-Maschine auf. In Linas- Montlhäry erzielte der Franzose ein Stundenmittel von 156,243 Kilometer. Den alten Rekord hielt seit 1929 der Franzose Marchand.
S.Jtxfport
an vierter Stelle, in der
den elften Platz.
Preußen
und Nordosten liegende
um.
12. Juli 1934
2. Ziehungslag
Sn der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
59345
e
e
56228 82626
129183 141346 177907 203648 230742
264034 285590
304089 334203
370157 392798
109140 150794 172514 194859
208361 243860 262299 291063 316150 334690 371234 383076
398750
104171 133013 157214 186544 213079 241489 266617 288891
320089 348250 378355 399447
111422 155344 174109 199392 226270 249425 267087 301025
320125 344923 376025 385072
107387
38765
341483
133386 165313
192747
216509
261506
270256 292123
320518
361026
386009
99908
41756 325636 19080 100962 326094
37276 169589 313587 388293
113201
162514
187133 199725 238218 250620
270671
303316 321467
350441 376349 385136
176936
127098
59092
24620
133758
166839
193911
216680
263765
273881
297854
325295
362884
390593
328719 61867
335421 21858
114475 385164
50306 175594
327741
162562
189550
204697
239916
254301
273790
309430
322382
358921
378444
387462
136057 174056 200146 217415 263998 276834 302834 327471 368626 390703
85665
38676 151545
113264 209657 354493
i 8557 30344
88185 120396 168968 191168 206972 242549 255090 280569
310427 32801S 361315 380056 395423
8927
50566
101170 124965
172114 192047 207583 242676
259164 283173
310443 328244 369987 382721
396619
91978 129505
142789 179151
212249 231337
265568 288230 318687 341024 375788
398384
268443
304835
66888
28554
92709
160977
303070
346155
342883
188848 355019
1201 Einzel- und 128 Staffelmeldungen wurden für die Leichtathletikwettbewerbe, dem Mittelpunkt der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg abgegeben. Bei den Männern wurden 947 Einzelteilnehmer und 109 Staffeln, bei den Frauen 254 Teilnehmerinnen und 19 Staffeln gemeldet. Die gesamte deutsche Elite wird am Start sein.
Großfeuer im Llmspannwerk Kelsterbach.
K e l st e r b a ch (Main), 13. Juli. (LPD.) In dem Umspannwerk Kelsterbach der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitäts-Werke brach in der Nacht vom Donnerstag auf Freitag ein Groß- f euer durch Blitzschlag aus, dem im ganzen sieben der großen Transf ormatoren zum Opfer fielen. Als das Auskommen des Feuers durch die Nachtwache bemerkt wurde, stand bereits einer der aroßen Transformatoren lichterloh in Flammen. Offenbar waren durch den Blitzschlag die Dichtungen zerstört worden, so daß das Oel aus seinen Behältern ausgelau- f e n war und sich über die ganze Anlage verbreitet hatte. Als die Feuerwehren aus Kelsterbach, aus Frankfurt und die der Opelwerke aus Rüsselsheim mit der Bekämpfung des Brandes begonnen, hatte das Feuer, durch den herrschenden Westwind begünstigt, bereits auf sechs
2 Gewinne zu 10000 M.
2 Gewinne zu 5000 M.
4 Gewinne zu 3000 M.
4 Gewinne zu 2000 M.
16 Gewinne zu 1000 M. 138531 188442 277953
28 Gewinne zu 800 M.
48379 48892 51775
194501 218262 292157
38 Gewinne zu 500 M.
115216 133641 148253
304166 306123 312025
357517 359938 372586
Gewinnavszug
4. Klaffe 43. Preußtsch-Süddeusiche (269. Preuß.) Staats-Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten
313350
8 Gewinne zu 1000 M.
361559 ____
14 Gewinne zu 800 M.
1834 2567 7486
Eine wertvolle Stiftung.
jf Marburg, 13. Juli. Das Musikwissenschaftliche Seminar der Philipps-Universität hat eine neue Orgel erhalten, deren Herstellungskosten in Höhe von 18 000 RM. durch Stiftungen des preußischen Kultusministers (6700 RM.), des Marburger U n i v e r s i t ä t s b u n d e s (6000 RM.), der Theologischen Fakultät (3400 RM.) und aus verschiedenen Universitätsfonds (1900 RM.) bestritten wurden. Die neue Orgel bedeutet eine wertvolle Bereicherung des Musikwissenschaftlichen Seminars. Die Orgel ist ein Werk, das nicht nur das Klangideal der Gegenwart, sondern auch dasjenige vergangener Epochen zu verlebendigen vermag und es ermöglicht, die Werke der großen Meister der deutschen Tonkunst, insbe- sondere derjenigen des 17. Jahrhunderts, in der ihrer Zeit eigentümlichen Klanggestaltung zu Horen und damit das Wesen ihrer Tonschöpfungen ganz zu erfassen.
Unberechtigter Oorfklatsch
weitere weiter im Osten — Transformatoren übergegriffen. Die Löscharbeiten gestalteten sich dadurch besonders schwierig, daß bei sämtlichen brennenden Anlagen die Oelvorräte sofort in Brand gerieten. Die Wehren versuchten zunächst durch Ausheben von Gräben eine Weiterverbroitung des Brandes zu verhüten. Der eigentliche Brand wurde dann mit dem neuen Schaumlöschverfahren und mit 1500 Meter Schlauchleitung bekämpft. Als das Feuer gegen Morgen eingedämmt worden war, waren die sieben in Mitleidenschaft gezogenen Transformatoren ein Raub der Flammen geworden. Der Betrieb des Werkes konnte jedoch durch Umschaltung auf andere Transformatoren aufrechterhalten werden. Die Höhe des Sachschadens läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen. Da aber die Erstellungskosten jeder Transformatorenanlage des Werkes, das im Jahre 1929 erbaut worden ist, etwa Vi Million Mark betragen haben, läßt sich schon jetzt sagen, daß der entstandene Schaden in die Million geht. Die zerstörten Transformatoren, durch die die Mainkraftwerke in Höchst und die Werke in Darmstadt und Dettingen bedient wurden, spannten den Strom von 220 Volt auf 100 000 bzw. 50 000 Volt
2 Gewinne zu 100000 M. 69804
2 Gewinne zu 50000 M. 57423 2 Gewinne zu 3000 M. 133861
8 Gewinne zu 2000 M. 59345
Sn der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 300 M. gezogen
20 Tagesprämlen.
Auf jede gezogene Nummer sind zwei Prämien zu je 1000 RM gefallen, und zwar je eine auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II: 1853 17487 50848 133506 159875 160409 235036 373373 385717 387014
Oie Ritterlichkeit im Sport
Sie kann auch falsch verstanden sein.
Revision
im Schlüchterner Postraubprozeß.
LPD. Hanau, 13. Juli. Die kürzlich von der Großen Strafkammer Hanau wegen gemeinsamen schweren Straßenraubs durch Beraubung eines Reichspostkraftwagens zwischen Hutten und Ruckers mit schweren Zuchthausstrafen belegten beiden Angeklagten Karl Erber und Johann Schmitt haben durch ihre Rechtsbeistände Revision anmelden lassen. Karl Erber hatte 6V2 Jahre Zuchthaus, Johann Schmitt 5 Jahre Zuchthaus erhalten. Beiden waren dann noch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt worden. Der dritte Täter bei dem am 1. Februar 1930 verübten Postuberfall, Willi Kropp, ist schon 1931 gestorben. Er war als der Haupttäter bei dem Ueberfall angesehen worden.
184 Gewinne zu 400 M. ---- ---- - - - -
--- 10998 12647 14083 22878 28179 52572 64708 71846 80895 81284 ------ ------ ------ 114713
gegen einen Sturmbannführer.
js M a r b u r g, 13. Juli. In einer Sondersitzung des hiesigen Schöffengerichts standen heute acht Einwohner aus Leidenhofen (Ebsdorfer Grund) unter der Anklage, über den im gleichen Orte wohnhaften Sturmbannführer Fus beleibh gende Nachreden verbreitet zu haben. Gelegentlich der B ü r g e r m e i st e r w a h l e n gerieten sie mit dem Sturmbannführer in Streit und richteten in dessen Verlauf an den Führer der Deutschen Kriegs, opferversorgung, Oberlindober, einen Bries, der die Beleidigungen enthält (bei den Angeklagten handelt es sich meist um Frontkämpfer). In der etwa fünfstündigen Verhandlung überzeugten sich vier Angeklagte von der U n r e ch t m ä ß i g k e i t ihrer Handlung und schlossen mit Fus einen Vergleich. Don den übrigen vier Angeklagten, welche auf ihrem Standpunkt beharrten, wurden der Haupt- anaeklaqte zu zwei Monaten Gefängnis, zwei Angeklagte zu je 150 R M. ® e1 * " ' " f ° und ein Angeklagter zu 100 RM. Ge . .
verurteilt. Außerdem wurde dem Sturmbannführer Urteilspublikationsbefugnis zuerkannt.
124035 191313 273386 - .
54 Gewinne zu 500 M. 5637 - •---
40033 44052 54909 58772 70148 75599 101641 106655 133577 140178 158576
180649 236560 264245 279966 282260
339330 351136 370325 384633 397696
307821’Ä ‘42464° «037*49318 62?70 6M32 ? " Ä «3'4 .6708^7^684,77074 , 8^07
Es gibt im Sport ein wunderbares Wort für eine Anerkennung, die mehr wert ist, mehr wert fein kann, als ein Sieg: ritterlich. Nichts bezeichnet eine durchaus männliche und unverweichlichte Feinfühligkeit besser als dieses Wort. Es ist viel schöner als die so oft im Mund geführte Bezeichnung „fair", wenn auch das gleiche darunter zu verstehen ist.
Es gibt keinen Sportler, der je im Wettkampf stand, an den nicht einmal schon einmal die Frage herangetreten ist, was die Ritterlichkeit im Kampf auf dem Sportplatz von ihm verlangt — oder was sie ihm verbietet. In einer Mannschaft muß der eigene Wille selbstverständlich dem des Führers oder des Ganzen untergeordnet werden, aber im Einzelkampf steht jeder selbst vor der Verantwortung. Natürlich haben die verschiedenen Völker und Rassen auch verschiedene Auffassungen von der „ritterlichen Geste", bei internationalen Wettkämpfen werden aber die internationalen Regeln und Gepflogenheiten zu beachten sein, die sich allmählich herausgebildet haben.
Man macht sich am besten an Beispielen das angeschnittene Problem klar. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1932 traten zum Entscheidungslauf über 200 Meter auch die beiden Amerikaner Tolan und Metcalfe an. Sie standen am Start, jeder für sich, aber beide als Vertreter her gleichen Nation. Tolan gewann den Lauf knapp vor Metcalfe. Dieser hatte gemerkt, daß seine Strecke falsch ausgemessen war, daß er zwei Meter zu viel laufen mußte. Der Abstand im Ziel -u Tolan war bedeutend geringer als diese zwei Meter, Metcalfe hätte also das Schiedsgericht anrufen können, der Lauf wäre wiederholt oder das Ergebnis am grünen Tisch umgeändert worden.
Die Ritterlichkeit verlangte aber das, was Rlet- calfe tat: „USA. hat gewonnen" jagte er und gratulierte dem Doppelsieger Tolan.
Dadurch verhütete er von vornherein einen Mißton. Aber das ist nicht alles; einen Teil wahrer
Bei der „Tour" bestritten die Fahrer am Freitag die 10. Etappe von Signe nach Nizza über 156 Kilometer. Etappensieger wurde der Franzose Le Greves in 4:58,26 Stunden. Der Schweinfurter Geyer belegte den siebten Platz. In der Länderwertung steift Deutschland L‘" Einzelwertung hat Geyer
Wahre Ritterlichkeit verzichtet selbst auf die Anerkennung, daß man ritterlich gewesen ist. Die ritterliche Geste im Kampf ist nicht so leicht, wie sich mancher das denkt. Einen „Knigge", den man auswendig lernen könnte, aibt es hierfür nicht. Man soll korrekt handeln, sich stets vergegen- roärtigen, welche Idee dem jeweiligen sportlichen Wettkampf zugrunde liegt, soll in persönlichen Dingen wirklich ritterlich sein und seinem Gefühl folgen. Im übrigen soll man sich weder vorn Publikum noch von einer verzwickten Situation das Handeln bestimmen lassen. Auf seinem eigenen Recht bestehen, dem Gegner ebenso sein Recht zugestehen! Steht man im Wettkampf gegen eine Frau, dann ist diese nicht nur gleich berechtigt, sondern auch gleich verpflichtet, eventuelle Härten
Das Training auf dem Nürburgring.
Als Erster erschien am Freitag Kohlrausch auf Auto-Union um 4 Uhr auf dem Ring und fuhr einige Runden. Gegen 9 Uhr kam Kohlraufch, diesmal in Begleitung seiner Stallgefährten Sebastian und Burggatter, wieder auf die Bahn. Jedoch steht immer noch nicht fest, wer neben Stuck und Mom- berger den dritten ?-Wagen steuert. Auch die Mercedes-Werke haben noch keinen Nachfolger für Brauchitfch gefunden. Der junge Geyer wird wohl den dritten Mercedes fahren. Caric- c i o l a drehte auch einige fehr schnelle Runden, die nahe an den Rekord kamen. Fagioli auf Mercedes war ebenfalls recht fleißig.
Sehr eifrig waren die Alfa-Romeo-Fahrer, die beim Grand Prix fo überaus erfolgreich abfchnit- ten. Varzi, Chiron und Moll fuhren Runde auf Runde. Chiron und Varzi zeigten sich hierbei wieder als glänzende Kurventechniker, während der junge Moll auf dem für ihn fremden Kurs mit jeder Runde mehr Sicyerheit verriet. Auch Nuvo- lari erschien mit seinem Maserati auf dem Ring.
Deutsche Hochschulmeisterschaften in Frankfurt a. M.
Die deutschen Hochschulmeisterschaften werden diesmal am heutigen Samstag und morgigen Sonntag in Frankfurt a. M. ausgetragen. Reichserziehungsminifter Ruft hat feine Anwesenheit zugesagt. Den Hochschulmeisterschaften kommt in diesem Jahr aus, mehreren Gründen eine ganz besondere Bedeutung zu. Einmal handelt es sich um das erstemal, daß die vom nationalsozialistischen Staat gewollte studentische Erziehung auf körperlichem Gebiete unter dem Motto „Studentensport — Leistungssport" öffentlich demonstriert wird, bann aber ist auch die bei der studentischen Jugend geleistete Vorarbeit für die Olympiade in diesem Zusammenhang zu erwähnen. 800 Teilnehmer haben gemeldet. Sämtliche Sportdisziplinen sind vertreten.
Kleinkaliber-Kreisschießen in Bottenhorn.
Das diesjährige Kreisschießen des Kreises Bieden- kopf-Süd fand in Bottenhorn statt. Im Mannschaftskampf der Altschützen siegte K r o f b o r f mit 396 Ringen vor Bieber mit 371 Ringen. Einzel- meister wurde W. Fries sen. (Krofdorf) mit 88 Ringen vor Otto Wagner (Bieber) mit 87 und Karl Schatz (Schlierbach) mit 86 Ringen. Bei den Jungschützen siegte Bieber mit 312 Ringen. Einzelmeister wurde Karl Adler (Bieber) nut 81 Ringen.
Vorschlußrunde um den Kampfspiel-Pokal.
Don den sechzehn Gaumannschaften des Deutschen Fuhballbundes sind nach den ersten beiden Runden um den Kampfspiel-Pokal noch vier Gaue übriggeblieben, die sich im Rahmen der Deutschen Kampfspiele in Nürnberg zur Vorschlußrunde treffen. Der Deutsche Fußballbund hat für diese Spiele nun folgende Einteilung getroffen:
Mittwoch, 25. Juli (18 Uhr): Gau Südwest — Gau Niederrhein;
Donnerstag, 26. Juli (18 Uhr): Gau Bayern — Gau Nordmark.
Beide Spiele finden in der Hauptkampfbahn des Nürnberger Stadions statt, die Sieger liefern sich am Hauptfesttag, Sonntag, 29. Juli — gleichfalls in der Hauptkampfbahn — das Endspiel.
Auch Sievert startet in Köln.
Von Hamburg, wo die Amerikaner bekanntlich ihre Deutschlandreise beginnen, gehen die Yankees nach Köln, das am Dienstag ein großes internationales Leichtathletikfest in seinen Mauern sieht. Hieran wird, den neuesten Meldungen zufolge, auch der Zehnkampf-Weltrekordmann Hans Heinrich Sievert in verschiedenen Wettbewerben am Start erscheinen. Weiter hört man, daß die Kölner Veranstalter sich bemühen, noch einige Italiener zu verpflichten Man hofft sogar, den besten europäischen Mittelstreckler Luigi B e c c a l i nach Köln zu bekommen.
Segelflugzeuge
mit Kurzwellen-Empfänger.
Der diesjährige, 15. Rhönsegelflug-Wett- bewerb, ber in der Zeit vom 22. Juli bis 5. August ftattfinbet, wird nicht nur durch feine Teilnehmerzahl von 100 Flugzeugen alles übertreffen, sondern auch für die Zuschauer hochinteressante Neuerungen bringen. Mit besonderem Interesse erwartet man das Gelingen einer neuartigen Verständigung zwischen der Sportleitung und den Flugzeugen in der Lust, die auch dem Publikum übermittelt werden soll. Zu diesem Zweck werden einige Segelflugzeuge Kurzw -lenempfänger an Bord führen und durch Sender von der Erde aus Flugkommandos erhalten. Diese Kommandos des Senders werden gleichzeitig auf Lautsprecher übertragen, so daß bas Publikum genau verfolgen kann, wie z. B. auf das Kommando „Fliege einen Looping" die Flieger diese Flugfigur ausführen. Weiterhin werden die ausfchreibungsgemäß verlangten Flüge von mehreren Segelflugzeugen im geschloffenen Verband sehr interessant fein. Der Führer des deutschen Luftsportes, Bruno Loer- zer, wird selbst diesen Wettbewerb eröffnen.
Ritterlichkeit trug auch Tolan, indem er den „geschenkten" Sieg annahm. Das ist nicht so leicht wie es sich ansieht, denn die hunderttausend Zuschauer im Stadion, ja ganz Amerika wußten, daß diese Goldmedaille für Tolan tatsächlich ein „Geschenk" war — und das ist nicht sehr angenehm.
Ein anderes Beispiel: Vor Jahren fand in Berlin ein internationaler Boxkampf zwischen einem Franzosen und einem Deutschen statt. Er ging über die volle Distanz und stand vor der letzten Runde unentschieden. Als der (Song ertönte, tarnen beide Kämpfer schnell aus ihren Ecken hervor. Man sah gerade noch, wie der Deutsche beide Hande vorstreckte und in diesem Augenblick einen fürchterlichen Schlag einfing, der für ihn das Ende brachte. Der deutsche Boxer hatten offenbar feinem Gegner zum Gruß vor der letzten Runde die Hande entqegenftrecfen wollen, wie das bei uns üblich ist. Der Franzose begriff das aber nicht oder wollte es nicht begreifen, nahm die Chance wahr und schlug zu. Das Publikum pfiff ihn aus. Zu unrecht!
Die internationalen Regeln kennen feinen Gruhaustaufch vor ber letzten Runde. Die Handlung des Deutschen war gewiß oerffänb- lich, schon ber Ritterlichkeit wegen auch zu billigen, aber kein Kampfgericht hätte ben Franzosen feiner hanblungsweije wegen bisquali- fizieren können.
Das Publikum hatte bestimmt die richtige seelische Einstellung, als es den Franzosen auspfiff.
Ein anderer Fall: Bei einem großen internationalen Reitturnier blieben bei einem schweren Jagdspringen am Schluß nur noch zwei bekannte Turnierreiterinnen übrig. Es wurde ein Stechen über erhöhte Hindernisse angesetzt. Wieder blieben beide fehlerfrei, aber die eine Reiterin kam mit Leichtigkeit, die andere nur mit Mühe und Not über den Kurs. Die Hindernisse wurden erneut erhöht. Da wünschte die eine Dame eine Teilung des ersten


