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ven worden. Eine ebenso traurige wie nieder­trächtige Lüge!

2. Die 52t. mühte nunmehr diesen Angriffen z u v o r k o mm e n und in einer zweiten Re­volution die Elemente der Reaktion einerseits und der Parteiwiber stände andererseits beseitigen, die Staatsgewalt aber der Führung der S 21. selbst an- verlrauen.

3. Zu diesem Zwecke sollte die 5A. in kür­zester Frist alle notwendigen sachli­chen Vorbereitungen treffen. Es ist dem Stabschef Röhm gelungen, unter Ver­schleierung unter anderem der lügenhaften Angabe, foziale hilfsmahnahmen für die SA. durchführen zu wollen 2TMI- tionenbeträge diesem Zwecke zu­zuführen. 12 Millionen Mark sind für diese Zwecke gesammelt worden.

4. Hm die entscheidendsten Schlage rücksichts­los führen zu können, wurde die Bildung bestimmter, nur hierfür in Frage kommender e i n g e f ch w o r e n e r Ter­rorgruppen unter dem TitelStabs­wachen" gebildet. Wahrend der brave alte SA.-Mann sich über ein Jahrzehnt für die Be­wegung durchgehungert hatte, wurden hier besoldete Gruppen gebildet, deren innerer Charakter und deren Zweckbestimmung durch nichts besser erhellt wird, als durch die geradezu furchtbaren Straflisien der darin

geführten Elemente. Wie denn überhaupt der alte und treue SA.-Führer und SA.-Mann nunmehr schnell in den Hintergrund trat, ge­genüber den für solche Aktionen mehr geeig­neten politisch un geschult en Elementen.

In bestimmten Führertagungen sowohl als bei Lrholungsfahrten wurden allmählich die in Frage kommenden SA.-Führer zusam­mengezogen und individuell be­handelt. D. h. während die Mitglieder der inneren Sekte die eigentliche Aktion planmäßig vorbereiteten, wurden dem zweitgrößeren Kreis der SA.-Führer nur allgemeine Mitteilungen gemacht, des Inhalts, daß eine zweite Revolu­tion vor der Türe siehe, daß diese Revolution kein anderes Ziel besitze, als mir selbst die Handlungsfreiheit zurückzu­geben, daß daher die neue und diesmal blutige ErhebungDie Rächt der langen Messer" wie man sie grauenvoll bezeichnete, meinem eigenen Sinn entspräche. Die Rot­wendigkeit des eigenen Vorgehens der SA. wurde begründet mit dem Hinweis auf meine Lntschluhunfähigkeit", die erst dann behoben sein würde, wenn Tatsachen geschaffen wären. Vermutlich unter diesen unwahren Vorwänden wurde die außenpolitische Vorbereitung der Aktion Herrn von Setten übertragen. General von Schleicher nahm das außenpolitische Spiel teil­weise persönlich wahr bzw. ließ es durch seinen Kurier General von Bredow praktisch betreiben. Gregor Strasser wurde zugezogen.

ZUM Transport der eigentlichen S t o h f o r m a t i o n e n die Requisition von Lastkraftwagen befohlen und bereits im Gange sei, und daß schlag 5 Hhr die Aktion überfallrnähig mit der Besetzung der Re­gierungsgebäude ihren Anfang nehmen sollte. Gruppenführer Ernst war zu dem Zweck auch nicht mehr nach Wiessee gereift, sondern zur persönlichen Führung der Aktion in Ber­lin zurückgeblieben.

Zweitens wurde in München die Alar­mierung der SA. bereits für 9 Hhr abends angeordnet. Die S2l.-Formationen wurden nicht mehr nach Haufe entlaffen, sondern in die Alarmquartiere gelegt Das ist Meuterei. Der Befehlshaber der SA. bin ich und sonst nie­mand.

Unter diesen Umständen konnte es für mich nur noch einen einzigen Entschluß geben. Wenn über­haupt das Unheil noch zu verhindern war, dann mußte blitzschnell gehandelt werden. Nur ein rück- ichtsloses und blutiges Zugreifen war vielleicht noch in der Lage, die Ausbreitung der Revolte zu ersticken. Und es konnte dann keine Frage sein, daß besser 100 Meuterer, Verschwörer und Konspirato- ren vernichtet wurden, als 10 000 unschuldige SA.- Männer auf der anderen Seite verbluten zu lassen. Denn wenn die Aktion des Verbrechens erst in Berlin abzurollen begann, waren die Folgen ja un­

ausdenkbar. Wie das Operieren mit meinem Na- men gewirkt hatte, ergab sich aus der beklemmen­den Tatsache, daß es diesen Meuterern z. B. ge­lungen war, in Berlin unter Berufung auf mich von nichts ahnenden Polizeioffizieren sich für ihre Aktion vier Panzerwagen zu sichern, und daß weiter schon vorher die Verschwörer Hei­nes und Hayn Polizeioffiziere in Sachsen und Schlesien unsicher machten, angesichts ihrer Auffor­derung, bei der kommenden Auseinandersetzung sich zwischen der SA. und den hitlerfeinden zu ent­scheiden. Es war mir endlich klar, daß dem Stabs­chef nur ein einziger Mann entgegentreten konnte und entgegentreten mußte. Mir brach er die Treue, und ich allein mußte ihn dafür zur Verantwortung ziehen!

Um 1 Uhr nachts erhielt ich die letzten Alarm­depeschen, um 2 Uhr morgens flog ich nach Mün­chen. Ministerpräsident Göring hatte unterdessen von mir schon vorher den Auftrag bekommen, im Falle der Aktion der Reinigung seinerseits sofort die analogen Maßnahmen in Berlin und Preußen zu treffen. Er hat mit eiserner Faust den Angriff auf den nationalsozialistischen Staat niedergeschla­gen, ehe er zur Entwicklung kam. Die Notwen- diakeit dieses blitzschnellen handelns brachte es mit sich, daß mir in dieser entscheidenden Stunde nur ganz wenige Menschen zur Verfügung standen. 3m Beisein des Ministers Goebbels und des neuen Stabschefs wurde dann die Ihnen bekannte Aktion durchgeführt und in München abgeschlossen.

Des deutschen Bolles oberster Gerichtsherr

Ein letzter Versuch im Guten

möglichen Exzesse und forderte nunmehrige restlose Ausmerzung dieser Elemente aus der SA., um nicht I die SA., Millionen anständiger Parteigenossen und»

Eile tut not

zählen müsse.

Ich beschwor ihn, zum letzten Mal von sich aus diesem Wahnsinn entgegenzutreten und seine Auto­rität mit anzuwenden, um eine Entwicklung z u verhindern, die nur so oder so in eine Katastrophe enden könnte. Ich führte erneut schärfste Beschwerde wegen der sich häufenden un-

Slabschef Röhrn in der Erkenntnis, auf meine Person bei seinem geplanten Unternehmen unter keinen Umständen rechnen zu können, nunmehr die Beseitigung meiner Person selbst vorbereitete. Zu diesem Zwecke wurde dem engeren kreise der hinzugezogenen SA.-Führer erklärt, daß ich selbst mit dem in Aussicht genommenen Unter­nehmen wohl einverstanden sei, aber persönlich davon nichts wissen dürfe bzw. den Wunsch hätte, zunächst auf 24 oder 48 Stunden bei Ausbruch der Erhebung in haft genommen zu werden, um fo durch die vollzogenen Tatsachen der unangenehmen Belastungen entzogen zu sein, die sich im anderen Fall für mich außen­politisch ergeben mühten. Diese Erklärung er­hält ihre letzte Illustration durch die Tatsache, daß unterdessen vorsorglicherweife bereits der Wann gedungen war, der meine spätere Besei­tigung durchzuführen hatte. Standartenführer Uhl gestand noch wenige Stunden vor fernem Tod die Bereitwilligkeit zur Durchführung eines solchen Befehls.

hunderttausende alter Kämpfer von einzelnen min­derwertigen Subjekten um ihre Ehre bringen zu lassen. Stabschef Röhrn verließ diese Unterredung mit der Versicherung, die Gerüchte sind teils un­wahr, teils übertrieben, er werde im übrigen alles tun, um nunmehr nach dem Rechten zu sehen.

Das Ergebnis der Unterredung aber war, daß

OieNacht der langen Messet

Oer plan des Anschlags auf das Berliner Regierungsviertel.

General v. Bredow, der als außenpolitischer Agent des Generals von Schleicher diese Verbin­dungen besorgte, arbeitete entsprechend der Tätig­keit derjenigen reaktionären Zirkel, die ohne mit dieser Verschwörung vielleicht direkt in Zusammen­hang zu stehen s i ch zum bereitwilli­gen unterirdischen Meldekopf für das Ausland mißbrauchen ließen. Ende Ium war ich daher entschlossen, dieser unmöglichen Ent­wicklung ein Ende zu setzen, und zwar ehe noch das Blut von Zehntausenden Unschuldigen die Kata­strophe besiegeln würde. Da die Gefahr und die mit allen lastende Spannung allmählich unerträg­lich geworden war und Parteistellen und Staats­stellen pflichtgemäß Abwehrmaßnahmen treffen mußten, erschien mir die eigenartige plötzliche Der- länaerung des Dienstes vor dem SA.- Urlaub bedenklich, und ich entschloß Mich daher, Samstaa den 30.Juni, den Stabschef fei- nes Amtes zu entheben, zunächst in Der- roatafung zu nehmen und eine Anzahl von ©21.- ftührern deren Verbrechen klar zutage lag, zu^ver haftemLaes zweifelhaft war, ob angesichts der

solchen Entwicklung wurde mit geradezu wahnsinnigem Leichtsinn unter dem Hinweis abgetan, daß der blutige Terror die notwendigen Wittel so oder so schaffen würde.

Ich muß mich hier noch mit einem Gedanken aus­einandersetzen, nämlich mit dem, ob nicht jede ge­lungene Revolution in sich eine Rechtfertigung trage Stabschef Röhm und seine Elemente erklär­ten die Notwendigkeit dieser Revolution mit dem Hinweis auf den nur damit allein gerechtfertigten Sieg des reinen Nationalsozialis­mus. Ich muß an dieser Stelle aber für ine Gegenwart und Nachwelt die Feststellung treffen, daß diese Männer überhaupt kein Recht mehr besaßen, sich auf den Nationalsozialismus als Weltanschauung zu berufen. Ihr Leben war o schlecht geworden wie das Leben derjenigen die wir im Jahre 1933 überwunden und abgelost hatten. Das Auftreten dieser Männer hat es mir unmög­lich gemacht, sie bei mir einzuladen, ober das Haus des Stabschefs in Berlin au« nut einmal zu be­treten. Was aus Deutschland >m Falle eines S b aes dieser Leute geworden wäre, ist schwerlich aus« rudenken Di- Groß- der Gesahr wurde aber erst recht erwiesen durch die Feststellungen, die nun vom Ausland nach Deutschland kamen. Eng. lisch- und französisch- Sangen begannen immer häufiger von einer bevorstehenden Umwälzung m Deutschland zu reden, und immer mehr Mitteilun­gen ließen erkennen, daß von den Verschwörern eine planmäßige Bearbeitung des Auslandes in dem Sinne vorgenommen wur- d- daß ^n Deutschland die Revolution der -i'gentUch-n Nationalsozialisten vor der Tür stünde und das bestehende Regiment Nicht mehr zu handeln sähig s-i.

Der erste Plan vom Umsturz basierte auf dem Gedanken einer Beurlaubuna der S A. In dieser Zeit sollten mangels greifbarer Verbände unfaßbare Tumulte ausbrechen nach Art der Zu­stände im August 1932, die mich zwingen mußten, den Stabschef, der allein in der Lage wäre, die Ordnung wieder herzu stellen, zu rufen, um ihm mit der vollziehenden Ge- walt zu betrauen. Nachdem sich unterdes eindeutig ergeben hätte, daß mit einer solchen Bereitwilligkeit von mir wohl unter feinen Umstän­den gerechnet werden könnte, wurde dieser Plan wieder verworfen und die direkte Aktion ins Auge gefaßt.

Sie sollte in Berlin schlagartig einsehen mit einem Uebersatt aus d i e Regie­rungsgebäude, mit einer Verhaftung meiner Perfon, um dann die weiteren Aktio­nen als in meinem Auftrag stattfindende ab­rollen lassen zu können. Die Verschwörer rech­neten damit, daß in meinem Ramen an die SA. gegebene Befehle im gesamten Reich die SA. nicht nur sofort auf den plan rufen würden, sondern daß damit auch eine Zersplitterung aller dagegen eingesetzten sonstigen Kräfte des Staates automatisch eintreten würde. Sowohl Stabschef Röhm als auch Gruppenführer Ernst, Obergruppenführer Heines, Hayn und eine Reihe anderer haben vor Zeugen erklärt, daß zunächst eine mehrtägige Ausein- anderfehung blutiger Art mit ihren Widersachern stattfinden sollte. Die Frage nach der wirtschaftlichen Seite bei einet

$ WÄVÄ unb auf meine^mmn d>° ^utanta m-m-r P°r^ Entschluß-

?rast"Ält-"ch d°?t um 12 >r' mittags d-n Stnbsck-s l-iner Stellung -nth-b-n, ine Haupt,chul.

b Sgr -Führer verhaften und in einem emdrmg- X ApM di7 W zu ihrer Pflicht zurück- rufeim Laufe des 29. 3uni erhielt ich aber |o be­drohliche Nachrichten über letzte Vorbereitungen ?ur Ättian, daß ich mittags die Besichtigung des Arbeitslagers in Westfalen abbrechen mutzte um mich für alle Falle bereit zu hal- fcn Um 1 Uhr nachts erhielt Ich aus Berlin unb München zwei dringliche Alarmnachrichlen, nämlich

erstens, daß für Berlin um 4 Uhr nachmit- (ag9 Alarm ungeordnet worden fei. daß

Anfangs Juni lud ich als letzten Versuch Stabs­chef Röhm noch einmal zu einer nahezu fünfstün­digen Aussprache, die sich bis Mitternacht hinzog. Jcy teilte ihm mit, daß ich aus zahllosen Gerüchten und aus zahlreichen Versicherungen und Erklärun­gen alter treuer Parteigenossen und SA.-Führer den Eindruck gewonnen hätte, daß von gewissen­losen Elementen eine nationalbolschewi- stische Aktion vorbereitet würde, die über Deutschland nur namenloses Unglück bringen könnte. Ich erklärte ihm weiter, daß mir auch Gerüchte zu Ohren gekommen seien über die Absicht, die Armee in den Kreis dieser Pläne einzu­beziehen. 3n versicherte dem Stabschef Röhm, daß die Behauptung, die SA. solle aufgelöst werden, eine niederträchtige Lüge sei, daß ich mich zur Lüge, ich selbst wolle gegen die SA. vorgehen, überhaupt nicht äußern könnte, daß ich aber jeden Versuch, in Deutschland ein Chaos entstehen zu las­sen, augenblicklich persönlich abwen­den würde und daß jeder, der den Staat angreift, von vornherein mich zu seinen Feinden

Wenn ich noch wenige Tage vorher zur Rach- sicht bereit gewesen war, dann konnte es in dieser Stunde eine solche Rücksicht nicht mehr geben. Weutereien bricht man nach ewig gleichen eisernen Gesetzen. Wenn mir jemand den Vorwurf entgegenhält, weshalb ich nicht die ordentlichen Gerichte zur Aburteilung herangezogen hätte, dann kann ich ihm nur fagen: In dieser Stunde war ich verant­wort lich für das Schicksal der deut­schen Ration und damit des deutschen Volkes oberster Gerichtsherr. Weuternde Di­visionen hat man zu allen Zeiten durch Dezi­mierung wieder zur Ordnung gerufen. Rur ein Staat hat von seinen Kriegsartikeln keinen Ge­brauch gemacht und dieser Staat ist dafür auch zusammengebrochen: Deutschland. Ich wollte nicht das junge Reich dem Schicksal des alten ausliefern. Ich habe den Befehl gegeben, die Hauptschuldigen an diesem Verrat zu erschie­ßen, und ich gab weiter den Befehl, die Ge­schwüre unserer inneren Vrunnenvergiftung und der Vergiftung des Auslandes auszubren­nen bis auf das rohe Fleisch. Hnd ich gab weiter den Befehl, bei jedem versuch des Wi­derstandes der Weuterer gegen ihre Verhaftung diese sofort mit der Waffe niederzumachen. Die Ration muh wissen, daß ihre Existenz und diese wird garantiert durch ihre innere Ord­nung und Sicherheit von niemand unge­straft bedroht wird! Hnd es soll jeder für alle Zukunft wissen, daß, wenn er die Hand zum Schlage gegen den Staat erhebt, der sichere Tod sein Los ist. Hnd jeder Rationalsozialist muß wissen, daß kein Rang und keine Stellung ihn seiner persönlichen Verantwortung und da­mit seiner Strafe entzieht.

Ich habe Tausende unserer früheren Gegner wegen ihrer Korruption verfolgt. Ich wurde nur innere Vorwürfe machen, wenn ich ~r|d)ei» nungen bei uns nun dulden würde. Kem Volk und keine Staatsführung kann etwas dafür, wenn sich Kreaturen, wie wir sie in Deutschland als Kuttsker usw. kannten, wie das französische Volk in einem Staoiski kennen gelernt hat und wie wir sie heute wieder erlebten, auftauchen, um sich an den In­teressen einer Nation zu versündigen. Allem jedes Volk ist selbst schuldig, wenn es nicht die Kraft fin­det, solche Schädlinge zu vernichten.

Wenn mir die Meinung entgegengehalten wird, baß nur ein gerichtli ch e s Verfahren ein genaues Abwägen von Schuld unb Sühne hätte ergeben können, so lege ich gegen biese Auffassung feierlich st Protest ein.

Wer sich gegen Deutschlanb erhebt, t r e i b t ß a n- besoerrat. Wer Lanbesverrat übt, soll nicht be­traft werben nach bem Umfang unb Ausmaß sei­ner Tat, fonbern nach seiner zutage ge­tretenen Gesinnung. Wer sich untersteht, im Innern unter Bruch von Ireueunb (Hau­ben unb heiligen Versprechen eine Meu­terei anzuzetteln, kann nichts anberes erwarten, als baß er selbst bas erste Opfer fein wird. Ich habe nicht bie Absicht die schuldigen Kleinen er­schießen zu lassen und die Großen zu schonen. Ich habe nicht zu untersuchen, ob unb wem von biesen Verschwörern, Hetzern, Destrukteuren unb Brunnen­vergiftern ber beutschen öffentlichen Meinung und im weiteren Sinne ber Weltmeinung ein zu har­tes Los zugefügt würbe, fonbern ich fjabe nur dar­über zu wachen, baß bas Los Deutschlands getragen werben kann. Ein auslänbifcher Journalist, ber bei uns bas Gaftrecht genießt, protestiert im Namen ber Frauen unb Kinder der Erschos­senen und erwartet aus ihren Reihen die Vergel­tung. Ich kann diesem Ehrenmanne nur eins zur Antwort geben: Frauen und Kinder sind stets die unschuldigen Opfer verbrecherischer Handlungen ber Männer gewesen. Auch ich empfinbe mit ihnen Mitleib, allein ich glaube, daß das Leid, bas ihnen zugefügt worben ist burch bie Schulb biefer Männer nur ein winziger Bruchteil ist gegenüber bem Leib, bas viel­leicht zehntausende von deutschen Frauen getroffen hätte, wenn diese Tat gelungen wäre. Ein ausländischer Diplomat erklärt, daß die Zusammenkunft mit Schleicher und Röhm selbstverständlich nur ganz harmloser Na- tur gewesen wäre. Ich habe mich mit niemanden darüber zu unterhalten. Die Auffassung über das, was harmlos ist und was nicht, werden sich auf politischem Gebiet niemals decken. Wenn aber drei Hochverräter in Deutschland m i t einem auswärtigen Staatsmann eine Zusammenkunft vereinbaren und durchführen, die sie selbst alsdienstlich" bezeichnen, unter Fernhaltung des Personals durchführen und mir durch strengsten Befehl verheimlichen, dann lasse ich solche Männer totschie- ß e n, auch wenn es zutreffend fein sollte, daß bei einer vor mir so verborgenen Beratung nur über Witterung, alte Münzen und dergleichen gesprochen worden sein soll.

Die Sühne für die Meuterei.

Die Sühne für biese verbrechen war eine schwere und harte. 19 höhere SA.-Führer, 31 SA.-Führer unb SA.-Angehörige wurden er­schossen, ebenso brei SS.-Führer als mit­beteiligte am Komplott, 13 SA.-Führer unb Zivilpersonen, bie bei ber Verhaftung Wiber- ffanb versuchten, muhten babei ihr Leben lassen. Drei weitere enbeten burch Selbstmorb. Fünf Richt-SA.-Angehörige, aber Parteigenossen, wurden wegen Beteiligung erschossen. Endlich wurden noch erschossen drei S S.-Angehörige, bie sich eine schändliche Wihhandlung gegenüber Schuhhäftlingen zuschulden kommen liehen. Um zu verhindern, bah die politische Leidenschaft und Empörung an weiteren Belasteten z u r Lynchjustiz greifen konnte, wurde, nachdem die Gefahr beseitigt und die Revolte als nieder­gebrochen gelten konnte, noch am Sonntag, den 1. 3uli, der ft r e n g ft e Befehl gegeben, jede weitere Vergeltung zu unter­lassen. Es ist damit seit Sonntag, dem 1. Juli, nachts der normale 3 ustand wieder hergestellt. Line Anzahl von G e w a li­la ten, die mit dieser Aktion in keinem Zu­sammenhang stehen, werden den normalen Gerichten zurAburteilung übergeben.

So schwer diese Opfer auch sein mögen, sie sind dann keine vergeblichen, wenn aus ihnen einmal fürimmerdie Ueberzeugung kommt, daß j e d e r Versuch eines Hoch- oder Landesver­rats ohne Ansehen der Person gebro­chen werden wird. Ich hoffe dabei zuversichtlich, daß, wenn mich das Schicksal zu irgendeiner Stunde von meinem Platze abberufen würde, meinJJl a ch- folger nicht anders handelt und, falls auch dieser den Platz räumen müßte, der dritte hinter uns mit nicht minderer Entschlossenheit bie Sicherheit von Volk und Nation wahrzunehmen bereit ist.

Wenn in den nun hinter uns liegenden zwei Wochen ein Teil der ausländischen Presse anstelle jeder objektiven und gerechten Bencht- erftattunq die Welt mit unwahren und unrichtigen Behauptungen und Meldungen überschwemmte dann kann ich den Einwand nicht gelten lassen, daß andere Nachrichten eben nicht zu erhalten gewesen

wären. Es hätte in den meisten Fällen nur eines kurzen Telefonanrufes an die zuständigen Stellen bedurft, um sofort die Haltlosigkeit der meisten dieser Behauptungen aufzuklären.

Wenn insbesonbere verbreitet würbe, es seien auch Witglieber bes Reichskabi- netts unter ben Opfern ober Verschwörung, so wäre es unschwer gewesen, festzuslellen, bah bas Gegenteil bet Fall war. Die Behauptung, bah Vizekanzler von papen, Winister Selbte ober anbete Herren bes Reichskabinetts mit ben Meuterern eine Der- binbung gehabt hätten, wirb am schärfsten roiberlegt burch bie Tatsache, bah eine, ber ersten Absichten ber Weuterer u. a. ber Worb an biesen männern war.

Ebenso sind frei erfunden alle Nachrichten über eine Beteiligung irgendwelcher deutscher Prinzen oder über deren Verfolgung. Wenn endlich in den letzten Ta­gen ein englisches Blatt zu berichten weiß, daß ich nunmehr einen Nervenzusammenbruch bekommen hätte, so wäre auch durch eine kleine Anfrage die Wahrheit sofort zu erlangen gewesen. Ich kann bie- fen besorgten Berichterstattern nur versichern, daß ich weder im Kriege, noch nach ihm jemals einen solchen Zusammenbruch erlitt, wohl aber habe ich dieses Mal erlitten den schwersten Zusam­menbruch von Treu unb Glauben, die ich in einen Mann setzte, vor ben ich mich einst elbst bis zum Letzten gestellt, ja für den ich mich geradezu aufgeopfert hatte. Ich muß aber an die­ser Stelle auch zugleich gestehen, dah mein Ver­trauen zur Bewegung und insbeson­dere zur SS. nie gewankt hat.

Schluh der Rebe bes Führers auf Selle 1 bes zweiten Blattes.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: I. V.: Dr. Fr. W. Lange, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der An- zeigen: Theodor Kümmel. DA. VI. 34: 10100. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts -Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich m Gießen.