Einzelbild herunterladen

IM. Jahrgang

Eichener Anzeiger

Nr. 13b Erstes Blatt_____ 18H. Jahrgang Donnerstag, 14-Juni MH

MS ä:aLAMAm VikaUa« =*=

Heimat im Bild - Die Scholle «8 Aw H T A W M w «M AGrundpreise mm höhe

Monats-Bezugspreis: W M 7 M X M W WWW W M W ST W für Anzeigen

Mit 4 Beilagen RM. 1.95 lilllf WM W<< W / I I Breite 7 Rpf., Text-

Ohne Illustrierte 1.80 M W^ W W Wk W W W ^W W W tM. W W & W anzeigen von70mm Breite

Zustellgebühr.. -.25 M W' U W W W W W M W M W 60 Rpf.,Platzvorschrift oder

Auch bei Nichterscheinen W schwieriger Satz 25°/o mehr

fn°"°.g7^h7r°^ G- fVr V t*U Grundpreise:

-M- General-Anzeiger für Sbechessen WM grnnifMrt am Main 11686 Druck uit» Verlag: vruhl'sche UnioerfitStsvuch- und Steinbruderei «.Lange in Stehen, schristleitung und Geschäftsstelle: Schuistrahe 7 Mengenabschlüss^SiaffeM

Deutschland streckt die Hand aus.

Polen treibt polnische Politik!" Das war wörtlich und sinngemäß der Inhalt eines Warschauer Zeitungsartikels, der vor einigen Tagen offen­bar unter ausdrücklicher Billigung der Regie- runtz gewisse Presseangriffe aus Moskau und Paris zurückschlug und der damit allen Versuchen, die polnische Politik in einem bestimmten Sinne zu verdächtigen und zu beeinflussen, von vornherein den Boden entzog. Daß eine solche Zurückweisung überhaupt notwendig wurde, ist für den National­sozialisten unbegreiflich. Für uns steht es außer jeder Debatte, daß Polen, nicht eine französische, russische, italienische oder deutsche Politik betreibt, sondern eine ausschließlich polnische. Aber diese Selbstverständlichkeit hat für gewisse Meinungs­fabrikanten in Paris und Moskau offenbar keine Gültigkeit.

Dr. Goebbels hat als erster nationalsozialisti­scher Minister vor der polnischen Oeffentlichkeit über den Ideengehalt der deutschen Freiheitsbewegung gesprochen und mit seinem Dortrag großen Beifall geerntet. Er hat nicht etwa hinter dicht verschlosse­nen Türen mit den polnischen Politikern geheime Pläne geschmiedet. Wäre es denkbar, daß etwa ein französischer Minister vor das polnische Volk hintritt, um die Ideologie der französischen Revolu­tion von 1789 und die Vorzüge der parlamentarisch- liberalistischen Demokratie Pariser Provenienz zu erläutern? Wäre es möglich, daß ein Mitglied der roten Sowjetregieruna in der polnischen Hauptstadt den Klassenkampf und die Vorbreitung der prole­tarischen Weltrevolution predigte? Die Fragen stellen, heißt, sie verneinen. Aber was auf den ersten Blick grotesk erscheinen mag, ist doch nur ein Zeichen für den tiefen Abgrund, der sich zwi­schen dem Europa von gestern und dem Europa von morgen auftut. Die Polen selber werden be­merkt haben, welch ein Unterschied, innerlich und äußerlich, zwischen den Besuchen des 70jährigen B a r t h o u und des 37jährigen deutschen Ministers in Warschau besteht. Dort die geheime Bündnisdiplomatie im Vorkriegs st il, hier der unbändige Wille, die Völker selbst an einer europäischen Zusammen­arbeit teilnehmen zu lassen.

Dr. Goebbels hat seinem Vortrag das Motto vor­angesetzt:Das nationalsozialistische Deutschland als Faktor des europäischen Friedens." Wie ein roter Faden zog sich durch seine Ausführungen der von Adolf Hitler verkündete Grundsatz, daß der Natio­nalsozialismus keine internationale Sendung in aggressivem Sinne zu erfüllen hat, daß nur durch die gegenseitige Achtung vor der Eigenart jedes Volkes eine dauerhafte europäische Zusammenarbeit gewährleistet werde, und daß nur auf diese Weise der Weltfrieden am besten gesichert werden könne. Da der National­sozialismus als typisch deutsche Erscheinung keine geistige Expansionspolitik zu treiben gewillt ist, verfällt er auch nicht in den Denkfehler, die polnischen Geschicke könnten etwa in einem nichtpolnischen Sinne gelenkt werden, und deshalb besteht auch nicht die Gefahr für ihn, daß er sich unangenehme Wahrheiten von den polnischen Jour­nalisten sagen lassen muß.

Als die NSDAP, am 30. Januar 1933 die Macht in Deutschland übernahm, da befürchtete alle Welt, eben aus ihrer Unkenntnis dieser Bewegung her­aus, daß der deutsch-polnische Krieg nur eine Frage der Zeit sei. Heute ist nirgends auf der Welt ein so verständigungsbereites Einvernehmen zwischen zwei Staaten zu finden wie gerade zwischen Deutsch­land und Polen. Dies unerwartete Ergebnis unse­rer Politik ist uns nicht als reife Frucht in den Schoß gefallen. Es hat harte Anstrengungen ge­kostet, um die auf beiden Seiten vorhandenen Vor­urteile und Mißverständnisse aus dem Wege-zu räumen, und das deutsch-polnische Verhältnis wird auch in Zukunft ein Problem bleiben, das den kämp­ferischen Einsatz führender Männer von beiden Sei­ten verlangt. Wenn wir noch einmal kurz die Etappen des Weges streifen, der endlich zu den gestrigen Vorgängen in Warschau führen konnte, so nur, um die entscheidende Bedeutung des jetzt Erreichten um so mehr hervortreten zu lassen.

Am 15. November 1933 fand in Berlin zwischen dem Führer und dem polnischen Gesandten eine Aussprache statt, bei der als übereinstimmende Ab­sicht der beiden Regierungen festgestellt rmirde die beide Länder berührenden Fragen auf dem Wege unmittelbarer Verhandlungen in Angriff zu nehmen und ferner zur Festigung des Friedens in Europa auf jede Anwendung von Gewalt zu verzichten. Es folgten dann rege Ver­handlungen zwischen Warschau und Berlin, die chließlich im Januar zu der alsdeutsch-polnischer Verstandigungspakt" bekannten s ch r l f t t J e n Vereinbarung über die künftige Gestaltung der beiderseitigen Beziehungen führten. Um die Auswirkungen dieser Vereinbarung zu fordern, wurde dann Ende Februar das Abkommen: getras- sen. das eine eng- deutsch-polmsche Z u, a m m - n- orbeit in allen Fragen offen ll ch - r Meinungr-bildung gewährleisten sollte um so das gegenseitige Verständnis immer mehr zu wecken und eine 'freundschaftliche Atmosphare von Dauer zu sichern. Nur wenige Tage fpater wurde das deutsch-polnische Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, durch das der seit 1925 andauernde deftige Zollkrieg beendet wurde, um nunmehr einer fruchtbaren* wirtschaftlichen Zusammenarbeit dre Wege zu ebnen. Mitte Mai hatten die vorher schon in Warschau aufgenommenen Besprechungen zwi­schen Vertretern der polnischen la n D ro i r t schaftlichen Organisationen und des deutschen

Reichsnährstandes in Berlin ihren Abschluß gefun­den. Diese landwirtschaftlichen Besprechungen er­gaben eine weitgehende Uebereinstimmung der An­sicht, daß Europa nur auf der Basis der unmittel­baren Verständigung der Vertreter des Bauern­tums gesunden könne.

Dr. Goebbels hat in Warschau die Frage gestellt, ob nicht die übrige Welt jeden Versuch begrü­ßen müsse, der mit diesen neuartigen Methoden an die Lösung der großen Zeitprobleme heran- gehe. In der Tat scheint es so, als ob sich auch m anderen Ländern allmählich die Ueberzeugung Bahn bricht, daß nur durch gegenseitiges Kennenlernen und durch den Austausch ihrer geistigen und kulturellen Güter die Völker Kriegs- und Haßgedanken endgültig aus ihrer po­litischen Vorstellungsw-lt verbannen können. Das deutsch-französische Austauschkonzert im Radio, das dem deutschen Volk französische Komponisten und Künstler nahebrachte, scheint uns in dieser Hinsicht ein guter Anfang gewesen zu sein. Mögen die

Politiker folgen und in die offene Hand einschlagen, die Dr. Goebbels in Warschau noch einmal unseren ehemaligen Feinden entgegenge­streckt hat.

General Weygand fährt nach London.

Fühlungnahme mit dem englischen Generalstab.

London, 14. Juni. (DNB.-Funkspruch.)Mor- ning Post" spricht von einem bevorstehenden B e - such des französischen G.e n e r a l st a b s- chefs, Gen eral Weygand, in England. Daily Herold" will wissen, daß der General am kommenden Montag in London eintreffen werde. Es heiße, der Besuch sei ganz inoffiziell, aber er

Heute treffen sich Hitler und Mussolini in Venedig.

Deutsch-italienische Aussprache über das Problem der Befriedung Europas.

Berlin, 14. 3uni. (DRV.) Nachdem es feil langem der Wunsch des italienischen Regie­rungschefs und des deutschen Reichs­kanzlers war, sich persönlich kennenzulernen und über die allgemeine politische Lage zu unter- halten, werden sich die beiden Staatsmänner heute, am 14. Juni, in Venedig treffen.

*

lieber die Zusammenkunft schreibt Alfred R o - senberg imVölkischen Beobachter" u. a.:

Heute, Donnerstag, trifft der Führer und Reichs­kanzler auf italienischem Boden ein. Damit ist eine Begegnung zustande gekommen, die auf jeden Fall von geschichtlicher Bedeutung ist. Es treffen sich zwei Männer, welche die Achse des Weltgesche­hens herumgedreht haben und ein Europa, das dank demokratischer Unfähigkeit und marxisti­schen Zerstörungswahns dem Abgrund entgegenraste, vor der Zertrümmerung retteten.

Faschismus und Nationalsozialismus, in der Rich­tung gegen das 19. Jahrhundert gleichgerichtet, ha­ben ihre eigenen, aus der Seele der italienischen und der deutschen Nation entsprungenen Impulse. Sie werden geformt und gefärbt von den verschie­denartigen Traditionen der beiden Völker, und der Ausbau beider Gedankenrichtungen in der jedem Volke entsprechende Weise ist die große Aufgabe einer neuen Gestaltung Europas durch Neugeburt einzelner Nationen.

Darüber hinaus aber stehen beide großen Führer vor der Aufgabe, Gesamteuropa mitzube­wahren vor der kommunistischen Zer­setzungsarbeit und alle jene mit zum Kampf aufzufordern, die guten Willens find, dieser Zer­setzung nicht Vorschub zu leisten. Die kommunistsiche Internationale hat gerade in den letzten Wochen geheime Anweisungen an ihre Zentren in Europa erlassen, ihre Politik überall dahin einzurichten, zwischen Faschismus und Nationalsozialismus Kluften aufzreißen und das Ziel zu ver­folgen, Italien und Deutschland zu verfeinden und auseinander zu reißen. Nebenher find natürlich auch andere Kräfte am Werke, die Rich­tung eines neugeborenen, befriedeten Europas zu ändern, der imperialistischen Denkungs­art der Welt vor 1914 wieder zum Siege zu verhelfen und mit künstlichen Bündnissen einzelne Nationen durch finanziellen und sonstigen Druck zu zwingen, sich gegen das neuerwachte Deutschland einzustellen.

Alle diese Fragen werden in den Gesprächen zwi­schen den beiden großen Staatsmännern wohl be­handelt werden und Wege werden gesucht, um aus dem höchsten Verantwortungsbewußtsein für das Lebensnotwendige der eigenen Nation und für die Lebensnotwendigkeiten des ganzen Europas heraus sich über das Erforderliche zu einigen, lieber die Reife des Führers find die ungewöhnlichsten Kombinationen bereits in .der deutschfeind­lichen Hetzpresse erschienen, in einer Presse, die ihre sogenannte Freiheit nicht dazu benutzt, um die Fragen Eruopas einer friedlichen Lösung entgegen­zuführen, sondern nur, um ihren Geldaebern zu neuen Geschäften zu verhelfen und das Verhältnis zwischen den Nationen zu vergiften. All diese Ver­dächtigungen einer wuterfüllten, sterbenden Welt werden an den beiden schon geschichtlichen Persön­lichkeiten Hitlers und Mussolinis a b g I e i t e n. Vielmehr richten sich die Blicke aller gutmeinenden europäischen Völker und ihrer verständigungsberei­ten Führer voll Hoffnung auf die Unterredung zwischen dem Führer des Faschismus und dem Führer des Nationalsozialismus. Das erwachte Deutschland aber grüßt feinen Führer und Dolkskanzler besonders auch in die­se n T a g e n und steht einmütig wieimmer und entschlossener denn je zu jedem seiner Entschlüsse und weiß, daß niemals Deutschlands Schicksal in besseren Händen ruhte, als in den Hän­den Adolf Hitlers.

Der Klug nach Venedig.

Der Reichsautzenminister in Begleitung des Führers.

München, 14. Iuni. (DNB.-Funkspruch.) Um 8.20 Uhr erfolgte heute bei strahlendem Wetter auf dem Flugplatz München-Oberwiesenfeld der Abflug des Reichskanzlers und feiner Begleitung nach Venedig zur Zusammenkunft mit dem italienischen

Ministerpräsidenten Mussolini. In Begleitung des Reichskanzlers befinden sich u. a. Reichs- aufeenminiffeT Freiherr von Neurath, Reichspressechef Dr. Dietrich, Adjutant Brück­ner, Oberführer Schaub, ferner als Vertreter des deutschen Auswärtigen Amtes Ministerialrat Thomson, der gleichzeitig als Dolmetscher fun-

Das Schloß, das jetzt unter dem NamenV i l l a Stra" durch die Begegnung zwischen dem Führer und Mussolini mit einem Schlag in das helle Licht der Geschichte gerückt wird, lag bisher ziemlich ver­gessen und vereinsamt abseits der großen Straße, die von den Touristen besucht wird. Im Lexikon findet man nichts darüber, und Baedeker erwähnt die Idylle mit keinem Worte.

Villa Stra wurde von dem Neffen eines venetia- nischen Dogen erbaut, der als Diplomat am Hofe Ludwigs XIV. beschäftigt war. Als er wieder in seine Heimat zurückkehrte, unterlag auch er der Mode der Zeit, das Versailler Vorbild nach- zuahmen. So entstand im Tale der Brenta dieses Wunderschlößchen nach französischem Muster, mit Wasserwerken, herrlichen Blumenterrassen, die in allen Farben leuchten, sehr schönen kleinen Kiosken, Pavillons, die im Park verstreut sind, und mit Tor­bögen, deren schöne Gliederung auffällt. Von den Jnnenräurnen ist besonders der große Mittelsaal zu erwähnen, dessen berühmte Decke, ein Meisterwerk von Tiepolo, in den Kunstgeschichten gerühmt wird.

Heute wird das Schloß von einigen Karabinieris und einem Kustos bewacht, einem bärbeißigen Hüter der sich streng an seine Bestimmung hält und das Schloß nicht vor 15 Uhr zur Besichtigung freigibt; so wer­den die wenigen Fremden, die sich etwa um den Bau kümmern wollen, bisweilen vom Besuch ab­geschreckt. Freilich, es ist heute im Innern der Villa Stra längst nicht mehr soviel zu sehen wie vor

Mailand, 14. Juni (DNB.-Funkspruch.) Alle italienischen Zeitungen bringen am Donnerstag­morgen auf der Titelseite in großen Lettern die Nachricht von dem Zusammentreffen der beiden Staatsmänner mit Bildern des Führers, Musso­linis und der Villa Pisani in Stra in der die erste Unterredung des Führers mit Musso­lini erfolgt. Uebereinftimmenb widmen alle Blätter dem Kanzler außerorbentlichherz- licheundwarmeWortederBegrüßung.

Popolo d'Jtalia" schreibt: Hitler ist der Mann, der Deutschland aus der Periode der poli- tiscken Schwäche befreit hat und es jetzt zu einem besseren Schicksal führt. Mussolini und Hiller füh­ren zwei stolze Völker alter und fester Tradition mit glorreicher Vergangenheit, die dem Ereignis vol­ler Hoffnung und voll Vertrauen ent­gegenschauen. Das italienische Volk, heißt es wei­ter, grüße in Venedig den erlauchten Gast, den Führer des großen Deutschland. Es erneuere den Aufbruch jener Sympathie, die sich zwischen den Schwarzhemden und Braunhemden an dem Tage schon herausgebildet habe, an dem diese ihren Kampf um die Erneuerung des Reiches begonnen hätten.

Gazetta bei Popolo" spricht von der weltweiten Resonanz, die die Nachricht von der Zusammenkunft hervorgerufen habe, han­dele es sich doch um das Treffen der beiden Per­sönlichkeiten, auf die die Aufmerksamkeit Europas und der übrigen Kontinente am meisten gerichtet sei. Man erwarte von den Besprechungen eine Er­leuchtung, die eine Neuorientierung ermög­liche. Hitler finde in Italien einen freundschaftlichen und warmen Empfang, der sich herleite aus den Gefühlen, die das italienische Volk für das deutsche beseele und aus der Bewunderung für das von Hitler begonnene Werk der Wiedergeburt feines Landes.

giert, und Legationsrat von kotze. Zur Verab­schiedung hatten sich auf dem Flugplatz Oberwiesen­feld eingefunden: Ministerpräsident Siebert, Staatsminister Esser und der Präsident der Reichspressekammer Amann. Der Flug nach Venedig erfolgte in zwei von den Flugkapitüven Bauet und Schnäbele geführten Flugzeugen.

einigen Jahrhunderten, da von der ursprünglichen Ausstattung viel fortgenommen und an andere Stellen gebracht wurde.

Stra schien aus seiner Vergessenheit noch einmal aufzuwachen, als Eugen Beauharnais, der Vizekönig von Italien, Stiefsohn des ersten Napo­leon, in der Villa feine Residenz nahm. Er war mit einer bayerischen Prinzessin verheiratet, die sich ihre Gemächer recht einfach und bürgerlich einrich­ten ließ. Diese Zimmer wurden bann roieber von Victor Emanuel I. bewohnt, ber in einer morganatischen Ehe mit einer italienischen Gräfin lebte. Auch späterhin hat bas Schloß noch biswei­len berühmte Gäste beherbergt, und in bem Hecken­labyrinth seines Parks haben Gabriele b'An nun- zio unb Eleonore Düse geweilt.

Enblich ist auch biefe Jbylle vom Weltkrieg nicht unberührt geblieben. Bekanntlich waren bie verbün- beten Truppen so weit nach Oberitalien oorgebrun» gen, baß Venebig bereits im Bereich ber schweren Geschütze lag. Damals würbe ein großes Front­lazarett in ber Nähe von Stra errichtet unb in der Villa selbst wohnten ber österreichische Generalstab und viele kranke Offiziere. Ihnen ist es zu banken, baß bie ziemlich verwahrlosten Anlagen wieber instanb gesetzt würben. Abermals versank bann Villa Stra in einen Dornröschenschlaf, bis die historische Stätte burch bie Zusammenkunft ber beiben Führer roieber von aller Welt genannt wirb.

DieStump a" schreibt, baß Italien in bem helbenhaften Kampf bes Führers um bie Befreiung aus ben Ketten ber Internationale geistig als erstes Laub an seine Seite getreten sei. Diese Priori- t ä t ber moralischen Anerkennung lege ihm bas Recht unb bie Pflicht auf, Deutschland offen in die Augen zu sehen unb alle Fragen mit ber größten Ehrlichkeit unb bem größten Freimut zu behanbeln. Die Beziehungen zwischen Italien unb Deutschlanb seien nicht e i n f a £. Im Gegenteil. Aus ibeologischem Gebiet, auf bem in ber Kampf­zeit immer weitgehenbe Uebereinstimmung fesizu- stellen gewesen sei, seien später Polemiken entfacht worben, oftmals sinnlos, immer aber bebauerlich. Auch auf politischem Gebiet seien nach ber Macht­ergreifung bes Nationalsozialismus oftmals große Reibungen entstanden. Es tue not, bas F e l^) von zwecklosen Reibungen zu berei­nigen, auch wenn sie nur von' Unterführern aus­gingen. Vor allem aber tue es not, bie Stellung Deutschlanbs gegenüber manchen wichtigen Fragen zu klären, benen gegenüber Italien weitgehende Verantwortungen übernommen habe. Die geschicht­liche Ausgabe Deutschlands im Herzen Europas sei eine nicht wegzudenkende Aufgabe, die sich i n Würde unb Freiheit entwickeln müsse. Das sei vom Duce wieberholt zum Ausbrnck ge­bracht worben. Italien bestehe entschieben barauf, daß Deutschlanb alle bie Rechte zu­kämen, bie a n b e r e n Staaten zugesichert seien. Mussolini unb Hitler seien Männer, bie mit allen Vollmachten ausgerüstet seien. Für sie be­stäuben keine parlamentarischen Unsicherheiten unb Ministerkrisen. Die Völker suhlten, baß es sich in Venebig nicht um eines ber gewöhnlichen Minister­treffen hanbele. Nein, zwei große Führer ber Kriegsgeneration kämen zusam­men, bie in ber augenblicklichen Verwirrung b i e Wege bes Friebens zeigen könnten.

Ser Schauplatz der Zusammenkunft.

Villa Pisani in Stra.

Italien in Erwartung des Führers.

Herzliche Begrüßungsworte der italienischen preffe.

sei beunruhigenb angesichts hartnäckiger Pariser unb Lonboner Gerüchte, wonach private Bespre­chungen zwischen bem französischen unb bem briii- schen Generalstab im Gange seien, bie auf Aus­arbeitung von Plänen für eine mili­tärische Zusammenarbeit im Falle ei ne s europäischen Krieges abzielen. Der Mitarbeiter erinnert baran, baß auch vor 1914 versichert worben sei, es bestehe kein Bünbnis- vertrag. Später habe bann bie Oeffentlichkeit Kenntnis erhalten von ber jahrelangen engen Zu­sammenarbeit ber beiben Generalstäbe vor Kriegs­anfang. Eine eingehenbe unb unzweideutige Er­klärung des Ministerpräsidenten Macdonalb fei erforderlich. In ber nächsten Woche werbe bis Regierung wegen biefer Sache im Unterhaus ge­fragt werben.