Einzelbild herunterladen

soll aus Formosa stammen und keine ord­nungsmäßigen Papiere haben. Sein Kapi­tän, Gomi, und die 24 Seeleute werden beschuldigt, das Einwanderungs- und Quaran- tänegesetz verletzt zu haben. In letzter Zeit, so sagtTimes", seien viele Berichte über ein ge- beimnisvolles Auftreten japanischer Sampans (Flußboote) an den Küsten von Queensland und Nordaustralien eingelaufen. Jetzt fei es zum ersten Mal möglich, den Gründen für die Anwesenheit der japanischen Schiffe in australischen Gewässern nachzugehen. Man glaubt, daß die Sampans mit starken Maschinen ausgerüstet sind, so daß sie große Geschwindigkeiten entwickeln können.

Oer Angestellte in der deutschen Wirtschaft.

Eine Berufsschau.

DNB. Berlin, 12.Okt. Die von den Reichs­berufsgruppen der Angestellten in der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete große BerufsschauDer Angestellte in der deutschen Wirtschaft", die die gesamten Räumlichkeiten der Neuen Welt" beansprucht, wurde feierlich eröffnet. Staatssekretär Krohn überbrachte die Grüße und Wünsche der Reichsreaierung, insbesondere des Neichsarbeitsministers Seldte. Der Führer der DAF., Dr. Ley, führte dann u. a. aus: Diese Schau und die Berufsausbildung sind dazu aus- ersehen, drei neue Begriffe in das Volk hinein­zutragen: Einmal müssen wir das Ethos der Arbeit wieder aufrichten. Hierzu ist notwendig, daß wir den Begriff der Arbeit klar formen und den Typ des Arbeiters schaffen, als den Typ des diszipliniertesten Menschen. Das zweite muh sein: das Studium der Arbeit. Wir müssen rein wissenschaftlich jeden Griff, jede Hebel- wirkung studieren, wie man mit der gering» st en Kraft die großmöglich st e Leistung erzielt. Eine Universität der Arbeit müssen wir ein­mal bekommen. Das dritte wird sein, eine Aus­lese in den Berufen zu treffen. Wir dürfen die Berufswahl nicht der Willkür, auch nicht der Zweckmäßigkeit, vor allem nicht der Profitsucht überlassen, sondern wir müssen die Menschen für den Beruf auslesen. Den ungelernten Ar­beiter darf es in Deutschland nicht mehr geben. Wir dürfen aber auch nicht die Wissen­schaft brach liegen lassen, sondern müssen sie fördern, wo wir können. Sie muß ausgerichtet werden auf die praktische Notwendigkeit und auf die Hebung des Volkes an sich. Zu der allgemeinen Hebung des Berufes kommt die persönliche Hebung des einzelnen Menschen. Die Menschen sollten nicht mehr nach Arbeitgebern, Angestellten und Arbeitern unterschieden werden, sondern nur nach dem Begriff Lehrling, Geselle und Meister. Meister sind alle Menschen, die ihre Arbeit meistern.

Staatsrat Gauleiter Forster als Führer der 'deutschen Angestellten führte dann u. a. aus: Wir «wollen dafür sorgen, daß alle Angestellten in ge- imeinsamer Arbeit ihre Leistungen zum Nutz nnd sFrommen der deutschen Wirtschaft steigern. Es darf wicht mehr sein, daß die Angestellten gegeneinander «ausgespielt werden, sondern sie muffen ein starker Träger im Staate Adolf Hitlers nverden. Die Tätigkeit der über vier Millionen Angestellten ist von eminenter Bedeutung für das Wirtschaftsleben im nationalsozialistischen Staat. Möge diese Berufsschau recht vielen deutschen Volks­genossen die vielseitige Tätigkeit des deutschen Angestellten vor Augen führen.

Firmengutscheine für das Winterhilfswerk.

Berlin, 13. Okt. (DNB.) Der Reichsbeauftragte nür das Winterhilfswerk gibt bekannt: Im vorigen Winterhilfswerk wurden Lebensmittelgutscheine von Firmen vielfach zu Reklamezwecken mih- ^raucht. Das Winterhilfswerk des deutschen Volkes darf aber Reklamezwecken nicht dienen. Die Reichsführung des WHW. untersagt daher »i e Ausgabe von Gutscheinen mit Qirmenretlame im Rühmen des Winterhilfs- werkes 1934/35. Waren- und Geldspenden, loie im vorigen Winterhilfswerk auf Gutscheine der ^penderfirmen an die Bedürftigen verabfolgt wur­den, sind im Winterhilfswerk 1934/35 d e n z u - kündigen WHW. - Dien st stellen direkt luzuleiten. Aus demselben Grunde werden Frei- !- f s e n in Warenhäusern, Einheitspreisgeschäften and ähnlichen Betrieben von der Reichsführung des WHW. untersagt. Die den Freiesten entspre- chenden Geld- und Warenspenden werden eben» ialls den zuständigen WHW.-Dienststellen direkt berroiefen. Diese Maßnahmen haben sich als not­wendig herausgestellt, um den ehrenwerten Handel nor Außenseitern zu schützen, die das WHW. mit Befchäftsmacherei zu verbinden versucht haben.

Die Mithilfe der Technischen 7iolhi!fe beim Winterhilfswerk.

Berlin, 12. Okt. (DNB.) Die Reichsführung der technischen Nothilfe hat eine Anweisung erlassen, iw der es u. a. heißt: Es gilt als eine Ehrenpflicht für jeden Angehörigen der Technischen Nothilfe, das Ninterhilfswerk in jeder nur möglichen Weife und Mit feinen ganzen Kräften zu unterstützen. In erster liinie kommt die Mitwirkung der Dienststellen nach t efer Anweisung in Frage: 1. durch Stellung von tothelfern zur' Durchführung der Sammlungen, Verwaltung und Verteilung der Spenden, sowie f nft anfallender Arbeiten. 2. durch Zurverfügung- si^llunq von Geräten, Materialien, Räumen. 3. durch Bereitstellung von Transportmitteln zur Beförbe- ring von Lebensmitteln, Brennstoffen, Kleidern vxd. 4. durch Gestellung von Fachtrupps zur Her- rchtung von Aufbewahrungsräumen für Spenden ktnd bergt 5. durch Mitwirkung bei der Propa- cnnda des Winterhilfswerkes und den der Förde- vmg des Winterhilfwerkes dienenden Sonderveran- fnltungen.

Winterhilfswerk und Rotes Kreuz.

Berlin, 12.Okt. (DNB.) Der Stellvertretende lsiäsident des Deutschen Roten Kreuzes, Ober» giuppenfuhrer Dr. H o che if e n, hat für die Betvi- li,ung des Roten Kreuzes am Winterhilfswerk 11 sämtliche RotkreuzvereinigungHN eine Anordnung eiigehen lassen, in der es heißt:

Die Nachgeordneten Vereinigungen, Männer- und F auenvereine, Sanitätskolonnen und Schwestern- idiaften, werden in der gleichen Weise wie im vori- jm Jahre an den örtlichen Arbeitsge- n»e i n f ch a f t e n des Winterhilfswerks mitzuwir- en und ihre Kräfte und Einvichtungen bereitzu- Mfen haben. In den Gauen werden die Landes- itB) Provinzialleitungen des Deutschen Roten Kreu- ebenfalls mit den Gauleitern des Winterhilfs- oirks eng zusammenzuarbeiten haben, um sicherzu- tclen, daß das Deutsche Rote Kreuz überall in dem

Don Rousseau zu Hitler.

Schulungsabend der Beamten.

Gesamtplan des Winterhilfswerks die ihm zukom- menden Aufgaben erfüllt.

Oie Neuordnung in der evangelischen Kirche Bayerns.

München, 12. Okt. (DNB.) Durch eine Verord­nung die auf Grund, des Artikels 6 der Verfassung der Deutschen Evangelischen Kirche erlassen wurde, ist d e r L a n d e s b i s ch o f Dr. Meisermitfo- fortiger Wirkung aus feinem Amt ab- berufen worden. Veranlassung hierzu bot die dauernde Weigerung, rechtmäßig ergangene Gesetze der Deutschen Evangelischen Kirche durchzuführen. Für die Ausübung der Amtsbefugnisse eines San- desbischofs der evangelisch-lutherischen Landeskirche in Bayern rechts des Rheins werden vorläufig zwei geistliche Kommissare bestellt, der eine in Nürnberg für Franken, der andere i n München für Altbayern.

Oer Reichserziehungsminister besuch die reichsdeutsche Schule in Budapest.

B u d a p e st, 10. Okt. (DNB.) Reichserziehungs- Minister Rust besichtigte eingehend die Budapester reichsdeutsche Schule und das Museum der Bilden­den Künste. Zu Ehren des Reichsministers ver- anstaltete der Rektor der Budapester Universität ein Festessen, an dem außer dem Unterrichts- Minister die Spitzen der akademischen Behörden, Vertreter der Wissenschaft, Kunst und Literatur und der Presse in großer Zahl teilnahmen. Der Reichs- verweser hat auch die beiden den Reichsminister begleitenden Beamten mit Orden ausgezeichnet.

Oer Havard-Club Berlin für Hanfstaengl.

Berlin, 12. Okt. (DNB.) Der Harvard-Club von Berlin hat in einer Vollsitzung den Entschluß gefaßt, in der Angelegenheit der Ablehnung des H a n f st a e ngl - S t i p e ndi u m s für Har- oarb ein Schreiben an den Unversitätspräsidenten Conant abzufenden, in dem gegen die brüske Ab­lehnung des Hanfstaengl-Stipendiums durch den Senat der Universität Einspruch erhoben wird. Der Harvard-Club von Berlin heißt in die- fern Schreiben Dr. Hanfstaengls Stellungnahme gut und spricht die Hoffnung aus, daß ber Senat von Harvard seine Entscheidung noch über­prüfen wirb. Gerade ein Studienjahr in Mün­chen, wie es das Hanfstaengl-Stipendium vorsieht, würde amerikanische Studenten instandsetzem s i ch über den wahren Geist n dshrensl BFSKPZenia über den wahr en Geist an den deut­schen Universitäten zu informieren und darüber urteilen zu können, ob der Angriff des Präsidenten Conant auf die Kulturpolitik des Drit­ten Reiches den Tatsachen entspricht, ober ob diese Anklage der Ausfluß einseitiger Infor­mationen ist.

Kleine politische Nachrichten.

' Das österreichische Unterrichtsmini- ft e r i u m hat angeordnet, daß allen Mittel­schülern und Hochschülern,die an den Aufstandsbewegungen im Juli des Jahres mittelbar oder unmittelbar beteiligt waren, bas weitere Stu­dium, die Ablegung der Reifeprüfung, die Ablegung von Hochschulprüfungen und die Erwerbung von akademischen Graden untersagt wird. Wenn in­zwischen solche Personen akademische Grade erwor­ben haben, sind sie Urnen wieder abzuerkennen.

«

Generalleutnant Nuyten ist von seinem Amt als Chef des General st abes der belgi­schen Armee entbunden worden. Damit ist der Streit zwischen dem Kriegsminister D e v L z e und Generalleutnant Nuyten über die beste Art der Landesverteidigung entschieden worden. Während der Kriegsminister die starre Verteidigung unter Ausnutzung eines noch zu erbauenden Systems von Befestigungen unbedingt an die Grenze gelegt wissen will, vertritt der Generalstabschef Nuyten die Theorie der e l a st i s ch e n Landesver­teidigung, die von seinen Gegnern als Rückzugs­strategie gestempelt wirb.

Eine eingehende ärztliche Untersuchung König Fuads von Aegypten durch Professor von D e r g m a n n , hat die Feststellung ergeben, daß alle inneren Organe normal arbeiten und daß keine akute Gefahr für den König besteht. Trotzdem wird Professor von Bergmann in ber Nähe des Königs bleiben.

Kunst und Wissenschaft.

Erbprinz Reuß legt die Leitung derDeutschen Musikbühne" nieder.

Heinrich, XIV., Erbprinz Reuß, hat die künstlerische Leitung derDeutschen Musikbühne" e. V. niedergelegt, um sich in stärkerem Maße seinen heimischen Aufgaben widmen zu können. Amtsleiter Dr. Walter Stang hat als Leiter der NS.-Kulturgemeinde dem Erbprinzen feinen Dank für die vorbildliche Organisation der Musikbühne und die geleisteten Aufbauarbeiten ausgesprochen. Die Deutsche Musikbühne, die ihre Aufgabe nun­mehr im Rahmen der NS.-Kulturgemeinde erfül­len wird, tritt am 18. Oktober von Berlin aus, wo sie 60 Vorstellungen im Theater am Rottendorf- platz veranstaltete, ihre Gastspielreise in das Reich an.

Uebergabe des Filmpreises der Reichsregierung an die Ufa.

3m Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda fand die Uebergabe des Film- Preises der Reichsregierung statt, der der Ufa für ihren FilmFlüchtl i n g e* von dem oom Reichsminifter für Dolksaufklärung und Pro­paganda eingesetzten Preisgericht zuerkannt worden war. Der Filmpreis ist ein Kunstwerk der deutschen Goldschmiebekunft, bas von Goldschmiedemeister Prof. Karl Borromaeus Berthold in fünfmona­tiger Arbeit geschaffen worden ist. Reichsminister Dr. Goebbels empfing den Vorstand der Ufa und die bei der Herstellung des Films hauptbeteiligten Künstler und erklärte, die Reichsregierung werde alle Bestrebungen fördern, die darauf gerichtet sind, künstlerisch wertvolle deutsche Filme herzustellen, die dem Kulturwillen des nationalsozialistischen Deutsch­lands Rechnung tragen.

Enthüllung des Firdufi-Denkmals in Gegenwart des Schahs von Persien.

Beim Abschluß der im Rahmen der Jahrtaufenb- feier für den großen persischen Dichter F i r b u f i abgehaltenen Tagung der Orientalisten aus aller Welt in Teheran gedachte der persische Kultus­minister dankbar der Mitarbeit der europäischen Wissenschaft an bet Auslegung bes Gebankengutes des Dichters. Er erwähnte bei dieser Gelegenheit besonders den deutschen Gelehrten N ö l d e k e. Nach dreitägiger Fahrt traten die Tagungsteilnch-

Am gestrigen Freitagabend vereinigte eine große Schulungsveranstaltung des Reichsbundes deutscher Beamten (Amt für Beamte, Kreis Gießen) die Be­amten der städtischen und staatlichen Behörden in Gießen im Saale des Casö Leib. Abteilungsleiter Pg. Eifert (Gießen) eröffnete den Abend und hieß die Teilnehmer willkommen.

Kreisschulungsleiter pg. Ullrich hielt sodann einen großen, klar aufgebauten Vor­trag, über bas ThemaV o n Rousseau zu Hit­ler". Er leitete seine Ausführungen zunächst mit einigen grundsätzlichen Gedanken über die Bedeu­tung der «Schulung ein. Schulung soll nicht Schule, sondern Zusammenkunft als Lernende und Leh­rende fein. Hier könne der Beamte Freund unter Freunden fein. Nationalsozialismus heiße Dolksae- meinschaft, die aus der Kameradschaft erwachsen müsse. Volksgemeinschaft fei keine Utopie.

Die Partei fei Trägerin bes Staates geworden. Politische Leiter seien nicht Funktionäre wie bei einer privaten Partei, sondern vereidigte Träger eines politischen Amtes. Die politischen Leiter erwarteten keinen Dank, fonbern lediglich Anerkennung von feiten derer, deren Belange sie vertreten.

Deutschland habe in den letzten beiden Jahren eine grundsätzliche Umwandlung erfahren. Die Zeil einer dem deutschen Wesen nicht entspre­chenden Sfaalsform sei vorbei. Die Umwand­lung sei aber noch nicht vollständig vollzogen, denn es bedürfe noch der geistigen und charak­terlichen Umstellung aller deutschen Menschen. Der Beamte habe sich rückhaltlos für den Staat einzusehen, zu wirken für das, was Adolf Hil­ler schuf und schaffen werde.

Nichts fei der zersetzenden Kritik mehr ausgesetzt, als die politische Gestaltung unseres Gemeinschafts­lebens. Die Kritik sei meistens von den Kreisen der Intellektuellen ausgegangen. Das Dritte Reich werde die Intelligenz nicht entbehren können, der Charakter stehe aber im Vordergrund.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner eingehend mit den geistigen Grund­lagen der demokratischen und liberalistischen Welt­anschauung, wie sie von Rousseau ihren Ausgang genommen habe. Nach Rousseau würden alle Men­schen von Natur aus als frei und gleich angesehen. Jeder erscheine nur seinem Willen unterworfen. Im Willen der Mehrheit sei, so werde von den Anhängern dieser Weltanschauung behauptet, auch der Wille der Minderheit enthalten,die sich nur irre". Das müsse als ein großer Trugschluß erachtet werden. Die Demokratie sei vielmehr nur ein for­males Prinzip, dieSouveränität bes Volkes" fei nur die Herrschaft ber stärkeren Parteien über die schwächere. Die Formalbemokratie habe sich burch das Parlament ihre Repräsentation geschaffen, in­dem ber Wille des einzelnen, bes Führers, burch die verschwommene Verantwortlichkeit bes Mehr­heitsbeschlusses ersetzt worden sei.

Der Liberalismus gehe von ber Meinung aus, daß bas Jnbividuum das Bestimmende sei, das feine Umwelt nach feinem Willen gestalte. Der Staat werde in dieser geistigen Haltung nur als ein notwendiges Uebel bezeichnet.

Der Liberalismus kenne bett Begriff der Volks­gemeinschaft nicht. Aus diesem Grunde sei er stets die Wurzel mancher Zügellosigkeit gewesen.

Es habe ein Zeit gegeben, in ber man in Deutsch- lanb viel von Liberalismus, Marxismus, von Marx, Bebel, Liebknecht ufw. gesprochen habe, von Rous­seau selbst, bem Begründer btefer Gedankenwelt, habe man aber nur roenia gewußt. Der beutsche Geistesheros Nietzsche sei Der große Gegenspieler bes Franzosen gewesen, den Nietzsche als einen Schwärmer und Gesinnungslumpen" bezeichnete. Nietzsche habe Rousseau gehaßt aus ber Sauber­keit seines Gefühls heraus.

Als man den Grundsatzber Mensch ist frei" auf den Schild erhoben habe, fei man von ber Voraussetzung ausgegangen, daß ber Mensch gut sei. Das habe sich sehr balb als eine grobe Täuschung erwiesen. Jnbivibualität sei nie iben- tisch mit dem Willen zur Gerneinschaftsbildung. Gemeinschaft fordere Unterordnung.

Die Geschichte kenne über den Begriff von Staat und Herrschaft zwei große Beispiele: vor der Revolution habe in Frankreich ein Regent gesagt,der Staat bin ich". Die Wut des Vol­kes habe ihn hinweggefegt. Ihm stand im Geiste

mer bann in ber im Nordosten bes Landes gelege­nen Stabt Meched ein. In Tus be Mecheb, bem Ge- burts« und Sterbeort bes Dichters, fand die feier­liche Einweihung eines Denkmals für den Dichter statt, das die Form eines altpersifchen Grabmals hat. Die Feier ging in Anwesenheit bes Schahs von Persien vor sich. Zahlreiche Vertreter der Armee und des Parlaments sowie Abordnun­gen der Nachbarvölker ber Afghanen unb Tadschiken waren erschienen.

Von den deutschen Teilnehmern an ber Tagung der Gelehrten ist Professor S a r r e in Teheran zurückgeblieben. Dr. Lenz wird nach Afghanistan Weiterreisen, während Kühnel unb Beck bie Rückreise nach Deutschland antreten.

Nordische Glaubensgemeinschaft."

In Leipzig haben auf einem außerordentlichen Gemeinschaftstage bie bevollmächtigten Vertreter der Nordischen Glaubensgemeinschaft, der Nordi- chen Religionsgemeinschaft unb der Nordisch-Reli- giösen Arbeitsgemeinschaft in freier Vereinbarung den Zusammenschluß unter dem Namen Nordische Glaubensgemeinschaft" be- chlossen. Die Nordische Religionsbemeinschaft und )ie Nordisch-Religiöse Arbeitsgemeinschaft gehen in der Nordischen Glaubensgemeinschaft auf. Zum Leiter der vereinigten Gemeinschaften wurde Sei- b e r tz (Berlin) gewählt. Die bekenntnismäßige Grundlage ber nunmehr allein noch bestehenden Nordischen Glaubensgemeinschaft" bildet bas Norbische Artbekenntnis. Als Sinnzeichen gilt die silberne Hagalrune auf blauem Grund, als Kultzeichen bie goldene Jrminsul auf blauem Grund. Einen weiteren Kreis um bieNordische Glaubens­gemeinschaft" bildet bieN ordische Glau - »ensbemegung".

Das zweite deutsch-englische Ingendtager In Bad Blankenburg.

Im Tumerschastshause von Bab Blankenburg würbe bas zweite deutsch-englijche Jugendlager er- öffnet. Bei den Engländern handelt es sich diesmal vorwiegend um Jungarbeiter aus Nolting-

Friedrich der Große gegenüber, der von sich sagteIch bin bet erste Diener des Staates".

In feinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit der neueren deutschen Geschichte. Bismarck habe, so fuhr er fort, in kunstvoller Weife den Staat auf die damals wirkenden Kräfte auf- gebaut; ber bamaHgen königlich-kaiserlichen Macht ftanb ber Reichstag gegenüber, ber allerdings gegen bas monarchische Prinzip von keiner ausschlag­gebenden Bedeutung gewesen war. Die Einheit fei gewährleistet gewesen, weil ber Monarch ber Stär- kere war und ber Kanzler Bismarck bie Orbnung aufrecht zu erhalten vermochte.

In den Jahren noch ber Gründung des Reiches habe der Marxismus, veranlaßt durch die starke In- buftriatificrung, das Haupt erhoben. Das Volk fei in Zwei Klassen zerfallen, der Klassenkampf habe ein- gesetzt. Liberalismus und Marxismus standen bem Staat in offener Feindschaft gegenüber. Erst der Weltkrieg habe die innere Zerrissenheit vergessen lassen. Den ungeheuren Strapazen des mehrjähri- gen Krieges habe das im Geiste doch zerissene Volk nicht standhalten können. Der Umsturz 1918 sei nicht von neuen Gedanken getragen gewesen unb habe deshalb Aufruhr bleiben müssen. Lediglich Frontsol- baten unb Beamte stützten das Reich gegen Sparta- fus unb Kommunismus. Beide Gruppen übten auf die Regierungsbilbung entscheidenden Einfluß aus. Unter den Lasten des Versailler Vertrages habe bie Weimarer Verfassung Schiffbruch erleiden müssen. Wilde Zügellosigkeit sei eingerissen. Die Menschen schlossen sich zu Jnteressentengruppen zusammen, Mehrheitsbeschlüsse wurden den Parlamenten kaum mehr möglich.

Der BegriffWeimar" fei ber Begriff der Zer­setzung geworben: der Bürgerkrieg wurde zum schleichenden Gift, der Reichstag zum Skelett und der Nationalsozialismus legte ihn völlig lahm.

In feinen weiteren Ausführungen umriß ber Redner jene kritische Zeit, in der es mit bem Par­lamentarismus zu Enbe ging, charakterisierte bie Person des Kanzlers Brüning unb erinnerte an bie schwere Zeit, die der Führer und die Partei im Jahre 1932 in der Gegnerschaft zur schwarz­roten Koalition habe überwinden müssen. Er schll- berte die Zeit, in der von Papen und Schlei­cher Kanzler waren, die konservative Herrenschicht vorübergehend zur Herrschaft gelangte und bie NSDAP, in bie schwerste unb entscheidenbe Kampf­etappe eintreten mußte. Weiterhin schilderte der Vortragende die stetig wechselnden unb ge­spannten politischen Verhältnisse währenb der zwie­spältigen Aera Schleicher, kennzeichnete die schwierige Situation, in ber sich der Führer be­fand, als Partei unb SA. unruhig würben, er er­innerte an bie Aussprache des Führers mit von P a p e n in Köln, an Schleichers Entlassung, an Hitlers Aussprache mit bem Reichspräsibenten von Hindenburg und Hitlers endliche Betrauung mit bem Kanzleramt bes Deutschen Reiches. In klarer Weise faßte ber Rebner bas Wirken ber nationalsozialistischen Regierung nach ber Macht­übernahme zusammen, sprach von ber Schaffung bes Ermächtigungsgesetzes für Adolf Hitler, er­innerte an bie Brechung ber Macht ber Länder, an die Bekämpfung des Kommunismus, an den sieg­haften Kampf gegen bie Arbeitslosigkeit, bas Rin­gen um bie Seele bes beutschen Menschen, an bie Wieberbeledung ber beutschen Kultur unb an den Zusammenschluß bes deutschen Menschen in ber großen Volksgemeinschaft unter bem Gebauten Gemeinnutz geht vor Eigennutz".

Rationalfozialismus fei, fo schloß er, bas Rin­gen um bie deutsche volkwerdung, um bie deutsche Einheit, der Kampf und Sieg über den Bruderzwist, der Sieg des Blutes, der errungen worden fei durch die Opfergabe des Lebens von 400 Kämpfern, deren wir stets eingedenk fein sollen.

(Lebhafter anhaltender Beifall.)

Der Stellvertreter des Leiters des Amtes für Beamte, Abteilungsleiter Eifert, hielt eine kurze Schlußansprache. In einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem gemein- am gelungenen Horft-Wessel-Lied klang die Ver- ammlung aus. Der Schulungsabend erhielt eine eierliche Note durch bie Ein- unb Ausbringung von sieben Zellenfahnen verschiebener Beamten­gruppen. Einige musikalische Darbietungen ver­schönten den Abend und bas anschließende kame­radschaftliche Beisammensein.

ham unb Birmingham, sowie um Studenten aus London; bie beutschen Teilnehmer setzen sich zu­sammen aus Führern ber Hitlerjugenb von Ham­burg, Nürnberg und Schlesien. In landschaftlich wunderbarer Lage werden junge Deutsche und Eng­länder wiederum vier Wochen in halbtägi­gem Arbeitsdienst unb Sport verbringen. Nachmittags und abends werden in Vorträgen unb Aussprachen die Unterschiede und verwandten Züge unserer beiden Länder herausgearbeitet werden. Eine Abschlußfahrt nach Berlin unb Hamburg ist wiederum geplant. Wie erinnerlich, wurde die aus 50 Mann bestehende Gruppe des e r ft e n Lagers seinerzeit vom Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, empfangen. Die Lagerleitung liegt in den Händen von Jochen Benemann -Hamburg.

Wettervoraussage.

Die Luftdruckgegensätze haben sich über bem Kon­tinent verschärft, so baß sich nunmehr bie Wetterlage unruhiger gestalten wird. Währenb über ber Bis­kaya bas Hochbruckgebiet weiterhin stanbhält unb sich noch mehr nördlich nach den britischen Inseln zu ausbreitet, hat sich über Litauen unb Lettland ein kräftiger Wirbel gebilbet, ber an feiner Rückseite bei bem engen Verlauf ber Isobaren, teilweise unter stürmischer Bewegung Luftmassen aus norbroeft« licher Richtung nach Deutschlanb beforbert. Das Wet­ter nimmt baher wechselhaften Charakter an. wobei auch teilweise schauerartige Niederschläge auftreten.

Aussichten für Sonntag: Wechselnd- bewölkt unb vereinzelte schauerartige Niederschläge, wefttiche bis nordwestliche Winde.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. IX. 34: 10 600. Druck unb Verlag: Druhl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei

R. Lange, K.-G., sämtlich In Gießen.