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Nr. 86 Erstes Blatt

M- Jahrgang

Freitag, |Z. April 1934

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Zeder Druck auf Beamtenschaft beim Zeitungsbezug untersagt. Eine Anordnung des stellvertretenden Beamtenführers.

Berlin, 12. April. Der stellvertretende Be-

Auslandsschulden können nur aus dem Erlös aus Warenabsatz im Ausland abgedecki werden.

Herbst 33 April 34

Rohöl (Mill, hl)

571

Heue Wege für den deutschen Außenhandel

Bremer Tagung der Außenhandelsstellen.

e

führe.

Herbst 32 63 000 275 000 665 000

24 700

230 000

615 000

Im Darr6 Presse geben, um die

52 000

250 000

630 000

Kurzfristige davon Stillhalte

10,1

5,0

10,5

8,7

4,1

10,3

Zinn (t) Zink (t) iupfer (t)

amtenführer Reusch hat an die Gliederungen des Reichsbundes der deutschen Beamten ein Rund­schreiben gerichtet, das sich g e g en bas Bor­ge f) e n von Amtswaltern des Reichs­bundes richtet, die auf die Beamtenschaft stellen­weise einen starken Druck zum Bezüge b e - stimmter Tageszeitungen ausgeübt hät­ten. Es wird darauf hingewiesen, daß ein derartiges Borgehen verboten fei und mit Ausschluß aus der Partei bedroht werde. Auch eine Kontrolle über den Bezug bestimmter Zeitun­gen dürfe nicht ausgeübt werden.

Herbst 33 28

1,57

20,4 535

April 34

16,8

schätzenswert sind.

Ein alter Satz der klassischen Nationalökonomie ist von Adam Smith dahin formuliert worden, sinkende Preise seien ein Zeichen der Verelendung, steigende ein Zeichen zunehmender Weltwohlfahrt Bis zum Herbst 1932 sanken auf dem Weltmarkt infolge Ueberproduktion usw. die Rohstoffpreise, sie begannen dann zu steigen, in den Rohstoffvorräten war eine deutliche Abnahme zu verzeichnen. Aber die darniederliegende Kaufkraft hatte bei sinkenden

sammengetreten, um nochmals einen Vermittlungs- ver such zu machen. Aber es ist kaum anzunehmen, daß auf die Dauer England ruhig zusieht, daß sich Ibn Saud in Yemen festsetzt und das Land unterwirft, weil diese Südwestspitze Arabiens für den Seeweg nach Indien eine strategische Bedeutung besitzt, aus deren Kenntnis heraus Eng­land bisher die Machthaber in Yemen a n M) zog, festhielt und gegen Angriffe anderer arabischer Ge­bieter stützte.

Bremen, 12. April. (DNB.) Der Marktplatz der alten Hansestadt Bremen, das Rathaus, der Schütting, die Börse zeigten reichen Flaggen­schmuck. Im Festsaal des alten Rathauses wurde die Arbeitstagung aller Außenhan­delsstellen Deutschlands feierlich eröffnet. Der Vorsitzende des Vorstandes der Außenhandels­stelle für das Weser-Ems-Gebiet, Otto Hoyer- Oldenburg, eröffnete die Tagung mit dem Hinweis, die heutigen Außenhandelsstellen seien Neuschaffun­gen des 'Nationalsozialismus, die in 19 organisch aufgeteilten Großräumen der Wirtschaft an Stelle von bisher 144 Industrie- und Handelskammer­bezirken arbeiteten. Regierender Bürgermeister Dr. Markert begrüßte die Anwesenden.

Reichsernährungsminister Darre

Dagegen nahmen die Vorräte für Tee, Zucker, Kautschuk, Baumwolle und Blei zu. Immerhin ist in der Dorratswirtschaft eine Art Stillstand eingetreten. Seit Herbst 1932 ist die gesamte Welt­produktion um zehn und gegen Herbst 1933 um fünf Prozent gestiegen. Der Gesamtverbrauch der Welt ist also, wenn auch die alten Vorräte noch eine Zeit- lang liegen bleiben, immerhin auf dem auf st ei-

wie jeden politischen Extremismus bekämpfen. Die Leitung der Bewegung wird im Gegensatz zu an­deren Organisationen in den Händen eines Aus­schusses von Männern der jüngeren Ge­neration liegen, die in der Oeffentlichkeit bis­her keine große Rolle gespielt haben und von denen die meisten erst am Anfang ihrer Laufbahn stehen. Der Begründer der Bewegung ist M. Duncan Sandys, der vor kurzem den diplomatischen Dienst verlassen hat. Er unterstützt die Konservative Partei. Es stehen genügend Geldmittel zur Verfügung, um die anfänglichen Bedürfnisse der Bewegung zu decken. Infolgedessen werden von den Mitgliedern keine Beiträge gefordert werden.

Rücktritt des japanischen Kriegs­ministers?

London, 11. April. (DNB.) Wie Reuter aus Tokio meldet, hat Kriegsminister Ayachi sein Rücktrittsgesuch eingereicht, weil sein Bruder, der frühere Dizebürgermeister von Tokio, im Zu­sammenhang mit dem Skandal der Tokioter Gas­gesellschaft zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er Bestechungsgelder an Stadträte gezahlt hatte. Ministerpräsident Saito hat den Kriegsminister gebeten, sein Gesuch zurück­zunehmen.

führte dann u. a. aus: Wer unvoreingenommen die Weltwirtschaft betrachte, komme zu dem Er­gebnis, daß der Handel der ro e i ~ 1 r" neue Wege suchen müsse, wenn er bestehen bleiben wolle. Agrarpolitik und Ausfuhrhandel ge­hören ein für allemal zusammen. Denn es sei un­möglich, auf die Dauer einen Zustand aufrechtzuer­halten, in dem entweder die Exportindustrie lebt oder nur die Landwirtschaft. Daher sei der Natio­nalsozialismus zu der Schlußfolgerung gekommen, daß es nur einen Ausweg gäbe: Binnenmarktspro­duktion und Verbrauch durch eine Art Zwangssyn­dikat zusammenzuschließen und den Verbrauch zunächst im eigenen Lande unterzu­bringen, darüber hinaus dann aber mit jedem Lande diejenigen Handelsverträge zu schließen, die für die Vertragspartner zweckmäßig find. Der erste Sinn des neuen Reichsnährstandgesetzes sei der, durch die innere Marktordnung die außenpolitische Handelsfreiheit wie­derzugewinnen. Dadurch sei wohl eine Ge­bundenheit des einzelnen gekommen, aber gerade auch durch diese Bindung des einzelnen die Frei­heit des Ganzen gewonnen worden. Die Regelung der inneren Marktordnung durch das Reichsnähr­standsgesetz habe auch Produzent und Händler vollkommen getrennt. Der Bauer könne nicht als Händler angesprochen wer­den, da er ausschließlich Produzent sei. Dem Han­del sei eine gewisse Gebundenheit auferlegt, dafür aber auch die Ausschließlichkeit des Handels zu­erkannt worden. Eine Neugruppierung des Außen­handels dürfte für eine Neubelebung auch dieses Handelszweiges die ausschlaggebende Rolle spielen.

OerReichsführer des deutschenHandels Or. £üer

stellte fest, daß das Ziel dieser Arbeitstagung sei, gewisse Richtlinien für die Ausgestaltung des Au­ßenhandels zu finden, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsteilung zwischen dem Werk­handel und dem Binnenhandel einerseits und dem an den Küstenplätzen ansässigen Ein­fuhr- und Ausfuhrhandel andererseits. Es

Krieg in Arabien.

Im Zentrum der muselmanischen Welt herrscht seit einigen Wochen offener Kriegszustand, nachdem schon monatelang vorher zwischen dem Herrn von Mekka und Medina, dem Führer der orthodoxen Wahabiten Ibn Saud und dem König der einst in Märchen als Paradies angesehenen südarabischen Ymengegend, Yehia, der Streit um die zwischen beiden Königreichen liegenden Stamm­länder der Idrisis im Gange war. Ibn Saud hatte seit der Eroberung von Mekka im Oktober 1924 und von Medina im Herbst des nächsten Jahres die Kalifenwürde errungen. Er ist der Träger eines religiösen Erneuerungsversuches der mohammedani­schen Welt, der aber von Kairo und Bagdad aus abgelehnt wird. Als vorsichtiger Reformer verbindet er den orthodoxesten Koranglauben mit der Be­nutzung der modernsten technischen Errungenschaften, und bisher hat er bewiesen, daß seine Truppen, erfüllt vom alten Fanatismus, militärtechnisch außer-

Weltwirtschaftliche Umschau.

Während bisher für uns das Problem der kur z- fristigen Schulden im Vordergrund stand, wurde jetzt in Basel der Schuldendienst für die langfristigen Kredite erörtert. Das Absinken des Goldbestandes der Reichsbank, die nach meh­reren Jahren erstmalige Passivität unserer Handels­bilanz und damit die Unmöglichkeit, den bisherigen Transfer infolge des Rückganges des Devisenanfalles aufrecht zu erhalten, die daraus sich ergebende Zwangsbewirtschaftung der Rohstoffeinfuhr, zunächst für Textilien und Nichteisenmetalle, zeigen die Zwangslage, in die Deutschland infolge der Wirt­schaftspolitik der anderen Länder hineingeraten ist. Für uns kommt es darauf an, daß b i e Wäh­rung gesichert bleibt und daß die Finan­zierung der Arbeitsbeschaffung, die nicht aus dem Reichsetat, sondern durch Anlei­hen erfolgt, dadurch gesichert ist, daß gerade der deutsche Sparer, der diese Arbeitsbeschaffung mit finanziert, absolut sicher geht. Das ist das Primäre. Im Gegensatz zu dem Trugglauben, durch Auslandskredite und eine Verschuldung dem Ausland gegenüber könne die deutsche Wirtschaft gebessert werden, wird jetzt die deutsche Wirtschaft aus eigener Kraft allmählich genesen. Im Gegensatz zu Frankreich und den USA. haben wir bei allem Erfolg der Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit, in der wir an der Spitze aller Natio­nen marschieren, doch die öffentlichen Einnahmen und Ausgaben ins Gleichgewicht gebracht, der Reichsetat 1934/35 ist ausbalanciert und damit die allgemein anerkannte Grundlage für ein ehrliches Finanzwirtschaften gegeben.

Sogar im Davesplan wurde anerkannt, daß Deutschland keine Auslandsverpflichtungen nur aus d e m Erlös seines Warenabsatzes im Ausland abzudecken vermag. Sinkt die­ser Warenumsatz, dann tritt eine neue Lage ein. Beim Ausbruch der Kre­ditkrise Mitte 1931 hatten wir ungefähr 30 Milliarden Mark kurzfristiger und langfristiger Auslandskredite, hiervon entfielen auf die kurz­fristigen 13,1 Milliarden, auf die langfristigen 10,7 und "ferner 5,9 Milliarden auf direkte Anlagen des Auslandes in Deutschland. In den schweren Kri­senjahren 1931/32 hat trotzdem Deutschland über zehn Milliarden zurückgezahlt und da­bei den Zinsendienst vollauf aufrecht erhalten. Das geht am besten aus der Abnahme der Auslands­schulden hervor. Es betrugen die Auslandsschulden in Milliarden RM.:

Februar 32 Februar 33 Dezember 33

6,0

2,5

6,8

Anschluß an die Rede des Reichsministers hat der Stabshauptleiter Dr. Winter der Auskünfte über die Ziele der Regierung ge- Wir ständen, so sagte er, in einem Kampfe ... Erhaltung der weißen Rasfe. Das Bauerntum habe die Stellung des weißen Man­nes zu wahren. Praktisch könne man die ganze Frage auf die eine Formel zurückführen: Reis­st a n d a rd gegen Weizen st andard. In Europa lebten eine Unzahl von Bauernvölkern, die aber den europäischen Lebensstandard nicht er­reicht hätten. Es müsse daher die effektive Kaufkraft dieser Länder gehoben wer- den. Es müsse ein gesunder europäischer Wirt­schaftskreislauf erzielt werden. Dies fei nur mög­lich durch enge Zusammenarbeit des Bauerntums dieser Länder, die aber dann auch Rücksicht nehmen müßten auf unser Bauerntum und dementsprechend ihren Anbau zu ändern hätten. Für die Hansestädte seien diese Maßnahmen ebenfalls von größter Bedeu­tung, denn um den Lebensstandard Deutschlands zu heben, müsse auch der der anderen Länder ge­hoben werden. Die Landwirtschaft müsse auf alle Handelsverträge einen großen Einfluß haben. Dies dürfe aber nicht in dem Sinne verstanden werden, daß dadurch nur ein Nutzen für die deutsche Land­wirtschaft herauskomme, im Gegenteil, es feien da­durch neue Möglichkeiten zur Ausfuhr gegeben, die dann wieder dem deutschen Arbeiter zugutekommen würden. England und Amerika stän­den außerhalb des europäischen Wirtschaftskreis­laufes. Die Handelsverträge müßten so aufgebaut werden, daß man nicht von demjenigen beziehe, der vielleicht am b i 11 i g ft e n liefern könne, sondern von dem, derauchvonunsein-

eine 3 p r o 3 e n 11 g e Kürzung ihrer Pen­sionen an, die am 1. Juli in Kraft tritt, wenn die Regierung bis dahin positive Ergebnisse zur Sanierung erzielt hat, so vor allem durch He­bung der öffentlichen und privaten Moral (Beseitigung der Skandale, Revision der für den Staat ungünstigen Lieferungsoerträge, Be­kämpfung der Steuerhinterziehung) sowie hinsicht­lich der wirtschaftlichen Sanierung und der ©taatsreform. Die Frontkämpfer werden in den nächsten Monaten die Bemühungen der Re­gierung genau kontrollieren, und wenn sie sich als unzureichend oder unwirksam Herausstellen, ihr eigenes Programm der nationalen Erneuerung durchsetzen.

Britische Bewegung."

Eine neue politische Organisation der englischen Jugend.

London. 13. April. (DNB.-Funkspruch.)Mor- ning Post" berichtet, daß demnächst eine neue poli­tische Organisation, die sichBritische Bewegung" nennt, einen Aufruf an die Nation richten wird, der besagt, die Engländer sollten sich unter der Inspiration der Jugend" zu einer nationa­len Wiedergeburt vereinigen und den Sozialismus, Defaitismus, die Gleichgültigkeit, jo-

Preifen keinen stärkeren Verbrauch be­wirkt. Durch das riesenhafte amerikanische Experi­ment und anderer Faktoren, die in den letzten Monaten für manche Rohstoffe eine Preissteigerung erzielten, so bei Weizen und Zinn, lichteten sich aber die Weltvorräte, während bei anderen Roh­stoffen die Preise gleich blieben oder sogar zurück­gingen. Es sind sinkende Weltvorräte bei folgenden Rohstoffen zu verzeichnen:

gelte, den Neuaufbau des deutschen Außenhandels durchzuführen, nicht deshalb, um vielen Ausfuhr­industrien im Innern des Landes wieder lohnende Beschäftigung zu geben, nicht nur, um die gesamte Wirtschaft der hanseatischen Städte zu retten, nein, in erster Linie wollen wir einen starken Außen­handel aus weltanschaulichen Gründen. Wenn in den nächsten Tagen die Pläne besprochen werden, die darauf abzielen,den Güterverkehr vom Rhein­strom weg den Hanse st ädten zuzulen­ken, so möge man nach allem wirtschaftlichen Für und Wider nicht vergessen, was uns der deutsche Rhein bedeutet und was das Rheinland in Kriegs­und Nachkriegsjahren für den Bestand des Reiches geopfert habe. Künftig müßten Banken und Großhandel in verständnisvoller Rücksichtnahme auf die beiderseitigen Interessen Hand in Hand arbeiten.

Landwirtschaft und Außenhandel Die Bauernländer verteidigen die Wirt­schaft des weißen Mannes.

Oie Frontkämpfer geben dem Kabinett Ooumergue eine

Chance.

Bedingtes Einverständnis mit einer 30/oigen Pensionskürzung.

Paris, 12. April. (DNB.) Der Nationalrat der Nationaloereinigung der ehemaligen Frontkämpfer hat eine Entschließung angenommen die die Ant­wort der Frontkämpfer auf die Aufforderung des Ministerpräsidenten, selbst Beschlüsse im Sinne einer Kürzung der Pensionen und g - wisser Sparmaßnahmen zu fafjen, darstellt. Frontkämpfer nehmen für 1934 ausnahmsweis

Langfristige

Die Rücksicht auf die Handelsbilanz und auf die zwingenden Gründe für eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft haben zu den jetzigen Ver­handlungen geführt, die auch dem Auslande den Kern des Problems aufdecken, daß Deutsch­land, ehemals einer der größten Kunden der Roh­stoffländer und damit direkt an deren Wohlergehen beteiligt, in eine Lage geriet, die den engen Zusammenhang zwischen Lieferland und Kundenland aufdeckt. Der Wahnsinn, mit Währungsexperimenten und anderen Methoden bei einem zusammenschrumpfenden Welthandel für ein einzelnes Land Absatzmärkte zu erobern, hat ge­zeigt, daß die Einzelvorteile gegenüber dem Ab­dorren des gesamten Weltwarenverkehrs nicht

ordentlich hbch stehen.

Das Gebiet von Asir, das zwischen den beiden Königreichen liegt, ist nach einer Reihe von Rei­bereien zwischen den Idrisis und den Wahabiten kurzerhand von Ibn Saud besetzt worden. Damit hatte Ibn Saud sich direkt z u m Nach­barn des Königreichs Yemen gemacht. Y e h i a, der König von Yemen, war bisher der Günstling Englands, während Ibn Saud sich den größten Teil von Arabien im Kampfe gegen Englands Schützlinge unterworfen hatte und den König von Hedfchas, Hussein, der von England nach "dem Kriege eingesetzt worden war, vertrieb.

Die Idrisis wandten sich um Hilfe an den König von Yemen, und es scheint, als ob unter dem Ein­fluß Englands König Yehia ihnen diese Hilfe auch gewährte. Jedenfalls wurde der Versuch gemacht, zunächst auf friedlichem Wege mit Ibn Saud ins Reine zu kommen. Im März wurde einige Wochen hin und her verhandelt, aber diese Verhandlungen hatten nur den Zweck, d i e beiderseitigen Rüstungen zu vollenden und Bundesgenossen zu werben. Der König von Yemen richtete an Ibn el Saud die Aufforderung, Afir zu räumen und einen Nichtangriffspakt mit Yemen abzufchließen In­zwischen versicherte sich Ibn Saud der militärischen Unterstützung von Transjordanien, wahrend Komg Yehia von Yemen auf dringende Bitten die britische Zusage auf Unterstützung erhielt.

Unmittelbar bevor die Kriegsfurie losbrach, aber regte sich auch das allislamitische Gewissen. In Kairo und in Akba fanden Konferenzen der Führer des außerarabischen Mohammedanismus mit den Vertretern Ibn Sauds und König Yehias statt, es zeigte sich dabei, daß außerhalb des Kalifenreichs eine geradezu feindselige Stimmung gegen die agres- siven und religiösen Tendenzen Ibn Sauds vorhan­den ist. Die arabische Presse nahm schroff gegen Ibn Sauds Friedensbruch Stellung, und die Konferenz verlief erfolglos. Immerhin aber konnte König Pehia von Yemen den Erfolg für sich buchem daß die nichtwahabitischen Muselmanen für ihn Partei nahmen, und das bedeutete für die Yemenkneger einen Zuzug nichtwahabitischer Glaubenskampfer

In den ersten Apriltagen drangen Krieger des Königs von Yemen in das strittige Gebiet em, fast Gleichzeitig warf Ibn Saud drei Heeressäulen n a ch Asir Die erfte stand unter dem Befehl des Thron­folgers Emir Saud. Sie legte sich vor d.e zah ver­teidigten kleinen Forts. Die zweite Armee, die von einem Neffen Ibn Sauds geführt wurde wurde auf das wichtige Baken geworfen und die dritte rückte auf die Stadt Sana vor. Diese dritte Armee eroberte Hara th und nähert sich jetzt Sana. Die zweite Armee begann die Belagerung von Baken

Größere Entscheidungen sind allerdings noch nicht gefallen Die Jemeniten, die Baken entsetzen woll­ten sind in einer Schlacht bei Tihama $JLf ^ta­ge'n unb anscheinend eingekesselt ^nden. Versuche Baken zu entsetzen, mißlangen. Von Mekka aus werden Meldungen verbreitet nach denen tue Ye§ tnenfrieger überall zuruckgedrangt seiem aber es geht doch aus ihnen hervor daß em entscheidender Durchbruch bis jetzt noch nicht gelang.

Seltsam bleibt, daß England bis letzt sich äußerlich vollkommen p a f f t d verhielt D Erregung unter den Arabern ist vor Hedfchas gestiegen, und m London wird erwar f?t daß diese Erzfeinde der Wahabiten den Ver such machen, den im Süden beschäftigten Truppen Ibn Sauds i n d e n R ü ck en zu fallen- Strategisch und politisch ist aber die Lage noch vollständig u geklärt. Während die blutigen Kampfe noch kerne Entscheidung gebracht haben, ist in Kairo, unter britischer Führung, eine neue Konferenz zu-

Herbst 32

Weizen (Mill, t) 26,5

Kaffee (Mill, t) 2,15

Kohle (Europa, Mill. 1) 21,6

1,6 lang liegen bleiben, immerhin auf dem auf st e 1 - 18,9 | g e n b en A st. Das Krisentief scheint also verlassen 539 ' worben zu sein.