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HL 290 Zweiter Blatt

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Mittwoch, 12. Dezember 1934

Aus dem Reiche der Frau.

Vorweihnachtliches Haus­haltsprogramm

Es sind ja eigentlich nur wenige Feiertage, aber hie Vorbereitungen, die Weihnachten erfor­dert, sind dennoch sehr umfangreich. Besonders, roenn eine Frau keine Hilfe hat, sondern alles allein »esorgen muß, soll sie beizeiten anfangen, denn nichts ist unangenehmer, als wenn man in den atzten Tagen aus dem Hasten und Hetzen nicht -erauskommt. Schließlich ist das ja auch nicht der :5inn des Weihnachtsfestes.

Das richtigste ist schon, wenn die Frau in den ersten beiden Adventswochen alle Einkäufe siacht, d. h. also alle Geschenke besorgt, dann aber ^uch die Sachen, die für die Bäckerei gebraucht ! werben, kauft. Man soll beim Einkauf von Weih­nachtsgeschenken auch die Verwandten nicht ver­gessen, ebenso sind Dienstboten und, wenn es sein iann, Familien zu bedenken, die einem irgendwie oahestehen.

Für die Bäckerei muß man genau alle Zutaten Mfschreiben und dann seine Bestellung aufgeben. Nan spart bei der Bestellung im Großen sehr viel 1 dauferei. In der zweiten Adoentswoche backt man tlle Honigkuchen und alles Kleingebäck, das sehr del Arbeit macht, ferner bereitet man die verschie- !enen Konfekte, wie Marzipan, Trüffeln, Pralinen md dergleichen. Da wir diesmal nur drei volle 2dventswochen haben, drängt sich in der dritten HNN ohnehin noch mancherlei zusammen, zum Bei- i'iel die Ausschmückung der Zimmer mit Tannen- i 7ÜN und Beerenzweigen, der Einkauf von Gemüse ! md Konserven verschiedenster Art, die Bestellung : !-«s Festbratens. Der frische Weihnachtskuchen muß unmittelbar vor dem Fest gebacken werden, da­ngen kann man Stollen schon in der eigentlichen öackwoche Herstellen; sie werden besser, wenn sie ane zeitlang gelegen haben.

i Eine der hübschesten Arbeiten in der dritten Ldventswoche ist das Verpacken der We i h n a ch t s- ia Fete. Man sorge für die passenden Schachteln, ; M sie mit weihnachtlichem Papier aus und wickle wd) jedes einzelne Stück nett und zierlich ein; es niirb mit Silber- oder buntem Seidenband zu- ä'bunden und mit einem Tannenzweiglein und rwas Lametta verziert. Jedes der Pakete, das man arfenbet, muß so aussehen, baß man sich selbst euen würbe, wenn es bei einem einträfe! Pakete uch etwas entfernteren Orten soll man immer i!?chtzeitig zur Post geben, bamit niemand cm Weihnachtsabend eine Enttäuschung erlebt. Sind bs Pakete aus dem Hause, ist ein großer und wich- t.4|er Teil der Weihnachtsvorbereitungen erledigt.

- Auch den Ankauf des Weihnachts- ta umes soll man nicht bis auf die allerletzten Siige verschieben, denn meist sind die Bäume dann scann sehr ausgesucht, und man muß sich oft mit euem weniger guten Bäumchen begnügen.

Selbstgemachte Geschenke für Mutti.

Kinder basteln Weihnachtsarbeiten.

.Nicht Hinsehen, Mutti, nicht Hinsehen!" Ein ^tergeschrei erhebt sich, wenn Mutter in der Ad- vmtszeit unerwartet ins Kinderzimmer kommt, und fxjer werden irgendwelche geheimnisvollen Dinge j-ineU versteckt.

Mutti, Du bekommst von mir was Feines zu Weihnachten, natürlich was Selbstgemachtes! Rat rhl, was das ist: es ist .rot und grün und hat Men!"

Erwartungsvoll sieht der sechsjährige Peter zur bitter auf und er ist sehr stolz darauf, daß bitter es natürlich nicht raten kann, denn sie hint die lebhafte Phantasie ihres Jungen. Im ringen Jahr brachte er am Weihnachtsabend ein ^definierbares braunes Etwas an, mühsam zusarn- mngeklebt aus Brettchen einer Zigarrenkiste und irrt Buntstiften bemalt. Als Mutter etwas zögernd fragte:Peterchen, was soll denn das sein?" da jeo sie der Kleine tief enttäuscht an:Ein Näh­erten, Mutti, selbstgemacht, sieht Du denn das ncht?"

!Ich erinnere mich noch selbst an meine Kinder- |d vor Weihnachten. Fünf Geschwister waren wir, .iititi in der Adoentszeit saßen wir mit hochroten Licken und strahlenden Augen im Kinderzimmer tiiti bistelten Geschenke. Die große Leimflasche und li Bogen von Buntpapier spielten die Hauptrolle.

5ci fabrizierte einen für meinen Begriff wunder- H jeren Bilderrahmen aus lila Samt mit gelben || faargueriten bestickt. Meine Mutter hatte Mühe, i liifes Untier später einmal geheimnisvoll verschwin­de-, zu lassen, ohne daß ich es merkte, damit ich | nH nicht gekränkt fühlen sollte. Meine Schwester tzlela bastelte aus bunten Seidenfetzen ein kunst- icjles Gebilde, das selbst wir Kinder mit unserer IlHenben Phantasie nicht enträtseln konnten.Was h[ denn das werden?" fragte mein Bruder Pepp jeßlich, denn Gisela tat geheimnisvoll.Das -d ein Keramik für Mutter", war die prompte L i in» stolze Antwort, und wir anderen schwiegen er- |ri:fen, denn wir wußten nicht, was eine Keramik , pcr. ___ Später stellte es sich heraus, daß Gisela es iDi) nicht wußte. Sie hatte das Wort aber einmal Hort, und das hatte ihr so gut gefallen, das sie Ritter unbedingt so etwas zu Weihnachten schen- u le wollte. Mit Hilfe des Kindermädchens wurde Iwin aus der Keramik ein Taschentuchbehälter!

wird geklopft und gehämmert, geklebt und schnitten, es wird dabei getuschelt und gelacht, tr) Mutter muß beide Augen zudrücken, wenn sie kl der besten Stube Fäden herumliegen sieht und ii dem besten Ueberzug plötzlich ein klebriger und icrwitziger Leimtropfen haftet. Aber diese Schöpfer- riibe der Kinder ist ja beinahe das Schönste am lrigzen Weihnachtsfest.

Manchmal kommt es vor, daß so ein kleines Hmschlein, im Rausch des Schaffens, sein Geheim- _ i! nicht mehr für sich behalten kann:Mutti, ich DiI Dir mal ein kleines Stückchen von meiner Klihnachtsarbeit zeigen aber bis Weihnachten njfet Du es wieder vergessen, was ich Dir schenken tirt!" Und dann kommen die Schätze zu Tage, die ii das K'ndergemüt ausgedacht hat!

Wie Freude am eigenen Schaffen darf dem Kind Emt genommen werden. Sicherlich, es gibt eine p/ise Menge praktischer Weihnachtshandarbeiten, ! hman halbfertig für die Kinder kaufen kann, aber ; !» regen die Phantasie der Kleinen nicht an i ti machen ihnen oft die Weihnachtsarbeiten zur

tadellose zuerst. Erste Wahl hält sich immer. Gut, daß der köstliche Apfelmost als Volksgetränk sich endlich durchsetzt! Alles Kleinzeug kann verwertet werden. Dor allem, gute Mutter, gib deinen Kin­dern Aepfel zu essen! Zum Butterbrot, als Näsche­rei, als Belohnung für kleine Dienste: Dies alles bedeutet bei den Schwierigkeiten der diesjährigen Apfelerntegutes Haushalten".

Die alte gute Sitte, Aepfel an den Weihnachts­baum zu hängen, ist heute fast ganz durch den bunten Glasbehang verdrängt worden. Das ist eigentlich sehr schade, denn der lebendige Schmuck am Baum ist für die Kinder doch das Schönste. Man sollte neben den bunten Glaskugeln und Lametta auch wieder Aepfel hängen. Es sieht nicht nur hübsch aus, wenn die rotbackigen Aepfel aus dem Grün der Tanne hervorleuchten, nein, die Aepfel vom Weih­nachtsbaum schmecken ja auch tausendmal besser als die vom Teller.

Sie sind sehr einfach aufzuhängen. Nachdem sie schön blank poliert sind, bindet man an den Stiel ein schmales Seidenbändchen, von dem man eine lange Schlüpfe knotet, oder man wickelt die bunten Drahtaufhänger, die man zu den Glaskugeln nimmt, einigemal um den Stiel und biegt das andere Ende zum Haken um.

Besonders praktisch sind Aepfel, um stark hoch­stehende Aeste herunterzuziehen, damit sie in waage­rechte Lage kommen und Lichte darauf gesteckt werden.

Qual. Wenn auch die Bastuntersätze und die selbst­gemachten Handarbeitskästen, die geklebten Aschen­becher und die Bilderrahmen aus Zigarrenkisten nicht immer schön sind für unsere Kinder sind sie Wunderwerke, ihre Phantasie hat sie erdacht und bedeckt liebevoll alle Mängel. Und jede Mutter sieht auch !n einem etwas mißglückten Gebilde die Liebe ihres Kindes, und dasScheusal" prangt auf dem Ehrenplatz unter dem Weihnachtsbaum!

Senta Neckel.

Winterliche«- Blumenschmuck im Heim.

Manche Blumen- und Pflanzenfreunde mochten auch im Winter, wo die Natur draußen ruht, etwas Grünes oder Blühendes in ihrer Umgebung haben. Einige Vorschläge dürften daher an dieser Stelle angebracht sein; doch gehören dazu wahre Blumen­liebhaberei, Erfahrung, Geduld und guter Wille. Denn man merke sich wohl: Wer die Blumen pfle­gen will, muß sie im Herzen tragen.

Wie nett und freundlich nehmen sich z. B. wäh­rend des Winters in den Vorfenstern bewohnter

Räume die Hyazinthen, Narzissen und andere Treib­zwiebelgewächse aus, die auch jetzt noch in Tövfe und Gläser gelegt werden können; ferner bieten die Alpenveilchen mit ihren prächtig leuchtenden Far­ben, die Primula, Erika, immergrünen, härteren Farnkräuter, die winterblühenden Kakteen und Fett­pflanzen usw. einen bunten und wohltuenden An­blick. Alle die genannten Pflanzen wollen jedoch eine kühlere Temperatur als die oft zu hohe Zim- merroärme. Wer auch Wert auf den äußeren Winterschmuck des Hauses und seines Balkons legt, der erreicht durch die kleinen, niedlichen, winterhar­ten Rot- und Blautannenbäumchen in Töpfen eine sehr stimmungsvolle Wirkung. Ebenso eignen sich die Lebensbaumzypresse, der Zwergwacholder, Buchs­baum, die Mahonie, sowie Efeu und Immergrün, die man jederzeit bei frostfreiem Wetter und Boden einpflanzen kann, sehr gut dazu. Von diesen kann man übrigens auch die Balkonbretter und die Ge­simse einfach mit Zweigen belegen oder andere pas­sende Behälter damit bestecken; hierzu leisten die Zweige von Taxus, Mahonien, sowie zapfenge- schmückte Tannenreiszweige recht gute Dienste.

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Wir geben hier ein paar Anregungen, was man ihm alles zu Weihnachten bescheren kann. Wenn er irgendeinen Wintersport treibt und sie handarbeitet, so ist als Hauptgeschenk, besonders fürs Schlittschuh­laufen ein handgestrickter, farblich zum Sportanzug gut abgestimmter Pullover mit Rollkragen aus dicker, weicher Wolle sicherlich hochwillkommen; bestimmt aber auch der ärmellose Pullover, mit den passenden Sport st rümpfen und Stulp­hand schuhen.

Wäsche, ob Unterzeug, Sport- oder Ober­hemd, Kragen, Taschentuch mit Hand­rollnaht oder der neue lange Strumpf mit Gummizug, kann ebenfalls immer gebraucht werden; dann Sportschuhe aus dem dauerhaften Elk­leder, Gürtel aus Gummikordel oder Leder, Handschuhe in Schlüpferform aus Schweins-, leder, waschbarem Nappa oder Krimmerwolle und vor allem K r a v a 11 e n ,*oon denen die neuesten in türkischen Mustern gewebt sind. Besonders be­

gehrt sind natürlich jegliche Ergänzungen der Schi­oder Schlittschuhausrüstung.

Von den immer willkommenen Geschenken sei an Bücher jeder Art, das Radio, das Grammo­phon, den Photoapparat, den Feldstecher, das Opernglas, die Aktentasche, die Armband­uhr, den Reisewecker, das Reisenecessaire und an den Füllfederhalter erinnert. Für die Behag­lichkeit sind dann noch gern gesehen Kissen, Rauch­zeug, Rauchverzehrer, Tabak in jeder Form und nicht zuletzt ein guter Tropfen!

Nicht zu vergessen sind endlich die vielen kleinen Dinge des täglichen Gebrauchs, wie Rasierzeug, Toilette- und Haarwasser, die Zigarettenspitze, der gummigefütterte Tabaksbeutel mit Reißver­schluß, der Geldbeutel, der neue Vierfarben­füllblei und der Kalenderblock zum Aus­wechseln.

Ein paar Anregungen, von denen sicher auch e r manches gebrauchen kann! H.

Aepse..

Wir sind dies Jahr reichlich mit Aepfeln gesegnet worden; leider gediehen bei dem ewigen Sonnen­schein auch die boshaften, kleinen Feinde, die den glatten Leib kreuz und quer durchbohrten, so daß des Fallobstes kein Ende war. Täglich mußte da Apfelkochobst auf den Tisch kommen. In Scheiben geschmort mit einer kleinen Korinthenbeigabe, über­trifft es oft das Apfelmus, das, von unreifem Obst, leicht im Halse würgt. Die reifen Aepfel eignen sich recht zum Abbacken. Nicht als Ringäpfel, die nie ganz frei vom bissigen Kernhaus werden, son­dern als Achtel. Davon kann man später schönen Apfelkuchen bereiten, der noch heiß mit flüssigem Apfelgelee und Butter bestrichen wird. Ueberhaupt sollte das Abbacken wieder mehr in Aufnahme kom­men. Was soll aus den vielen Frühäpfeln, wie Charlamowski, Alexander, werden? Reifes in den Backofen, unreifes zu Gelee! Bei der diesjährigen Fülle griff ich zu meiner alten Vorschrift: 250 Gramm Apfelsaft, 300 Gramm Zucker. Die durch­geschlagene' Apfelmasse vom Gelee hält sich, mit Zucker und Zitronenfaft tüchtig eingekocht, gut in einem Steintopf; herrlich für die netten Apfelfpeisen im Winter: Grütze mit Aepfeln, Brot mit Aepfeln als Apfelbettelmann und sonstige Apfelkochvorschrif- ten. Man kriegt sie nicht so leicht über, diese war­men Apfelgerichte. Also bringe sie, liebe Hausfrau, öfters auf den Tisch, auch mal als Abendbrot. Das Obst fault mächtig dieses Jahr. Man verliest es sehr sorgfältig und verbraucht alles nicht ganz

Allerlei Weihnachtsgebäck.

Eine Hand voll erprobter Rezepte.

Kleine Gewürzkuchen. 300 Gramm Mehl und 80 Gramm Kakao auf ein Backbrett sieben, zu einem Kranz auseinanderziehen, 250 Gramm Zucker, 4 Gramm (V2 Teelöffel) gestoßene Nelken, 3 Gramm Zimt (ein Teelöffel) und V2 Teelöffel Backpulver dazugeben, 2 ganze Eier hineinrühren, 125 Gramm Butter in kleine Flöckchen zerteilen und alles schnell mit dem Handballen verkneten. Den Teil ausrollen und kleine Förmchen, Herzen ober Sternchen aus­stechen. Die Figuren auf einem Backblech, welches nicht gefettet zu fein braucht, weil der Teig sehr fett ist, etwa 10 bis 12 Minuten bei mäßiger Hitze backen. Zum Guß 150 Gramm Puderzucker sieben und mit 2 Eßlöffeln Wasser verrühren und das Gebäck damit bestreichen. Etwas bunter Mohn dar­auf gestreut verziert sehr.

Runde Pfefferkuchen. 200 Gramm Mehl mit 2 Gramm gestoßenen Nelken, 3 Gramm Kar­damom und 4 Gramm Zimt mischen. 250 Gramm Kunst- oder Bienenhonig mit 60 Gramm Zucker und 75 Gramm Butter aufkochen, vom Feuer ziehen und abkühlen lassen. Als Lockerungsmittel 4 Gramm Pottasche und 4 Gramm Hirschhornsalz in 1 bis 2 Eßlöffel Rosenwasser auflösen. 100 Gramm süße Mandeln und 50 Gramm Zitronat zerkleinern. Alle Zutaten vermengen und ausrollen. Erscheint der Teig zu weich und läßt sich dadurch zu schwer aus» rollen, so bleibt der Teig am besten bis zum näch­sten Tage an einem kühlen Orte stehen, wir wer­den dann zu unserer Freude beobachten, daß das Ausrollen nun keine Schwierigkeiten mehr bereitet. Jetzt werden runde Platten ausgestochen, mit hal­bierten Mandeln belegt; damit die runden Pfeffer­kuchen schön blank und braun aussehen, werden sie mit Eigelb kurz vor dem Backen bepinselt. Backzeit etwa 12 bis 15 Minuten bei mäßiger Hitze. Es empfiehlt sich eine doppelte Menge von diesem Rezept herzustellen und einen Teil des Teiges erst kurz vor Weihnachten abzubacken.

Braune Pfeffernüsse. 200 Gramm Sirup oder Honig mit 100 Gramm Zucker und 80 Gramm Fett aufkochen, 200 Gramm Roggenmehl, 200 Gramm Weizenmehl mit je 3 Gramm Kardamom, Nelken, Koriander vermischen. 10 Gramm Pottasche in einem Eßlöffel heißem Wasser auflösen. Alle Zu­taten (Sirup oder Honig müßen wieder abgekühlt fein) mischen und tüchtig kneten. Von dem Teig fingerdicke Rollen formen, Scheiben abschneiden und diese auf einem eingefetteten Backblech etwa 10 Minuten bei mäßiger Hitze backen.

Makronen können auf mannigfache Art zu­bereitet werden. Dieses gebräuchlichste Mandel­gebäck erfreut sich jederzeit großen Ansehens. Eine besonders einfache Art der Herstellung besteht aus einem halben Pfund Zucker, 100 Gramm geriebe­nen Mandeln, einer Spitze Safran und soviel Ei­weiß, um einen lockeren Teig zu bereiten. Aus diesem formt man Makronen, legt jede auf ein ge­wachstes Papierunterteil und bäckt bei mäßiger Hitze. Eine andere Makronenart besteht aus einem halben Pfund süßer Mandeln und eineinhalb Pfund Zucker, die man ganz fein zu nicht mehr unterscheidbaren Teilen stoßt, um dann 5 Eiweiß und etwas Rum hinzuzugeben. Der sich bildende Teig wird in runder ober länglicher Form aufge- spritzt und die kleinen Kuchen auf gebuttertem Blech zunächst getrocknet, bann bei geünber Hitze ge­halten.

Weiche Makronen enthalten ein Pfund ge­riebene Mandeln, 6 Eiweiß, ein halbes Pfund Puderzucker und etwa 5 Eiweiß geschlagenen Schnee. Der Teig muß so dünn sein, daß er mit der Tülle aufgespritzt wird. Gewachstes Papier ist für jede Makrone erforderlich. Man kann auf jede Makrone eine kandierte Kirsche legen; die Makronen erst einige Stunden trocknen und erst dann über­bauen.

Mandel st angen bestehen aus 500 Gramm Zucker, 125 Gramm geriebenen Mandeln und einigen Eiweiß. Der daraus bereitete Teig wird in länglicher Form gespritzt und getrocknet. Man bäckt ihn bei gelinder Hitze und taucht jedes Mandel- ftangenenoe in flüssigen Schokoladenguß ein. Auch feine Streifen von Zitronat eignen sich zur Ver­zierung.

Marzipan. 500 Gramm süße, 30 Gramm bittere, abgezogene und gut abgetrocknete Man­deln werden sehr fein gerieben, wobei man bann unb wann ein paar Tropfen Rosen- unb Drangen- blütenwasser barüberfprengt, um bas Oeligwerben zu verhüten. Man vermischt bann die Manbeln mit 500 Gramm fein gestoßenem unb gesiebtem Zucker unb rührt sie in einer Schmorpfanne auf sehr schwachem Feuer so lange, bis der Mandelteig, wenn man mit dem Finger daraus tupft, nicht mehr festklebt. Man tut nun den Teig auf das mit feinem Zucker bestreute Backbrett, wirkt ihn zu einem länglichen Brote zusammen, wickelt ihn in Papier und verwahrt ihn an einem kalten Ort. Beim Gebrauch wirkt man den Teig wieder zu­sammen; sollte er sich spröde zeigen und bei der Verarbeitung brechen, so knetet man ihn mit ein wenig Eiweiß gut durch, daß er recht geschmeidig wird.

Mandelspäne. 250 Gramm süße und einige bittere Mandeln stößt man, nachdem sie abgezogen, gewaschen und sehr gut abgetrocknet sind, mit ein wenig Eiweiß sehr fein, vermischt sie mit 250 Gramm Zucker und rührt sie mit etwas Eiweiß zu einer dickflüssigen Masse. Man streicht von der Masse 8 bis 10 Zentimeter lange und etwa 5 Zenti­meter breite, sehr dünne ovale Blätter auf ein dünn mit weißem Wachs bestrichenes Blech (man kann sich hierzu, um die Blätter gleichmäßiger zu machen, einer Art Schablone von Blech ober bünner steifer Pappe bebienen), bäckt sie im mäßig heißen Ofen zu schöner Farbe, schneibet sie heiß vorn Bleche ab unb krümmt sie sogleich über ein runbes Holz.

Feiner Honigkuchen. Zutaten: 100 Gramm Butter, 100 Gramm Kandiszucker, 150 Gramm Honig ober Sirup, ein Ei, 2 gestrichene Teelöffel voll Zimt (6 Gramm), eine Prise Salz, 400 Gramm Weizenmehl, ein Päckchen OetkersBackin", ein Achtelliter Milch. Zubereitung: Die Butter rührt man zu Sahne, fügt ben kleingestoßenen Kanbis­zucker, ben flüssigen Honig, Ei unb Gewürz hinzu unb verrührt alles gut. Dann arbeitet man das mitBackin" gemischte und gesiebte Mehl ab- wechselnd mit der Milch unter den Teig unb füllt ihn in eine gefettete Kastenform. Man bäckt ben Kuchen bei guter Mittelhitze etwa eine Stunde lang.