Einzelbild herunterladen

Montag, 12. November 1934

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberheffen)

Nr. 265 Drittes Blatt

Aus der Provinzialhauptstadt

ver-

Blick auf die ganze Brandstätte. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)

Das brennende Fabrikgebäude von der Seite gesehen.

Ge-

Wir

die wirklich ganz groß ist?

Wilde Tiere auf der Straße

bärden um Wiederaufnahme bat.

: zens und lagen ferner auf dem Gebiet der Gelenk­erkrankungen, der Tuberkulosebekämpfung, der Radiumbestrahlung und der Kropfbehandlung; wur-

noch Lon-

et®

'Kll. her, vor, h.

Kopf. Er wurde in seinen Käfig zurückgebracht, nach­dem schon vorher die Elefanten eingefangen waren.

unbeachtet durch die Straßen strich. Hier trat ihm ein junger Mann mutig entgegen und betäubte ihn

Londoner Zoo entwich, trieb sich ein paar Stunden in dem Nebel und der Kälte von Regents Park

Lebensjahre verbrachte er bei Verwandten in Brom­bach. His war 1863 in Basel geboren; er lehrte in Leipzig, Basel, Göttingen und zuletzt, von 1907 bis zu seiner Emeritierung 1932, in Berlin, wo er als Nachfolger Professor von Leydens wirkte. Die Forschungen des bedeutenden Internisten betrafen vor allem die Physiologie und Pathologie des Her­

den in zahlreichen medizinischen Abhandlungen veröffentlicht. His war auch Herausgeber derZeit­schrift für klinische Medizin".

Dem nichtbeamteten außerordentlichen Professor Dr. Wilhelm Zander von der Universität W u r z- b u r a ist das persönliche Ordinariat für anorga­nische und analytische Chemie in der Naturwissen­schaftlichen Fakultät sowie die Leitung des jetzt selbständigen Instituts für anorganische Chemie an der Universität Frankfurt übertragen worden.

DerGanze-Groß".

Von Johann Otto Bringezu.

Er ist ein vielgewandter Gesell, der es mit

stesgegenwärtiger, der dem entsprungenen Tier mit Festigkeit entgegentritt, bringt meistens die Rettung. Dies war auch kürzlich in Rouen der Fall, als ein Tiger aus einem Zirkus ausbrach. Der Tiger geriet an zwei Elefanten, die mit angstvollen Trompeten­stößen flohen und eine Tür durchstießen, die nach einem Platz führte. Die Menschen flüchteten ent­setzt. Zirkusleute und Feuerwehr bemühten sich um das Einfangen der Dickhäuter, während der Tiger

licher und aufregender als sie sind. Das seit längerer Zeit gefangene Raubtier, das sich plötzlich unter so ungewohnten Bedingungen in Freiheit sieht, ist meist kein furchtbarer Feind, sondern ein armseliger Ausreißer; es sei denn, daß die Bestie durch irgend etwas in Mut versetzt wird. Dann erst wird die Lage bedenklich. Eine aufregende Szene ereignete sich vor etwa zwei Jahren in einem Luxus-Restaurant zu

Tageskalender für Montag: Licht­spielhaus, Bahnhofstraße,So endete eine Liebe".

Die häufigsten Ausreißer, die den Urwald in den Straßen der Großstadt suchen, sind die Affen; in ihrer großen Freiheitsliebe und Schlauheit finden sie tausend Mittel und Wege, um zu entkommen, aber nach längerem oder kürzerem Umherirren keh­

ren sie grimmig enttäuscht wieder in die Obhut des Menschen zurück, sobald sich ihnen dazu die Gelegen-

Cafö Amend: 16 und 20.30 Uhr, Wintermoden und Schmucksachen Evangelische Stadtmission, 20.30 Uhr, Evangelisationsvortrag.

Wieder Saarurlauber m unserer Stadt

Am Samstagmittag kamen wieder Saarurlauber in unserer Stadt an. Insgesamt waren es 55 Brüder und Schwestern von der Saar, die zu einem kurzen Ferienaufenthalt unsere Stadt und die ober­hessische Heimat kennenlernen sollen. Der Empfang am Bahnhof gestaltete sich sehr eindrucksvoll. SA., JV. und Arbeitsdienst waren in Abordnungen zum Empfang aufmarschiert und traten auf dem Bahn- steig an. Das hiesige Reichswehr-Musikkorps unter i her Stabführung von Obermusikmeister Krauße be- | reitete den Gästen einen eindrucksvollen Empfang, i Unter den Anwesenden sah man Standartenführer Lutter, den Standartenadjutanten Münker, ! Oberregierungsrat Dr. Schön hals sowie Ver- ! treter der SS. und der NSV. Außerdem hatten sich noch zahlreiche Volksgenossen eingefunden. >Nach dem Willkommgruß auf dem Bahnsteig, der i mit einem vaterländischen Liederpotpourri der Reichswehrkapelle und mit dem gemeinsam gesun­genen Saarlied ausklang, formierten sich die Mann­schaften noch einmal auf dem Bahnhofsvorplatz.

Im Auftrage der Kreisleitung Gießen der NSDAP, hielt Sturmhauptführer O t t eine An­sprache, in d"r er die Saarurlauber herzlichst in

zu tun hatten und von da an immer und immer wieder gegen die an einzelnen Stellen erneut auf* lodernden Flammen eingreifen mußten. Die Ent­stehungsursache des Feuers ist bis jetzt noch unbe­kannt. Der Schaden ist bei der Ausdehnung der Brandstelle und angesichts der reichen Vorräte an Rohstoffen und Fertigfabrikaten, die vernichtet wur­den, natürlich als sehr groß anzusehen.

Mit den Feuerwehren war auch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unter Führung von zwei Aerzten (Dr. Kortüm und Dr. Neu- mann-Spengel) und des Kolonnenführers Kratz mit sechsunddreißig Mann, zwei Helfe­rinnen, zwei Krankenwagen und allem erfor­derlichen Gerät schnell zur Stelle. Die Sanitäts­kolonne leistete im Verlauf der Feuerbekämpfung drei leichtverletzten Personen Hilfe; ein Feuerwehr­mann zog sich Schnittwunden an der Hand zu, einem anderen kam beim Löschen mit Schaum etwas von dem Löschmaterial ins Auge, ein Zivilist, der anscheinend auf dem Fabrikhofe beim Bergen der

ihrem Vaterlande begrüßte. Sie, die Saarländer, seien zu uns gekommen, ohne zu wissen, wie es bei uns aussehe. Im Saarland werde von Ver­brechern, Deserteuren und Lumpen immer wieder viel erzählt, was mit der Wahrheit nie in Einklang zu bringen sei. Nun sei den Gästen von der Saar Gelegenheit gegeben, selbst zu sehen, was im Deutsch­land Adolf Hitlers vor sich gehe, was Dichtung und Wahrheit sei.

Das Morgenrot der Freiheit, das uns leuchte, stehe auch für das Saarland am Firmament. Und es würden bald die Friedens- und Freudenglocken läuten. Die Brüder und Schwestern von der Saar gehörten zu uns, wie wir zu ihnen. Der Führer fei für uns Deutschland und Deutschland sei für uns der Führer. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten, schloß Sturmhauptführer Ott seine Ansprache.

In kurzen Worten sprach sodann noch der Führer des hiesigen Saar - Vereines, Herr Thum. Die Saardeutschen in unserer Stadt hätten sich zusam­mengeschlossen, um den Kampf um die Heimat und die Zugehörigkeit des Saargebiets zu Deutschland nach besten Kräften zu unterstützen. Wir alle trügen die Gewißheit in uns, daß Brüder und Schwestern im Saargebiet in unerschütterlicher Treue zum Vaterland stünden.

Die Emvfanqskundgebunq auf dem Bahnbofs- vorplatz fand mit den gemeinsam gesungenen ersten Versen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes ihren Abschluß.

Von den in Gießen angekommenen Saarqästen setzten 21 die Reise nach Lich und 15 nach Betten­hausen fort. In Gießen blieben 19 Urlauber, die sofort von ihren Gastgebern übernommen und in die Stadt geführt wurden.

ftilme über das Wmierbilfelwer*

Die Gaufilmstelle Hessen-Nassau der NSDAP, gibt bekannt: Alle Filme über das Winterhilfsw"rt werden von der Reichspropagandaleituna der NSDAP. Abt. Film, in Verbindung mit der Reichs­leitung des WHW. hergestellt. Der erste Film die­ser Art läuft bereits unter dem TitelDer Führer eröffnet das WHW " als abgeschlossene Wochenschau in allen Kinos des Reiches.

Die Erhebung der Bürgersteu<>r

Die Bürgermeisterei Gießen veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Erhebung der Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Dazu ist zu bemerken, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitnehmer haftet und, falls er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die

ausnahmsweise gleich am Anfang aufsagt? sind nämlich zum Essen eingeladen."

Englisch.

Als man in England denMagnetismus" mit insularem Spott verfolgte, stand in einer

tmun Vtt lungej erneu.- Schlu- . Nch ' M' i U lerunx Wann hapai

Kleine Weltgeschichten.

Von Karl Lerbs.

Schweizerisch.

In St. Gallen hat sich einmal es ist lange, lange her vor Beginn der abendlichen Vorstel­lung im Theater eine würdige alte Dame, Mutter einer zum ersten Mal auftretenden jungen Schau­spielerin, von ihrem Platz in der ersten Reihe er­hoben und zur Hörerschaft gesprochen wie folgt:

Meine Herrschaften! Hätten Sie wohl etwas dagegen, daß meine Tochter heute abend ihre Rolle

Hochschulnachrichten.

Der berühmte Internist Geheimrat Professor Dr. Wilhelm His ist in Brombach bei Lörrach in Baden im Alter von 71 Jahren geworben. Pro­fessor His hat viele Jahre die Erste Medizinische Klinik der Berliner Charite geleitet. Die letzten

k

ämtern gemeldet ist, deren Unterbringung aus schiedenen Gründen, wie zu hohes Alter usw., be­sonders schwierig ist. Daneben ist die Hessische Re-

l.) Ul°

>: W « W ne. E° W ien) tz1 M' SRarfii mittet

doner Tageszeitung zu lesen:Mr. Halse, Professor des tierischen Magnetismus, hat, wie man weiß, behauptet, daß seine Patienten im magnetischen Schlaf imstande seien, in ihrem Innern sehr genau Umschau zu halten. Daraufhin hat der Herr Graf von Londonderry, ebenso wißbegierig wie ungläu­big, sich von Professor Halse einschläfern lassen, um Höchstseinen Kopf von innen zu/ betrachten. Beim Erwachen hat der hohe Herr indessen erklärt, er habe nichts darin wahrgenommen."

Französisch.

Als d'Argenson nach seiner mißglückten Aufleh­nung gegen die Pompadour aus seinem Amt als Kriegsminister entfernt worden war, schrieb er wenige Stunden nach seinem Sturz an einen ihn befreundeten Ministerkollegen:

Mein lieber Jeanette! tfalls Sie sich meiner noch entsinnen, so tun Sie mir doch bitte die Liebe usw."

Noch einmal Französisch.

Ein französischer Schriftsteller, der nach dem Sturz Napoleons besonders laut auf den Entthronten schimpfte, mußte sich in einer Gesellschaft daran er­innern lassen, daß er doch von Napoleon ein Ehren­gehalt bezogen jjabe:,, Wenn Sie ihn dermaßen verabscheuten wie konnten Sie dann sein Geld annehmen?"Annehmen?!" sagte der Dichter. Solange der Tyrann regierte, hat sich an jedem Monatserften folgendes Gespräch abgespielt:Mol­lien!"Sire?"$at B. sein Ehrengehalt ab­gehoben?"Jawohl, Sire."Das ist sein Glück. Am Tage, da er es zum ersten Mal nicht abhebt, lasse ich ihn erschießen wie den Herzog von Enghien." Und das hätte er getan, der Menschen­schlächter er hätte es bestimmt getan."

. 6.30t lorgen- Gyin. 10.15: Kich rtjertl tn aus 14.15:

Für bi- I: N iterrif *£ S; . w rM 24 bis

Großfeuer in der Seifenfabrik Mobs

Das Fabrikgebäude völlig ausgebrannt.

Cannes an der Riviera, Man hatte dem im Garten speisenden eleganten Publikum eine besondere Sen­sation bereiten wollen, indem man dicht an die Ter-1 rasse einen Käfig mit einer Gruppe wilder abessini­scher Löwen heranrückt^ mit denen die Löwenbändi- > gerin Sarah Caryth eine Vorstellung gab. Die laute Tischmusik, das Geplauder der prunkhaft gekleideten Gäste, der Geruch der Speisen, machte die Tiere unruhig, und der größte Löwe sprang mit dump­fem Gebrüll gegen die Tür des Käfigs und bahnte sich mit einigen Schlägen seiner mächtigen Tatzen den Weg ins Freie. Ein furchtbarer Schrecken er­faßte die lustige Gesellschaft; alles stürzte nach dem Ausgang; einige erreichten die Straße, andere lie­fen schreiend und fassungslos umher. Erst als die rasch alarmierte Feuerwehr ihre Spritzen gegen den Löwen richtete, duckte sich dieser ängstlich und konnte von der Bändigerin und ihren Gehilfen gefesselt und in den Käsig zurückgebracht werden. Ein Gei-

A in eftanl

1 Kuchj chöhen,i i

d.01 .4 33'9

Fässer behilflich war, stürzte dabei und trug eine Kopfverletzung davon. Ein Feuerwehrmann wurde von einem herabstürzenden brennenden Holzstück ge­troffen, das ihm den Helm verbeulte und ein Stück vom Rock abriß, ihn im übrigen aber zum Glück unversehrt ließ. Die Polizei versah den Absperrungs­dienst in ausgezeichneter Weise, wobei die Beamten als die Zuschauermenge immer riesiger anschwoll und schließlich noch die über die Brandstelle hinweg- führende Hochspannungsleitung in der Gefahr des Schmelzens der Drähte war, außerdem eine Explo­sion des Dampfkessels in Rechnung gestellt werden mußte von einigen zufällig anwesenden Soldaten, ferner von Mannschaften der SS. und SA. sowie des Arbeitsdienstes wirkungsvoll und anerkennens­wert unterstützt wurden. Dank des umfassenden Sicherheitsdienstes unter Leitung des Polizeiober­inspektors Hoffmann war es möglich, die große Menschenmenge so weit von der Brandstelle fernzu­halten, daß die Feuerwehren ungestört arbeiten konnten, die Zuschauer selbst auch keinen Schaden erlitten.

An der Brandstätte weilten auch Oberbürger­meister Ritter, der städtische Feuerwehrdezernent Bürgermeister Dr. H a m m , Polizeidirektor Heine und Vertreter der Staatsanwaltschaft

Eine Feuersbrunst, die an den Rohstoffen in dem Fabrikgebäude reiche Nahrung fand und dadurch zum Groß feuer wurde, brach gestern kurz vor 22 Uhr in der S e i f e n f a b r i k v o n P. I. M o b s an der Rodheimer Straße aus. Die Feuerwache wurde um 21.59 Uhr durch Drucken des Feuer­melders alarmiert und sah sich bei dem Umfang des Brandes genötigt, durch die Ringleitung auch die beiden freiwilligen Feuerwehren herbeizurufen. Die Aufgabe, die der Feuerwehren an der Brand­stelle harrte, war bei der großen Ausdehnung der Flammen und der reichen Nahrung des entfesselten -Elements außerordentlich schwierig.

Gewaltig lohte der Brand zum nächtlichen Him­mel empor und weithin war das Prasseln des der Zerstörung anheimfallenden Gebäudes und seiner Einrichtung vernehmbar. Die Feuerwehren unter der Oberleitung des Stadtbranddirektors Brau­bach, der von Kreisfeuerwehrinspektor Bouffier und den Wehrführern der freiwilligen Feuerwehren Wenzel und Münch tatkräftig unterstützt wurde, gingen mit anerkennenswerter großer Tatkraft gegen den Brandherd vor, sie mußten sich aber immer mehr darauf beschränken, das nach der Rod­heimer Straße zu gelegene, nur durch einen kleinen Zwischenbau von der brennenden Fabrik abge­grenzte Bürohaus zu halten. Natürlich wurde auch in die lodernden Flammen aus allen verfügbaren Schläuchen Wasser gegeben, ohne aber dadurch dem Brand an seinem Kernpunkt Einhalt tun zu kön­nen. Während die Flammen immer mehr um sich griffen, waren viele freiwillige Helfer damit be­schäftigt, einige Lagerräume, in denen zahlreiche Fässer mit Rohstoffen zur Seifenherstellung (Oele, Fette und andere leicht brennbare Stoffe) lagerten, zu räumen. Eine große Anzahl Fässer mit diesen Rohstoffen wurde aus den Schuppen und von dem Fabrikgrundstück heraus auf die Straße bzw. auf die angrenzende Wiese gerollt; ferner gelang es, aus der Garage ein Personenauto und zwei Last­autos vor dem verheerenden Element in Sicherheit zu bringen. Geräumt wurde auch das Bürohaus, 'aus dem man die Kontormöbel und vor allem die Geschäftspapiere in großer Eile heraustrug. Zum Glück gelang es aber schließlich den mit größter Hingebung arbeitenden Feuerwehren, die Flam­me« auf das langgestreckte Fabrikgebäude zu be­schränken. Dieser Bau brannte vollständig aus und zeigte heute früh ein furchtbares Bild der Zer­störung. Die Feuerwache rückte um 0.46 Uhr in das Depot wieder ein, jedoch mußten an der Brand­flelle starke Wachen zurückgelassen werden, die bis heute früh geaen 4 Uhr noch oft mit dem Löschen

ßchick verstanden hat, bis heute allen Fallen zu entschlüpfen, m denen die Schädlinge und Schimpf- linge der deutschen Sprache zu fangen eine neue Zeit sich mit Eifer bemüht. Er hat sich klein ge­macht und schmal und schlank, hat sich gewunden uni) gedreht, ja, hat die Mimikry so weit getrieben, daß man ihn eines Tages gar nicht mehr bemerkte; daß er unsichtbar geworden war wie ein tückischer Hauskobold, der aussehen kann wie ein Pfeffer­korn und wie ein Salzfaß oder wie eine Kaffee­mühle, wenn die Gefahr ihm zu nahe auf den Pelz rückt. Bis er glaubt, daß die schlimmste Zeit über­wunden ist und er dann wieder aus seiner Tarn- Ejaut herauskriecht, anmaßend und keck wie zuvor, überall und nirgends zu sehen und zu hören und Überallganz groß".

Ganz groß! Was war einmal und was ist heute noch nicht allesganz groß"! Wo lieft man nicht cm jedem Tage vier-, fünf-, neun- zwvlfmal, daß dies ober jenes Ereignis, daß diese oder jene Film­diva, daß dieser ober jener Rekorbganz groß" sei. Wo finbet man eine Gesellschaftsschicht, bie diesen Wortleichnam nicht gebankenlos mit sich . herumträgt unb sich nicht scheut, ihn ber Oeffent- ichkeit barzubieten, wie wenn es nichts seldstver- stänblicheres gäbe, als sich mit biefer sprachlichen Unart bloßzustellen,noch unb noch". Dennoie Werden lachen", so ganz groß ist dieser Herr Ganze- Groß nun auch wirklich, daß er es verstanden hat, -nicht nur sich selbst, sondern auch seine ganze Ver­wandtschaft durch das feine Netz der Sprachreim- ! gungsfilter hindurchzuschmuggeln. Freilich ist es -ihm nicht allzu schwer geworden; die Börse, die ihn geboren hat wie so manche andere Sprachschnodde­rigkeit, hat ihm auch bie Talente mitgegeben, bie man braucht, um sich in ber Welt überall burch- zuhelfen. Unb wenn nicht auf geraben, so boch auf anberen Wegen. Ihm wie seiner wohlkonfektionier- tcen Derwanbtschaft.

Sie glauben es am Enbe nicht ganz?* Ich läge Ihnen, es istja" so! Da ist plötzlich noch ein Nachkömmling aus biefer Wortjobberfamilie, ber voll Heimtücke bem schlichten unb ehrlichen Ja ein Bein stellt, baß es von bem Platze, auf ben es ieiner graben Wortnatur nach hingehört, in ganz inbere Satzbezirke hineingerät. Unb bas nun von i»a bas ebenso biebereboch" oerbrängt, bas jetzt »on bem Wortvermanscher an bie leere Ja-Stelle verschoben wirb, um bort ähnliches Unheil anzu-

chr h. ts.

K

aierung eifrig bemüht gewesen, eine große Anzahl j bewährter Kämpfer ber NSDAP, in ihrem Ge- j schäftsbereich unterzubringen. Nach ben amtlichen Feststellungen sinb in ber Zeit von März 1933 bis März 1934 an alten Parteigenossen 2219 im hessi­schen Staats-, Gemeinbe- unb Körperschaftsbienst untergebracht worben, baoon 339 in Beamtenstellen, 707 in Angestelltenstellen, 279 in Angestellten- ober Arbeiterstellen, 894 in Lohnarbeiterstellen. Es barf also gesagt werben, baß im Gebiete Hessen alles nur erbenkliche getan würbe, um biefe Frage, bie für Staat unb Bewegung eine Ehrenfrage ist, enb- gültig zu lösen. Durch bie nunmehr ergangene Ver­ordnung über ben Austausch von Arbeitskräften, bie von ben Arbeitsämtern burchgeführt wirb, ist zu erwarten, baß nun bie letzten arbeitslosen alten Kämpfer in Arbeit unb Brot kommen. Nach wie vor sinb also bie Arbeitsämter zuständig für deren Unterbringung, weshalb alle Bewerbungen dorthin zu richten sind.

Vornotizen.

®rün- M:

k ber j

[O:

ber D

wil

richten.Hat Ihnen das neue Buch gefallen, Herr Ganze-Groß?"Doch, es ist ganz groß." Doch? Warum auf einmal doch, wo es doch ja, warum auf einmal ja, wo es doch heißen müßte?

Aber warum auch nicht; aus ja mach' doch, aus boch mach' ja; aus weiß mach' schwarz, aus schwarz mach' weiß. Warum auch nicht, solange jene ehr­samen Zeitgenossen, beren besonbere Aufgabe es sein sollte, ben eblen unb klaren Wuchs ber Sprache zu förbern unb zu pflegen, aus Bequemlichkeit ober weil sie biefe Dinge nicht für wichtig genug halten,*.» ------v

die Sprachschieber unb Wortkonfektionäre tun unb burch einen Schlag mit einer Elfenstange auf ben treiben lassen, was sie wollen.Noch unb noch."

Wenn sie sich aber enblich einmal besinnen wür­ben: Wäre hier für sie nicht eine Ausgabe zu lösen.

. 6.30: Rorqeit-

Stutl

Hiffunt affifdie ilbicni! rbicn't

hrid)trn Olimiii »rt

Erfolg in der Arbeitsbeschaffung für alte Kämpfer der 7IGDAP im Gebiet Heffen.

Das Staatspresseamt teilt mit: Eine ber vorbringlichsten Aufgaben ber nationalsozialistischen Regierung ist unb bleibt bie Beseitigung ber Arbeitslosigkeit. Im Rhein - Main - Gebiet würbe burch großzügige Maßnahmen bes Gau­leiters unb Reichsstatthalters Sprenger biesem Gespenst energisch zu Leibe gerückt. Tausenbe unb aber Tausenbe wurden bereits in Arbeit und Brot gebracht.

Es war eine Selbstverständlichkeit, daß diejeni­gen Volksgenossen, die das Dritte Reich hatten er­kämpfen helfen, von denen viele gerade wegen der Teilnahme an diesem Kampf Stellung und Brot verloren hatten, in erster Linie wieder in Arbeit und Brot gebracht werden mußten. Die Arbeits­ämter erhielten daher vom Reichsstatthalter An­weisung, für alte Parteigenossen mit der Mitglieds­nummer bis 300 000 bevorzugt Arbeitsplätze zu be­schaffen. Dieser Anordnung ist weitgehendst Rech­nung getragen worden, so daß zur Zeit nur noch eine kleine Zahl alter Kämpfer bei ben Arbeits-

ME

SiH 3.0J i!

L 16^ 168- 2lj 0»J 62. 49 11 64 Slj »f

'5 P 62,41

Immer mieber lieft man von Löwen, Tigern, Elefanten unb anberen Bestien, bie plötzlich, meist ßiefet. Ein Schimpanse, ber kürzlich aus bem einem Zirkus entsprungen, in einer Straße aus- p *- -

tauchen, eine Panik Hervorrufen unb eine mehr ober Ux _ ______ ____ _____ _____

weniger groteske Jagb entfesseln. Die Feuerwehr ^mher unb kehrte bann zitternb an bas Sübtor bes wirb alarmiert unb muß sich in bem ihr sonst so Zoos zurück, wo er bie Beamten burch allerlei Ge- fremben Beruf bes Großwilbjägers betätigen. Frei- herben um Wieberaufnahme bat. lich klingen biefe Erzählungen in ber Regel gefähr- --------