Vraune Neffe und Siändewoche in Vutzbach
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Nachdruck verboten!
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nuten Saalüberblick gewährte, Platz _______ suzinfoihinn hotanb fid) Sani' : Geheimrätin,
Heinz Wolterstorff bat um diesen Tanz, und Hilda hing sich mit Freuden in seinen Arm.
Mancher bewundernde Blick folgte dem stattlichen Paar, und vielfach wurde an den Tischen das Erstaunen laut, daß aus ihm nicht längst ein Ehepaar geworden sei. Heinz Wolterstorff galt allgemein als der prädestinierte Schwiegersohn der Geheimrätin Geyerling. Ms vor kurzem wenigstens. Neuerdings sollte ja ein anderer Hahn im Korbe sein...
Wolterstorff führte seine Tänzerin elegant und gewandt über das Parkett, und bei herrlichem Dreivierteltakt bewegten sich beide in süßem, wiegendem Rhythmus.
Wonnig dünkte ihn der Augenblick, und er hoffte, das Orchester würde mit seinem Spiel nimmer
Hauptversammlung der Vuhbach-Licher Eisenbahn AG
enden.
Seine Augen lagen auf dem strahlenden Antl.z des Mädchens, das sich ganz der Seligkeit Tanzens hinzugeben schien.
Auf dem „Ball der Ingenieure" sah man bekannte Persönlichkeiten aus allen Lagern und hörte man die Namen nicht nur angesehener Techniker und ütÄ»" S. ‘»&Ä t*
auf Waaen vor. Immer neue Gaste strömten in die hell erleuchtete Vorhalle, in der sich die Garderoben
Frau"'Geheimrat Geyerling mit Tochter und Nichte war bereits eingetroffen: sie hatten m einer sXl“ae iÄrquten Saalüberblick gewährte, Platz genommen. W ihrer Begleitung befand sich Sani- infcirrtt Tir • fc'rnufe der Bruder der (_ ein Einspänner, ein Junggeselle, der sich aber m der Rolle des Anstandswauwaus, als den er sich lachend bezeichnete, allem Anschein nach außerordentlich wohl fühlte.
Weiterhin sprach Kreisleiter der NS.-Hago Pg. Dillenburger. Er führte aus, daß National- sozialist sein heiße Bundesgenosse sein. Die Urzelle, von welcher der Gedanke des Nationalsozialismus hinausgetragen werden müsse, sei die Familie. Hier sei das gegebene Feld, den Geist des Nationalsozialismus in die Jugend zu pflanzen. Er nahm dann Bezug auf die Nachkriegszeit und die schweren Kämpfe, die Hitler und seine Getreuen zu bestehen gehabt, gedachte der in diesem Kampfe Gefallenen, deren Gedächtnis durch eine Minute des Schweigens geehrt wurde. Zum Schlüsse verglich er die Bewegung mit einem Bäumchen, das langsam wachsen und Früchte tragen müsse, dazu gehöre Zeit, und Hitler habe ja nur vier Jahre Zeit dafür verlangt. . Dann folgte eine Aufführung des Grenz- ' landspiels : „Deutschland — Mutter - ■ land" von W. Jansen und C. Streckenbach, das die Leiden der Grenzlandbewohner, aber auch die angestammte Verbundenheit und Treue zum Vaterland schildert.
Nach dieser Aufführung fand eine Kaffeepause statt, die umrahmt wurde durch Kinderreigen und Tänze, sowie Chorgesang der Butzbacher Frauenschaft. Den Schluß der Veranstaltung bildete die
ZweiMimer und Hilda
Vornan von Hermann W. Walber.
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ausgezeichneten Leistungen einen silbernen Pokal und ein Diplom erhielt. Am Abend unterhielt der BDM. mit Reigen und turnerischen Darbietungen.
* Nieder-Ohmen, 11. Juli. Einem langgehegten Wunsche unsrer Einwohner hat die Reichsbahn durch die Ausgabe von Sonntagskarten von Nieder-Ohmen nach Alsfeld seit einiger Zeit in erfreulicher Weise Rechnung getragen. Nunmehr hat man Gelegenheit, von hier aus unsere Kreisstadt mit Sonntagsrückfahrkarte zum Preise von 1,50 RM. zu besuchen. — Heute vormittag stießen hier am Hauptbahnübergang zwei Kraftfahrzeuge zusammen, die beide erheblichen Schaden erlitten. Ein im gleichen Augenblick entgegenkommender Radler konnte den Fahrzeugen nicht mehr ausweichen und wurde verletzt, während das Rad vollständig zertrümmert wurde.
Allmählich füllten sich die Räume.
Es schien, als habe jeder der Gäste frohe Stimmung mitgebracht.
Das war überall ein herzliches Begrüßen, em Lachen reiner Freude, ein zwanglos munteres Geplauder, ein fröhliches Zutrinken.
Das Dunkel des Anzugs der Herren, das blendende Weiß ihrer Wäsche stand in feierlichem Kontrast zu dem Bunt der Damenkleider, den leuchtenden Rücken und Armen der Frauen und Mädchen, und doch bildete alles eine einzige, gut abgestimmte Harmonie festlichen, vornehm-schönen Gepräges.
Mit einiger Verspätung kam Heinz Wolterstorff.
Langsam schritt er durch den riesigen lichterfüllten Saal und spähte scharf nach derjenigen aus, die für ihn alleiniger Anziehungspunkt war.
Aus dem Bekanntenkreise wurde er mehrfach angerufen. Er erwiderte die Grüße mehr zerstreut als bewußt.
Dann aber schlug ihm ein Freund, ein Bundesbruder, lachend auf die Schultern und sagte zu ihm mit listigem Augenzwinkern: „Zur Loge mußt du deine Schritte lenken!", und da erst entdeckte er die Geyerlings, die ihm freudig zuwinkten, als er sich ihrem Tische näherte.
Die Geheimrätin bewillkommnete ihren Direktor herzlichst und lud ihn zum Platznehmen ein — eine Einladung, der er willig Folge leistete, nachdem er die übrige Tischgesellschaft begrüßt hatte.
Unbefangen und lieblich in ihrer natürlichen Herzlichkeit gab ihm Hilda Geyerling die Hand, auf die er einen Handkuß drückte, für eine Sekunde vielleicht länger, als ihm schicklich schien. Daß er dabei leicht errötete, dessen wurde er sich kaum bewußt.
Bald herrschte eine allgemeine Unterhaltung, die den Stempel ungezwungener Herzlichkeit trug-
Hilda und Liesgreta konnten sich gar nicht.genug tun im Fragen nach dem Namen solcher Manner, deren Köpfe ihnen im Gewühl drunten im Saale
Die Frau hatte sich schnell gefaßt. Sie wischte sich mit einem Tuch über die Augen, legte schnell etwas Puder auf und ging ihren Gästen entgegen, die sich allmählich recht zahlreich wie an so manchen Abenden einfanden.
Als Hans von Kirchhofen in das Nebenzimmer trat, das wegen feiner Größe und Ausstattung viel mehr ein Saal war, klangen aus dessen Hintergrund gedämpfte Jazztöne.
Frauen, junge und alte, hübsche und weniger hübsche, alle in berückenden Kleidern, denen kostbare Parfüms entströmten, Männer, im Frack oder Smoking, elegante und blasierte, mehr ältere als jüngere — dies war das Milieu, das sehr bald die Räume der Mya Körber mit lautem, lachendem Leben erfüllte.
Das Ziel aller dieser Menschen war das Spiel, das, ehe eine Stunde verstrich, in vollem Gange war.
Die Gastgeberin stellte mit Genugtuung fest, daß Hans von Kirchhofen nicht weggegangen war. Er benahm sich im Gegenteil als der fröhlichste und eifrigste von allen, im Tanz und beim Spiel.
Und sie ahnte nicht, daß es für ihn eine ausgemachte Sache war, nach dieser Nacht Mya Körbers Haus nie wieder zu betreten.
Nur einmal noch wollte er den Atem der Lebewelt genießen, zum letzten Male sich als — Falsch- spieler betätigen. — .
Als der Spielbetrieb noch tn vollem Gange war, verließ Hans von Kirchhofen den Spielklub, ohne sich von Mya zu verabschieden.
Landkreis Gleken.
* Daubringen, 12. Juli. Das Amt des hiesigen Bürgermeisters wurde Adam Stein von hier als kommissarischem Bürgermeister übertragen.
»Geilshausen, 12.Juli. Zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes ist der Ortsgruppenleiter Seipp bestellt worden.
* Lumda, 12. Juli. Unser Mitbürger Eduard Schultheiß wurde zum kommissarischen Bürgermeister unseres Ortes bestellt.
Kreis Schotten.
# Aus bem Vogelsberg, 11. Juli. Die Futtermittelknappheit nimmt immer bedenklichere Formen an. Seither halfen sich nur einige Bauern mit Heckenlaub als Vieh- futter, j efct aber greifen immer mehr Viehbesitzer nach diesem Notbehelf. Das Weidetreiben h kann das Vieh nicht mehr sättigen. Verschiedentlich ", mußte zu Notverkäufen von Vieh geschrit- ten werden. Durch die anhaltende Trockenheit wird die Kartoffelernte in Frage gestellt.
Kreis Büdingen.
—Aus dem Niddatal, 10. Juli. Der Ertrag der Apfelbäume in diesem Jahre muß weit geringer eingeschätzt werden als dies vor Wochen geschah. Obwohl sie fast ausnahmslos überreichlich in Blüte standen und gut durch diese Zeit kamen, trifft man heute sehr viele Bäume, die vollständig leer sind. Die meisten Bäume sind schwach behangen, und nur vereinzelt trifft man Bäume, die einen vollen Ertrag liefern. Der Ausfall dürfte auf die lang anhaltende Trockenheit zurückzuführen sein. — Auf hochgelegenen Siedern hat man bereits mit dem Schnitt von Korn und Ger st e begonnen. Die allgemeine Fruchternte wird sich bald anschließen, da das Ge-
2 B u tz b a ch, 11. Juli Die Butzbach-Licher- Eisenbahn-AG. hielt heute hier unter dem Vorsitz von Direktor Dr. Stephan (Berlin) ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung ab.
In der vorangegangenen Aufsichtsratssitzung wurde im ersten Viertel dieses Jahres eine leichte Besserung der Inanspruchnahme der Eisenbahn und Kraftwagen festgestellt.
Der ordentlichen Hauptversammlung im „Hessischen Hof" wohnten als Vertreter der Aufsichtsbehörde Regierungsrat Grein vom Kreisamt Gießen und Kreisdirektor Dr. Straub vom Kreis- amt Friedberg, als Vertreter der beteiligten Gemeinden die Bürgermeister Dr. Scheller (Butzbach), Hch. Gerlach X. (Eberstadt), Heß (Münster) und Bock (Gambach) bei. Aus dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß
zwecks Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes der Erlaß der Zinsen auf die Teilschuldverschreibungen, die Hinausschiebung der Rückzahlung der Teilschuldverschreibungen und der Erlaß bzw. die Stundung der Gemeindesteuern im gleichen Ausmaß wie bei den hessischen Staatssteuern bis zum 30. Juni 1935 fortbesteht.
Die Einnahmen irn Eisenbahnbetrieb weifen einschl. der erlassenen Beförderungssteuern infolge ftärferer Verfrachtungen einen geringen Zuwachs (5,4 v. H.) gegenüber dem Vorjahre auf, während die Ausgaben gleichzeitig um 7,8 v. H. gesenkt werden konnten. Es ergibt sich dadurch ein höherer Uebers ch u ß , der fast zu einem Viertel durch den V e r l u st im Kraftwagenbetrieb, der sich gegenül r dem Vorjahre um 9,7 v. H. erhöht hat, aufgezehrt wird.
Einnahmen stehen somit 202 174,86 Mark Ausgaben gegenüber, so daß ein Ueberschuß von 25 171,34 Mark verbleibt.
Die Jahresbilanz weist ein Anlagevermögen (Bahnanlagen usw.) in Höhe von 4 996 234,10 Mark, ein Umlaufsoermögen (Stoffoorräte) von 18 837 31 Mark und dem Verlustvortrag von 1932 mit 98 318 Mark, insgesamt 5113 389,41 Mark Aktiven auf, denen Passiven in gleich hohem Betrag gegenüberstehen, darunter u. a. 1756 000 Mark Grundkapital, 923129,23 Mark gesetzlicher Reservefonds, Verbindlichkeiten in Höhe von 384 685,90 Mk. (darunter Anleihe mit 222 300 Mk.) und ein Staatszuschuß in Höhe von 1 301 216,41 Mk.
Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt in Aufwendungen und Erträgen mit 339 304,20 Mark ab. Bei den Aufwendungen sind
bestehenden Verbindung in der Mittagszeit, sowie eine Sonntagsverbindung. Gleichzeitig wurde angeregt, die Fahrpreise einer Nachprüfung mit der Absicht einer evtl. Ermäßigung zu unterziehen. Dabei wurde auf die billigere Reichspost verwiesen. Pfarrer Nies (Ettingshausen) betonte demgegenüber die unzureichende Benutzung der Bahn, auch Regierungsbaumeister a. D.N o a ck (Berlin) wies einen in den letzten Jahren eingetretenen Verkehrsrückgang nach. Der Vertreter der Aufsichtsbehörde, Regierungsrat Grein (Gießen), fetzte sich warm für die Berücksichtigung der von Bürgermeister Heß geäußerten Wünsche ein und brachte zum Ausdruck, daß man versuchsweise wenigstens am Sonntag diesen Gemeinden die Gelegenheit zur Fahrt geben solle, auch wenn es nur
Je weiter die Stunden verrannen, um so heiterer gestaltete sich Spiel und Sang und Tanz
Heinz Wolterstorff tanzte mit Liesgreta, auch noch einmal mit Hilda, vermied es dann aber, sie zum Tanze zu holen, nachdem er gemerkt hatte, daß ihre Augen dem anderen folgten, als er mit der Kusine sich an ihnen oorbeiroiegte.
Der junge Direktor, dem das Fest verekelt war, wollte indessen das Feld nicht ohne weiteres räumen, schon um den lieben Mitmenschen keinen Gesprächsstoff zu bieten. Er hätte dabei ganz sicher keine gute Rolle gespielt. Und so widmete er sich denn, mehr als ihm zuträglich war, dem guten Sekt, den der Sanitätsrat auffahren tiefe.
Die Geheimrätin mochte ahnen, was in seiner Brust vor sich ging. Jawohl, sie roufete um Wolters- torff stille Hoffnung, und niemand wäre ihr lieber gewesen als Schwiegersohn.
Aber hatte er sich sein Liebesungluck nicht selber zuzuschreiben? _
Warum wartete er, so fragte sich die alte Dame mit dem Ausdruck des Mitleids, mit der offenen Werbung so lange, bis es nunmehr zu spät war?! Denn es schien ihr tatsächlich zu spät.
Mutteraugen sehen scharf.
Sie beobachtete ihr Kind schon den ganzen Abend und sah die Glückseligkeit in den Augen, jene Glückseligkeit, die aus wahrer, echter Liebe geboren wird. Und daß ihrer Hilda Herzerkorener dieser Herr von Kirchhosen war, sah jeder, der sehen konnte und wollte.
Sollte sie etwa einschreiten? Durfte sie es?
Des Kindes Glück ging ihr über alles.
War gegen den neuen Freier etwas einzuwenden?
Nicht, daß sie wüßte!
Und das mußte der Neid ihm lassen: Er war em hübscher Kerl, gut angezogen, und die Liebe strahlte ihm aus den Augen. Ein bißchen weniger stürmisch durfte er ja vorgehen!
Aber, Gott ja!, seufzte sie erinnerungsschwer, hatte ihr guter, lieber Mann sie damals nicht mit genau derselben, glutvollen Liebe überfallen? Und welch ein stilles und reiches Eheglück war ihnen beschieden! f
Jedenfalls aber ging Herr von Kirchhofen nicht über die Grenze des Schicklichen hinaus. Das konnte niemand behaupten Infolgedessen...
Hans von Kirchhofen tanzte mit Hilde. Welch und zärtlich schmiegte sich ihr Körper an den seinen. Weltentrückt blickten des Mädchens Augen in das Lichtergefunkel des Saals, während auf dem Ant- lih des Partners ein leises Lächeln triumphierender Freude lag. Blonde Hüarkringel streiften ihn. Zart- lich und freudezitternd erwiderte sie den warmen Druck feiner Hand.
Die letzten Akkorde des Tanzes verklangen. Die Paare lösten sich und drängten auf die Platze zurück.
„Führen Sie mich bitte etwas an die frische Lust, Herr von Kirchhofen!"
Fortsetzung folgt.)
„Ich sehe, daß ich leider zu spät gekommen bin — ich wurde geschäftlich abgehalten", wandte er sich an Hilda Geyerling, die bei feinem plötzlichen Erscheinen sanft errötet war, jetzt sich aber wieder beherrscht zeigte und leise erwiderte:
„Der Abend ist ja noch lang, Herr von Kirchhofen, und da kann Versäumtes leicht nachgeholt werden."
Freunde traten herbei zur Bearüßung. Auch Heinz Wolterstorff mußte sich höflichkeitshalber an der allgemeinen Unterhaltung beteiligen.
Dabei wirbelten fortgesetzt andere Gedanken in seinem Kopf umher. Schlimm, daß er fo zusehen mußte wie der Blender seine Fangarme nach Hilda ausstreckte und da» Mädchen völlig in seinen Bann geriet
Aufwühlend wirkte die aufsteigende starke Eifersucht in seinem Innern..
Er sah ein, daß seine Taktik der Werbuna verkehrt war. So kam er sein Lebtag nicht ans Ziel. Und er wurde sich klar, daß er anderntags bei der Geheimrätin versprechen und sie um die Hand der Tochter bitten wollte. Ob der Gatte ihr seinerzeit wohl von seinem Geständnis und seinen Absichten etwas erzählt haben mochte?
Die Loge der Geyerlings blieb an dem Festabend einer der Mittelpunkte. Man kam gern zu der alten Dame und ihrer lustigen Begleitung, um die Zeit zu verplaudern.
In wirkungsvollem Wirbel wickelte sich inzwischen das Programm ab. Ernste Konzertstücke wechselten mit Tanzeinlagen und Darbietungen erster Bühnen- träfte ab.
im Sommer sei. .
Direktor Stephan erklärte an Hand reichlichen Zahlenmaterials, es sei vorläufig unmöglich, diese Wünsche zu erfüllen und verwies auf die auch anderwärts fehlgeschlagenen Versuche der rund 100 Kleinbahnen betreuenden Verkehrs-AH. Der Verkehr sei auf allen Bahnen seit 1928 um 50 v. H. zurückgegangen.
Bürgermeister Görlach brachte die schon früher geäußerten Wünsche einer Stichfahrt für E b e r - ft a d t vor und führte aus, daß durch die bessere Postomnibusverbindung nach Gießen sich der Verkehr seiner Gemeinde von Butzbach nach Gießen verlagert habe.
In der Aussprache wurde zum Ausdruck gebracht, daß es einen sozialen Ausgleich im Sinne der heutigen Regierung bedeuten würde, wenn nicht nur jeder, der zur Benutzung der Bahn in der Lage ist, sondern auch der gesunde Mensch, der heute lieber das Fahrrad benutze, durch reichlichere Inanspruchnahme der Kleinbahn den wirtschaftlich schwächeren und auch den kranken Volksgenossen gegenüber einige Rücksicht beweisen würde. Eine stärkere Inanspruchnahme der Bahn würde nicht nur zu besseren Verbindungen, sondern auch zu einigen Fahrpreisermäßigungen führen können, so daß dadurch nicht nur den einzelnen, sondern auch den beteiligten Gemeinden geholfen wäre.
In der anschließenden Aufsichtsratssitzung wurden der 1. Vorsitzende des Aufsichtsrates, Direktor Dr. Stephan (Berlin) und dessen Stellvertreter Oeko- nomierat Hoffmann (Hof-Güll) einstimmig wie- dergewählt. Direktor Dr. Stephan sagte feinem Stellvertreter, der nunmehr 30 Jahre dem Aufsichtsrat angehört und der einzige noch lebende Gründer der Gesellschaft ist, besonderen Dank für seine steten Anregungen und Mithilfe während dieser langen Zeit.
die persönlichen Ausgaben (Löhne, soziale Abgaben) mit 109 591,50 Mk., die sachlichen Ausgaben (für Unterhaltungen und Ergänzungen der Ausstattungs- aegenstände, der Anlagen und Fahrzeuge) mit zusammen 92 583,36 Mk., der Zuschuß im Kraftwagenverkehr mit 8425,31 Mk., die Zuweisung an den Erneuerungsfonds mit 30 386,03 Mk. und der Derlust- oortrag aus 1932 mit 98 318 Mk. ausgewiesen. Die Erträge setzten sich aus Betriebseinnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr in Höhe von 44 223,98 Mark, aus dem Güterverkehr mit 167 925,63 Mark, aus sonstigen Einnahmen mit 15 196,59 Mark, zusammen 227 346,20 Mk., aus außerordentlichen Zuwendungen in Höhe von 13 640 Mark und dem Derlustvortrag aus 1932 mit 98 318 Mark zusam- menn. Mithin hat der V e r l u st v o r t r a g keine Erhöhung erfahren.
Geschäftsbericht, Jahresbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung für 1933 wurden ohne Widerspruch angenommen und dem Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt.
Aus dem Auffichtsrat find Beigeordneter Kaspar Smidt (Butzbach), sowie durch Los Regierungsbaumeister a. D. Walter Hübner (Berlin) ausge» schieden. Regierungsbaumeister a. D. Hübner (Berlin) wurde wieder-, Bürgermeister Dr. Scheller (Butzbach) neu in den Aufsichtsrat gewählt.
Derkehrswünsche.
Bürgermeister Heß (Münster) brachte Verkehrswünsche der Gemeinden der oberen Strecke L i ch — Grünberg vor, die im Ver- hältnis zu den Gemeinden der unteren Strecke unzureichend berücksichtigt seien. Gewünscht werden ein Morgen- und ein Abendzug zu der jetzt
Der Rest ist dem Erneuerungsfonds zu- gewiefen worden, doch bleibt hier an der vorgeschriebenen Einlage für das Jahr 1933 noch ein Betrag von rund 2400 Mark und insgesamt 73 000 Mark r ü ck st ä n d i g. Daran, wie an der wegen Mangels an Mitteln unterbliebenen Unterhaltung der Bahnanlage und der Bahnausrüstung, wobei der im Jahre 1929 mit 75 185 Mark ausgewiesene Vorrätebestand im Laufe der Jahre bis auf den Rest von rund 18 000 Mark aufgebraucht wurde, ist die außerordentliche Notlage des Unternehmens zu erkennen. Das Anschlußgleis der norm. Basaltwerke Gießen auf Bahnhof Queckborn ist ausgebaut worden.
. Die Betriebsleistungen der 57,05 Kilometer langen Bahn weifen insgesamt 117 183 Lokomotivkilometer und 461689 Güterwagenachskilometer auf. Insgesamt wurden 146 389 Personen befördert. Die Gepäckbeförderung betrug 5669 Kilogramm, die Güterbeförderung (einschl. Tiere) 130 583 Tonnen.
Die Betriebseinnahmen aus dem Personen- und Gepäckverkehr betrugen 44 223,98 Mark, aus dem Güterverkehr 167 925,63 Mk., sonstige 15 196,59 Mark, zusammen 227,346,20 Mark. Die Betriebsausgaben beziffern sich auf insgesamt 202 174,86 Mark, darunter rund 70 000 Mark für Besoldung und Gehälter, 44 480 Mk. für Unterhaltung und Ergänzung der Ausstattungsgegenstände, sowie für Betriebsstoffe, 11 750,56 Mark für Erneuerung der baulichen Anlagen, rund 8000 Mark für Erhaltung und Ergänzung der Fahrzeuge. Den 227 346,20 Mk.
pb. Butzbach, 10. Juli. Arn „Tag der scheu 5) aus fr a u", der von der N S. - F schäft Butzbachs veranstaltet wurde, fand vormittags am Bahnhof Begrüßungsempfang der auswärtigen Frauenhaften statt, worauf diese in geschlossenem Zug unter Vorantritt unserer Musikkapelle zum Marktplatz zogen. Don hier aus erfolgte Besuch der Braunen Messe, der Färberei Braubach & Fischer, des Museums usw. Am Nachmittag fand in Der Festhalle eine große Kundgebung statt, die von der Führerin der hiesigen Ortsgruppe, Frau Zick, eröffnet wurde. Dann sprach Pg. Krau Brinkhoff. Sie nahm Bezug auf einen Ausspruch von Dr. Goebbels, der besagt, daß es einem Nationalsozialisten nur wohl sei, wenn er kämpfen könne, und warf dann in längeren Ausführungen einen Rückblick auf die bisherigen Jahre des Kampfes. Wer heute glaube, dieser Kampf, der von der Hausfrau in der Familie ausgekämpft worden sei, wäre zu Ende, der irre sich. Nach wie vor müsse die Hausfrau ihre ganze Kraft einsetzen, um das vom Führer gesteckte Ziel zu erreichen. Diesem Zweck diene auch die Braune Messe, deren Ziel sei, aufklärend zu wirken und beizutragen zum Aufbau und Vorwärtsschreiten des deutschen Volkes.
Wolterstorff erwies sich als sehr beschlagen und diente gern mit Auskunft. , hil>
Beim Erzählen aber beobachtete er heimlich die Geliebte, der er jetzt lieber benn.jei bie Gewalt seiner Gefühle zum Ausdruck gebracht haue. ,
War es nicht mitunter, als sei sie gar nicht bet 3mrner wieder gingen ihre Blicke nach dem Saab Der ^Gedanke schmerzte ihn tief, bafeet: für fie nichts anderes fein könnte, als der Freund ihrer Eltern, der Fabrikdirektor, zu dem man freunbl d) sein mußte, so gewissermaßen aus Tradition heraus.
Ob sie noch jemanden vermißte?
Vielleicht gar, daß sie auf diesen Kirchhofen Walzerklänge rauschten durch die hohe Flügeltür aus dem Nebensaal.
treibe unter dem Einfluß der senkenden Sonne zusehends zur Reife kommt. — Die Himbeeren sind in diesem Jahre ausgezeichnet geraten und werden von jung und alt eifrig gepflückt.
* Fauerbach, 11. Juli. Hier erlitt der 40 Jahre alte Sattlermeister und Landwirt Albert S p e n g- l e r heute bei der Arbeit fo schwere Schnitt- Verletzungen an der linken Hand, daß er sich zur Behandlung nach der Chirurgischen Klinik in Gießen begeben mußte.
Kreis Alsield.
Wieder am Platze angelangt, harrte seiner arge Enttäuschung. Zu gleicher Zeit mit ihm seiner Partnerin trat an ihren Tisch Herr von Kirchhofen, elegant wie immer, höflich die Frau Geheimrätin und ihren Bruder begrüßend, um sich dann mit einem gewinnenden Lächeln den jungen Damen und Direktor Wolterstorff zuzuwenden.
N. Flensungen, 11. Juli. Die NS.- Gemeinschaft „Kraft durch Freude" veranstaltete am vergangenen Sonntag auf dem hie- igen Sportplatz ein Sport fest. Es gelangten ver- chiedene Fußballwettspiele zum Austrag, an denen ich auch der Arbeitsdienst Burg-Gemünden beteiligte. Den ersten Preis im Turnier errang die Mannschaft von Mücke-Flensungen, die für ihre


