Amtsverkündigungsblatt für die Provinzialdirektion Oberheffen und für das Kreisami Gießen
£ru,eint Drens,ug unk, flau 11. Oktober Au, durch die P st zu beziehen. 1934
Sammlungsgenehmigung zugunsten des Hilfswerks für das auslandsdeutsche Schulwesen. — Straßensperre-Aufhebung. — Sport- llche Betätigung der Beamten und Angestellten. — Die Durchführung des Gaststättengesetzes. — Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise. — Die Verwahrung von Sensen. — Die Vertilgung der Feldmäuse. — Polizewerordnung über den Kraftsahrzeugoerkehr in der Gemeinde Watzenborn-Steinberg. — Dienstnachrichten.
Bekanntmachung.
Betr.: Sammlungsgenehmigung zugunsten des Hilfswerks für das aus- landsdeutjche Schulwesen durch den Volksbund für das Deutschtum im Ausland.
Reichsschatzmeister der NSDAP, hat namens des Stellvertreters des Führers und im Einvernehmen mit dem Herrn Reichsfinanzminister dem Volksbund für das Deutschtum im Ausland in Berlin, die Genehmigung zur Sammlung für das Hilfswerk des auslandsdeutschen Schulwesens in der bisher üblichen Weise als Geldspende und in dem bisher üblichem Umfang, d. h. bei Freunden und Gönnern des Auslandsdeutschtums in der Zeit vom 1. Oktober bis 15. Oktober 1934 im ganzen Deutschen Reich genehmigt (§ 1 Abs. 4 des Gesetzes über das Verbot von öffentlichen Sammlungen vom 3. Juli 1934).
Darmstadt den 3. Oktober 1934.
Abteilung Ib (Innere Verwaltung) des Hessischen Staatsministers.
J.'V.: W e i f f e n b a ch.
Bekanntmachung.
Betr.: Straßensperre-Aufhebung.
Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Klein-Linden— Dutenhofen (Landesgrenze) ist wieder aufgehoben.
Gießen, den 8. Oktober 1934.
Hess. Provinzialdirektion Oberhessen.
Bekanntmachung.
Betr.: Straßensperre-Aufhebung.
Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Gießen—Frankfurt, Ortsdurchfahrten Klein-Linden, Großen-Linden, Lang-Göns, Nieder- Weifel, Nieder-Mörlen, Ober-Wöllstadt sowie Kloppenheim ist wieder aufgehoben.
Die Sperrungen der Ortsdurchfahrten Kirch-Göns und Pohl-Göns müssen jedoch noch bestehen bleiben.
Umleitung hierfür über Lang-Göns—Nieder-Cleen—Pohl-Göns oder Lang-Göns—Holzheim—Gambach—Butzbach und umgekehrt.
Die aufgestellten Warnungstafeln find zu beachten.
Gießen, den 8. Oktober 1934.
Hess. Provinzialdirektion Oberhessen.
Bekauutmachung.
Betr.: Straßensperre-Aufhebung.
Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Schotten—Laubach, Gemarkung Scholten, ist wieder aufgehoben.
Gießen, den 9. Oktober 1934.
Hessische Provinzialdirektion Oberhessen.
S etr.: Sportliche Betätigung der Beamten und Angestellten.
An die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Wir erinnern, soweit noch nicht geschehen, an die Erledigung unserer Verfügung vom 30. Juli 1934 (Amtsverkündigungsblatt Nr. 39 vom cl. Juli 1934).
Gießen, den 5. Oktober 1934.
Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Schönhal s.
Bekanntmachung.
Saetr.: Die Durchführung des Gaststättengesetzes.
Vielfach werden Verträge über den Ankauf oder die Pachtung von (oast- und Schankwirtschaften abgeschlossen, bevor die Frage geklärt ist, o dem neuen Unternehmer die nach dem Gaststättengesetz vorgeschriebene li-rlaubnis erteilt werden kann. Wir machen daher die betreffenden Ge- uerbetreibenden darauf aufmerksam, daß auch bei dem Uebergang bestehen- bff Gast- und Schankwirtfchaften die Bedürfnisfrage zu prüfen ist, und
nur im Falle ihrer Bejahung Erlaubnis erteilt werden darf. Zur Ver- meioung von Verlusten wiro oringenö empsoylen, vor dem enugulttgen ZiU|Ct)4U[j von Vertragen, die sich aus die Luoeriixigung von wapstarzen bezieyen, Antrag aus Erteilung oer Erlaubnis bei oer zuständigen Drt5= pouzewehorde zu stellen und zunächst die Entscheidung oes ^reisamls aozuwarien. — Der Umstand, daß der neue Unternehmer sich zivurechlmch gevunoen oder bereits Aufwenoungen gemacht hat, rann uei der trnt- Icheldung über den gestellten Antrag nicht berücksichtigt werden.
Die Bürgermeistereien werden ersucht, etwaige Interessenten entsprechend zu bedeuten.
Gießen, den 4. Oktober 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Weber.
Bekanntmachung.
Betr.: Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise.
Durch die erste Verordnung der Reichsregierung zur Regelung des Verkeyrs mit Schlachtvieh vom 9. Juni 1934 ist Die ausschiietztlche Zuständigkeit für Die Festsetzung von angemessenen Preisen und Preisspannen für Schlachtvieh- und Schlachtvieherzeugnisse auf den Reichskommissar, bzw. die Bezirksbeaustraglen und Marktbeauftragten nach den nayeren gesetzlichen Bestimmungen übergegangen.
Zur Angleichung des derzeitigen hessischen Rechtszustandes an die neue reichsrechtuche Marktordnung wird hiermit die hessische Bekanntmachung betr. Die Bildung der Fleisch- und Wurstpreise vom 25. Oktober 1933 mit Wirkung vom Montag, dem 7. Oktober 1934, aufgehoben. Die Neuregelung der Preise erfolgt nunmehr, nachdem die Vorbereitungen inzwischen soweit gediehen find, durch die im Rahmen der Neuordnung berufenen Organe.
Auf Grund der neuen Marktordnung ist nach wie vor die Möglichkeit gegeben, Preisübergriffen mit der erforderlichen Energie schnellstens zu begegnen. Der Schutz der Verbraucherschaft vor unlauterer Preisbildung ist dadurch unbedingt gesichert, daß die neue Marktregelung die Verhängung von Ordnungsstrafen bis zu 1000 Reichsmark im Einzel- fall gegen alle Angehörige des Reichsnährstandes vorsieht, die gegen Die Preisbildung verstoßen.
Die Hessische Landesregierung. Gez.: Jung.
Der Beauftragte der Bezirksvereinigung für die Schlachtviehverwertung in Hessen. Gez.: Moses.
An die Bürgermeistereien des Kreises.
Auf obige Bekanntmachung der Hess. Landesregierung weisen wir Sie hin. Die Aufhebung der Hess. Verordnung betr. die Bildung der Fleischund Wurstpreise vom 25. 10. 1933 gibt Veranlassung, die Preisgestaltung für Fleisch- und Wurstwaren besonders zu beobachten. Sollten willkürliche Preissteigerungen zu Ihrer Kenntnis kommen, so wollen Sie uns sofort telephonisch hiervon Nachricht geben.
Gießen, den 9. Oktober 1934.
Kreisamt Gießen. I. V.: Webe r.
Polizeiverordnung über die Verwahrung von Sensen.
Auf Grund des Art. 64 des Gesetzes, die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen betreffend, vom 8. Juli 1911, sowie des Art. III der Verordnung über Vermögensstrafen und Bußen vom 6. Februar 1924, wird mit Zustimmung des Kreisausschusses und mit Genehmigung des Hessischen Staatsministeriums, Ministerialabteilung la (Polizei) und Ministerialabteilung le (Landwirtschaft) vom 8. August 1934 zu Nr. 1/e 16 643 für den Kreis Gießen verordnet:
§ 1.
Sensenklingen müssen, solange sie unbenutzt sind, der ganzen Länge nach mit einer die Schneide vollständig bedeckenden und über die Spitze hinausragenden Verkleidung versehen oder durch Umwickeln geschützt sein.
Ebenso müssen Heugabeln und ähnliche Geräte, sofern sie beim Radfahren getragen werden, mit einer entsprechenden Schutzvorrichtung versehen sein.
xraum iiaajene oaruoer, meit ei rnt -ciuum -umu Kranz so süß und liebreizend und jung, mit großen, unschuldigen Augen gesehen hatte.
Denn Mila Kranz war in Wirklichkeit ganz anders! Ihre Augen verschleierten dunkle Leidenschaften, er wußte es nur zu gut!
6. Kapitel.
In der Tiergartenvilla der schönen Berani war Lachen und Plaudern. Es ging sehr lebhaft und intim zu. Hier fühlte man sich immer sehr wohl. Es gab vorzügliche Weine, erstklassige Küche und eine liebenswürdige, bezaubernde Hausherrin.
„Wenn mal einer von den Herren »die Berani schimpfen hören könnte, dann dächte er wahrscheinlich ganz anders. Und wenn er es hinterher den anderen Herren zum besten geben würde, bann glaubte es ihm keiner."
Mißvergnügt saß die ältliche Martha Linar auf einem seidenen Hocker, lächelte zur Berani hinüber und zog dabei über sie her. .
Lena Conte, die hübsche Lustspieldarstellerin, sagte: „Die Berani ist ganz nett. Nervös ist sie. Aber sonst? Wen man eingeladen ist, muß man sie nicht schlecht machen." .
Und Lena wippte mit den hübschen Beinen.
Die Linar knurrte irgend etwas, aber Lena Conte lächelte.
Jetzt kamen neue Gäste. Prinz Reizenstein, Mila Kranz, Fritz Triesbach, der Sohn vom Großindustriellen, und die zwei Freunde Arndt von Berken und Udo von Bodenstein
„Wie eine Königin! Einfach fabelhaft sieht sie aus, und die Berani wird schon ganz gelb vor Neid. Warum hat die denn ihre Rivalin eigentlich eingeladen?"
Irgendeine Dame sagte es leise zu ihrem Kavalier. Der antwortete nicht, sondern musterte lächelnd die beiden schönen Rivalinnen, die sich doch immer wieder mal zusammen zeigten, um das Gerücht zu widerlegen, daß sie einand^r.chaßlen.
Die beiden Damen begrüßten einander sehr herzlich, und die meisten Gäste lächelten leise.
Dann blitzte es in den Augen der Berani auf. Sie reichte Arndt von Berken die ringgeschmückte Hand, über die er sich lächelnd beugte
Dann durfte man ihm die Achtung nicht versagen. Und in den großen, schönen, dunklen Augen der Berani glomm ein leises, sehnsüchtiges Feuer. Und sie bereute es fast, die wunderschöne kleine Käthe Randolf hierher gebracht zu haben.
Aber — es war ja lächerlich!
Die war doch nur ein Mittel zum Zweck. Die war nur hier, damit sich die Mila Kranz ein bißchen kränken sollte.
Eigentlich war es auch nur ein Streich, den sie der Rivalin spielen wollte.
„Meine Herrschaften, ich hab' hier zwei junge Damen! Nachwuchs beim Film. Fräulein Olga Schieber und Fräulein Käthe Randolf. Nehmen Sie sich der beiden kleinen Damen ein bißchen an, damit sie sich nicht langweilen."
Die Berani stand, an jeder Hand eines der beiden Mädchen, lächelnd mitten im großen gelben Salon, und ihre schillernde Figur in dem silber- i glitzernden Abendkleid sah wie eine Bajadere aus.
Atemlos blickten die Herren auf die schöne, hochgewachsene Frau, dann glitten die Blicke über Käthe Randolfs blonde, hinreißende Schönheit. Niemand beachtete Olga Schieber. Niemand. Und die hatte ein resigniertes Lächeln um den Mund.
Käthe Randolf aber wußte nicht, wohin sie blicken sollte. Und ihr einziger klarer Gedanke mar: Wären wir doch nicht hierher gekommen! Man will sich doch nur über uns luftig machen
Sie wußte nicht, wie schön sie war, die kleine, unberührte Käthe. Und sie wagte noch immer nicht, sich umzusehen.
Die Berani lachte laut und fröhlich. Sie hatte den entsetzten Blick Milas gesehen, mit dem die auf die junge, blonde Schönheit starrte.
Mila Kranz dachte: Sie sieht mir ähnlich, und sie ist jung, viel jünger als ich! Ich werde heute alt und verblüht wirken neben ihr. Und das hat die Berani bezweckt. .
Ihr Blick glitt zu Arndt von Berken, der starr auf das blonde Mädchen blickte .
Und da kroch ein unsagbares Weh tn Mila Kranz
Vorbei der letzte schöne Traum! Vorbei die letzte Hoffnung auf ein völlig neues Leben."
würde das alles festhalten, solange es ihr nur irgend gelang. Das war das Leben der Berani!
Und man erzählte sich, daß sie aus kleinen Verhältnissen stamme. Das sie das ängstlich verdecke.
Was war weiter dabei? k
Das alles hätte ein Mann verzeihen können, wenn es auch nicht gerade Arndt von Berken fein würde. Der würde vielleicht ein junges Geschöpf heiraten, das er formen und modeln konnte nach feinem Willen, das er für sich erzog! Zu einem großen, heiligen Glück! Aber immerhin gab es Männer genug, die sich glücklich schätzen würden, die Hand der Berani zu erringen!
Wie seltsam er auf die blonde, junge Schönheit sah. Seine Augen waren ganz zornig. Was war denn das? Kannte er vielleicht dieses Mädchen?
Mila Kranz ging zur Berani hin, sagte lächelnd:
„Aber liebste Kollegin, was haben mir denn da? Das ist ja allerliebst. Und bas haben Sie uns so lange versteckt gehalten? Junger Nachwuchs? Wundervoll! Für jede von uns beiden also ein prachtvoller Ersatz. Ich ziehe mich nämlich vom Film Zurück, und da trifft sich das ganz wunderbar, denn Fräulein — wie hieß sie doch gleich? Ja, Fräulein Randolf sieht mir ähnlich. Sie wird fabelhaft in meine Rollen passen."
Und Mila Kranz neigte sich zu Käthe Randolf und strich ihr bas blonbe Haar aus ber Stirn. Dabei dachte sie: Wie kam die Berani auf diesen fürchterlichen Einfall, uns beiden heute das Urteil unseres Alters zu sprechen? Denn auch sie trifft es mit, und sie weiß das ia auch schon in diesem Augenblick.
Die Berani lachte laut und perlend. Es klang echt, dieses Lachen. Dazu war die Berani eben doch zu sehr große Schauspielerin, als daß ihr jetzt dieses perlende Lachen mißlungen wäre. Und bann sagte fie: „Oh, Jugend allein tut es doch nicht! Ein bißchen Kunst gehört schon dazu, und da müssen wir eben doch noch ein Weilchen dableiben, damit die Jugend lernen Fann."
Und vielleicht war die Berani noch nie so bezaubernd gewesen wie in diesem Augenblick!
Die Herren küßten ihr die Hände, wandten sich bedauernd an Mila Kranz.
Donnerstag, tt. Oktober 1934
iserscheinungen verschwunden! Wir wissen heute )t genau über die in der Hefe und vielen anderen bstanzen enthaltenen Vitamine Bescheid; wir sen, daß die beste Nahrung einen Menschen ober Tier töten ober schwer erkranken lassen kann, an ein paar Milligramm von jenen lebensnah abigen Stoffen fehlen. Beispielsweise war Jahr- iberte hindurch völlig unbekannt, warum eigen!» so viele Chinesen unb Japaner, bie sich von Haltern Reis ernährten, plötzlich schwer erkrank- unb oft genug gugrunbe gingen. Schließlich Ite sich heraus, baß sie sofort geheilt werben nten — sie brauchten nur ben Reis unge« ölt zu verzehren. In bem sogenannten Silber- ltchen ber Reisschale ist nämlich bas „Vitamin B" halten, bas übrigens auch in ber Hefe unb ber izenkleie vorkommt. Mehrere beutsche Forscher ersuchten bie Wirkung biefer Substanz am eige- i Körper. Sie ernährten sich einige Wochen lang te btefes Vitamin — unb erkrankten an schweren cvenlähmungen. Dann nahmen sie täglich win- z Mengen bes Vitamins zu sich unb würben so- t gesunb. Genau so verhält es sich mit ben an« en Vitaminen. Ein Mangel an Vitamin C, bas onbers im frischen Gemüse vorkommt, erzeugt vere Haut- unb Zahnfleischblutungen: bie Zähne eben locker, überall in ben Körperorganen kommt zu schweren Schäbigungen, ein Krankheitsbild, ■ unter bem Namen Skorbut bekannt ist. Doch biese Schäbigungen lassen sich burch ein paar fei Rüben- ober Zitronensaft, burch einige Tas- Kleienbrühe beseitigen. Heute ist es besonders >k ber unermüblichen Forschungsarbeit bes deut- n Gelehrten unb Nobelpreisträgers Professor t n b a u s gelungen, bie meisten Vitamine che- ch aufzuklären unb künstlich herzustetten. Man n jetzt schwerkranke Rachitiker burch tägliche Zu- r einiger Tropfen Vitamin D heilen unb bie :stehung dieser Krankheit, der früher Hundert- •fenbe ünb Millionen von Menschen zum Opfer m, verhinbern. Nicht anbers steht es mit zcchl- hen ähnlichen Krankheiten, bie in der letzten t als „Avitaminosen", als Ditaminmangelkrank- en aufgeklärt und damit endgültig besiegt wer- fonnten.
Hormone und Fermente.
Bas Hormone sind, braucht man keinem mo» nen Menschen mehr zu erklären — aber wissen auch, in welch unvorstellbar geringer Menge e Substanzen wirksam sind, die man als die ipellmeifter" unseres Körpers bezeichnet hat? t das reine weibliche Hormon herstellbar ist, sie sich, daß die unvorstellbar geringe Menge einem dreißigmillionstel Gramm ügt, um bei einer Maus eine bestimmte physio- sche Wirkung hervorzurufen. Ein dreißigmillion- Gramm — nun brauchen wir uns wirklich nicht jr zu wundern, daß der gesamte Organismus ?s Menschen vollständig in Unordnung gerät, in auch nur die geringste Störung in jenem un- euer komplizierten Geschehen eintritt, das mit :e der Dutzende menschlicher Hormone und ihrer cheidenden Wirkungen auf alle seelischen und ^erlichen Vorgänge ununterbrochen im Organis- s vor sich geht.
)en „Rekord" an Geringfügigkeit der Substanz Verhältnis zur erzielten Wirkung halten aller« gs nicht die Hormone, sondern die sogenannten rmente, die „Lebenswecker" der Natur. Jede le des menschlichen Organismus enthält eine Un- l verschiedener Fermente, die oft in so mini- len Mengen vorhanden sind, daß es jahrelanger hevoller Arbeit unserer besten Wissenschaftler beste, bis man sie überhaupt „fassen" und ihre enschasten einigermaßen aufklären konnte. Die mente sind winzige Substanzen, die alle Lesprozesse in Gang bringen, sie anregen und be-
Doch nur ein Scherz, gnädige Frau? Der Film f Sie noch lange nicht verlieren." Er tut's! Ich reise in meine Heimat!"
Ran spitzte die Ohren. Würde die Kranz endlich raten, was für eine Landsmännin sie eigentlich r?
Iber Mila Kranz lächelte, wandte sich an Käthe nbolf unb sagte:
Kommen Sie, mir plaubern ein bißchen!"
Inb sie nahm Käthe mit sich hinüber in eine lütliche Ecke.
)lga Schieber stanb noch neben ber Berani. Die :e:
Na, nun beteiligen Sie sich ein bißchen an bem veven hier, liebes Fräulein Schieber!"
Unb wandte sich dem Prinzen Reizenstein zu.
Udo von Bodenstein stand neben Arndt und fragte verdutzt:
„Nanu — was soll denn bas eigentlich heißen? Was ist benn bas heute für ’ne Palastrevolution? Da wirb wohl noch ein bickes Enbe nachkommen?"
„Laß bas! Sieh bir lieber mal recht genau die kleine Blonde an, die die Berani vorstellte."
I Bodenstein sagte lächelnd:
„Ist bereits geschehen! Die Kleine ist reizend.
। Unb hätte ich nicht seit gestern soliben Boben unter i ben Füßen, würbe ich mich jetzt ba heranpirschen." „Du Schaf!"
, Nanu?"
Bobenstein sah fick verbüßt um. Was hatte ba Arnbt von Berken soeben gesagt?
Aber ber stanb gar nicht mehr neben ihm. der steuerte direkt aus die Ecke zu, wo Mila Kranz und die kleine blonde Schönheit saßen. Arnbt von Berken verbeuate sich.
I „Gibt es Geheimnisse, meine Damen9 Ober darf
, man sich ein bißchen mit niederlassen? Möchten Sie m'-b vorstellen, liebe gnädige Frau?"
| Groß, wuchtia, breitschultrig, das markante Ge- , sicht auf fie nieberaeneiat. stand der Mann vor j Käthe Randolf, ben sie nicht hatte vergessen können, dellen Stimme sie wieder härte, an den sie immer unb immer wieder gedacht hatte. Und nun war er hier?
Kannte er sie wieder?
Käthe war sehr blaß, unb ihre Augen waren gef-wkt Sihre ftände zitterten.
Sie ift's allo bo*!. bachte er unb er dachte an das dünne Mäntelchen das neben ihr im Abteil aehangen ha"e. Er dachte an die häßlichen, vlumven Stiefel, die sie noch vor wenigen Wachen getragen, und fein Blick strich forschend über fie hinwea
Wozu ihr sagen, daß er sie erkannt hatte? Was ging ihn dieses kleine Mädel an, bas ba eine Karriere machte?!
Sein Blick glitt über bas kostbare Kleid, über die feinen Schühchen — unb in diesen Blick kam etwas Hartes!
(Fortsetzung folgt!)


