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Der Rot-Kreuztag in Gießen.

Ausstellung - Flaggenhisiung - Gefallenenehrung.

Der vergangene Samstag und der gestrige Sonn­tag stand im Zeichen des Roten Kreuzes. Die bei­den Tage brachten verschiedene Veranstaltungen, die das Interesse weiter Kreise unserer Bevölkerung auf sich lenkten. Eine Ausstellung, die in einem Geschäftshause in der Schulstraße gezeigt wurde, fand viel Interesse und wurde von uns bereits am Samstag gewürdigt. Am Samstag nachmittag fand vor dem Depot der Sanitätskolonne am Kanzlei­berg eine feierliche Flaggenhifsung statt, an der neben der Sanitätskolonne auch der Sanitätssturm der SA., ferner die Technische Nothilfe, die Frei- williae Feuerwehr und die Gailsche Feuerwehr in geschlossenen Formationen teilnahmen.

Vertreter der Partei, der Reichswehr, der Dor­kriegstruppe, ferner Vertreter der städtischen und staatlichen Behörden hatten sich ebenfalls einge­funden.

Der mit der Durchführung des Rot-Kreuztages beauftragte Vorsitzende des Zweigvereins Gießen des Roten Kreuzes

pg. Hörr

hielt nachdem der Musikzug der SAR. einen schnei­digen Marsch gespielt hatte, eine kurze Ansprache, in der er die Teilnehmer herzlich begrüßte und sei­ner besonderen Freude darüber Ausdruck gab, daß sich auch der Sanitätssturm der SA. für den Rot- Kreuztag zur Verfügung gestellt habe und damit die Bereitwilligkeit der Zusammenarbeit mit der Sanitätskolonne beweise. Die gemeinsame Arbeit diene dem Daterlande. Das Rote Kreuz habe bis­her in all den Jahren seines Bestehens jederzeit be­wiesen, daß es ihm ernst sei um den Dienst an der Volksgemeinschaft und am Vaterland. In unerschüt­terlicher Treue stehe das Rote Kreuz zum Führer Adolf Hitler und gelobe, im Sinne des WortesGe­meinnutz geht vor Eigennutz!" alle Kraft, bis zur Selbstaufopferung, dem Vaterland zur Verfügung zu stellen.

Der

Führer der Ganitätskolonne vom ZRofen Kreuz, Herr Kratz,

hielt ebenfalls eine kurze Ansprache und betonte, daß die Fahnen des Reichs und des Roten Kreuzes gemeinsam gehißt würden zum Zeichen der bestehen­den innigen Verbundenheit. Seit Jahrzehnten diene das Rote Kreuz dem Vaterland und es habe kei­nen anderen Wunsch, als den, diesen Dienst auch werr^rhin so wie bisher auszuüben. Nach einem dreifachenSieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten von Hindenburg und den Dolkskanzler Adolf Hitler wurden unter den Klängen des Deutsch­land-Liedes und des Horst-Wefsel-Liedes die drei Flaggen gehißt.

Im Anschluß daran erfolgte auf dem Brandplatz ein Vorbeimarsch aller beteiligten Formationen.

Am Ehrenmal der 116er fand sodann eine wür­dige Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen statt. Ein Choral leitete die Feier ein. Der

Vorsitzende des Zweigvereins Gießen, Pg. Sörr,

hielt eine überaus eindrucksvolle Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte:

Ueberall im deutschen Vaterlande ehrt zu dieser Stunde das Rote Kreuz die Gefallenen, die im Glauben an Deutschland ihr Leben ließen. Die Fahnen wehen im Winde. Die fchwarzweißrote Fahne soll uns erinnern an eine große geschicht­liche Vergangenheit, die wir allzeit in Ehren halten wollen. Die Flagge des Roten Kreuzes soll uns die Bedeutung und das Gepräge des heutigen Tages zurufen. Die Hakenkreuzfahne soll uns das Banner der Zukunft fein, das Banner der endlich gekommenen deutschen Volksgemeinschaft, für die die Gefallenen ihr Leben gaben. Möge dieses Sym­bol des neuen Deutschlands uns, unseren Kindern und Kindeskindern für alle Ewigkeit voranwehen in eine neue bessere Zukunft!

Der erste Gruß nach der feierlichen Flaggen- hissung gilt euch, ihr tapferen Soldaten, die ihr

im Glauben an Deutschlands Größe gefallen feid! Wir stehen hier an eurem Ehrenmale, um eure Talen, eure Opfer, eure Liebe und Treue zu ehren.

Wir vom Deutschen Roten Kreuz fühlten uns mit euch immer auf das innigste verbunden, weil uns ein festes Band umschlingt. Sanitäter der Truppe waren es zumeist, die unter dem Zeichen des Roten Kreuzes euch da draußen auf dem Felde der Ehre den letzten Liebesdienst erweisen konnten. Sanitäts­männer der Kolonnen vom Roten Kreuz waren es, die euch zu Tode Verwundeten in den Lazaretten mit aufopfernder Liebe pflegten. Mit ihnen wett­eiferten in gleicher Liebe und Aufopferung für euch nach echter deutscher Frauenart Schwestern vom Roten Kreuz. Mit der gleichen Liebe und Sorgfalt konnten viele dem Tode entrissen werden. Für uns, die wir uns die Nächstenliebe auf unser Panier ge­schrieben haben, war unsere Tätigkeit eine Selbst­verständlichkeit, denn Treue, die ihr dem Dater­lande erwiesen, konnte nur mit Treue vergolten werden. Und so stehen wir denn hier, um eure Treue, die oberste Tugend des deutschen Soldaten, zu ehren.

Diese Weihesiunde sei uns ein Gollesdlenst, der uns neu bestärkt in dem Glauben an Deutsch, land.

Ein Bibelwort sagt:Der Glaube aber, wenn er nicht Werke hat, ist tot an ihm selber." Nun wohl, ihr habt uns diesen Glauben vorgelebt! Ihr habt diesen Glauben mit eurem Blute geheiligt und be­stätigt. Und deshalb war euer Tod nicht vergebens! Heute können wir freudig bekennen:Euer Opfer ist nicht umsonst gebracht, euer Blut ist nicht um­sonst geflossen, denn euer Opfertod war die Saat, aus der das neue Deutschland erstehen konnte! Und so grüßen wir denn auch in dieser Stunde und ehren zugleich all die Kämpfer der nationalsoziali­stischen Bewegung, die im fanatischen Kampfe und im heiligen Glauben an Deutschland ihr Leben dahingaben für Deutschlands Erneuerung.

Ihr seid uns Vorbild! Euer Vorbild soll uns alle mahnen zur Nacheiferung! Und so hört unser Ge­löbnis, es euch gleichzutun an Opferwilligkeit für dieses Deutschland, das ihr angestrebt und das unser Führer geschaffen hat?

Und darum ist diese Stunde nicht eine Stunde des Schmerzes, nicht eine Stunde der Klage oder der inneren Zerrissenheit, sondern eine Stunde, über der das Wort steht, das in dem Sockel eures Ehrenmales eingemeißelt ist, und das da lautet: Aufwärts!" Neuer Glaube an Deutschland lebt heute überall. Deutschlands Söhne wissen wieder für ihr Vaterland zu leben und wenn es sein muß zu sterben! lieber eurem Deutschland weht heute das Hakenkreuz, dessen tiefster Sinn wohl den Wortengestorben und auferstanden" gleichzusetzen ist. Und so grüßen wir euch, indem wir euch die Worte des Führers zurufen:

Und ihr habt doch gesiegt!"

Im Anschluß daran legte der Redner einen präch­tigen Kranz nieder der in geschmackvoller Anordnung das Rote Kreuz in einem weißen Kreis zeigte. Die Musik spielte das Lied vom guten Kameraden, das von der großen Menschenmenge, die sich zu der Feier eingefunden hatte, in ehrfürchtigem Schwei­gen angehört wurde.

Den Abschluß des Tages bildete eine Werbe- marsch der Sanitätskolonne, des Sanitätssturmes der SA., der Technischen Nothilfe und der Feuer­wehren durch die Straßen unserer Stadt. Der Werbemarsch wurde viel beachtet.

Am gestrigen Sonntag vormittag wurde durch den Musikzug der SAR. noch ein Platzkonzert in den Anlagen am Hindenburgwall gegeben, dessen ausgezeichnete Darbietungen von den zahlreichen Zuhörern mit dankbarer Freude ausgenommen wurde.

Es wäre zu wünschen, daß der Arbeit des Roten Kreuzes durch das Ergebnis der Sammlung jene Unterstützung zuteil geworden ist, die es im Interesse der bisherigen aufopfernden Arbeit verdient.

Semesterseier der Gießener Vurschenschasi.

ourre man uvuic uiuj«. . ..

<£9 dürfe die Individualität des Menschen nicht

Die Korporationen der Deutschen Burschen­schaft in Gießen versammelten sich am Samstag­abend zu einer Semesterfeier im Haus der Burschen­schaftGermania" am Wetzlarer Weg. Das Lied Burschen heraus!" eröffnete den Abend. Der erste Sprecher der örtlichen Burschenschaft Herr Jung hieß die Kameraden und Führer der SA., den Kanzler der Universität Professor Dr. Hummel, Seine Magnifizenz den Rektor Prof. D. Born- kämm, die teilnehmenden Professoren, den Bun­desführer der Deutschen Burschenschaft Dr.-Jng. Schwab, den Führer des studentischen Waffen­rings in Gießen Hechler und die Kameraden vom Nationalsozialistischen Frontkämpferbund herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt den Herren Rektor N e u r 0 h r und Hafner aus Großrosseln im Warndt (Saargebiet), die es sich nicht nehmen ließen der Einladung der Gießener Burschenschaft zu folgen. Grohr°-ln ist einer der Orte des Be- treuungsgebietes der Gießener ^n^^nschaft. Die beiden Herren wurden von den Burschenschaftern stürmisch willkommen geheißen.

Im aeistiqen Mittelpunkt des Abends stand, nach­dem das LiedDer Gott, der Eisen wachsen ließ , verklungen war, eine Ansprache des Dundesfuhrers der Deutschen Burschenschaft Standartenführer Or.-Zng. Schwab.

übersehen werden, wenn ein Gebäude aufgebaut werde, mit dem der Staat solle arbeiten können. Grundlage des Strebens sei die Kameradschaft, die sich auf persönliche Freundschaft aufbauen müsse, wenn sie von Dauer sein solle. Form und Inhalt der Kameradschaft aber müßten den Anforderungen entsprechen, die der Staat an sie stelle.

Nicht Atomisierung, sondern bündische Gliederung der Studentenschaft unter nationalsozialistischen Grundsätzen sei das Ziel. Eine Deutsche Studenten­schaft dürfe nie uniform, sondern müsse in ihrem Wesen immer kämpferisch sein. Wenn alle das gleiche tun würden, schwände die Jdealkonkurrenz.

Wichtig sei, daß immer das Positive in die neue Form hineingestellt werde. Es werde für die fernere Zeit nicht angchen, daß konfessionelle Gegensätze an der Universität einem notwendigen gemeinsamen Wollen im Wege stünden. Die Lösung in dieser Hinsicht müsse bald kommen, wenn sie überhaupt möglich werden solle.

Das Gesetz der politischen Entwicklung liege bei der jungen Generation und nicht bei den Alten Herren. Die junge Generation, die jetzt zu den Uni­versitäten komme, rekrutiere sich aus der HI., aus dem Arbeitsdienst und aus der SA. Dieser Sach­lage müsse Rechnung getragen werden. Manche Starrheit burschenschaftlichen Lebens würde gelöst werden müssen. Das bündische Prinzip müsse Grundlage für den Neuaufbau der Gesamtorgani­sation der Studentenschaft sein. Uber es könne keine mechanische Gleichschaltung erfolgen, wenn nicht die Intensität studentischen Lebens beeinträch­tigt werden solle. Unser Bestreben sei es, zwischen den Verbänden nicht Kampf heraufzurufen, sondern eine neue Gemeinschaft aufzurichten. Der Verband, der der Deutschen Studentenschaft angehören wolle, müsse Leistung und geistige Haltung in national­sozialistischem Sinne und von der Geschichte her nachweisen. Unfähiges und Unhaltbares dürfe nicht krampfhaft hochgehalten werden. Den hier er­wachsenden Aufgaben dürfe man, auch wenn Har­ten nicht zu vermeiden wären, nicht aus dem Wege gehen

Das rein waffenstudentische Prinzip sei nicht das alleinige Prinzip der Studentenschaft überhaupt. Es werde aber der Lösung der Starrheit der Form des Waffenkomments bedürfen, so daß das Fechten ge­meinschaftliches sportliches Uebungsgut in der Volks­gemeinschaft werden könne. Es bestehe heute bereits I eine gemeinsame Zielsetzung. Aller Formelkram

Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: Die Probleme der Hochschule und ihre Entw ck- luna leien nicht nur eine Angelegenheit der stu­dentischen Jugend, sondern eine Angelegenheit der im Aufbruch befindlichen Nation, m ber bas 3u- fünftiae Leben gestaltet werde. Es sei nnht gleich- N wie sich die Studentenschaft stelle. Die Geister prallten gegenwärtig Deftig auTemanberjman muffe aber einmal Rückschau halten in der Geschichte und daraus erkennen, was für die SuEuuf ge raud) werden könne. Was gegenwärtig an der und mit der Hochschule geschehe, sei nicht volllg neu. .gebe e- Beisviele die bewährt in der deutschen Gescylchie jünben Die Deutle Burfd)en[d)aft bre auf eine 120 Sabre lange Entwicklung zuruiN>licke, habe m liefern Zeitraum richtig unb auch gelegentlich sa Ich «ihanbelt. Das Gute aus bem bisherigen Wirken hiranzuholen unb barauf aufäubauem fei notaenbig. Cie Urburschenfchaft fei an ihrem Idealismus ge- Ichcitert Das, was vor 120 Jahren falsch gewesen fei, bürfe heute nicht -meberholen.

werde fallen müssen. Hoffentlich gehe hier die Gie­ßener Studentenschaft auch mit gutem Beispiel voran und gebe den kommenden Studenten Gele­genheit, leichter in den Waffenkomment hineinzu- finden, als es bisher möglich war. Im übrigen habe die Deutsche Burschenschaft noch jedem deutschen Volksgenossen Satisfaktion gegeben.

Die Studentenschaft müsse den revolutionären Grundsätzen der Partei folgen. Sie müsse sich ein­fügen und kompromißlos arbeiten. Eine andere Lösung sei nicht möglich, wenn die studentischen Ver­bände weiterhin Existenzberechtigung haben wollten. Die Deutsche Burschenschaft und die Deutsche Stu­dentenschaft ringe um diese aktuellen Dinge, von allen Beteiligten müsse der Nachweis des Willens zum Aufbau gebracht werden. (Lebhafter anhalten­der Beifall!)

Im Anschluß an die Ausführungen des Bundes­führers wurden das Burschenschafterlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen.

Oer Rektor der llniversität prof. D. Bornkamm

dankte der Burschenschaft für die freundliche Einla­dung. In kurzen Worten führte er die aufmerksamen Zuhörer zurück in eine Zeit leidenschaftlichen Drän­gens und weitziehenden Wollens, die der (Siebener Burschenschaft den Ruf der Absoluten gab. In sei­nen weiteren Ausführungen schilderte der Rektor die kürzlich empfangenen Eindrücke an der Züricher Universität und wies auf die Gegensätze hin, die heute zwischen unseren deutschen Unioerjitäten und der erwähnten Schweizer Hochschule klar zu Tage träten. In der Schweiz verstehe man, wenn man dort davon erzähle, den neuen Geist an deutschen Universitäten und jenes Unbedingte der Zucht des Einzelnen an sich selbst. Don der Hallung unserer Studenten dürfe nichts abgemarktet werden. Für die Wissenschaft gelte es, hochzuhalten, was errungen worden fei. Das Letzte müsse zusammengehalten werden. Die stramme Zucht, in die sich die Stu­dentenschaft begeben habe, habe trotz mannigfacher Inanspruchnahme, beffere Leistungen heroorgebracht, als man sie habe erwarten dürfen. Die Unbedingt­heit des Wollens möge der Gießener Studenten­schaft erhalten bleiben! (Lebhafter Beifall!)

In einer kurzen Ansprache betonte der

Führer der Gießener Studentenschaft, Adam,

daß die Studentenschaft nur organisch gewachsen existieren könne. Die Arbeit der Reichsführung werde nicht genügen, wenn nicht in der kleinsten Zelle gearbeitet werde. Die Burschenschaft setze ihre Kräfte glücklich ein. Der junge Kamerad, der in

Zukunft an die Universität komme, müsse erkennen, daß die Bünde große Ausgaben zu erfüllen hätten. Es bedürfe gerade jetzt der energischen sachlichen Ar­beit, denn die Arbeit müsse für Jahrhunderte ge­leistet werden. Menschen im liebergang müßten im­mer Besonderes leisten. Dessen müßte sich unsere Generation bewußt sein. Es gehe nicht um die Per­sönlichkeit des Einzelnen, sondern um die Nation, der wir angehören.

Der Saarbetreuer

der Gießener Burschenschaft Mühl sprach kurz über die Betreuungsarbeit der Gießener Burschenschaft an der Saar, betonte, daß die bis­herige Art der Arbeit richtig gewesen sei, daß viel Freude bereitet und erreicht worden sei, der Saar- bevölkerung, insbesondere der Warndtbevölkerung wissen zu lassen, daß ihrer stets gedacht werde.

Der Leiter der deutschen Schule in Großrosieln (Warndt),

Hektor Reurohr

hielt sodann einen eingehenden Dortrag über die Geschichte des Warndtgebietes seit zwei Jahrtau­senden und schilderte insbesondere auch die Geschichte der zehn einzelnen Orte im Warndtgebiete. Er gab seinen Zuhörern einen Ueberblick über das Land und damit gleichzeitig den untrüglichen Beweis, daß das Warndtgebiet deutsch sei und deutsch bleiben müsse. Die Warndtbevölkerung kenne nur den einen Wunsch, frei zu sein von aller Knechtschaft und dem deutschen Daterlande anzugehören.

In lebendiger Weise schilderte Herr Hafner aus Großrosseln die Ereignisse im Warndt während der letzten Zeit, kennzeichnete die Stimmung der dortigen Bevölkerung und wies darauf hin, daß der 13.Januar 1935 den Beweis dafür erbringen werde, daß der Warndt kerndeutsch fei. In herzlichen Worten sprach er den Herren Mühl und I b b e k e n Dank aus für alle ihre bisherigen Bemühungen um die Auf­rechterhaltung der Verbindung der Gießener Stu­denten mit den Warndtdeutschen. Zum Schlüsse be­richtete der Redner von einem großen Unglück, das am 1. Juni Großrosseln betroffen habe. Ein Un­wetter fei über das Dorf hinweagezogen, habe fünf Todesopfer gefordert und ungeheuren Schaden im Dorfe, in Feld und Wald, angerichtet. Mit einem freudigen Ausblick auf den Tag der Abstimmung, der ein großer Feiertag für die dortige Bevölkerung werden solle, schloß der Redner feine Worte.

Die Studenten dankten den beiden Rednern auf das herzlichste und ließen dadurch den Gästen von der Saar erneut ihre Verbundenheit mit den geprüf­ten Volksgenossen im Warndt erkennen. Begeistert wurde zum Schlüsse des offiziellen Teiles der Feier und zu Ehren der Gäste das Saarlied gesungen.

Grbgesundheilspflege und Raffenhygiene im nationalsozialistischen Staat." Dortrag in der Berufsgemeinschaft der Techniker.

In der gut besuchten Juni-Versammlung der Berufsgemeinschaft der Techniker im Haus der Deutschen Arbeit sprach nach einleiten­den Worten des Ortsgruppenvorstehers Pg. Dr. Coburger, der Mitarbeiter im Amt für Rasse­politik Pg. Dr. Walter Vetzberger überErb- gesundheitspflege und Rassenhygiene im national­sozialistischen Staat". Er führte u. a. aus:

Die Idee eines nationalen Sozialismus beginnt immer mehr das geistige Leben unseres Volkes zu formen, wie überhaupt der Kampf des National­sozialismus in der Gegenwart und Zukunft ein un­geheurer Kampf fein wird. Nur positive geistige, gestaltende Kraft kann Bleibendes und Wertvolles für ein Volk schaffen. Wir kämpfen heute zum großen Teil gegen geistiges Erbgut der französischen Revolution. Dieser Kampf war bisher vergebens.

Die völkische Weltanschauung brachte unserem Volke den Umsturz und räumt nun mit der TXa- turwidrigkeit und llnlogik, der Lehre von der Gleichheit alles dessen was Wenschenantlih trägt" auf.

Weil die Lehre des Nationalsozialismus in der Na­tur selbst beruht, wird sie in zähem und unermüd­lichem Kampf die herrschenden Begriffe eines ab- gelaufenen Zeitalters überwinden können. National­sozialistischer Kampf ist mehr als der Freiheitskampf eines Volkes. Er ist Kampf um die Zukunft der Menschheit selber.

Zwei Vorgänge spielen sich in der Natur dauernd nebeneinander ab: 1. Eine ungeheureFrucht­barkeit" und 2. eine ständigeAusles e" alles Kranken und Schwächlichen. Schließlich ist noch eine weitere Eigenart der Natur zu erwähnen, daß sie 3. eine Rassenmischung fast nie hervor­bringt, solche Mischlinge aber, wenn sie wirklich ein­mal entstehen, im Kampf ums Dasein zugrunde geben.

Wir erkennen daraus die ungeheure Bedeutung gleicher Vorgänge für das Dölkerleoen. Es mag ein Altern eines Volkes geben, ein Altern der Raffe gibt es nicht. Gewiß, schon viele einst mächtige, alles be­herrschende Völker, mit einem stark ausgeprägten Rassenbewußtsein, sind von der Bildfläche und der geschichtlichen Entwicklung verschwunden. Doch dieser Untergang eines ganzen Volkes vollzog sich nicht nach unabänderlichen erbbiologischen Gesetzen, son­dern weil sie bewußt ober unbewußt gegen die Ge­setze der Natur verstießen.

Wenden wir uns dem ersten Punkt zu. Wie steht es mit der Fruchtbarkeit im deutschen Volk? Bis zu Beginn dieses Jahrhunderts war Deutsch­land ein wachsendes Volk. Ungefähr um die Jahr­hundertwende setzte ein merklicher Rückgang der Geburtlichkeit im Volk ein, so daß wir heute sogar eine Untergedurtlichkeit von 1,5 auf 1000 haben. 1876 kamen auf 1000 Frauen 42,6 Geburten, 1931 nur noch 15,9. Don den verheirateten Frauen hatten 1890 jede dritte Frau, 1910 jede vierte Frau, 1925 jede siebente Frau, 1930 jede achte Frau, 1932 sogar nur noch jede zehnte Frau ein tebenbgebored nes Kinb. Das bedeutet praktisch das Ein-Kind-' System. Heute bereits fehlen 300 000 Kinder jähr­lich zur Erhaltung des Bestandes.

Ls handelt sich heute gar nicht um eine Förde­rung des Wachstums unseres Volkes, sondern um die aufs schwerste bedrohte Erhaltung seines Bestandes.

Der Geburtenrückgang ist eine Erscheinung, die augenblicklich über den gesamten westeuropäischen Kulturkreis hinweggeht. Deutschland ist das Land mit der niedrigsten Geburtenzahl. Die Hauptursache dafür ist die gesamte kapitalistische, materialistische Einstellung, die die bewundert, die es äußerlich zu etwas gebracht haben. Zu dieser Gesamthaltung trägt auch die Abkehr von Religion und Kirche bei. Dazu kommen noch die veränderte Grundeinstellung

der Frau zum Leben, gewisse soziologische und biologische Umschichtungen in unferm Dolkskörper, die mit der Industrialisierung, Kapitalisierung und Derstädterung unseres Volkes Zusammenhängen. Dem deutschen Volk droht langsam sicheres Aus­sterben, wenn sich die deutschen Mütter nicht be- finm?n. Wenn das deutsche Volk weiterhin den deutschen Lebensraum freigibt, bann werden die Völker des Ostens Vordringen und Deutschland über­fluten. Innen- und wirtschaftspolitisch betrachtet bedeutet ein weiterer Geburtenrückgang die erneute Vermehrung der Arbeitslosigkeit und die Zerstörung der gesamten Sozialversicherung. So paradox dies klingen mag, so muß man aber bedenken, daß Kinder Nur-Verbraucher sind, d. h. aber auch umgekehrt, daß KinderreichtumVolks- r e i ch t u m darstellt. Aus all dem ergibt sich die Folgerung:

1. Pflicht des einzelnen zur Aufzucht ge­sunder Kinder. Jeder einzelne muh mithelfen. Ge­meinnutz geht vor Eigennutz.

2. Pflicht des Staates zur Bereitstellung der notwendigen wirtschaftlichen Voraussetzungen durch Besoldungs- unb Steuerreform, Familien- laftenausgleich in allen Schichten, Maßnahmen gegen die Landflucht, Siedlung ufw.

Weiter ist für die Zukunft eines Volkes entschei­dend, ob die tüchtigen Erbstämme im Laufe der Generationen erhalten und gefördert werden, oder ob sich umgekehrt allmählich die weniger tüchtigen Erblinien stärker ausbreiten, während Hochwertige zu Grunde gehen.

In der Natur herrscht bas Gesetz ider unerbitt­lichen Auslese, die unbarmherzige Verrichtung alles Untüchtigen. In der Kulturmenschheit sehen wir aber allmählich eine Aenderung dieses Prinzips, in der Erhaltung möglichst jeden unwerten Lebens.

Jede erbliche Krankheit ist von ungeheurer Be­deutung dadurch, daß sie von Generation zu

Generation weiter vererbt wird

und so lange in alle Zukunft sich fortpflanzt, bis die Blutlinie ausstirbt. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und die Sterilisation dieser Menschen gibt uns die Möglichkeit der Ausschaltung solcher krankhafter Erbanlagen aus dem Blutstrom des Volkes. Es ist keine Schande, krank zu fein, sondern nur ein bedauernswertes Unglück. Es ist aber ein Verbrechen und daher auch zugleich eine Schande, dieses Unglück durch eigenen Egoismus zu entehren, indem man es unschuldigen Wesen wie­der aufbürbet. Bedenkt man ferner, daß schätzungs­weise diese Erbkranken jährlich dem Staat einen un­geheuren Betrag kosten, so wird man den Segen eines solchen Gesetzes für das Dobksganze verstehen können.

Das dritte Gesetz der Natur von der Vernei­nung der Nassenmischung besagt übertra­gen, daß Völker und Kulturen ihren göttlichen Sen- düngen nur gerecht werden und irdische Größe errei­chen und bewahren können, wenn sie die durch ihre besondere Rasse bedingten, besonderen Aufgaben im geschichtlichen Geschehen erfüllen. Das heißt, jede Vermischung mit wesensfremden Rassen bedeutet für bas Volk durch Schwächung des Dolkskörpers Verrat an der eigenen Aufgabe unb bamit Ende unb Untergang. Wie schon er­wähnt, sind es die Erbanlagen, die die wesentlichen und geistigen Züge der Menschen und Völker be­dingen. Durch die Generationen hindurch fließt ein Strom dauernden Lebens. Es lebt somit ein We­sentliches der alten Generation in der jungen fort. Durch unsere Blutsverbundenheit bilden wir eine organische" Gemeinschaft des Lebens, und da wir eine Sprache sprechen, eine gemeinsame Kultur ha­ben, in jahrhundertelanger Entwicklung auf einem Boden gewachsen sind, bilden wir ein Volk.Blut