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Nr. 211 Erstes Blatt

184. Zahrgang

Montag, 10. September 1934

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Das Treuegelöbnis der SA. und SS.

115000 Mann der SA., der (5(3. und des RGFB. beim Appell vor dem Führer angeireien. Feierliche Weihe Der neuen Standarten und Sturmfahnen. - Stundenlanger Vorbeimarsch durch ein Spalier jubelnder Menschenmaffen.

3n der Luitpold-Arena.

Nürnberg, 9. Sept. (DNB.) Die Luitpold- Arena in ihrer neuen Gestalt ist dem Appell der SA. und SS. Vorbehalten. Sie ist die erste Stätte, die ihren endgültigen Ausbau nach den Plänen des Führers gefunden hat. In leichtem Bogen zieht sich der Steinbau der Ehrentri­büne die ganze Stirnseite entlang. Bon 30 Meter Eisenkonstruktionen hängen in 'drei gewaltigen Bahnen die Hakenkreuzfahnen herab, deren Ausmaße am besten dadurch kenntlich wer­den, daß an einem der vier Eisenträger ein e l e k- trischerAufzug montiert ist, der einen Film­operateur geräuschlos auf- und abbefördert. Die beiden Enden der Tribünen tragen auf mäch­tigen Sockeln einen goldenen Adler, der seine Fänge in den Lorbeer krallt, der das Hakenkreuz umrahmt. Er breitet seine gewaltigen Schwingen eben zum Flug in den herrlichen, sonnenüber­gossenen Morgen. Auf der weit vorgebauten Ter­rasse haben bereits die 201 Feldzeichen Auf­stellung genommen, die heute ihre Weihe durch den Führer erhalten. Drei breite Rasen­terrassen führen zum eigentlichen Feld hinab. Weit- vorspringend bis an den Rand des Feldes ist das Rednerpodest gebaut, das sich noch über der unteren Tribüne erhebt. Bon ikW aus zum Ehrenmal ist der mit großen Quadern belegte Steinweg, die Straße des Führers", freigelassen. Die in der Einfachheit ihrer Linien so erhaben wirkende Ehrenhalle mit den neun Rundbögen, in denen schlichte Kränze aus frischem Eichenlaub hän­gen, ist unverändert geblieben. Nur der Vorplatz mit dem Riesenlorbeerkranz, den ein leuchtendes Hakenkreuzband schmückt, hat rechts und links halbhohe Steinsäulen erhalten, die die Feuer- schalen tragen.

Erst in einigem Abstand schließen sich dann die gewaltigen Steinkadres der Zuschauerränge an, so daß der wundervolle Baumbestand den lieb­lichen Hintergrund des imposanten Anblicks bildet. Von den Wällen, die sich an das Ehrenmal an­schließen, flattern die Fahnen aller Nationen, dis ihre Vertreter zum Parteitag des deutschen Volkes entsandt haben. Seit Stunden sind sie von Hundert­tausenden besetzt, die das grandiose Schauspiel des Aufmarsches erlebten, der nun langsam abgeschlos­sen wird. Die Ehrentribüne ist ebenfalls lange vor dem angekündigten Beginn dicht gefüllt. Wieder sind die Spitzen des Reiches und der Länder, aller Parteigliederungen, die Vertreter der Marine, die Generalität der Reichswehr, die Generäle der Lan­despolizei, kurz, das ganze offizielle Deutschland, dazu dis. zahlreichen Ehrengäste, die ältesten Parteigenossen, die Angehörigen der im Freikeitskampf gefallenen Nationalsozialisten vertreten.

Auf dem Felde aber stehen in unabsehbaren Reihen, nach Gruppen geordnet, die Freiheitskämp­fer Adolf Hitlers hinter ihren Stäben und Stan­darten, ein unabsehbares Feld in Braun und > Schwarz und Grau. Die großen Mittelfelder neh­

men, die SA.-Gruppen ein. Vor ihnen stehen die Oberste SA.-Führung, die Reichsführerschule, das Feld-Jägerkorps. Auf den Flügeln schließen sich die SA.-Reserve und die Flieger an, während die Seiten von den S S. - S ä u l e n in Schwarz eingefaßt werden: Ein Bild, das an Groß­artigkeit durch die neue Formgebung des Luitpold- Hains mit den sanften Bogen zu den Seitenauf­bauten hin außerordentlich gewonnen hat.

Der Führer erscheint.

Um 8.30 ertönt das KommandoStillgestanden!". Der Chef des Stabes Lutze meldet dem Führer 97 000 SA.-Männer mit 7000 SA.-Führern, der Reichsführer der SS. Himmler 11000 SS.- Männer. 115 000 Soldaten Adolf Hitlers stehen wie die Bildsäulen schnurgerade ausgerichtet. Der Füh­rer im Braunhemd grüßt seine' SA.Heil SA!", undHeil mein Führer!" donnert ihm die Ant­wort entgegen. Dann kommt flutendes Leben in die Säulen. Die Feuer in den Schalen lodern em­por, die Fahnen ziehen bei gedämpftem Trommel­wirbel durch schmale Gassen, die Standarten in geschlossenen Blocks über den Mittelweg links und rechts neben das Ehrenmal.

Heldenehrung.

Feierliche Musik ertönt, langsam schreitet der Führer, den Chef des Stabes zur Linken, den 66.= Reichsführer zur Rechten, über den steinernen Weg die Stufen zum Ehrenmal empor.

wo er mit erhobener Rechten den Toten des Krie­ges und der deutschen Freiheitsbewegung den deutschen Gruß entbietet. In stummem Schweigen verharrt der Führer vor dem Ehrenmal, während das Lied vom guten Kameraden getra­gen über den Platz klingt. Die Weihe dieses Augen­blicks ergreift alle Herzen, das Bild, das sich dem Auge bietet, ist in seiner Schönheit und Größe nicht zu erfassen. Die SA. entblößt die Häupter; es ist so still, daß man das Zwitschern der Vögel, daß man die Schritte des Führers aus einer Entfernung von vielen hundert Meter hört, als er durch das unbewegte braune und schwarze Friedensheer zur Tribüne zurückkehrt.

Aufmarsch der Fahnen.

Ihm folgt d i e Blutfahne des 9. Novem­ber 1 9 2 3, dann 2 63 Standarten und end­lich die blutgetränkten Sturmfahnen der SA. und SS., die so manchen Namen tragen, der heute dem ganzen deutschen Volk gehört. Den Beschluß bilden die mit frischem Eichenlaub ge­schmückten Reichskriegsflaggen des NS. - Frontkämpferbundes (Stahlhelm) Der Fahnenwald füllt die drei zur Tribüne führenden Rasenterrassen und zaubert einen neuen Farbton in das bunte Bild. Dann rückt die SS. von den Flügeln mit klingendem Spiel, schnurgerade aus­gerichtet, über dieStraße des Führers". Wie ein Schritt knallen die Stiefel auf das Pflaster. Dann steht der schwarze Keil im braunen Feld wie eine Mauer.

Sie täuschen sich alle, die da glauben, daß auch nur ein Riß in das Gefüge unserer einzigen Bewegung gekommen fei. Sie sieht f e ff, f o wie dieser Block hier! Und sie wird in Deutschland durch nichts zerbrochen. Wenn jemand sich aber an Geist und Sinn unserer Bewegung versündigt, wenn er sich versündigt am Geist meiner SA., dann trifft das nicht die SA., sondern nur den­jenigen selbst, der es wagt, sich an ihr zu versündigen. (Donnernde Beifallsrufe).

Wir sind hier zu diesem Appell angetreten, aber nicht nur, um zu zeigen, wie unzerstörbar fest das Gefüge der Bewegung und ihrer Organisation ist, sondern auch um zu zeigen, wie sie erfüllt i st nach wie vor vom Geist der Treue, der Disziplin und des Gehorsams, und um 126 Standarten der SA. und 57 Standarten der SS. zu übergeben. Diese neuen Feldzeichen der Be­wegung werden nun einrücken in die große Kolonne unserer alten Standarten. Ihr werdet sie vor Euch tragen und werdet ihnen in Treue folgen, so wie den alten.

Ihr werdet angesichts dieser Zeichen Euch er­innern an das, was Euch groß gemacht hat. Ihr werdet Euch erinnern an die jahrelange Zeit der schweren Kämpfe, der Opfer, da es fast aussichtslos erschien, den Staat erobern zu können. Und Ihr werdet Euch erinnern der

//

M stehen fest zusammen für unser Deutschland

Der Führer spricht zur SA.

Der Führer tritt auf den erhöhten Vorbau. Jubel rauscht ihm entgegen. Nun nimmt er das Wort.

SA.- und SS.-Männer! Zum vierten Male in der Geschichte der Partei ist die SA. und SS. auf diesem Platz angetreten. Vor zwölf Monaten zum Zeichen der Eroberung der Macht im Staate! Heute um zu bekunden, daß diese Ent­wicklung ihren Fortgang und iyre Voll­endung gefunden hat!

In unseren Händen liegt heute die Macht des Deutschen Reiches. Die nationalsozialistische Be­wegung ist heute die Herrin Deutschlands. In den zwölf hinter uns liegenden Monaten ist eine Posi­tion nach der anderen von uns in Besitz genommen worden. Niemand, der nicht blind sein will, kann glauben, daß dieses Regiment beseitigt werden könnte ober gar vielleicht von selbst abtreten wird.

Diese zwölf Monate waren aber auch eine Zeit schaffender Arbeit in der natio­nalsozialistischen Bewegung selb st. Wenn ich mich entschloß, schon nach dieser kurzen Zeit wieder einen Parteitag anzuberaumen, um öie, meine Kameraden der SA. und SS., hierher­

zurufen, dann geschah es aber aus einem besonderen Grunde.

Bor wenigen Monaten hat sich über die Be­wegung ein schwarzer Schatten erhoben. Biele Gegner glaubten, die Zeit kommen sehen zu können, in der die Macht der National­sozialistischen Partei vielleicht ihr Ende finden würde. Ich habe Sie, meine Kameraden, hier­herbefohlen, um dreierlei zu dokumentieren:

1. Die SA. hat ebensowenig wie irgendeine andere Institution der Partei mit diesem Schatten etwas zu tun. (Begeisterte Heil­rufe der SA.).

2. Um allen zu zeigen, daß mein Ver­hältnis z u Luch, meine Kameraden, genau dasselbe ist, wie seit vierzehn Jahren. (Langanhaltende Heilrufe) und

3. Um unseren Feinden zu zeigen, daß die Partei steht, und daß ihre SA. und ihre S S. si e h e n als Garanten der nationalsozialistischen Revolution.

(Erneute stürmische Beifallskundgebungen).

großen Beharrlichkeit aus der Kampfzeit, mit der dieser Kamps für Deutschland geführt werden muhte. Ihr werdet daraus die Lehre ziehen, daß das, was uns einst siegen ließ, uns nach dem Siege nicht verlassen darf, sondern daß wir uns heute mehr nochals früherzn den alten Tugen­den bekennen müssen. Der SA.-Mann und der SA.-Führer kann nichts anderes sein als treu, gehorsam, diszipliniert, bescheiden, opferwillig oder er ist nicht SA.-Mann. (Stürmische Zustimmung.) Wenn wir uns aber ZU diesen alten Tugenden bekennen, dann wird nicht nur unsere Macht unzerbrechlich sein, son­dern dann wird auch des deutschen Volkes Auf­erstehung sich weiter auswirken bis in die fernsten Zeiten. Denn wir sind nicht eine Er­scheinung von Monaten oder Jahren, sondern das, was in diesen fünfzehn Jahren wurde, soll bleiben für Jahrhunderte. (Minutenlanger

Beifall und stürmische Heil-Rufe.)

Nur ein wahnsinniger ober ein bewußter Lügner kann sagen, daß ich ober trgenb jemanb die Absicht hätte, das aufzulösen, was wir selbst in langen Jah­ren aufgebaut haben. (Begeisterter Beifall.) Meine Kameraden, wi r st e h e n fest zusammen für unser Deutschland, und wir müssen zusammen­stehen für dieses Deutschland. Wir wollen auch in

Die Helbenehrung beim S2L- tmb SS.-Appell in der Luitpold-Arena. Der Führsr vor dem Ehrenmal»

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Der Führer spricht zur braunen Armee.