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ltt.158 Zweiter Blatt
Gtetzener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Gberheflen)
Dienstag, 10. M 1934
Rudolf Heß in Königsberg.
Der Vorbeimarsch der ostpreußischen SA. vor dem Stellvertreter des Führers bei dem Gauparteitag in Königsberg, auf dem Rudolf Heß seine große Friedensrede hielt. — Rechts: Erich Koch, Ostpreußens Gnuleiter und Oberpräsident.
Auf flandrischen Kriegswegen.
Von unserem (el) Berichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangebe, verboten.)
Zeebrügge, Juli 1934.
Einmal kommt wohl für jeden, der im Kriege „mit raufeen" war, der Tag, wo die Erinnerung an das elderlebnis, und war es noch so hart und schwer nd grauenvoll, aus dem dunklen Schacht des ängst- ch gehüteten Verborgenfe-ins übermächtig in ihm cuffteigt; wo sie ihn zurückdrängt in die Gegend, in lsr dieses Erlebnis wuchs, wo, fernab der ruhigen lsiftigen Entwicklung des Normallaufs, in Granat- Ochern und Schützengrabendreck, in der Ungewife- Isit zwischen Leben und Sterben, von der Uner- tittlichkeit eines Daseins, das nur Wille und Tat imb Opferbereitschaft kannte, jedem einzelnen Men- slhenleben die männlichsten Zeichen eingegraben wurden.
Jeder sucht irgendwann einmal diesem rätsel- haften Ruf zu folgen. So verschieden die Struktur !«s einzelnen Menschen, so verschieden auch die ge- heimen Gründe, die ihn hierher treiben. Der sucht j-in Granatloch, in dem er Tag und Nacht gehaust jat; der möchte die alten Stellungen noch einmal lefonftruieren, in denen Freund und Feind ein- Mder gegenüberlagen, dort die Sappa, da das Ma- schinengewehrnest; jener muß noch einmal das Quarter wiedersehen oder das Estaminet, in dem er „in Ruhestellung" bei dünnem, belgischem Bier oder dem Lartoffelschnaps des AOK. unter Fliegergesurr ein paar unvergeßliche Augenblicke Friedensphantom cenoß. Und andere sind, die suchen nur ein Kreuz, inter dem sie ihren liebsten Kameraden begruben.
Unabreifebar ist dieser Zug von Menschen, der, cus Frieden und Heimat und arbeitgeregelter Bürgerlichkeit heraus, durch Monate und Jahre über die Uten Straßen des Krieges treibt. Mit einem plötzlich und für manchen vielleicht unerwartet aufstei- icnbem Ernst im Auge, bewölkt von der Vielfalt iiner Erinnerung, die schwer schon in die Vergessenheit eingesunken schien. Man spürt so etwas wie ißlbgraue Stimmung über sich kommen, als trüge
Volksgesang und Norfmusik.
In unseren Dörfern hat sich bis in die letzte Zeit hinein ein altes Gut schöner und kraftvoller Ge- Icmgsweisen erhalten, die vielfach auf älteste Melodien zurückgehen, deren Entstehung wohl nie ein Sterblicher mehr aufklären wird. Die Texte haben ;war im Laufe der Jahrhunderte gewechselt, aber immer sind sie mit den einfachen und klaren Tatsachen des bäuerlichen Lebens im Zusammenhang geblieben und sind aus der Stimmung bäuerlichen Handelns heraus gesungen worden. Erst in den Zeiten der Verstädterung haben sich fremde Ein- flüsft auch auf dem Lande ausgedehnt. Hier kann man gewiß nicht von einer Bereicherung unserer Kultur durch die Fortschritte der Zivilisation sprechen, wenn die Unmasse von Schlagern auf das Land herauskam. Aber es hat sich immer wieder gezeigt, daß gerade das Landvolk gesund genug ist, um sich nicht für die Dauer von einer bloßen Geräuschmusik begeistern zu lassen. Das soll nicht heißen, daß in übermütigen Stunden, etwa bei einem wohlverdienten Fest auch einmal ein solcher Gesang gleich ein Schaden an der Seele des Bauern anrichten könnte. Vielmehr kommt es darauf an, daß die musikalischen Ausschreitungen einer bodenfremden Welt nicht Einfluß gewinnen auf die Gestaltung unserer großen bäuerlichen Feste. Hier haben die letzten Jahre eine deutliche Wandlung gebracht, ein so deutliches Hinwenden zu alten und neuen, aber einfachen Melodien, die dem Gefühlsleben des bodenverbundenen Menschen entsprechen. Unb es schadet gar nichts, wenn unsere Gesänge, die auf ländlichen Festen nach schwerer Arbeit gesungen werden, etwa sentimental genannt werden können. Denn es kommt auf die Echtheit der Empfindung an, soll der Gesang seine alte und ewige Bedeutung erfüllen: Befreiung der Seele zu sein.
Es ist in den verschiedenen Gegenden Deutschlands auch eine deutliche Unterscheidung der landschaftlich begrenzten Volksgesänge zu finden. Wir haben in einzelnen Teilen des Deutschen Reiches eine ausgesprochen musikalische Bevölkerung, die schon mit den einfachen Liedern, die die Kinder fingen, wenn sie bei der Ernte helfen, die Freude und Bewunderung eines jeden erwecken, der diesen Gesang zum ersten Male hört. Darüber hinaus aber hat sich die Dorfmusik in den letzten Jahrhunderten eine zunehmende Bedeutung erworben, die sie auch heute noch bei jedem größeren Fest des Dorfes oder einzelner Familien unentbehrlich macht. Und auch hier sind es die ausgesprochen musikalischen Gebiete, die vielfach über Dorfkapellen verfügen, die jeder Kritik an
man plötzlich wieder den gepackten Affen und die lehmige Kruste der flandrischen Aecker müden Schrittes mit sich fort.
Aber wir haben es heute leichter. Wir brauchen nicht mehr zu Fuß unsere zerfahrene, zerlöcherte, aufgewühlte Straße zu marschieren — man lädt uns zu bequemen Spazierfahrten ein. „To the Battlefields“ ist das internationale Schlagwort für die belgischen Äutovermieter, die an allen Ecken und Enden mit bequemen Autocars aufmarfdjiert sind. Die „Battlefields“ stehen im Programm der belgischen Sehenswürdigkeiten durchaus tm Mittelpunkt. Aus der Zone voll Not und Tod und Blut ist ein kommerziell bewirtschafteter Schauplatz des Frem- denbetriebes geworden — denn auch den historischen Tragödien pflegt das Satyrspiel zu folgen, die Helden haben ihre Rolle abgetreten an die Händler. Und die verstehen ihr Geschäft gut. Sie haben die Werbung gut organisiert, und sie bedienen ihre Kunden mit guter „Ware". Und wenn sie durch den Mund patriotischer Belgier, die auf französisch, englisch und deutsch die „Sehenswürdigkeiten" der flandrischen Front erklären, die Kriegsgeschichte großzügig behandeln, dankt ihnen das englisch-französische Publikum dafür — und wir, wir schweigen ...
Selbst das altehrwürdige Bauernhaus bei Waterloo, in dem nach Aussage der Fremdenverkehrspropaganda Napoleon an dem kritischsten Tag seines Lebens sein Haupt niedergelegt haben soll, verblaßt mit seinem jahrhundertealten Ruhm vor den frischumgepflügten Schlachtfeldern Flanderns. Und doch ist, was sie zeigen, so traurig. Friedhöfe um Friedhöfe, eine Millionenschar von Kreuzen, in unendlichen Geraden aufmarschiert, sauber gesetzt und von Rasen bedeckt, ihr ernster Frieden durch Hecken und Bäume von der ruhelos weiterstürmenden Menschheit geschieden, das ist das tragische Ueberbleibfel eines vier Jahre langen Ringens. Das ist es, was der nun wieder grünenden, fruchttragenden Kriegslandschaft ihr heutiges Gesicht gibt.
ihrem musikalischen Können standhalten. Das ist nicht verwunderlich, wenn man die Geschichte der Dorfmusik berücksichtigt.
Die Geschichte der Festzugsmusik geht zurück in die Zeit, in der im 14. Jahrhundert auch die deutschen Fürsten begannen, bei ihrem Einzug oder Auszug aus dem Schloß Herolde vorausreiten zu lassen, die mit Trompetengeschmetter überall das Nahen des fürstlichen Herrn ankündigten. Die freien Städte, die am Ende des Mittelalters immer größere Bedeutung gewannen, wollten dahinter nicht zurückstehen. Der Türmer, der im Wartturm am Stadttor wohnte, hatte mit der Trompete das Nahen von Gästen anzukündigen, vor Feinden zu warnen und bei Feuersbrunst die Bewohner zusammenzurufen. Der Türmer wachte eifersüchtig darüber, daß ihm das Recht des Blasens nicht von anderen streitig gemacht wurde. Nur einer seiner Sohne lernte jeweils diese Kunst und erbte damit den Posten des Türmers. So blieb durch lange Zeit das Turmer- amt in gleicher Familie erhalten. Aber allmählich wurde es üblich, den Türmer auch bei Begrüßungen und Auszügen, dann bei Hochzeiten, Kind tauf en und schließlich 'zur Unterhaltung blasen zu lassen. Und wie van jeher das deutsche Volk musiksreudig gewesen ist, so wurde es notwendig, zu den Turmern auch Bauern und Städter mit Dude sack und Laute hinzuzuziehen. So bildeten sich allmählich Musikerfamilien heraus, die zu einer Art Musiker- Handwerk wurden. Und wie zur Festzugsmustk vielerorts die singende Schuljugend gehörte wie die landschaftliche Volksmusik sich mit der Handwerk ich betriebenen Musik verband - die Meist rfing r lind ein tnpifches Beispiel — so bildeten sich auch eststehende, örtlich begrenzte Brauche heraus. Bis heute hat es sich noch in einzelnen märkischen Dörfern erhalten, daß die Musik abbricht, wenn der Festzug die Flußbrücke überschreitet d,e einstmals die Dorfgrenze war, obwohl heute langst aus der cholzbrücke eine große breite Steindrucke geworden ist die dem Durchgangsverkehr dient.
Dies kleine Beispiel zeigt, wie weit Festgestaltung und Musik miteinander verknüpft sind. Und auch die neuen Elemente, die im Laufe der Zeit m die alte Dorfmusik hineingetragen wurden, wie Marschmusik oder politische Kampflieder, gehen allmählich in den Musikschatz des Landvolkes über. Die Formen mögen sich wandeln, in denen sich der land- licke Volksgesang ausdrückt, aber der Inhalt ist mmer bestimmt" durch den ländlichen , Jahreslauf unb das bäuerliche Leben, das eingespannt ist tn den großen Gang der Geschichte seines Volkes.
„Oie vier Musketiere."
Es ist kaum möglich, von dem Film, der seit gestern unter dem Titel „Die vier Musketiere" im Lichtspielhaus Bahnhofstraße läuft, in der gleichen humorigen Art zu sprechen, in der sich die Handlung zu ihrem weitaus größten Teile bewegt. Es ist auch nicht möglich, die hinter vielen Scherzen und humorvollen Redewendungen und Situationen verborgene und nur in wenigen Szenen völlig klar zu Tage tretenden Tragik zu übersehen, die diesem Film seinen letzten Sinn gibt.
Die Terra hat es unternommen, unter der Regie von Heinz Paul das gleichnamige Theaterstück von Sigmund Graff für den Film zu übersetzen und es seinen Gesetzen anzupassen. Mit den erweiterten Mitteln des Raumes und der szenischen Gestaltung, über die der Film dem Theater gegenüber verfügt, schuf man das Theaterstück nach und — es geschah recht glücklich. In diesem Filmwerk stehen sich in großer Ueberschau gesehen, zwei Welten gegenüber: Die Gemeinschaft des Frontsoldaten von 1914 bis 1918 und die zivile Existenz in den Jahren nach dem Kriege. Verkörpert werden diese zwei Welten in jenen vier Menschen, die draußen in Not und Tod zusammenstanden und die sich dann, weil sie sichs versprochen hatten, nach 14 Jahren, 1932 also, wiedersahen.
Der erste Teil des Filmes schildert recht eingehend, wie draußen im Felde nach der Rückkehr in eine Ruhestellung hinter der Front der Berliner Stempel, der Bayer Schlumberger, der Hamburger Gisevius und der Sachse Krause ihre Frontkameradschaft und Lebensgemeinschaft pflegen, wie einer für den andern durch dick und dünn geht, wie sie ein Herz und eine Seele sind. Da wird die letzte Zigarette geteilt und gemeinsam Quartier gemacht in einem Hause, bas eigentlich für den General bestimmt war, da wird gemeinsam gemaust, damit es zum Abendbrot Kartoffelpuffer geben kann und vieles andere mehr — schließlich ruft sie aber der Alarm wieder an die Front, zum Sturmangriff, aus dem sie aber alle vier heil zurückkehren. Und als der Krieg aus ist, geht jeder in seine Heimat.
Nach 14 Jahren treffen sie sich dann zu einem Regimentstag in einer sächsischen Stadt, in der nun zufällig Krause zu Hause ist. Selbstverständlich sind die drei bei ihm zu Gast, aber sie machen große Augen, wie sie sehen und hören, was der Krause für ein feiner Knopf geworden ist. Er ist „Direktor" und hat eine Villa, allerdings mit allen Gepflogenheiten eines neureichen Protzen. Der Berliner Stempel — Margarinereisender und armer Schlucker — dem es hundsmiserabel geht, weiß am
Sonst hat die Zeit, die allesheilende, gnädig die Wunden dieser Erde vernarbt und mit jungem Leben bedeckt. Nur an wenig Stellen hat man den Krieg zu erhalten gesucht, wie ein Stück Naturschutzpark: ein kleines Grabengewirr mit zerfallenden Unterständen, Brustwehren, verrostetem Stacheldraht. Man zahlt Entree, und ein Publikum, das den Krieg nur noch vom Hörensagen kennt, darf darin promenieren. Das ist dann die „berühmte Schlüsselstellung von Nieuport-Ville". Die Routen dieser Cook- fahrten führen beispielsweise von Ostende an der Küste entlang bis Nieuport über Dixmuiden nach Ppern, wo man neben der wiederaufgebauten Kathedrale noch die Reste der „Hallen" erhält als traurige Wahrzeichen des Völkerkampfes. Vor diesen Kulissen zum fife o’clock-tea niederzufitzen, scheint ein besonderes Vergnügen des englischen Publikums zu fein, das in dichten Scharen, in Vereinen und Schulklassen, über den Kanal kommt. Daneben blüht das Geschäft mit Kriegsandenken zweifelhafter Herkunft, neckischen Nippes aus angeblichem Kriegsmaterial für das Moquettesofa zu Hause. Schlimmer noch als diese Hausgreuel, die hier offenbar als Frischfabrikate für eine andenkenwütige Menschheit auf den Markt gebracht werden, sind aber die Postkarten und Bildvergrößerungen, die ich in einem Papierladen fand, mit Aufnahmen, die zwischen den Kämpfen gemacht worden sind: verkrampfte Leichen illustrieren die grausige Orgie der Vernichtung, die der Tod hier gefeiert hat. Wer um alles in der Welt mögen die Liebhaber solcher Bilder sein? Was bezweckt man mit der öffentlichen Feilbietung dieser nervenerregenden Kriegserinnerungen, deren Wahrhaftigkeit gewiß niemand bestreitet?
„Visitez Zeebrügge! Visitez la müsse de la guerre!“ In meterhohen Lettern wird für das Kriegsmuseum in Zeebrügge geworben — öte ganze herrliche Dünenstraße die belgische Küste entlang ist mit diesen Schildern geschmückt; die Betonunterstände, die alle hundert Schritte hier noch von der deutschen Front gegen England zeugen, sind mit dieser Aufschrift bemalt Man fügt sich diesem unerbittlichen Ruf und findet kurz vor der berühmten Mole, die zweieinhalb Kilometer weit ins Meer hineinragt, den schmalen Eingang zu diesem Museum, das schon äußerlich durch Flieger
bomben und Minenreste in seiner Zweckbestimmung gekennzeichnet ist.
Ein paar Schritte kellerwärts — man denkt an die „Heldenkeller" von damals — und eine deutsche Inschrift über einem Einlaß begrüßt uns mit „U-Boot- Heil zuvor". Denn dieses „Kriegsmuseum" rühmt sich der „naturgetreuen" Nachbildung des Offiziers- kafinos der Unterseebootflotte, die in Brügge stationiert war. An den Wänden harmlose Scherzmalereien von der Art wie sie Männer um sich haben mögen, deren Leben nur aus Dienst und Warten und ein bißchen todverachtender Fröhlichkeit besteht: skatdreschende Offiziere, Ordonnanzen, sie alle tragen die rundlichen Bäuche von jenen Minen, die den Tod bedeuteten für die jungen Männer, die hier wachten und lachten und warteten, bis die Reihe an sie kam ...
Das ist zwar für uns irgendwie charakteristisch für manche psychische Situation d^s Krieges, aber für die kriegsferne Masse Mensch, die hier durchströmt, so gänzlich beziehungslos, daß man sich vergeblich fragt, was diese Räume, die doch wahrlich keine Kriegstrophäe darstellen, in diesem musealen Zusammenhang hier bedeuten sollen. Wandern wir weiter, so finden wir, von wenigen deutschen Erinnerungsstücken, Bildern und Uniformen abgesehen, eine in wesentlichen Teilen englischeAusstellung. Eine mit Fleiß zusammengetragene Schau englischer Kriegsandenken aus dem Seekrieg, Ausrüstungsgegenstände, Waffen, Photos. All das ist auch für den deutschen Besucher zweifellos von Interesse. Der Mittelpunkt dieser Ausstellung ist freilich ein einziges Hoheslied auf den Angriff der englischen Flotte auf den Hafen von Zeebrügge im April 1918. Das wird eingehend mit Bildern, reichlichen graphischen Darstellungen, die der englische Admiralstab beigesteuert hat, und auch mit W Arten — gerade eben wird eine englische Schulklasse von dem Guide eifrig darüber belehrt — bargetan. Auch der Deutsche anerkennt die Kühnheit dieses Handstreiches, der vom Angriffsschneid der englischen Marine zeugt. Aber wenn die englische Darstellung, die hier vertreten wird, bartun will, daß mit der Versenkung zweier mit Zement beladener Schiffe die Hafeneinfahrt des Brügger Kanals tatsächlich gesperrt worden sei, so ist sie zum mindesten erheblich aufgebauscht. Wir
Vom Kavallerieiag in München.
Bayerische Ulanen in den Uniformen von 1870 in dem Festzuge, der anläßlich des vorn 7. bis 9. Juli in München veranstalteten 4. Waffentages der Kavallerie veranstaltet wurde.
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schnellsten Bescheid; Gisevius ist inzwischen Studienrat geworden und der Bayer wohlbestallter Gastwirt. Der Bayer macht sich die wenigsten Gedanken über Krause, er will nur wissen, was er für ein Direktor ist. Krause tat ein übriges und baute sogar einen naturgetreuen Unterstand mit spanischen Reitern und allem Drum und Dran. Sie freuen sich auch darüber, die Kameraden, sitzen bei einer Flasche Wein in diesem Unterstand und sprechen von den Zeiten, von der Politik, von Geschäften, von den Pflichten dem Vaterland gegenüber, von arm und reich. Und es dauert keine 10 Minuten, da liegen sich der Berliner und der Sachse in den Haaren, es gibt einen Streit und in Unfrieden gehen sie auseinander. Die Frauen folgen dem unrühmlichen Beispiel. Erst der Kamerad Eberle muß in diesen Kreis geraten, der aus Amerika herüberkommt, und ihnen erzählt, daß ein „Grüß @ott!4 und „Auf Wiedersehen" auf deutschem Boden gesagt und gehört mehr wert ist, als hundert Dollar in den Staaten. Er sagt ihnen, wie froh sie sein sollten in Deutschland leben zu dürfen. Und wie jener erzählt, werden sie stiller, sie finden sich wieder; aber erst als es heißt „Antreten" — zu einem harmlosen Festzug — sind sie wieder die alten ...
Damit schließt der Film, der in seinen Bildern die Uneinigkeit schildern will, die noch 1932 unser Volk zerriß. Und wenn auch jene Zeit mehr und mehr in die Ferne rückt, so stellt sie uns der Film doch als eine lebendige Warnung vor Augen.
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Die Darstellung ist ausgezeichnet. Paul Wester- meier als Stempel, Fritz Kämpers als der Bayer Schlumberger, Erhard Siedel als Krause und Hans Brausewetter als Gisevius, die vier Musketiere,stehen einander in nichts nach. Es gibt zwischen ihnen manche ebenso derbe, wie auch feinsinnige Szenen, in der die ganze Problematik der Filmhandlung klar zum Durchbruch kommt. Be- sonderen Eindruck macht jene Szene, in der Eberle (Hermann S p e e l m a n n), von Amerika erzählt und den Kameraden die Augen über ihre Heimat öffnet. Als Frau Krause steht Käthe Haack etwas zu vornehm neben dem neureichen Krause, Liselott S ch a a k gefällt besonders als Schwester Hildegard im ersten Teil des Films. Agnes Straub, als die Gattin des Gastwirts Schlumberger gibt sich sehr derb und trägt dadurch zur Vertiefung der hier bewußt ausgezeichneten Gegensätze unter den Kamera- den bei. Die vielen Heineren Rollen sind glücklich besetzt. Zu nennen sind besonders noch Werner Schott als Hauptmann und Kompagniechef, sowie Carsta Lock als Minna im Haus Krause. Der Film verdient unsere Aufmerksamkeit. N.


