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müsse, wurde In drei IMnlsterreden am Freilag- abenb wiederholt und unterstrichen. Schahkanzler Neville Chamberlain erklärte bei einem konservativen Festessen in Birmingham: Denn die Abrüstungskonferenz mit einem völligen Zusammenbruch endigen und die europäischen Staaten wieder ein Rüstungswettren­nen einleiten sollten, dann werde England für feine Verteidigung die Ausgabe viel größe­rer Summen als bisher ins Auge faf- f e n müssen. Es sei allerdings viel zu früh, die Un­möglichkeit einer Vereinbarung anzunehmen. Cham­berlain dementierte die Behauptungen, dah die eng­lische Regierung ein großes Wehrgeseh plane, das viele Millionen Pfund kosten würde und im Herbst dieses Jahres eingeführt werden sollte.

Sehr deutlich sprach auch der englische Innen­minister, Sir John G i l m o u r in Cardiff. Mög­licherweise, so sagte er, könne der englische Plan nicht durchgeführt werden. Die englische Regierung werde aber ihr Hauptaugenmerk auf den Aus­gleich der Luftrüstungen richten.Wir

beschäftigen uns zur Zeit mit diesem Problem. Wenn wir auf die Dauer herausfinden, daß un­sere Rachbarn auf dem Fe st lande uns in dieser Angelegenheit nicht entgegenkom­men wollen, dann werden wir mit großem Be­dauern Schritte zum Schuhe unseres Volkes unternehmen müssen."

Der erste Kommissar für öffentliche Arbeiten, Mi­nister Ormsby Gore sagte, daß England sich um den Abschluß eines begrenzten Abkommens und zwar um ein Luftabkommen bemühen werde, wenn die andern Staaten eine allgemeine Abrüstungsvereinbarung nicht wünschten. Sollte England eine bedeutende Begrenzung der inter­nationalen Luflrüstungen nicht erreichen, dann könnte die gegenwärtige zweit- k l a s s i g e S t e l l u n g E n g l a n d s nicht län­ger zugelassen werden.Für jeden Flieger und für jedes Flugzeug, die irgendeiner der Rach­barn Englands in Europa ausbildet, bzw. baut, würden wir ebenfalls einen Flieger ausbilden und ein Flugzeug bauen.

Der Großkampftag der Arbeitsschlacht.

Das Programm der Feierstunde am 21. März.

Berlin, 10.März. (DRV.) Heber die Durch­führung der Feierstunde am 21. März, mit der der Großkampftag der Arbeitsschlacht eingeleitet wer­den wird, erfährt derVölkische Beobachter fol­gende Einzelheiten:

Den Mittelpunkt der Feier bildet ein Besuch des Führers auf der im Bau befind­lichen R e i ch s a u t o b a h n München-Lan­desgrenze. Dort wird der Generalinspekteur des deutschen Straßenwesens dem Führer die Beleg­schaft melden. Ls schließt sich eine Besichtigung an, nach der der Führer eine Rede halten wird. Die Feier auf der Strecke der Reichsautobahn München ?Landesgrenze wird auf alle deutschen

Sender übertragen werden. Während der Besichtigung spricht im Rundfunk Reichsminister Dr. Goebbels.

Auf sämtlichen übrigen Baustellen der Reichs­autobahnen werden der zuständige Gauleiter der RSDAP. sowie der leitende Bauingenieur kurz zu den Arbeitern sprechen. In allen Betrieben wird ebenfalls die gesamte Belegschaft einschließlich der Unternehmer die Hebertragung aus München nach Ansprachen des Vetriebsführers und der Be­auftragten der Deutschen Arbeitsfront anhören. Alle Arbeitsdienstlager und Schulen werden eben- falls die Feierstunde miterleben.

Gin neuer Erfolg der Arbeitsschlacht.

Oie Zahl der Arbeitslosen während des letzten Monats um 400000 gesunken

bringung auch der langfristig Arbeitslosen erfolg­

reich waren. Der bedeutende Februarerfolg ist zu den Monat Februar d. I. betrug die Ziffer dieser einem erheblichen Teil der bereits lebhaft einsehen- ! Neubeschäftigten 51 000 Personen, ein Beweis da- den Hochbau- und Tie, bau« SNgkeil zu d", daß °i° günstige Entwicklung anhält. Unter oerdanken. der dao milde wei.er",ehr zu-

der Bergbau, bei dem der Rückgang

32 d. $).

gute kam.

beträgt, und die chemische

|t r i e mit

Die Gesamtentlastung für das erste Jahr der Arbeitsschlacht beträgt etwa 2,6 Millionen, von Februar 1933 bis Februar 1934 gerechnet. Don dieser Ziffer entfallen auf die Außenberufe 1 Million, auf die Konjunkturberufe 1,6 Millionen. In der Zeit vom Ende Februar bis Ende Oktober 1933, also dem ersten Abschnitt der Arbeitsschlacht, waren die Saisonberufe und die Außenberufe gleicherweise mit rund einer Million beteiligt. In der eigentlichen Winterveriode aber verschob sich dies Verhältnis ziemlich er« beblid); denn durch die winterliche Belastung ging Oie Zahl der Arbeitslosen in den Außenberufen

B e r l i n, 9. März. (DRB.) Die Auflockerung der winterlichen Arbeitslosigkeit hat im Februar bedeut­same Fortschritte gemacht. Die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeits­losen belief sich Ende Februar auf rund 3 374 000, sie ist um rund 400000 niedriger als Ende Januar und liegt bereits um 341 000 un­ter dem Ende Rovember 1933 erreichten günstigsten Stand des ersten Jahres der Arbeitsschlacht. Die Ende des Vorjahres eingetretene winterliche Belastung ist somit nicht nur ausgeglichen, son­dern bereits erheblich überholt. Gegen- über dem Vorjahrs st and an Arbeitslosen konnte ein Rückgang um rund 2 630 000 Arbeitslosen erreicht werden.

Die Bewegung innerhalb der Hnterstühungsein- rlchtungen war gleichlaufend, jedoch im Ausmaß verschieden. In der Arbeitslosenversiche­rung ging die Zahl der hauptunterstühungsemp- fänger um 130 000, in der Krisenfürsorge um 79 000 zurück. An anerkannten Wohlfahrts- erwerbslosen wurden von den Arbeitsämtern 129 000 weniger als zu Beginn des Monats ge­zählt, ein Zeichen, daß die Bemühungen zur Hnler-

31 v. H. Aber hier ist zu berücksichtigen, daß in beiden Zweigen versucht wurde, die Zahl der Be­schäftigten durch Kurzarbeit und die Einführung von Feierschichten beständig zu erhalten.

Bei den A n g e st e l l t e n ist ein Rückgang von 28,4 v. H. zu verzeichnen. Hier lagen die Verhält­nisse besonders ungünstig. Aber bei der Zerlegung in kaufmännische und technische Angestellte zeigt sich ebenfalls die Belebung im Bau- und Baustoff­gewerbe; denn von den technischen Angestellten konnten 42,6 v. H. untergebracht werden, während bei den kaufmännischen nur 28,5 v. H. wieder Arbeit fanden.

Auch die Industrie hat im ersten Jahre gut abgeschnitten. Insgesamt fjat sie in diesem Jahre einen Rückgang von 45 v. H. zu verzeichnen. In der Eisen- und Metallindustrie betrug er 46 v. H. gleich 427 000 Arbeitnehmer. Allein für

nur um 18 000, in den Konjunkturberufen aber um 352 000 zurück, ein Zeichen dafür, daß einmal i m Winter d i e S a i j o n a r b e i t s l o f i g f e i t erfolgreich bekämpft wurde, daß aber auch die Wirtschaft sich im natürlichen Auftrieb befindet. Diese Entwicklung hat sich bisher auch fort­gesetzt.

Am stärksten ist im Verlauf des ersten Jahres der Rückgang in der Landwirtschaft, wo er 65 v. H. gleich 185 000 Personen umfaßt. Die Abrarmaßnahmen der Regierung haben sich also, wie die Ziffer ganz eindeutig beweist, hervorragend bewährt. In der verwandten For st wirtschaft sind sie ähnlich günstig; hier betragen sie 58 v. H. gleich 21000 Personen. Auf dem Hauswirt- s ch a f t l i ch e n A r b e i t s m a r 11 ist ein Rück­gang von über 50 v. H. zu verzeichnen. Auch hier sind die Maßnahmen der Regierung, Steuererleich­terungen usw. deutlich wirksam geworden. Aehn- lich günstig liegt es im Spinn st offgemerbe, wo der Rückgang rund 50 v. H. beträgt. Hier darf man wohl aus dem prozentual starken Rückgang auf eine Hebung der Konsumkraft schließen.

Finanzierung der Arbeitsschlacht die Hauptaufgabe der Reichsbank Or. Schachts Bericht in der Generalversammlung des Zentralnoteninstituts.

Berlin, 9. März. (DRB.) In der Generalver- fammluna der Reichsbank wies Dr. Schacht dar- auf hm, daß es ihm notwendig zu sein scheine, aus dem Stadium programmatischer Erörterungen her­auszukommen, es sei zu hoffen, daß die eingetre­tene Belebung unserer Wirtschaft dazu helfe, unser Leben wieder mehr mit Arbeit und we- Niger mit Wunschbildern zu erfüllen. Lei­der bieten die Ausgaben der Reichsbank noch immer außerordentliche Schwierigkeiten. Im In­nern wurden insofern Fortschritte gemacht, als das Wechselmaterial qualitativ besser ge­worden ist. Aber auch bei der Anlage in Wert­papieren hat die Reichsbank auf Liquidität ge­achtet; die Verwaltung wird sich auch künftig nicht dazu verstehen, die Reichsbank an Stelle der lang­sam sich vermindernden Prolongationswechsel nun mit einem Dauerbesitz unverkäuflicher Wertpapiere zu beglücken. Die sogenannte Dffenmarftpoli» t i k setzt voraus, daß der Markt mindestens zwei Türen hat, eine, wo man hineingeht und eine, wo man wieder heraus kann.

Für die Reichsbank gibt es keine größere Auf­gabe, als den Geld- und Kapitalmarkt zu der Finanzierung der Arbeitsbeschaf­fung leistungsfähig zu machen. Den Kapital­markt aber macht man nur leistungsfähig, wenn die Wirtschaft Heberfchüsse erzielt und die Masse der Sparer einen Teil des Heberschuffes In Ruhe und Sicher­

heit auf Zinsen zurücklegen kann. Um diese Politik zu gewährleisten, hak der Füh­rer eine Kommission zur Kontrolle des Kapital­marktes mit entsprechenden Vollmachten aus­gestattet.

Nach außen hat sich die Devisenlage nicht ver­bessert. Die Auslandsschuldenbelastung, der wir un­sere schlechte Devisenlage verdanken, entspringt zu mehr als der Hälfte dem Versailler Dik - t a t und muß darum entsprechend vermindert wer­den, wenn die Weltwirtschaft wieder in Gang kom­men soll. Die Währungsabwertungen einzelner Gläubigerländer haben Deutschlands Der- kaufsmoglichkeiten auf dem Weltmarkt stärker zer­stört als die nominelle Schuldenverminderung be- Der deutsche Export ist heute kaum zwei fünftel dessen, was er noch vor drei Jahren war. Es spricht für die deutsche Solidität und Moral, wenn trotz alledem das Ausland in Deutschland so gut rote gar nichts an Zusammenbrüchen verloren

^bbankprastdent Schacht schloß mit dem Dank Mtarbetter. Ihre vorbildliche Haltung sei ^r%İOri0cn deutschen Baugewerbes

Zähmung ans Herz zu legen. Es habe we- nig Sinn, immer wieder an den Fehlern der Vergangenheit feinen Witz zu üben, wenn öie 3 u tun f t 3 a u f g a b e n auf den Nägeln brennen. Deutschland stehe heute im Kamps der

Roosevelt führt für Amerika das soziale Zeitalter herauf.

Das neue Amerika.

Don einem Deutsch-Amerikaner wird uns ge­schrieben:

Merkwürdig, wie verschiedenartig in Europa die Entwicklung der Vereinigten Staaten im letzten Jahr beurteilt wird, wie wenig auch das eigentliche Wesen der inneren Umschaltung begriffen wird, die Roosevelt eingeleitet hat, und wenn nicht alle Zeichen trügen, auch zu Ende führen wird. Denn darüber darf sich niemand täuschen, der neue Präsi­dent ist auch jetzt noch der populär st e Mann in den ganzen Staaten, ein Mensch, der in seiner Art den Typus des neuen Amerikaners ver­tritt und der gerade deshalb die innere Füh­lung mit den Massen hat, obwohl die Ge- waltkur, die er an der Wirtschaft und auch an der Gesellschaft vollzieht, mit allem bricht, was bisher als geheiligte Tradition galt. Die Politik Roosevelts ist, auf die kürzeste Formel gebracht, die Liqui­dation her Zeit der unbegrenzten Möglichkeiten, die Uederführung aus den Jahren der Eroberung in das Zeitalter des sozialen Verständnisses und der sozialen Hilfe.

Denn die Methoden, mit denen die ganze Wirt­schaft bisher betrieben wurde, waren brutal, waren auf dem Raubtierinstinkt der Eroberungszeit auf­gebaut. Das Recht des Stärkeren galt unbegrenzt. Wer Geld hatte, hatte recht, wer kein Geld hatte, blieb auf der Strecke. Niemand kümmerte sich darum, wo die Tausende blieben, die bei dem Wettrennen um den Dollar irgendwo zu Fall kamen, niemand kümmerte sich darum, ob die Arbeitsbedingungen, unter denen die unteren Schichten lebten, ihnen auch nur ein Existenzminimum gewährleisteten. Wenn der Farmer in den guten Jahren von den Einnahmen für feinen Weizen gerade soviel bekam, daß er nicht verhungerte und der ganze übrige Pro­fit bei den Trusts verblieb, so war das ganz in der Ordnung. Die Trusts, ob sie nun mit Lebens­rnitteln, Rohstoffen oder sonst welchen Dingen han­delten, verfolgten ja alle die gleiche Politik des rück­sichtslosen Geldverdienens.

Diesem Zustand hat Roosevelt gründlich ein Ende gemacht. Er hat das soziale Gewissen geweckt, hat den Amerikanern erst zum Bewußtsein gebracht, daß die Millionen von Arbeitslosen auch Menschen sind, und ihr Lebensrecht haben, unter Umständen dieses Lebensrecht mit Gewalt durchsetzen werden.

Gewiß hat es auch früher nicht an Bemühungen gefehlt, die Macht der Trusts zu brechen. Ader sie sind doch alle in ihren Anfängen stecken geblieben, teils mit Hilfe großer Bestechungen, teils, weil sie von vornherein mit untauglichen Mitteln begonnen wurden. Heute richten sich die Trusts darauf ein, daß ihre Zeit zu Ende ist. Die Staatsmacht ist so stark geworden, daß die Privatwirtschaft kapi­tuliert, und Roosevelt setzt den Führergedanken so in den Vordergrund, daß alle Widerstände daran zerbrechen. .

Das Amerika, das jetzt entsteht, wird sich m feinen sozialen Anschauungen von dem, was in Europa schon lange selbstverständlich war, kaum mehr unterscheiden. Niemand wird zu entscheiden wagen, ob die Wege, die Roosevelt geht, immer richtig gewesen waren, niemand wird auch über den Erfolg des gigantischen Rettungsversuchs heute schon ein Urteil abgeben wollen. Aber selbst die Möglichkeit eines Mißerfolgs kann doch nichts mehr daran ändern, daß mit Roosevelt in den Vereinig­ten Staaten eine neue Epoche begonnen hat, die eine völlige Revolutionierung des gesamten amerikanischen Denkens und Lebens einleitet; und die auch bleiben wird, ganz einerlei, ob Roosevelt sich durchsetzt ober ob er scheitert. Das ist der tiefere Sinn der ganzen Kämpfe, die sich gegenwärtig drüben abspielen, und das sollte man gerade in Europa bei der Beurteilung der ganzen Verhältnisse nicht unberücksichtigt lassen.

Wird Roosevelt

die Initiative ergreifen?

Norman Davis macht Andeutungen über den Plan einer Weltkonferenz.

Stockholm, 9. März. (DRB.) Norman Davis ist hier eingetroffen. Pressevertretern gegenüber gab er her Ansicht Ausdruck, daß hie Weltkrise jetzt an einem Wendepunkt angelangt sei und daß man die berechtigte Hoffnung hegen könne, daß die Besserung, die man bereits verschiedentlich habe feststellen können, anhalten werde. Auch in den Vereinigten Staaten sei eine merkbare Besse­rung her Lage eingetreten. In diesem Zusammen­hang bestätigte Norman Davis, daß Präsident Roosevelt sich mit der Absicht trage, z u einer Weltkonferenz einzuladen.

Hinter den Kulissen der pariser Februar-Unruhen.

Paris, 10. Febr. (DNB.) Dor dem parlamenta­rischen Untersuchungsausschuß zur Nachprüfung der Pariser Februar-Unruhen wurde der frühere Mi­nisterpräsident D a l a ö i e r vernommen. Er bestritt, von dem früheren Polizeipräfekten E h i a p p e auf illegale Umtriebe feines Mitarbeiters im Innen­ministerium, Frot, aufmerksam gemacht worden zu sein, gab aber zu, daß Frot sehr wohl daran gedacht haben konnte, das Ministerpräsidium an sich zu reißen. Ehiappe wiederholte unter Angabe von Zeit und Ort seine frühere Aussage, daß Frot tat­sächlich an einen Putsch mit Hilfe bewaff­neter linksextremistischer Elemente gedacht habe, für deren Ausrüstung er die finan­zielle Unterstützung des Abgeordneten Pateno- t r e zu erlangen versuchte, lieber all dieses habe er Da lädier unterrichtet, der zugegeben habe, daß Frot ihm nicht ganz sicher zu sein scheine. Da- lahier bestritt nicht, mit Ehiappe über die parla­mentarische Lage gesprochen zu haben, lehnte aber die Bedeutung, die Ehiappe dieser Unterredung gab, als Phantasie ab. Balabier gab ferner zu, Ehiappe von sich aus abgelehnt zu haben, weil ihm die Erneuerung der Polizei ratsam erschien, da diese im Fall Stavisky nicht zur vollen Zufriedenheit gearbeitet habe. Ehiappe fjabe ihm auf telephonische Mitteilung erklärt, er weigere s i ch zu gehen; man werde ihn dann aufderStraße finden. Ehiappe erwiderte, es müsse sich um ein Mißver­ständnis handeln. Er habe diese Worte nicht ge­

braucht, sondern davon gesprochen, daß man ihn also auf Die Straße setze. Daladier gab auch seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß die Unruhen vom 6. Februar von einer ganz bestimmten Gruppe für ihre politischen Pläne geschürt worden seien.

Die weitere Sitzung war im wesentlichen mit den Gegenüberstellungen Frot Ober ft he la Rocque, Leiter der VereinigungFeuerlr«""" und Frot d e Keri 11is , dem (Eh^umteur desEcho de Paris" ausgefüllt. De la Rocque sagte zu den Frot zugeschriebenen- Staatsstreichabsichten, am 6. Januar habe ihm ein Mittelsmann berichtet, Frot müßte eineM annfchaft" bilden, die beim Eintreten großer Schwierigkeiten beim Staatspräsidenten oor ft eilig werden würde, um als energische junge Leute zu verlangen, baß ihnen öie Regierungsmacht an« vertraut werde. Er habe für hie FeuerkreuHler eine Beteiligung an der Verwirklichung des Ge­dankens a b g e 1 e h n t. Die Gegenüberstellung Frot Kerillis betraf ein von Polizeibeamten Ende Januar angeblich abgehörtes Gespräch von vier Fliegern, unter denen sich der Bruder Kerillis' befand. Sie sollen in einer Wirtschaft gesagt haben, sie wollten über der Kammer Flugschriften und Bomben a b ro e r f e n. Das Zeugnis des Polizeigewährs- tnannes scheint aber nicht aufrechterhalten worden zu sein, da der Bruder Kerillis' fein Alibi Nach­weisen konnte.

Arbeitsschlacht; wer da aus den Reihen ausbreche, sei schädlich. Notwendig sei ©emeingeift und Einordnung ins Ganze.

Maßnahmen zur Entlastung Berlins.

Berlin, 9. März. (DNB.) Im Zuge her An­griffsmaßnahmen für die Frühjahrsschlacht gegen die Arbeitslosigkeit hielt Ministerpräsident G ö r i n g eine Chefbesprechung ab, in der er u. a. erklärte, daß besonders der Stadt Berlin die notwendigen Erleichterungen zur Verminderung der Arbeits­losigkeit geschaffen werden müßten, weil die Haupt­stadt wegen des fortwährenden Zuzuges vorn Lande ein besonders gefährdeter Brennpunkt sei. Viel sy- sternattscher als bisher müsse gegen d i e Schwarzarbeit vorgegangen werden. Allein in Berlin seien 45 000 bis 60 000 Schwarzarbeiter tätig, die auf der einen Seite die öffentliche Unter­stützung in Anspruch nähmen, auf der anderen Seite aber der gelernten Arbeiterschaft die ihr zukom­menden Arbeitsplätze fortnähmen. Drakonische Strafen müßten den treffen, der Arbeitslose zur Schwarzarbeit heranziehe. Zum anderen werde geprüft werden müssen, wie weit Arbeitslose aus Berlin in den angrenzenden Provinzen a l s Landhelfer mit dem Ziel her späteren A n - siedlung unjergebracht werden könnten, beson­ders solcher, dke früher vom Lande zugewandert und mit den ländlichen Verhältnissen vertraut seien. Zugleich würden Maßnahmen erwogen, um die Landflucht zu unterbinden. Weiterhin werde zu un­tersuchen sein, inwieweit die Rückführung der Frauen und Mädchen in ihre natürlichen Berufe falsch besetzte Arbeitsplätze für Familien­väter frei machen könne. Jeder finanziell besser Gestellte müsse sich die Einstellung von weiblichen Arbeitskräften in seinem Haushalt zur Pflicht machen. Das fei nicht Luxus, sondern Mithilfe beim organischen Umbau der Wirtschaft.

Die Reichszuschiiffe für die Instand­setzung landwirtschaftlicher Gebäude.

Berlin, 9. März. (DNB.) Reichszuschüsse und Zinsvergütungeu für Jnftandsetzungs-, Ergänzungs­

und Umbauarbeiten an Gebäuden wird auch für d i e landwirtschaftlichen Gebäude ge­währt.Durch bäuerliche Siedler wurden für ungefähr 10 Millionen Reichsmark Bauarbeiten während des Winkers 1933/34 ausgeführt. Für Bauhandwerk und Baugewerbe in den ländlichen Gebieten konnte dadurch in großem Maße Arbeit geschaffen werden, ferner ist hierdurch eine Vermeh­rung und Verbesserung der Wohnräume der bäuer­lichen Siedler, eine Erhöhung des Wertes der Ge­bäude und damit eine vermehrte Sicherheit der Sieh- lungskredite eingetreten.

Gegen Verfälschung des Hitler-BuchesMein Kampf"

Berlin, 9. März. (DNB.) In eigener Sache veröffentlicht der Verlag Franz Eher Nachfolger eine Erklärung, in der es heißt: Ein Pa­riser Verlag hat vor ein paar Tagen in französischer S p r a ch e unter dem Titel Adolf Hitler Mein Kampf (Mon Combat) ein Buch herausgebracht, von dem her Verlag be­hauptet, es sei eine wortgetreue und u n gekürzte (integrale) Uebersetzung Des Werkes hes Führers. Im Vorwort und in Zeitungs­notizen brüsten sich Verlag und Uebersetzer in ge­radezu zynischer Art mit der Tatsache, daß die Ver­öffentlichung ohne Genehmigung des Au­tors und unseres Verlages unter Bruch jeglichen Rechtes erfolgt ist. Als Grund und Zweck der Veröffentlichung wird angegeben, die ganze Welt, besonders aber Frankreich, müsse von hem unveränderten Urtext des Buches Kenntnis haben. Der Autor habe aber eine autorisierte fran­zösische Buchausgabe grundsätzlich abgelehnt.

Das Ergebnis unserer sofortigen Nachprüfung des Sachverhalts ist:

1. Der Pariser Verlag, her Diebstahl gei­st i g e n Eigentums begeht und sich dessen noch brüstet, ist auch in Frankreich völlig unbekannt. Ernste und führende franzö­sische Kreise mißbilligen diese widerrechtlichen Methoden nachdrücklichst.

2. Die Behauptung, hie Uebersetzung fei wortge­treu, ist unwah r. Schon im ersten Absatz des ersten Kapitels (im Elternhaus) zeigt sie sir klare und entscheidende AbWeichuugsv