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Nr. 265 Lrstes Blatt

184. Jahrgang

Zreitag, 9. November 1954

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Die Saat ist ausgegangen

ob man siegt, sondern notwendig,

wir haben diese Konsequenzen

auf uns genommen.

dies einst feiern als einen

sich nimmt. Und nach dem Kampf

politischen Entwicklung eine entscheidende Wendung zum Besseren zu geben. Der Führer und Reichs-

Deutschland, haben vor allem

zuströmen, sie mag Rat geben, und sie hart machen, damit zusammensinken.

Die Jugend wird

chen von Schuld und Sühn e."

Die Prophezeiung hat sich längst erfüllt. Es ge­nügten zehn Jahre härtesten Kampfes und unerhör­ter Opfer, um die Saat reifen zu lassen und die größte Wende des deutschen Volkes herbeizuführen, Heute erkennen wir, was Adolf Hitler damals wußte: daß mit der Erhebung vom 9. November

Situation. Glauben Sie mir, entscheidend ist die Frage, ob man einen Gegner schlagen muß, und zweitens, ob man es erträgt, auch nicht siegreich zu bleiben. Denn Siege kann man immer ertragen; die Frage ist nur, wie man Niederlagen erträgt. Wenn die Not, wenn Kata­strophen kommen, dann zeigt sich erst, ob auch wirk­lich Männer an der Spitze stehen. Das ist da- mas auch entscheidend gewesen für uns.

Wir mußten uns damals schlagen! Denn was wollte denn eigentlich die Nationalsoziali­stische Partei? Sie wollte zunächst, daß der alte Staat beseitigt werde, daß das System vom November 1918 wieder gestürzt und die No­vemberverbrecher der Strafe zugeführt wurden. Sie wollte einen neuen Staat' aufbauen auf nicht parlamentarischer Grundlage, sie wollte diesen Staat dann wieder zu einem Staat der nationalen Ehre machen und damit zwangsläufig zu einem Staat der nationalen Kraft und zu einem Staat der Freiheit.

Wie wollte sie das? Sie wollte es, indem sie den faulen Erscheinungen des November 1918 einen neuen gesunden Staat im Staate entgegensetzte, in der Ueberzeugung, daß dieser eines Tages die Wacht an sich reißen würde. Und sie konnte das nur wollen, wenn sie das beste Wenschenmaterial fam-

Und deshalb waren wir damals entschlossen, vor­her zu handeln. Wir wollten damals keinen Staatsstreich machen. Aber einen Entschluß hatte ich: Wenn die Gegenseite soweit kommt, daß ich weiß, sie wird schlagen, werde ich vier Tage vorher losschlagen.

der Grund st ein für das Dritte Reich gelegt worden war. Wir lesen auf der Gedenktafel im Braunen Haus zu München die Namen der Männer, die im fünften Jahre des Republik für die Zukunft Deutschlands fielen, wir lesen auch ihre Berufsbezeichnung: Kaufmann, In­genieur, Handwerker, Arbeiter, Beamter ... Die Toten vom Odeonsplatz verkörperten in sich schon die Volksgemeinsch.aft, auf der einst der nationalsozialistische Staat von 1933 errichtet wer­den sollte. Ohne sie wäre vielleicht heute noch deut­scher Boden der Tummelplatz unserer inneren und äußeren Feinde. Aber ihr Blutopfer rettete Deutsch­land vor dem Untergang. Während noch Adolf Hitler die Haftzeit auf der Feste Landsberg dazu benutzte, um sich auf seine große Aufgabe vorzu­bereiten und in Erinnerung an die vor der Feld- herrnhalle gefallenen Mitstteiter die Idee des deut­schen Befreiungskampfes in seinem Lebensbuch Mein Kampf" festzulegen trieb schon das Blut der Märtyrer draußen im Volke die Besten erneut zu Empörung und Widerstand. Und als der Führer dann wieder frei wurde und im Namen der Toten zur Erfüllung ihres Vermächtnisses aufrief da schloß sich um ihn eine verschworene Gefolgschaft, deren vorwärtsstürmenden Bewegung die Feinde

ihrem Gewissen den richtigen wieder zur Pflicht rufen, sie sie nicht unter einem Schlage

geschichttichen Tag, wir aber, die wir das Glück hatten, ihn mitzukämpfen, wir wollen uns heule und solange wir leben, immer an ihn zurückerinnern als an einen Tag der Wende auch für uns. Und wir haben nur einen einzigen Schmerz, daß nicht mehr alle bei uns fein können, die damals mit uns marschiert sind, daß leider eine Anzahl unserer allerbesten, treue st en und fanatisch st en Kämpfer das Ziel, für das sie stritten, nicht mehr erlebt haben. Allein, auch sie weilen im Geiste in unseren Reihen, im Jenseits werden sie wissen, daß ihr Kampf nicht vergeblich war. Das Blut,

Als der Kapp-Putsch zu Ende war und die damaligen Putschisten vor die republikanischen Ge­richte gestellt wurden, da hob jeder den Schwurfin­ger empor: Er habe nichts gewußt. Er habe nichts beabsichtigt und nichts gewollt. Das hat die bürger­liche Welt vernichtet, daß sie n i ch»t den Mut hatte, einzustehen für ihre Tat, daß sie nicht den Mut hatte, vor den Richterstuhl hinzutre­ten und zu sagen: Ja, das haben wir ge­wollt, wir wollten diesen Staat stürzen, wir wollten sie wegjagen, weil wir Deutschland frei machen wollten. Dieser Mut hat ihnen gefehlt, und daran sind sie gescheitert. (Lebhafte Zustim­mung.)

Wan kann es mir glauben: Unsere Partei hat sich hier gut gehalten. Nicht nur die Führer, sondern auch die Kleinen haben im Prozeß selbst die nationalsozialistische Idee und Be­wegung gerettet. Jeder sagte: Das habe ich getan, und ich verbitte mir, daß man mir das wegnehmen will. Das Hal die Idee und die Bewegung damals gerettet. (Stürmische Zustim­mung.) Dieser Wille und dieser Glaube ist gleich geblieben, auch in der Zeit, in der wir hinter Wauern saßen. Das kann ich meinen Gegnern sagen: Diese 13 Wonate haben ihnen schweren Schaden zugefügt (Brausender Beifall), diese 13 Wonate, die sie mir zum Nachdenken Zeit gaben. Was sie erlebten in diesen zwei

endlich weichen mußten. Deutschland war erwacht. Das von den Schlacken einer verderben­bringenden Lehre befreite Volk fand sich wieder in einem neuen Reich.

Aber auch heute noch, und erst recht heute, da der Sieg errungen ist, gestalten wir unser Leben nach dem Vorbild der Toten. Aus ihrem unver- gänglichen Heldengeist strömt ewig die Kraft, die die Männer der Bewegung in harter Alltagsarbeit ihr Werk vollbringen läßt und die sie für große Entscheidungen reif gemacht hat. In jedem Jahr einmal durchschreitet die mit dem Blutorden ge­schmückte Alte Garde der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei die Straßen der Erhebung, und jeder Marschtritt löst das Echo des 9. Novem­ber, jenes Tages, der die Schande des 9. November 1918 ausbrannte und zugleich das neue Reich der Ehre gebar. Die ganze Nation hört heute das Echo, denn auch diese Prophezeihung Adolf Hitlers wurde zu beglückenden Gegenwart:Denn ich weiß, daß einst die Zeit kommen wird, da selbst die, die uns damals feindlich gegenüberstanden, in Ehr­furcht derer gedenken werden, die für i h r deutsches Volk den bitteren Weg des Todes gegangen sind."

melle. Wil Feiglingen kann man so etwas nicht unternehmen. Dann aber muhten wir einen Weg harter Auslese beschreiten. Wan bekommt die besten Wenschen nur, wenn man keinen Zweifel darüber läßt, daß hier gekämpft wird auf Leben und aus Tod. (Stürmische Zustimmung.) Und dann konnte man auch nicht immer nur reden. Wan muhte auch einmal handeln. Denn am Ende zwingt nur die Tat die Wanner in ihren Bann.

Wir mußten im Jahre 1923 handeln, weil es der letzte Versuch der Separatisten in Deutschland war, der damals uns gegenüberstand. Die Not war un­geheuerlich, die Inflation hatte die Menschen um ihr letztes Hab und Gut gebracht, der Hunger wu- tete. Die Menschen konnten mit keinem Tag mehr rechnen. Wer damals die Fahne aufzog, dem wurde Gefolgschaft geleistet. Wenn die Männer gehandelt hätten, die uns gegenüberstanden, dann stand h ö ch- ste Gefahr vor der Tür. Es wäre dann am 12. November 1923 von den anderen gehandelt worden in dem Sinne, den man uns damals fo oft als Weisheit predigte, nämlich: Norddeutsch­land wird ohnehin bolschewistisch, wir müssen uns daher separieren! Wir müssen den Norden ausbren­nen lassen! Erst wenn das geschehen, kann man sich später wieder mit ihm vereinigen! Wie man sich trennt, hat man wohl gewußt. Wie man je­mals aber wieder zusammengekommen märe, das hat die Herren wenig beschwert.

Jahren, ist damals in Landsberg geboren worden. (Lebhafter Beifall.)

Als die Gefängnistore sich öffneten, da war das Wunder geschehen, daß in Wirklichkeit mehr Nationalsozialisten in dieser Zeit entstanden sind, als wir vorher in der Partei besaßen. Hätten wir nicht gehandelt, dann wäre uns das gleiche Schicksal zugestoßen, wie anderen Bewegungen, die redeten vom Marsch nach Ber­lin, um dann später zu sagen, es handele sich nicht etwa um einen physischen, sondern nur um einen geiftigen Marsch nach dem Norden. Sieg ohne Kampf, das hat es in der Geschichte noch nicht gegeben, mir haben gekämpft und find geschlagen worden. Die anderen haben nicht gekämpft, und sie sind damals nicht geschlagen worden. Aber diese anderen, die damals nicht ge­schlagen worden sind, sind vergangen, und wir, die Geschlagenen, haben endlich über d i e anderen gesiegt. Das soll ein Trost zugleich sein für die kommenden Generationen. Wenn es uns je einmal schlecht gehen sollte, dann mögen Sie sich an diese Zeit zurückerinnern, an die schwerste Katastrophe, die uns jemals traf, uns fast vernich­tete und die uns erst recht wieder groß und stark werden ließ. Dann mag aus dieser Er­kenntnis denen, die nach uns kommen, frischer Mut

die Geschichte a _ _ _.....

r e n Wahrheit und eines besseren Rechtes, sie wird dennoch dereinst dieses Urteil lächelnd zerreißen, um uns alle freizuspre-

Es hat damals nach unserem Aufstand Leute ge­geben, die sagten: Nun ist die nationalsozialistische Bombe geplatzt. Jawohl aber diese Bombe war gefüllt mit Samen, der dann ausgeworfen wurde und aufgegangen ist über ganz (Lebhafte Zustimmung.) Wir die Idee gerettet. Es ist

nicht entscheidend, ob man siegt, sondern notwendig, daß man heroisch und mutig die Konsequenzen auf

München, 8. Nov. Ernst und würdig ist auch in diesem Jahre der Schmuck, den die histo - rischen Stätten der Bewegung als Stätten der Gedenkfeiern erhalten haben. Gibt der Feldherrnhalle, dem Schauplatz vom 9.No­vember 1923, das Schwarz der Trauer der Bewe­gung die Note, so ist der historische Bürger­bräukeller, der heute wieder die alten Kämp­fer um ihren Führer und Kanzler schart, gleichsam als Symbol des Sieges auf die Farben und Zeichen der Bewegung abgestimmt, die heute Deutschland ist. Von leuchtend rotem Grunde heben sich silbern und golden die Zeichen der Bewegung, Haken­kreuz und Hoheitszeichen, sieghaft her­aus. Ein Wald von Fahnen und Lorbeerbäumen umrahmt die Rednertribüne, von jener Stelle, von der einst der Aufbruch der deutschen Nation ver­kündet werden sollte, ragt ein riesiges Hoheitszeichen in Gold empor. Die ganz in Braun ausgeschlagene Bühne flankieren zwei riesige Hoheitszeichen in Gold. Heber einem Hain von Lorbeer leuchtet wiederum das Hakenkreuz.

Um 20.30 Uhr ist der riesige Saal bereits gefüllt; da fitzen sie ohne Unterschied des Ranges und der Stellung wieder nebeneinander, wie sie damals im Kampfe nebeneinander standen, alle in einfachem Braunhemd ohne Rangabzeichen, ohne Uniform. Lebhaft begrüßt werden bei ihrem Erscheinen Staatsminister Esser, der mit der Mitglieds­nummer 2 einer der ältesten Kämpfer ist, Reichs- minifter Dr. Goebbels, Reichsleiter Alfred Rosenberg, Hauptschriftleiter desVölkischen Beobachters", Julius Streicher, der Gauleiter von Mittelfranken. Da sieht man weiter neben Christian Weber, dem Begleiter des Führers auf dem tragischen Marsch vom 9. November 1923, den Oberbürgermeister Fiehler, Obergruppen­führer Hühnlein, den ©eneralinfpeftor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, den Reichs­führer der SS. Himmler, Staatssekretär Feder und viele andere, die damals wie heute in Treue zum Führer stehen.

20.45 Uhr. Alles erhebt sich. Unter den Klängen des Präsentiermarsches der 1. SS.-Standarte hält d i e Blutfahne des 9. November ihren Einzug. Ernstes Schweigen breitet sich über den weiten Raum, als das heilige Zeichen von Stadt­rat Grimminger getragen, vorüberzieht und auf der Rednertribüne Aufstellung findet. Fanfaren­klänge kündigen die Ankunft des Führers an, der, begleitet von feinem Stellvertreter, Rudolf Heß, unter den Klängen des Badenweiler Mar­sches durch den Saal schreitet. Nach kurzen Begrü- zungsworten des Gauleiters von Oberbayern, Staatsminister Wagner, spricht der Führer zu feinen ältesten Mitkämpfern.

Der Führer spricht

Der Führer wies einleitend auf die unermeßliche Arbeit und den unerschütterlichen Glauben hin, der die Bewegung in den vergangenen elf Jahren ihres Kampfes emporgetragen und zu der heutigen wun­derbaren Wende des Schicksals geführt hat.Der Sinn des 8. und 9. November 1923 liegt für uns in dem, daß damals diese Bewegung ihre innere Härte und Wider st andsfähig- keit erwies. Die Bewegung hat damals einen geschichtlichen Befehl erfüllt, und den Besferwissern von heute kann man nur eines sagen: Ihr alle habt nicht Clausewitz gelesen ober, wenn ihr ihn gelesen habt, nicht begriffen, ihn anzuwenden auf die Gegenwart. Clausewitz schreibt, daß s e l b ft nach einem heroischen Zusammenbruch noch immer ein Wiederaufbau m ö g = l i ch ist. Nur die Feiglinge geben sich selbst auf.

Diese Erkenntnis hat unsere Bewegung im Jahre 1923 gehabt. Nicht hat sie gehabt das alte System, das im Jahre 1918 ohne Kampf feige kapituliert hat. Sie hätten gesiegt, wenn sie den Mut zum Kamps besessen . hätten. Sie zogen es vor, das zu tun, was Clause­witz als oertarnte Feigheit bezeichnet. Sie ; wollten damals den Kampf vermeiden, um später , den Gegner niederzuzwingen; und wenige Jahre ' später, da konnten sie ihn nicht mehr auf sich nehmen.

Das Jahr 1923 stellte uns vor eine ähnliche

Oer 9. November.

Tag der Schmach Tag der Besinnung.

Sechzehn Jahre sind vergangen, seit Deutschland 1 den schwärzesten Tag seiner neueren Geschichte er­lebte. Der weitaus größte Teil der Zeitgenossen waren Zeugen der sich überstürzenden Ereignisse, die nach dem Waffenstillstand vom Oktober in un- i heimlicher Folge auf Deutschland niedersausten, um dann in dem schmählichen Zusammenbruch. < vom 9. November zu enden.

Nur ungern verweilt die Erinnerung bei jenen 1 trüben Novembertagen, in denen die ganzen stolzen ' Hoffnungen der vier Kriegsjahre und noch des glor­reichen Sommers begraben werden mußten. Zeichen l von Lockerung des Staatsgefüges und des seelischen ! Zusammenhaltes der Nation waren schon einige ' Zeit vorher zu bemerken. Aber dennoch wurde die deutsche Oeffentlichkeit durch den Matrosenputsch in Kiel überrascht, wo es einer Handvoll durch kommunistische und sozialistische Agitation verführter ' Meuterer gelang, einen namhaften Teil der Flotte ; zur Dienstverweigerung zu bringen. Aber die Mittel, 1 die man gegen diese Meuterei einsetzte, die Ent­sendung der beiden Reichstagsabgeordneten Haus­mann und Noske, zeigten schon deutlich, daß die alten militärischen Gewalten die Führung der Politik verloren hatten, die jetzt nur durch drakonische Maßnahmen zu bewältigen war. Als am 7. No­vember in München die Revolution auf der Straße ausbrach und in den rheinischen Städten meuternde Matrosenscharen die Garnisonen aufzuhetzen began­nen, war das Signal auch für die politische Füh­rung der Revolution in Berlin gegeben. Mit end­losen Verhandlungen hatte das schwache Reichs- kabinett unter dem Prinzen Max von Baden die wenigen noch zur Verfügung stehenden Tage v er - säumt. Die machthungrigen Politiker der beiden sozialdemokratischen Parteien bereiteten sich für die Hebernahme der Macht vor, während sie äußerlich sich noch den Anschein gaben, an der Erhaltung der bestehenden Ordnung mitzuwirken.

In den Morgenstunden des 9. November rief ihnen die Berliner Straße die Losung zu. Lieb­knecht und Rosa Luxemburg, die beiden Führer der kommunistischen Revolution, waren wenige Tage vorher aus dem Gefängnis entlassen worden und sammelten den anarchistischen Pöbel der Hauptstadt um sich Ein Teil der Garnison war langst für die Revolution gewonnen und vorbereitet und lieferte nun dem Aufruhr die Waffen. Nach russischem Muster durchfuhren mit Maschinengeweh­ren bestückte Automobile die Straßen Berlins und besetzten in wenigen Stunden die Kasernen, in denen die Regimenter und ihre Führer ohne rich­tige Kenntnis der Vorgänge und ohne von einem einheitlichen Willen geleitet zu sein, nur allzu schnell der Verführung erlagen. Das berüchtigte Schieß- v e r b o t, das der damalige Kommandant von Ber­lin unter dem Druck der Zivilgewalt erlassen hatte, lieferte auch die ehrenhaft und treu gebliebenen Teile der Garnison der Revolution in die Hände. Ein letzter Versuch, durch Heranziehung eines außerhalb stehenden Regiments, der Naumburger Jäger, die Lage zu meistern, mißlang: der Rausch der Straße, der Nebel der Versprechungen und der tönenden Freiheitsworte erfaßte auch dieses letzte Aufgebot, und die preußische Armee erlebte das be­schämende Schauspiel der Verbrüderung ihrer Sol­daten mit der von Rußland und den Kriegsgegnern Deutschlands inszenierten und bezahlten Revolution.

Es war ein billiges, aber von der Sozialdemo­kratie unter ihren damaligen Führern allzu laut gerühmtes Verdienst, daß sie in diesem Augenblick des Siegs der Straße eine Art vonlegaler" Ge­walt an sich riß und die Revolution von ihren bolschewistischen Ursprüngen in die Gestalt der par­lamentarischen Republik überführte. Als Scheide­mann diese vor dem Reichstag ausrief und die Re­gierung der sog. Volksbeauftragten eingesetzt wurde, wurde zwar eine Schreckensherrschaft des Bolsche­wismus vermieden, aber auch verhindert, daß durch Wiederbesinnung der Armee und des Bürger­tums die Revolution zu einer kurzen Epi­sode wurde. Das innerpolitische und außenpoli­tische Schicksal Deutschland war damit a u f I a h r e hinaus entschieden. Die letzte Widerstandskraft Deutschlands war, während das Feldheer seine m blutigen Rückzugskämpfen eingenommenen Stellun­gen hielt, in der Heimat zerbrochen Wenn die Gegner, selbst hart am Verbluten, bisher aus Furcht vor neuem deutschen Widerstand gezögert hatten, Deutschland Bedingungen aufzuerlegen, die eine ehrliebende Regierung Hütte ablehnen müssen, so schwanden diese Bedenken jetzt dahin: die Revolu­tion hatte Deutschland als Verhandlungs­partner ausgelöscht, die Rachepolitlk Frank­reichs war Sieger auf der ganzen Linie.

tangier hob im vorigen Jahre die Vorgänge des Jahres 1923 auf die Hohe geschichtlicher Betrach­tung, als er barlegte, daß auch diese schmerzlichen Ereignisse eine Etappe auf dem Wege der nationalen Erhebung sein mußten. Als ihre Lehre ergab sich der Weg der Legalität, den der Führer von jenem Zeitpunkt an konsequent und ziel- bewußt und schließlich mit vollem Erfolge gegangen ist. In vollem Vertrauen auf die Kraft nationalen Wollens konnte Adolf Hitler im Schlußsatz seiner Rede m dem großen Münchener Prozeß 1924 aus­rufen:Die Richter dieses Staates mögen uns ruhig ob unseres damaligen Handelns verurteilen, die Geschichte als Göttin einer höhe-

Der 9. November 1918 war die Begründung der deutschen Republik; aber ihre parlamentarischen Verwalter haben es nie gewagt, diesen Tag zu einem Erinnerungsfest ihrer Herrschaft zu machen. Dafür ifterderBußtagdesdeutschenVol- k e s und derjenigen geworden, die es in zäher Ar­beit zu nationaler Wiederbefinnung geführt haben. Viele Jahre lag diese Schande lähmend und ver­giftend auf Deutschland; selbst im gegnerischen Lager hat es nicht an Stimmen gefehlt, die ihre Miß­achtung Deutschlands mit dem schmählichen Ver­sagen des deutschen Volkes und seiner Führer in entscheidender Stunde begründeten. Ader die Ent­wicklung der nationalen Wiederge­ll u r t hat gezeigt, daß das Gefühl dafür in Deutsch­land selbst so stark und lebendig war, daß aus ihm .auch die Wiedergutmachung erwachsen konnte.

Und so wird der 9. November fünf Jahre später der Tag, an dem die Kräfte der nationalen Sehn­sucht zum ersten Male sich offen erhoben, um der

Der Opfergang zur feldherrnhalle.

Der Führer bei der Erinnerungsfeier feiner alten Mitkämpfer im Münchener Bürgerbräukeller