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kommission zurückdrängen. Das wirMche Jntereffe richtet sich auf die privaten Besprechungen und besonders auf die Verwirklichung der Rückkehr Deutschlands. Trotzdem müßten die Aussichten auf einen Wiederzusammentritt der Abrüstungskonferenz mit einem vollständigen Dereinbarungsentwurf als äußer st gering bezeichnet werden. Die eng­lische Regierung werde daher sehr ernstlich die Frage der englischen Luftaufrüstung zu erwägen haben.Daily Mail" stellt fest, daß von den ganzen Abrüstungsvorschlägen der letzten Zwei Jahre nichts mehr übriggeblieben ist, und daß kein Mensch mehr von Abrüstung spricht.News Chronicle" meint, daß die Entschlie­ßung den wirklichen Problemen aus dem Wege gehe. Niemand könne glauben, daß Ausschüsse zum Studium der Luftwaffe und des Waffenhandels in irgend einer Weise ein Ersatz für Abrüstung sind, die zu erreichen der Konferenz nicht gelungen ist. Es sei sehr zweifelhaft, ob die Auslösung der Konferenz in eine Reihe von Studienzirkeln Deutsch­land nach Genf zurücklocken werde.

Bulgarien und der Balkanpakt

Der türkische Außenminister sondiert in Sofia.

Sofia, 8. Juni. (DNB.) Der türkische Außen­mini Tewfik Rüschtü Bey traf auf der Durchreise von Genf nach Ankara in Sofia ein. Er erklärte, er fei von den Unterzeichnerstaaten des Balkanpaktes beauftragt worden, den Stand­punkt Bulgariens zu den Vorschlägen zu hören, ein­mal für den Beitritt Bulgariens und zum anderen den von Bulgarien angeregten Abschluß von Nichtangriffspakten mit seinen Nach­barn, wobei natürlich Voraussetzung sei, daß Bul- aarien das Londoner Abkommen über den Angrei­fer unverändert annehme. Dieser Punkt sei kei­neswegs eine Falle für Bulgarien. Für eine Regierung der starken Hand, wie sie Bulgarien jetzt besitze, werde es ein Leichtes sein, Bandenan­griffe an den Grenzen jederzeit unmöglich zu ma­chen. Die Nachbarn Bulgariens legten im übrigen Wert auf das Zustandekommen eines mehrsei­tigen und nicht zweiseitiger Nichtangriffspakte. Auf die Bemerkung, daß der Artikel 19 der Völker­bundssatzung dem Beitritt Bulgariens zum Balkan­pakt mit feiner antirevisionistischen Note entgegenstehe, mente Rüschtü Bey lächelnd, daß eine reale Freundschaft zwischen den Bal- tanstaaten mehr wiege, als unwirkliche Hoffnungen. Er werde gerne bereit sein, die Anbahnung diplomatischer Beziehungen zwischen Bulgarien und Sowjetruß­land zu fördern. Er habe den Eindruck, daß der Eintritt der Räterepublik in den Völ­kerbund bald erfolgen werde. Die Türkei habe nicht die Absicht, die Meerengen zu befestigen, um so weniger, als Befestigungen vom militärtech­nischen Standpunkt aus immer wertloser würden. Die Türkei habe indessen ein idohlgerüstetes und schlagkräftiges Heer, mit dem sie jeden Angriff leicht abwehren könnte.

Um Irlands Unabhängigkeit.

Scharfe Erklärung de Baleras.

Dublin, 8. Juni. (DNB.) Ministerpräsident de V a l e r a gab vor dem Landtag eine bemer­kenswerte Erklärung über die Unabhängigkeitsbe­strebungen Irlands ab. Er sagte u. a.:Die Tren­nung des Irischen Freistaates von England wird stattfinden. Aber Irland ist bereit, Vorzugs­zölle für englische Waren zu gewähren, wenn England ähnliche Vorzugszölle an Irland zu­gesteht. Die Briten si"nd als Eindringlinge nach Irland gekommen und das irische Volk wird niemals zufrieden sein, solange es v o n einer ausländischen Macht beherrscht wird. Die Besetzung irischer Häfen durch britische Truppen bedeutet die Verweigerung eines der grundsätzlichen Rechte eines freien Staates, nämlich sich von einem Kriege fernzuhalten, an dem er nicht teilnehmen will. Die Opposition behauptet, daß die iprfche Regierung Angst habe, eine Republik auszurufen, aber die Mehrheit des irischen Volkes ist bereit, die Folgen einer Trennung von Großbritannien auf sich zu nehmen.'

Das litauische Kabinett zurückgetreten.

Woldemaras will von denFliegeroffizieren überrumpelt worden jein.

Kowno, 9. Juni. (DNB.) Die Regierung Tubelis ist am Freitagabend zurückgetre- t e n. Der Präsident der Republik hat die Minister mit der Erledigung der lausenden Geschäfte betraut.

Heber die Gründe und die Urheber des P u t s ch e s herrscht noch immer keine Klarheit, so daß bei der Erörterung der Dinge noch immer Gerüchte die Oberhand haben. Woldemaras hat bei einem Verhör jede Schuld an dem Unternehmen a b g e st ritten. Er rechtfer­tigte sich damit, daß er gegen feinen Willen nach Kowno gebracht worden sei, wo man ihn erst nach der Landung des Flugzeuges über den Tatbestand unterrichtet habe. Hier habe man ihm erklärt, daß Umgruppierungen in ber Regierung vor sich gingen und er zum R e - oierungschef ausersehen sei. Er habe da­zu weder sein Einverständnis, noch seine Zustim­mung gegeben. Nachdem er erfahren habe, daß der Putsch sich auch gegen die Person des Staatspräsidenten richte, habe er seiner Umgebung im Stabe des Fliegerkorps sofort von einem derartigen Unsinn abgeraten und sich mit der Angelegenheit feit den frühen Morgen­stunden nicht mehr befaßt. Auf weiteres Drängen der Anwesenden, die in die Aktion eingriffen, habe er schroff betont: ,Zhr habt den Brei angeruhrt, seht zu, wie Ihr ihn schluckt!" Die weiteren E^ fiärunqen Woldemaras gingen dahin, daß er sich als Internierter betrachtet habe Bei der Nachprüfung dieser Aussagen habe sich er­geben, daß das Verhalten Woldemaras nach der Landung in Kowno keinerlei Aktivität zeigte. Ganz anders habe er sich ledoch beim Ab- flug aus dem Verbannungsort benommen. Dort habe er sich den ihn bewachenden Beamten gegen­über schon als Sieger aufgespielt.

Nach dem Verhör ist Woldemaras im Laufe des Areitag nach einem Provinzgefangnls ubergeführt worden. Der Ort wird geheim- ashalten. Unter dem Vorsitz des Gnerals T a m a sauskas ist eine Sonderkommlsslon er­nannt worden, die die Angelegenheit untersuchen und die Verantwortlichen feftfteUen soll. 2 0 D f f i * Here find in Haft genommen worden. Im Heer ist der normale Dienstbetrieb wieder ausge­nommen worden. Bei allen Truppentellen herrscht Sttche und Disziplin.

Weitere Entlastung des großstädtischen Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosigkeit im Mai um weitere 80000 gesunken.

Berlin, 8.Juni. (DNB.) Im Mai ist, wie die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung berichtet, die Zahl ber von den Arbeitsämtern betreuten Arbeitslosen weiter um rund 80 OOO zurückgegangen. Am 31. Mai wurden rund 2 525 000 Arbeitslose bei den Arbeits­ämtern gezählt gegen 5 039 000 im gleichen Zeit- raum des Vorjahres. Die Doriahreszahl ist also fast um 50 v. H. unterschritten.

Der Rückgang der Arbeitslosenzahl ist um so be­achtlicher, weil gleichzeitig durch Einschränkung Ser Notstandsarbeiten 10 0 OOONotstandsarbei- ter rur Entlassung gekommen sind. Ohne diesen Abbau der Notstandsarbeiten wäre die Ar­beitslosenzahl auch im vergangenen Monat u m über 200 000 gefallen, >da außer den Not- standsarbeitern selbst auch noch Stammarbeiter, Die mit ihnen zusammen beschäftigt waren, zur Ent­lassung gekommen find. Diese Einschränkung der Notstandsarbeiten war planmäßig, weil nach dem erreichten hohen Beschäftigungsstand besonders im Hoch- und Tiefbau der ländlichen Bezirke der Kampf vor allem gegen bie großstädtischen Zentren der Arbeitslosigkeit geführt werden muß. Während durch diese Einschränkung

der Notstandsardeiten die Landesarbeitsamtsbezirke mit hervorragend ländlicher Struktur einen gleichbleibenden Stand oder vereinzelt eine geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit hatten, ttat in den großstädtischen Landesarbeitsbezirken eine weitere Auflockerung der Arbeitslosigkeit ein. So hatte Berlin eine im Rahmen des Ge­samtrückganges von 80 000 erhebliche Abnahme von 22 000; ein erster Erfolg der Berliner Arbeits­schlacht!

Don den Unterstützungseinrichtungen wurden vor allem die Krisenfürsorge und die öffent­liche Fürsorge im Berichtsmonat weiter entlastet und zwar ging die Zahl der Haupt- unterstützungsempfänger der Krisenfürsorge um rund 19 000 (Stand am 31. Mai 19o4 rund 822 000) und die Zahl der arbeitslosen anerkannten Wohl­fahrtserwerbslosen um rund 50 000 (Stand am 31. Mai 1934 833 000) zurück. Die Zahl der Hau pt- unter st ützungsempfänger in der versiche- rungsmäßigen Arbeitslosenunterstützung stieg um 13 000 bei rund 232 000. Die Gesamtentlastung aller drei Unterstützungseinrichtungen beträgt im Berichts­monat rund 56 OOO.

Ein Gruß des Reichskanzlers zum RMreuztage.

Berlin, 10. 3uni. (DNB.) Reichskanzler Adolf Hitler hat dem Deutschen Roten kreuz zum Rot­kreuztag am 9. und 10. Juni das folgende Begrü- hungswort übermittelt:

Ich entbiete dem Deutschen Roten kreuz am Rotkreuztage meine Grüße. Seine Vorbild- licheOrganisalion, die unerschrockene Hilfsbereitschaft seiner Sanitatsmanner und die wohltuende Pflege seiner Schwestern habe ich während des Krieges selbst kennenge­lernt. Ich bin überzeugt, daß das Deutsche Rote Kreuz auch weiterhin die ihm zugewiesenen Aufgaben in Treue gegen Volk und Staat erfüllen wird.

Berlin, zum 10. Juni 1934.

Adolf Hiller."

Für den Rotkreuztag hielt Staatssekretär Pfundtner eine Rundfunkansprache, in der er der Freude Ausdruck gab, die Grüße der Reichsregierung, besonders des Reichsmini­sters Dr. Frick, aussprechen zu können, nachdem der Reichspräsident und der Führer ihre Begrü- ßungsworte bereits schriftlich der Öffentlichkeit übergeben hätten.

Das Deutsche Rote Kreuz, so fuhr der Redner u. a. fort, das in diesem Jahre auf eine 7 0 jäh - rige Geschichte zurückblicken kann, hat die hohe Tradition seines Hilfswerkes in Krieg und Frieden als kostbare Verpflichtung für Gegenwart und Zu­kunft mit verjüngter Kraft hineingestellt in den neuen nationalsozialistischen Staat Adolf Hitlers.

Es ist stolz darauf, daß auch feine Kräfte dazu be­rufen sind, mitzuarbeiten an den Aufgaben des Dritten Reiches. Es steht in treuer Gefolgschaft zu seinem Führer. Die Reichsregierung hat alsbald nach der Machtübernahme der Neugestaltung des Deutschen Roten Kreuzes ihre besondere Aufmerk­samkeit gewidmet, um die Voraussetzung für die weitere Unterstützung und Förderung des Roten Kreuzes durch die amtlichen Stellen des neuen Rei­ches und damit zugleich die Grundlage zu schaffen für das Vertrauen des Volkes und der nationalso­zialistischen Bewegung zum Deutschen Roten Kreuz. Die von der Reichsregierung an die Spitze des Deutschen Roten Kreuzes berufenen Nationalsozia­listen bieten die Gewähr dafür, daß das Deutsche Rote Kreuz fest hineingewachsen ist in das Gefüge des nationalsozialisti­schen Staates und damit die Kräfte gewon­nen hat, die es zur Erfüllung seiner Aufgaben be­nötigt. Diese Aufgaben, im Kriege geboren, im Frieden bewährt und ausgebaut, gelten alle der vorausetzungslosen Hilfe an Menschen in Not. Die Hunderttausende tüchtiger deutscher Männer in den Sanitätskolonnen, die Schwestern vorn Roten Kreuz, dürfen von uns, vom ganzen deutschen Volk, erwarten, daß es am Rotkreuztaa durch eine Spende zur Sammlung, bei der die SA. in dankenswerter Weife mithilft, ihnen den Dank ausspricht, den das stille und treue Walten des Roten Kreuzes verdient. Jeder Volks­genosse trage daher am Sonntag das gläserne Ab­zeichen. Jeder trage es im Bewußtsein, damit auch zu seinem Telle der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes für Volk und Staat zu dienen. Heil Hitler!

Aus aller Wett.

Schulfarmen.

Die Berliner Stadtschulverwaltung hat auf ber Insel Scharfenberg im Tegeler See eine Schulfarm errichtet, die in der Form einer höheren Lehranstalt für Knaben von U III bis O I zur Zeit 100 Schülern Wohnungen und Verpflegung gewährt. Die Ausnahme der Schüler erfolgt im eng st en Einvernehmen mit der Hitler­jugend. Die Schuler treiben neben den wissen­schaftlichen Fächern viel Ackerbau und Vieh­zucht und erarbeiten sich damit einen großen Teil ihres Lebensunterhaltes selbst. Es ist geplant, die Schule auf 150 Schüler zu erweitern. Für die M ä S ch e n hat die Berliner Stadtschulverwaltung das ehemalige Kinderheim Haus Ravens- stein bei Friedrichshagen übernommen, um dort eine ländliche H a u s h a l t u n g s- schule für Mädchen zu errichten, in der die Schü­lerinnen, die von der Stadt in engster Füh­lungnahme mit dem BDM. ausgewählt werden, durch Anbau von Gartenfrüchten und Haltung von Kleinvieh ihren Lebens­unterhalt zum großen Teil selbst erarbeiten fallen. Aehnliche Einrichtungen in größerer Zahl sollen folgen.

Marburger Festspiele.

In Marburg beginnt am 10. Juni die achte Spiel- zeit der Marburger Festspiele. Auf der Freilichtbühne im Schloßpark gelangen zunächst' Wallensteins Lager",Die Piccolomini" und Wallensteins Tod" von Schiller zur Aufführung. Ferner sind vorgesehenEin Sommernachtstraum" undViel Lärm um nichts" von Shakespeare. Die künstlerische Leitung hat wieder wie in den früheren Jahren Dr. Fritz Budde.

Zwei Tote bei einem Schmugglerkampf an der polnischen Grenze.

Bei Orzegow (Oberschlesien) in der Nähe der deutsch-polnischen Grenze kam es dieser Tage zu schweren Zusammen st äßen zwischen polni­schen Schmugglern und Grenzpolizei, der bekannt geworden war, daß in der Nähe von Orzegow täglich aus einem von Deutschland kommenden Personenzug eine große Zahl von Schmuggelpaketen abgeworfen und von den Helfershelfern der Schmuggler fortgebracht wurden. Als die Grenz­polizei die Schmuggelware beschlagnahmen wollte, wurde von ber Menge ein Steinbombardement auf die Beamten eröffnet. Einige Schreckschüsse hatten keinen Erfolg. Daraufhin feuerte die Grenz­polizei scharf, wobei der 19 Jahre alte Joseph R o y s ch und der 58jährige Johann Römisch ge­tötet wurden. Die Schmuggler entkamen in wilder Flucht.

Unwetterkatastrophe in RNttelamerika.

Die Leitung der Panamerikanischen Luftverkehrs­gesellschaft erhielt von ihrem in San Salvador ge­legenen Flugplatz einen Funkspruch, wonach San Salvador von einem furchtbaren Orkan mit an­schließendem Wolkenbruch heimaesucht worden ist. Zahlreiche große Gebäude in der Hauptstadt sind zum Teil zerstört worden. In den Wohnvierteln wurden zahlreiche Häuser völlig vernichtet. In­folge völliger Lahmlegung aller Verkehrsmittel so­wie der Licht« und Kraftanlagen hat sich die Regie­

rung gezwungen gesehen, das Kriegsrecht zu er­klären. Soweit bisher bekannt, sind bei dem Un­wetter acht Menschen umgekommen. Die Zahl der Obdachlosen beträgt 500. Der Schaden wird auf 1,5 Millionen Dollar geschätzt.

Regenstürme nach der Dürre in Amerika.

Gewaltige Regen stürme und lieber» schwemm ungen richteten in Süd-Dakota und Iowa ähnlichen Schaden an wie die bisherige Dürre. In Pankton (Süb-Dakota) wurden zwei Personen durch umstürzenbe Bäume getötet. Zahl­reiche Häuser stürzten um. Hunderte von Haus- dächern wurden abgetragen. Die Felder stehen mei­lenweit unter Wasser. In Sioux-Stadt über­schwemmten Regengüsse die Gleisanlagen und meh­rere Stadtteile. Feuerwehr und Polizei mußten in Booten Hilfe bringen.

Drei Todesopfer bei einem Dachstuhlbrand.

In Helgen (Hannover) hat sich bei Nacht ein schweres Brandunglück ereignet, dem drei Menschenleben zum Opfer gefallen sind, und zwar kamen bei einem Dachstuhlbrand eine Frau und ihre beiden Kinder in den Flammen um. Der Brand entstand in einem Haus, in dem sechs Fami­lien wohnen. Bei der großen Aufregung bemerkte man nicht aleich, daß drei Hausbewohner, die Ehe­frau des Kraftwagenunternehmers L u e h r i n g, ihr 13jähriger Sohn und ihre vierjährige Tochter fehlten. Sie find erstickt. Der Mann der Frau Luehring befand sich außerhalb von Helzen. Wie das Feuer entstanden ist, konnte noch nicht festgestellt werden. Der Brand blieb auf den Dachstuhl be­schränkt.

Lin Todesurteil im Arlosoroff-Prozeß.

In Jerusalem sprach das Gericht nach 33 Sitzungs­tagen das Urteil in dem Prozeß gegen die beiden Mitglieder der jüdischen revisionistischen Partei, Stavsky und Rosenblatt. Stavsky wurde zum Tode verurteitt, Rosenblatt wurde f r e i ge­sprochen. Beide waren angeklagt, den politischen Leiter der zionistischen Exekutive, Dr. Arloso- r o f f, am 7. Juni 1933 ermorbet zu haben. Wie berichtet wird, haben die Angeklagten auf Arlosoroff kaltblütig geschossen, während dieser in Tel Aviv eines Abends mit seiner Gattin spazieren- aing. Wie die Verhandlung ergeben hat, dürfte der Grund zu dem Verbrechen in der grenzenlosen Feindseligkeit zu suchen sein, die die Angeklagten gegen die offizielle Politik der zionistischen Be­wegung beseelte. Die beiden Angeklagten beteuer­ten in der Verhandlung ihre Unschuld.

Der älteste Wann der Weltnur" 120 Jahre alt.

Zaro Agha,der älteste Mann der Welt", ist nach einem Bericht türkischer Aerzte aus Istan­bul nicht 160, sondernnur" 12 0 Jahre alt. Während seiner Behandlung in einem Krankenhaus hatten die Aerzte die Behauptung Zaro Aghas an­gezweifelt, daß er 30 Jahre vor der Schlacht von Trafalgar geboren fei. Sie machten mehrere Rönt­genaufnahmen feines Knochenbaues, aus denen hervorgehen soll, daß fein wirkliches Alter nur 120 Jahre beträgt. Die Röntgenaufnahmen find an den Verjüngungsspezialisten Dr. V o r o n o f f in Paris zur Begutachtung gesandt worden. Zaro Agha hatte seinerzeit ein Angebot Dr. Voronoffs

abgelehnt, sich durch eine Behandlung mit Affen« brüfcn verjüngen zu lassen.

Wo wirb am wenigsten geraucht?

Wer glaubt, baß es überall auf ber Welt rau« chenbe Völker gebe, befindet sich im Irrtum. Es gibt noch riesige Gebiete auf dieser Erde, wo man nichts vom Tabak wissen will. Ein Land z. B., in dem der überwiegende Teil der Bevölkerung nicht raucht, ist Indien. Man kann in diesem Land wochenlang reifen, ohne einen einzigen Raucher zu treffen. Nicht anders ist es in China; denn das Opiumrauchen, das dort weit verbreitet ist, kann ja nicht mit dem Tabakrauchen gleichgesetzt werden. Die zahlreichen halbzioilisierten Völkerschaften Sibi­riens kennen bas Rauchen ebenfalls nur vom Hörensagen her ober überhaupt nicht, wenngleich z. B. bei ben Eskimos in ben letzten zehn Jahren bas Tabakrauchen gewaltig Eingang gefunben hat. Man sieht aus biefen Beispielen, zu benen noch viele anbere hinzugezählt werben könnten, z. B. bis Sübsee ober Neuguinea, baß viel mehr als die Hälfte der Menschheit von dem Tabakgenuß keine Ahnung hat. In Europa wieder muß man zwischen Diel- und wenigrauchenden Völkern unterscheiden. Deutschland gehört noch lange nicht zu den Diel« rauchenden Völkern, es wird dabei von den Russen und vor allem aber von den Balkanvolkern weit in den Schatten gestellt. Während das Zigarren­rauchen mehr eine Sache des Nordens und euro­päischen Westens ist, herrscht auf dem Balkan die Zigarette, und zwar fast ausschließlich die selbst- gedrehte, vor.

Lin Raubmörder blendet sich selbst.

Im Jnnsburcker Gefängnis stieß sich ber 25 Jahre alte Alois Lechner aus Hopfgarten, der sich im Juni wegen fünffachen Raubmordes, mehrerer Raubversuche und 39 Brandstiftungen zu verantwor­ten haben sollte, mit einem Schuhnagel in beide Augen, so daß die Augäpfel aus ben Höhlen traten, unb er vollstänbig e r d l i n b e t e. Lechner hatte be­reits mehrere Selbstmorbversuche verübt, weshalb man ihn vor Monaten an Ketten gelegt hatte.

©er Urlaub -er SA.

Ein Befehl des Stabschefs Röhm.

München, 8. Juni. (DNB.) Stabschef Rohm erläßt folgenben Befehl:

Ich habe mich entschlossen, dem Rat meiner Aerzte zu folgen und meine in den letzten Wochen durch eine schmerzhafte Nervenerkrankung stark an­gegriffenen Körperkräfte durch einen Kur» gebrauch voll wieberherzustellen. Meine Stell­vertretung übernimmt ber Chef bes Führungs­amtes, Obergruppenführer von Krauffer.

Das Jahr 1934 wirb bie Vollkraft aller Kämpfer ber SA. erheischen. Ich empfehle baher allen SA.« Führern, gleichfalls schon im Juni mit ber Verteilung bes Urlaubs zu beginnen. Jnsbesonbere sollen jene SA.-Führer unb -Männer, bie im Juli bienftlid) erreichbar fein müssen, im Juni mit Urlaub berücksich­tigt werben. Es wird daher der Monat Juni für einen bemessenen Teil der SA.-Führer und -Män­ner, der Monat Juli für die Masse ber S A. bie Zeit voller Ausspannung unb Erholung fein.

Ich erwarte, baß bann am 1. 21 u g u ft d i e SA. w ie be r voll ausgeruht unb g e kräftigt bereit ft e 1) t, um ihren ehrenvollen Ausgaben zu bienen, bie Volk unb Vaterland von ihr erwarten dürfen. Wenn die Feinde der SA. sich in der Hoffnung wiegen, die SA. werde aus ihrem Urlaub nicht mehr oder nur zum Teil wieder einrücken, so wollen wir ihnen diese kurze Hoff­nungsfreude lassen. Sie werden zu der Zeit und in der Form, in der es notwendig erscheint, darauf die gebührende Antwort erhalten.

Die SA. ist und bleibt bas Schicksal Deutschlanbs.

Der Stabschef: gez. Roh nu"

Auch 1934 Tieichsparteitag der NSDAP, in Nürnberg.

Berlin, 8. Juni, (DNB,) Die NSDAP,, di- im vorigen Jahre ihren Sieges-Parteitag in Nürn­berg abhielt, wirb auch blefes Jahr bort einen orbnungsmäßigen Reichspar­te 11 a g veranstalten. Von 1934 ab finben bie Reichsparteitage in zweijährigem Turnus in Nürnberg statt. Der Reichsparteitag 1934 wirb am 1. unb 2. September abgehalten. Es sind in Nürnberg bereits umfangreiche Vorbereitungen für ben Parteitag getroffen worben. Der Luit- p o 1 b h a i n würbe ausgebaut, bie Holztribünen würben burch Erbwälle ersetzt unb Pläne für eine große Kongreßhalle sind ebenfalls in diesen Tagen fertiggestellt worden. Der n ä ch st e Parteitag findet dann im Jahre 1936, im Olym- piajahr, in Nürnberg statt.

Wettervoraussage.

Der hohe Druck hält auf dem Festlande weiter­hin stand und steigt sogar noch von Norden hin an, so baß bas Wetter weiterhin heiter unb trocken bleibt. Ungehinberte Ein- unb Ausstrahlung be­stimmen bie Temperaturen unb führen tagsüber zu hohen Werten, währenb es bann nachts recht frisch wirb. Da bei ber herrschenben Wetterlage aus nörblicher Breite kalte Luft gegen bas Festlanb vorstößt, bilbet sich immer noch Bewölkung unb vereinzelt können auch babel lokal bebingte Ge­witter entstehen.

Voraussage für Sonntag: vorwiegend heiter, tagsüber recht warm, nachts frisch, trocken.

Voraussage für Montag: im allgemei- nen Fortdauer ber Schönwetterlage, vereinzelt Nei­gung zu lokal bebingten Gewitterstörungen.

Lufttemperaturen am 8. Juni: mittags 19,8 Grad Celsius, abenbs 13,6 Grab; am 9. Juni: morgens 12,1 Grab. Maximum 21,5 Grab, Minimum 7,6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juni: abends 18 Grab, am 9. Juni: morgens 14,2 Grad Celsius. Sonnenscheinbauer etwa 9 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben übrigen Teil: I. D.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. DA. V. 34: 11000. Druck unb Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.

Weisse und gesunde Zähne