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287 Sechstes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

Samstag, 8. Dezember (934

Im Konstruktionsbüro.

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erlag Editomli tLindhof, an der Straße in das hessische i renden Ringe des Ankers oder in den Kollektor zu l^ilofop^ijdje gelegen, ist eine Stätte, die vielen Gie- leiten. Die Kohlebürste ist im Motor einer starken

Schichte der lßeuem,'insbesondere der älteren Generation, sehr Beanspruchung ausgesetzt, sie muß gegen die me-

erst lebhafte

Gaststätte ließ indessen in der Folgezeit

Die Metamorphose der verwendeten Rohstoffe

(Kohle, Graphit, Retortengraphit, Kupfer, Ruß usw.) beginnt in den Mühlen; staubfein verläßt der

vieles hervorgegange Elektrotechnik von Bl

' Diontage der Kohlebürstenhalter.

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An den galvanischen Bädern.

!wciß Schur Reihe mat

»Philosophie gut jjeliinnt ist. Nicht immer war der Windhof .TitelLrein Mi-ikgebäude, sondern eine sehr gut besuchte, iberftht wor^'wcit iur breit bekannte Gaststätte. Kaum ein Fuhr- werkiiplsierte die Straße, ohne daß der Lenker dort

Unter ungeheuerem, oft 2000 Atmosphären über­steigendem Druck (hydraulich) wird das staublockere Material in Formen gepreßt, die in der Haupt­sache denen der späteren Kohlebürste entsprechen. Unter dem starken Druck ist bereits ein reckt kom-

Werkstosf diese Maschinen. Dann tritt der Meister der Mischerei in Funktion. Er mischt Kohle und Metall oder nur Kohlenmaterial in bestimmten Verhältnissen, jeweils so, wie es für die angefor­derte Art der Kohlebürste zweckmäßig erscheint.' Die­ses Mischungsverhältnis ist entscheidend für Charak­ter, Qualität und Eigenschaften der Kohlebürste, die daraus entstehen soll? Bindemittel werden hinzu­gefügt.

chanische Reibung der mit hoher Tourenzahl laufen­den Motoren sehr widerstandsfähig sein, darf aber andererseits dem Strom nur den denkbar geringsten Widerstand entgegensetzen, damit Kraftverluste ver­mieden werden. Die künstliche, verarbeitete Kohle hat nun in weitgehendem Maße diese Eigenschaften.

Diese Kohlebürsten werden in einer Fülle der verschiedensten Qualitäten und in einer ebenso gro­ßen Fülle von Formen hergestellt. Es würde zu weit führen, den Werdegang der Kohlebürste und des Kohlebürstenhalters in allen seinen Phasen dar­stellen zu wollen. Der Arbeitsgang sei nur in seinen wesentlichsten Teilen beschrieben.

Beim Schneiden der Kohle.

gestanztem und geformten Blech besteht. Dieser Halter eine Präzisionsarbeit ist mit einer Feder versehen, die die Kohlebürste unter stets gleichbleibendem Druck an den Kollektor drängt. Die Halter werden, je für die verschiedenen Zwecke der Verwendung, in den unterschiedlichsten Formen und Größen hergestellt. In besonderem Maße ist die Firma gegenwärtig durch die Lieferung eines be­sonderen, in Einzelheiten seines Aufbaues wirtschaft­lichen und patentamtlich geschützten Halters für die Deutsche Reichsbahn beschäftigt. Die fortschreitende Elektrifizierung der Bahnen in verschiedenen Teilen des Reiches erfordert die Lieferung von gewichtigen, großen Kohlebürstenhaltern für die schweren Zug- motoren, die in den Triebwagen notwendig sind.

Der Eindruck, den man auf einem Rundgang durch den Betrieb gewinnt, ist schon rein äußerlich ein unendlich vielfältiger. Im Raum der Pressen steht eine der wuchtigen Maschinen neben der ande­ren, und man sieht ihrer Bauart an, daß sie großen Druck herzugeben vermögen. Motore laufen, die automatischen Pressen füllen mit ihrem stets gleich­bleibenden rhythmischen Lärm den Raum; in den Kästen gesellt sich ein Formling zum anderen. In der Bearbeitungshalle der Kohlebürsten zischen die Karborundumscheiben durch das Material, surren die Bohrmaschinen, und überall ist das monotone Sum­men der Motore in der Luft. In jeder Maschine ist

eingcüfeht wäre. Die Wirtsleute die Familie G rjp-ielae r waren sehr beliebt. In einem Scheu-

h die zuverlässige Arbeit, die bei der Firma k!> Ebe geleistet wird, sehr zu schätzen. Die Le bedeutsamen Industriesirmen unserer Hei- sich beliebig vermehren.

wischen, etwa zweihundert an der Zahl, Ar- i^Brot finden. Der Rundgang ist deshalb =15. anregend, weil man dabei von deutscher Misarbeit erfährt, die das Ansehen unseres ini ber Welt stets mitbestimmt hat und weil ntirseits Einblick gewinnen kann in die

übrigens ein Exhaustor eingebaut, der jedes Atom Staub sofort entführt. Der Betrieb in feiner Gesamt­heit ist ein Sinnbild emsiger Tätigkeit, in dessen Mittelpunkt immer der schaffende Mensch steht, der die Maschine souverän beherrscht und doch Diener :ft am großen Werke. Die geistige Zentrale in diesem Organismus, den das Werk darstellt, liegt im Vor- berb au des Werkes. Vor allem fällt hier bie neuzeit­liche Ausgestaltung des Hauptbüroraumes auf, der durch zwei Stockwerke geht und in hellen freund­lichen Farben gehalten ist. Im gleichen Bau arbei­ten die Ingenieure und Techniker vor großen Zei­chenbrettern, an großen Tischen. Ein elektrotechnisches und ein chemisches Laboratorium sind ebenfalls vor­handen und haben bei der Eigenart des Betriebes eine wichtige Funktion zu erfüllen.

Die Firma Schunk & Ebe hat im vergangenen halben Jahre umfangreiche Erweiterungsbauten durchgeführt. Durch die Erstellung zweier großer Maschinensäle und durch den Ausbau eines bisher offenen großen Schuppens hat der Betrieb eine we­sentliche Vergrößerung erfahren. Verschiedene ältere Betriebsteile, die' sich als überholt und den neuen Forderungen nicht mehr entsprechend erwiesen, roer­ben geräumt. Innerhalb der neuen Maschinenhallen, die im allgemeinen kaum beheizt zu werden brau­chen, wurden Einbauten erstellt, die für die Ar­beiterschaft leicht heizbare Aufenthaltsräume und die nötigen hygienischen Einrichtungen enthalten, so daß allen sozialen Forderungen entsprochen ist. Durch diese Neubauten, die zum großen Teil auch völlig neue und umfangreiche Maschinenanlagen bergen, hat die Firma gleichzeitig ein wesentliches Teil zur Arbeitsbeschaffung beigetragen.

Aus den Werkstätten von Schunk & Ebe ist schon ~'f*' * ""len, was für die Entwicklung der Bedeutung war. Manches Patent konnte angemeldet, manche Maschine konstruiert und verbessert werden, die der Sache wertvoll dienen mußte.

Der Kohleformling kommt aus der hydraulischen Presse.

Daten für Samstag, 8. Dezember.

1815: der Maler Adolf von Menzel in Breslau geboren (gestorben 1905); 1832: der norwegische Dichter Björnson in Kwikne geboren (gestorben 1910); 1903: der englische Philosoph Herbert Spencer in Brigthon gestorben (geboren 1820); 1914: deutsch-englische Seeschlacht bei den Falkland­inseln. Tod des Admirals Graf von Spee, des Sie­gers von Coronel (geboren 1861).

Daten für Sonntag, 9. Dezember.

1641: der Maler Anthonius van Dyck in London gestorben (geboren 1599); 1717: der Atertums- forfcher Johann Winckelmann in Stendal geboren (gestorben 1768).

werk stoßen eruptiv häufig kleine Stichflammen hervor, die von den entstehenden Gasen herrühren und mystisch bläulich oder gelb schimmern.

Der ganze Arbeitsgang nimmt viel Zeit in An­spruch. Aus diesem Grunde muß die Firma ein ständiges, umfangreiches Lager an fertigem Kohle- > bürftenmaterial unterhalten, von dem oft bis zu 50 Tonnen vorrätig sind. Nur dadurch können ein- laufende Bestellungen rascher erledigt werden, als es sonst der Fall wäre.

Mit den Glühprozessen ist aber der Weg der Kohebürste bei weitem noch nicht abgeschlossen. In einem großen, vorbildlichen Arbeitsraum wird das Material zunächst geschnitten, geschliffen (die Kohle muß auf den Hundertstel Millimeter genau in die an anderer Stelle vorbereiteten Halter passen), mit den nötigen Bohrungen und mit den Typenbezeich­nungen versehen und geprüft. Dann wird der größte Teil aller Lieferungen am oberen Ende galvanisiert, da durch den Kupferüberzug eine völlige Verbindung des Zuleitungskabels mit der Kohlebürste erreicht wird. Die fertig bearbeitete Kohle wird zur Mon­tage geleitet. Im besonderen Arbeitsraum werden dann die Kohlebürsten mit dem Zu- bzw. Ab­leitungskabel und sonstigen Metallbeschlägen ver­bunden, d. h. montiert. Blitzblank und sauber poliert verlassen Kohlebürste und -Halter den Montage- raum, um dann über den Versandraum das Haus zu verlassen.

In einem besonderen Arbeitsgang, der sich von dem der Kohlebürstenherstellung völlig getrennt voll­zieht, wird derHalte r" hergestellt, der in seinem hauptsächlichen Bestandteil aus sofort im richtigen Profil gezogenen Messing, dann aber auch wieder aus Rotgußmaterial und schließlich auch einmal aus

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ztromo «in oder Dynamos bestimmt sind, und die a~" der 1 fei kaum beachtet. Kohlebürsten und Koh 1 eiiiirstenhalter sind es, die hier in BeSlIwe einen« ' '

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Bei der Arbeit an der Fräsmaschine.

Paktes Stück Kohle entstanden, das aber, da es in fid) noch nicht völlig gebunden ist, in dieser Form dem Strom noch starken Widerstand entgegensetzen wurde. DerFormling" oberPreßling", der in oon handbedienten, ober in emchanischen Pressen ArCIrist' muß beshalb noch geglüht werben. Erst bei diesem Glühen, das unter" völligem Luft­abschluß geschehen muß, wird außer der Mechani­ken Bindung (durch den Druck) auch die chemische Bindung erreicht. Die hierfür verwendeten Qefen werden ganz nach dem Prinzip von Qefen der Ton- möuftrie betrieben, die Kohleplatten sitzen luftdicht- abgeschlossen in Kammern verpackt. Das Material für Kohlebürsten, die außerordentlichen Anforderun­gen gerecht werden müssen, wird unter Umständen nod) einem besonderen Glühprozeß unterworfen, bei dem sich der amorph im Material enthaltene Koh­lenstoff in kristallinischen Kohlenstoff verwandelt. Dieser Glühprozeß geschieht durch unmittelbare Ein­wirkung von elektrischem Strom unter Erzeugung beträchtlicher Wärmeenergie in dem Tausende von Hitzegraden erzielt werden. Der Ofen, in dem ge­glüht wird, ist eine lose aus Chamottesteinen ge­mauertes Bett, in das das Kohlebürstenmaterial gesetzt wird. Ueberflüssig zu sagen, daß die Kohle (wiederum unter Luftabschluß) zur Weißglut kommt, und dabei die entscheidende Wandlung in ihrer che­mischen Beschaffenheit durchmacht.

Zu nächtlicher Stunde bieten die elektrischen Glüh­öfen ein phantastisches Bild. Aus dem losen Mauer-

erft lebhafte &nen wahrugen Gießener Corps ihre Mensuren aus. ibtropische Erinnerung studentischen Lebens ist mit

..... s Üinbhof verknüpft. Unter dem Gastwirt l Lius Gießen, der die Gaststätte nach der Fa- G a e b e r übernahm, wurde der Windhof zu

rj langwierigen Arbeitsprozeß entstehen, um ;dii' Weg in die Welt anzutreten. So sehr die Urne Spezialarbeit ist, so ungemein interes- ten Rundgang durch diese Räume, in denen

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Wunder inr Natur, die man vom Rohstoff her ken- I nenletjin Interessante maschinelle Einrichtungen n-uk lassen i Nt Aufmerksamkeit vom Anfang bis zum M Ende Mundganges wach bleiben.

proiB; Viel k Ljfer werden zunächst fragen:Was ist das gebe eigenUnc i ine Kohlebürste?" Es ist schnell er» .< klärt! ^.Kohlebürste hat bei Elektromaschinen die IMi Aufgat«, :ien elektrischen Strom in die rasch rotie-

, -a... Madich unserer oberhessischen Industrieen hat

> ä ^^Meltgtilimg. Die Basalte unserer heimischen Stein- a>aw v. ^^ücheöw rden oft über weite Strecken geführt, die 1rSr3eU|1lT,i e der Tabakfabriken sind ein ungeheuer n ^^wichÜE Faktor im Wirtschaftsleben unseres Be- i ^zirks m bekannt nicht nur in Deutschland sondern -in bevl qcinzen Welt, bie Erzeugnisse einer hiesigen tÜM- FittnMsibrik haben besten Ruf. In Fachkreisen

m fRegenfällem^11 :en hinMg, sÄi&ii s»ßzügigen Ausflugsgasthof umgebaut. Der eines "5 C .......L v " - 3 V« 3

inq au erMitt""'!)- * ^dem ein Teil bes Gebäubes burch ein A hiirrfi [in* ^Branchuiglück eingeäschert war, mürbe es roieber jufgeäm unb als Fabrik eingerichtet. Während des ^WeltkikiMs diente der.Windhof zum Teil als La- tag.'iHfl-Warettit jiltmeife auch als Internierungslager. Soviel ltwchMM^us dn beschichte des Windhofes ...

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Der Windhof als heimatlicher Kabrikbetrieb

Ein ORunbgong durch die Werkstätten der Firma Gchunk & Ebe, Gießen-Win-Hof.

U Hielt fiU von der Arbeit in den Werkstätten der

l^irrnci ! chunk & E b e gesprochen sein, denn P^/fVnur jfjeiöältnismäfeig wenige Volksgenossen un» ferer Mjennat wissen, was eigentlich in den Werk- ir Windhof hergestellt wird. Tatsächlich kann die AIdiitit, die hier geleistet wird, nicht populär iietr es werden Teile fabriziert, die für Elek-

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