Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
8amstag, 8. Dezember 1934
ar. 287 Zweites Blatt
Der Führer beglückwünscht Mackensen
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in den Wipfel
lern Kopfzerbrechen macht, unzufrieden und höllisch stimmen.
Du sitzt am Fenster und blickst hinaus öMtnachmittag und hinein in den nassen
inste Gescheut: milie. Schon fi ie besseren -1?
L—,60.-andß-i e solche erbäten, i ause wirkliche Freue ilm®Wwehier )il^,£inProW •eßt.
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Winckelmann-Feft der Universität
Die Philosophische Fakultät, I. Abteilung, der Landesuniversität hatte für gestern nachmittag zu einem Winckelmann-Fest im Großen Hörsaal eingeladen. Der klassische Philologe Professor Dr. H e r - zog wies in einleitenden Worten darauf hin, daß mit dem heutigen Vortrage wieder der alte schöne Brauch zu einem Jahresbrauch an der Universität gemacht werden solle: um den 9. Dezember das Andenken Winckelmanns zu feiern als des Begründers der wissenschaftlichen Archäologie und des Neu- Humanismus. Man verbinde damit die Erinnerung an den ersten deutschen Archäologen, Professor Gottlieb Friedrich Welcker in Gießen, der hier das Philologische Seminar gegründet habe, und übernehme zugleich das Vermächtnis der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Der Red
«ises Baumes. Vielleicht, so fällt es dir ohne Zu- äri und sichtlichen Grund ein, sollte man sich ein- nil mitten im wichtigen Lärmen des Alltags herab- Men zu einem Käfer, der unfern Weg kühn kreuzt, |Ui einem Grashalm, der einen Tautropfen verliebt ch-mkelt, zu einem Kiesel, der eitel in den Far- le-i schillert, die wir die Regenbogenfarben nennen. !Ü:m sollte einmal einen Baum im Regen betrachte. vielleicht in einer Stunde, die sonnensehnsüch- lic ist, in einer Ferienstunde, die sich keinen Regen »imscht, weil es nun einmal Wahnwitz des Städters ft in den Ferien den Regen zu hassen.
Oaft du schon einmal einen Baumwipfel im leist Regen betrachtet? Wie merkwürdig es doch er» M, wenn da und dort in seiner Laubkrone ein til-itt auszuckt, vom Tropfen getroffen. Wie sich die vdittflächen verlagern und besorgt drehen, daß die hgennäjfe ablaufen kann und keine Astbruchgefahr Mteht.
)u erstaunst über dein Studium am Kleinen und >e-kst an die vielen Bäume, die vor all den Fen- it n standen, durch die du schon blicken durftest, beider Baum, wirst du sagen, ich liebe deinen Kipfel, ob er erwartungsvoll knospig, im weißblü- l^ben Rausch, grünbelaubt ober kunterbunt in den iti.ben des Herbstes vor unseren Augen leise N in fit Du denkst an die Wipfel, unter denen du te< ersten verliebten Worte flüstertest, als die Toch- rr'des Försters dir den ersten duftenden Nußbaum fete. Seitdem find viele Jahre vergangen und du ffi alt geworden. Du blicktest in viele Baumwipfel :o den Fenstern und dachtest nichts besonderes litet Du meintest, daß es wichtigere Dinge gibt, c!s vor einem Baum zu träumen, der geradewegs in unserer Nase die Aussicht verstellt.
2i'U hast vielleicht den Krieg und weite Fernen it'ckt und die Länder der Erde bereist als ein klu- cciunb erfahrener Mann, du hast Meere befahren
!e Schweinen ■erkelaufzucht
Rauch über dem Hafenbecken und ließ auf die Anwesenheit von allerlei Schiffen schließen, wenngleich wir zuerst wohl glaubten, es würden Kohlenoorräte in Brand gesteckt, ähnlich, wie damals vor Papetee. Wir standen vielleicht schon zu nah, um Dreibeinmasten zu erkennen, wie die britischen Schlachtkreuzer sie führen. Um die Fahrbereitschaft der Schiffe nicht vorzeitig zu gefährden, rief Graf Spee uns zurück und führte den Verband mit höchster Fahrt auf östlichen Kurs weg von den Falkland-Jnfeln.
Ein unerwartet starker Gegner nahm die Verfolgung auf, und um die Mittagszeit wußten wir, daß es galt, Abschied zu nehmen von dieser Welt. Ein ungleicher Kampf begann, denn der Brite war vierfach überlegen. Es standen einander gegenüber, auf englischer Seite: zwei Schlachtkreuzer, drei Panzerkreuzer, ein kleiner Kreuzer mit zusammen 76 000 Tonnen Wasserverdrängung und 5 600 Mann Besatzung, auf deutscher Seite: Zwei Panzerkreuzer und drei kleine Kreuzer, von denen aber die „Dresden" schon frühzeitig entlassen wurde, so daß an dem Kampf nur vier deutsche Schiffe mit 30 000 Tonnen Wasserverdrängung und 2150 Mann Besatzung teilnahmen. A r t i l l e r i - stisch sah das Bild folgendermaßen aus: auf deutscher Seite 16 zu 21 Zentimeter, 12 zu 15 Zentimeter und 30 zu 10,5 Zentimeter, auf englischer: 16 zu 30,5 Zentimeter, 4 zu 19 Zentimeter, 36 zu 15,2 Zentimeter und 42 zu 10,2 Zentimeter. Viel entscheidender als die größere Geschützzahl mußte sich das durchweg schwerere Kaliber erweisen. Ein weiterer Vorteil für die Engländer war ihre stärkere Panzerung und ihre größere Geschwindigkeit. Sieg war unmöglich, es galt in Ehren zu sterben.
Kurz vor 1 Uhr eröffnete „Inflexible" auf 16 Kilometer das Feuer. Die deutschen Geschütze konn-
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Hochschulnachrichten.
Professor Dr. Karl Friedrich Bonhoefser, Ordinarius an der Universität Frankfurt, ist ab 1. November zum ordentlichen Professor für physikalische Chemie an der Universität Leipzig ernannt worden.
Professor Dr. Arthur Wegner, Ordinarius für Strafrecht, Völkerrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Breslau, hat einen Ruf als o. Professor für Strafrecht an der Universität Halle angenommen.
Dr. Hans Bernhard von Grünberg ist zum ordentlichen Professor in der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität K ö« n i g 5 b e r g ernannt worden.
Dr. Arnold Gehlen, Privatdozent für Philosophie an der Universität Leipzig, ist zum Ordinarius ernannt worden.
Die Preußische Akademie der Wissenschaften in Berlin hat den o. Professor Dr. A. E. T a d • l o r von der Universität Edinburgh, den o. Professor Dr. Heinrich Rickert von der Universität Heidelberg und den o. Professor Dr. Martin Grabmann von der Universität München zu korrespondierenden Mitgliedern der Philosophisch-Historischen Klasse gewählt.
Links hinter Mackensen die Gattin des Feldmarschalls — hinter ihm Reichsaußenminister Freiherr von Neurath — hinter diesem links Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg, rechts der Ches der Heeresleitung General der Artillerie Freiherr von Fritsch.
Brahms-Anekdoten.
Als Brahms in Berlin in einem Konzert seine beiden Klavierkonzerte dirigierte, wurde er sehr gefeiert. Wie wenig dieser Ruhm aber seiner natürlichen Bescheidenheit schaden konnte, beweist ein kleiner Vorfall, bei einem damals von Joachim gegebenen Diner. In wenigen gut gewählten Worten schickte sich der Gastgeber an, auf das Wohl des „größten Komponisten" zu trinken, aber ehe er den Namen noch aussprechen konnte, sprang Brahms auf, ergriff sein Glas und rief: „Ganz recht! Auf Mozart wollen wir trinken!' Dann ging er um den Tisch herum, um mit allen anzustoßen. Damit war die Situation gerettet. In seiner Art, König und Fürsten wie seine anderen Mitmenschen zu behandeln, glich Brahms Beethoven. Er konnte mit ihnen vertraut sein, weil er sich stets seine Unabhängigkeit bewahrt hatte. Bei einem Fest in Meiningen wohnte er im Schloß und machte schon morgens um ^echs Uhr feinen Spaziergang. Um acht Uhr klopfte der Herzog bei ihm an und fragte, ob er einen schönen Spaziergang gemacht hätte. „Ja, Hoheit", antwortete Brahms, „ich habe eine kleine Wanderung durch die drei benachbarten Herzogtümer gemacht/
Baum vor dem Fenster.
Von Hans Pflug.
EDu wirst mit einem Mal darüber nachdenken, ob b * kleinen Dinge wirklich kleiner als die großen ftib. Vielleicht, wenn du einmal am Fenster eines Zimmers sitzt, das dich nicht mehr berührt als du f* von einem Raum erhoffen darfst, der einem llvrübergehenden Unterkunft bietet. An einem Tag, k“, außerhalb des gewohnten Wirkungskreises, iqzvoller anrührt als ein anderer. Und wenn dieser b.g ein Regentag ist, wird dich vielleicht diese ^gung, deren Gesetzmäßigkeit dir zum mindesten
Wieder läuft ein Schiff vom Stapel, dessen Ölame das hohe Lied deutschen Heldenmutes erklingen läßt aus der Schlacht bei den Falklandinseln. Trutzig und treu ihrem Eid kämpften auf fernem Meer und starben den Tod fürs Vaterland Admiral Gras Spee und 2000 der Besten von uns. Und die „N ü r n b e r g" war » auch dabei. Wie kam es zu dieser Schlacht?
In O st a s i e n wachte unser Kreuzergeschwader * Über deutsche Interessen. Tsingtau, die schnell iufblühende Kolonie, war ihm Stützpunkt und nneite Heimat. Friedliche Aufgaben , führten
ten auf diese Entfernung nicht erwidern. Die kleinen Kreuzer erhielten den Befehl: „Entlassen, versuchen Sie zu entkommen"; der Admiral mit den beiden Panzerkreuzern legte sich quer vor die Anmarschrichtung des Gegners, um diesen aufzuhalten. Die Entfernung verringerte sich schnell, es entwickelte sich ein laufendes Gefecht. Nun konnten auch die deutschen Geschütze das Feuer erwidern. Sie erzielten zahlreiche Treffer, veranlaßten sogar zeitweise den so stark überlegenen Gegner Die Entfernung wieder zu vergrößern, es gelang ihnen aber nicht, mit ihren dafür zu schwachen Kalibern dessen Gefechtskraft wesentlich herabzusetzen. Allmählich mehrten sich die Treffer auf den deutschen Panzerkreuzern. Zuerst einzelne, dann immer mehr der deutschen Geschütze wurden außer Gefechr gesetzt, zahlreiche Unterwassertreffer traten ein. Gegen 4 Uhr brach die schon hart mitgenommene „Scharnhor ft" zum Torpedoangriff gegen die feindlichen Schlachtkreuzer vor, um der „G n eise n a u" Luft zu schaffen, aber deren Geschwindigkeit war durch eine Reihe von Treffern schon soweit herabgesetzt, daß ein durchgreifender Erfolg ausblieb. 4.15 Uhr feuerte „Scharnhorst" den letzten Schuß aus dem vordem Turm, der nur noch wenige Meter über Wasser lag, 4.17 Uhr ging sie mit wehenden Flaggen und laufenden Maschinen den Bug voran auf den Grund, mit ihr der Admiral und 764 deutsche Männer. Das einzige, das von der „Scharnhorst" geblieben ist, ist eine Kriegsflagge, die im Januar 1915 in einer Kar- tuschbüchse, an die sich ein deutscher Matrose gebunden hatte, an der Küste von Südbrasilien antrieb.
Um 5.20 Uhr war die gesamte Munition der „G n e i s e n a u" verschossen. 4xk Stunden trommelten erst ein, bann zwei Schlachtkreuzer auf ihr herum, und sie schwamm immer noch. Dä
ner erinnerte dann an den Kampf gegen die beabsichtigten Reformen der alten Regierung auf dem Gebiete der humanistischen Bildung und an die Tatsache, daß der Führer Adolf Hitler ein Freund der griechischen Kunst sei, der den Wert des Humanismus für die nationale Erziehung immer betont habe. Nach einem Hinweis auf die rassische Verwandtschaft zwischen Griechen und Römern und unserem eigenen Volk erteilte Professor Herzog dem Privatdozenten Dr. Walter Schuchardt, der von Frankfurt hierher berufen wurde, das verwaiste Fach der Archäologie zu verwalten, das Wort zu seiner F e st r e d e in Gestalt einer Antrittsvorlesung über das Thema „Epochen der griechischen P l a st i k".
Ausgehend von der vor gerade hundert Jahren erschienenen Schrift von Thiersch über das gleiche Thema besprach der Vortragende zunächst die vom 18. zum 19. Jahrhundert sich grundlegend wandelnde Betrachtungsweise und Auffassung der Antike: Winckelmanns Gesamtvorstellung des Begriffs wird im 19. Jahrhundert aufgelöst und eine exakte historische Forlchungsmethode herausgearbeitet. Winckelmanns Material war allerdings wesentlich begrenzter und vorwiegend auf Zufallsfunde beschränkt; die Plastik bildete für ihn den Hauptgegenstand. Seine berühmten Formulierungen („edle Einfalt und stille Größe") hatten einen aktuellen Sinn und waren als Programm für die eigene Zeit gedacht. Der Vortragende versuchte dann, im bewußten Gegensatz zu der Formulierung von Thiersch, an Hand des gegebenen Materials zu einem Gesamtbilde vorzudringen, wobei weniger die eigentlichen Blütezeiten als die Wendepunkte und Uebergänge betrachtet wurden; es wurde der sehr ausgeprägte Rhythmus einer geistigen Entwicklung betont, die übrigens ihre Parallelen in der historisch-politischen Entwicklung gefunden habe, und das Gesamtgebiet in vier große Zeiträume aufgeteilt: die archaische Epoche, die erste und die zweite Klassik, und die hellenistische Zeit. An Hand meist sehr guter Lichtbilder wurden dann in Auswahl und im großen Ueberblick, mit eingehenden und sehr geschickten Einzelanalysen der wichtigsten plastischen Denkmäler die Entwicklungslinien der griechischen Plastik aufgezeigt. Der Vortragende betonte abschließend und zusammenfassend, es sei wichtig zu begreifen, wie an jedem der nier großen Wendepunkte gleichsam eine neue Kraftquelle sich erschlossen habe, daß die Gesamtentwicklung der griechischen Plastik durch einen bestimmten Rhythmus von einzigartiger Konsequenz und Logik ausgezeichnet sei, und daß sie in ihren Gestalten eine Verbindung der beiden großen Reiche des Geistes und der Natur aufweise. — Die leider nicht besonders zahlreiche Hörerschaft folgte dem sehr klar durchdachten und gealieberten Aufbau der Festrede mit angespannter Aufmerksamkeit.
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^charnhor st" und „G n e i s e n a u" 1914 in iae deutsche Südsee. „Leipzi g" durchquerte den stillen Ozean, um in Mexiko die „N ü r n b e r g" vozulösen, die dann vor Samoa mit den Panzer- keuzern sich vereinigen sollte. Nur „Emde n" Hiieb an Chinas Küste zurück. Unsere Blaujacken fluten sich der herrlichen Gottesnatur, aber sie toten auch fleißig Gesechtsdienst, man kann nie rissen ...
'Weltkrieg heult auf! Unsere Schiffe waren, über d.'S Weltmeer zerstreut, auf sich allein ange- Iciiefen. Im Angesicht der ungeheuren lieber« ÜUnheit unserer Gegner in Ostasien entschloß sich | bx Admiral zum Marsch quer durch den Stillen Ciean nach Südamerika, wo er mit größere Erfolgen im Handelskrieg rechnen konnte. [ „S ü r n b e r g" hatte den Anschluß an uns schon c':f der Karolineninsel Ponape ' erreicht, „D r e s- ! h n" und „Leipzi g" stießen erst Mitte Oktober nr der Osterinsel zum Geschwader. Es war für im Grafen Spee nicht leicht, aus den häufig sich I riidersprechenden Funkennachrichten ein Bild der $ -iegslage zu gewinnen, und es war für die i Satzungen nicht ganz einfach, unter den Sieges« mchrichten aus der Heimat doch selbst scheinbar von liim Feinde immer weiter sich zu entfernen. Man rollte endlich gern kämpfen dürfen! Da kommt 1 ■ Meldung: „Englische Kreuzer vor der tiilenischen Küste!" Wie ein Blitz schlägt sie
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Wie das Gesetz es befahl!
Zur Erinnerung an dieSeeschlachi bei den Falkland-Inseln am 8. Oezeniber4914
Von Fregattenkapitän a. O. Hans Pochhammer, ehemaligem Ersten Offizier des Panzerkreuzers „Gneifenau".
ein! Die Augen der Leute leuchten auf, und freudig sehen sie dem Kampf entgegen. Am 1. November vor Coronel entbrennt die Schlacht im Sturm von Stärke sechs. Graf Spee führt meisterhaft und zerschmettert den hervorragend tapferen Gegner. „Nürnberg" stand weit zurück und kam nun herangebraust, um auch noch mittun zu dürfen. Rauchwolken ringsum! Freund? Feind? Auf die nächste, und „Scheinwerfer leuchten"! Der Kommandant erkennt die englische Flagge und vernichtet die sinkende „Monmouth" mit Artillerie, Rettungsversuche verhinderte auch nach britischem Bericht der schwere Seegang.
Die Wirkung des Sieges zu erhöhen, ankerte der deutsche Admiral am 3. November vor Valparaiso. Ungeheuer der Jubel unserer Landsleute, ungestüm der Andrang von Männern, die sich auf unseren kampferprobten Schiffen einreihen wollten in die deutsche Front. Und durch Stadt und Land und durch die Welt eilte die Kunde: „E n d l a n d hat eine Seeschlacht verloren, und die Deutschen liegen als Sieger unversehrt hier im Hafen". Englands Ansehen in der Welt war schwer getroffen, feine Herrschaft über die Meere schien erschüttert, denn es lebte ja nur von der Zufuhr aus Ueberfee und führte auch seinen Krieg auf dem Festland nur mit Hilfe der über die Ozeane laufenden Verbindungslinien. Es mußte etwas Großes geschehen, um dieser deutschen Handelszerstörer Herr zu werden.
So sandte der alte Haudegen Lord Fisher drei Schlachtkreuzer aus England uns entgegen, setzte also mit der schon im Stillen Ozean uns suchenden „Australia" vier Großkampfschiffe gegen uns an, außer etwa 20 Panzerkreuzern und Kleinen Kreuz er n. Und dazu war noch die ganze japanische Flotte zu zählen, deren Einheiten weit in die Südsee streiften, wie auch an der amerikanischen Westküste uns folgten. Mit vier Möglichkeiten mußte die britische Seekriegsleitung rechnen: Gras Spee konnte weiter im Stillen Ozean operieren und von dort vielleicht durch den Panamakanal gehen; er konnte Südafrika beunruhigen ober durch den Atlantik nach Deutschland durchzubrechen suchen. Er wählte das Letzte, wenngleich wir an die Rückkehr noch kaum zu denken wagten, denn wir führten doch Kreuzerkrieg und hofften an der Ostküste auf besonders reiche Beute.
So ging das Schicksal seinen Weg! Durch Vor- ratsergänzung und Umstauen der Dampfer für die lange Fahrt um das stürmische Kap Horn wurden wir länger aufgehalten, als wir selbst es wünschten, aber die Zeit hatte für England genügt, starke Gegenmaßnahmen zu treffen. So erreichte Graf Spee die Gewässer der Falkland-Jn- s e l n gleichzeitig mit dem von Norden ihm entgegenfahrenden Admiral S t u r d e e , ohne daß der eine vom anderen etwas wußte. Der Angriff auf diese englische Flottenbasis sollte sie der erwarteten Gegenwirkung für einige Zeit unbrauchbar machen, um sich die Tätigkeit vor dem La Plata und nördlich davon zu erleichtern. Er hoffte also noch, dem Gegner zuvorzukommen und rechnete nicht mit beachtenswerten feindlichen Streitkräften in Port Stanley. Deswegen schickte er nur „Gneisenau" und „Nürnberg" zum Handstreich dorthin und folgte mit „Scharnhor st", „Dresde n" und „L e ipzig" in größerem Abstande.
Der fjordartige Hafen ist dem Einblick von See her durch Hügel und Dünenketten entzogen. Als wir am Morgen des 8. Dezember bei schönem ruhigen Wetter uns von Süden näherten, lagerte
und purpurnen Wein getrunken an den Hängen des Tessin. Du hast Menschen gesunden und du bist vorsichtig geworden mit der Anwendung des Wortes Glück. Du wirst lächeln über die andern, die deine Sehnsucht nie begreifen, die dich aber immer wieder daran erinnern, daß du nun alt geworden bist. Sie alle vergaßen, daß das Leben doch immer nur feinen ureroigen Krei^auf vollendet, den Kreislauf, der in der rhythmischen Wiederkehr von Tag und Nacht, vom Werden und Vergehen sichtbar und unproblematisch sich dir offenbart.
Und da kam dir dieser merkwürdige Einfall, den Baum zu besehen und die Blätter zu belauschen, die immer etwas flüstern, auch in der stillsten Nacht. Du hast einen Bruder gesunden, der treu ist und Menschen entbehrlich machen kann, den Bruder Baum. Draußen.vor dem Fenster einer Stube steht er und wacht, ob du nun ferne oder daheim bist, ob du froh ober traurig oder müde bist. Die Landschaft um dich wird verschieden sein, sie wird vergebens locken und dich ihm entziehen wollen. Sie wird mit seltenem Prunk vielleicht um deine Gunst buhlen. Aber du wirst ihm treu bleiben, deinem Freund, dem Baum vor dem Fenster.
Und nach einer Nacht wirst du erwachen, nach einer merkwürdigen lautlosen Nacht, die in schweren Träumen dich gefangen hielt bis in den Morgen. Und dein erster Blick wird dem Baum vor dem Fenster gelten. Und da wirst du erschreckt das gespenstige Filigran eines entlaubten Wipfels in nebeliger Frühe ragen sehen. Die lastende Nässe des Spätherbstnebels war zu schwer für das bunte Ge- laub, das dich gestern noch bewegte, wie eine innige Sehnsucht. Und zu Füßen deines Baumes wirst du, wie sorgsam gelegt, einen bunten Kranz finden, der sich breit und reich um den Stamm, als letzter Gruß des sonnigen Herbstes, gebreitet hat.
Dann wirst du auf den weißen Winter warten ...
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tS?0?h.eweitk teifbeinigkeit), aus HESEMli en* Lindenplati
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