184. Jahrgang
Gießener Anzeiger
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Lin neuer Friedensplan Mussolinis?
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Gegenseitige Achtung und Aufrichtigkeit sichern die Zusammenarbeit der Völker.
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Ml ijs ch e n a l t e r s , die zwischen diesen Kriegs- ptoxn eingelagert ist. Dom spanischen Erbfolge- fri<; Ibis zum Siebenjährigen Krieg waren es 4äj Zlhre, vom Hubertusburger Frieden bis zum ömrn der napoleonischen Kriegsepoche 43 Jahre,
prädestiniert erscheinen, die Verständigung mit folg vorwärtszutreiben.
Weiterführung der französischen Grundthese, nach der „Zuerst Sicherheit, dann Abrüstung" verlangt werden muß. Gustave Herve, der Hauptschriftleiter des „Victoire", drückte seine Ansicht darüber am 18. November 1933 (!) so aus:
„Jetzt heißt es, rasch handeln, will man eine sinnlose Katastrophe vermeiden. Oder hält man uns für dumm genug, zwei oder drei Millionen Franzosen in den Tod zu schicken, jetzt, nachdem wir Elsah-Loth- ringen wiederhaben, etwa wegen des Saar- gebiets, das doch binnen eines Jahres (von 1933 ab gerechnet) durch Abstimmung zurück- fallen wird, oder wegen Togo und Kamerun oder um die Oesterreicher zu hindern, sich Deutschland anzuschließen, wenn ihnen der Sinn danach steht — das wird früher der Fall sein.
gierung um des Friedens willen im Saargebiet ein Risiko übernehmen werde, werde dem französischen Außenminister Laval bei seinem Versuch, eine Politik der Versöhnung und nicht der Bündnisse und der Einkreisung zu betreiben, ganz erheblich stärken. Die Deutschen sollten daraus die
Einsicht gewinnnen, daß die Erreichung Gleichberechtigung auf dem Wege der
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DRV. Berlin, 7. Dez. Vertreter von zwanzig Nationen, die sich zu einer von dem bekannten Völkerrechtslehrer Dr. Dr. Keller ins Leben gerufenen internationalen Arbeitsgemeinschaft der Nationalisten mit dem Sitz in Zürich-Erlenbach zusammengeschlossen haben, hielten in Berlin einen dreitägigen Arbeitskonareß ab. Als Gesamtergebnis darf man zusammenfassen, daß die bisherigen Formen zwischenstaatlicher Bindungen nicht zum Ziele führen konnten, da die Voraussetzungen wirklicher gemeinsamer Arbeit, die A ch - tun'g vor einander und die unbedingte Aufrichtigkeit gefehlt haben. Ebenso einmütig wurde anerkannt, daß nur in sich gefestigte Volksgemeinschaften die größere Aufgabe der Zusammenarbeit zwischen diesen Gemeinschaften leisten können. Nur diese so aufgebaute Gemeinschaft der Völker bilde ein wirksames Bollwerk gegen die gemeinsame Gefahr der Weltrevolution, die das Wertvollste und Beste aller nationalen Güter zerschlage.
Universitätsprofessor Dr. Woeth-Knudsen (Dänemark) erklärte, der Arbeit der internationalen Nationalisten sei die heroische Lebensauffassung zugrundegelegt, die gerade bei Frankreich und Deutschland besonders stark ausgeprägt sei. Die von der ganzen
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Die polizeitruppe für M Saargebjet.
Keine Beteiligung der Schweiz.
London, 8. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Ueber die Vorbereitungen zur Bildung einer internationalen Sicherheitstruppe für das Saargebiet meldet der Genfer Berichterstatter der „Times": Der Dölker- bundsrat hat keine direkten Einladungen ergehen lassen. Aber die britische Regierung hat privatim sich an die italienische, niederländische, schwedische und nachträglich auch an die Schweizer Regierung gewandt. Die Zustimmung der italienischen Regierung ist bereits gegeben worden. Die S ch w e i z e r Regierung hat die Entsendung von Truppen abgelehnt. Es verlautet, daß der Oberbefehl einem britischen Offizier anvertraut wird und zwar aus folgenden Gründen: 1. Die britische Regierung ist die Urheberin des Planes; 2. der Vorsitzende der Regierungskommission Knox ist ein Engländer, und es ist zweckmäßig, daß der militärische Oberbefehlshaber die gleiche Nationalität hat; 3. es wird erwartet, daß Großbritannien das stärkste Kontingent sendet, nämlich zwei Bataillone während die anderen Mächte je ein Bataillon entsenden sollen.
Der Plan sei schon vor einiger Zeit von der britischen Regierung auf einer der regelmäßigen Kabinettssitzungen angenommen worden. Der Schritt sei daher durchaus britischen Ursprungs. Eden habe bei seiner Ankunft in Genf den Plan in der Tasche gehabt und sei ermächtigt gewesen, ihn den anderen interessierten Regierungen vorzulegen, wenn es sich zeigen sollte, daß die Lage im Saargebiet dies notwendig mache. In einer Unterredung mit Knox habe sich der Lordsiegelbewahrer von der dringenden Notwendigkeit überzeugt, den Plan vorzulegen.
Danzig, diese kerndeutsche Stadt, von Deutschland dauernd getrennt zu halten? Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage. Ich möchte den Franzosen sehen, der glaubt, man könne zu dieser Stunde noch offne einen Präventivkrieg Deutschland an der Aufrüstung hindern!"
So schrieb Gustave Hervö schon vor mehr als einem Jahr. Man sieht, daß seine Ansicht inzwischen zu der Meinung einer großen Zahl von Franzosen geworden ist. Wir wollen darauf nicht pochen. Aber wir wollen hoffen, daß die Erkenntnis der gegebenen Verhältnisse in der Welt immer weiter Boden fassen wird. Die Gemeinschaft der Nationalisten ist ein Gremium von Leuten, die sich glühende Vaterlandsliebe, nicht absprechen lassen brauchen. Gerade deshalb müssen sie
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Line BerünerTagung der internaüonalenArbeitsgememschast der Nationalisten.
Oie deutsch-französische Verständigung die Grundlage für den Frieden in Europa.
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London, 8. Dez (DRV.) Das Abendblatt Star spricht trotz des kürzlichen italienischen Dementis von einem neuen Friedensplan Mussolinis, der in einem gegenseitigen Richtangriffspakt für ganz Europa bestehe. Der diplomatische Mitarbeiter des Vlattes hält eine solche Entwicklung für bedeutsam, da die Ansicht bestehe, daß der französische Plan eines Ostlocarno fehlfchlagen werde. Mussolinis Plan werde umfassen: Einen allgemeinen europäischen gegenseitigen Richtangriffspakt, einen Plan für politische Beratungen zwischen allen Rationen, ein Rehwerk von Vergleichsabmachungen zwischen zwei Rationen sowie vielleicht eine Klausel, die sich mit europäischer wirtschaftlicher Zusammenarbeit befasse.
Echte und falsche Friedensfreunde
London, 8. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Mor- mng Post" wendet sich gegen die von sozialistischer und liberaler Seite vertretene Auffassung, daß die Entsendung von Truppen nach der Saar auf eine Beteiligung nach dem sog. „Kollektiv- system" hinauskomme. Das Blatt sagt, im Falle der Saar handele es sich um kein Vorgehen gegen den „Angreifer" oder um Anwendung von „Sanktionen", sondern lediglich um eine mit Zustimmung amtlicher interessierter Parteien genehmigte Vorsichtsmaßnahme. Es sei sicher, daß sämtliche Soldaten ihre Seitengewehre bei anderer Gelegenheit als etwa einer Parade aufpflanzen würden.
Das Blatt geht dann zu einem Angriff auf die gefährlichen Friedensfanatiker über und weist darauf hin, daß der nationale Arbeiterrat, dem Macdonald als Sekretär angehöre, den Boykott gegen Deutschland gutgeheißen habe, der ausgesprochenermaßen dazu bestimmt sei, auf die Zerstörung des nationalsozia- l i st l s ch en Systems hinzuarbeiten. „Morning Post sagt, es sei nicht erstaunlich, daß das nationalsozialistische Deutschland sich weigere, mit einer Abrüstungskonferenz zusammenzuar- b e l t e n , während man sich in Genf offiziell damit beschäftige, gegen dieses System zu wirken.
Im „News Chronicle" schreibt Vernon B a r t - leit, die Erkenntnis, daß die jetzige britische Re-
Entspannung.
Zu seiner sachkundigen Unterrichtung und Beratung in der Saar frage hatte der Völker- bundsrat im Frühjahr einen Ausschuß eingesetzt, der aus dem italienischen Delegierten Baron A l o i s i als Vorsitzenden, dem spanischen und dem argentinischen Delegierten als Beisitzer bestand. Ihm war die Aufgabe gestellt worden, alle für eine ordnungsgemäße Durchführung der Volksabstimmung im Saargebiet notwendigen Anordnungen vorzube- reiten. Der Dreierausschuß hat sich in den Monaten Mai und Juni dieser Aufgabe entledigt. Im September wurde sein Auftrag dahin erweitert, auch die Fragen zu prüfen, die nach erfolgter Volks- abstimmung auftreten würden. Es handelte sich dabei im wesentlichen um eine klare und autoritative Auslegung der Bestimmungen des Versailler Vertrages, die dem Välkerbundsrat das Recht zusprechen, die erforderlichen Maßnahmen für eine Ausgestaltung der Rechtsordnung nach dem Inkrafttreten seiner Entscheidung über die künftige Zugehörigkeit des Saargebietes zu treffen. Der verstorbene französische Außenminister Barthou hatte noch im Sommer versucht, aus dieser Bestimmung das Recht für den Völkerbundsrat herzuleiten, das kommende Regime im Saargebiet durch gewisse Auflagen in seiner Souveränität zu beschränken. Der im Namen des Dreierausschusses von seinem Vor- sitzenden Aloisi dem Völkerbundsrat erstattete und von ihm einstimmig gutgeheißene Bericht läßt solche willkürlichen Ausdeutungen nicht zu. Er verneint die Frage, ob dem künftigen Regenten des Saargebiets „gewisse besondere und dauernde Verpflichtungen aufzuerlegen seien, die ihn in der Ausübung seiner Souveränität beschränken würden".
Hatte man weiter bisher von französischer Seite in Zweifel gezogen, ob der Völkerbundsrat seine Entscheidung über die Zugehörigkeit des Saarge- biets nur unter Würdigung oder in voller fieber» einftimmung mit dem Ergebnis der Volksabstimmung zu treffen habe, fo stellt der Bericht Aloifis ganz eindeutig fest, daß das konkrete Abstimmungsergebnis die Grundlage für das künftige Regime bilden muffe.. Der Bericht des Dreierausschusses räumt schließlich mit aller wünschenswerten Klarheit mit der Vorstellung von einer zweiten A b - st i m m u n g auf, mit der Franzosen, Separatisten und Emigranten in trautem Verein hausieren gingen, um im Saargebiet für den sog. Status q u o, d. h. die Beibehaltung des gegenwärtigen Regimes Propaganda zu treiben. Der Bericht stellt ausdrücklich fest, daß die Entscheidung des Völkerbundsrats über die Zugehörigkeit des Saargebiets auf Grund der Volksabstimmung des 13. Januar endgültig und unwiderruflich fein müsse und daß dis Bestimmungen des Versailler Vertrages keinen Raum für eine zweite Abstimmung lassen. Status quo würde also keineswegs die Hinausschiebung einer endgültigen Entscheidung bedeuten, wie es die Separatisten bisher straßauf, straßab verkündet haben, sondern den endgültigen Uebergang aus der deutschen Reichszugehörigkeit in die unabänderliche dauernde Souveränität des Völkerbundes. An dieser allein maßgeblichen Auslegung der Vertragsbestimmungen wird auch dadurch nichts geändert, daß in der letzten Ratssitzung Herr Laval, der dem Bericht ebenfalls zustimmte, doch noch einmal den schüchternen Versuch machte, die Möglichkeit einer nochmaligen Abstimmung zu ventilieren. Dafür bestehen, wie gesagt, keinerlei rechtliche Handhaben und es ist bewußte Irreführung, wenn man die Saarbewohner auch nach dem Bericht des Dreier- ausschuffes noch glauben machen will, daß die Entscheidung, zu der sie am 13. Januar aufgerufen werden, nicht endgültig und unabänderlich fein könnte.
Der Bericht Aloifis läßt im übrigen nach der ganzen Art, wie er abgefaßt ist, bei aller betonten Sachlichkeit und Zurückhaltung doch klar erkennen, daß auch außerhalb Deutschlands alle maßgebenden und unterrichteten Kreise mit der ausschließlichen Möglichkeit der Rückgliederung des Saargebiets an Deutschland rechnen. Die beiden anderen im Versailler Vertrag vorgesehenen Fälle einer Angliederung an Frankreich oder eines Völkerbundsregimes werden in dem Bericht zwar auch erwähnt, die Verhandlungen des Ausschusses und der beiden von ihm hinzugezogenen Regierungen Deutschlands und Frankreichs haben sich jedoch so gut wie ausschließlich um die Probleme gedreht, die bei einer Rückkehr des Saargebiets zum Reich auftauchen werden. Der Ausschuß hat das Einverständnis der beiden interessierten Regierungen dafür erhalten, daß die og. politischen Garantien, die nach dem Beschluß des Völkerbundsrats vom 4. Juni abstimmungsberechtigte Saarbewohner insofern erhalten sollen, als ihnen aus ihrer politischen Betätigung im Zusammenhang mit der Abstimmung keinerlei Nachteile erwachsen sollen, auch auf die Nichl- ab stimmungsberechtigten ausgedehnt werden sollen, soweit sie mindestens drei Jahre im Saargebiet wohnen und nur insoweit sie im Abstimmungskampf Stellung genommen haben. Darin liegt eine starke Einschränkung. Frankreichs Zustimmung besagt nichts anderes, als daß nun auch die französische Regierung ihre schützende Hand von den Emigranten zieht und damit die Elemente fallen läßt, die in der vagen Hoffnung, sich in einem autonomen Saarstaat ein dauerndes Asyl zu schaffen, das Hauptkontingent der verantwortungslosen und ihr Deutschtum verleugnenden Hetzer und Intriganten tm Saargebiet stellten. Die absolute Eindeutia- keit der deutsch-französischen Vereinbarung entzieht ihrer Wühlarbeit den Boden und läßt hoffen, daß die letzten Wochen vor der Abstimmung ohne 'solche Zwischenfälle verlaufen werden, wie sie bislang von Emigranten und separatistischen Provokateuren immer wieder hervorgerufen wurden. Auch die übrigen Vereinbarungen über bas Abzugsrecht derjenigen Saaremwohner, die mit dem am 13. Januar sta-
Welt ersehnte Verständigung zwischen diesen beiden großen Kulturnationen bedeute mehr für die Welt als alles, was bisher geschehen. Der französische Frontgeneral Pouderoux stimmte dieser Auffassung mit der Erklärung zu, daß nichts, aber auch gar nichts einer Verständigung, ja sogar einer engen Verbindung zwischen Deutschland und Frankreich entgegensteye. Universitätsprofessor Cybi- ch o w s t i (Warschau) gab der Auffassung Ausdruck, daß ein wirklicher Weltfriede nur bann gesichert fei, wenn noch dem Grundsatz „ S u u m c u i q u e " jede Nation sich ein oolknahes Recht schaffe. G rave l l i (Italien), einer der ältesten Mitkämpfer Mussolinis, hob hervor, daß sich die Jugend auf den Schlachtfeldern die völkische Idee erstxitten habe, deren Gemeinsamkeit die Nationen verbinde. Dr. Oehler (Bern) richtete einen warmherzigen Appell an die Presse, die Bestrebungen der Arbeitsgemeinschaft mit Verständnis, aber auch mit dem Mute der Ueberzeugung in die Oesfentlichkeit zu tragen. Dr. Dr. Keller stellte fest, dieser erste internationale Kongreß der Nationalisten habe bewiesen, daß wirkliche Nationalisten aller Länder sich i n den Grundfragen einig seien. Das fei ein verheißungsvoller Ausblick und ein Ansporn für die weitere Arbeit.
Soden bereiten!
Don unserer Äerliner Redaktion.
S ist erst ein halbes Jahr her, seit Freiherr von R i b n i tz feine kleine Broschüre „Deutschland uii.b Frankreich" geschrieben hat, ine sich zur JMiigabe stellte, die Streitpunkte zwischen den beiden mutigsten Nationen des europäischen Kontinentes «Wuzeigen und darzulegen, daß sie keineswegs un= libTbrücfbar seien. Noch nicht ganz so lange ist jene erfs Veröffentlichung bekannt geworden, die Dr. H.ns K. E. L. Keller der internationale der NÄonaliften" vorlegte. Darüber hinaus verzeichnen die Pionierarbeit des Grafen zu Revent- I on), der schon vor mehr als zwei Jahren daran gingen ist, eine Liga zu schaffen, die zur Förderung >eildeutsch-französischen Verständigung auf der glei- hi Grundlage beitragen sollte.
| seit einigen Tagen nun geht im Kaiser Hof zu ' Bd’in eine Arbeitstagung der „Inter» iiion al en Arbeitsgemeinschaft der [fällt i o n a l i ft e n vor sich, die in der glücklichen Lce ist, die ungewöhnlichen Nachrichten a u s R a m 1 iio Genf zu verarbeiten, die dartun, daß das !«2 Eis der starren Feindschaft zwischen Deutsch- ai und Frankreich endlich an einigen Stellen auf- ! leüut zu sein scheint; also, erste Erfolge der Be- | Innungen, die gerade in diesem Gremium tapfer null unbeirrbar gepflegt worden sind.
Ins Programm, das sich Dr. K. E. L. Keller ge- f teil hatte, steht im Einklang mit dem Programm iitijfer Regierung vom ersten Tage an, seit Adolf JrjilliT aus dem „Kaiserhof" in die Reichskanzlei iibmiedelte. Das Programm entspricht aber auch ätmiinnigften Wunsche breiter Kreise der deutschen Lkssüntlichkeit und unzweifelhaft nicht minder dem fälestseben einsichtiger französischer Nationalisten.
. 5:r Beginn privater Auseinandersetzungen über Thema, die gerade jetzt eine wesentliche Ver- b rtil rung erfuhren, nachdem sich große Front- k'^njserorganisationen beider Länder an ihr beteiligt bnui, ging von der Erkenntnis aus, daß die 2 Br tführer aus Diplomatie und Prssse nicht genügten, um den verhängnis- p dl in Zustand von Mißverstehen und Mißtrauen z migen Deutschland und Frankreich zu beheben. 93HL? sind aus natürlichen Gründen bestrebt, die Lia derinteressen ihres Landes voranzu- fi lellin. Die Zusammenarbeit der verschiedensten Jn- Liie entengruppen der bisher verfeindeten Nationen wnblbie Zusammenarbeit der Frontkämpfer muß a üiri hlich nicht nur z u ftimmungsmäßi- BII<’• sondern schließlich zu praktischen Er- g i<lm i H e n führen und endlich sogar in eine e in üt Kulturgemeinschaft zwischen Deutsch- lohlinmb Frankreich ausmünden.
Skitürlich: eine Schwalbe macht noch keinen Som» nid Sine einzelne entgegenkommende Geste bebeu-- tt 1 noch keine sreunbschastliche Umarmung. So tief» gipfdbe unb feit Jahrhunberten sorgsam gehegte II higung kann nicht von heute auf morgen üben b ir.i werben. Aber ber augenblickliche Zeitpunkt ifpiie kein anberer geschaffen, biefe Annäherung ziiplllziehen. Im Rhythmus bes Weltgeschehens en « A man vielfach eine Periobizität ber ®heigniffe, im Kosmos sowohl wie bei ben hinein gen bes organischen Lebens, unb ebenso auch in k: Weltgeschichte.
Ilie sehen wir bie interessante Tatsache, baß im Apsel zwischen Kriegsepochen unb Friebenszeiten fwfc tret ben großen mitteleuropäischen Staaten mit äßpbgen Lebens- unb Kulturbebingungen eine Mflilioizität von erstaunlicher Regelmäßigkeit zeigt. Fite: immer ist es bie Zeitspanne eines
nafri 1315 bis zur Kriegsperiobe 1859 bis 1871 wfpi es 44 Jahre unb von biefem Zeitpunkt bis 5um Weltkrieg wieder 43 Jahre.
• Kies eigentümliche Erscheinung findet ihre Er- klöiwV wohl darin, daß die Eindrücke des it h n ttelbaren Kriegserlebens und fei« neirNnchwirkungen ein Menschenalter lang voins llcher stärke sind, daß sie auch auf den Gang depEtik kriegshemmend wirken und diesen NNW erst verlieren, wenn die Geschicke der V'vle von einem neuen Geschlecht b e - st 18m t werden, das nicht mehr unmittelbar von bejr Jjragit des Kriegsgeschehens berührt ist, wohl a , .Erinnerung an die Heldentaten der Väter geiipki|t hat.
. %^Ipgcnblict auf die Besinnung der Schrecken Jr 7darf nicht verpaßt werden, ^cphman ihn nicht, dann besteht die Gefabr, daß dic: ^'riodizitat durchbrochen wird und eine Ex- ptofji der divergierenden Gewalten erfolgt; achtet nwmign aber, fo besteht bie Möglichkeit, baß an» gefifrt der ms unermeßliche gesteigerten Kriegs- metiKen em neuer Zusammenprall — jedenfalls in Eulnp.! — für eine viel längere Zeit - fp ioime hintangehalten , ja, daß eine ge- sar'naropälfche Zusammenarbeit auf l a n Sicht und aufweitgesteckteZiele h i - nhs Leben gerufen werden kann.
Mi »vollen ausdrücklich betonen, daß eine Wjede Verstellung b e r deutschen Gleich- be iMjtigung nichts anderes märe, als bie
Ur. 287 Erstes Blaff_____ 184. Jahrgang Samstag, 8. Dezember 1954
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WZM General-Anzeiger für Oberhessen ZWW pHstschEonto' ' • • I gen, Bäder-, Unterrichts- u.
"-"-'«UN °m m-in 1168« vruck und Verlag: vrShl'sche Unlverfitätt-Vuch- und Stelndruckerei ».Lange in Gießen. Schriftleitung und Seschäftrstelle: Schulstrahe 7 M-ng-n°bschiüss-s"°ff^s
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