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der Gemeinschaft des BDM. wachsen, umzuwandeln. Denn bei dieser von beiden Teilen anzustre- benden Zusammenarbeit muß die eine Tatsache klar erkannt werden: Der BDM. muß den Totalitätsanspruch aus die gesamte weibliche Jugend aller Kreise erheben! Nur in seiner Gemeinschaft können einzelne Fachgruppen zur vollen Auswirkung ihrer Kräfte kommen, und aus der fruchtbaren Zusammenarbeit aller können erst die Werte entstehen, die zum Aufbau unseres Volkes und seiner schöpferischen Leistung notwendig sind. Erst wenn eine Jugend in ihrer Gesamtheit Anteil an ehemals gesonderten Privilegien haben wird, kann von einer organischen, fördernden Eingliederung der einzelnen Gruppen in die Volksjugend gesprochen werden.
Das BDM.-Mädel und die deutsche Studentin finden sich zur gemeinsamen Lösung ihrer Aufgahen für das Volksganze.
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Der auslandsdeuische Student und das Reich
Von H. Junges.
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Hochschule und ihren Repräsentanten her auszugehen hat und alle Lebensgebiete befruchten sollte.
Besonders dringlich erscheint es mir, die Universität ihrer Erziehungsaufgabe zurückzugewinnen. Dazu ist erforderlich, daß wieder eine echte Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden auf der Grundlage gemeinsamer Arbeit mit persönlicher Fühlung zwischen Dozenten und Studenten entsteht. Auf der Schule, im Arbeitslager, in der SA. usw. bildet heute der Gemeinschaftsgeist die Lebensbasis; auf der Universität klafft hier eine Lücke. Wie einerseits zu fördern ist, daß nicht die Dienstzeit bei der SA., im Arbeitslager usw. und die politische Schulung völlig außerhalb der Reichweite der Hochschule sich vollzieht, womöglich noch den Lehrbetrieb der letzteren empfindlich stört, so muß umgekehrt auch in der Universität der Gemeinschaftsgeist a u ft der Grundlage gemeinsamer Arbei't entstehen und aus jeder Arbeitsgruppe zugleich eine Erziehungsgemeinschaft werden. So kann die Universität, wenn sie dazu noch eine fundierte weltanschauliche Grundlage besitzt, wieder eine Stätte einer den ganzen Menschen erfassenden echten Bildung werden; das ganz zu Unrecht vom Liberalismus oft als rückständig bezeichnete Mittel- alter war in diesem Sinne durchaus modern.
Daß schließlich moderne pädagogische Mittel zu benutzen nicht unter der Würde der Hochschule liegen darf, ist selbstverständlich. Die technischen Mängel des Unterrichts in den geisteswissenschaftlichen Fächern werden sich leicht beseitigen lassen. Mehr Frage und Antwort sowie Diskussionen an Stelle der stundenlangen Vorträge, bessere Ausnutzung der — aus berechtigten Gründen langen — akademischen Ferien durch die Studenten sind Forderungen, die schon längst ihrer Verwirklichung harren.
Um an einem praktischen Versuch Möglichkeiten
Alle Gruppen und Derufsschichten haben sich zur Mitarbeit im BDM. eingefunden. Die Arbeiterin besucht neben der Hausangestellten, das Büromädel neben der Schülerin die Heimabende; gemeinsam wird gelebt und geworben für das eine große Ziel: für unser Volk und Vaterland. Wie steht es mit der akademischen weiblichen Jugend? Sie stand oder steht bisher noch abseits. Wir wollen uns hier einmal über die Gründe dieses Fernstehens klar werden.
Schon während der Ausbildung in ider Schule rückte das Mädel geistig von feiner gleichaltrigen Grundschulkameradin ab, wuchs über sie hinaus. Die Interessensphären erweiterten sich besonders dann, wenn das Mädel die Universität bezog. Der Hochschulort lag in den meisten Fällen von der Heimat in nicht geringer räumlicher Entfernung. Die lange Abwesenheit bedingte also zwangsläufig einen gewissen Abstand. Die Interessen der Studentin und die ihrer ehemaligen Schulkolleginnen gingen in vielen wichtigen Punkten auseinander; die jeweilige Tätigkeit stellte das Mädel in verschiedene Wirkungskreise hinein. Dabei prägten sich in einigen Fällen auch soziale Unterschiede 5us.
So lagen die Verhältnisse bis zur nationalsozialistischen Revolution. Seitdem hat eine völlige Umschichtung stattgefunden. Die Studentin wurde von der Tätigkeit der „Arbeitsgemeinschaft nationalsozialistischer Studentinnen" erfaßt. Eine umfangreiche Schulung setzte ein. Die Studentin wurde in die Organisation der Deutschen Studentenschaft eingebaut. In Seminaren und Instituten wurden Fachgruppenleiterinnen eingesetzt; Fachschaftsreferentin- nen entwickelten ihre Wirksamkeit. Vor allen Dingen fand die Studentin gemäß ihrer weiblichen Eigenart einen weiten Schaffenskreis bei der Mitarbeit
im besonderen Maße auf die Zufuhr moralisch, wissenschaftlich und völkisch hochqualifizierter Kräfte angewiesen. So ist es erklärlich, daß die Zahl der an den deutschen Hochschulen oft unter größten Opfern studierenden Deutschen aus Schleswig, Eupen-Malmedy, Südtirol und vor allem aus Polen ständig im Wachsen begriffen ist. Besonders stark ist das Kontingent der Deutsch-Polen an der Universität Danzig. Unter dem Eindruck des Sieges der nationalen Revolution hat sich ihre Zahl im Wintersemester 1933/34 im Verhältnis zum Sommersemester 1933 nahezu verdoppelt. Erheblich ist auch die Zahl der Deutschpolen in Berlin und in Tübingen. In der Tschechoslowakei liegen die Verhältnisse etwas anders. Wenn der deutsch-böhmische Student auch heute noch, ja, selbst nach der nationalen Revolution ein seltener Gast an den deutschen Hochschulen ist, so ist damit nicht gesagt, daß er seine deutsche Aufgabe vernachlässigt. Vielmehr führt gerade er einen heroischen Kampf um die Erhaltung seiner deutschen Universität in Prag und es ist verständlich, daß er seine dortige Stellung nur ungern verläßt, um seinen Studien im Reich nachzugehen.
Mit derselben opferbereiten Hingabe wie die Jungakademiker aus den abgetretenen Gebieten hat sich das deutsche Studententum aus den geschlossenen Siedlungsgebieten in Europa für sein Volkstum eingesetzt. Weder die Bolschewiken- oerfolgungen noch später di« Nadelstichpolitik einzelner Ostseerand st aaten vermochten das starke Deutschbewußtsein der Deutsch-Balten ins Wanken zu bringen. Vielmehr ist in ihren Jungakademikern deutsches Wesen und Kulturgut stets lebendig und aktiv geblieben. Das drückt sich in der Zahl der deutsch-baltischen Corps wie auch der Deutsch-Balten an unseren Hochschulen überhaupt deutlich aus.
Entscheidende Bedeutung in dem großen Ringen um die Erhaltung volksdeutschen Gedankengutes in der Welt kommt den Studenten aus dem Deutsch-
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Diese systematische Entbeut chungs- und Assinu- lationspolltik mußte so schließlich das Deutschtum feiner Führer fast völlig berauben. Solange nicht das ganze Volk im Reich nach den Brudern im Ausland rief und ihnen ihre mitgestaltende Aufgabe am kulturellen Neubau des Reiches zuwies, lief die studierende Jugend anderen Zielen nach.
Erst der Weltkrieg schuf aus den Deutschen in den Grenzlanden und in den geschlossenen Siedlungsgebieten ein neues, widerstandsfähigeres Geschlecht. Im Reich und draußen wuchs die Sehnsucht nach der kulturellen Vereinigung aller Deut- chen immer mehr. Das Gefühl schicksalsverbun- bener Zusammengehörigkeit beseelte vor allem die Nachkriegsgeneratlon. Auch der auslandsdeutsche Junqakademiker begriff nun endlich die ihm von der Vorsehung gestellte Aufgabe.
Der Zustrom der auslandsdeutschen Jugend zu den deutschen Universitäten wurde denn auch in den Jahren nach dem Kriege nach und nach starker, war dann eine Zeitlang den Schwankungen der Wirtschaftskrise unterworfen, um schließlich 1933 unter dem nachhaltigen Eindruck der nationalen Erhebung wieder mächtig anzuschwellen Wahrend der Angleichungsprozeß im Ueberseedeutschtum meist schon in der zweiten Generation sehr weit fortge- chritien war, hat das Grenzlanddeutschtum aus den abgetrennten Gebieten (Deutschböh- men Südtirol usw.) seit Kriegsende eine ständig wachsende Zahl von Studierenden an die deutschen Hochschulen entsandt. Da es einen erbitterten
am Winterhilfswerk. Vier Stunden Näharbeit in jeder Woche, Opferkartenverkauf und Sammeln waren Pflicht für jede einzelne.
Die so im nationalsozialistischen Sinne vorgebildete Studentin sucht nun ihren Weg in den Bund Deutscher Mädel! Schwierigkeiten verschiedenster Art tauchen auf, Jahre der Entfremdung stehen zwischen Jugend und Jugend, die Eingliederung in die Arbeit und in das Gruppenleben des BDM. heißt Vorurteile, berechtigte und unberechtigte, heißt Ablehnung überwinden.
Das große Erziehungs- und Aufbauprogramm des BDM. sieht für die Durchführung einiger Teilgebiete fachlich vorgebildete Referentinnen vor! Das Betätigungsfeld für das akademisch geschulte Mädel ist damit im BDM. geschaffen, die glücklichste Lö-
Wo in der Welt Menschen deutscher Zunye leben, ist in ihrer Mitte das deutsche Leben wieder zu neuer Blüte erstanden. Vor allem in den Jung- akademikern und Studenten des Auslandsdeutsch- tums ist ein stolzes Zusammenaehörigkeitsbewußt- fein zur großen deutschen Dolksfamilie erwacht.
Dor dem Weltkrieg war der auslandsdeutsche Student als Typ an unseren Universitäten eine seltene Erscheinung. Meist ließ man dem jungen Akademiker deutscher Abstammung alle nur erdenklichen Erleichterungen angedeihen, wenn er nur im Gastlande und nicht in Deutschland seinen Studien oblag. Die Wertschätzung, die man seiner Arbeitskraft entgegenbrachte, wurde durch die Energie, mit der man aus feiner Brust jedes deutsche Empfinden und Kulturbewußtsein herauszureißen suchte, sattsam ausgeglichen. Die höchsten Staatsamter standen ihm offen, wenn er dazu bereit war, sein Volkstum zu verleugnen und danach trachtete, sich als ganzer Sohn des neuen Vaterlandes zu suhlen und sich die fremde Sprache und Kultur restlos am
zur Wiedererstarkung der Lehraufgabe der Universität zu machen, habe ich mit zwei Assistenten vom 5. 3. bis 20. 4. dieses Jahres in dem im Naturschutzgebiet Nordsylts dicht am Meer gelegenen Noroseelager Klappholttal auf Sylt einen juristischen Repetitionskursus mit Studenten und Studentinnen der Berliner Universität ab» gehalten. Fern von jeglicher Störung durch Großstadt und Familie, stets unter dem selbstgewählten Zwang zur regelmäßigen Mitarbeit schuf die täglich achtstündige gemeinschaftliche Arbeit, das ständige Zusammenleben der Studenten untereinander und mit den Dozenten schnell den erstrebten Gemeinschaftsgeist aus der Berufsarbeit selbst heraus. Zugleich war ein Weg zur geeigneten Verwendung der akademischen Ferien gefunden wie auch ein Mittel, die Vorteile des heute von den meisten juristischen Studenten benutzten Privatrepetitors in Anwendung neuzeitlicher Unterrichtsmethoden auszunutzen. Es führt zu weit, diese neue Einrichtung hier näher zu beschreiben; es ge nüat die Feststellung, daß hier ein Versuch prak Uscher Hochschulreform sich so sehr bewährt hat daß vom 20. August bis 26. Oktober der zweite Teil des auf 16 Wochen berechneten Mepetitions- kurfus stattfinden und zugleich ein neuer juristischer Kursus weitere Teilnehmer, vielleicht auch von an deren Universitäten vereinigen soll. In derartigen kleineren Kreisen, die naturgemäß neben der fachlichen Arbeit bei Diskussionen allgemeiner Art, Spaziergängen usw. Gelegenheit für erzieherische Arbeit des Einzelnen bieten, kann viel von dem Geist entstehen, der Voraussetzung jeglicher Hochschulreform ist. Dazu könnte eine Einrichtung wie die als Vorbereitungsanftalt für jüngere Hochschullehrer in Kiel eingerichtete Dozentenaka d e m i e , sehr wohl einer Hochschulreform die Wege ebnen und manch einem früheren Mangel abhelfen, sofern man sie richtig ausnutzt.
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Deutsche
1,75, MC, M B 8,5,
3m Geiste von 1815.
Burschenschasteriagung in Jena.
„Wir können keine Kosmopolitisten sein, eben weil wir Deutsche sein wollen. Zwar hat die Erfahrung gelehrt, wie sehr nach und nach, und zwar besonders durch die politische Zerstückelung unseres Volkes, dem Charakter der Deutschen eine Art Universalität sich angebildet hat, welche ihm leider durch das Ueberschätzen des Fremden in volkstümlicher Hinsicht so unsäglichen Schaden gebracht hat, und ein Volk, das einer Welt Gesetze vorschreiben und allen Nationen zum Muster hätte dienen können, zu sklavischen Nachahmern fremder Sitte gemacht hat. Aber mit dem Erwachen der Vaterlandsliebe hat sich uns die Uebergeugung aufgedrungen, daß aus uns selbst, aus unserem innersten Wesen auch die ganze Art und Sitte unseres äußeren Lebens sich entwickeln und gestalten müsse, und daß, wie aus der innersten Eigentümlichkeit des einzelnen der Charakter desselben sich entwickeln muß, so auch das Volk aus der Tiefe feines eigentümlichen Geistes seine äußere Bildung formen müsse..." .
Mit diesen Worten — sie könnten wahrlich in unseren Tagen gesprochen sein — wandte sich 1818 b i e Burschenschaft v o n Jena in einem Sendschreiben an die Burschenschaften der anderen Universitäten. Eine junge Bewegung ging über die Hochschulen, geboren aus dem Geist der zurückgekehrten Frontkämpfer, genährt durch die Enttäuschung über die mangelhaft geistige und politische Auswertung des militärischen Erfolges der Freiheitskriege. Großdeutsche politische Einigung ohne Störung wertvollen kulturellen Sondergutes, Politisierung der Studenten, Wehrhaftigkeit aller Deutschen, Ueberwindung der Standesunterschiede, Schaffung einer volksverbundenen Hochschule waren ihre Forderungen. Von Jena nahm die Bewegung ihren Ausgang. Hier wurde im Gasthaus „Zur Tanne" am Ufer der Saale die Deutsche Burschenschaft am 12. Juni 1815 gegründet.
Anläßlich der Feier des Gründungstages kamen in diesem Jahre die Sprecher der Burschenschaften aller Hochschulstädte in Jena zu einer Taguna zusammen, die von dem Geiste der nationalreoolutio* nären alten Burschenschaft getragen war. Der Bundesführer der deutschen Burschenschaft, Standartenführer Dr. Schwab, gab nach Erstattung eingehender hochschulpolitischer Berichte Richtlinien für die weitere Arbeit aus. Eine neue Generation wächst auf Deutschlands Hochschulen heran. Sie wird geformt durch Wissensdienst, Arbeitsdienst, Wehrdienst und Kameradschaftshaus. Die DB. hat alsbald nach Kriegsende eine umfassende politische Schulungsarbeit ausgenommen. Sie hat als erster Verband W e h r l a g e r aufgezogen und sich für die Durchführung wehrwissenschaftlicher und wehrpolitischer Erziehung in der gesamten Akademikerschaft mit der Tat eingesetzt. Sie hat unter Aufwendung großer Mittel ein eigenes Segelfliegerlager und eine eigene Motor-
nicht abgeschliffen haben. Hinzu kommt noch das Nebeneinander der beiden Konfessionen. Die Siebenbürger Sachsen sind protestantisch, die Banater Schwaben dagegen katholisch.
Arn schlimmsten war es zweifellos um das Deutschtum des Südostens unter der früheren ungarischen Oberhoheit bestellt. Ueberall, besonders in die führenden intelektuellen Schichten, hatte sich das schleichende, lockende Gift der Magyarisierung ein« gefressen. Ihr erstes Opfer war der auf ungarischen Universitäten studierende deutsche Jungakademiker, vor allem aus den Kreisen des Banater Schwabenstamms. Es war der gewandten ungarischen Kulturpropaganda ein leichtes, zwischen dem angeben« den deutsch-ungarischen Akademiker und dem Banater Bauern nahezu übersteigbare Mauern aufzurichten. Erst der Krieg und seine Folgeerscheinungen, die Zersplitterung der Deutschen unter die Oberhoheit von Rumänien und Jugoslawien — Ungarn behielt nur einen kleinen Rest — schufen hier Wandel.
Vor allem waren es öie Siebenbürger wachsen, die sich als ein widerstandsfähiger, im teten Kampf mit ihrem ertragsarmen Boden hartgewordener Menschenschlag ihr Deutschtum auch mter ungarischer Oberhoheit Jahrhunderte hindurch unverfälscht erhalten hatten und nunmehr den Kampf um ihre deutsche Kultur erneut aufnehmen. Sie besaßen den nötigen moralischen Kräftevorrat )azu, denn sie hatten in ihrer Jugend das Heimweh nach dem Reich nie erlöschen lassen. Immer wieder trieb es diese zu den Universitäten der deutschen Heimat, um aus dem Quell deutscher Wissenschaft und deutschen Kulturbewußtseins neue Kräfte zur Erhaltung ihres Volkstums zu schöpfen. So rissen die kulturellen Beziehungen zwischen dem Reich und Siebenbürgen auch vor dem Kriege nie ab. Von diesem Geist legt die wachsende Zahl der Siebenbürger Studenten im Reich beredtes Zeugnis ab.
Der Kriea hatte aber auch den Banater Studenten wieder zu seinem Volkstum zurückfinden lassen. Unter ungeheuren Opfern wirtschaftlicher und moralischer Natur setzte sich die gesamte deutsche Studentenschaft aller drei Staaten an die Spitze der Volkstumsbewegung und erfüllte sie mit ihrer ganzen jugendlichen Begeisterung. Energie und Tatkraft. Daneben aber galt es Schwierigkeiten de- vifen-, universitäts- und examenstechnischer Natur zu überwinden, von deren Ausmaßen sich der Reichsdeutsche kein Bild machen kann. Während es z. B. in Rumänien durch Ablegung der sogen. „Nostrifizierung", einer Ersatzstaatsprüfung, eine Möglichkeit gibt, wenigstens die gänzliche Nichtanrechnung der deutschen Examina zu vermeiden, erhält der deutsche Student Jugoslawiens meist nicht einmal die Studienerlaubnis, die für ein Studium in Deutschland vorgeschrieben ist, und damit auch keine Ausreiseerlaubnis. Die Studienerlaubnis wird lediglich für Theologen, bisher in vereinzelten Fällen auch für Tiermediziner gegeben.
Trotz all dieser namenlosen Schwierigkeiten bringen unsere deutschen Studenten in heißer Liebe zum deutschen Volktsum und zur deutschen Kultur die größten Opfer. Die nationale Erhebung hat wieder die Flamme der alten Sehnsucht in ihnen entfacht und sie in immer größeren Scharen zu unseren Universitäten strömen lassen. Gegenüber dem Sam- merfemefter 1933 hat im Wintersemester 1933/34 sich ihre Zahl auf 3000 erhöht, also nahezu verdoppelt. Auch die vorbildliche Schulungs- und Aufklärungsarbeit, die ihre Reichsorganisation, der Bund Auslandsdeutscher Studierender, an unseren Hochschulen leistet, beweist, daß die „kleindeutsche" Ideologie von der lebenden Idee einer starken, kulturellen Verbundenheit abgelöst wurde.
Kege M Hochschulreform.
Von Or. Hans Peters,
Professor an der Universität Berlin.
Der Verfasser, seit langem als Vorkämpfer der Hochschulreform bekannt, hat einen Versuch gemacht, in einem wissenschaftlichen Ferienlager das Problem der Gemeinschaftsarbeit und der Hochschulerziehung zu lösen. Seine Erfahrungen und grundsätzlichen Anschauungen dürften besonderes Interesse beanspruchen.
Jede Hochschulreform muß ausgehen von der Fkststelluna der Mängel. Diese werden heute sowohl in der wissenschaftlichen Arbeitsweise wie im Lehr- beirieb gesehen. Der F o r s ch u n g s t ä t i g k e i t unterer Hochschulen wird vorgeworfen, daß eine zu weitgehende Spezialisierung Platz gegriffen Hobe, die den Typ des universell Gebildeten fast ganz habe aussterben lassen und dem modernen Gelehrten zum Kärrner des Alltags mache. Der Vorwurf ist insofern unberechtigt, als angesichts der Verfeinerung der Arbeitsmethoden und des enormen Erkenntniszuwachses im letzten Jahrhundert ohne Spezialisierung eine Erweiterung unserer Kenntnisse kaum möglich ist; er ist aber berechtigt, wenn er den Mangel einer Gesamtschau, eines Ueberblicks über die Wissenschaft, ja selbst über dcs weitere Fachgebiet von einem festen Standort aus rügt.
Die vielleicht dazu berufene Philosophie hat es nicht verstanden, die erstrebte Synthese oder gar nur den festen Blickpunkt zu finden. Ein Hauptssund dieses Fehlers liegt in dem seit dem Mittel- alter sich immer stärker ausbreitenden Mangel des (klaubens an absolute Wahrheiten und Werte sowie eines gemeinschaftlichen weltanschaulichen Bandes. Ellbst wer nicht den Liberalismus in allen seinen 1 rscheinungsformen verdammt, muß ihm hier die iltscheidende Schuld zuschreiben. Etwa um die
<bte Jahrhundertwende wagte kaum jemand, gegen i as vom Liberalismus verkündete Dogma von Der Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft" aufzutre- m, und wer es tat, dem wurde das Fortkommen r der wissenschaftlichen Laufbahn sehr erschwert, s in der Nachkriegszeit mehr und mehr die Un- chtigkeit der „Voraussetzung von der Voraus- ilmngslofigfelt" bei führenden Gelehrten anerkannt iiirbe.
Der Hauptvorwurf gegen die Lehrtätigkeit nferer Hochschulen gipfelt in der Feststellung, daß fre Universität bei der Erziehungsauf- üa b e d e r f a g e; sie erfasse nicht den Menschen als s lchesi. Unrichtig sei die Auffassung, daß wissen- ftzaftliche Arbeit die Grundlage der Charakter- c-ziehung sein könne; tatsächlich vermittele die Hoch- hule nur Wissen; ihre bildende Kraft für die Heu- tpe Jugend sei gering. Dies beweise auch die Ent- fembung zwischen Dozenten und Studenten, denen H größeren Hochschulen jegliche persönliche Fühlung fehle. Aber selbst in der Wissenschaftsüber- rcittlung erfülle die Hochschule vielfach ihre Aufgabe rur unzureichend, weil ein innerer Widerspruch ii der Grundidee der Humboldtschen Universität liege und weil die pädagogischen Mittel der Hochshule zum Teil veraltet seien oder doch nicht mehr Ez in die heutige Zeit passen. Es ist zuzugeben, laß alle diese Vorwürfe, besonders in der Form, lielfach übertrieben werden, doch haben sie m. E. (inen richtigen Kern.
Von der Erkenntnis der Mängel her muß d i e Reform kommen. Dabei ist anzuerkennen, daß - n den letzten Jahren wiederholt Reformversuche s-emacht wurden, die, von ihrer Unvollständigkeit cbgesehen, mindestens zum Teil richtiger Erkenntnis ititfprangen. Der eingewurzelte konservative Geist !er Hochschulen, die sich mit Recht auf hervor- ’egenbe Leistungen in Vergangenheit und Gegenwart berufen konnten, verlieh dem Bestehenden 'ine Schwerkraft, an der die geringe, dagegen ein« sesetzte Energie zum Scheitern verurteilt war. Freilich darf aber auch jede Reform am Kulturellen nur mit größter Vorsicht vorgetrieben werden, da — anders als in der Wirtschaft — Fehler erst Jahre Ipöter ihre verheerenden Wirkungen äußern. Endlich hilft eine nur das Organisatorische berührende Reform allein auch nicht den Mißständen ab, sondern der ©ei ft der Hochschulreform muß Dozenten und Studenten in Fleisch und Blut über« zehen.
Daß für eine Reform zur Zeit die Voraussetzun- zen besonders günstig sind, ist nicht zu bezweifeln. Auf fast allen Gebieten befinden wir uns in einer jeiftigen Umwandlung, die alten Fundamente sind j 'ns Wanken geraten. Der Widerstand der Gegen- I Prüfte gegen die kleinste Reform, wagt sich zur Zeit ; kaum hervor. Die Träger ber beutschen Hochschulen haben in letzter Zeit zweifellos.an Ansehen ein- gebüfct und werben daher selbst darauf bedacht sein, durch ihre eigene Gestaltungskraft der neuen Lage Rechnung zu tragen und Verlorenes wiederzugewinnen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Umordnung gerade zur Erhaltung der deutschen Universität verbreitet sich immer mehr gerade bei den Betroffenen selbst.
Die obenerwähnte Synthese zu finden, ist sicher eines der Ziele. Viele suchen sie heute im Politischen; eine Lösung in dieser Richtung ist zwar ■üdjt von vornherein von der Hand zu weisen, ^her dürfte sie freilich auf weltanschaulicher 33 o f i s entstehen; aber Voraussetzung dafür ist »eine klare, fest fundierte Weltanschauung, die einem flößen Kreis unserer Volksgenossen gemeinsam ist. iDa der Staat zur Zeit offenbar erwägt, einzelne Universitäten auf dem Fundament einer bestimmten Weltanschauung zu errichten, ist durchaus Raum für den Versuch, an verschiedenen Hochschulen die Synthese durch Weltanschauung zu erreichen.
Auch eine verstärkte Zusammenarbeit ber v o r sch e r verschiebener Gebiete in ben Geisteswissenschaften ist im Interesse ber lleberroinbung eines übersteigerten Jnbioibualismus ber Forschung 'am Platze. Der Staat hat mancherlei Mittel in ber Hanb, sie burchzusetzen unb zu förbern.
Wenn auch ber Utopie entgegengetreten werben muß, als könne die wissenschaftliche Arbeit erheblich vereinfacht werden, so ist aber doch eine e n - gere Verbindung van Wissenschaft und Volk erstrebenswert. Nicht Popularisierung ber Wissenschaft ist das Ziel; aber Ablegung des geistigen Hochmuts, ber auch heute noch manche Kreise unserer Gebilbeten verunziert. Damit wirb auch ber tiefere Sinn ber Repräsentation ber Hochschule durch ihren Rektor und ihre Professoren nach außen wieder stärker lebendig zu macken sein; nickt eine gesellschaftliche Angelegenheit steht hier in Rebe, sondern die geistige Ausstrahlung, die von der
tum des europäischen Südostens zu, bas mit einer Zahl von fast zwei Millionen Seelen mit zu ben stärksten Säulen bes Deutschtums in ber Welt gehört. Ihre Lage ist in religiöser wie in politischer Hinsicht bebeutenb komplizierter als bie ber Stubenten aus bem übrigen Auslandsbeutsch- tum. Das hat nicht nur seine Grünbe in den verschiedenen Staatsangehörigkeiten — Ungarn, Rumänien und Jugoslawien teilen sich in ihren Besitz — sondern auch in den Stammesunterschieden zwischen Siebenbürger Sachsen unb B a - yiotnicpuien enqunui. -w « mim v*m»**.v**v.s nater Schwaben, die sich i^ptz der langen Kampf um die Erhaltung seiner Art führt, ist es. Jahrhunderte gemeinsamen Lebens in der Fremde


