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Mittwoch, 7. MuarMH

18<. Jahrgang

Nr. 52 Erstes Vlatt

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Erscheint täglich, außer WM für die Mittagsnummer

Sonntags und feiertags W JkA bis 8'/,Uhr des Vormittags

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WZ General-Anzeiger für Oberhessen

richten Anzeiger Siehe« v ~ Vereins- u. Tageskalender

8ran««rtÄainll686 Druck und Verlag: SrLHI'fche Untverfitätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7 im Textteii 12 Rps. je mm

Giessener Anzeiger

General-Anzeiger sm Oberhessen

Blutige Straßenschlacht in Paris.

29 Tote und Hunderte von Verletzten als Opfer schwerer Zusammenstöße zwischen Polizei und Mobilgarde mit kommunistischen und rechtsradikalen Demonstranten.

kann. Die Kammer hat ein Schauspiel des größten

die

Blutlachen

stellenweise breite

von

die

der

Be­tt n -

hat. Glücklicherweise gibt es in Frankreich noch Persönlichkeiten von hoher moralischer Autorität, die beschwichtigend eingreifen können. Man muß sie so­fort heranziehen.

Die Rechts blätter, die dem Ministerprast- denten vorwerfen, den Bürgerkrieg zu provozieren, fordern, mehr denn je den Rücktritt der Re­gierung. Die Linkspresse rät ihr, fest zu bleiben, da durch die Abstimmung in der Kammer die Stärke der linksrepublikanischen Mehrheit er­wiesen sei. Die Art und Weise, in der die Berta- gun g der Inter pellationsde batte er­folgt ist, bezeichnet derMatin" als unerhört und beispielslos in der Geschichte. Das Ka­binett habe der Kammer ein Vertrauensvotum ent­rißen, ohne ihr überhaupt eine Erklärung abzu­geben. Bedeutet dies das Ende des Regimes? fragt das Blatt. Auf jeden Fall bedeute es das Ende

Frangaise", der geistige Führer dieser roegung, ist wegenAufreizung zum Morde" ter Anklage gestellt worben.

Paris, 7. Febr. (DNB. Funkspruch.) Gegen 3.30 Uhr früh teilte das Innenministerium mit, daß die Zahl der bei den nächtlichen Un­ruhen verletzten Personen etwa 3 0 0 betrage und die der Toten 6. Die offi­zielle Ziffern sind durch die Ereignisse aber l ä n g st überholt, wenn man die Behauptung derAc­tion Fram-mise", daß ü b e r 5 0 T o t e zu verzeich­nen seien, auch mit großer Vorsicht aufnehmen muh, so dürfte folgende Angabe desEcho de Paris" der Wirklichkeit nahekommen. Um 2 Uhr hat dieses Blatt gezählt: 20 Tote im Krankenhaus Bichat, 6 Tote im Krankenhaus Beaujon und 3 Tote, die in Privatwohnungen untergebracht waren, insge­samt 2 9. Der Innenminister betonte, daß die Vertreter der öffentlichen Gewalt über alle Wittel verfügten, um die Unruhestifter niederzuhalten, ha- vas will erfahren haben, daß eine Verstärkung der pariser Garnison beschlossen worben sei unb Verhaftungen bevorstehen. Betriebene Blät­ter, barunter basEcho be Paris" unbL'Orbre" wollen berichten können, bah Winisterpräsibent Ba­

labier vom präsibenten ber Republik ein Dekret habe unterzeichnen lassen, bah bem Innen­minister b i e gesamte Polizeigewalt überträgt unb außerdem b i e Zensur für extrem gerichtete Blätter vorsieht. Die kommunistischehumanite" verbreitet ein Gerücht, bah Winisterpräsibent Dalabier b e n Belage- rungszu staub verhängen wolle unb an bie Bilbung einer Art Bittaturregierung mit Unter st ützung verschiebener Generale benke.

Auf Grunb ber Kunbgebungen, bie bie Orbnung ernstlich gestört unb bie öffentliche Sicherheit ge- fährbet haben, verfügt ber Polizeipräfekt, bah jeber Umzug unb jebe Ansammlung auf offener Strafte verboten finb. Biese Berorbnung gilt für Paris unb bas Seine-Beparte- ment. Ber Birektor ber royalistischenAction

an den König Ludwig XVI. Um die in der Kammer vor Angst schwitzenden Politiker zu schützen, haben bie Truppen mit Maschinengewehren auf die Manifestanten geschossen.

DerPo p u 1 a i r e" triumphiert, daß der Ge­waltstreich der Faschisten gescheitert sei. DieE r e R o u v e l l e", das Blatt Herriots, spricht von einer durch die Rechtsparteien provozierten blutigen Meu­terei.Paris S o i r" schreibt: Man kann sich kein herzzerreißenderes Schauspiel denken, als das uns gebotene: Männer, die die Marseillaise singen und die Brust mit Kriegsorden aller Art geschmückt haben, werden von Pferden niedergetreten, Greise von der Mobilen Garde zusammengehauen. All das scheint darauf hinzudeuten, daß die Politik, die das Land in Blut taucht, nicht Bestand haben

einerKammer. _

Petit Bleu" schreibt: Auf der einen Seite das Parlament, auf der anderen Seite die Ration. Die Trennung ist vollzogen. Man soll nicht von berufsmäßigen Agitatoren sprechen. Man muß die einmütige Kundgebung und die begeisterte Zu­stimmung der Menge miterlebt haben, um sie ver­stehen zu können. Paris hat dem Parlament seinen Willen zum Ausdruck gebracht. Paris speit a u f d i e P a r t e i e n. Es will die nationale Regie­rung.

Die radikalsozialistischeConcorde" schreibt: Jetzt handele es sich um eine Kraftprobe zwischen der republikanischen Regierung und ihrer Mehr­heit und der gesamten Demokratie Frankreichs einerseits und den Elementen der Reaktion und der Opposition andererseits. Die Republik würde nicht nachgeben. Blau gegen weiß. Es wäre nicht das erstemal. DasJournal" berichtet, daß die Regierung nach den ersten ernsten Zusammen­stößen des gestrigen Tages von einigen Kreisen er­sucht worden sei, zurückzutreten, um die Beruhigung zu erleichtern. Bon anderer Seite, besonders von den Sozialisten, sei sie aber aufgefor.dert worden, am Ruder zu bleiben, um die von L6on Blum als bedroht erklärte Verfassung zu verteidigen. Daladier habe sich für das letztere entschieden, indem er eine Untersuchung wegen Anstiftung eines Komplotts eingeleitet und neue Truppenverstärkungen habe heranziehen lassen. Republikanische Verteidigung, Staatsgerichtshof, so schreibt das Blatt, man wird um dreißig Jahre zurückgeschraubt, die Geschichte beginnt von vorn.

Bewaffneter Anschlag gegen die Sicherheit des Staates."

Daladier will die Unabhängigkeit des republikanischen Regimes sicherstellen.

Herriol von der Wenge mißhandelt

50000 Demonstranten kämpften gegen Polizei und Mobilgarde.

worden. WieLe Jour" berichtet, wurde H e r r i o t, als er am Dienstagabend das Kammergebäude verließ, von einer Gruppe von Manife- stanten erkannt, sofort umringt und mit Faust hieben und Fußtritten bearbei­tet. Erst einige Augenblicke später konnte er von Polizeibeamten befreit werden.

OieSozialisten wollen auf dem Bastille­platz demonstrieren.

DerPopulaire" veröffentlicht einen Aufruf an die MitgliederderSozialistischenPartei, sich am Donnerstag um 19 Uhr auf dem Platz ber Bastille zu einer großen Kundgebung ein­zufinden, gegen denVersuch der faschistischen Reak­tion, sich der Macht zu bemächtigen". Weiter kün­digt das Blatt an, daß Mittwoch alles getan werde, um eine brüderliche Verständigung zwi­schen sämtlichen proletarischen Ver­einigungen (Sozialistische Partei, Kommunisti­sche Partei, Gewerkschaften beider Richtungen) her­zustellen.

Mitternacht und 1 Uhr scheinen die Straßenkund­gebungen so gut wie aufgehört zu haben. Die große Menge der Demonstranten hat sich um diese Zeit nach Hause begeben. Vor dem Cafö Weber stehen zeitweise zehn Krankenwagen, die mit Verletzten abfahren und sofort zurückkommen. Dort staut sich auch der letzte Teil der Demonstranten, und aus der Menge werden erbitterte Rufe gegen verwundete Polizeibeamte laut. Berittene Republikanische Garde ist noch nach Mitternacht auf der Place de la Con­corde versammelt, wo Tranportautomobile auch die verwundeten Pferde abholen, denen teilweise die Fesseln durchgeschnitten worden sind.

ft e cf t worden waren, sind fast völlig ausgebrannt. Auf den Straßen und Plätzen, die den Schauplatz schärfsten Zusammenstöße bildeten, sieht man

Die Polizei geht trotz der herausfordernden Hal­tung der Ruhestörer nur vor, wenn die Demon­stranten die Polizei angreifen. Dauernd prasseln Flaschen, Steine und dicke Eisenstäbe auf die Rei­ter nieder, wenn sie gegen die Manifestanten an­reiten. Die zahlreichen Verletzten auf beiden Seiten nehmen zu.

Auf der Place de la Concorde erhielt die Poli­zei den Befehl, zur Einschüchterung der Menge einige Salven in die Lust abzufeuern. Mehrere Schüsse trafen das Hotel (Trillo n. Ein ame­rikanisches Dien st mädchen wurde in den Kopf getroffen und auf der Stelle getötet. Ein Autobus und ein Filmwagen, die auf der Place de la Concorde von der Menge in Brand ge-

Außerordentliche Vollmachten für den Innenminister.

Oie Liste der Opfer der Blutnacht-Ausnahmezustand und preffezensur geplant.

Die Polizei beziffert dieZahlderDemon- stranten auf der Place de la Concorde mit 50 000. Wenn man sich vergegenwärtigt, daß auch an vielen anderen Stellen der Stadt Ansammlungen tattgefunben haben, bekommt man einen unge- ähren Eindruck von den Massen, die geftern auf )ie Straße gezogen sind. Das polizeiliche Aufgebot war groß, hätte aber ohne bie Heranziehung rnilitär i scher Verbände niemals ausgereicht, um der Manifestan­ten Herr zu werden. Viele Tausende von Revolver-undMaschinengewehrschüs- s e n sind namentlich auf dem Concordienplatz ab- gegeben worden. M i t blanker Waffe ging die berittene Polizei, von Militär unterstützt, noch einmal kurz nach Mitternacht vor, um den Platz endgültig zu säubern. Die vielen, zum Teil grau­sigen Szenen, die sich allenthalben abspielten, wie­derzugeben, würde Seiten um Seiten beanspruchen.

Einige Parlamentarier, die von der Menge erkannt wurden, sind übel zugerichtet wor­den. Der bekannte Schokoladenfabrikant Senator Menier ist in schwerverletztem Zu- stande ins Krankenhaus eingeliefert

Paris,?. Febr. (DRB.-Funkfpruch.) Paris war am Dien^tagnachmittag und -abend der Schauplatz schwerer Exzesse aus Anlaß der Straßendemon­strationen gegen Kammer und Regierung. Nament­lich der Concordien-Platz, die Champs Elysees und die Umgegend von St. Madelaine waren Sammel­punkte der Demonstranten, die langsam zum Seine- Ufer vordrangen, um zum Parlamentsgebaude zu gelangen. Dabei kam es bereits zu außerordentlich ernsten Zusammenstößen mit der zu Tausenden ein­gesetzten Polizei und der mit Stahlhelm bewaffneten berittenen Mobilgarde.

Auf dem Concordien-Platz steckten bie Demon­stranten einen Autobus in B ran b. Die Fensterscheiben würben eingefdjlagen unb bie Split­ter als Wurfgeschosse gegen bie Polizei verwendet Auf Champs Elysees errichteten Demonstranten, bie der Vereinigung ber ehemaligen Frontkämpfer ange­hören, Barrikaden aus Bän k e n unb Git­tern. Sie benutzten mitgebrachte Werkzeuge um

Um 23.15 Uhr hat Ministerpräsibent Dalabier ber Presse folgenbe Erklärung übergeben:

Der Aufruf zur Ruhe unb Kaltblütigkeit, ben bie Regierung heute früh in ber Presse erlassen hatte, ist von ben ehemaligen Front­kämpfern befolgt worben, bie es abgelehnt haben, sich berufsmäßigen Agitatoren anzuschUeßen. Dagegen haben gewisse Patriotenligen immer wieber zum Aufstanb gereizt unb einen Gewaltstreich gegen bas republikanische Regime versucht unb finb mit Revolvern un b Messern bewaffnet gegen bie Polizei vorgegangen. Die Republikanische Garbe und die Mobilgarde wurden überfallen. Auf feiten der Verteidiger der Ordnung wurden zahlreiche Beamte verletzt. Durch die festgestellten Namen der verhafteten Manifestanten ist ber Beweis er­bracht worben, baß es sich um einen bewaffne­ten Anschlag gegen bie Sicherheit des

<51 a a t e s gehantelt hat. Dank der Ruhe unb Kaltblütigkeit der Hüter der Ordnung sind diese Angriffe abgeschlagen worden, und die Unruhe­stifter haben ihr Ziel nicht erreicht. Es sind sofort die erforderlichen Maßnahmen er­griffen worden, um jeden neuen Versuch zu unterbinden. Die Regierung ist sich ihrer Pflicht gegenüber dem Lande, der Ordnung und der Frei­heit bewußt. Sie ist entschlossen, mit allen Mitteln, die ihr die Gesetze zuerkennen, die Sicherheit der Bevölkerung und die Unabhängig­keit des republikanischen Regimes sicherzustellen. Sie zählt zur Unterstützung all dieser Aufgaben auf die Mitarbeit des französischen Vol­kes, das, weit davon entfernt, sich vor den An­sprüchen einer Minderheit zu beugen, fest ent­schlossen ist, an seinen freiheitlichen Institutionen festzuhalten."

Auch die Provinz in Unruhe.

. Paris, 7. Febr. (DNB.) Aus der Provinz tref- , fen nach und nach Meldungen ein, die beweisen, i daß die revolutionäre Stimmung nicht auf die i Hauptstadt beschränkt bleibt, sondern das ganze t Landergriffen hat. InNantes bemonstrier- ! ten links- unb rechtsstehenbe Vereinigungen gegen > bie auf bem Marktplatz versammelte berittene Po» > lizei. Mehrere Pferde würben von der Menge, i gegen die die Polizei anritt, durch Messerstich«

leuenroei e oreiie »iuhuiuch, wie vv»v........... - - ' >> ~ -r.

Schwerverletzten herrühren. In der Rivoli-Straße Wirrwarrs gegeben. In dem ungeheuren Lärm ist brennt eine kleine Barrikade, die aber inzwischen n i ch t em einziger Mann ^getreten der von der Polizei genommen worden ist. Zwischen die für die tragische Lage, passenden Worte gefunden

Paris speit auf die Parteien."

Das erste Echo der presse. - Eine Kraftprobe zwischen Rechts und Links.

ben Asphalt aufzuschlagen.

Die Polizei wurde auf der g an 3 e n 11 nie zurückgedrängt. Etwa in der Mitte der Brücke machte sie eine letzte verzweifelte Anstrengung, den Demonstranten den Weg zur Kammer zu versper­ren. Sie sah sich dabei gezwungen, von der Schuß­waffe Gebrauch zu machen. Kurz vor 20 Uhr arteten die Tumulte in ein wahres F e ui e r g e f e d) t aus. Abgeordnete und Fußgänger fluchteten hinter die großen eisernen Gitter des Kammergebaudes, die sofort geschloffen wurden. Viele Neugierige fluch­teten in das Außenministerium. Die ganze Gegend um das Kammergebäude glich einem Schlachtfeld. Die Demonstranten gingen mit Rasiermessern, Stei­nen und Knüppeln auf die Polizei los.

Den Demonstranten gelang es gegen 21 Uhr auf der ganzen Linie d i e p o 11 z e i l i ch e A b f p e r - r u n g zurückzudrängen und dicht an bas Kammergebäube heranzukommen. Auch vor bem Rathaus ist es zwischen ben Demonstranten und der Polizei zu Zusammenstößen gekommen, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Die Demon­stranten hielten vielfach Straßenbahnzuge an und zertrümmerten die Fensterscheiben. Ein ehemaliger Kriegsteilnehmer hielt vor der Menge eme Rede, in der -r sagte, wenn es den Kriegsteilnehmern nicht erlaubt fei, vor der Kammer zu demonstrieren, so würden sie sich gezwungen sehen, i n d i e W o h - nungen der Abgeordneten einzudringen. Mindestens 30 Abgeordnete verdienten auf ge­hängt zu werden. Die Kriegsteilnehmer hatten nichts gegen das Regime, müßten sich aber gegen die Diebe im Parlament verteidigen, für bie sie nicht fünf Jahre hätten im Schützen­graben gelegen.

Der Loncordienplah ein IrümmerbesÄes Schlachtfeld.

Die Hauptkunbgebung auf ber Place be la Con­corde flaute gegen 21.30 Uhr langsam ab. Die Place de la Concorde gleicht einem Schlachtfeld. An drei Stellen liegen die lleberrefte umgeworfener Kraftwagen. Eine Art Barrikade, die die Mani­festanten aus umgeworfenen Bretterzäunen, aus- gerissenen Bäumen und anderen Gegenständen er­richtet hatten. liegt" unweit der Brücke. Ab und zu siebt man einen R o t e k r e u z w a g e n mit verletzten über ben Platz fahren. Zwei her­renlose Pferbe galoppieren ohne Sattel und Zaumzeug über ben Platz, bis sie von ber Polizei eingefangen werben. Schnaubenb unb zitternd, von dem ungeheuren Lärm erregt werben bie abge­hetzten Gäule abgeführt. Der Platz ist befat mit Eisenstücken, G 1 asspl111ern unb Stei - n e n, bie als Wurfgeschosse oerroanbt worben finb.

Während eine wogende Blaffe von kundgedern auf dem Platz vor der Bladeleine-Kirche der Po­lizei zu schaffen macht, rückt von ben großen Boulevards ein neuer Zug der Front- kämpservereinigung von Paris her­an Ihre Fahnen werben von der Blenge mit brausendem Beifall begrüftt. Weithin schallende Sprechchöre bringen ununterbrochen he i l - Rufe auf den abgesehten polizei- vrafekten Ehiappe aus. Ein Zug ehe­maliger Frontkämpfer und Royalisten, die erste­ren unter Borantragung von blauweihroten Fahnen und Plakaten, bewegt sich in ten Abendstunden die Ehamps Elysees entlang. Ein Redner erklärt auf ter Straße:Wir wol­len keine bezahltenparteien mehr! wir wollen keine Betrüger in der Kammer! Wir wollen nur ein einiges Frankreich sein, so wie wir es sein würden, wenn es zu einem Kriege gegen dieboches käme. Wir können uns selbst regieren: Auf zur Kammer! . Auf den großen Boulevards kam es zu Zusam- menstöften zwischen einem k o m m u n i st i - scheu Umzug und einem Umzug der Front­kämpfer. Während die Kommunisten an­rückten unter dem Rufe:EhiappeinsGe- fängnis!", gingen die enteren Demonstran­ten unter dem Rufe vor:Daladier muh erschossen werbeut"

Die Rächt des Bürgerkrieges."

Paris, 7. Febr. (DNB.-Funkspruch.)Eine Nacht des Bürgerkrieges" überschreiben viele Blat­ter ihre Berichte über die schweren Pariser Unruhen, deren Ernst niemand verkennt und deren politische Auswirkungen noch niemand absehen kann. Die Blätter bedauern, daß Franzosen das Blut ihrer Landsleute vergossen haben. Das Echo de Paris" schreibt: wir wünschen, daß ange­sichts der Verletzten und Toten die einzige Karte, die Frankreich noch in der Hand hat, ausgespielt wird: die nationale Einigung. In der 1Victoire" ruft Gustav Heros der Regierung ein dreifachesMörder" zu und bemerkt: Dieser arme Daladier erinnert trotz seines eigensinnigen Kinns