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IDie Hitler-Jugend als deutsche Staatsjugend denkt r cht daran, die für den Nationalsozialismus srl b st v e r st ä n d l i ch e Freiheit im Reli­giösen anzutasten. Weg und Wollen der Hitler- <_igend sind jedem deutschen Volksgenossen be­kannt. Die HI. marschiert einig und diszipliniert. Eie verbittet sich aber entschieden, daß ihr Beweg- günde und Handlungen untergeschoben werden, M denen sie nichts zu tun hat.

Katholische Schüler kommen zur HZ.

Karlsruhe, 5. Dez. Die gesamte Schülerschaft dir katholischen Schule in St. Blasien wurde in Einverständnis mit der Schulleitung in die Hitlerjugend e i n g e g l i e d e r t. Die Zahl bir bei dieser Eingliederung zur HI. gekommenen »m Jungen ist so groß, daß in dem zustän- .-Bann 40 zwei neue Unterbanne errichtet vsrden mußten. Der Reichsjugendführer Baldur iD n Schirach begrüßte die neuen Kameraden L.rch ein Telegramm, in dem es heißt:Namens b» Jugend Adolf Hitlers grüße ich euch als neue Kimeraden im Kampf um ein einiges deutsches L»lk. Euer Beispiel wird die letzten, die noch ab- seLs stehen, überzeugen und zugleich der Welt zei- Än, daß religiöse Ueberzeugung und H tler-Jugend-Dienst sehr wohl ver- eiitti ar sind. Ich vertraue Euch, daß Ihr der stilzen Tradition unserer Jugend Ehre machen wrdet." Im Auftrage des Reichsjugendführers wihte Gebietsführer Kemper die den neuen Frmationen verliehenen Fahnen. Auch er wies int Nachdruck darauf hin, daß es durchaus g l i ch ist, den Dienst in der Hitlerjugend mit fit er gewissenhaften Erfüllung der r l l i g i ö s e n P f l i cht e n zu vereinbaren.

Berufungen in die Reichsjugendführung.

Ms Beauftragte und Inspekteure wurden mit Drkung vom 1. Dezember 1934 folgende Führer in b i e Reichsjuaendführung berufen: Olsrbannführer Fuhst, Braunschweig: Oberoann- fLirer Po t t h o f f, Solingen; Bannführer Kukuk, Kcrlsruhe; Bannführer Meiforth, Stettin. Die S auftragten und Inspekteure der Reichsjugend- fülrung arbeiten nach besonderen Richtlinien und Anträgen der Reichsjugendführung. Als Dienft- pr. fer wurden mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 folgende Führer in die Abteilung E/S der Reichs- I lisndführung berufen: Oberbannführer Prager, I raigsberg; Oberbannführer Lindenburger, l fen; Bannführer Nüttgen, Liegnitz; Unter« I c nführer Freimüller, Wiesbaden; Jg. von Sv m e l i n g, Berlin. Die Leitung des Referats Dimftprüfung in der Abteilung E/S wurde dem Oirbannführer Paulus übertragen.

Oie Wahl der Schöffen und Geschworenen.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Eine Novelle zum Ge- rMsoerfassungsgesetz stellt fest, daß die Wahl b r Schöffen und Geschworenen nach bri Grundsätzen des neuen Staates erf.lgt. Die Schöffen und Geschworenen werden Hoi einem Ausschuß beim Amtsgericht gewählt. Der ll m ts r i ch t e r als Vertrauensmann der Juftiz- MnoaUung ernennt die Mitglieder des Ausschusses. Er soll vor allem die Vorsteher der G e - miinben und der Kommunalverbände n Den Ausschuß berufen, außerdem den zuständi- jcn Kreisleiter der NSDAP. Dazu tritt in von der Regierung ernannter Verwal- mgsbeamter. Der Ausschuß ist nun so zu- animengesetzt, daß er die notwendige Fühlung mit kn Volke hat.

Oer Arbeitsdienstkalender 1935.

_2£it besonderer Genehmigung des Reichsarbeits- Kh»ers, Staatssekretär Hier!, und unter Mit- Iprit des Unterrichtsamtes in der Reichsleitung Ion» e der Reichsschule des Arbeitsdienstes erscheint In Kürze der Arbeitsdienstkalender 1935 als Bilb- .»briihkalender. Zu diesem Kalender, der gleichzeitig 1 lin schöne Sammlung von Bildern aus dem Utsitsdienst darstellt und der vom Verlage Deut­sch Arbeitsdienst, Berlin SW 11, Dessauerstr. 38, in «eziehen ist, hat sich die Reichsleitung des Mieitsdienftes folgendermaßen geäußert:Der Ka- lenxr ist geeignet, in feinem Rahmen die Oeffent- lichÄit über den NS.-Arbeitsdienst überzeugend zu ln!örrid)ten. Eine wertvolle Spruchfammlung gibt mlKalender eine besondere Bedeutung. Der Arbeits- HehTtfalenöer ist ein ausgezeichnetes Mittel I r Vertiefung und Verbreitung des Irio eitebien ft gebauten 5. Es wär baher ß begrüßen, wenn er in allen Kreisen ber Bevol- mig und insbesondere aller Verwaltungsstellen < mang finden würde."

Meine politische Nachrichten.

Dir Führer hat den Gauleiter des Gaues 8 isffalen-Süd, Joses Wagner, Bochum, kornrnis- s mH mit der Führung des Gaues E>hle s i e n der NSDAP, betraut. In der Leitung d«- Gaues Westfalen-Süd wird hierdurch kein Zweifel eintreten.

bis große Kundgebung der Reichs- f'llfl- urkammer im Berliner Sportpalast am Sleut^en Donnerstag, 20 bis 21.30 Uhr, wird von aLri" deutschen Sendern übertragen. Es spricht Mäsminister Dr. Goebbels.

Llsrgruppenführer Hühnlein hat für die Zeit visn 12. Dezember 1934 bis zum 13. Januar 1935 enJir allgemeinen Urlaub für das N! 6 KK. angeordnet, da die Neuorganisation zu eim-r. aewissen Abschluß gelangt ist. Das Korps rrchi so heißt es in der Verfügung Hühnleins, ft m . Weihnachtsurlaub zur Pflege der Kamerad- fcbcfi durch Abhaltung schlichter Kameradschafts- a*t'e benutzen.

>< seit dem 12. Februar dieses Jahres in Unter- f1 ^Pchgshast befindliche frühere Wiener Bürger- NtusterKarl Seitz wurde auf freien Fuß Asti tz t, wobei. er Verpflichtungen übernommen

>0ie der Behörde eine Kontrolle seines Aufent- AW,, und seines Verhaltens ermöglichen. Die Ulrieftuchung ergab keine Anhaltspunkte dafür, daß w 6 un den hochverräterischen Unternehmungen b'ilh 22. Februar unmittelbar beteiligt war.

M» japanische Kabinett hat beschlossen, dM Reichstag aufzulösen, falls die Saiyu- kcÄ^rtei ihre Opposition gegen den Haushalt fort- setz Man halt auch Spaltungen innerhalb ber PWcrungsfoaIition und Absplitterungen an der S'a?:lkai-Partei für wahrscheinlich. Im Falle einer Wechn-tagsaufläsung soll von Regierungsmitglisbern eim neue Partei gearünbet werben. Heer unb sind für baldige Auflösung des Parlaments, tafc ici die Angriffe ber Abgeordneten hauptsächlich auQ|t>s Rüstungsausgaben richten.

Dr. Schacht erläutert Die neuen Wirischastsgesetze.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Der Reichsbankpräsi- bent unb kommissarische Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht sprach im Runbfunk über bie neuen Gesetze zum Bank- unb Krebitwesen. Er führte u. a. folgenbes aus: Auf bem Gebiete bes Bank- unb Krebitwesens hat bas Reichskabinett brei Ge­setze verabschiebet, bie einen typischen Ausbruck nationalsozialistischer Wirtschaftsgesinnung bilben und in ihrer Zweckbestimmung von einem einheit­lichen Grundsatz getragen sind. Grundsatz des na­tionalsozialistischen Staates ist, daß wir auf uns selbst gestellt, und nur a u f unsere eige­nen Kräfte verlassen und alle Schwierig­keiten, denen wir gegenüberstehen, durch verdoppel­ten Kräfteeinsatz und durch unbeugsame Entschlos­senheit überwinden müssen. Das Pumpen i m Ausland, dem in erster Linie wir unsere heu­tigen Devisen- und Rohstoffschwierigkeiten verdan­ken, hat aufgehört. Das öffentliche Geld wird nicht in unproduktiven unb verschwenderischen Aus­gaben vertan, sondern nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zur Beseitigung der Ar­beitslosigkeit eingesetzt und die Steuerschraube wird nicht überdreht, sondern zwar langsam, aber stetig gelockert. Das deutsche Volk feiert nicht, sondern arbeitet, es kann kein Geld vertun, aber hat sein Auskommen und kann lang- fam wieder anfangen zu sparen, um da­mit das Kapital wieder aufzubauen, das ihm durch Krieg, Kriegstribute und Inflation verlorenge­gangen ist. Daß wir es bisher fertiggebracht haben, das ungeheure Arbeitsbeschaffungspro­gramm unserer Regierung zu finanzieren, ohne unsere Währung ober unseren Reichsetat zu ge- fährben, ist eine Leistung, bie im Auslanbe unver­hohlen angestaunt rokrfc Wir haben unsere bis­herige Leistung vollbracht einzig unb allein burch ben geglückten Versuch, alle finanziellen Kräfte, bie in ber beutschen Volkswirtschaft vor- hanben sinb ober neu erwachsen, auf bas eine große Arbeitsbeschaffungsprogramm ber Reichsregierung zu konzentrieren. Diese Einstellung aller Kräfte auf ein gemeinsames Ziel zu förbem, ist ber Grunbgebanke ber brei Gesetze.

Das Anleihestock-Gesetz.

Das Anleihestockgesetz erlaubt für bie Zeit, bie Adolf Hitler für seine wirtschaftliche Wioberauf- baupolitik braucht, keine höhere Barbivi­be nbe - Ausschüttung bei Kapitalgefellschas- ten a l s 8 v. H., wenn «diese Gesellschaften früher s ch o n 8 v. H. ober mehr v. H. Dievidenbe gegeben haben, unb von nicht mehr a l s 6 v. H., wenn sie auch vorhernicht mehr als 6 v. H. Divi- bende gegeben haben. Alles, was mehr als 6 bzw.

8 v. H. an Divibende ausaefchüttet werben soll, muß in Reichsanleihe ober reichsgarantierter An­leihe angelegt werben. Es wivb bem einzelnen Aktio­när nicht fein Eigentum weggenom­men; benn bie Reichsanleihen verbleiben im Eigen­tum des Aktionärs, er kann sich daraus jederzeit Geld leih-en, wenn er in Not ist. Aber der Staat ver­anlaßt diejenigen, die einen besonders hohen Er­trag aus ihrem Unternehmen erzielen, einen Teil dieses Ertrages dem Staate für feine Arbeits­beschaffungszwecke leihweise für eine vorübergehende Zeit zur Verfügung zu stellen.

Die Neuordnung der Vörsen.

Der Konzentration der deutschen Finanzkräfte die­nen soll auch das Gesetz zur Neuordnu nji der deutschen Börsen, und zwar nicht der Waren­börsen, sondern der Wertpapierbörsen. Es ist ein Rest ber alten deutschen Kleinstaaterei, daß es in Deutschland nicht weniger als 21 Wertpapierbör­sen gibt. Damit dürfte Deutschland die m e i st e n Börsen haben, anläßlich unserer heutigen Kapital­armut eine lächerliche Angelegenheit. An einer gro­ßen Zahl dieser Börsen sind die täglichen Umsätze so. gering, daß einem schon die Verwaltungskosten leid tun. Hier räumt das neue Gesetz auf. Die Zahl der Börsen wird von 2 1 a u f neun verringert. Das ist immer noch reichlich, aber die Reichsregie- rung hat daraus Wert gelegt, baß die historisch-land­schaftlichen Traditionen Deutschlands in gewisser Weise gewahrt bleiben.

Die Beaufsichtigung des Kreditgewerdes.

Das bedeutendste Gesetz endlich ist das Gesetz zur Beaufsichtigung des Kreditgewerbes. Das Kernstück dieses Gesetzes ist wiederum die Zusammenfassung aller bank- und kreditpolitischen Kräfte, sparsames Haushalten mit den vorhandenen und anfallenden Geldern, d. h. Vermeidung un­sicherer Geschäfte, Herabdrückung der Unkosten, bei­des Dinge, die für die Senkung des Zinsfußes wesentlich sind, zweckmäßige Arbeitsteilung des Bankapparates, Vermeidung von ungeregelter und unlauterer Konkurrenz, Sicherung des kleineren und mittleren Kreditbedarfs, angemessene regionale Verteilung der Kredite, kräftige Beschränkung der spekulativen Geschäfte und Sicherstellung einer Bar­liquidität im Interesse der Sparer und Geldgeber und ferner größere Publizität der Bankbilanzen. Das Gesetz sichert die Erreichung dieser Ziele durch die Errichtung eines Aussichtsamtes, das unter Beteiligung der einschlägigen Ministerien

mit dem Reichsbankpräsidenten als Vorsitzenden ins Leben gerufen wird und dessen ausführendes Organ der jetzt schon bestehende R e i ch s k o m - missar für das Bankgewerbe wird. Damit wird die Führung des Bank- und Kredit­wesens im nationalsozialistischen Geiste für die weitere Zukunft gewährleistet und der deutsche Sparer und Geldeinleger weiß damit, daß ihm künftia die größtmögliche Sicherheit für sein Eigentum gegeben ist.

So erwächst aus diesen Gesetzen, die sich mit sehr materiellen Dingen beschäftigen, jenes Gefühl der Zusammengehörigkeit von Volk und Staat, ohne das keine Nation sich in der Welt behaupten kann. Allen Volksgenossen wird die große Aufgabe zuteil, jeder in seinem Kreis mitzuwirken, daß Ordnung und Sicherheit dauernde Bestandteile unseres wirtschaftlichen Lebens werden, auf daß der Bestand unserer Familie, der Bestand unseres Volkes, fest gegründet sei und seine Entwicklung nicht zurück- geroorfen werde. Dieses Ziel können wir nur er­reichen, wenn wir uns immer bewußt bleiben, daß wir unser persönliches Schicksal nur sicherstellen können, wenn wir das Schicksal unseres Volkes sicherstellen.

Strafe für untarifliche Bezahlung im Bezirk Offenbach.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Der Sondertreu- händer der Heimarbeit in der Lederwaren-, Reise-, Sportartikel- und Ausrüstungsindustrie ver­öffentlicht durch das Presse- und Propa­gandaamt der DAF. eine Bekanntmachung, in der es u. a. heißt:

Es ist wiederholt von maßgeblichen Stellen dar­auf hingewiesen worden, daß Tarifordnun­gen unbedingt eingehalten werden müs­sen. Trotzdem habe ich feststellen müssen, daß es immer noch einige Betriebsführer in der Leder­warenindustrie des Offenbacher Ge­bietes gibt, die glauben, sich über die tariflichen Bestimmungen hinwegfetzen zu können. Zur Besei­tigung der durch die untertarifliche Entgeltzahlung in einer außerordentlichen Ausnutzung der Arbeits­kraft in Erscheinung tretenden Mißstände habe ich gegen drei Lederwarenfirmen im Kreise Offenbach, die an sie ergangene Aufforderungen zur Nachzahlung zu wenig gezahlter Heimarbei­terentgelte nicht oder noch nicht in genügendem Maße nachgekommen sind, Verzugsbußen in Höhe von 100 bis 1000 Reichsmarkt und gegen eine Firma in der Stadt Offenbach aus dem glei­chen Grunde eine Derzugsbuße von 10 000 Reichsmark festgesetzt.

Wo sammeln die Minister?

Berliner Vorbereitungen für den Tag der Nationalen Solidarität.

Berlin, 5 Dez. (DNB.) Am Samstag, dem Tag der nationalen Solidarität", sammeln die Neichsminister Dr. Goebbels und Mi­ni st erpräsident Göring vor dem Hotel Adlon, Unter den Linden.. Frau Dr. Goebbels sammelt auf dem Potsdamer Platz vor dem Colum- bus-Haus. Unter den Linden vom Brandenburger Tor bis zur Staatsoper sammeln u. a. Obergrup­penführer Brückner, Gruppenführer Schaub und Pressechef Dr. Dietrich, vor dem Berliner Rathaus wird Oberbürgermeister Dr. S a h m Gaben für die Winterhilfe entgegennehmen, wäh­rend Staatssekretär Lammers am Bahnhof Zoo und Staatssekretär Meißner an der Gedächtnis­kirche Spenden in Empfang nehmen. Mit Rücksicht auf die Sammlung für das Winterhilfswerk wer­den auch der Getreidegroßmarkt und die Metallbörse am 8. Dezember, in der Zeit von 11.30 bis 13 Uhr Börsensammlungen abhalten. Im übrigen wird die Sammlung an der Börse unter Führung des Reichs­bankpräsidenten Dr. Schacht vor sich gehen, der sich persönlich an der Sammlung be­teiligen wird.

Reichserziehungsminister Rust veröffentlicht zum Tag der nationalen Solidarität" folgenden Auf­ruf: Es gibt Menschen, die gedankenlos überdie ewige Sammelei" des Winterhilfswerks sich be­schweren. Unsere armen Volksgenossen tragen be­wundernswürdig ihr hartes Los. Sie verdienen jede Hilfe durch die Glücklicheren, denen es besser geht. Bewunderungswürdig ist auch die Unverdrossenheit der Sammler. Wir müssen mit ihnen und den Notleidenden uns soli­darisch erklären, damit die Gedankenlosen be­greifen, worum es geht. Wir werden alle am Samstag unsere Pflicht tun, freudig.

Aus aller Welt.

Handtasche mit 12 000 Mark In den Rhein gefallen.

Von einem schweren Verlust ist die Tochter eines Wiener Großkaufmannes in Koblenz, wo sie zur Erholung weilte, betroffen worden. Bei einem Spaziergang wurde sie an der Pfaffendorfer Brücke von einem plötzlichen Unwohlsein überfallen Sie lehnte sich einen Augenblick an das Geländer der Brücke und legte ihre Handtasche, in der sich 12 0 00 Mark in bar befanden, auf das Geländer. Die Tasche kam ins Rutschen und fiel in den Rhein. Man sah sie noch eine Weile auf dem Wasser treiben, dann versank sie. Alle Bemühun­gen, sie wieder ans Licht zu fordern, waren ver­geblich.

Neuer Felssturz am Niagara.

Nachdem erst in den letzten Monaten der Niagara fall in USA. durch Abbröckeln von riesigen Felsmassen sich verändert hatte, löste sich dieser Tage ein etwa 60 Fuß langer und 100 Fuß breiter Fels block im Gewicht von etwa 200 000 Tonnen los und stürzte mit ungeheurem Getöse die Fälle hinab. Naturgemäß sind die Konturen der Niagarafälle dadurch erheblich verändert worden.

Feuer in einem Wanderkino. 50 verletzte.

Ein folgenschwerer Brand brach in einem Dorort der französischen Stadt Perpignan aus. Ein Wanderkino hatte für den Abend eine große Scheune gemietet, um dort eine Vorstellung zu geben. Meh­rere hundert Personen wohnten der Vorstellung bei. Plötzlich fing ein Film Feuer. Das Feuer griff sofort auf einige Strohvorräte über, die in einem Teil der Scheune noch aufbewahrt wurden. Die Anwesenden, die von einer Panik ergriffen wurden, versuchten, durch den einzigen Ausgang ins Freie zu gelangen, mußten aber dabei buch- läblich durch das Feuer springen, um die rettende Tür zu erreichen und ins Freien zu gelangen.

Etwa 50 Personen, zum größten Teil Frauen und Kinder, erlitten zum Teil schwere Brand­wunden. Die Opfer erhielten die erste Hilfe in einem Caf6 und wurden von dort in das Kranken­haus von Perpignan gebracht.

Ulms Flugzeug noch nicht gefunden.

Das Flugzeug des verschollenen Pazifikfliegers Ulm ist immer noch nicht aufgefunden wor­den, obwohl 24 Marineflugzeuge und 3 Armee­flugzeuge die See in einem Umkreis von 300 Meilen absuchen. Eine größere Anzahl von Marinefahr­zeugen, Privatbooten und Dutzende japanischer Fi­scherboote unterstützen die Bemühungen zur Auf­findung des Flugzeuges.

(Ein neuer Taifun über den Philippinen.

Ein neuer Taifun fegte in den letzten Tagen über den südöstlichen Teil der Philippinen hinweg. Die Ortschaft Bacuit wurde bis auf drei Häuser völlig z e r ft ö r t. Drei Eingeborene fanden den Tod. Es i t dies der achte Taifun, der die Phi­lippinen in den beiden letzten Monaten heimgesucht hat.

Ausstellung der schaffenden Jugend In Frankfurt.

In Frankfurt a. M. findet in diesen Tagen eine Ausstellung fügend in der Wirtschaft" in den Römerhallen statt, die unter der Schirm­herrschaft des Oberbürgermeisters Staatsrat Pg. Dr. Krebs steht. Die Ausstellung beweist, daß die junge Generation in der Hitler-Jugend in den Uebungsfirmen der deutschen Arbeitsfront zum nationalsozialistischen Denken und Handeln in Be­ruf und Leben erzogen wird.

Dreister Raubüberfall in Köln.

In Köln-Buchforst wurde ein dreister Raub- überfall verübt. Zwei maskierte Männer dran­gen gewaltsam in die Wohnung eines Kaufmannes ein. Der noch im Bett liegende Kaufmann und dessen Ehefrau wurden mit vorgehaltenem Revolver bedroht und zur Herausgabe des Schlüssels zum Geldschrank gezwungen, in dem der Ueberfallene 5100 Mark einkassierte Mietgelder aufbewahrte. Nachdem die Burschen das Geld an sich genommen hatten, fesselten sie die Eheleute mit Stricken, durch­schnitten die Telephonleitung und flüchteten. Den Geldschrankschlüssel warfen sie in den vor dem Haus angebrachten Geschäftsbriefkasten.

Entdeckung einer verschollenen mongolischen Stadt.

Im Bezirk Borsjan in Transbaikalien wurden die Ruinen der Stadt Chuande Balgaß entdeckt, die aus dem 13. Jahrhundert, der Blüte­zeit des großen mongolischen Reiches stammt. Allem Anschein nach war die Stadt die Residenz des Mongolenfürsten Temuge-Otschigin, eines Bruders von Dschingis Khan. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt.

Zwei Bergleute im Schacht verschüttet unb getötet.

In Zwickau wurden drei Bergarbeiter eines Tief­bauschachtes, die nach Beendigung der Schicht ihren Arbeitsplatz verlassen wollten, durch Einsturz eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten wurden sofort ausgenommen. Zwei Bergarbeiter wurden erst am anderen Morgen als Leichen geborgen. Zu dem dritten Verschütteten ist man vorgedrunaen; er lebt, doch konnte noch nicht festgestellt werben, ob er verletzt ist.

LitauensVabanque-GpielimMemelland

Äon unserem B.-Äerichierstaiter.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verdaten l) Memel, Dezember 1934.

Der Sturz des Direktoriums Reisgys hatte im Memelgebiet wie ein Alarmschuß gewirkt. Die Spannung, die nun schon seit Monaten die Bevölkerung in Atem hält, nimmt immer unerträg­lichere Formen an, zumal das Land von der Außenwelt fast völlig abgeschlossen ist und kaum eine Nachricht selbst der Rund­funkempfang wird ständig gestört über die von den Litauern errichtetechinesische Mauer" gelangt. Dennoch gibt es keinen Zweifel: Memel ist an einer neuen Schicksalswende angelangt. Die kommenden Wochen müssen die Entscheidung bringen, ob im Memelgebiet endlich das Recht über die Willkür siegt oder ob eine kulturell hoch­stehende Bevölkerung weiter asiatischen Methoden einiger fanatischer Litauer ausgesetzt bleiben soll.

Es ist allmählich ttotz der Nachrichtensperre auch im Memelgebiet bekanntgeworden, daß die Un­ter z e i ch n e r m ä ch t e des Memelabkom­mens (England, Frankreich und Italien) auf Grund der wiederholten Beschwerden des Vize­präsidenten des Memelländischen Landtags, des Schulrats Meyer, schwerwiegende Verletzun­gen des Autonomie st atuts feftgeftellt haben. Diese Verletzungen beziehen sich laut einem von den Kronjuristen der Mächte verfaßten Gutach­ten in der Hauptsache auf die Ausschaltung des Memelländischen Lantages.Dadurch, daß nicht weniger als 30 Abgeordneten und Ersatz­männern die Mandate widerrechtlich aberkannt wurden und gegen die noch verbleibenden Abge­ordneten mit polizeilichen Maßnahmen vorgegangen wurde, ist der Landtag seiner Funktion als Volks­vertretung und als wichtigstes Organ der Autono­mie beraubt worden. Die Unterzeichnermächte haben, darüber besteht kaum noch ein Zweifel, bie litau­ische Regierung aufgefordert, den Land- tag voll und ganz wieder in seine Rechte ein- z u s e tz e n. Wenn die Kownoer Regierung jetzt, anstatt dieser Forderung nachzukommen, das Direk­

torium Reisgys zum Rücktritt veranlaßt hat, so handelt es sich um nichts weiter, als um ein Manöver, durch das Litauen sich vorerst um bie Erfüllung ber Forberungen ber Mächte her­umbrücken will!

Wohin ber Kurs gehen soll, ergibt sich beutlich aus ber Tatsache, baß ber litauische Gouverneur ben Führer bes litauischen Schützenverbanbes unb ber litauischen Lanbtagsfraktion, Bruvelaitis, mit ber Bilbung bes neuen Direktoriums beauf­tragt hat. Burvelaitis hofft, baß es ihm gelingen werbe, im ßanbtag eine Mehrheit zu finben. Unb gleichzeitig hat ber Gouverneur bie Nachricht verbreiten lassen, baß bem ßanbtag Ge­legenheit gegeben werben solle, zu bem neuen Di­rektorium Stellung zu nehmen, fobalb es gebildet sei. Im Memelaeoiet pfeifen es bie Spatzen von ben Dächern, baß ebensowenig wie ber in bie Wüste geschickte Reisgys auch Herr Bruvelaits ein Ver­trauensvotum im ßanbtag erhalten wirb!

Wie sollte er auch? Bruvelaitis ist als einer ber größten Deutschenfresser bekannt. Er war es, ber seinerzeit einen maßgebenben Ein­fluß auf bie zwangsweise Beseitigung bes Direk­toriums Boettcher ausübte, er hat mit Hilfe ber berüchtigten Schützenorganifation einen beispiel­losen Terror gegen alles Deutsche im Memelgebiet ausgeübt, unb er war auch ber eifrigste Verfechter ber Absetzung bes Direktoriums Schreiber. Bruvelaitis hat im Januar 1923 führenb am Memelraub teilge­nommen; unb wenn heute gesagt wirb, er werbe als Führer ber litauischen Fraktion, bie entspre­chen!) ber ursprünglichen Zusammensetzung bes Memellänbischen ßanbtags nur über 5 von insge­samt 29 Abgeorbnetensitzen verfügt, eine Mehrheit im ßanbtag zustanbebringen, so ist bas eine ber frechsten litauischen ßügen, bie bisher vorgekommen sinb. Unb es ist eine kaum noch zu überbietenbe Herausforberung ber Memellänber und vor allem der Hauptunterzeichner des Memelabkommens, der Großmächte England, Frankreich unb Italien, wem»