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Einheitliche Preisüberwachung für das ganze Reich

Inhalt

Naumburger

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in der Ver-

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Oer Allgemeine Deutsche Waffenn'ng zum Austritt -erOeutschen Burfchenschast

studentischen Kreises, der mit ehrlichem Willen be­strebt war, alle waffenstudentischen Korporationen auf einer einheitlichen Linie zu wert­vollen Erziehungsstätten im nationalsozialistischen Sinne zu gestalten.

Der Obmann des Verbändebeirates,

Köln und infolge Krankheit entschuldigt. Der Sty leidiger des Angeklagten, der frühere preußisch Handelsminister Schreiber, beantragte, seinen Mm danten in Köln zu vernehmen. Das Gericht beschlo demgemäß. Nach der ersten Vernehmung der A, geklagten, von denen, wie festgestellt wurde, kein Vorstrafen aufzuweisen hat, wurde der Eröff nungsbeschluß verlesen. Den Angeklagt, wird darin fortgesetzte Untreue und einzelnen vc ihnen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu Nachteil der Reichsrundfunkgesellschaft sowie bi örtlichen Sendeaesellschaften Berlin (Funkstundi AG.), Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Leu zig und Köln zur Last gelegt. Im wesentlichen rid tet sich die Anklage gegen Magnus und Bre d o w.

In der Nachmittagssitzung beschloß das Gerich das Verfahren gegen Hardt abzutren n e n, da nach dem gerichtsärztlichen Gutachte! aus Köln Hardt vorläufig nicht transportfähig Un; auch nur bedingt vernehmungsfähig ist. Die Ange klagten äußerten sich dann zu den Anklagepunkten Der Angeklagte Bredow erklärte, er sei keiner strafbaren Handlung bewußt. Dr. Magnus sagte u. a., er glaube, sich nicht strafbar gemach^ haben. In den Fällen, wo er überhöhte Bezüge^, genommen haben solle, glaube er dazu berechn gewesen zu sein, denn er habe in den meisten W, len eine schriftliche Genehmigung seiner vorgesetzt Behörde gehabt. Auch die übrigen Angeklagten be. feuerten ihre Unschuld.. Bredow berichtete dann über den grundsätzlichen Aufbau des Rundfunks. Gegen 16 Uhr wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer stattete auf demWeißen HirH' bei Dresden dem erkrankten Reichswehr» Minister, Generaloberst von Blomberg, einen etwa halbstündigen Besuch ab. General« oberst von Blomberg befindet sich auf dem Wege der Besserung. Sein Befinden ist sehr gut.

Auf Grund des Erlasses des preußischen Minister­präsidenten, betreffend Preissteigerung, sind i n Kassel eine Anzahl Fleischereibetriebe und Kolonialwarengeschäfte vorüber­gehend geschlossen worden, weil festgestellt wurde, daß sie die Preisverordnung nicht beachtet hatten. Nach Abstellung der Mängel werden die Geschäfte wieder geöffnet.

OerBerlinerRundfunkprozeßbegonnen

DNB. Vor der VI. Strafkammer des Landge­richtes Berlin begann der große Rundfunkprozeh gegen die Rundfunkgewaltigen des alten Systems, Magnus, Bredow, Flesch und Genossen. Schon lange vor Beginn der Verhandlung hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Die Anklage wird vertreten durch den Oberstaatsanwalt Dr. Reimer. Um 10.20 Uhr eröffnet der Vorsitzende der VI. Strafkammer, Landgerichtsdirektor Rose- mann, die Verhandlung. Der Angeklagte Ernst Hardt ist im St.-Annen-Hospital in

Or. Gördeler zum preiskommiffar ernannt.

Ein Gesetz

über die Bestellung eines Reichskommissars für Preisüberwachung beschlossen.

Berlin, 5. Nov. (DNB.) Das Reichskabi- n e l l lral heute vormittag zu einer Sitzung zu­sammen, in welcher der Führer und Reichs- kanzler das folgende Gesetz über B e st e l l u n g eines R e i ch s k o m m i s s a r s für Preis­überwachung vorlegte. Das Gesetz hat fol­genden Wortlaut:

angeschlossen.

Schafft eine neue deutsche Universitas."

Reichsamtsleiter Derichsweiler über die Aufgaben des NLDStB.

Auf eine Anfrage des DNB. faßt Oberbürger­meister Dr. Gördeler seine nächsten Ziele als Reichskommissar für Preisüberwachung kurz in folgenden Worten zusammen:

Ich werde eine P: Überwachung durchführen, die sich nach ver. f t i g e n wirtschaft­lichen Grenzen r. i.

Ich werde gegen alle die rücksichtslos vorgehen, die diese Gesetze mißachten und durch ungerechtfertigte Preistreibe­reien der Gesamtheit Schaden zufügen. Um diese für unser Vol-k dringend notwendigen Auf­gaben durchführen zu können, bitte ich um die Mitarbeit aller."

Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei Dr. Lammers, hat sich dieser Verlautbarung

*

Nach der Annahme dieses Gesetzes durch das Reichskabinett hat der Führer und Reichskanzler den Oberbürgermeister der Stadt Leip­zig, Dr. Gördeler, zum Reichskommissar für Preisüberwachung ernannt.

Ferner verabschiedete das Reichskabinelt ein Ge­setz zur Regelung der öffentlichen Sammlungen und sammlungähnlichen Veranstaltungen (S a m m -

l u n g s g e s e h), über dessen wesentlichen noch zusammenfassend berichtet wird.

Gördelers Ausgabe.

§ 1.

Bis zum 1. Juli 1935 werden die durch das Gesetz über die Ueberlragung der Aufgaben und Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom 15. Juli 1933 (Reichsgesehblatt 1, Seite 490) dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft übertragenen Aufgaben und Befugnisse durch einenReichs- kommifsar für Preisüberwachung aus­geübt. Die Aufgaben und Befugnisse erstrecken sich auch auf Preise von Körperschaf­ten des öffentlichen Rechts und von Verbänden, deren Bildung in Gesehen oder Verordnungen angeordnet ist oder die auf Grund besonderer gesetzlicher Ermächtigungen gebildet sind.

8 2.

Der Reichskommissar für Preisüberwachung wird vom Reichskanzler ernannt. Er unter­steht dem Reichskanzler und hat feinen Sih in Berlin.

Berlin, 5. Nov. (DNB.) Zur Eingliederung des Nationalsozialistischen Deutschen Studenten­bundes in die Neichsleitung der NSDAP, und zur Bildung des Amtes NSDStB. in der Reichsleitung sprach am Montag Reichsleiter Albert Derichs­weiler, der Führer des NSDStB. vor der Presse überStudenten der Bewegung". An Stelle einer zeitweilig eingetretenen zeitlichen und dienstlichen Ueberbeanspruchung, so fuhr Pg. Derichs­weiler fort, gelte es aber nunmehr, die Synthese zu finden zwischen wissenschaftlicher, politischer und körperlicher Arbeit. Wir wollen wieder anknüpfen an die Zeit vor dem 30. Januar und die alten

Volkes verstoßen wird, werden in nächster Zeit Späne fliegen.

Mit Dr. Karl Gördeler, den der Kanzler mit der Preisüberwachung bestimmte, tritt ein Mann wieder in den Vordergrund, der schon einmal zeigte, daß er es versteht, der Preispolitik Zügel anzu­legen. Als der Reichspräsident von Hindenburg den Leipziger Oberbürgermeister am 8. Dezember 1931 zum Reichskommissar für die Preisüberwachung bestimmte, zeigte sich, daß der rechte Mann auf dem richtigen Platz war. Dr. Gördeler hatte da­mals mit einem winzigen Apparat und ohne jeden Luxus einen weitreichenden Einfluß ausgeübt, und als er sich am 23. März 1932, also nach viermonat­licher Tätigkeit, verabschiedete, war es ihm gelun­gen, in dieser Zeit den Lebenshaltungsindex um 8 bis 10 o. H. zu senken. Das war in den damals zerfahrenen Zeiten der Parteipolitik und Partei­wirtschaft, des Kampfes der Jnterefsentenverbände um den Preis und um die Löhnung ein Erfolg, den keine andere Instanz mit so geringen Mitteln

immer wieder auf den Geist Leo zu sprechen tarn und behauptete, der Satan sei ihm in Gestalt des Leo begegnet, wies ihn der Präsident schroff zurück. Hierauf protestierte Matuschka heftig, schlug un­unterbrochen auf den Tisch und rief:Wenn e; einen Gott gibt, so gibt es auch einen Satan". Der Präsident erwiderte, der Gerichtshof werde sich durch solche Ammenmärchen nicht beeinflussen lassen. Im weiteren Verhör erklärte Matuschka sich für schuldig und betonte seine Reue über den Anschlag. Im Verlaufe der Verhandlung ließ der Präsident Matuschka mehrfach wegen seiner heftigen Ausfälle in Fesseln legen.

Es sind bereits vor vierzehn Tagen Bestimmun­gen getroffen worden, nach denen ungerechte Preise mit der Schließung des unsozial geleiteten Geschäfts beantwortet werden sollen. Eingriffe dieser Art mußten schon erfolgen. In Breslau z. B. hat man 24 Händlern kurzerhand das Geschäft geschlossen. Aber es hatte den Anschein, als habe das Vorgehen einzelner besonders rücksichtsloser Geschäftsleute .schon Schule gemacht. Die Schar der Preistreiber wurde zahlreicher. Kaum hatten die Erhebungen er­geben, daß tatsächlich eine Welle der Preistreiberei der Spekulation also im Kommen sei, hat die Reichsregierung zugepackt. Sie blieb nicht bei Teilaktionen stehen, sondern sie ging aufs Ganze. Mit der Errichtung des Reichskommissariats für Preisüberwachung und mit der Betrauung des Ober­bürgermeisters Dr. Gördeler ist eine Behörde geschaffen worden, die unmittelbar dem Führer un­tersteht, und die sehr weit gefaßte Vollmachten er­halten hat, um jeden Versuch einer allgemeinen Preishausse mit allen Mitteln zu unterdrücken. Die Reichsregierung hält es mit vollem Recht für unbe­rechtigt und untragbar, wenn Einzelne des eigenen Profites wegen am Wohle der Gesamtheit sündigen. Eine allgemeine Preissteigerung ist nicht gerecht­fertigt, weil die notwendigen Vorräte vorhanden sind. Soweit wirklich durch verteuerte Eigenerzeu­gung oder durch sonstige unabwendbare Ursachen eine gewisse Verteuerung berechtigt erscheint, wird eine entsprechende Konzession an die davon betroffe­nen Gewerbezweige gegeben werden. UeberaU da aber, wo aus bösem Willen oder aus mangelndem Verantwortungsgefühl gegen die Interessen des

erreichte. Heute hat Gördeler eine autoritäre, im Volke wurzelnde Staatsgewalt hinter sich. Er braucht keine Kompromisse zu machen. Er hat nur eine Aufgabe, energisch Schluß zu machen mit den Keimen unsozialen Handelns, die da und dort aufsprießen. Der Reichskommissar, der ja die Materie kennt wie kein zweiter, wird nicht fackeln. Das Volk wird einen ruhigen und sicheren Winter haben. Niemand wird hungern, niemand wird frieren. Das Auge des Führers wacht über uns.

polizeilich geschloffen.

G l e i w i tz, 5. Nov. (DNB.) Der Polizeipräsident gibt bekannt: In Verfolg des Erlasses des preu- sischen Ministerpräsidenten über ungerechtfertigte Preissteigerungen habe ich am 5. November in Hindenburg einen Fleischereibetrieb und in Beuthen vier Fleischereibetriebe polizeilich geschlossen, weil die Geschäftsinhaber sich geweigert haben, den auf Grund der Verord­nung des Reichskommissars für Preisüberwachung getroffenen Anordnungen des Regierungspräsidenten vom 23. Oktober 1934, Preisverzeichnisse in d e n Schaufenstern auszuhängen, nach­zukommen.

Auf Grund des Runderlasses des preußischen Ministerpräsidenten hat die Fuldaer Poli- zeiverwaltung eine Reihe von Metzge­reien, bei denen unberechtigte Preissteigerungen festgestellt wurden, bis auf weiteres geschlossen.

Berlin, 5. Nov. (DNB.) Der bekannte, von der überwiegenden Mehrzahl der studentischen Ver­bände zurückgewiesene Erlaß des Reichsfüh­rers der Deutschen Studentenschaft (D. St.) vom 20. September d. I. über Kame­radschaftserziehung der Studieren­den ist kurz nach seiner Bekanntgabe infolge der Mißbilligung seitens des Führers und Reichskanz­lers materiell und kurz darauf durch die Richtlinien des Reichserziehungsminifters vom 26. Oktober über die künftige freiwillige Kameradschaftserzie­hung auch formell gefallen, so daß von seiner Durchführung nicht die Rede sein kann. Bestim­mungen über die Art der künftigen Kameradschafts­erziehung stehen in Aussicht. Mit der Frage der Kameradschaftserziehung hat sich der Allge­meine Deutsche Waffenring (ADW.) als solcher überhaupt nicht befaßt, da sie nach seiner Auffassung weder von ihm und seinen Verbänden, noch von der D. St., sondern allein von der NSDAP., d. h. dem Nationalsozialistischen Deut­schen Studentenbund (NSDStB.) im Einver­nehmen mit dem Reichserziehungs- m i n i ft e r geregelt ist. Es ist daher völlig unver­ständlich, warum die Deutsche Burschen­schaft in ihrer in voriger Woche bekanntgegebe­nen Erklärung des Austritts aus dem ADW. zu dessen Begründung die Frage der Kamerad­schaftserziehung heranzuziehen glaubt.

Auch die weitere von ihr gegebene Begründung, die den Anschein erweckt, als ob es in den ADW.- Derbänden von Judenstämmlingen, jüdisch versipp­ten und Freimaurern wimmele, ist keinesfalls stich­haltig. Denn jüdisch Versippte und Freimaurer dür­fen sich in den dem ADW. angehörenden Verbän­den überhaupt nicht mehr befinden, und so- weit diese Bereinigung etwa noch nicht restlos voll­zogen ist, trifft dies in der Deutschen Burschenschaft ebenso zu, wie in anderen Verbänden. Soweit aber in den Alten-Herrenschaften nicht rein arische Mitglieder, im besonderen als früh ere Kriegsteilnehmer unter fest umrissenen Vor­aussetzungen ausnahmsweise verbleiben durf­ten, beruht diese für die Vergangenheit und eine gewisse Übergangszeit gemachte Ausnahme nicht auf mangelndes nationalsozialistisches Empfinden der ADW.-Führung, sondern aus staatspoli- tischen Erwägungen, die die Billigung des Führers und Reichskanzlers ge­funden hatten, so daß ihre Durchführung auch im nationalsozialistischen Staate dem ADW. Pflicht war. Die Zahl der auf Grund dieser Ausnahmevorschrift in den ADW.-Verbänden ver­bliebenen Alten Herren nicht rein arischer Abstam­mung ist prozentual und tatsächlich verschwindend

Parteigenossen und jungen idealistischen Kräfte aus der Hitlerjugend und dem Arbeitsdienst zu einem politischen Stoßtrupp der Hoch- und Fachschulen verschmelzen. Der Unterbau für das neue deutsche Hochschulgebäude müsse eine fest im Nationalsozialismus verankerte Geistes- und Cha­rakterhaltung sein, denn erst auf dieser Grundlage könne eine nationalsozialistische Wissenschaft ent­stehen, die von Dauer fei. Der NSDStB. habe diese Ausgabe vorbereitet durch die Schaffung einer blute- mäßig^gebundenen jungen Mannschaft. Ueber 1000 NSDStB.-Kameraden seien in den letzten Wochen durch die Schulungslager der Partei gegangen, um jetzt an den Hoch- und Fachschulen für Neuschaffung dieses Bundes an- gefetzt zu werden. Sie hätten nunmehr im kommen­den Winter die Schulung besonders ausge- mählter Kreise der Studierenden durchzuführen und die im kommenden Sommer ein» setzende politische Grundschulung der gesamten Studentenschaft vorzubereiten. Die Schulungsarbeit müsse Hand in Hand gehen mit der Schaffung eines neuen deutschen Studententyps. Denn nur ein charakterlich einwandfreier Mensch werde sein gei­stiges Können für die Gemeinschaft einsetzen. Das Studium trn eigentlichen Sinne erhalte einen neuen Wertgehalt, wenn der Student spüre, daß er durch wissenschaftliche Arbeit dem nativ» nalsozialistischen Gedanken dienen könne Die Parole dürfe nicht lautenRettet die Hochschule , sondernSchafft eine neue deutsche Universitas!"

^ur Frage der Korporationen erklärte Relchsamtslelter Derichsweiler, daß die p o l i t i s ch e Schulung der deutschen Studierenden allein S a ch e b e s NSDStB. sei, daß aber der P f l e g e des studentischen Brauchtums durch die einzelnen Studentenkorporationen nichts im Wege stehe und daß er persönlich gegen die Auflösung oder ein Verbot der Verbände sei. Das Hochziel einer Hochschul- reform sei, daß nur der auf die Hochschule komme, der dazu berufen sei auf Grund von Charakter und Leistung als Führer angesetzt zu werden.Aufgebaut auf dem Er­lebnis der Kampfjahre wollen wir die Voraus-

Jn eingeweihten Kreisen hatte man schon seit einigen Tagen erwartet, daß irgendeine Maßnahme getroffen werden würde, um dem hier und da auf» flackernden Bestreben zu Preistreibereien entgegen» zutreten. Es sind immer zuerst einige besonders Schlaue, die auf den Trick kommen, mit der Not der Aermsten unserer Armen Geschäfte zu machen; und gewohnheitsmäßig treten dann die Mitläufer gedankenlos in ihre Fußtapfen.

Es gibt Preissteigerungen, die aus einer Er­höhung des Preisniveaus in der ersten Hand, also beim Erzeuger, herrühren. Wenn es nicht möglich sein sollte, den Zwischenhandelsgewinn zu einem Teil zu kürzen und so den Aufschlag zu verkleinern oder gar ganz zu beseitigen, dann ist eine an­steigende Preisbewegung unter Umständen zu rechtfertigen. In der Tat sind ja auch aus volks­wirtschaftlichen Erwägungen heraus verschiedene bisher übermäßig billige Agrarprodukte durch eine gesunde Preissteigerung auf ein normales Niveau gebracht worden. Unter ständiger Kontrolle des Reichsnährstandes allerdings und unter Schutzmaß­nahmen für die minderbemittelte Bevölkerung.

Sobald aber Preistreibereien erfolgen, weil ge­wisse Waren knapp geworden sind ober weil bie Hänblerschaft befürchtet, baß sie knapp werben könnten; wenn also mit anberen Worten eine Spekulationshausse entsteht bann muß bie ver­antwortungsbewußte Regierung eines um seine Existenz ringenben Staates, wie Deutschland, schleu­nigst eingreifen, um wieder geregelte Zustände zu schaffen. Man braucht nicht erst auf bie Tulpen­spekulationen hinzuweisen, die vor einigen hundert Jahren die blühenden Niederlande an 'den Bettel­stab gebracht hat, um das ungesunde Geschäftsge­baren dieser Art recht zu erkennen.

In Deutschland liegen zur Zeit die Dinge so, daß die Ernährung und Bekleidung des Volkes in jeder Hinsicht gesichert ist. Es ist Vorsorge getroffen wor­ben, trotz unserer schwierigen Devisenlage einen ausreichenden Vorrat an lebensnotwendigen Wa­ren bereitzustellen. Zusammen mit denjenigen Pro­dukten, die wir aus eigener Ernte und aus eigenen Bodenschätzen und aus eigener Arbeit erstellen konnten, wurde eineVerbrauchsdecke" über das ganze Land gelegt, die ausreicht, um alle wesent­lichen Bedürfnisse der Bevölkerung zu erfüllen.

Die Reichsregierung rechnet dabei so: die Löhne des werktätigen Volkes sind zwar noch gering, aber sie reichen aus, um niemanden hungern und frieren Zu lassen. Sie reichen darüber hinaus für bie mei­sten von uns auch noch zu einer bescheibenen Le­benskultur, bie auf alle Fälle erhalten, ja möglichst noch gesteigert werben soll. Für alle Volksgenossen sind angepaßt an bie Lohn- unb Gehclltsoerhält- nisse genügend Lebensrnittel, Kleider, Kohlen usw. vorhanden. Der Arbeiter kann mit seinen zum Teil sehr kargen Groschen gerade erstehen, was er für sich und seine Familie braucht. Sobald aber der Preis für das tägliche Brot in weitestem Sinne gemeint! steigt, dann tritt nicht ein Man­gel an Vorräten ein denn sie sind ja da sondern es ergibt sich für den kleinen Mann die Unmöglichkeit, mit feinem Gelde soviel z u kaufen, wie er braucht. Das, was er für einen Teil feiner Einkäufe mehr bezahlen muß, weil die Preise gestiegen sind, hat er zu wenig. Er leidet Mangel; er leidet Not. Wenn der Mantel zu teuer wird, langt*s nicht mehr zu Strümpfen und Schuhen. Wenn die Kartoffeln un- gebührlich im Preise steigen, fehlt's an der Mar­garine ober an Butter unb Brot.

Der Zweite Strafsenat des Reichsgerichts hat am Montag die Revisionen der im zweiten Horst-Wessel'Prozeß wegen Mordes zum Tode verurteilten Sally E p p st e i n und Hans Ziegler entsprechend dem Antrag des Reichs» anroalts als unbegründet v e r warfen. Die Todesurteile sind damit rechtskräftig geworden. Auch das Urteil gegen den dritten Beschwerdeführer, Peter Stoll, gegen den wegen Beihilfe MNi Mord auf sieben Jahre sechs Monate und zehn Jahre Ehrverlust erkannt worden war. wurde bestätigt.

Der Prozeß gegen den Eisenbahnatte» toter Matuschka.

Dor dem Strafsenat des Budapester ßanbgerdjfr begann unter bem Vorsitz bes Senators MartM bie Schwurgerichtsverhanblung gegen den Eise» bahnattentäter Sylvester Matuschka, der in der Nacht zum 14. September 1931 durch Sprenguni bes Eisenbahnübergangs bei Biatorbagy den Baß kan-Expreßzug zur Entgleisung brachte. Matuschki zeigte ein aufgeregtes, bann mieber ein scheue; gedrücktes Wesen. Die Verteidigung wird den Nach, weis zu erbringen suchen, daß Matuschka geistig anormal ist. Der Generalstaatsanwalt verlas die Anklageschrift, in der Matuschka für die Eisen, bahnattentate vün Biatorbagy, Jü­terbog und Ansbach verantwortlich gemach wird. Die Anklageschrift schildert, baß Matuschki nach eigenem Gestänbnis bie Sprengung der Eise» bahnlime ParisMarseille und ParisVintimß glia vorbereitet hatte. Eingehend schildert die An­klageschrift die krankhafte Veranlagung des Ange­klagten, erwähnt seine zahlreichen wahllosen Frauen« bekanntschaften unb berichtet, baß er in Berlin bfi reite am 6. August sich bie notroenbigen Materialien für ben Anschlag besorgt und gleichzeitig mit den beiden Verkäuferinnen in einem Elektrogeschäft Zu­sammenkünfte verabredet habe. Nach der Anklags- schrift hat Matuschka jetzt angegeben, baß oft Geist Leo", der ihn zum Anschlag getrieben habe, in der Person eines gewissen Leo Bergmann zu suchen sei, mit dem er 1927 eine religiöse Sekte mit kommunistischem Einschlag gegründet habe. Matuschka war 1931 in Berlin von neuem mit Leo Bergmann zur Errichtung einer Berliner Filiale dieser Sekte zusammengetroffen. Zum Schluß der Anklageschrift wird gegen Ma« tuschka die Anklage wegen 22 mit Vorbedacht durch« geführten Morden und 14 Mordversuchen ev hoben.

Das Verhör des Attentäters nahm einen oft stür­mischen Verlauf und führte zu ununterbrochenen Zusammenstößen zwischen dem Vorsitzenden und bem Angeklagten. Matuschka suchte allzu offensicht, lich den Eindruck geistiger Unzurechnungs­fähigkeit hervorzurufen und gab fortgesetzt wirre, planlose und völlig phantastische Antworten. Das Verhör richtet sich hauptsächlich auf die Fest­stellung des von Matuschka immer wieder erwähn­tenGeistes Leo", der ihn zu dem Anschlag ge­trieben habe. Als Matuschka im weiteren Verhör

Die Säuberungsaktion im mittleren Wolgoge» biet ist beendet. 2400 Kommunisten wurden aus der Partei ausgestoßen und gegen 61 ein Verfahren wegen verschiedener Unterschlagungen unö Verletzungen von Staatsgesetzen eingeleitet. In an­deren Tellen des Wolgagebietes wird die Sauoe« rungsaftion noch fortgesetzt.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen/eiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. X. 34: 10 600. Druck unb Verlag. Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerel

R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. , Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 VI Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr- Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 VI* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

gering.

Slußer der Deutschen Burschenschaft haben nach - stehende Verbände ebenfalls ihren Austritt aus dem ADW. erklärt: der VC. der Turnerfchaften, die Deutsche Sängerschaft, die Deutsche Wehrschaft und das Naumburger Thing. Weil nach dem vom Führer und Reichs­kanzler gebilligten Bundesgesetz des ADW. und infolge der Verankerung der ADW. ' * faffung der DSt. ein Austritt aus dem ADW. x b e<£x<!Lu p * "icht möglich ist, hat der Führer des ADW. im Einvernehmen mit allen im ADW. zusammengeschlossenen studentischen Verbänden fest- gestellt, daß die Führungen der auf ge­zahlten Verbände sich außerhalb des Bundesgesetzes des ADW. gestellt und ihre Verbände daher die Eigenschaft als roaffen- studentische Verbände im Sinne des ADW. ver­loren haben, mit Ausnahme ber Einzel» korporationen, bie trotz bes Schrittes ihrer Führung bem ADW. gegenüber ein Treue-