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gerichtl. beeid. Taxator f. d. Land- gerichtsbezirk d. Prov. Oberhessen.
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lVas wünscht sich die Dame zu Weihnachten?
Zuschläge erhoben:
für den zweiten Hund für den dritten Hund für den vierten Hund
Gießen, den 29. November 1934.
Hessisches Amtsgericht.
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Oben an einem der Fenster des großen 6QurM wurde ein Spitzenvorhang einmal auf- unb xUq^ zogen. Dann kehrte der junge Mann um, ginn g„ dem Händler vorbei und sagte so im Vorbeigehen« „Schönes altes Kraut, das Sie mir da verkauü haben, Mann. Wenn Sie nichts Besseres haben sollten Sie Ihre Ware in Castend feilbieten, aber nicht in Gegenden wie hier."
Der Straßenhändler sah dem eleganten jungen Herrn einen Augenblick nach und zuckte die Ach ein Dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder der gegenüberliegenden Straßenseite zu.
Eine Viertelstunde später trat aus dem Portal eines Hauses eine elegante junge Frau. Sie trug ein Kostüm von feinstem Schnitt in zartem $[Ql? Unter dem kleinen, hellblauen Filzhütchen quoll da; goldbraune Haar in weichen Wellen hervor unb umrahmte ein hinreißend schönes Antlitz. Scho» fuhr aus der Einfahrt des Hauses ein elegante; dunkelblaues Auto vor. Der Chauffeur sprang und öffnete ehrerbietig den Schlag vor der jungen Dame. Sie stieg ein.
Im gleichen Augenblick winkte der Zigarette Händler einem Mietauto, das langsam an ihm beifuhr.
„Na, so nobel?!" fragte mißtrauisch der Gfo feur der Taxe. „Wohin soll's denn gehen? Sie auch Geld, my boy?"
Der Zigarettenhändler drückte dem Chauffeur,^ Fünfschillingstück in die Hand:
„Das Doppelte", sagte er kurz, „wenn Sie bs, Auto dort nicht aus den Augen verlieren."
Der Chauffeur lächelte verständnisinnig. Er hab, begriffen und fuhr an.
MeflW MllWsl U VM-M öeiltnnöe Naturwissenschaftliche Abteilung Donnerstag, 6. Dezember, abends 8 Ubr, im Botanischen Institut:
<>err Professor Küster: 7132D JllsMimimWNMgMl! Gäste Willkomm. Henneberg, Bors.
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Annahme von Anzeigen für alle Zeitungen u. Zeitschriften
Gießen / Gchulstraße 7
ich erst erkannt, wer Eva so zum Schlechten beeinflußt, dann werde ich ja Mittel und Wege finden, sie diesem Einfluß zu entziehen."
Mac Lean reichte Borgloh die Hand:
„Bravo, nun sehen Sie wieder ganz anders aus. Nun ist doch wieder etwas von dem alten Glauben und der alten Energie in Ihnen. Reisen Sie ruhig! Was ich tun kann, um Ihnen zu helfen, das geschieht."
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In schweren Gedanken versunken, machte sich Friedrich Borgloh auf den Heimweg. Es war nachmittags gegen vier Uhr, als er heimkehrte. Gerade kam ihm Eva aus dem Badezimmer entgegen.^
„Oh, du bist schon zu Hause , sagte er und küßte sie zärtlich auf die Stirn. „Ich glaubte, du wärst noch beim Golf."
„Nein, es waren keine guten Partner da. Außerdem habe ich Onkel und Tante Parkins versprochen, heute abend mit ihnen in die Oper zu gehen. Kommst du mit? Oder hast du wieder zu arbeiten?"
Eva fragte es etwas zögernd. Sie hatte in Wahrheit nicht mit der Begleitung ihres Mannes gerechnet. Denn der junge Lord Brendford wollte sich in ihrer Loge einfinden. So war sie denn sichtlich erleichtet, als Friedrich sagte:
„Nein, Kind! Verfüge ruhig über meinen Platz in der Loge. Ich kann nicht mitkommen. Ich muß nämlich unerwartet verreisen."
„Verreisen?" sagte sie mit geheuchelter Trauer. „Das tut mir aber leid! Wohin denn?"
„Ich muß mich mit einem Kollegen in Amsterdam treffen und werde ein paar Tage fortbleiben. Meine' Adresse ist: Amsterdam, postlagernd. Ich weiß noch nicht, in welchem Hotel ich absteigen werde. Laß dich nicht stören. Ich will dem Diener Bescheid sagen, daß er meine Sachen zurechtlegt."
Als sich die Tür hinter Friedrich geschlossen hatte, stand Eva einen Augenblick still. Sie schaute mit einem eigentümlichen Lächeln auf die Tür, hinter der sie Friedrich wußte.
Diese Reise ihres Mannes kam ihr mehr als gelegen. Und gewissen andern Leuten auch. Aber Gott sei Dank, Friedrich hatte keine Ahnung davon, wie sie innerlich zu seiner Abreise stand. Er sollte auch nichts ahnen.
So bemühte sich Eva, beim Abschied die zärtliche, liebende Frau zu sein. Sie bestand darauf, in ihrem Auto Friedrich zur Bahn zu bringen.
„Aber du bist doch schon in großer Toilette, Eva", sagte er lächelnd, mit einem Blick auf ihr weißes, schimmerndes Spitzenkleid, das bis zum Boden herabfloß und nur die Spitzen der hochhackigen, roten Seidenfchuhchen sehen ließ.
„Das tut nicht", sagte Eva liebenswürdig, während sie sich die feuerroten Orchideenblüten an dem tiefen Ausschnitt des Kleides befestigte. „Ich nehme meinen Abendmantel um. Und übrigens — wenn die Leute schauen wollen, so sollen sie schauen."
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„Na, die scheint schön eitel zu sein", sagte bei Autochauffeur vertraulich zu ihw. „Sehen Sie nur, Herr, wie die sich in der Fensterscheibe spiegelt."
Der Zigarettenhändler lächelte. Die Aufmerksam- feit der jungen Dame schien weniger ihrem eigenen Spiegelbild zu gelten als dem, was die Scheibe von der Straße widerspiegelte. Jetzt fuhr ein Aula langsam an die Bordschwelle nahe dem Geschäft, an dem die junge Dame stand. Da wandte sie sich um. Und als hätte sie sich entschlossen, nicht zu taufen, winkte sie dem Auto und stieg ein.
(Fortsetzung folgt!)
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Wirklich erregte Eva Borgloh auf dem Bahnhof ziemliche Aufmerksamkeit. Die Blicke der Reisenden wandten sich immer wieder der strahlenden, schönen Frau mit dem goldbraun schimmernden Haar und den tiefblauen Augen zu. Sie hatte ben grauen Fehmantel eng zusammengezogen. Ihr Gesicht sah wie eine zarte Blute aus der weichen Umrahmung. Aber unter dem Mantel riefelte das weiße, weiche Kleid hervor.
Friedrich bemerkte wohl die Aufmerksamkeit, die Eva erregte, und die befriedigenden Blicke, mit denen fte die Bewunderung der Herren ringsumher quittierte. Es war ihm beinah peinlich. Er haßte nichts so sehr, wie irgendwie aus dem Rahmen zu fallen. So war er denn beinah froh, als der Zug endlich abfuhr. Er winkte noch einmal zurück, sah Evas schöne, zierliche Gestalt, ihr lächelndes, süßes Gesicht fern und ferner entschwinden. Aufseufzend ließ er sich in die Ecke seines Abteils fallen und schloß die Augen. Angst und Trauer bedrückten sein Herz. Was würde in der Zeit seiner Abwesenheit geschehen?
Eva aber saß inzwischen, mit einem befriedigten Lächeln auf ihren geschminkten schönen Lippen, in ihrem Auo. Während sie der Oper entgegenfuhr, dachte sie viele Dinge, die zu wissen dem Detektiv Mac Lean sicherlich wichtig gewesen wären.
5. Kapitel.
Am nächsten Tage stand an der Ecke der Straße unweit des Hauses von Friedrich Borgloh ein Zigarettenhändler. Er lehnte ziemlich faul an der Ecke und hatte seinen Kasten an zwei festen Riemen umgehängt. Ab und zu blieb einer der Passanten stehen, kaufte eine Kleinigkeit, ließ sich die Zigarre oder die Zigarette an dem brennenden Feuerzeug des Händlers anstecken und ging weiter. Aber entgegen der Gewohnheit aller Händler pries dieser hier seine Ware nicht besonders an. Er hatte offenbar an allzu großem Verkauf kein Interesse. Seine Aufmerksamkeit schien viel mehr dem Straßentreiben zu gelten als seinem Geschäft.
„He! Schlafen Sie denn?" fragte ein eleganter junger Mann, der jetzt aus einem Mietauto gestiegen war und quer über die Straße kam.
„O Verzeihung, Herr", sagte der Zigarettenhänd- ler. „Was soll's denn sein?"
„Eine Schachtel Memphis. Aber etwas schnell — ich habe Eile!"
Er nahm die Schachtel, die der Händler ihm reichte, warf nachlässig das Geld auf das Holz^des Kastens und ging schnell weiter. Aus der Straßenseite gegenüber dem Hause Friedrich Borglohs blieb er stehen und steckte sich umständlich eine Zigarette an. Der Straßenhändler war wie zufällig dem jungen Mann mit den Augen gefolgt und bemerkte folgendes:
Der junge Mann tat ein paar Züge aus feiner Zigarette und warf sie dann unwillig, als ob sie ihm nicht schmeckte, in großen Bogen auf die Straße.
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Beschluß.
lieber den landwirtschaftlichen Betrieb des Ludwig Schäfer II. und seiner Ehefrau Katharine, geb. INenges, zu GroheuLinden wird das Entschuldungsoerfahren gemäß dem Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldverhältnisse vom 1. Juni 1933 heute um 8 Uhr eröffnet.
Die Vezirkssparkasse Gießen wird zur Entschuldungsstelle ernannt.
Die Gläubiger werden aufgeforbert, ihre Ansprüche bis zum 10. Januar 1935 bei dem unterzeichneten Amtsgericht anzumelden unb die in ihren Händen befindlichen Schuldurkunden dem Gericht einzureichen bei Meldung der in § 11 Abs. 2 des Entschuldungsgesetzes angedrvhten Rechtsnachteile.
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usw., so daß für jeden weiteren Hund der Zuschlag sich verdoppelt. Die Höhe des Zuschlags regelt sich wie oben unter 1 und 2 nach dem Zeitabschnitt, in dem der mehrfache Hundebesitz eingetreten ist.
Erhebungsstelle bleibt auch für das Kalenderjahr 1935 die Stadt koste Gießen.
Diejenigen hiesigen Einwohner, die im Laufe dieses Jahres Hunde abgeschafft, aber noch nicht abgemeldet haben, wollen dies spätestens bis zum 31. Dezember 1934 entweder mündlich oder schrift- lich auf dem Stadthaus, Bergstraste 20, Zimmer 24, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr anzeigen. Vordrucke für schriftliche Abmeldungen sind dort erhältlich. Die Verbindlichkeit zur Entrichtung der Hundesteuer bauert bei Nichtabmelbung auch im folgenben Jahre, und zwar so lange fort, als die entsprechende An- zeige versäumt wirb.
Gießen, ben 29. November 1934.
Bürgermeisterei Gießen; Ritter, Oberbürgermeister.
„Sie müssen mich nicht fragen, Borgloh. Ich kann Ihnen boch noch nichts sagen. Ich selbst habe noch keinen burchbachten Plan. Nur bie Anfänge smb mir klar. Aber Sie wissen, ich pflege über bie Dinge nicht zu sprechen, ehe sie nicht irgenbwelche Aussicht auf Erfolg haben. Also bitte, befolgen Sie meinen Rat. Verreisen Sie! Geben Sie irgenbeinen (Srunb an. Jrgenbeine Zusammenkunft mit einem auswärtigen wissenschaftlichen Mitarbeiter! So etwas läßt sich boch leicht finben. Ihre Abreste barf nur mir bekannt sein. In vier bis fünf Tagen längstens werbe ich Ihnen Nachricht geben, bah Sie zurückkommen können."
„Aber bebenfen Sie, Mac Lean, in welch furchbarer Unruhe ich fein werbe. Was glauben Sie? Was befürchten Sie? Lasten Sie mich nicht so voll- ftänbig im Dunkeln tappen."
Mac Lean sah Borgloh ernst und herzlich an:
„Was ich befürchte? Das eine zunächst, daß Ihre Frau durch irgendwelche Einflüsse zum Schlechten verändert wurde. Und diese Einflüsse muß ich kennenlernen."
„Vielleicht sind daran die Verwandten schuld, die den ..."
„Erzählen Sie mir nichts, Borgloh. Ich möchte vollständig unbeeinflußt von allem meine Nachforschungen anstellen. Das eine aber will ich Ihnen versprechen: Sowie ich ein bißchen Licht sehe, werde ich Ihnen Aufklärung geben."
„Wenn es Ihnen doch gelänge, Mac Lean!" gab Friedrich Borgloh bedrückt zur Antwort. „Wenn es Ihnen doch gelänge, mir die alte liebe, kleine Eva wiederzugeben! Dann würde ich Ihnen ewig dankbar sein. Glauben Sie mir, diese Enttäuschung frißt an meinem Herzen unb an meinen Kräften. Immer roieber versuche ich um bes Anbenkens an van Koster willen meine Ehe mit Eva so zu gestalten, wie van Koster unb ich es erhofft. Wäre Eva irgenbeine beliebige Frau, bie ich burch einen Zufall kennengelernt unb geheiratet hätte, vielleicht würbe ich mir gar nicht so viel Mühe geben. Dann hätte ich vielleicht schon längst den Gedanken an eine Trennung erwogen. Aber leider bin ich in bestimmten Dingen ein sehr altmodischer Mensch, Mac Lean. Für mich ist eine Ehe nicht etwas, was man heute anfängt und morgen fortroirft, sondern etwas sehr Ernstes unb Heiliges. Meine Ehe mit bem Kinbe meines väterlichen Freunbes ist mir besonders heilig. Ich muß diese Ehe zu einer wirklichen Lebensgemeinschaft gestalten. Gebe Gott, daß Ihre Nachforschungen mir dabei helfen könnten! Habe
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."Roman von Rainer Selben.
Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.)
Sie brauchten nicht weit zu fahren. Nahe fei Piccadilly Cirkus hielt das blaue Auto vor ein^ großen Lederwarengeschäft. Die junge Dame in bnn lichtblauen Wollkostüm stieg aus und gab dry Chauffeur einen Befehl. Der leate die Hand an di, Mütze, fuhr an, wendete unb sauste bald bei beq eben auftauchenben grünen Verkehrslicht üfe Piccabilly Cirkus hinweg fort. Die junge Dan ftanb einen Augenblick und schien mit groß» Interesse die Leberwaren in der Auslage zu (w trachten. Der Zigarettenhänbler blieb in leinen, Auto sitzen unb schaute vorsichtig hinaus.
WelM Qc*** sott lUc BUM UcM* ' '' k. Das Gewicht Ihres Bl=„ öSnSSoBA Pflegen-^ ?uecnh0tum " Dheioe^. rasch dauerhafte l0BA glanz zu ^' blitzend« gibt Ihrem Heim (fe5b Frische le* ’ ^tefre wasserfest,5 hb»r' daher naß
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Bekanntmachung.
Die Gemeindehundesteuer für das Kalenderjahr 1935 ist wie folgt festgesetzt worden: 7141C
1. wenn der Beginn des Hundebesitzes in RM.
die Zeit vor dem 1. Juli fällt 24,—
2. vom 1. Juli ab 12,—
für jeden Hund.
Für ben mehrfachen Hundebesitz werden folgende
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