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Nr. 70 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Montag, 5. ßebruar

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SS. im Kampfe gegen Hunger und Kalle.

Eifrige Sammlung in den Straßen. Ein schneidiger Werbemarsch. Glänzendes Konzert in der Bolkshalle.

In anerkennenswerter Weise stellte sich die Ss. unter ihrem Sturmbannführer Nickel am Sams­tag und am gestrigen Sonntag aufopferungsvoll in den Dienst des W i n t e r h i l f s w e r t e s. Als besonders wirkungsvolles Instrument für diesen Kampf ließ die Gießener SS.-Führung den M u - s i k,z u g der 2. SS. -Standarte Wiesbaden nach Gießen kommen, um mit seiner Hilfe die Ar­beit für das Winterhilfswerk besonders wirkungs­voll und ertragsreich zu gestalten. Die selbstlose Tätigkeit unserer SS. für den guten Zweck wurde um es von vornherein zu betonen ein vol­ler Erfolg für das Winterhilfswerk

Schulstraße, Neuen Baue, Gartenstraße, Ludwig- straße, Alicenstraße, Bahnhofstraße, Kaplansgasse, Seltersweg, Hindenburgwall bis zum Stadttheater fortgesetzt. Ueberall auf dem Marsche wurde die SS. von einer großen Menschenmenge, die den größten Teil der Marschstrecke mehrere Glieder tief auf dem Bürgersteig umsäumte, herzlich mit dem deutschen Gruß begrüßt. Die Hundertschaft machte durch die prächtigen großen Menschen und durch ihre hervorragende Marschdisziplin den denkbar besten Eindruck, der noch durch den zackigen, präch­tigen Marschrhythmus der Abteilung verstärkt wurde. .Dieser Marsch der SS.-Hundertschaft wurde nicht

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Die SS.-Fahne wird unter Führung des SS.-Sturmvannführers Nickel (vor der Fahnen­gruppe marschierend) von der Polizeidirektion am Landgraf-Philipp-Platz abgeholt.

und zugleich ein besonderer Ruhmestitel, den sich die SS. durch diese christliche Liebestätigkeit mit vollem Recht erworben hat. Biele notleidende

1 Familien werden den Männern in der schwarzen Uniform von ganzem Herzen Dank wissen für die ..Munition", die sie in den Geldsammelbüchsen und aus dem Eintrittskartenverkauf zu dem Konzert in der Volkshalle dem Kampf des Winterhilfswerks 1 gegen Hunger und Svälte zugeführt haben.

Oie Sammeltätigkeit m den Straßen.

I Bereits am Samstagmittag bezogen die Sammel- Bosten der SS., mit ihren Sammelbüchsen der Winter­hilfebewaffnet", ihren Dienst an allen nur einiger­maßen begangenen Stellen der Stadt. Daß den SS.-Männern die G e l d s a m m I u n g für den edlen Zweck eine Sache eifrig st er Pflichter­füllung war, konnte man überall immer wieder beobachten. Kein Straßenpassant ging ihnendurch ine Lappen", seder bekam mit einer freundlichen Neste und einem ebenso verbindlichen Wort oder Scherz die Sammelbüchse hingehalten, damit er sein Portemonnaie öffnete und den Inhalt in die Büchse ^umschichtete", je mehr das war, um so größer war Sie Freude der Sammelnden. Eine hübsche Pla­kette, die die SS. eigens zu diesem Zwecke hatte Herstellen lassen, wurde den Spendern als sichtbares Zeichen ihrer bekundeten Opferbereitschaft überreicht, und sie wurde schon bald das Zeichen für alle Stra­ßenpassanten, von denen sich wohl kaum jemand oei dem gemeinnützigen Sammelwerk ausschließen wollte. Das eifrige Klappern der schwarzen Samm­ler konnte man denn auch bis weit in den Abend >es Samstag hinein hören, ebenso wurde am Sonn­tag die Sammelbüchse eifrig geschwungen und der Absatz der Plaketten noch erheblich gesteigert.

Oer Werbemarsch.

Gestern nachmittag trat eine Hundertschaft ix er S S. unter dem Kommando des Sturmbann- lührers Nickel auf Oswaldsgarten an, um von t*ort aus nach dem Gebäude der Polizeidirektion auf dem Landgraf-Philipp-Platz zum A b h o l e n b« e r Fahne zu marschieren. Unter Vorantritt des Spielmannszuges und der Kapelle der 2. SS.- Standarte Wiesbaden ging der Marsch so pünktlich »or sich, daß die Hundertschaft zur festgesetzten Zeit Ium 15 Uhr) vor der Polizeidirektion ankam, wo fie von einer großen Menschenmenge erwartet und freubig begrüßt wurde. Feierlich wurde dann von der Fahnengruppe unter persönlicher Führung des Sturmbannführers Nickel bei den fchneidigen Klängen des Präsentiermarsches die Fahne der SS. D'On ihrem Standort, dem Polizeiamtsgebäude, ab- xeholt. Hierauf wurde der Marsch durch die Land- trafenftrafee, Hitlerwall, Walltorstraße. Kirchenvlatz,

nur zu einer Werbung für die Winterhilfe, für die auch bei dieser Gelegenheit die Sammelbüchsen eifrig in Betrieb gefetzt wurden, sondern er wurde zugleich auch zu einer Vertiefung der Verbunden­heit zwischen der SS. und der Bürgerschaft.

Im Anschluß an den Marsch gab die Kapelle der 2. SS.-Standarte vor dem Stadttheater ein gut halbstündiges Anlagenkonzert, bei dem sie mit prächtigen musikalischen Leistungen erfreute und dafür den vollen Beifall der Zuhörer erhielt.

Das Konzert in her Volkshalle.

Zu dem Höhepunkt der Werbeveranstaltung, dem Konzert in der Volkshalle, hatte sich un­sere Bürgerschaft so zahlreich eingefunden, daß die große Halle unter Ausnutzung aller Raummöglich­keiten bis zum letzten Platz vollbesetzt war. Die Zu- fage der SS., durch gründliche Heizung die Volks­halle trotz des Winters zu einem angenehmen Aufenthaltsort zu machen, wurde in vollem Maße erfüllt; Gas- und Kohlenöfen hatten den Raum schön durchwärmt, außerdem waren die Türen und Fenster gegen das Eindringen der Kälte gut abge­deckt worden. Damit hatte man schon eine wesent­liche Vorbedingungen für die gute Stimmung der Besucher erfüllt.

Nachdem die S S. - H u n d e r t f ch a f t unter dem Kommando des Sturmbannführers Nickel mit der Fahne unter den Klängen schneidiger Marschmusik in die Halle einmarfchiert war und vor der Bühne, mit Front nach dem Publikum, Aufstellung genom­men hatte, hielt SS.-Sturmbannführer Nickel eine kurze einleitende Ansprache, in der er für den außerordentlich starken Besuch des Konzerts dankte und den Massenbesuch als Beweis dafür bezeich­nete, daß der Geist der Volksgemeinschaft in unserer Stadt lebendig geworden sei. Er begrüßte sodann noch besonders die Kameraden der SA., der Ver­treter der Wehrmacht, der Polizei, der Universität und aller übrigen Behörden, und wies weiter auf die Bedeutung des WortesSS.-Mann deine Ehre heißt Treue"'hin. Er betonte dabei die besondere Aufgabe der SS., stets in unbedingter Zuverlässig­keit, Treue und größter Hingabe für den Führer und fein Werk einzustehen, was auch bei dieser Ver­anstaltung dadurch bewiesen werde, daß die SS. sich bestrebe, dem brennenden Wunsche des Führers Adolf Hitler, daß kein Volksgenosse hungern und frieren dürfe, Erfüllung zu verschaffen. Er begrüßte es mit Genugtuung, daß dabei die SS. das volle Verständnis und die bereitwillige Mithilfe der Gie­ßener Bevölkerung gefunden habe.

Hierauf begann der Musikzug der 2. SS.-Stan­darte Wiesbaden unter Leitung des Musikzugfüh­rers, SS.-Sturmführer M a f ch u i (Wiesbaden), mit den reichhaltigen Darbietungen der Vortrags-

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Das Anlagenkonzert der Wiesbadener SS.-Kapelle vor dem Stadttheater. Man beachte besonders links den prächtigen Schellenbaum. (Aufnahmen: Photo-Pfaff, Gießen.)

folge. Im ersten Teile wurde Blasmusik geboten, bei der natürlich die Marschmusik durch einige pro­grammäßige Märsche, daneben aber auch durch gute Einlagen in schneidigster Weise zur Geltung ge­bracht wurde. Ferner fand gefällige Operettenmusik in prächtiger Wiedergabe der Kompositionen den ge­bührenden Platz und die gleiche starke Beifallsfreu- digkeit der Zuhörer, wie sie auch bei der Marsch­musik zutage trat. Die Musikkapelle und ihr vor­trefflicher Leiter hatten schon mit diesem Teile der Vortragsfolge den besten Eindruck bei den Zuhörern erzielt. Der zweite Teil des Programms, der Streich­musik mit Begleitung durch einige Blasinstrumente brachte, war durch feine hervorragende künstlerische Ausgestaltung nur geeignet, den starken Erfolg der Kapelle noch bedeutend zu steigern. Hierbei hatte die Operettenmusik die überragende Stellung des Programms inne, wobei ganz besonders ein Pot­pourri aus der Operette ,^Schwarzwaldmädel" un­bestreitbar die Spitze in Leistung und Beifall er­zielte. In diesem Teile der Vortragsfolge hatte man auch die Freude, den Tenor Pg. M ü n i ch vom

Staatstheater in Wiesbaden in einer Anzahl Ge­sangsdarbietungen aus Operetten zu hören und sich dabei an feiner reifen Kunst und feiner prächtigen Stimme zu erfreuen. Der Künstler, der schon bei seinem Erscheinen mit lebhaftem Beifall empfangen wurde, konnte im Verlaufe seiner Mitwirkung rie­sige Beifallsstürme für seine glänzenden Darbietun­gen ernten. Musikzugführer Maschui war ihm dabei ein feinsinniger und dezenter Begleiter auf dem Flügel. Die Kapelle konnte sich in gleicher Weise an ständig anwachsenden Beifallsstürmen er­freuen, wie das Publikum von der ausgezeichneten Musik in steigendem Maße entzückt war.

Für den Wiesbadener SS.-Musikzug, dessen künstlerische Leistungen man in unserer Stadt nach den gestrigen vortrefflichen Darbietungen immer wieder gerne hören wird, wie auch für den Sänger und die Gießener SS. als Veranstalter des schönen Abends war das Konzert ein glänzender Erfolg. Für die Jugend fand der Abend mit Tanzvergnügen noch einen besonders frohen Abschluß.

Das oberhessisthe Schäfersejl in Laubach.

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Der Festzug der Schäfer mit der Schäjerfahne.

ßaubad), 5. Februar. Gestern fand hier der diesjährige oberhessische Schäfertag statt, der sich dank des günstigen Wetters eines sehr gro­ßen Besuches von nah und fern erfreute.

Am Vormittag tagte imSchützenhof" der jetzt in den Deutschen Landarbeiterverband eingegliederte Schäferverein. Nach der Begrüßungsansprache durch den Kreisleiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Otto Braun- Laubach, der über die Neu­organisation des Verbandes berichtete, sprachen der Kreisfachschaftsleiter für Schafzucht, Pg. Wirth- Wetterfeld, ferner Bürgermeister Högy als Vertreter

terverbandes Pg. Kleist, Frankfurt a. M., eine kernige Ansprache. Bürgermeister H ö g y überreichte dem Gemeindeschäfer Konrad Köhler, der seit 25 Jahren im Dienste der Stadt Laubach steht, ein Geschenk.

Am Schluß des Schäfertages wurde unter Leitung des oberhesfifchen Heimatdichters Georg Heß-Lei- geftern eine volkstümliche DarbietungDeutsches Wort, deutscher Sang, deutscher Tanz" in den über­füllten Sälen desSolmser Hofes" und.Schützen­hofes" gezeigt, die großen Beifall fand. Eine Tom­bola wurde durchgeführt, deren Reinertrag dem Winterhilfswerk zufließt.

Das Fest kann in allen Teilen als vollkommen gelungen bezeichnet werden.

Die Volksgesundheit fördern, heißt Elend verhüten.

Werdet Mitglieder

der NG.-Volkswohlfahrt.

der Stadt Laubach. In trefflichen Ausführungen um­riß der Geschäftsführer des Süddeutschen Schäfer­verbandes, Theodor Körner -Stuttgart, die volks­wirtschaftliche Bedeutung der Schafzucht und setzte sich für deren Hebung und Förderung durch ver­mehrten Absatz ihrer Produktion ein. Kreisveteri­närrat Dr. Metz- Schotten sprach über die Pflege der Schafe und Bekämpfung der die Schafzucht be­drohenden Seuchen. Die Grüße des am Erscheinen verhinderten Landesbauernführer Dr. Wagner, überbrachte Kreisbauernführer Straub- Nainrod. In zwangloser Aussprache wurde zum Schluß noch eine Reihe von Schäfereifragen besprochen.

Nachmittags fand ein großer Festzug statt, der in 21 Schaunummern die Schafhaltung und ihre wirtschaftliche Bedeutung, sowie Ausschnitte aus dem Landvolkleben zeigte. Aus dem traditionellen S ch ä f e r l a u f in der Schloßgasien-Allee gingen Wilhelm Köhler- Laubach als Schäferkönig und Elisabeth Vonderheid - Villingen als Schäfer­königin hervor. Anschließend hielt imSchützenhof" der Verbandsbezirksleiter des Deutschen Landarbei­

Der Schäferkönig und die Schäferkönigin.

Hessische Schaf er familie. (Aufnahmen: Photo-Pfaff. Gießens

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