Jungen für die Betroffenen mit Schmerzen verbunden ist, damit müssen wir uns abfinden. Bei dieser Frage geht es darum, auch dem Landarbeiter Anteil und damit Liebe und Interesse am deutschen Boden zu geben, wofür er wie jeder andere in den Materialschlachten des Weltkrieges gestanden hat. Immer ist die Geburt einer neuen Zeit ebenso wie. die Geburt von neuem Leben mit Schmerzen verbunden aewesen, die nur mit Härte und Ausdauer Überwunden werden konnten.
Auch die Lösung der sozialen Frage des Landarbeiters wird eines verlanaen, nämlich: Nationalsozialist der Tat ober Revolutionär d e s Herzens zu fein. Diese Frage tritt heute an jeden landwirtschaftlichen Großbetrieb heran. Möge der Opfergeist des unbekannten 621.» Mannes ober ber Nationalsozialismus als Retter vor bem bolschewistischen Chaos über alle Schmerzen unb Schwierigkeiten einer solchen Umstellung yinweghelfen unb ben richtigen Weg zeigen. Don dieser Einsicht unb Erkenntnis hängt vieles ab, ob es möglich ist, auf diesen rein landwirtschaftlichen Großbetrieben einen mit der Scholle unb bem Hof oerbunbenen seßhaften Lanbarbeiterstarnrn zu schaffen, ber mit seiner kinberreichen Familie ben Saisonarbeiter überflüssig macht. Es ist selbstver- stänbllch, baß diese Frage nicht von heute auf morgen gelöst werden kann, aber der Anfang muß gemacht werden, unb zwar besser heute als morgen. Sie nationalsozialistische Revolution ist auch nicht von heute auf morgen gekommen; aber wir haben den Anfand aus einem Nichts gemacht. Der Kampf um das Ziel begann auch erst bei jedem um die eigenen innerlichen Hemmungen und dann gegen die Hindernisse, die von außen an uns herantraten. Der Führer verlangte diesen Kampf und wir haben ihn ausgenommen.
Auf Befehl des Führers stehen wir heute in der Arbeits schlacht. Sein Wille, ber für jebcn Nationalsozialisten immer höchstes Gesetz war, ist es, baß jeder Arbeiter einen Arbeitsplatz findet, der ihm mehr als Geldverdienen gibt, nämlich eine Heimat, die er liebt, an ber er hängt und für die er bereit ist, auch fein Letztes zu opfern. An dem Ruf nach Saisonarbeitern unb nach Schnittern werben wir feststellen, ob unb wie weit ber Lanbwirt sich loslöst von alten reaktio
nären Gewohnheiten und liberalistischen Einrichtungen und wo ber Anfang gemacht wirb, um ben fianbarbeiter zu schaffen, den alle Lockungen der Großstadt nicht vom Lande lösen können. Das ist die Aufgabe des Landwirts in der Arbeit s s ch l a ch t. Seine Aufgabe ist es, alles zu tun, um die Zuwanderung ber Landarbeiter in bie Großstabt zu verhindern, eine Betriebsgemeinschaft zu schaffen von Führer unb Gefolgschaft.
Großzügige Luftfahrtwerbung im Berliner Flughafen.
Die Sonntagsveranstaltungen auf dem Berliner Flughafen aus Anlaß der Werbewoche des Deutschen Luftsportverbandes hatten in Anwesenheit des Reichswehrministers v. Blom- berg, des Staatssekretärs Milch, des Direktors der Lufthansa Wronski und des Führers der SA.-Obergruppe Berlin Ernst bei bestem Wetter einen Massenbesuch aufzuweisen. Präsident Loer- z e r nahm die Taufe eines Ballons der Ballongruppe des DLD. auf den Namen „General Göring" vor. Unter dem Jubel der Menge stieg der Ballon mit Gruppenführer Ernst an Bord zu seiner Jungfernfahrt auf unb entfernte sich mit acht weiteren Ballons in füböstlicher Richtung, verfolgt von Wagen bes NSKK. unb bes DDAC. 10 000 Brieftauben würben losgelösten unb 20 000 Kinderballons trugen Erinnerungskarten der HI. in die Ferne. Aus der Fülle der weiteren luft- sportlichen Darbietungen seien die Flüge bes Pioniers ber beutschen Motorfliegerei, Hans Grabe, erwähnt, ber mit seinem selbsterbauten alten Eindecker in geringer Höhe Platzflüge vorführte. Zu Ehren des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und des Reichsministers für Luftfahrt veranstaltete der Deutsche Luftspvrtverband einen Festfackel - zug, an bem uniformierte Flieger teilnahmen. Eine unabsehbare Menschenmenge hatte sich in ben Straßen, bie vom Zuge berührt wurden unb besonders in der Wilhelmstraße, eingefunden. Mit „Deutschland, Deutschland über alles!" marschierten die endlosen Reihen der Flieger am Reichskanzler- unb Reichspräsibentenpalais vorbei.
Aus aller Wett.
„(Braf Zeppelin" auf der Heimreise.
Nachdem das Luftschiff „Graf Zeppelin" von seiner Fahrt nach Rio de Janeiro nach Per- nambuco zurückgekehrt war, startete es zur Fahrt nach Deutschland. Am Samstag um 7 Uhr stand es in der Nähe der Insel Fernando Noronha. Das Luftschiff dürfte in den Morgenstunden des Montag die Kanarischen Inseln erreichen.
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Das Luftschiff hat, wie ein bet der Bordfunkstelle des Luftschiffbaues Friedrichshafen eingegangener Funkspruch besagt, auf feiner Rückfahrt von Südamerika am Sonntag um 7.40 Uhr den Aequator überflogen. Unter ben Passagieren befinbet sich ber deutsch-brasilianische Bischof Müller, dem in humorvoller Weise die 2Iequatortaufe gespendet wurde.
100-3af>rfeier der Kurverwaltung Bad Kreuznach.
Bad Kreuznach an der Nahe beging unter lebhafter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung die Feier bes 100jährigen Bestehens des Bades. Reichsarbeitsminister S e l b t e überbrachte die Grüße des Reichspräsidenten, des Führers und der Reichsregierung. Namens der Aerztefchaft und der benachbarten Universitäten Köln, Bonn, Heidelberg, Gießen unb Marburg sprach ber Direktor der Chirurgischen Klinik in Frankfurt a. M. Professor Dr. Schmieden, t^r bie Bedeutung von Bad Kreuznach auch für die medizinische Forschung unb wissenschaftliche Tätigkeit unterstrich. Ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil auf ben Reichs- präfibenten und den Reichskanzler Adolf Hitler sowie ber Gesang bes Deutschlandliebes und des Horst-Westel-Liedes beschloß ben Festakt. In dem Kreuznacher Stadion fand eine vaterländische Kundgebung statt, an der Reichsarbeitsminister S e l b t e unb der Führer der Deutschen Arbeitsfront Staatsrat Dr. Ley teilnahmen. Dr. Ley entbot bie Grüße ber Partei, erinnerte an die lange Kampfzeit und gedachte der Gefallenen.
Endlich Regen und bessere Ernte-Aussichten in USA.
In weiten Gebieten Manitobas und des Saskatchewans sind zahlreiche Niederschläge zu verzeichnen. Der Regen ist nach ber Trockenheit für das Getreide überaus nutzbringend. Auf bem Markt in Winnipeg ist der Preis um 1—3 Sents für den Scheffel gesunken. Auch in der Gegend von Ottawa ist Regen gefallen, der in dem von der Dürre betroffenen Gebieten besonders ben jungen Saaten zugute gekommen ist. Wenn weiter ausreichende Niederschläge erfolgen, wirb ber in biefen Gebieten angerichtete Schaben in sehr erheblichem Maße wieder gut aemacht werden können. In einigen Gebieten der südlichen Prärieprovinzen allerdings besteht keine Hoffnung auf Rettung der Ernte. In den Rocky Mountains waren leichte Regenfälle zu verzeichnen, und es wird weiterer Regen erwartet. In Nebraska sind schwere Regenfälle und Hagelschauer niedergegangen, die den Feldern schweren Schaden zugefügt haben. Auch aus Indiana, Missouri und Illinois wird Regen gemeldet. In dem von ber Dürre befonbers .schwer betroffenen Gebieten waren am Sonntag bie Kirchen überfüllt von Leuten, bie um Regen beteten. In ben östlichen Staaten herrscht unoeränbert furchtbare fiifce. Millionen haben sich am Sonntag aus ben Stäbten ans Seeufer ober aufs Lanb geflüchtet.
Die Unwetterverheerungen im Saargebiet.
Die Unwetterkatastrophe im Warndt bat wie aus Saarbrücken gemeldet wird, einen viel gröberen Umfang angenommen, als es zuerst ben Anschein hatte. Drei Bergleute, bie auf ben be Wendelschen Schachtanlagen beschäftigt waren, mürben, als sie bei ber Kontrolle bie Jffiettcrturen öffneten, von Öen wild hereinbrechenden Wassermengen erfaßt unb er tränte n. Die Ha hl der Todesopfer bes Unwetters erhöht sich damit auf fünf. Der Sachschaden, den das Unwetter anrichtete, kann auch nicht annähernd abgefchatztwerden. Der Gewalt der Wasserfluten widerstand fast nichts mehr. Neu angelegte Straßen mürben voll- ftänbig zerstört, ja sogar Häuser stark in Mit- leibenschaft gezogen. Die Windmaschine ber de Wendelschen Schachtanlage Wilhelmine mürbe durch Blitzschlag zerstört und außer Betrieb gesetzt, lieber bie Hälfte ber Bergarbeiter konnte nicht em» fahren. Gerabezu vernichtend ist der Schaben in den Bergen und auf den Feldern. An abschüssigen Stellen wurde alles fortgerissen unb restlos zer
stört. Eine Wetterkatastrophe in solchem Umfange ist seit 1891 hier nicht mehr erlebt worden.
Wolkenbruch über bem Moseltat.
lieber bem Moseltal entlub sich in ben letzten Tagen bei bem bekannten Weinort Glusserath ein schweres Unwetter. Gewaltige Regen- unb Hagelmengen stürzten herab unb überflute- t e n innerhalb kurzer Zeit bie Dorfstraßen unb zum Teil auch bie Weinberge. Das Wasser brang im Ort in bie Häuser ein. Auch auf ben Wiesen und Felbern würbe schwerer Schaben angerichtet. Bor bem Damm, über ben die Mittelmoselstraße führt, stauten sich die Wassermassen. An mehreren Stellen wurde bie erst vor zwei Jahren fertiggestellte Straße aufgerissen oder mit Geröll unb Schlamm-Massen so bebecft, baß sie für den Durchgangsverkehr vollständig gesperrt werden mußte.
Erdbeben in Island.
In verschiedenen Bezirken von Island wurde ein hoeftiges Erdbeben verspürt, durch das in der Hauptsache nur materieller Schaden angerichtet wurde. In Dalvik wurden sämtliche Wohnhäuser so sehr beschädigt, daß die Bewohner obdachlos wurden, und in Husavik war tvas Beben so stark, daß Strahenpassanten hinstürzten.
Schweres Erdbeben in Bengalen.
Die Stadt Muzaffarpur in Bengalen wurde erneut von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, das etwa eine halbe Minute lang dauerte. Biele Häuser wurden zerstört, alte Erdspalten öffneten sich erneut. Die Bevölkerung stürzte schreckerfüllt auf die Straßen unb ergriff die Flucht. Gleichzeitig mit dem Erdbeben trat ein schwerer Wir b e l ft ur m , verbunden mit Hagelfchlag unb Wolkenbruch, auf. Die Verwirrung würbe badurch vergrößert, daß die Stromzufuhr unterbrochen wurde und auch Telephon unb Telegraph unbrauchbar würben. Die Naturkatastrophe kün- bigte sich durch eine leuchtend gelbe Himmelsfärbung an. Die Stadt bietet einen trostlosen Anblick. Alle Straßen sind mit umgestürzten Bäumen unb Dachtrümmern bedeckt. Todesopfer sind bisher nicht gemeldet worden, da ein großer Teil der Bevölkerung bereits seit dem letzten Erdbeben im Freien hauste. Der Seismograph in Kalkutta verzeichnete anschließend an den Hauptstoß noch drei leichte Beben. Das Zentrum des Erdbebens wird in einer Entfernung von 470 Kilometern vermutet. Die Erdstöße waren auch in Kalkutta fühlbar. Der Bereich bes Erbbebens umfaßt bas ganze Gebiet ber Januarkatastrophe, befonbers bie Gegenb um Patna unb Benares. Heftige Stöße waren in ber Provinz Affam zu verspüren. Die Geologen erklären bie Stöße als eine Folge bes Einsetzens ber Regenzeit unb bes dadurch bebingten Einsturzes ber burch bas Januarbeben geschaffenen Hohlräume. Man erwartet weitere berartige Beben in ben fommenben Monaten.
Opfer des Taifuns an der Küste von Korea.
Zu der großen Taifun-Katastrophe an der Westküste von Korea wirb mitgeteilt, baß von ben 500 vermißten Fischern bisher 84 als Leichen geborgen würben. Man befürchtet, bah noch eine anbere Gruppe von 290 Fischern, die dieser Tage in See ging, ebenfalls dem Taifun zum Opfer gefallen ist.
Beim IHolortabrennen tödlich verunglückt.
Bei der vom DDAC. und dem NSKK. veranstalteten Zuverlässigkeitsfahrt „Rund um Thüringen" ereignete sich ein tödlicher Unfall. Beim Nehmen einer Kurve in feinem Heimatort Gorndorf bei Saatfeld fuhr ber Motorrabsahrer W. Werlich gegen eine steinerne Straßenbrüstung. Der Fahrer erlitt einen Schädelbruch und war sofort t o t.
Wieder drei Leichen im Bugginger Unglücksschacht * geborgen.
lieber den Fortgang der Bergungsarbeiten in Buggingen, bie zur Stunde noch nicht abgeschlossen sind, ist zu berichten, daß man zunächst auf ber Unglückssohle (793 m) bis zur einfallenden 6 oorgebrungen ist, bie sich ungefähr in gleicher Entfernung wie bie schwebende 8 ber 754 m-Sohle vom Schachtausgang entfernt befinbet. Damit war man in bie nächste Nähe bes Brandherbes gelangt. Hier würben verkohltes unb verbranntes Gehölz sowie eingestürztes Gestein festgestellt. Im allgemeinen finb aber bie Gesteinsbeschaffenheiten verhältnismäßig gut. Die analysierten Grubenver- yältnisse ergaben noch einen Gehalt von 2.9 Pro
zent Kohlenbioxyd unb 0.4 Prozent Kohlenoxyd, also noch ein Vielfaches der tödlich wirkenden Menge. Außerdem wurde bas Vorhandensein von Methan- Gas, eines überaus aiftigen Grubengases, bis zu 0.3 Prozent festgestellt. Durch bas Deffnen ber Dammtür sowohl auf ber Sohle 793 m wie auf ber 754 m-Sohle würbe ein natürlicher Lust- burchzug geschaffen, so baß bas Vorbringen etwas leichter erfolgen konnte. Die Hauptarbeit gilt jetzt ber Abdichtung ber Queroerbinbungen nach ber Sohle 812 m. Auf ber 793 m-Sohle finb roieber- um brei Leichen gefunben worben. Es han- beit sich um ben Förberausseher Grabe, ben Bunkerbediener Wiedemeier und den Hauer K a m e n i f ch. Da die Verunglückten unmittelbar an ihrer Arbeitsstelle aufgefunben würben, ist an- zuneymen, baß sie von bem Kohlenoxybgas augenblicklich getötet worben finb.
Bier Tote unb zahlreiche Verletzte bei einem Autounglück.
In ben Abendstunden bes Sonntags fuhr in ber Gemeinbe Eichnerscheidt bei Münstereifel ein auf ber Rückfahrt vom Nürburgring be« finblicher Lastkraftwagen, auf bem etwa 25 Personen aus Birkesborf (Kreis Düren) untergebracht waren, auf ber stark abfaüenben Dorf- straße in einer Kurve gegen ein Haus. Durch ben Anprall zogen sich mehrere Personen lebensgefährliche Verletzungen zu. Bei drei Personen waren bie Verletzungen so schwerer Natur, daß sie bereits an ber Unglücks st eile Der« ft a r b e n. Eine Frau starb wenige Stunben später im Krankenhaus in Münstereifel. Bei fünf weiteren Schwerverletzten besteht keine Lebensgefahr mehr.
Skandal in Nizza.
Die Polizei in Nizza verhaftete einen Nachkommen des französischen Marschalls B e r 11) i e r, Prinz von Wagram, Gras Berthier de S a u v i g n y , wegen D i e b st a h l s. Der Besitzer eines großen Geschäftes für Sportartikel hatte fest- gestellt, daß ihm jedesmal nach bem Besuch bes Grasen, ber in einem teuren Kraftwagen vorsuhr, wertvolle Sportartikel fehlten. Er erstattete bei ber Polizei Anzeige, bie ben Grasen überwachen ließ und feststellte, daß er der Dieb war. Bei seiner Vernehmung mußte er ferner eingestehen, daß er zahlreiche Kraftwagen gestohlen unb sie zu Schleuderpreisen weiterverkauft hatte. Graf de Sauvigny steht vollkommen unter bem Einfluß von Rauschgiften. Durch bie Diebstähle verschafft er sich bie Mittel für ben Kauf von Heroin unb Kokain.
Neuer deutscher Rekord:
Berlin — London in 3 Stunden 50 Minuten.
Ein von dem deutschen Piloten N o a ck gesteuertes Verkehrsflugzeug hat einen neuen Rekord aufgestellt. Das Flugzeug legte die Entfernung Berlin — Croydon (London) in 3Stunden und 50 Minuten zurück. Die Durchschnittsgeschwindigkeit ber Maschine betrug 264 Stunbenkilometer.
Polnischer Bauernwagen vom Zug erfaßt. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte.
Bei Jsroslawice in ber Nähe von Lublin würbe ein Bauernwagen mit fünf Insassen beim lieber» queren eines Bahngleises von einem Perso« n e n 3 u g e ersaßt und zertrümmert. Zwei der Insassen wurden auf der Stelle getötet, zwei andere trugen schwere Verletzungen davon; an ihrem Aufkommen wird gezweifelt.
Internationaler Gemeindekongreß 1935.
Der große, alle drei Jahre stattfindende Kongreß des Internationalen Gemein- deverbandes findet auf Einladung des Deutschen Gemeindetages im Jahre 1935 in Berlin und München statt. Reichspräsident von Hindenburg hat die Schirmherrschaft übernommen. Der Internationale Gemeindekongreß umfaßt bie kommunalen Spitzenverbände fast aller Kulturstaaten. Es wevben zu dem Kongreß Abordnungen aus etwa 40 Ländern erwartet. Zur Erörterung stehen die Bekämpfung der Erwerbslosigkeit durch Arbeitsbeschaffung und Arbeitslosenfürsorge, wovon die erste Frage in Berlin, die zweite in München behandelt wird. An den Kongreß schließen sich Besichtigungsfahrten durch verschiedene Teile bes Reiches an.
BriefmarFen-Baritäten unter dem Hammer.
In London sand eine Versteigerung besonders wertvoller und seltener Briefmarken aus der be» r hinten Sammlung bes Amerikaners Arthur Hind statt. Eine Britisch Guyana von 1850 bis 1860, dortselbst primitiv gebrückt, erregte bei sehr zahlreich bietenben Käufern bas lebhafteste Interesse. Das seltene Stück erzielte 14 000 RM. Für 2 Cents — rose — der Britisch Guyana»„Circulars" von 1850 wurden 30 000 RM. bezahlt; der Umschlag trägt die Aufschrift „Miß Rosa in Blankenburg". Es existieren hiervon nur noch zwei Stücke. Eine andere frühe Briefmarke, die 4-Cents-Britisch Guyana von 1856, die inbezug auf Ausführung ber heutigen nahekommt, brachte 13 000 RM.; sie stammte aus ber Ferrari-Sammlung, bie erst 1922 bekannt würbe. Eine Reihe von 4 Barbabos von 1878 mit 1 d Nachporto 5 Sh., die Hind für 3000 RM. gekauft hatte, erzielte bei Ferrari 9100 RM. Dieser Streifen existiert überhaupt nur ein» m a l und gilt daher als das seltenste Stück der Sammlung. Noch ein anderes Britisch-Guyana-Cir- cular von 1856 zu 4 Cent brachte 6600 RM., während 8 Cent grün derselben Ausgabe noch nicht volle 6000 RM. erzielte.
Die ältesten deutschen Eichen stehen in der Rhön.
Eine überraschende Entdeckung wurde nach einer Meldung aus Hersfeld jetzt in der Nähe des Rhön» borfes Schmalroasser gemacht. Dort würben beim Ab holzen eines undurchbringlichen Tannendickichts brei riesige Eichen gefunben. Die mächtigen Bäume haben einen Durchmesser von etwa brei Meter und sollen nach dem Gutachten der Forstverwaltung ungefähr 2000 Jahre alt sein. Da bisher nicht bekannt geworden ist, daß es auch noch andere Eichen von so hohem Aller in Deutschland gibt, kann angenommen werden, daß sich bie ältesten Eichen Deutschlands in ber Rhön befinden.
Ein einzigartiges hitterbild.
In monatelanger mühevoller Arbeit hat der SA.- Mann Schenk, Altenburg, ein einzigartiges Hi11erbild geschaffen, das Buch und Gemälde zugleich ist. Schenk übertrug das 781 Seiten starke Werk des Führers „Mein Kampf" in die De u t f ch e Kurzschrift unb orbnete bie Zeilen so an, daß bas naturgetreue Bilb bes Führers entstaub. Um die eine* halbe Million Silben unterzubringen, mußten bie Zeichen so klein geschrieben werben, baß sie mit dem bloßen Auge überhaupt nicht gelesen werden können. Das Bild wurde dem Führer zum Geburtstag geschenkt.
Ein Reichstreffen
der Attoekeranen von 1864, 1866, 1870/71 veranstaltet der Kyffhäuserbund vom 25. August bis 2. September d. I. im Ostfeebad Heringsdorf. Den Altveteranen wird auf Grund einer Teilneh
merkarte in Höhe von 10 Mark Freiquartier mit voller Verpflegung gewährt. Den Mitgliedern des Kysthäuferbunbes gewährt die Reichsbahn eine 50- prozentige Ermäßigung für Hin- und Rückfahrt. Don der Kurverwaltung sind vorgesehen ein Emp- fangsabenb im Kurhaus mit künstlerischen Darbietungen, freier Besuch der Festspiele der Pommer- schen Gau-Freilichtbühne in Heringsdorf, Führungen in die Umgebung sowie freie Fahrten mit Motor- unb Segelbooten in See. Zu Ehren der Altveteranen wird am 2. September eine Sedan-Feier veranstaltet werden. Die Kamöraden werden regi- menter- bzw. armeekorpsweise beieinander wohnen und ihr gemeinsames Versammlungslokal haben. Der Kyffhäuserbundesführer, Oberst a. D Reinhard, ruft alle Gliederungen der Organisation zur Unterstützung dieser Veranstaltung auf, damit den Altveteranen eine besondere Ehrung zuteil wird.
Wird der mont-Btanc-Tunnet Wirklichkeit?
In dem savoyischen Städtchen Bonneville trafen sich dieser Tage die Vertreter der Schweiz, Frankreichs und Italiens, um sich über die Frage eines Mont-Blanc-Tunnels auszusprechen. Für Frankreich sprach Senator Fernand David, für die Schweiz der frühere Staatsrat Bron unb für Italien Senator 93 re 33 i. Alle Rebner hoben bie großen Vorteile bes Durchstichs des Mont-Blanc-Massivs für ihre ßänber hervor. Auch einige technische Angaben über bas Projekt würben bekanntgegeben. Danach würbe ber Tunnel bei Chamonix beginnen unb eine Länge von über 3wölf Kilometer haben. Die Kosten bes Baues werben auf etwa 300 Millionen fränkische Franks geschätzt. Man glaubt, baß bie Linie rentabel sein würde. Für den Transport eines Autos durch den Tunnel will man dabei nicht mehr als 25 französische Franks fordern. Von Interesse war es, daß der italienische Redner anfünbigte, er sei überzeugt, daß Mussolini seine Unterstützung nicht versagen werde. Ein vorläufiger Arbeitsausschuß wurde eingesetzt, dessen Ehrenvorsitzender der französische Senator Fernand David sein soll.
Berühmte Flüstergalerien.
Dionys, der Tyrann von Syrakus, war mit Recht mißtrauisch gegen seine Umgebung, und manches mag gesprochen worden sein, was für sein Ohr eigentlich nicht bestimmt war. Nun kannte man zu jener Zeit schon die eigenartige Erscheinung, daß in kugelförmig oder elliptisch gebauten Räumen der Schall eines Tones gleich einem Echo zurückgeworfen, zugleich aber auch bedeutend verstärkt wird. Auf diese Erscheinung besann sich ber Tyrann und ließ einen Flüsterweg anlegen, der nach zeitgenössischen Berichten vorzügliche Ergebnisse lieferte. Im Jahre 1500 baute Leonardo b a Vinci in Mailanb für ben Herzog von Sforza eine ziemlich komplizierte Flüstergalerie, die dem ebenso ängstlichen wie neugierigen Herzog gestattete, mitzuhören, was in verschiedenen Zimmern seines Palastes gesprochen wurde. Neben diesen, absichtlich zu Flüsterräumen hergerichteten Bauten kennt man Flüstergewölbe, bi? nicht als solche angelegt würben. Eine vorzügliche „Wispergalerie", wie man biese Räume auch bezeichnet, ist vor allem die Kuppel der Paulskirche in London, in deren oberen Teil man, wenn man an einer Seite steht, das leiseste Flüstern von der weit entfernt gegenüber liegenden Seite aufs deutlichste vernehmen kann. Auch bie Vorhalle bes Gewerbemuseums in Paris stellt einen Flüsterraum bar, in dem man selbst das Ticken einer Taschenuhr von einer Seite zur anderen hören kann: Eine Wispergalerie gibt es auch in ber Nähe ber Reichshauptstabt im Schloß Nieberschönhausen. Auch hier kann man Uhrticken unb Flüstern von einer Seite zur anderen ganz deutlich hören.
Das Schwein Im Rhein.
In Irlich bei Neuwied am Rhein hatte ein junges Schweinchen einige Aufregung unter der Dorf- bewohnerschaft hervorgerufen. Das Borstentierchen war nämlich aus seinem Stall ausgerissen und lief nun kreuz und quer durch den Ort. Anscheinend hatte es keine Lust, bei bem schönen Wetter roieber in seinen dunklen Stall zurückzukehren, denn stets wußte es seinen Häschern wieder zu entkommen. Als sich schließlich der Ring der Verfolger immer enger schloß, stürzte sich bas Schweinchen kopfüber in den Rhein. Alle glaubten nun, baß des Borstentieres letztes Stündlein geschlagen habe — aber weit gefehlt. Es schwamm munter drauf los und hätte bestimmt das jenseitige Ufer erreicht, wenn nicht die Mannschaft eines zufällig vorüber- fahrenden Schleppers auf den kühnen Schwimmer aufmerksam geworden wäre. Man setzte ein Boot aus und holte das zappelnde Tierchen nahe bem Ufer aus bem nassen Element. Der Besitzer hatte sich inzwischen auch mit einem Kahn hinter dem Tier hergemacht unb konnte jetzt den Ausreißer wieder dem heimatlichen Stall zuführen.
Tagung der Synode der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen.
EPH. Im Anschluß an bie Einführung ber Pr 0 pste in Darmstadt am Mittwoch, dem 6. Juni 1934, findet um 12.30 Uhr in dem Syno- balgebäube zu Darmstadt eine Sitzung der Landessynode statt. Der einzige Punkt der Tagesordnung lautet: Bildung der neuen Landessynode gemäß Paragraph 2 des Kir« chengefetzes über bie Leitung der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen vom 7. Mai 1934.
Wettervoraussage.
An der Rückseite der restlichen (Störungen über Polen fließt in Verbindung mit ber Dorberseite bes hohen Druckes im Westen kühle Luft nach Deutschlanb, woburch sich ber Witterungscharakter weiterhin etwas wechselhaft unb verhältnismäßig kühl gestaltet. Vereinzelt ist auch noch mit geringen Schauern zu rechnen. Späterhin wirb sich jeboch der hohe Druck mehr östlich ausbreiten unb ruhigeres unb wärmeres Wetter veranlassen.
Aussichten für Dienstag: Wechseln!) wolkig, mit Aufheiterung, mäßig warm, vereinzelt leichtere Schauer.
Aussicht en für Mittwoch: Wieder ruhigeres unb auch wärmeres Wetter.
Lufttemperaturen am 3. Juni: mittags 17,1 Grad Celsius, abenbs 13,1 Grab; am 4. Juni: morgens 11,8 Grab. Maximum 19,9 Grab, Minimum 6,7 Grab. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juni: abenbs 18,1 Grad; am 4. Juni: morgens 13,9 Grad Celsius. — Niederschläge 2,8 mm — Sonnenscheinbauer 2% Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für ben •übrigen Teil: I. V.: H. fi. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für ben Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. DA. IV. 34: 11 200. Druck unb Verlag: Vrühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K. G., sämtlich in Gießen.


