hinauf und kommt endlich mit donnerndem Gebrüll auf die Erde.
Eine Flugoorführung Udets mit dieser Maschine ist ein ganz eigenartiges Erlebnis, etwas, was man noch nie gesehen hat. Hier ist das große fliege- rische Können des Meisters mit einer bis ins Höchste gesteigerten Leistungsfähigkeit des Apparats vereint zu einer fast vollkommenen Beherrschung der Luft.
250000 Besucher beim Volksflugtag auf -em Tempelhof.
Auf dem von NSBO., Deutsche Arbeitsfront und NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" am Ostersonntag veranstalteten Volksflugtag auf dem Flugplatz Tempelhof wurden rund 120 000 zahlende Besucher gezählt. Hinzu kommt schätzungsweise mindestens die gleiche Zahl derer, die keinen Einlaß mehr fanden und zusammen mit den Zaungästen auf dem gewaltigen Gelände rings um den eigentlichem Flughafen das große Erlebnis dieses Tages genossen. Unter den zahlreichen Ehrengästen sah man Vertreter fast aller Behörden, viele hohe SS.- und SA.-Führer, hervorragende Vertreter der politischen Organisationen des Luftsports, der Flugsportverbände, der Lufthansa, die Luftfahrts- attachäs fast aller diplomatischen Vertretungen sowie viele bekannte Kriegs- und Sportflieger. Unter anderen bemerkte man die Staatssekretäre Milch und Grauert. Auch der ehemalige Kronprinz war erschienen. Schließlich sah man 800 „Kraft durch Freude"-Fahrer aus Bayern. Die Kunstflüge des Altmeisters Ernst Übet leiteten das eigentliche Programm ein. Dann sprach der Treuhänder der Arbeit Johannes Engel über die Bedeutung der deutschen Verkehrs- und Sportfliegerei. Geschwaderrundflüge mit Großflugzeugen der Deutschen Lufthansa, Luftexerzieren eines aus fünf Klemm-Flugzeugen bestehenden Geschwaders des Deutschen Luftsportoerbandes wechselten dann einander ab mit Kunstflügen mit Gert Achelis und Altmeister Udet am Steuer. Abschließend führte Flugkapitän Untucht das große H e i n k e l - V e r k e h r s f l u g z e u g „H. E. 70" mit seinem einziehbaren Fahrgestell vor, das sieben Weltrekorde hält und eine Reisehöchstgeschwindigkeit von 370 Stundenkilometern erreichen kann.
Eine Erinnerung an den Suhrkamps.
Bei Krupp wird eine Gedenktafel für die Toten des Karsamstag 1923 geweiht.
.Essen, 31. März. (DRB.) Zum elften Male jährte sich am 31. März der blutige Karsamstag des Jahres 1923, an dem mitten in der Kruppschen Gußstahlfabrik 13 Werksangehörige durch französische Kugeln getötet wurden. Auf dem Ehrenfriedhof erinnert ein würdiges Denkmal an die Toten. Künftig wird auch an der Todesstätte die Erinnerung an die Gefallenen jenes Karsamstags 1923 durch eine Gedenktafel wachgehalten.
Bei der feierlichen Enthüllung der Ehrentafel, die unter Teilnahme der Werksleitung, des Betriebsrats, der Betriebsoertreter, von Angehörigen der Gefallenen und Verwundeten jenes Tages am heutigen Karsamstag erfolgte, führte Dr. Krupp do n Bohlen und Halbach in seiner Ansprache u. a. aus: Elf Jahre sind verflossen seit jener unglücksreichen Stunde, seit jener bösen Zeit, da fremde Bajonette unser Revier beherrschten, ja heute empfinden wir klarer das, was wir damals nur ahnen konnten, aus t i e f - st em Leid kommt auch die Höch st e Kraft. Gerade in der schwersten vaterländischen Rot sind jene schöpferischen Kräfte erwachsen, die seither zu Gesundung und Wiederaufstieg führten. So ist auch das Blutopfer unserer Werkskameraden ein Bau st ein zu Deutschlands Befreiung, zu Deutschlands Zukunft geworden. Die Tafel bleibe uns allen Mahnung zur vollsten Pflichterfüllung im Dienste unserer Werksund unserer Volksgemeinschaft. Lassen Sie uns in stillem Gedenken unsere Herzen und Sinne auf unsere gefallenen Kameraden lenken. Unauslöschlich bleibe die Erinnerung an die Toten, wir wissen: auch sie „marschieren im Geist in unseren Reihen mit".
Während das Lied vom guten Kameraden erklang, senkten sich die Fahnen der NSBO. Für die Belegschaft sprach der Vorsitzende des Kruppschen Arbeiterrates Pg. Klammer, der an die furchtbare Zeit erinnerte, als französische Truppen in das Ruhrgebiet einbrachen und das Werk, in dem friedliche Arbeit geleistet wurde, unter mutwilliger Bedrohung besetzten. Wir wollen, rief er aus, den Tod unserer Kameraden nie vergessen. Ihr Tod sei das Symbol für uns. Ihnen rufen wir über das Grab hinaus zu: Euer Tod gab uns den Glauben an unsere Kraft wieder — Ein dreifaches Sieg- Heil auf den Führer und der Gesang des Deutschlandliedes und Horst-Wessel-Liedes beschlossen die Feier.
Schwere kommunistische Bluttat im Saarqebiet.
Guedingen. 3. April. (DRB. Funkspruch.) Am Osterfonnlagabend wurde der Eitler junge Wi<helm Huppert von dem 15jährigen kommunistischen Hilfsarbeiter Johann Schuhmacher niedergefchossen. Schuhmacher hatte einen Wortwechsel mit einem anderen jungen Burschen, dem er eine Ohrfeige versetzte, und der darauf Huppert zu Hilfe rief. Schuhmacher zog sofort einen Revolver und schoß Huppert in die Herzgegend. Außerdem drangen Huppert noch 25 Schrotkörner in die Brust. Der Schwerverletzte wurde in das Drebacher Krankenhaus gebracht, wo er in bedenklichem Zu st an de darniederliegl. Der Täter wurde dem Gerichts- gefängnls zugeführt.
Calais soll wieder Unterseeboot-Stühpunkt werden.
Paris, 3. April. (DRV. Funkspruch.) Das „Journal" glaubt aus sicherer Quelle zu wissen, daß der Unterseebootstühpunkt Calais d e m n ä ch st wieder hergestellt werden soll. Die französische Regierung habe im haushalt für 1934 entsprechende Kredite vorgesehen. Ulan sei bereits mit den Bauarbeiten beschäftigt, die für die Aufnahme der demnächst eintreffenden Einheiten notwendig seien. Der französische Unterseebootstühpunkt in Calais war nach dem Kriege aufgegeben worden.
Großer Fabrikbrand in Berlin.
Eine Jlcuföllner Möbelfabrik in Hellen Klammen. — Eine Kleinsiedlung vom Feuer bedroht.
Am Ostermontag gegen 16 Uhr bemerkten Einwohner der Kleinsiedlung am TNariendorfer Weg in Reukölln, daß auf dem Hof einer Möbelfabrik ein Holzstapel in Brand geraten war. Der Wind trieb das Feuer zu einem ebenfalls auf dem Hof stehenden hohen Holzschuppen, der beim Eintreffen der ersten Löschzüge bereits in Hellen Flammen stand. Innerhalb von zehn Blinuten hatte das Feuer auf dieFabrik selb st übergegriffen. Von allen Seiten trafen insgesamt zwölf Löschzüge ein, die mit 12 B- und 10 E-Rohren das Feuer angriffen. Durch das Einstürzen des Schuppens gerieten auch zwei Wohnbaracken in unmittelbarer Rahe der Blauer des Fabrikhofs in Brand. In kurzer Zeit stand die ganze Fabrik bis zum letzten Stockwerk lichterloh in Flammen. Line mehrere hundert Bieter hohe Rauchsäule kündete den Riesenbrand weithin an.
Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, den nach der Knesebeckstraße hin gelegenen Teil der Fabrik und die umliegenden Wohnbaracken zu
schützen. Sämtliche Straßen waren durch Polizei und SA. abgesperrt. Offenbar hat das Feuer an den großen Holzvorräten reiche Rahrung gefunden. Es war gegen Mitternacht noch immer nicht völlig zum Erlöschen gekommen. Die gesamte Südfront des Fabrikgebäudes muhte wegen unmittelbarer Einsturzgefahr ständig unter Scheinwerferbeleuchtung gehalten werden, um den Einsturz der Blauer rechtzeitig zu bemerken. Bei den Löscharbeiten sind drei Personen zu Schaden gekommen. Zwei Oberfeuerwehrmänner muhten mit erheblichen Rauchvergiftungen in das Krankenhaus Reukölln gebracht werden. Außerdem wurde bei den Hilfsarbeiten, an denen sich mehrere hundert SA.- Männer, Siedler und Passanten beteiligten, ein 23jähriger Bürobote aus Reukölln durch eine herabfallende Starkstromleitung verletzt. Ueber die höhe des Sachschadens, der einige 100 000 Mark betragen dürfte, sowie über die Lntstehungsursache des Brandes kann noch nichts Räheres gesagt werden.
Gporigäste aus dem Gaargebiei in der Reichshaupistadi.
Herzlicher Willkomm der Berliner Sportler und Sänger für die Volks« genossen von der Saar.
Die Berliner Sportgemeinde hatte zu einer großen Saarkundgebung aufgerufen, in deren Mittelpunkt das Fußballspiel Brandenburg — Saar stand. Strahlende Frühlingsfonne lag über dem Preußenplatz auf dem Tempelhofer Feld, der mit den Fahnen des neuen Deutschlands und des Saarlandes geschmückt war. Nach einem Vorspiel zweier Schülermannschaften marschierten die Teilnehmer an der Kundgebung in die Kampfbahn, voran eine Gruppe saarländischer Bergknappen in ihrer schmucken Tracht mit der alten Fahne der Inspektion Sulzbach-Saar. Daran schlossen sich die Fahnen des Berliner Sängerbundes, denen etwa 500 Sänger folgten, und etwa 100 Saarsänger mit ihren Bannern, Turner und Sportler. Nach gesanglichen Darbietungen erinnerte Derbaudsdirektor Vogl an den heldenmütigen Kampf, den die Saarbevölkerung seit 14 Jahren um ihr Deutschtum führe. Jetzt setze der Endkampf ein, für den es noch einmal alle Kräfte zusammen- zu fass en gelte, damit das ungeheuerliche Unrecht des Versailler Diktats wieder gutgemacht werde. Die Losung für diesen Kampf habe der Führer selbst bei der gewaltigen Kundgebung am Niederwald- Denkmal gegeben: Restlos zurück zum deutschen Mutterland!
In der Beurteilung des dann folgenden Fußballspiels, das die Brandenburger mit 5:2 (0:0) gewannen, muß berücksichtigt werden, daß die Gäste aus dem Saargebiet durch die Abtrennung vom Mutterland und die zahlreichen Schwierigkeiten, die ihrer sportlichen Betätigung entgegengestellt werden, nicht die Möglichkeit haben, den Fortschritt, den die sportliche Entwicklung im Reich genommen hat, in gleicher Weise mitzumachen. Sie kämpfen in erster Linie für die Erhaltung ihres Deutschtums, und da müssen alle anderen Interessen zunächst einmal zurückgestellt werden.
Die repräsentative Mannschaft der Saar, die in Berlin spielte, zeigte überraschend gute Leistungen, und die Brandenburger Mannschaft hatte es nicht leicht, zu dem Sieg zu kommen. Die Saarelf zeigte ein glänzendes flaches Zusammenspiel. Ihre einzige Schwäche war die mangelnde Unterstützung des Sturms. Ausgezeichnet war sie vor allem in der Verteidigung.
Die Saarländer begaben sich am Ostersonntag zum H e l d e n d e n k m a l Unter den Linden, um zu Ehren der Gefallenen des Weltkriegs einen Kranz nieder^ulegen. Der feierliche Akt wurde mit dem „Sanctus^ aus der „Deutschen Messe" von Schubert durch den Saarbrücker Männergesangverein eingeleitet. Eine Minute stillen Gedenkens, während der alle Anwesenden den Arm zum Deutschen Gruß erhoben, schloß die Feierlichkeit, die in würdiger Weise die Verbundenheit der Saardeutschen mit den zwei Millionen Gefallenen aus allen deutschen Gauen zum Ausdruck brachte. Anschließend besuchte ein Teil der Saarländer das Hochamt in der St. Hedwigs-Kathedrale, während die übrigen die Sehenswürdigkeiten Alt-Berlins besichtigten. In dem festlich geschmückten Kroll- Saal hatten sich am O st e r s o n n t a g die Saardeutschen zu einem zwanglosen Beisammensein eingefunden. Im Mittelpunkt der Feier stand eine Rede des Präsidenten des Bundes „Deutscher Westen" Reichstagsabgeordneten S p i e w o k. Langanhaltender Beifall folgte seinen Worten. Ein reichhaltiges künstlerisches Programm beendete den Abend. Die 1600 Sportler und Turner aus dem Saargebiet traten am Montag kurz nach 15 Uhr in zwei Sonderzügen die Rückfahrt in ihre Heimat an. Die saarländischen Sänger werden über Dortmund, Bochum und Köln nach dem Saargebiet zurückreisen.
llm die Wellmeisterschast im Schach.
Aljechin und Bogoljubow spielen in Baden-Baden.
In Baden-Baden wurde der Kampf um die Weltmeisterfchaft auf dem Schachbrett zwischen dem bisherigen Weltmeister Dr. A l j e ch i n - Paris und dem Großmeister Bogoljubow - Triberg mit einem Begrüßungsabend eingeleitet, zu dem sich führende Persönlichkeiten der Schachorganisationen der Welt in großer Zahl eingefunden hatten. Außerdem waren die Vertreter aller der Städte zugegen, in denen in den nächsten Monaten Dr. Aljechin und Bogoljubow sich am Schachbrett niederlassen werden.
Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Badischen Schachbundes Ministerialrat Kraft sprach Dr. Aljechin. Es sei ihm eine besondere Freude, den Kamps auf deutschem Boden auszutragen. Bogoljubow verwies auf den großen Aufschwung, den das Schachspiel im neuen Deutschland genommen habe. Nach dem Vertreter des Großdeutschen Schachbundes M i e h e - Berlin drückte der Präsident des Weltschachbundes Dr. Rueb seine Bewunderung darüber aus, daß das neue Deutschland schon jetzt mit einem so großen Unternehmen das Interesse der Welt habe auf sich lenken können. Nach weiteren Begrüßungsansprachen beglückwünschte der Vorsitzende des Französischen Schachbundes B i s c a y die beiden Meister und ehrte Deutschland mit dem Deutschen Gruß. Der Pressechef der badischen Regierung Franz M o r a l l e r symbolisierte dann den geistigen Kampf auf dem Schachbrett als den Kampf Deutschlands um seine Gleichberechtigung auf dem politischen Schachbrett. Dieser Kampf werde der Welt erneut zeigen, wie das Deutschland von heute tatsächlich sei.
Oie erste Begegnung remis
Am Ostersonntag um 13 Uhr hatte sich im Turnierlokal, dem Kurhaus zu Baden-Baden, eine große Zahl Schachfreunde eingefunden, die Zeuge der Eröffnung des er ft en Kampfes um die Schachweltmeisterschaft sein wollten. Kurz vor 14 Uhr betraten die beiden Meister den Marmorsaal. Ministerialrat Kraft begrüßte die beiden ^kponenten der 64 Felder, die Photographen ver- suchten den historischen Augenblick zu erhaschen und ^)on hatte Schiedsrichter Hild dasZeichen zum Beginn gegeben. Der deutsche Meister Bogoljubow der die weißen Steine führt, eröffnete mit dem Damenbauern. In dem entstandenen Da- mengamblt (Tarrasch-Verteidigung) komplizierte Weltmeister Dr. Aljechin frühzeitig, so daß gleich ungeheure Spannung über der Par- t l e lag Im elften Zug, zu dem Bogoljubow nahezu drerviertel Stunden Bedenkzeit brauchte, hatte Dr.
Aljechin eine volle Stunde Bedenkzeit voraus. Es spricht für den kämpferischen Geist unseres Meisters, daß er niemals, trotz des gewaltigen Zeitnachteils, versuchte, die Stellung zu vereinfachen, sondern auf Gewinn spielte. Br. Aljechin seinerseits versuchte im elften und zwölften Zug durch eine tiefe Kombination den Gang der Partie zu bestimmen, doch Bogoljubow hielt unbeirrbar an seinem klei- nen Vorteil fest. Aljechin, der während der Sitzung 27 Zigaretten verbrauchte, umkreiste, wenn Bogoljubow nachdachte, das Schachbrett. In den Rängen der Zuschauer stieg die Spannung. Kann Bogoljubow seiner Zeitnot Herr werden? Bringt er seine l4 Züge in zwölf Minuten hinter sich, ohne seine Chancen aus der Hand zu geben? Ein Aufatmen ging durch die Reihen, als er dann feine 14 Züge gerade noch in der vorgeschriebenen Zeit machte. Auch Aljechin hatte seine Bedenkzeit verbraucht. Die Partie wurde dann a b - gebrochen. Es war ein faszinierender Auftakt des Ringens.
Am Ostermontag wurde die Partie aus der ersten Runde zu Ende gespielt. Es war wiederum reges Publikumsinteresse festzustellen. Die Partie verlief in allen Phasen ungeheuer spannend. Bogoljubow, der in Zeitnot einen möglichen Gewinnweg nicht mehr durchrechnen konnte, gab kurz vor der Zeitkontrolle den Kampf remis. Die zweite Partie beginnt Mittwoch um 14 Uhr wieder im Kurhaus.
Oer Abschluß des „Heiligen Jahres".
Mit der Heiligsprechung des Gründers der Sale- sianer-Kongregation Don Bosco am Ostersonntag und der Schließung der „Heiligen Pforte" am Ostermontag erreichte das außer- ordentliche Heilige Jahr 1933/1934 seinen Abschluß. Eine ungeheure Menge von Pilgern — man schätzt ihre Zahl auf etwa 150 000 — und zahllose Vergnügungsreisende aus dem Ausland hatten sich in den letzten Tagen vor Ostern in Rom eingefunden. Es genügten die Straßen der Hauptstadt kaum noch, um den gewaltigen Verkehr aufzunehmen.
Bei der Heiligsprechung Don Boscos war die Peterskirche bereits um 7 Uhr morgens überfüllt. Zum ersten Mal waren auf dem Petersplatz Laut- f p r e ch e r angebracht. In der Peterskirche wohnten neben zahlreichen Fürstlichkeiten auch das Königspaar von Siam und der Kronprinz von Italien der Zeremonie bei. Die feierliche Handlung endete mit dem Segen orbi et urbi, den der Papst
von der äußeren Loggia der Basilika aus erteilte. Auch am Ostermontag war die Teilnahme der Gläubigen an der Schließung der „Heiligen Pforte", außerordentlich stark. Der Papst hielt auf dem Tragstuhl seinen Einzug in die Basilika, verweilte im Allerheiligsten in der Sakramentskapelle und nahm auf dem Thron Platz. Die Schließung der „Heiligen Pforte" ging in der herkömmlichen symbolischen Weise vor sich, indem der Papst die ersten drei Steine selbst einmauerte. Die nächsten drei Steine wurden vom Kardinalgroßpönitentiar ausgesetzt. Dann stimmte der Papst das Tedeum an und erteilte den Segen.
Kardinal Ehrle gestorben.
R o m, 31. März (DNB.) In den frühen Morgenstunden des Samstags ist ber deutsche Kurienkardinal Ehrle im Alter von 89 Jahren gestorben. Der Kardinal, der vor etwa einem Monat eine schwere doppelseitige Lungenentzündung anscheinend glücklich überstanden hatte, wurde am Karfreitagabend
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plötzlich vom Fieber befallen. Bei seinem Alter und bei seinem geschwächten Zustand versagte bann in der Nacht das Herz.
Franz Ehrle ist am 17. Oktober 1845 in Jsny (Allgäu) geboren. Schon früh trat er der Gesellschaft Jesu bei, so daß er im Oktober 1931 das 70jährige Jubiläum seiner Zugehörigkeit zum Jesuitenorden begehen konnte. Kardinal Ehrle war mit dem gegenwärtig regierenden Papst, Pius XL, durch jahrelange Zusammenarbeit eng befreundet. Er war von 1895 bis 1914 dessen Vorgänger als Präfekt der vatikanischen Bibliothek. Als solcher hat er maßgebend zum Aufbau der apostolischen Biliothek beigetragen und u. a. die Konsultationsbiliothek Leos XIII eingerichtet, die im Jahre 1932 einstürzte. Ehrle wurde im Jahre 1922 vom Papst Pius XI im ersten Konsistorium, das dieser abhielt, zum Kardinal kreiert und später zum Bibliothekar und Archivar der römischen Kirche erhoben. Politisch ist Kardinal Ehrle kaum hervorgetreten, wenn man von seinen Arbeiten über die römische Frage absieht. Um so bekannter sind seine historischen Studien.
Mit dem Tode Ehrles tritt der Fall ein, daß sich fein deutscher Kardinal an der Kurie in Rom befindet. Der gleiche Fall ist in der Geschichte häufiger zu verzeichnen gewesen, so nämlich von 1827 bis 1855 und wiederum von 1907 bis 1922.
Für den Bürgerkrieg gerüstet.
Lebhafter Waffenschmuggel nachFrankreich
Paris, 3. April (DNB.-Funkfpruch) „Jour" erklärt, es würden zurzeit Waffen in erheblichem Umfang nach Frankreich geschmuggelt. Hierbei handele es sich nicht um zehn oder zwanzig Revolver oder Pistolen. Der Schmuggel werde vielmehr kistenweise betrieben und diene ausschließlich dazu, d i e linksgerichteten Organisationen zu bewaffnen. Das Blatt will wissen, daß vor etwa 14 Tagen mehrere La st wagen mit Waffen von der belgischen Grenze in Paris eingetroffen seien, und daß man diese Waffen in einem Vorort versteckt habe. Es handele sich um 14 000 Browning und Mauserpistolen mit der notwendigen Munition, die von Antwerpen an die belgisch-französische Grenze befördert und von dort von Lastkraftwagen übernommen worden seien. Die vor einigen Tagen erfolgte Verhaftung eines algerischen Kommuni st en in Paris stehe in enger Verbindung mit diesem Waffentransport. Die Pariser Polizei habe außerdem eine genaue Untersuchung eingeleitet.
LlnruhigeOsteriage inGpanien
Madrid, 3. April. (DNB. Funkspruch.) Die st reitenden Gas - und Wasserarbeiter in Barcelona haben während der Ostertage eine Reihe von Sabotageakten verübt. Insbesondere war der Ostermontag dazu ausersehen worden, eine allgemeine Panik in der Bürgerschaft hervorzurufen. Die Streikenden hatten in die Wasserleitungsröhren große Mengen Gas eingelassen, die zu Explosionen führen sollten. Lediglich der Aufmerksamkeit des vertretenden technischen Personals war es zu verdanken, da^ Unglücksfälle vermieden wurden. Trotzdem war die Stadt den ganzen Tag über ohne Wasser.
In Madrid dauert der Metallarbeiterstreik an. Die Wiedereinführung der Todesstrafe in Spanien hat zu Demonstrationen der extremen Linken geführt, wobei mehrere Fenster der Deutschen Ueberseebank von Marxisten oingeschlagen wurden. — In Granada sind 9 Anarchistenführer durch einen selbstgegrabe- nen unterirdischen Gang aus dem Gefängnis entflohen.
Kunst und Wissenschaft.
Hauptversammlung des Deutschen Schillerbundes.
Der Deutsche Schillerbund hielt in Weimar seine Hauptversammlung ab. Der völkische Vorkämpfer Adolf Bartels ist der Gründer des Schillerbundes. Heute steht der Bund unter der Leitung von Professor Eduard Scheidemantel- Weimar. In die Weimarer Gruppe des nationalen Ausschusses wurden die Goethe-Forscher Professor Wahl und Professor Hecker gewählt. Für dieses Jahre werden drei Wochenreihen im Juni und Juli durchgeführt, für die bisher tausend Anmel» düngen vorliegen. Auch eine Gruppe auslandsdeutscher Studenten aus dem Studentenheim Köpenick bei Berlin wird für dieses Jahr er«


