Nr. 29 vierter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Somstag, 3. Zebruar MH
der Hitlerjugend auf Burg Mnzenberg.
Im August 1933 wurden die ersten Teilnehmer, in der Hauptsache die höheren Führer, zu einem Lehrgang in der Reichsführerschule der Hitlerjugend in Berlin zusammengerufen. Seit dieser Zeit haben auch die Oberaebiete und die Gebiete der HI. Führerschulen errichtet. In seiner grundlegenden Rede in Frankfurt am 11. Januar gab Obergebietsführer Lauterbacher die Richtlinien der Arbeit für 1934 bekannt. Er nannte dieses Jahr ein Jahr der Schulung.
Um diese Schulung zu ermöglichen, ist nun der Oberbann Oberhessen dabei, sich eine eigene Führerschule einzurichlen, die am 11. Februar in Anwesenheit des Gebietsführers eröffnet werden soll. Es konnte kein schönerer Ort für diese Schule gefunden werden als die Burg 2Nünzenberg, wo der HI. durch das hochherzige Entgegenkommen der Graf Solmsfchen Rent- kammer ein ganzer Gebäudeteil zu diesem
Zwecke zur Verfügung gestellt wurde.
Zur Zeit sind erwerbslose Hitlerjungen dabei, das notwendige Mobiliar in die Burg zu schaffen. Arbeitsdienst und Handwerker aus der Umgegend arbeiten vom frühen Morgen bis zum späten Abend, um die Räume in einer Woche herzustellen und wohnlich zu machen.
Verwaltungsführer M ö h l hat keine leichte Aufgabe, denn ihm obliegt es, den Proviant für die Dauer sämtlicher Lehrgänge recht- zeitig zu besorgen, und viele Vorbereitungen sind dazu nötig. Alle Arten Lebensmittel, von den Kartoffeln angefangen bis zu Zucker und Salz, müssen aus der Umgegend regelmäßig bezogen werden, und nie darf auch nur einen Tag die Belieferung aus- setzen. Schulungsleiter Rühl arbeitet an der Auf- ftellung der Lehrpläne und verpflichtet für einzelne Vorträge bekannte HI.-Führer. Ununterbrochen raffelt das Telephon, kommen Anfragen von Geschäftsleuten oder Dienststellen.
Am 11. Februar beginnt der erste Lehrgang, der wie alle anderen — drei Wochen dauern wird.
Die Lehrgänge wechseln zwischen Hitlerjugend 1 und Jungvolk derart, daß nach zwei Lehrgängen der Hitlerjugend einer des Deutschen Jungvolkes durchgeführt wird.
Zunächst werden die Scharführer zusammengefaßt, nach diesen die Kameradschaftsführer, damit zunächst den Führern der unteren Einheiten praktisches Material in die Hände gegeben wird, das sie zur Arbeit in ihren Gruppen gebrauchen können. Rach jedem Lehrgang ist die Burg eine Woche unbesetzt. In dieser Zeit werden alle Räume von oben bis unten neu hergerichtet, soweit dies nötig ist, und es beginnen die Vorbereitungen für den nächsten Kurs.
Jeder Kurs umfaßt dreißig Teilnehmer. Diese sind in sehr freundlichen Schlafräumen mit je sechs Betten, sowie entsprechenden Tagesräumen untergebracht. Der Junge lernt hier äußerste Bescheidenheit und Beschränkung seiner Ansprüche auf der einen Seite, auf der anderen Seite stehen ihm Lesezimmer, Musikzimmer und der in unmittelbarer Nähe des Hauses gelegene Sportplatz in der freien Zeit zur Benutzung stets zur Verfügung. Einfach und schlicht sind diese Räume ausgestattet: ein sonniges Tapetenmuster mit Bildern oder Fahnen des neuen Deutschland, Tische, Stühle, vielleicht ein Bücherschrank oder dergleichen und sonst nichts. Und doch oder vielleicht gerade deshalb geht von diesen Räumen aus ein Gefühl der gemütlichen Behaglichkeit, und der Junge wird sich hierin sofort heimisch fühlen.
Lin großes vortragszimmer, das mit den modernsten Hilfsmitteln, wie Lichtbild-Projektionsapparaten und dergleichen ausgestattet ist, soll alle Jungen vereinen. Daneben gibt es rings um die Rundtreppe, die dem Ganzen etwas Romantisches gibt, viele kleine stille Ecken und Rischen, die von den Jungen zum Lesen, Schreiben oder Arbeiten gerne benutzt werden dürften.
Im Erdgeschoß sind die Wasch- und Baderäume, der Seisesaal und die modern eingerichtete Küche.
Das alles ist zur Zeit noch im Werden. Kaum ein Zimmer ist bereits fertig. Und doch wird in acht Tagen, sobald die ersten Teilnehmer eintreffen, die Schule fertiggestellt sein, und niemand wird es ihr ansehen, welche Arbeit und wieviel Aufopferung des einzelnen notwendig war, bis es einmal so weit war.
Die Jahne der Hitler-Jugend des Bannes 116.
Das Bild zeigt die Fahne des Bannes 116 der Hitler-Jugend, die am 24. Januar in Potsdam vom Reichsjugendführer Baldur v. Schirach geweiht und am Abend des nächsten Tages feierlich in Gießen eingebracht wurde.
Oberbann IV/13 Oberheffen der Hitlerjugend.
Großstadtkinder auf das Land.
Im kommenden Sommer werden an 100 000 Jungen und Müdel aus den Großstädten des Obergebietes West auf das Land zur Erholung gebracht werden Die Organisation obliegt der Abteilung Soziales Amt des Obergebietes West.
Die Führerfchule Hessen-Rassau erhält ihren Ramen.
Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach hat der Führerschule des Gebietes Hessen-Nassau in Diez-Oranienstein den Namen des für die nationalsozialistische Revolution gefallenen Hitlerjungen Christian Gröschmann verliehen.
Don der alten Garde der Hitler-Jugend.
Im Laufe des Februar und März werden im gesamten Obergebiet West der Hitler-Jugend innerhalb der einzelnen Oberbanne Kameradschaftsabende der „Alten Garde der JH." stattfinden. Obergebietsführer Lauterbacher wird an allen diesen Veranstaltungen zu seinen alten Kämpfern sprechen.
Reue Führerinnenschule des BD2H.
Am 31. Dezember 1933 nahm Reichsstatthalter Gauleiter Sprenger die Einweihung der neuen Obergauführerinnenschule des BDM. auf Schloß Runkel an der Lahn vor.
Geschichten ans aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!
Millionär, verarmt und wieder reichgebettelt.
(z) Neuyork.
Würden heute noch einmal jene berühmten „Lebensläufe in auf- und absteigender Linie" geschrieben werden, dürfte darin auch der Bettler Edgar Elert nicht fehlen, der dieser Tage in Pittsburg gestorben ist. Vor dem Weltkriege war Elert einer der reichsten Männer der Vereinigten Staaten, und auch noch während des Krieges wußte er sein Riesenoermögen zu vermehren. Doch dann kam das Ende, es ging sehr schnell bergabwärts mit Edgar Elerts Schätzen, einen Grundbesitz nach dem anderen mußte er veräußern, um sich über Wasser zu halten, und bald sprach es sich in Wallstreet herum, daß Elert durch unglückliche Spekulationen sein ganzes Vermögen verloren habe. Da er seine Familie nicht mehr ernähren konnte, mußten sogar Frau und Kinder sich von ihm trennen und wurden von Verwandten aufgenommen.
Wenige Jahre später konnte man Elert in Lumpen gehüllt, in den Straßen der Stadt van Haustür zu Haustür betteln gehn sehen. Seine früheren Freunde hatten Mitleid mit dem gewesenen Millionär, und er klopfte daher selten vergeblich bei ihnen an Um so größer war daher jetzt die Verblüffung seiner Bekannten, als festgestellt wurde, daß Elert ein Riesenoermögen hinterlassen hat. Nicht nur fand man in seiner Wohnung eine Reihe kostbarer Gemälde, darunter auch alte Meister, und eine wertvolle Sammlung von Musikinstrumenten, sondern unter der Bretterdiele seiner Schlafkammer auch einen Safe, der in Bargeld und Papieren nicht weniger als anderthalb Millionen Dollars enthielt!
Ein einträglicher Bettel, das darf man wohl sagen!
Die armen Polizisten.
(—) London.
Einen nicht geringen Schrecken haben kürzlich die Polizisten in Tanganyika, im ehemaligen Deutsch- Ost-Afrika, bekommen, als sie der neuesten Dörord- nung ihrer vorgesetzten Behörde ansichtig wurden. Die Verordnung wendet sich gegen den übertriebenen Alkoholgenuß der Beamten und besagt daher tn ihrem ersten Paragraphen:
„Es ist jedem Polizeibeamten auf das strengste untersagt, solange er sich im Dienste befindet, alkoholische Getränke irgendwelcher Art zu sich zu nehmen.
Annehmbar. Aber man höre — Paragraph 2: .Leder Polizeibeamte hat sich als ununter
brochen im Dienste befindlich zu betrachten!"'
Das Entsetzen unter den braven Polizisten — das kann man ihnen nachfühlen — war groß. Wenn sie sich als ununterbrochen im Dienste befindlich zu betrachten hatten, durften sie ja überhaupt keinen Alkohol mehr zu sich nehmen! Sie entsandten daher sofort die Abordnung zu ihren gestrengen Vorgesetzten und machten sie auf diese Tatsache aufmerksam. Die Vorgesetzten sahen ein, daß ihnen in dieser Verordnung ein Lapsus unterlaufen war. So blieben die Polizisten vor dem Schicksale bewahrt, als einzige Bevölkerungsklasse im heißen Afrika „trockengelegt" zu werden.
Die Versteigerung.
(m) Paris.
Herr Martin in der Avenue Dumesnil ist ein etwas ängstlicher und nervöser Herr, der allen Unannehmlichkeiten möglichst aus dem Wege geht. Aus diesem Grunde ist er auch ein pünktlicher Steuerzahler. Als er daher vom Finanzamt eine Mahnung wegen Steuerzahlung erhielt, hatte er dafür nur ein überlegenes Lächeln und belehrte die Behörde in einem Brief, daß er feinen steuerlichen Pflichten prompt nachgekommen fei. Der Fiskus war aber offenbar anderer Ansicht, denn nun folgten in bunter Reihenfolge Mahnungen, Drohungen, Pfändungsankündigungen, und als Herr Martin eines Tages ahnungslos nach Hause kam, fand er feine Korridortür aufgebrochen und auf einem Tisch einen Zettel, der ihn „in feinem eigensten Interesse" einlud, der Versteigerung seiner Möbel beizuwohnen. Bis dahin hätte er sie zu betreuen und außerdem noch dem dafür eingesetzten Beamten zur Hand zu gehen. Was zuviel ist, ist zuviel. Der sanfte Herr Martin begab sich wutschnaubend zur Steuerbehörde, und dort wurde zunächst einmal feftgeftellt, daß seine sämtlichen Reklamationen nichts genutzt hatten, weil er sich ... an den falschen Beamten gewendet hatte! Aber es zeigte sich auch noch, daß es einen etwaigen Doppelgänger des Herrn Martin, der unter Umständen vielleicht eine . Steuerschuld hätte haben können, gar nicht gab, sondern daß ein Beamter einfach feine Haus- und Registernummer falsch angegeben und darum keine Zahlungen gebucht hatte. Die ganze Aktion aber erfolgte wegen einer beglichenen Steuerschuld von sage und schreibe 83 Franken!
Warme Würstchen in Athen.
CR. Athen.
Warme Würstchen sind in Griechenland noch nicht allzulange bekannt. Die „echten Frankfurter" wurden bisher eigenttich nur von Fremden oder weit
sten Griechen geschätzt. Mit einem Male aber ihre Popularität, und das kam so:
le geschäftstüchtige Athener Kolonialwarenhandlung ließ sich eine besondere Heizmaschine für warme Würstchen kommen und stellte sie in d'amp- endem Zustand hinter ihre größte Schaufenster- cheibe. Aber nicht nur die Maschine allein, sondern mit ihr zusammen als „Maschinistin" ein nettes, blondes, deutsches Mädchen. Ungeklärt, ob der dampfende Kasten oder die reizende Blondine — jedenfalls verfehlte die Ausstellung ihre Wirkung nicht: eine Menschenmenge staute sich in den Verkehrsstunden vor besagtem Schaufenster, bis, wohl zur Vermeidung von empfindlichen Verkehrsstörungen, Kasten und „Besatzung" in die Mitte des geräumigen Ladens, aber auch so noch von der Straße aus sichtbar, verpflanzt wurden. Hier zieht eine in Gummihandschuhe gesteckte zarte Frauenhand die „Heißen" aus dem Wasser, empfiehlt und überreicht ie mit Senf freundlich der auf den Geschmack gekommenen Kundschaft.
Die Konkurrenz aber schlief derweilen auch nicht. Sie wollte natürlich nicht ins Hintertteffen kommen und, wahrscheinlich aus Entgegenkommen für auf „dunkel" eingestellte Würstchenliebhaber, ließ sie einen Würstelkasten mit einer ebenso netten, aber schwarzgelockten deutschen Verkäuferin aufstel- len. Nun machen sich die „Blonde" und die „Schwarze" gegenseitig Konkurrenz — die Frankfurter Würftchen-„Jnvasion" ist in vollem Gange. Weil sie nämlich so gut und so zum Anbeißen sind — die warmen Würstchen natürlich!
Neue Besen kehren gut!
web. Sofia.
In Sofia ist kürzlich ein neuer Postdirektor ernannt worden. Der neue Herr scheint es mit seinen Dienstobliegenheiten ganz ernst zu nehmen, denn er hat gleich nach Antritt des Postens eine persönliche Kontrolle des Nachtbetriebes im Sofioter Zentralpostamt durchgeführt. Sie hat dem Direktor eine
schlaflose Nacht gebracht — der davon betroffenen Beamtenschaft aber wird sie in mehrfacher Hinsicht noch mehr schlaflose Nächte bringen. Einer bulgarischen Zeitung hat der neue Postchef die Eindrücke der nächtlichen Runde geschildert. Um 3 Uhr morgens erschien er im Morse-Saal und traf den diensthabenden Beamten, halb ausgezogen, auf dem Feldbett im tiefsten Schlaf. Auf dem Tisch lagen gehäuft die Telegramme, die in den Abendstunden auf gegeben worden waren — unbeförderk selbstverständlich! Um 3.30 Uhr betrat der Direktor das Zimmer der Telegraphenboten für die Nachtbestellung. Die sechs diensthabenden Telegrammboten schliefen den Schlaf der Gerechten, ebenfalls schlief der ihnen vorgesetzte Wachhabende, der die Verteilung der nächtlich auszutragenden Telegramme an die Boten durchführen muß. Kein Wunder, daß auf den Tischen 278 Telegramme lagen, darunter vier Eildepeschen und eine eilige Chisredepesche! Um 3.50 Uhr morgens wurde die Radiostation besichtigt; hier war wenigstens ein Telegraphist am Dienst, während der andere und ein Mechaniker schliefen — ebenfalls Diensthabende! Um 4 Uhr wurde die Tele- phonzentrale kontrolliert —: der diensttuende Telephonist war auf dem Posten, die ihm unterstellten Beamten aber schliefen. Sodann kam die Reihe an das Telephonamt, das die Ueberlandgespräche und den internationalen Telephonverkehr zu bewältigen hat. Sämtliche Beamten — Damen und Herren — wurden schlafend angetroffen!! Einen Lichtblick ergab die Revision der Briefverteilungsffelle für die Morgenpost, das gesamte Personal war zur Stelle, arbeitete, die Briefsäcke waren gefüllt, die Post sortiert. Ganz vermochte aber dieser letzte Kontrollgang, der um 4.45 Uhr erfolgte, die schlechten Eindrücke bei den übrigen Amtsstellen leider nicht zu verwischen. Der neue Postdirektor hat einen gesalzenen Bericht beim Ministerium eingereicht, und man sagt, daß eine Reihe von müden Beamten Gelegenheit bekommen werden, sich im Ruhestand grütwüd) auszuschlafen.
©er Achter der GRG. als Verbandsachter.
10 Olympia-Achterzellen der Ruderer.
Die mit der kürzlich erfolgten Ernennung von drei Berliner „Verbandsachtern 1934" begonnene Aufstellung von bestimmten Versuchs-Achtermannschaften ist nunmehr in ganz Deutschland vollendet. In einer amtlichen Verfügung gibt Reg.-Präsident P a u l i, der Führer der deutschen Ruderer, die Namen der für das Jahr 1934 auf Grund ihrer vorjährigen Leistungen ernannten 10 „Verbandsachter" bekannt: Es sind dies:
1. Berliner Ruder-Club;
2. Interessengemeinschaft: Der Hamburger Ruder- Club und Germania;
3. Gießener R u d ergesellfchaft von 1877;
4. Kölner Club für Wassersport;
5. RC. Germania Königsberg;
6. Würzburger Ruderverein von 1875;
7. Ruderclub am Wannfee, Berlin;
8. Berliner Ruder-Verein von 1876;
9. Rudergesellschaft Wiking Leipzig;
10. Mainzer Ruder-Verein.
Nur diese 10 Achtermannschasten bilden für das Jahr 1934 die deutschen Olympia-Achterzellen; d. h. sie haben das Recht, zur Ergänzung und Verbesserung ihrer Mannschaften Ruderer aus anderen ortsansässigen ober benachbarten Vereinen anzufordern. Damit wird einerseits für die Auswahl der Rahmen des Vereins gesprengt, für das Training bleibt aber die starke Grundlage des Zusammenhalts in einigen wenigen Vereinen erhalten. Das Zusammentreffen dieser 10 Achtermannschaften auf bestimmten Regatten wird erleichtert, denn es ist ja der Zweck dieser Art der Olympia-Vorbereitung, in möglichst harten Kämpfen den Besten der 10 „besten" Achter herauszufinden.
Ausdrücklich betont Präsident Pauli in feinem Erlaß, daß im Jahre 1933 auch andere Vereine hochwertige Achtermannschaften mit großen Erfolgen herausgebracht haben, die er nicht für geringer werte, als die nun ernannten Verbandsachter. Aber deren Zahl müsse beschränkt bleiben. Dagegen sei allen deutschen Rudervereinen die große Aufgabe gestellt, aus eigener Jniative 1934 weitere Achtermannschaften zu trainieren, die den Verbandsachtern schärfsten Kampf bieten können, damit die im Herbst 1934 neu zu bestimmenden „Verbands-Achter 1935" als Träger einer gesteigerten Leistungsfähigkeit angesehen werden können.
Gemeinsames Anrudern am 15. April.
Zur stärkeren Betonung der Gemeinschaft aller Ruderer im neuen Deutschland wird zum ersten Male das Anrudern aller 650 deutschen Rudervereine am gleichen Tage und zwar am Sonntag, 15. April stattfinden. Im ganzen Reich werden erstmalig am einem Tage die Bootshäuser der Ruderer im Frühlingsschmuck prangen, werden gleichzeitig die Landes- und Dereinsflaggen feierlich gehißt und das Ruderjahr offiziell mit großen Geschwaderauffahrten eröffnet. Voraussichtlich werden die Rudervereine sich bei dieser Gelegenheit auch an der vom Reichssportführer vor- geschlagenen „Suche nach dem unbekannten Sportsmann" beteiligen, indem sie eine zeit- lang vor dem 15. April jedem Volksgenossen Gelegenheit geben, völlig kostenlos die Technik und den Wert sportlichen Ruderns kennenzulernen, um ihn dann, wenn er Freude daran gefunden hat, am Tage des deutschen Anruderns feierlich in die große Rudergemeinde aufzunehmen.
Fußball in der Bezirksklasse der Gruppe Oberheffen.
Für den morgigen Sonntag sind in der Bezirksklasse der Gruppe Oberhessen nur 2 Begegnungen vorgesehen. Bad-Nauheim hat in Großkarben anzu- treten und wird sich den Sieg auch auf des Gegners Platz nicht nehmen lassen. Die Mannschaft von Butzbach fährt nach Ockershausen und wird bei den Platzbesitzern kaum Lorbeeren ernten. Die beiden Gießener Mannschaften sind spielfrei.
Gportabteilung des Tv. Wieseck.
Für den morgigen Sonntag hat Wieseck kein Verbandsspiel auszutragen und hat sich deshalb die 1. und 2. Mannschaft des Spv. 1920 Lollar verpflichtet. Die Gäste pflegen guten Fußball. Ein schwacher Punkt in dieser Mannschaft, die Verteidigung, hat den Verein allerdings schon um manchen
Punkt gebracht. Wieseck tritt nicht komplett an. Wieseck hat in der ersten Kreisklasse einen guten Mittelplatz.
Vor diesem Spiel werden die zweiten Mannschaften ihre Kräfte messen. Auch hat die Jugend einen spielstarken Gegner, die Jugend der Spielvereinigung 1926 Leihgestern zu Gast.
Die Kreisspielwarte tagen.
Am heutigen Samstag und morgigen Sonntag findet in Marburg die erste Tagung der Kreisspielwarte des Turngaues XII (Nordhesfen) statt. Die Tagung wird von Gauspielwart Denn (Kassel) geleitet.
Gerätemannschastskampf Krofdorf, Treis (Lda), Leihgestern, Lannsbach.
Am morgigen Sonntag findet der zweite Gerätewettkampf zwischen den Vereinen Krofdorf, Treis a. d. Lda., Leihgestern und Launs- bach in Lannsbach statt. Bei dem letzten Wettkampf sah man Lannsbach als knappen Sieger vor Leihgestern. Wer es diesmal fein wird, ist nicht vor- ausznfagen, da Lannsbach mit Ersatz antreten muß.
Handball im San XII der DT.
0SL. Gießen — Io. Burkhardsfelden I.
Bereits am morgigen Sonntag findet das Rückspiel gegen den Tv. Burkhardsfelden statt. Dor einer Woche gewann der OSC. sicher. Die Turner sind jedoch unberechenbar. Sie haben schon manche Ueberraschung geliefert. Der OSC. ist in seinen Leistungen zwar auch nicht konstant, sollte jedoch knapp gewinnen können.
Entscheidungen bei den Winter-Kampfspielen.
Bei den Winter-Kampfspielen im Harz herrschte am Freitag Hochbetrieb. In einem Eishockeyspiel schlug eine deutsche Nachwuchsmannschaft eine Berliner Auswahl 5:1. Bei dem Herren-Kunstlaufen machte in den Pflichtübungen E. Beier- Berlin den besten Eindruck. Skeletonmeister wurde R. Winkel- Schreiberhan; in der Rodel-Einzel-Meisterschaft siegte bei den Herrn M. T i e tz e - Brückeberg und bei den Damen Frl. Erben- Brückeberg. Im S ch n* \ I a u f e n holte sich der junge Berliner Sarnes das 500-Meter-Haupt- laufen, das 5000-Meter-Hauptlaufen sah dagegen den Titelverteidiger Sandtner - München in Front. Die Vereinsmeisterschaft in der 5000-Meter- Staffel sicherte sich der Münchener E. V. vor dem Berliner Schlittschuhklub. B i e s e r - München blieb beim 1000-Meter-Junioren-Schnellaufen in Front.
Vom Berliner Reit-Turnier.
Der Besuch des 5. Berliner Reit-Turniers am Mittwochabend war wieder äußerst zufriedenstellend, auch die sportlichen Wettbewerbe des Abends befriedigten sehr. Der erste Teil des Prinz-Friedrich- Sigismund-Erinnerungspreises, eines Doppel- Jagdspringens, sah 81 Bewerber am Start. Im Steilspringen siegte der bekannte Oblt. M o m m auf Baccarat mit 0 Fehlern und Derby (Oblt. Hasse) 0/69,8 Sekunden.
Die einzige Wagenprüfung des Turniers am Donnerstagnachmittag um den Preis des Turnier-Herrenreiter- und Fahrer-Verbandes gewann Direktor Z e i ß l e r s Kurprinz. Im Amazone n- Jagdfpringen (Herrensattel) siegte Fräulein Vierlings Balmung (Bes.) 0 Fehler, 57,8 Sekunden, vor Frau Frankes Flamme 0/63,8 und Fräulein Georgius Fürstin 0/66,6. Den Preis von Potsdam (Dressurprüfung für Reitpferde) gewann in der Abteilung C Direktor Hansens Holzauktion (Lt. a. D Czerannowski).
Oberleutnant hasse siegt auf „Derby".
Beim Berliner Reit-Turnier stand am Donnerstagabend die Entscheidung des Prinz-Fried- rich-Sigismund-Erinnerungspreises im Vordergrund des Interesses. Im zweiten Teil dieser schweren Prüfung stand das Hochweitspringen, das mit dem Siege des bekannten deutschen Turnierreiters Axel Holst auf Ahnherr endete. Da aber Oblt. Haffe, der am Vortage bereits das Steilspringen an sich gebracht hatte, auch im Hochweitspringen fehlerlos über den Kurs kam, fiel ihm der Sieg im Gesamtergebnis zu. Die teilnehmenden Ausländer endete» auf den Plätzen.
Am Freitagnachmittag wurden die sportlichen Ereignisse durch den traditionellen „Hindenburg- •tag" etwas in den Hintergrund gedrängt. Der


