Kr. 29 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheilen)
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„Mit Hitler in die Macht."
Die Preisarbeiten des deutschen Iournaliften-Wettbewerbs.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Mehr sein als scheinen!
Don Superintendent Lic. Borrmann.
Diel leisten, wenig hervortreten, mehr sein als scheinen — das war der Grundsatz, den Generalfeldmarschall von M o l t t e seinem Generalstab m Fleisch und Blut einimpfte. Besonders dadurch, daß er selbst nach diesem Grundsatz lebte. Ihm war aller äußere Schein zuwider, aber wo er Echtheit, Leistung, Begabung fand, da förderte und half der ^roße Schweiger nicht mit Worten, aber nut der Mehr sein als scheinen — dieser Lebensgrundsatz des großen Schlachtenlenkers ist ein echt christlicher. Er ist der Bibel entnommen, die des öfteren diese Lebenswahrheit ausspricht oder darstellt. So auch im Evangelium des morgigen Sonntags (Luc. 8, v—15) Dort wird von einem Ackerfeld berichtet, das mehr scheint, als es in Wirklichkeit ist, und von Aehren auf diesem Feld, die mehr versprechen als sie her- nach halten. Saatgut, so erzählt diese Geschichte, fällt auf ein Erdreich, dessen Oberschicht guter Boden ist, darunter aber ist Felsgestein. Rasch schießen die Halme auf, aber die Sonne bringt diese Halme ebenso rasch zum Welken, weil sie nicht tief genug gewurzelt sind. Und Jesus erklärt dieses Gleichnis so: „Die auf dem Felsgestein sind die Menschen, die das Wort Gottes, wenn sie es hören, mit Freuden annehmen: aber sie haben nicht Wurzel; eine Zeit lang glauben sie, und zu der Zeit der An- fechtung fallen sie ab."
Mit anderen Worten: Es sind Menschen, die mehr scheinen, als sie sind. Ihr Glaube scheint zu blühen, aber eben: es scheint nur so. Laßt Leid diesen Glauben treffen, so wird das Leid diesen Menschen nicht zur Bewährung ihres Glaubens, sondern führt zu des Glaubens Vernichtung. Ihr Glaube ist eben ein Strohfeuer, das mit Natur- Notwendigkeit nicht lange brennen kann.
Es find Menschen, die mehr scheinen, als sie sind. Ihre Nächstenliebe scheint auf den ersten Blick wirklich tätig und zum Segen der Mitmenschen zu arbeiten. Aber wenn von ihrer Liebe wirkliche Opfer verlangt werden, wenn diese Liebe wirklich zum Wohl des Nächsten entbehren soll, dann offenbart sie sich als Scheinliebe: zur Selbstverleugnung ist sie nicht fähig.
Gottlob, daß das Gleichnis mit dieser traurigen Feststellung nicht schließt. Es berichtet noch von einem anderen Ackerboden, der gar nicht besonders gut aussieht, aber er ist gutes Land und bringt darum hundertfältige Frucht. Unter diesem guten Land und diesen herrlichen Früchten sind die Menschen dargestellt, die Gottes Wort hören, aufnehmen und in guten wie in bösen Tagen danach tun. Es sind die Menschen, die mehr sind, als sie scheinen.
Solche Christen braucht unsere Zeit, die viel leisten, wenig hervortreten, mehr sind, als sie scheinen. Das sind die Menschen, auf die man sich unbedingt verlassen kann. Das sind Menschen, die einen nie enttäuschen, sondern die in sie besetzten Erwartungen noch übertreffen. Und meist sind das Menschen, denen man auf den ersten Blick eine derartige Tüchtigkeit nicht ansieht, weil sie eben bewußt mehr sein als scheinen wollen.
Fragen wir noch, warum diese vor der Welt meist verborgenen und ihr unbekannten Menschen so treu sind bis in die kleinsten Kleinigkeiten ihres täglichen Berufs? Weil sie Menschen der Ewigkeit sind und immer mehr sein wollen. Sie fühlen sich Gott verantwortlich. Sie nehmen ihren Beruf, mag er noch so unscheinbar sein in den Augen der Welt, aus Gottes Hand, und darum nehmen sie ihn unendlich ernst.
ßintopffleridft — ein BolkSbrauch.
Wir alle wissen, daß wir einer vom anderen ab- hängen und daß wir ohne die Volksgemeinschaft nichts sinv. Das E i n t o p f a e r i ch t macht diese Tatsache für jeden Volksgenossen begreiflich. In den wenigen Monaten seit dem 1. Oktober 1933 hat sich dieser Dolksbrauch bereits so fest verwurzelt, daß er wohl niemals wieder verschwinden wird. Es gibt jedoch noch immer Volksgenossen, die den Sinn des Eintopfgerichts nicht begriffen zu haben scheinen. Das Eintopfgericht hat nur dann einen Sinn, wenn es zugleich ein Opfer darstellt. Man soll sich zwar satt essen, aber man soll eins ach essen und das Geld, das man dadurch spart, für die notleidenden Brüder opfern. Zuerst war überall die Beteiligung lebhaft, und sie wuchs von Monat zu Monat. Wie es aber immer ist, so kann man auch hier beobachten, daß bei manchen Menschen das Strohfeuer bald abbrennt. Nach dem Weihnachtsfest ist an einigen Orten ein gewisses Nachlassen der Erträge eingetreten. Zum Teil mag das auf Geldmangel nach den Feiertagen beruht haben. Es gibt aber zu denken, daß gerade in Städten und Bezirken, in den vorwiegend arme Landarbeiter wohnen, auch im Januar eine erhebliche Zunahme zu verzeichnen war. Sie betrug z. B. in den nordwestfälischen Großstädten gegenüber dem Dezember teilweise bis zu 40 v. H. Das ist ein Beweis dafür, daß der nationalsozialisti- sche Gedanke der Volksgemeinschaft in die breiten Massen gedrungen ist und von diesen voll verstanden wird.
Um so bedauerlicher ist es, wenn verschiedentlich festgestellt werden mußte, daß wohlsituierte Herrschaften die Sammler abgewiesen oder mit ganz geringfügigen Beträgen abgespeist haben. Wer so handelt, stellt sich außerhalb der Dolksge- meinschaft. Er wird ein Fremder im eignen Vaterland. Immer sitzt ihm das schlechte Gewissen im Nacken. Wenn ihm ein frohes „Heil Hitler!" ent- qegenschallt, dann muß er erröten, weil er dem Dolkskanzler nicht die Treue gehalten, der ihn und seinen Besitz vor dem Bolschewismus geschützt hat. Wenn andere frohen Mutes ihr herzhaftes Eintopfgericht verzehren, dann muß er fürchten, von seinen Kindern und von seinem Hausmädchen verachtet zu werden. Solche Menschen werden niemals Nationalsozialisten werden, und man muh sogar daran zweifeln, ob sie es überhaupt verdienen, Deutsche zu heißen. Denn das Eintopfgericht ist ein deutscher Volksbrauch geworden, dem sich niemand mehr entziehen kann.
3m 3eid)en her grauen Glücksmänner.
Das erste Jahr der nationalsozialistischen Revolution ist vorüber. Im Zeichen des W i n te r h i Iss- Werks für die notleidenden Volksgenosse n steht der Dank, den das deutsche Volk feinem Führer zollt. Die Winterschlacht neigt sich ihrem Ende zu. Aber noch einmal gilt es, a l l e Kräfte anzuspannen, um Sorge uno Lew zu bannen, um Mut und Glauben an das Leben auch für die Aermsten wieder aufzurichten. Unzählige Male sind in diesen letzten Wochen Die
Unsere Leser sollen selbst urteilen!
Tausend Mark für die riichtige Lösung.
NSK. Dir beginnen im folgenden mit dem Abdruck der im Deutschen Journalislenwetbewerb .Mit Hitler in die Dacht" vom Preis- gericht ausgewählten Arbeiten. Den Vorsitz des Ireisgerichles hatte bekanntlich Reichsminister Dr. Soebbels. Der Abdruck der fünf preisgekrönten Arbeiten erfolgt ab heute fortlaufend in belie- iger Reihenfolge ohne Kennzeichnung der erfolgten Zrämiierung. Die Reihenfolge der Prämiierung (mit dem 1„ 2., 3.. 4., 5. Preis) ist nur dem Preisgericht bekannt. Die erste Preisarbeit erscheint heute unter dem Titel „Ianget an!“
Die deutschen Zeilungslefer sollen nun selbst darüber urteilen, welche der Arbeiten mit dem 1.» 2., 3., 4., 5. Preis ausgezeichnet worden ist.
Wir veröffentlichen hier eine der fünf preisgekrönten Arbeiten im deutschen Journalistenwettbewerb „Mit Hitler in die Macht!" Die übrigen vier werden in den nächsten Tagen folgen.
NSK. Ein langgestreckter, graudüsterer Hof: ein Hof wie unzählige andere auch. Und doch ist dieser > Hof ein besonderer Hof: denn er kann erzählen von I bitterem Leid, von Elend und Sorge und von | tausendfältigen Enttäuschungen. Er ist darum ein besonderer Hof, weil er nur betreten wurde mit tiefem Haß und wieder verlassen wurde mit Bitterkeit. Er kann erzählen, dieser Hof, von Stunden der Zwietracht der Brüder eines Volkes, feine hohen Häuserwände hallten wider von den gellenden Schreien verhetzter Menschen, vom Wimmern und Stöhnen der Niedergeschlagenen, die politischer Rache zum Opfer fielen.
Diele Höfe gleichen in Deutschland diesem Hof.
Und doch ist wiederum gerade dieser Hof ein besonderer Hof, dieser Hof des Frankfurter Arbeitsamtes. Denn er war ausersehen, neues Leben, neue Hoffnung hinauszutragen in ein verzweifeltes Volk. Und dieser kleine unscheinbare Hof im Herzen der alten freien Reichsstadt am Main wird dereinst eingehen in die Geschichte eines neuen Reiches, wird Zeuge fein eines neuen Geistes.
Sein Geburtstag ist der 23. September 1933.
In diesem Hof, eingeengt zwischen hohen Häuserwänden, wurde der neue deutsche Arbeitsmensch geboren, der freie Arbeiter der Faust. Und in ihm wurde geboren der Glaube des deutschen Arbeiters an den Führer.
Das aber geschah so ...
An jenem Morgen des 23. September 1933 betraten, gegen 7 Uhr, siebenhundert deutsche Men- schen zum letzten Male nach langen Jahren der Not diesen Hof. Sie traten an, nicht um wieder Schlange zu stehen, sondern sie traten an in zehn Gliedern, Alte und Junge, mit hoffnungsfreudig leuchtenden Gesichtern, aus denen Not und Sorge ausgelöscht waren. Sie standen da im blauen Arbeitskittel, im Ehrenkleide des deutschen Arbeitsmannes. Und diese Siebenhundert hörten ein beglückendes Wort: „Ihr seid nun zum letzten Male im Hofe des Arbeitsamtes, den ihr so lange mit Erbitterung betreten habt...!" und sie hörten voll tiefster Freude das andere Wort: „Fanget an!"
Und in siebenhundert deutschen Arbeiterherzen keimte ein Glaube...
Und zur gleichen Stunde keimte dieser Glaube m tausend anderen, einst leiderfüllten Herzen: das aber geschah in den Herzen der Frauen und Mutter der Siebenhundert, denn diese Stunde brachte wieder Brot, erworben durch ehrlicher Hände Arbeit.
Das war die Geburtsstunde des Glaubens.
Der aber wurde vertieft, als die Siebenhundert zum letzten Male durch das Tor des Hofes schritten und auf dem Börsenplatz zu Frankfurt aus der Hand des Statthalters ihr Arbeitsgerät empfingen.
Jür die richtige Lösung ist vom Reichvpressechef der RSDAP. Dr. Dietrich ein Preis von R 2N. 1000 ausgesetzt worden. Gehen mehrere richtige Lösungen ein, so wird der Preis in fünf Preise zu je RD. 200 geteilt. Gehen mehr als fünf richtige Lösungen ein, so werden die fünf mit einem Preis von RD. 200 bedachten Lösungen unter Ausschluß des Rechtsweges durch das Preisgericht durch Los bestimmt.
Die Einsendungen sind bis zum 15. Jebruar zu richten an den Reichsverband der Deutschen presse, Vertin W 10, Tiergartenstrahe 10.
Jeder Einsendung muh die letzte Bezugsquittung des Giehener Anzeigers beigefügt werden. Einsendungen ohne ordnungsgemäße letzte Bezugsquittung werden nicht berücksichtigt.
Und wieder wurde ihnen das Wort gesagt: „Fanget an!"
Das Wort, auf das ein Millionenheer feit Jahren gewartet. Und sie, diese Siebenhundert, waren ausersehen, die Ersten zu sein bei dem Bau eines neuen Reiches, die Ersten dieser Millionenarmee, sie sollten das Wort wahr machen. Und ihr Glaube wurde mächtig, ihre Herzen schlugen höher, als sie durch die festlich geschmückten Straßen der Stadt marschierten nach ihrem Arbeitsplatz. Sie alle wurden sich bewußt, daß auch ihnen dieses Festkleid der Straßen galt. Denn ihnen, diesen siebenhundert Menschen der Arbeit, galt der Jubel der Menschen, nicht etwa dem Arbeiter Soundso, der zufällig mitmarschierte. Nein, sie alle fühlten, daß dieser ehrliche Jubel dem Bruder im Arbeitskittel, dem deutschen Volksgenossen galt. Sie fühlten die Schranken fallen, die einstmals künstlich aufgerichtet wurden und die das Volk trennten. Dieser Marsch aber gab ihnen das stolze Gefühl der Verbundenheit wieder.
Und der Glaube an das Wort „Fanget an" und an das Reich wuchs, ergriff sie und wühlte sie auf: die, die da auf der Straße marschierten und die, die an der Straße standen.
Und dieser Marsch der Siebenhundert fand sein Echo im ganzen Reich. Allüberall zündete der Geist der marschierenden Arbeiter, rüttelte die Lauen auf, zeigte ihnen den Willen eines neuen Deutschland. Eines Deutschland der Arbeit, eines Deutschland einig in einem Führer.
Der Wille des Einen aber war es, der diese Siebenhundert aus dem düsteren Hof des Arbeitsamtes hinausführte in die wahre Freiheit, der fie alle wieder machte zu freien und stolzen Menschen, der ihnen den Platz wieder gab, der ihnen gebührt im Volk.
Und diese Siebenhundert verstanden den Ru des Führers und traten vor ihn hin dort am Ufer des Mainflusses, voll Glauben an ihn und sein Werk. Sie verstanden ihn auch, als er in ihrer Sprache zu ihnen sprach: denn er war einer der ihren, er fühlte wie fie, er dachte wie sie. Er sprach nur zu ihnen und gab ihnen den Befehl:
„Fanget an!"
Und sie wurden Zeugen des Augenblicks, als sich der Spaten zum ersten Spatenstich tief in die Erde senkte; als der Führer, ihr Führer, das Zeichen gab zum „Fanget an!" der Arbeit, einer Arbeit, die das ganze deutsche Volk erfassen sollte. Und dieses Volk verstand den Sinn dieser Tat und das Wollen des Führers.
Das Wort „Fanget an!" wurde das Losungswort eines ganzen Volkes, wurde das Zeichen des Sieges.
Und aus den Siebenhundert, die an jenem Mor- gen des 23. September 1933 voll Hoffnung und Glauben auszogen aus dem Hofe des Frankfurter Arbeitsamtes, wurden Taufende und aber Taufende, die das Wort aufgriffen, das ihnen zugerufen wurde.
Das aber war das Werden des neuen Reiches. „Fanget an!"
glänzenden Laufbahn entsagt, um sich ganz der Mu» ik zu widmen, nachdem er mehr und mehr gerade als Regerspieler einen Namen erworben hat. In vielen Besprechungen wurde immer wieder hervorgehoben, wie er gerade durch die geistige Durcharbeitung der unendlich schwierigen Telemannvariationen mit ihrem polyphonen Gewebe und iprem Arabeskengewirr sich besonders ausgezeichnet habe.
Ortsgruppe Gießeu-Süd.
Am Sonntag, 4. Februar, werden von den Amtswaltern der Ortsgruppe die Ersparnisse anläßlich des Eintopfgerichtes in den Haushaltungen in der Zeit zwischen 11 und 14 Uhr eingesammelt. Ich bitte alle Bewohner der Ortsgruppe Gießen-Süd, ihre Spende bereitzuhalten und bei Vorlegung der Sammelliste den Amtswaltern auszuhändigen.
gez.: Friedel, Drtsgruppenroalter.
Veränderungen
in der oberhessischen Justiz.
Wie das Personalamt bekanntgibt, wurden durch Urkunde des Herrn Reichsstatthalters in Hessen auf Vorschlag der hessischen Regierung u. a. ernannt: der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Lauter- bach Dr. Wilhelm Kalbfleisch zum Land- gerichtsrat bei dem Landgericht Gießen;
der Gerichtsassessor bei dem Amtsgericht in Darmstadt Dr. August S p r e y zum Amtsgenchtsrat beim Amtsgericht Lauterbach unter Berufung in das Beamtenoerhältnis;
der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht in Herbstein Hans Werner zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht in Offenbach;
der Gerichtsassessor zur Zeit beim Landgericht Darmstadt Dr. Karl Otto Trieb zum Staats- anwalt bei dem Landgericht Gießen unter Berufung in das Beamtenverhältnis;
der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Butzbach Richard S ch a e g zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht Gießen;
der Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen Alfred Schneider zum Landgerichtsrat bei dem Landgericht Gießen;
der Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Grünberg Dr. Wilhelm Christ zum Landgerichtsrat beim Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter beim Amtsgericht Mainz;
der Justizpraktikant Justizsekretär Andreas Merle zum Oberjustizsekretär bei dem Amtsgericht Gießen mit Wirkung vom 1. Januar 1934;
der Gerichtsassessor zur Zeit bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Hermann Georgi zum Direktor bei dem Hessischen Landeszuchthaus Marienschloß in Rockenberg;
der Gerichtsassessor bei dem Landgericht Darmstadt Dr. Friedrich Brun zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Vilbel;
der Gerichtsassessor beim Amtsgericht Butzbach Ludwig Günter Buxbaum zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Osthofen;
der Gerichtsaffeffor in Gießen Dr. Hans Finke zum Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Gießen;
der Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Gießen Dr. Wilhelm C l a ß zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen;
der Gerichtsaffeffor bei dem Amtsgericht Gießen Dr. Karl Hofmann zum Staatsanwalt bei dem Landgericht Gießen;
der Gerichtsaffeffor beim Amtsgericht Darmstadt Dr. Ludwig L a m b zum Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht in Friedberg;
der Gerichtsassessor bei dem Amtsgericht Büdingen Hugo S ch m i cf zum Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Büdingen;
der Gerichtsassessor bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt Albin Lösch zum Staatsanwalt bei dem Amtsgericht Gießen.
3ur Ginfommcnffeuererhärung für 1933.
DNB. Die Steuerpflichtigen haben in der Zeit vom 1. bis 15. Februar 1934 ihre Einkommensteuer- ertlärung für die im Kalenderjahr 1933 endenden Steuerabfchnitte abzugeben. Eine Verlängerung der Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung kann nur in ganz besonderen Ausnahmefällen gewährt werden.
Bei der Veranlagung des Einkommens 1933 kommen zum erstenmal die Steuervergünstigungen zur Berücksichtigung, die im Rahmen des Kampfes um die Verminderung der Arbeitslosigkeit gewährt werden. Es fei hier auf das Gesetz über Steuerfreiheit für Ersatzbeschaffungen vom 1. Juni 1933, auf die Steuerermäßigung gemäß § 1 des Gesetzes über Steuererleichterunben vom 15. Juli 1933, auf den Runderlaß betreffend Aufwendungen zu Zwecken des zivilen Luftschutzes vom 10. Oktober 1933 usw. hinaewiesen.
Auch die Fragen der Behandlung von Reichszuschüssen für Instandsetzungen und Ergänzungen von Gebäuden, der Zinsoergütungsscheine, der Steuergutscheine usw. spielen bei der Veranlagung der Einkommensteuer und Körperschaftssteuer für 1933 eine große Rolle.
Das Reichsfinanzministerium hat soeben amtliche „Richtlinien zur Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer für 1933" herausgebracht. In diesen Richtlinien sind Zweifelsfragen, die bei der Veranlagung für 1933 auftauchen, in leicht verständlicher Sprache beantwortet. Diese Richtlinien sind nicht nur bestimmt, den Finanzbeamten bei der Durchführung ihrer Veranlagungsarbeit zu dienen, sie sind auch bestimmt, den Steuerpflichtigen bei der Feststellung ihres steuerpflichtigen Gewinns für 1933 zu dienen und ihnen die Wahrnehmung der gegebenen gesetzlichen Möglichkeiten zu erleichtern. Es ist deshalb den Steuerpflichtigen zu empfehlen, ihre Steuererklärungen nicht abzugeben, ohne die „Richtlinien für die Veranlagung der Einkommensteuer und der Körperschaftssteuer für 1933" gründlich durchgelesen zu haben. Diese Deranlagungsrichtlinien sind zum Stückpreis von 70 Pf. (mit Anlagen) und zum Stückpreis oon 40 Pf. (ohne Anlagen) im Buchhandel erhältlich.
Bericht derKnminalpolizeiftelleGießen
Pfarrhauseinbruch.
In der Nacht zum 1. Februar 1934 wurde ein Einbruchsdiebftahl in das Pfarrhaus in Oppershofen ausgeführt, wobei dem Täter etwa 15 Mk. Bargeld in die Hände fielen. Der Täter hatte es vermutlich nur auf Geld abgesehen, da sonstige Wertsachen unberührt blieben. Die polizeilichen Ermittlungen wurden sofort durch die Kriminalpolizeistelle Gießen ausgenommen.
Acchrraddlebslähle:
In den letzten Tagen wurden nachstehend beschriebene Fahrräder hier gestohlen: Herrenfahrrad Marke
grauen Glücksmänner der Straßen- Lotterie die Freudebringer im letzten verzweifelten Augenblick gewesen. Es hat sich längst im ganzen Volke herumgesprochen, daß in den Kästen dieser Glücksmänner die Gewinnlose in gerechter Auswahl verteilt sind, daß auch der Prämien- schein des Nietenloses im März noch einmal Aussicht auf Belohnung findet. Wenige Wochen noch wird die Straßen-Lotterie gespielt, keiner möge Nachlassen im Suchen nach dem Glück, zugleich in der Hilfsbereitschaft für sein Volk:
Wenn du noch helfen kannst, so helfe. Groß ist die Not im deutschen Land. Denk an den Bruder, der da leidet, und reiche helfend ihm die Hand.
Lotterieglück - Winterhilfeopfer.
Bei der Winterhilfe-Lotterie der NSDAP., deren Lose durch die bekannten Glücksmänner in den Straßen unserer Stadt verkauft werden, gewann gestern eine hiesige Witwe a u f ein 50-Pfen- nig-Los den Betrag von 5 0 M a r k. In anerkennenswerter Weise hat dabei die glückliche Gewinnerin auch der Winterhilfespende gedacht, der sie von ihrem Gewinn den Betrag von 5 Mark zu- wies.
Das Gesetz zur Aeuderuug des hessischen Besoldungsgesetzes verlängert.
LPD. Vom hessischen Staatsmimster Jung ist folgendes Gesetz zur Aenderung des Besoldungsgesetzes vorn 18. Januar 1934 beschlossen und vorn Reichsstatthalter in Hessen ausgefertigt und ver- kündet worden:
Auf Grund des vorläufigen Gesetzes zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 31. März 1933 (Reichs-Ges.-Bl. I S. 153) wird folgendes Ge- setz beschlossen: Die Geltungsdauer des Gesetzes zur Aenderung des Besoldungsgesetzes vom 10. Dezember 1930 (Reg.-Bl S. 309) wird bis auf werteres verlängert.
Das Winterhilfswerk ruft auch Dich!
Der „Bunte Abend", den Leitung und Per- fonal des Stadttheaters zugunsten des Winter- Hilfswerks am heutigen Abend im Stadttheater veranstalten, muß im Interesse der großen und guten Sache restlos ausverkauft werden. Es wird mit der Wiederholung des mit großem Beifall aufgenommenen Silvesterprogramms und einigen nicht unwesentlichen Programmänderungen, unter Mitwirkung verschiedener auswärtiger Gäste, ein kabarettistisches Buntprvgramm aufgezogen, das allen Ansprüchen an Humor, Tanz, Gesang und Artistik durch seine Vielgestaltigkeit vollauf gerecht wird. Die kleinen Preise ermöglichen es jedem, der guten Sache zu dienen und sich selbst einen fröhlichen Abend zu verschaffen. Spieldauer von 20.15 bis 22.45 Uhr.
Eine Max-Beqer-ffeier in Gießen
Dem Andenken Max Regers, dieses großen Künstlers und einzigartigen Menschen, ist eine Feier besonderer Art gewidmet: Prof. Dr. Fritz Stein, Direktor der Hochschule für Musik in Berlin und stellvertretender Vorsitzender der Reichs-Musikkam- mer, vordem namentlich bekannt als Leiter des Kamvfbundes für deutsche Kultur in der Abteilung für Musik, wird über „Reger, der Mensch" sprechen! Keiner ist so berufen, wie Prof. Stein, da er, früher Schüler und später vertrautester Freund Regers, mit ihm jahrelang in enger beruflicher und menschlicher Beziehung gestanden hat. Kein Wesenszug des großen Meisters ist ihm fremd geblieben, und er weiß nicht nur über das Schaffen und die gewaltige Zahl feiner Werke, über fein Ringen und Kämpfen, fein Siegen und feinen Aufstieg zu berichten, sondern auch über feinen nie versagenden Humor und seine treffsichere Schlagfertig- feit Aber auch Werke des Meisters, von berufenster Hand gespielt, sollen erklingen: Ludwig Kaiser aus Kassel wird einleitend Werke aus dem Tage- buch und zum Schluß das große Werk: Dariatio- nen und Fuge über ein Thema von Telemann spielen. Ludwig Kaiser hat vor zwei Jahren einer
„Fanget an!"
Eine preisgekrönte Arbeit aus dem deutschen Lournalisten-Wettbewerb.


