Nr. 2 Drittes Matt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Mittwoch. Z.Zanuar 1934
Das furchtbare NlWeug-LlnM in Velgien
Der Aeujahrsempfang beim ReichsvrWdenten
S.jlxfporf
Deutsche Vereinsmeister im Schwimmen wurden bei den Herren Hellas Magdeburg vor dem SSC. 89 Berlin und dem 1. Frankfurter Schwimmclub und bei den Damen die Charlottenburger „Nixen".
Walter Neufel gestaltete auch seinen dritten Amerikastart erfolgreich. Gegen den „amerikanischen Camera", Ray Jmpellitiere, landete er trotz eines Gcwichtsnachteils von 50 Pfund im Neuyorker Madison Square Garden einen einwandfreien Punktsieg.
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Schmelings nächster Gegner, der Amerikaner King Lewinsky, schlug in Chikago in einem Zehnrundenkampf den bekannten Südafrikaner Don Mc. Corkindale verdient nach Punkten.
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E i n Revanchespiel trägt der Sportclub Riessersee am Donnerstag in München gegen die kanadischen Eishockeyspieler „Ottawa Shqmrocks" aus. Die Bayern unterlagen bekanntlich am Silvestertage den Kanadiern nur knapp mit 2:0.
Schön - Richli haben sich im Brüsseler Sechstagerennen nach 90 Stunden die Spitze erkämpft. Sie liegen allerdings mit sechs weiteren Mannschaften in der Spitzengruppe.
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Albert Richter gewann im „Großen Fliegerpreis von Basel" vor dem Schweizer Dinkelkamp, dem belaischen Weltmeister Scherens und Exwelt- meister Michard-Paris. Im Punktefahren der Amateure endete der Augsburger K. Steger in Front.
Einen 75-Meter-Sprung erreichte beim Skispringen in Pontresina außer Konkurrenz der bekannte Norweger Badrutt. Der Wettbewerb selbst wurde von Kaufmann- Grindelwald mit Sprüngen von 60,5, 63 und 69 Metern gewonnen.
schußmitglieder, die Aufstellung des Jahresplanes über Veranstaltungen und Lehrgänge, über die Arbeit in der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft usw. stehen auf der Tagesordnung. Die gemeinsame Arbeit mit anderen Verbänden usw. werden in einer arbeitsreichen Tagung behandelt werden. Nach den Richtlinien des Reichssportführers, der auch die Turnerschwimmer in die neue Front gestellt hat, werden die Schwimmwarte durch Arbeit, Dienst und Opfer für das Dritte Reich kämpfen.
Handball im Gau XII der OT.
Grüningen I — Holzheim I 0:3 (0:2).
Am Neujahrstage trat die erste Mannschaft vom Turnverein Holzheim in Grüningen zum fälligen Rückspiel an. Beide Mannschaften spielten in voller Aufstellung. Holzheim spielte in der ersten Halbzeit mit dem Wind. Alle Spieler taten ihr möglichstes, jedoch blieb in der ersten Hälfte der Halbzeit jeder Erfolg aus. Grüningen blieb meistens in der Verteidigung. Erst kurz vor Halbzeit landete Holzheim seine beiden Treffer. Mit 0:2 für Holzheim ging es in die Pause. Nach dem Wiederanpfiff spielte Grüningen mit dem Wind, wußte aber die Chancen nicht auszunutzen. Holzheim kam abermals zu einem Erfolg. Mit 0:3 für Holzheim wurde bas Spiel abgepfiffen.
Grüningen II — Holzheim II 1:5 (0:1).
Grüningen spielte nur mit neun Mann, Holzheims zweite war körperlich überlegen.
Kurze Sporinotizen.
Im Rugby-Repräsentativspiel 'gegen eine französische Auswahlmannschaft wurde die deutsche Nord-Süd-Mannschast in Paris am Neujahrstag vor 15 000 Zuschauern mit 12:3 (9:0) nach tapferem Widerstand geschlagen.
In Flandern stürzte eine Verkehrsmaschine der englischen Luftverkehrsgesellschaft „Imperial Airways* ab und geriet in Brand. Die zehn Insassen des Flugzeugs fanden dabei den Tod.
Der Empfang des Diplomatischen Korps. Vor dem Reichspräsidenten der Doyen Nuntius Orfenigo; links: Reichskanzler Adolf Hitler; rechts neben dem Reichspräsidenten Außenminister Freiherr von Neurath, hinter ihm Staatssekretär Dr. Meißner.
Eine Aufnahme vom Rückspiel der kanadischen Eishockey-Mannschaft der Ottawa-Shamrocks gegen den Schlittschuhklub Rießersee, das auf dem Rießersee bei Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurde und mit einem 2:0-Sieg der Kanadier endete.
Kunstturnen
$ranffyrt - München - Leipzig.
Das zweite Zusammentreffen der Kunstturner- Mannschaften von Frankfurt, München und Leipzig soll im April in Frankfurt vonstatten gehen, rer erste Kampf sah im vergangenen Jahre die Sachsen knapp vor Frankfurt und München in Front. Frankfurt a M. ist übrigens auch der Austragungsort des Endkampfes um die Kunstturner-Mannschafts-Meisterschaft des alten Mittelrheinkreises. Die Austragung dieser Meisterschaften erfolgt noch im Januar.
Tagung der Schwimmwarte des 12. Gaues Nordhessen OT.
Arn kommenden Sonntag werden sich erstmals die neu ernannten Schwimmwarte der 12 Turnkreise des Gaues XII (Nordhessen) unter Führung des Gau- schwimmwartes Franz Sauer in Gießen zusam- rnenfinden. Der Neuaufbau im Sinne unseres Führers sl^ll sich vollziehen. Die Ernennung der Aus-
Museum deutschen Kriegsruhmes
Ein Gang durchs Berliner Zeughaus.
von Werner Zibaso.
Irn Obergeschoß des Berliner Zeughauses, etwas abseits, steht ein Glaskasten. Ein deutscher Infanterist, Unteroffizier mit Sturmgepäck. Er ist der eigentliche Mittelpunkt des riesigen Waffen- und Uniformenarsenals, unscheinbar wie er ist, in faserigen, kratzig grauen Ersatzstoff gekleidet, schlechtes rohes Leder, selbst der Riemen der Gasmaskenbüchse ist aus Papierfasergewebe. Man glaubt fast, das ausgemergelte Gesicht zu sehen, tiefliegende Augen, die scharf vorspringende Nase, die Backenknochen, über denen sich die gelbe Haut spannt. Und über ihm, schreiender Kontrast, ein englischer Seiden- fallschirm. — Seide! Viele Meter Seide für die kurze Spanne Zeit, während der die Leuchtrakete abbrannte, die er zu tragen hatte.
Starr steht der Mann in Front gegen die achtmal so breite Glasvitckne, in der seine Gegner nebeneinander aufgereiht sind — der russische Muschik, der Serb'e im hellgrau vornehmen Mantel, Belgier und Poilu, Tommy, Japaner und Amerikaner. Helles Rindsleder, wärmer, fester Wollstoff — kein Ersatz, kein Papiergewebe, keine Pappsohlen, fein Hunger. Acht gegen einen. Eigentlich acht gegen vier, so wie die Vitrinen sich gegenüberstehen, denn hinter dem Sturmmann stehen noch die drei Verbündeten: Türke, Bulgare, Oesterreicher. „Die harn ooch nid) Dille gemacht!" bemerkt eine Frau und mustert kri- tifch die filzige Ersatzuniform des Türken.
Vor einigen Tagen erst passierten die letzten „Interalliierten" ein — der OZA.'Jnfanterist und der Japaner. Mühselige Verhandlungen waren nötig, um diese Weltk r i egs - S o n d e r s ch a u zu vervollständigen; die Uniformen, komplett bis zur Gasmaske und den Patronentaschen wurden gegen deutsche ausgetauscht. Die Japaner schickten entgegenkommend sogar ein modernes Maschinengewehr mit.
Die Sonderschau in der Gedächtnishalle beweist die Arbeit, die in den letzten vierzehn Jahren geleistet wurde. Vierzehn Jahre, in denen die Preise für
Rüstungsstücke unaufhaltsam stiegen, während die Mittel''für Neuanschaffungen immer geringer wurden. Trotzdem: die Unifor m F r i e d r i ch s d e s Großen, Feldharnische, Landsknechtstrachten, Wikingerschwerte — eine Frau steht ganz versunken vor der Prunkrüstung eines polnischen Edelmanns. Einen halben Zentner hatte er darin, zu tragen — bei einer Taillenweite von 1,68 und 2,10 Meter
Wir erfahren, daß die deutsche Fußball-Länder- mannschaft, die am 14. Januar im Frankfurter Stadion gegen Ungarn anzutreten hat, mit ziemlicher LZestimmtheit bereits feststeht. Besonders erfreulich ist dabei die Tatsache, daß in der Länderelf diesmal auch wieder nach langer Pause der frühere Frankfurter Willi Kreß aufgestellt wurde
Die in Aussicht genommene Mannschaft hat folgendes Aussehen. K r e ß (Dresdner SC.); Ha r i na er (Bayern München), Stubb (Eintracht Frankfurt); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Go ld b r un- n e r (Bayern München), Oehrn (1. FC. Nürnberg);
scheint nicht dieser Meinung zu sein, er blickt an seinem bürgerlichen Anzug herunter.
Jedenfalls werden es schönere Zeiten gewesen sein als vor vierzehn Jahren. Ein Stück nach dem anderen zerrte die interalliierte Abrüstungskommission aus dem Zeughaus — die Beutestücke des Weltkrieges, die Trophäen von 1870/71. Es durfte nicht wahr sein, daß Deutschland Kanonen erbeutet hatte und Fahnen; mit Notizblock und Füllfeder zogen die Agenten durch die Räume und schrieben auf, was vielleicht versehentlich vergessen worden war. Mit Mühe nur und nach endlosen Verhandlungen konnte das Zeughaus die deutschen G e - s ck) ü tz e für sich retten, nachdem ihre Verschlüsse unbraudjbar gemacht worden waren. Jahre hindurch wurde das Richthofen - Flugzeug in einer Box über dem Direktionszimmer versteckt gehalten, aus dem Boden, in den Kellern, überall, wo sie einigermaßen sicher waren, blieben die wenigen Beutestücke versteckt, die man heute noch sehen kann — Uniformen, den schottischen Dudelsack, die paar Maschinengewehre, die Hochländertrommeln. Wo früher die Geschütze von Sedan und Metz standen, sind leere Flecke. Aber damit löscht man Geschichte nicht aus ...
Dreimal soviel Besucher als im gleichen Monat des Vorjahres hatte das Zeughaus im vergangenen Monat zu verzeichnen. Schulklassen, Militär, Publikum aus allen Schichten — sogar eine Bückeburgerin in ihrer bunten Tracht schaut in einer Mischung von Ehrfurcht und Entsetzen zu dem Langrohr- g e s ch ü tz im Ehrenhof auf. „Ein von hier abge- jeuerter Schuß würde in Neu-Babelsberg einschlagen" steht auf einer Tafel. „Du — wenn dir sowas auf den Kopf fällt, bifte rasiert —" Dabei hat es der Junge — schätzungsweise Quartaner — bestimmt noch nicht nötig.
Aber das Interesse ist groß. Manchmal zu groß. Das Schlachtenrelief von St. Privat kann es bezeugen. In gewissen Abständen muß die Zeughaus» Verwaltung immer wieder die gelichteten Formationen der Bleisoldaten auffüllen, die ein unrühmliches Ende in den Hosentaschen eifriger Zeughausbesucher fanden. Auch die Tafel: „Berühren verboten!" ist mehr oder weniger illusorisch.
Lehner (Schwaben Augsburg), L a ch n e r (Mün- djen 60), Conen (Saarbrücken), Noack , P o l i tz (beide Hamburger SV.).
Der Nürnberger Oehm ist für Eiberle, der an einer Handverletzung leibet, in Aussicht genommen. Die Spieler der deutschen Meistermannschaft von Fortuna Düfseldorf und dem VfL. Benrath hat man für den Kampf gegen Ungarn nicht in Betracht gezogen, um den Meisterschaftsbetrieb am Niederrhein nicht noch weiter zu stören.
Der Berliner SE in Gt. Moritz erfolgreich
Das Internationale Eishockey-Turnier um den Goldpokal von St. Moritz nahm am Dienstag unter Beteiligung der acht besten europäischen Mannschaften seinen Anfang. Besonderes Interesse erhalten die Kämpfe insbesondere noch durch die Teilnahme des deutsck)en Meisters Berliner SC., der in seinem ersten Treffen gleich zu einem schonen Erfolg kam. Der Wiener EV. mußte sich nach durchweg überlegenem Spiel der Berliner glatt mit 3:0 (0:0, 2:0, 1:0) geschlagen geben. Die drei übrigen Kämpfe brachten folgende Ergebnisse: Queens Club London — Rapid Paris 2:1 (0:0, 2:1, 0:0), HC. Mailand — EHC. St. Moritz 3:2 (0:2, 1:0, 1:0), LTC. Prag — Budapester EV. 6:3 (1:1, 3:1, 2:1).
„Ottawa Shamrocks" auf deutschen sbockeyfeldern.
DfB. Gießen. ;
Sportverein horas (Liga) — VfB. Gießen (Liga) , 6:2 (4.1).
Die Ligamannschaft des VfB. war gezwungen, mit - fünf Mann Ersatz zum Rückspiel in Horas anzutreten, und mußte zum Abschluß des alten Jahres eine ziffernmäßig zu hohe Niederlage einstecken. Die Uneinheitlichkeit des Mannschaftsbildes trägt die Hauptschuld an der Niederlage. Die Grünweißen standen: Becker; Leutheuser II, Lehrmund; Michel, Knauß, Fenster; Leutheuser III, Ranft, Heller, Mattern II, Fehling.
Der Anstoß der Gäste wurde vom gegnerischen Mittelläufer abgefangen, der sofort mit einer weiten Vorlage den Linksaußen, der der beste Mann auf dem Platze war, auf Reifen schickte. Aber alle Angriffe scheiterten vorerst an Lehrmund. Eine Flanke des Linksaußen verwandelte der Halbrechte zum Führungstreffer. Eine zu harte Elfmeter-Entscheidung führte zum 2. Tor für die Platzbesitzer. Bis hierhin hatten die VfBer gedrängt, konnten ober durch das Schußunvermögen des Jnnentrios zu keinen Erfolgen kommen. Bis zur Halbzeit waren die Platzbesitzer, die sich mit den Schneeverhältnissen besser als die Gäste abfanden, zeitweise stark überlegen und konnten durch zwei Tore, die beide aus klarer Abseitsstellung erzielt wurden, auf 4:0 erhöhen. Der Mittelstürmer der Gießener verkürzte durch einen Schuß aus dem Gedränge auf 4:1. Halbzeit!
Die Gießener erschienen nach der Pause in veränderter Aufstellung, die sich für die Folgezeit bewährte. Sie konnten ein Tor aufholen. Der Rechtsaußen der Platzbefitzer brachte eine harte Note in das Spiel, ohne daß der Schiedsrichter dagegen ein-1 schritt. Durch die Verletzung Knauß' wurde dasi Schicksal der Gießener besiegelt. Die Platzbesitzer erzielten noch zwei Tore und stellten damit den Sieg sicher.
Die 3. Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und schlug in überlegener Manier die 1. Mannschaft des SV. Adler Hausen mit 7:0 Toren, wovon L. Schmidt allein fünf auf fein Konto buchen konnte. „ ?C.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Wahenborn Sleinberg — Sporte. Heuchelheim 6:3.
Am letzten Sonntag des vergangenen Jahres hatten die „Teutonen" die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim zu Gast. Wieder waren zahlreiche Zuschauer erschienen. Das Spiel konnte aber nicht besonders begeistern und beide Mannschasten konnten auch nicht überzeugen. Beim Stand von 3:0 in der Pause kam der Gast durch ein Selbsttor des linken Läufers von Steinberg zu feinem ersten Erfolg und dadurch angefeuert, gelang es ihm, das Ergebnis auf 3:3 zu stellen. Nun nahmen aber die Einheimischen das Spiel wieder ernster und stellten mit einem 6:3 den Sieg sicher.
Die erste Mannschaft spielte am Neiyahrstag in Hausen gegen die dortige 1. Mannschaft. Haufen kämpfte in diesem fairen Kampfe unverdrossen und versuchte das Minus an Spielerfahrung. durch großen Eifer wettzumachen. Das Resultat lautete , . aber trotzdem 1:20!
Hanau 93 siegt in Nordfrankreich
„Velhunoise" 4:1 (1:0) geschlagen.
Am Silvestertag weilte Hanau 93 in Bethune bei Arras bei dem Club „Bethunoise" zu Gaste und kam nach freundlichem Empfang vor 2000 Zuschauern zu einem verdienten Siege, der von der Menge, die auch den Deutschen Gruß erwiderte, beifällig aufgenommen wurde. Trotz des vereisten Platzes boten die Hanauer eine gute Leistung, sie waren ihrem Gegner überlegen. Philippi (2), Dorn und Bach schossen die Tore.
D e deutsche Landerels für den Zutzbattkanwl gegen Ungarn.
Verständnisinnig mad)en sich die Feldzugsteilnebmcr dpi emei ^LHwtniveut vuh i,uo unu 6,iu an dest Verschlüssen zu schaffen, fingern am Ziel-
Große ganz angemessen „Das waren and) ganz fcrnrohr (auch wenn sie bei der Infanterie gerne- schöne, Zeiten..'." jmtsährt es ihr. Der Ehemann'sen sistd) und ftellenian der Visiercinridstung hermn.


