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raefuhrt wer- Devisen rund

Das-euischenglischeZahlungsabkommen in Berlin unterzeichnet.

Im Mittelpunkt der Wirtschaftserörterungen steht nach wie vor die durch die Devisenlage er­zwungene Beschränkung der Einfuhr aus­ländischer Rohstoffe. Wenn wir uns vergegenwär­tigen, in welchem Maße Deutschland bisher der Abnehmer der großen Kolonialreiche war, dann ist der teilweise Ausfall der deutschen Kundschaft geeignet, die Schwierigkeiten noch zu vermehren, in denen diese Staaten stecken. Und vor allem die Vereinigten Staaten, die 16'/- Millionen Arbeitslose aufweisen, werden kaum in der Lage sein, sich aus eigenen Kräften wieder hoch­zuarbeiten, da ein Teil dieser Arbeitslosen auf die Gebiete entfällt, die bisher ihren Ueberschuß vor allem nach Deutschland lieferten. Wenn Deutschland heute noch die Rohstoffe beziehen und mit seiner Ware bezahlen könnte, wäre die Krise nicht in ihrer verhängnisvollen Schwere in die Erscheinung getreten. Man muß sich vor Augen halten, wie weit die deutsche Industrie in der Lage ist, Rohstoffe zu ersetzen oder Neustoffe zu schaffen und wie weit der deutsche Boden, der heute Getreide usw. trägt, beschnitten werden kann zugunsten des An­baues von Oelfrüchten usw. und der Hal­tung von Schafherden zur Wollerzeugung. Wenn das Getreide mehr bringt als die Schafher­den, dann wäre es unsinnig, Getreideboden in Weideland für Schafe zu verwandeln. Als das in England geschah, war es aus mit der englischen Landwirtschaft, als die Schafe die Getreideböden auffraßen, wie die Engländer sagten, zog zwar die Industrie einen doch immerhin zeitlich bedingten Nutzen, der englische Landwirt aber wurde In­dustrieproletarier. Da im neuen Deutschland aber das Hauptgewicht auf die Erhaltung eines gesunden 'Sauern ft anbes gelegt wird, ist die Schafzucht nicht geeignet, uns von der Woll­versorgung völlig unabhängig zu machen, soweit sie aus dem Ausland erfolgt. Einige Gebiete

Kilogramm geschätzt, und die K u n st fas e rer­zen g u n g kann höchstens auf 10 Millionen ange­nommen werden. Zudem kommt von dieser gesam­ten Produktion nur ein Teil als Ersatz für Baum» wolle in Frage, der andere wird zu selbständigen Geweben verarbeitet. Für Rohnessel gibt es

Weltarbeitslosigkeit sind bisher wenig erfolgreich gewesen. Während es in Deutsch­land gelungen ist, die Zahl der Arbeitslosen um mehr als die Hälfte zu verringern, ist die Weltarbeitslosenziffer selbst in dem letzten Sommer, also in einer Zeit, in der sich aus jahreszeitlichen Gründen die Beschäftigungskonjunk­tur stets zu bessern pflegt, nach zuverlässigen stati­stischen Berechnungen nur von 22,5 Millio­nen auf 2 0,5 Millionen zurückgegan­gen. Im Herbst aber ist nach einer vom Statisti- jchen Reichsamt veröffentlichten Zusammenstellung in den meisten Ländern bereits wieder eine Verschlechterung der Beschäftigungslage eingetreten. Insbesondere ist in den Vereinig- t e n Staaten und in Frankreich die Arbeits­losigkeit aufs neue gestiegen, während in Eng- land und Italien der Rückgang der Arbeits­losigkeit zum Stillstand gekommen ist. Im Gegen­satz hierzu hat in Deutschland bekanntlich die Zahl der Arbeitslosen auch noch im September weiter beträchtlich abgenommen, ein klarer Beweis dafür, in wieviel wirksamerer Weise als in anderen Landern in Deutschland der Kampf gegen die Ar­beitslosigkeit geführt wird. Man schätzt die Gesamt­zahl der Arbeitslosen in der ganzen Welt für Ende September d. I. auf 21,5 Millionen. Sie hat also im dritten Vierteljahr bereits wieder um eine Mil­lion zugenommen. Da in Deutschland in dieser Zeit die Zahl der Arbeitslosen eine erhebliche Verwinde- rung erfahren hat, ist die Steigerung der Arbeits- losigkeit in den anderen Ländern in Wirklichkeit noch größer.

Ein ebenso gefährlicher Feind der nationalen Zukunst wie die Arbeitslosigkeit ist die A b n a h m e der Geburtenziffer. Auch dieser Erzfeind ist aber von der nationalsozialistischen Regierung seit der Machtübernahme mit größtem Erfolge be- kämpft worden. Nach einer inWirtschaft und Sta- tistik" veröffentlichten Zusammenstellung betrug in 356 deutschen Gemeinden mit über 15 000 Einwoh­nern die Zahl der Eheschließungen in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 165 500. Das

Oer deuische Student 1914-1934

Don Franz Eeldte, Deichsarbeitsminister.

Berlin, 1. Nov. (DNB.) Die deutsch-englischen Verhandlungen über Fragen des Zahlungsverkehrs haben mit der Unterzeichnung eines Zahlungsab­kommens ihren Abschluß gefunden. Das Abkom­men, das von Reichaußenminister Fr ei Herrn von Neurath ferner von Reichsbankprcifident Dr. Schacht, von dem königlich-britischen Botschaf­ter Sir Eric P h i p p s und von dem Führer der englischen Delegation Sir Frederic Leith-Roß unterzeichnet worden ist, tritt sofort in Kraft.

Das Abkommen regelt drei grundlegende Fragen: Die Bezahlung des laufenden Waren­verkehrs zwischen Deutschland und Großbritan­nien, die Auflösung der rückständigen deut­schen Verpflichtungen aus dem Warenver­kehr, und schließlich die Liquidierung des Sonderkontos der Bank von England auf­grund des deutsch-englischen Abkommens vom 10. August 1934 sowie die Behandlung der lang« und mittelfristigen Finanzverpflichtungen.

Es ist Vorsorge getroffen, daß zwischen der englischen Einfuhr nach Deutschland und den für ihre Bezahlung erforderlichen ausländi­schen Zahlungsmitteln ein festes Ver­hältnis hergeftellt wird, durch das die Entstehung neuer Rückstände im Warenverkehr vermieden wird. Damit ist dem Gesichtspunkt, daß Deutschland nur so viel einführen will, als es tatsächlich bezahlen kann, Rechnung getragen. Das Ab­kommen geht davon aus, daß bei dem ft a r f e n deutschen Aktivüberschuß im Handelsver­kehr mit England auch ohne den Mechanismus eines Verrechnungsabkommens mit fei­nen handelshemmenden Wirkungen der Reichsbank genügende Devisenbeträge für die Be- Zahlung der laufenden englischen Einfuhr zufliehen werden. Demgemäß sollen als Grundlage für die Bereitstellung von Devisen durch die Reichsbank die beiderseitigen Handels statt st iken gewählt werden. Dabei ist man davon ausgegangen, daß der Umfang der englischen Einfuhr nach Deutschland zu dem der deutschen Ausfuhr nach England im Verhältnis von 55:100 der Struktur der beiderseitigen Handelsbeziehungen entspricht. Um bei einem unbefriedigenden Funktionieren des neuen Systems nochmalige Verhandlungen zu ver­meiden, ist das ursprünglich erörterte Verrechnungs- Verfahren vorsorglich in die Form eines Vertrages ge­bracht worden, der bei Wegfall der vereinbarten Regelung an deren Stelle treten wird. Gerade bei der Bedeutung des deutsch-englischen Handelsver­kehrs mußte der Versuch gemacht werden, nach dem Versagen der Clearingverträge neue Wege zu suchen, die dem Handel größere Freiheit und stärkere Entwicklungsmöglichkeiten gewährleisten als der starre Mechanismus dieses Clearingsystems, der zwangsläufig zu einer Schrumpfung des Handelsverkehrs, wenn nicht gar zu einer Umkeh­rung der bisherigen Bilanzverhältnisse führt.

Die Anhäufung erheblicher rückständiger deutscher Verpflichtungen aus dem

Der Bundesführer des Nationalfazialisti- fchen Deutschen Frontkämpferbundes (Stahl- Helm), selbst alter Verbindungsstudent, hat dem vom Studentenwerk Berlin e. V. heraus- ausgegebenenBerliner Hochschulführer für bas Winter-Semester 1934/35" die folgenden Geleitworte mitgegeben:

Den deutschen Studenten habe ich, selbst alter Student, in dreifacher Form 1914 wieder neu kennengelernt. Im Alten Herrn, der die Schul­jungen stehenließ, die Akten übergab, die Tür zum Laboratorium ins Schloß warf, den grauen Rock anzog und wissend, media in vita und tapfer in seinem grauen Rock Mann ober Führer war. Im aktiven Soldaten, der, mitten in seiner Dienstzeit begriffen, irgendeiner war in der Kom­pagnie. Und in jenem jungen k r i e g s f r e i w i l l i - gen Studenten, der zuerst mit einem höchst blassen Schimmer vom Mg., dann in Geist, Haltung, Liedersang und Patrouille, im Vorleben in der Kameradschaft und im Sturm und Sterben zum geschichtlichen Bilde geworden ist.

In diesem Sommer, zwanzig Jahre nach alledem, ist das alles wieder in uns wach geworden. Das Lied, das durch die Straßen scholl:Burschen heraus!" Die Burschenbänder, die sie unter dem feldgrauen Rock trugen. Der Tod von Flandern, der sie hinmähte, und den sie doch bei Langemarck be­siegten. Der gläubiae, zähe Ernst, mit dem sie vor­bildlich als brave Kameraden unter braven Kame­raden, durch Dreck und Graben, durch Trichter und Schlammsümpfe ihrem Schwure für Deutschlands Freiheit treu blieben.

Der Student von 1914 stand an der Quelle der Volksgemeinschaft. Wer redet von Ueberhebung und Volksfremdheit, der ihn gekannt hat? Noch sehe ich ihn im Herbst 1914 vor mir Seite an Seite und Herz in Herzen mit dem Bau­ernburschen und dem jungen Arbeiter. Er trug wohl irgendein gelehrtes Buch im Tornister. Er las wohl feinen Kameraden vor. Er dichtete und redete und schrieb in der Nacht vorm Feinde feine Briefe über Freiheit und Vaterland. Er stürmte. Er fiel.

Und er blieb am Leben und focht sich durch.

Er kam 1918 heim. Ein harter, wissender Kämp­fer mit tiefliegenden Augen, mit geschlossenen Lip­pen und bis aufs Mark erbittert über den Rückzug und über jenen Verrat, der damals Revolution heißen wollte.

Er ging wieder auf die hohe Schule. Biß sich des Tages in feine Arbeit im Seminar und in den Kli­niken hinein, faß des Nachts mit den Kommilitonen wieder zusammen und redete und tränt und fang die alten Lieder und gab es nicht auf, dennoch zu hoffen und zu kämpfen.

Warenverkehr hat sich schon feit geraumer Zeit als eine schwere Belastung der gesam­ten Handelspolitik des Reiches erwiesen. Um die deutsch-englischen Handelsbeziehungen von dieser Belastung zu befreien, wird die Liquidierung die er rückständigen Schulden in einem Zeit­raum von zwölf Monaten vorgesehen. Die Reichsregierung hat für diesen Liquidierungsprozeß sofort einen Betrag von 400 000 Pfund Sterling frei gemacht, um für die Handelsbeziehungen mit England möglichst rasch wieder normale Bedingun­gen herzustellen. Darüber hinaus sollen von den aus der deutschen Ausfuhr nach England der Reichsbank zufließenden Devisen monatlich 10 v. H. für die Zwecke dieser Liquidierung zur Verfügung gestellt werden.

Der dritte in dem Abkommen geregelte Fragen­komplex betrifft den Dienst der Dawes - und Pounganleihe über den 31. Dezember 1934 hinaus sowie die Behandlung der Nichtreichs- a n l e i h e n britischer Inhaber. Die Regelung ist eine Fortsetzung der in dem deutsch-englischen Transferabkommen vom 4. Juli 1934 enthaltenen Vereinbarung mit dem Unterschied, daß den In­habern von Nichtreichsanleihen 4proz. Fundie­rungsbonds mit der Maßgabe angeboten wer­den sollen, daß die Geltendmachung des Diskrimi­nierungseinwandes bei Annahme dieser Bonds aus­geschlossen werden soll.

Inwieweit die in das neue Abkommen gesetzten Erwartungen sich verwirklichen werden, wird die Zukunft lehren müssen. Jedenfalls wird das Ab­kommen nicht automatisch alle Schwierigkeiten des deutsch-englischen Handels aus dem Weg räumen können. Der deutsche Handel muß daher auch im Verkehr mit England sich der Schwierigkeiten be­wußt bleiben, unter denen unsere gesamten Han­delsbeziehungen zur Zeit leiden und auch hier d i s gebotene Vorsicht in feinen Dispo­sitionen walten lassen.

Befriedigung in England.

ß o n b o n ,1 2. Nov. (DNB. Funkspruch). Das deutsch-englische Handels- und Zahlungsabkommen wird von der Presse mit Befriedigung begrüßt. Es wird aber darauf hingewiefen, daß es sich um einen Versuch handele, und daß noch nicht sicher sei, wie er sich bewähren werde. Allgemein herrscht Genugtuung darüber, daß es gelungen ist, die Ein­richtung eines Clearing - Systems zu vermeiden. Morning Post" gibt zu, daß Dr. Schachtwesent­liche Zugeständnisse" gemacht habe, weil er der Aufrechterhaltung des Handels mit England große Bedeutung beimesse. Das Blatt warnt aber vor Fallgruben" und bemerkt, der Handel mit Deutsch­land bleibe nach wie vor riskant. ImFinancial News" heißt es, Deutschland habe nur mäßige Zugeständnisse gemacht, indessen könne man heut­zutage nicht mehr verlangen.Times" räumt ein, daß Dr. Schacht einen versöhnlichen Geist gezeigt habe.

Wirtschaftliche Umschau.

Oie Weltarbeitslosigkeit.-Erhöhte Geburtenziffern. - Oie Rohstofflage

Deutschlands sind allerdings für die Schafzucht vor­züglich geeignet.

Der Hauptteil der neuen Rohstoffe wird von unserer Industrie geliefert. Dr. Schacht hat die Erstndung des synthetischen Kautschuks als Tatsache hingestellt. Wenn auch nähere Einzelheiten darüber noch nicht bekannt sind, so ist diese Tatsache doch geeignet, um uns vom Ausland unabhängig zu machen. Auf dem Gebiete der T r e i b ft o f f e ist neuerdings die R u h r - C h e m i e - A G. tätig, die vor allem nach dem Kohleverschwelungsverfahren künstlichesBenzin herstellt. Ein anderes Ver­fahren hat Geheimrat Fischer entdeckt. Geheim­rat Fischer, der Leiter der Kohlenversuchsabteilung in Mülheim a. R., benutzt dabei als Ausgangsstoff den Wasserstoff. Nun hatten die westlichen Gruben- und Hüttenkonzerne große Kapitalien investiert, um künstlichen Stickstoff herzustellen, der das gleiche Grundmaterial benutzt. Diese Anlagen aber haben sich infolge der Preisentwicklung nicht rentiert. Für die Benzinerzeugung sind sie aber sehr geeignet, und neben der Ruhrchemie yat jetzt der Großindu­strielle Peter Klöckner eine Gewerkschaft mit der Erzeugung von künstlichem Benzin betraut.

Schwierig, aber nicht unlösbar sind die Fragen auf dem Gebiet der Fas e r d e r f o r g u n g. Wir haben im Vorjahre vor allem an Rodwolle, an Kammzügen und Kammgarnen rund 190 000 Ton- nen eingeführt. Davon können wir rund 20 Prozent durch Verspinnung von Vistra, der neuen Kunst­faser, sowie durch andere Wottstreckmittel ersetzen, so daß wir also rund 120 Millionen Reichsmark nicht ins Ausland gehen zu lassen brauchten. Schwie­rig dagegen ist der Ersatz von Baumwolle schon aus dem Grunde, weil der Ersatz 225 Prozent teurer ist als die Rohbaumwolle, die ein Natur­produkt bildet. Gegenüber 400 000 Tonnen, die wir 1933 einführten, wird die diesjährige Kun ft sei- denproduktion doch nur auf 40 Millionen

bedeutet gegenüber dem ersten Halbjahr 1933 eine Zunahme um 43 900 oder um mehrals 36 Prozent. Die ehefördernde Gesetzgebung hat also ihr Ziel hundertprozentig erreicht. Gleichzeitig ist die Zahl der Geburten von Monat zu Monat gestiegen. In den gleichen Mittel- und Großstädten wurden in der ersten Hälfte des laufenden Jahres 217 800 lebende Kinder geboren. Die Geburtenziffer hat damit gegenüber der glei­chen Zeit des Vorjahres um 44400 oder um 2 5,6 Prozent zugenommen. Da auch die Sterb- lichkeitsverhältnisfe günstig blieben, ist in den Städ­ten allgemein eine erhebliche Besserung der bevöl­kerungspolitischen Lage festzustellen. Der Geburten- Überschuß betrug 4 auf je 1000 Einwohner und war damit bereits wieder höher als der in den Jahren 1927 und 1928 erreichte. Selbst in den Großstädten, in denen in den letzten Jahren ein Ueberschuß der Sterbefälle über die Geburten regi­striert werden mußte, ist jetzt wieder eine natürliche Bevölkerungszunahme vorhanden. Die innere Oe- funbung des deutschen Volkes, für die auch bet Rückgang der Abtreibungen Zeugnis ablegt, macht erfreuliche Fortschritte.

Der Ausweis über die Einnahmen unb Ausgaben des Reichs in der ersten Hälfte des Rechnungsjahres 1934/35 läßt eine stetige Aufwärtsentwicklung des Steuer­aufkommens erkennen. Während das Jahres­soll der Einnahmen aus Steuern, Zöllen und Ab­gaben 5373 Millionen RM. beträgt, ist bereits in der ersten Jahreshälfte eine Einnahme von 3070 Millionen RM. erreicht worden. Die Gesamtein­nahmen betrugen 3512 Millionen RM., was einem Jahresaufkommen von mehr als 7 Milliarden RM. entspricht, während das Haushaltsfoll nur 6,46 Mil­liarden RM. beträgt. Da die Ausgaben die Haus­halts-Voranschläge im allgemeinen nicht überschrit­ten haben, jo ist die Finanzlage durchaus günstig. Die in dem laufenden Rechnungsjahr in Anrechnung zu bringenden Steuergutscheine find größtenteils bereits eingelöft worden.

Die außerordentlich zuversichtliche Rede, die dek Reichsbankpräsident und Reichswirtschaftsministek Dr. Schacht vor den mitteldeutschen Industriellen gehalten hat, findet in den Berichten, die aus In­dustrie und Handel vorliegen, volle Bestätigung. Der S i e m e n s k o n z e r n z. B. hat im letzten Jahre feine Belegschaft um 40 Prozent auf rund 110 000 Köpfe erhöhen können. Bei der Siemens & Halske AG. ist auf fast allen Betätigungsgebieten eine starke Belebung eingetreten, die ebenso­sehr auf die Steigerung der Aufträge der Privat­kundschaft wie auf die Zunahme der Behörden- bestellungen zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist die Feststellung in dem Bericht der Siemens- Schuckertwerke, daß die mittlere und Hei* nere Industrie bei der Erneuerung tW Produktionsapparates bedeutend reger W als die großen Werke, daß aber auch bei diesen neuerdings eine verstärkte Projektierungstätigfar beobachtet wird. Der Auslandsabsatz des Siemens- Konzerns hat sich ungefähr auf der vorjährigen Höhe gehalten.

Oie ungenügenden Sicherheitsmaß­nahmen beim Königsbesuch in Marseille

Paris, 2. Nov. (DNB.-Funkspruch.) Beim In­nenministerium ist der erste Bericht über die Sicher­heitsmaßnahmen eingetroffen, die für den Besuch, des Königs Alexander von Südslawien getroffen worden waren. Der Bericht erklärt, daß die Mar­seiller Polizei keine Schuld treffe, dagegen trage der (inzwischen seines Posten enthobenen) Poll- z e i p r ä f e k t des Departements Rhone-Münduna Jouhannaud die Verantwortung. Er habe sich von den aus Paris gekommenen Sicherheitsbeam­ten Anordnungen auferlegen lassen, anstatt «m Gegenteil den Pariser Beamten Anweisungen zu erteilen. Außerdem habe der Präfekt nicht ge­nügend Truppen angefordert. Zur st»

also vorläufig keinen Ersatz.

Nun hat 21. Jaumann in der ZeitschriftDie Kunstseide" eine Vorausschau für das Jahr 1936 entworfen. Danach müssen mir, selbst wenn 100 Millionen Kilogramm Baumwolle in Verrech­nung kommen, immer noch 100 Millionen Kilo­gramm einführen. Von der K u n st w o l l e , die 50 Millionen Kilogramm umfaßt, werden 30 Mil­lionen Kilogramm im Inland gewonnen. Don der Wolleinfuhr von 100 Millionen Kilogramm können wir höchstens 40 Millionen erzeugen, von der Alt­wolle mit 80 Millionen Kilogramm 60 Millionen. Unseren Flachsbedarf von 46 Millionen Kilo- gramm können wir im Notfälle im Inland selbst decken, ebenso unseren Bedarf an K u n ft f e i D e und Kunstfaser mit je 100 Millionen Kilogramm, aber unser Verbrauch an Hanf mit 65 Mionen Kilogramm wird nur zu 30 Millionen tm Inland gedeckt und Jute mit 100 Millionen Kilogramm muß gänzlich aus dem Auslande eingefuhrt wer­den. Jaumann berechnet, daß wir an Devisen rund 300 Millionen Mark benötigen, uni die Rohstosf- mengen aus dem Auslande einzuführen. Ein Teil wird immerhin dadurch aufgebracht, daß wir Textil-Fertigwaren na* dem Aus- lande liefern. Eine völlige Ersetzung der aus- ländischen Rohstoffe aber kommt nicht in Betracht. Entgegen optimistischen Erwartungen sind wir also auf das Ausland angewiesen, entgegen pessimisti­schen aber muß darauf hingewiesen werden, daß wir, selbst wenn wir so viel Textilstoffe wie 1933 verbrauchen, was der obigen Verrechnung zugrunde liegt, in recht günstiger Position sind.

Die Bemühungen um eine Ueberwindung der

der Stellvertreter des Führers, Reichsminister H e tz, beteiligten. Staatssekretär Backe vorn Reichs- ernährungsminifterium gab zu den verschiedener Fragen, die von den Reichsstatthaltern vorgebracht wurden, die gewünschten Aufklärungen.

OieReichsmanneamTage von Eoronel.

Der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h.c Raed er, richtete an Fregattenkapitän a. D. P och- Hammer, ehemaligen Ersten Offizier des von den Falklandinseln am 8. Dezember 1914 gesunkenen PanzerkreuzersGneis en au folgendes Tele gramm: .

Am heutigen Tag gedenkt mit mir die Reichs- marine mit Stoh d e r H e l d e n v o n C o r o n e l deren Taten in der Reichsmarme u n d e r g e ff e n bleiben werden. Ich bitte Sie a l s d e n a l t e st e n der überlebenden Kämpfer des rühm- reichen Kreuzergeschwaders, den Kameraden zum 20. Jahrestag meine Grüße zu übermitteln.

Fregattenkapitän a. D. Pochhammer ant- wartete dem Chef der Marineleitung:Ihnen und der Reichsmarine danke ich im Namen der überlebenden Mitkämpfer vom Kreuzergeschwader für treues Gedenken zur heutigen Wieder- kehr der Sturmschlacht bei Coronel. Im Geiste un- [eres Admirals, Graf Spee, und 2000 bei Falk­land gefallener Kameraden kämpfen wir wei­ter für Deutschland."

So sahen wir ihn überall wieder. Unter den ersten Stahlhelmkameraden, unter den Freikorps, gegen München und Ruhr, unter den ersten Nationalsozia­listen. Und er vergaß bei allem feine Arbeit und sein Studium nicht. Nur der oder jener fand nicht mehr zurück. Der oder jener blieb irgendwo auf der Strecke, ein spätes Opfer eines ungeheuren Krieges, einer grausigen Not nach ihm.

Die Not war nicht nur, daß es nirgends Mehr langen wollte, daß kein Geld mehr da war ini Elternhaus ober bei den Studenten selbst. Sie trugen im kargen Stolz immer noch ihr Bund. Aber die Not saß tief, und diese Novemberrevolte zerriß und verwirrte das Volk, hat unseren Gefallenen die ruhmreiche Fahne gestohlen, die Geldgier, den Schwindel, die Nachkriegsgewinnler, die moralische Pest gezüchtet. Und diese Novemberrevolte speit auf jeden, derjo dumm" war, seine Knochen für sein Vaterland hinzugeben. Das war die schlimmste Not.

Wer sollte in dieser Zeit dem Studenten die Gabe geben, klug zu sein, zu erkennen, zu hoffen und politisch richtig zu denken?

Der Student von 1919 und 1920 und 1921 war zunächst nicht politisch. Er war erbitterter Trotz, leib- hastiger Zorn auf Weimar und Versailles. Zorn des Fontsoldaten und nationalen Kämpfers.

Dann jammelte er sich, der Student. Formierte sich, vertiefte sich, bekam politische Vorstellungen und politischen Glauben. Er wuchs aus großen und bewährten Idealen und aus dem Neuen seines Kriegserlebnisses in die Zukunft hinein. Bei Adolf Hitlers Scharen oder im Stahlhelm oder in irgend­einer Formation der Zucht und Seele. Die Nach, kriegsjugend sah ihn, lernte von ihm, stürmte zu den Fahnen der kommenden nationalen Revolution. Verband sich mit Bauer und Arbeiter, wie er sich verbunden hatte während des großen Krieges, und bereitete den Boden zum 30. Januar, zum Tag der nationalen Erhebung.

Zwischen den Hellen Stimmen, die vor zwanzig Jahren in jenen Augusttagen fangen:Burschen heraus!" und den Hellen Stimmen, die heute sin- gen:Die Fahne hoch, die Reihen fest geschlossen", ist eine einzige Kette des Blutes, der Treue, der Tapferkeit, des Glaubens an Deutschland. Vom grauen Schützengraben- ftubenten zum grauen Stahlhelmmann und zum Braunhemd in den Kolonnen Adolf Hitlers geht ein Weg: der Weg der großen, echten, selbstlosen Verantwortung gegenüber Volk und Vaterland, der Weg vom Quell der Volksge- meinschaft des großen Krieges zu ihrer dauernden Erfüllung und Viertiefung im Frieden eines neuen, großen und stolzen Deutschen Reiches.

und der ihn heute befähigen mutz, der weltcmschau- liche Erzieher von Generationen zu fein.

In seiner Schlußansprache betonte Stabschef Lutze ganz besonders, daß dieser Gruppensührer-Appell das äußere Zeichen dafür fei, daß b i e innere Reorganisationsarbeit, die als Folge des 30.Juni geleistet werden mußte, in den Hin­tergrund getreten ist gegenüber der posi­tiven Aufbauarbeit, die dem Führer wie­der eine SA. gestalte, wie er sie für die Partei haben will.

Vereidigung

der Reichsstatthalter.

Berlin, 1. Nov. (DNB.) Die Reichsstatt- Halter wurden am Donnerstagnachmittag i n einer gemeinsamen Sitzung durch den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt. Sämtliche Reichsftatthalter waren bei der Vereidi­gung anwesend. Die Reichsstatthalter leisteten den gleichen Eid wie die Reichsminister. Im Anschluß an die Vereidigung sprach der Führer über die poli­tischen und wirtschaftlichen Tagesfragen.

Unter dem Vorsitz des Reichsministers des Innern, Dr. Frick, fand dann eine eingehende Aus­sprache über die L a n d w i r t s ch a f t s - und Ernährungspolitik statt, an der sich auch der preußische Ministerpräsident Göring und