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Nr. 230 Drittes Blatt

Tlehener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen)

Dienstag, 2. Oktober 1034

Die Erntedankfestfeier auf dem Lande.

Watzenborn-Steinberg: Ein Wagen mit Feldfrüchten im Festzug.

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Hausen: Der Festwagen des Obst- und Gartenbauvereins.

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Lang-Göns.

tn. Der Tag des deutschen Bauern ge­staltete sich in unserer Gemeinde zu einer eindrucks­vollen Kundgebung. Zum Vormittagsgottesdienst marschierten alle Formationen der Partei in ge­schlossenem Aufmarsch zur Kirche. Der Altar war mit Früchten des Feldes reich geschmückt. Vor ihm nahmen die Konfirmanden, die einen mit bunten Bändern gezierten Erntekranz und mit Blumen ge­schmückte Arbeitsgeräte trugen, Platz. Der Posau­nenchor leitete den Gottesdienst ein. Der Gesang­vereinFrohsinn" trug unter Leitung von Karl Faber zwei Chöre vor. Der Predigt lag der Text Psalm 95 1 bis 8 zu GrundeKommt herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken ..." Der Ortsgeistliche wies darauf hin, daß in früheren Jahren das Ernte­dankfest wohl etwas später gefeiert wurde, daß es ein rein kirchliches und fast ausschließlich ein länd­liches Fest gewesen sei. Das sei heute anders. Das ganze deutsche Volk feiere mit, und darin müßten wir ein schönes Zeichen der Volksverbundenheit er­blicken. Die Arbeit des Bauern werde von allen Volksschichten anerkannt und gewürdigt. Mit frohem Herzen könnten wir das Erntedankfest begehen, denn im Gegensatz zu anderen Gegenden des deutschen Vaterlandes sei in der hiesigen Gemarkung die Ernte sehr gut und reichlich ausgefallen. Das ver­pflichtet zum Danke Gott gegenüber.

Am Nachmittag ging ein Festzug, unter Voran­tritt der hiesigen SA.-Reiterei und der Kapelle der Motor-SA., durch die mit zahlreichen Fahnen ge­schmückten Straßen. Den Mittelpunkt des Festzuges bildete ein großer Erntewagen, der mit einer Schar junger landwirtschaftlicher Helfer und Helferinnen mit ihren Arbeitsgeräten bevölkert war. Er führte die AufschriftBlut und Boden" und verkörperte die 2lrbeit und den Erfolg des Bauern.

Auf dem Festplatz begrüßte Ortspressewart Spies alle Erschienenen, besonders eine Abteilung Motor-SS (Gießen) und gab dann das Wort dem Ortsbauernführer Albert Weil. In kurzer An­sprache wies dieser auf die Bedeutung des Tages hin und erinnerte daran, daß heute Taufende und Abertausende von Bauern versammelt seien, um den Führer auf dem Bückeberg zu sehen und zu hören. Und so hätten sich auch im ganzen Vaterland alle Bauern zusammengefunden mit den anderen Volksgenossen, um das Erntedankfest zu begehen. Der Bauer bedeute für den Staat die Grundlage. Das hätte die nationalsozialistische Regierung er­kannt, und sie handele danach. Unser Dank für die gute Ernte gebühre zunächst Gott, dann aber dem Führer, der in immerwährender Arbeit dafür sorge daß durch neue Maßnahmen dem Bauernstand geholfen werde. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer schloß der Ortsbauernführer seine Ausführungen. Der ge­meinsame Gesang der beiden Nationallieder schloß sich an. Von der Schar des BDM. wurden sodann alte deutsche Volkstänze vorgeführt, die mit Beifall ausgenommen wurden. Ein gemeinsamer Chor der beiden GesangvereineFrohsinn" undGermania" Nun schweige mir jeder von seinem Leid" fand ebenfalls lauten Beifall. Unter Begleitung der Musikkapelle wurde dann das Saarlied von allen gemeinsam gesungen. Bürgermeister Wenzel er­innerte daran, daß unsere Zukunft in unserer Ju­gend liege. Sie solle dereinst die Früchte unserer Ar­beit ernten, aber sie solle sich auch freuen. Deshalb wurden Würstchen und Brezeln für die Buben und Mädchen bereitgefteUt, die nun in lustigem Wett­streit errungen wurden. Die SA.-Kapelle unterhielt

die Versammelten mit musikalischen Einlagen bis zur Uebertragung der Rede des Führers, die überall aus­gezeichnet verstanden werden konnte. Volksfest mit Tanz schloß die Feier.

Lollar.

# Das Erntedankfest wurde hier unter reg­ster Anteilnahme der ganzen Einwohnerschaft in schönster Weise gefeiert. Am Morgen zogen die Gliederungen der Partei und Ortsvereine unter Vorantritt der SA.-Kapelle in geschlossenem Zuge nach Kirchberg, wo in dem mit Blumen und Früch­ten schön geschmückten Kirchlein Festgottesdienst statt­fand, bei dem Pfarrassistent Arnold die Feftpre-

das großen Beifall fand. Nach einem weiteren Ge­dicht zweier Schulkinder folgte der Gesang der Sängervereinigung (Dir. Meyer)Mahnung" vor Heinrichs, der ebenfalls beifällig ausgenommen wurde. Werbeleiter Pg. P e t r a s ch ergriff hierauf das Wort zu seiner Festansprache, die darin gipfelte, daß wir dem Himmel dankbar fein müßten für die Ernte, die trotz langer Dürre zur Zufriedenheit aus­gefallen fei, aber auch dafür, daß er die Saat unseres Führers, den Nationalsozialismus, in den Herzen der Deutschen trotz widriger Umstände habe aufgehen lassen. Nach einer Pause hörten die Ver­sammelten dann die Uebertragung der Erntefeier

Steinbach: Der Festzug mit dem Erntekranz an der Spitze.

bigt hielt, und bei dem die SA.-Kapelle (Dir. Dei­nes) mitwirkte.

Nachmittags bewegte sich ein langer Festzug durch die festlich geschmückten Straßen unseres Ortes, des­sen Spitze ein Vorreiter in Bauerntracht mit dem Zeichen des Reichsnährstandes, dem ein Säemann folgte, bildete. Eine Reihe schöner Festwagen des Reichs­nährstandes zeigte den Bauer bei seiner Arbeit, bei der Ernte und Erzeugnisse seines Fleißes. In lan­gem Zuge schlossen sich dann hinter der SA.-Kapelle an: Ortsoorstand, Parteioorstand, Ehrenabteilungen der SA. und SAR., NS.-Hago, Beamtenbund, Hit­lerjugend, BDM., Vereine und Schule.

Auf dem Schulplatz angekommen, eröffnete Bür­germeister Wagner die Veranstaltung. Hieraus trug ein Schulkind ein Erntegedicht vor. Alsdann sang der gemischte Chor des Turn- und Gesang­vereins ein vom Leiter des Vereins, Lehrer Eberle, für diesen Tag komponiertes Erntefeftlied,

auf dem Bückeberg und die Rede des Führers voll innerer Anteilnahme an.

Am Abend versammelten sich die Volksgenossen in verschiedenen Lokalen des Ortes zu frohem Ernte­tanz.

GroßeN'Bufeck.

wg. Die Straßen unseres Dorfes prangten aus Anlaß des Erntedankfestes in prächtigstem Flaggenschmuck. Am Kirchgang des Vormittags nahmen die Organisationen der NSDAP, geschlossen teil. Der Altar war mit Blumen und Früchten prächtig geschmückt. Pfarrer Müller hielt die Predigt. Der Posaunenchor trug zur Verschönerung bei.

Vor der Rundfunkübertragung am Nachmittag bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das Dorf. Auf vielen Wagen wurde die Arbeit des Bauern symbolisiert. Starken Anklang fand auch die Trach­tengruppe der NS.-Frauenschaft, die Trachten aus

der Zeit von 1830 bis zur Gegenwart, außerdem auch ein Hochzeitswagen zeigte. Die HI. stellte einen Wagen unter dem MottoBlut, Boden, Ehre". Bürgermeister R e b h o l z eröffnete die Kund, gebung. Ortsbauernführer Schmidt sprach so. dann über die Bedeutung des Erntedanktages. In einer Pause zeiate der BdM. Volkstänze und Reigen, die Hitlerjugeno brachte außerdem einen Sprech­chor und zwei Lieder zu Gehör. Im Anschluß daran hörte man die Feier vom Bückeberg. Volks- fest und Tanz beschlossen den Abend.

Saasen.

XDer Tag des Erntedankfestes, auch in unserer Gemeinde würdig begangen, wurde mit Wecken des Jungvolks eröffnet. SA., Frauenschaft, BdM., Gesangverein und viele Volksgenossen nah­men dann geschlossen am Kirchgang teil. Der Ge­sangverein verschönte den Gottesdienst mit zwei Chören.

Nach Tisch wurde zum Festzug angetreten, dem der Erntekranz vorausgetragen wurde; viele Wagen, prächtig geschmückt, folgten. Alte Leute drehten auf einem der Wagen Strohseile, auf einem anderen Wagen waren die Früchte des Gartens und der Felder gezeigt (u. a. eine 23pfünbige Dickwurz und ein 43 Pfund schwerer Kürbis), roieber ein anberer Wagen war als Spinnstube hergerichtet, unb schließ, lich würbe auch bas Honigkochen gezeigt. SA., Jungvolk, Gesangverein unb Kriegerverein beteilig­ten sich am Festzug. Jrn Saale von K. Schmitt Wwe. hörte man fobann bie Erntebankfestfeier vom Bückeberg. Die Bevölkerung unseres Ortes brachte burch bie starke Teilnahme an ben Veranstaltungen des Erntebankfest-Sonntags ihre Treue zum Führer unb Vaterlanb zum Ausdruck.

Harbach.

§ Am Sonntag würbe hier in roürbiger Weife das Erntefest gefeiert. Morgens um acht Uhr fanb ein Danfgottesbienft statt. Die Kinber hatten am Tage vorher bie Kirche prachtvoll ausgeschmückt. Schon lange vor Beginn ber Feier war unser Got­teshaus bis auf ben letzten Platz besetzt. Der Fest- prebigt ging Altarbienst voraus, ber von Liebern, Sprechchören unb Gebichten umrahmt war. Pfarrer Volz hielt fobann eine tief burchbachte, zu Herzen gehenbe Predigt. Im Hinblick auf bie über Erwar­ten so reich ausgefallene Ernte ermahnte er die Gemeinde, das gläubige Vertrauen zu Gott und dem Führer des deutschen Volkes zu festigen unb zu vertiefen. Um 13 Uhr bewegte sich ein färben* prächtiger Festzug burch bie Straßen bes Dorfes. Der Zug würbe burch eine SA.-Abteilung zu Pferbe eröffnet. Es folgten Partei- unb Vereins­formationen, Jungvolk unb Schule unb schließlich bie sinnvoll zusammengestellten (Erntegruppen. Ein Trupp berittener Jungbauern schloß ben Zug, ber dem Sportplatz zustrebte. Hier fanb eine größere Feier statt. Propaganbaleiter Otto Münch eröff­nete bie Veranstaltung unb übergab Lehrer Söhn­gen bie weitere Ausführung. Nach einem gemein­samen Liebe hielt biefer bie Festrebe. Nachbem er bie Bebeutung bes Bauernstanbes für Volk unb Staat gekennzeichnet hatte, stellte er noch einmal in großen Zügen bie Lage bes Nährstanbes vor ber Machtergreifung Hitlers bar. Dann roürbigte er bie Verbienste, welche sich bie nationalsozialistische Re­gierung um bie Lanbwirtschaft erworben hat. Es folgte fobann ein abwechslungsreiches Programm. Dabei beteiligten sich mit viel Erfolg ber unter Leitung von Lehrer S ö h n g e n stehenbe Gesang-

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Heuchelheim: Die Darstellung der Getreibeernte im Festzug.

Heuchelheim; Der Festwagen des Tierzuchtinstituts Oberer Hardthof.