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Zreiiag, 2. ZebruaNM

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 28 Drittes Blatt

Winlerhilfswerk des deutschen Volkes 1933/34

den Leiter

Wahl

Anzeige.)

ich indirekt, daß alle armen Deutschen während der Der Obst- und Gartenbauverein Nöte des Winters unterstützt werden. Drittens will «Gießen veranstaltet am kommenden Sonntag ich dankbar sein, daß so viele Geldgewinne in Aus- seine Hauptversammlung mit Dortrag von Obstbau­

inspektor Rentsch, Friedberg. (Siehe Anzeige.)

Das Tragen des Schulterriemens.

Der Reichsinnenminister macht darauf aufmerk-

GG bläst zum Gammeln gegen Hunger und Kälte

Lidl IIUICUIUW UCl UULUC UlUCUllllll Ajitiauiinni vwn . ' , 1t .

50 Pfennig bleiben, und die Presse hatte dieser t sam, daß das Tragen des Schulterriemens zur Um- Tage in einer Küche der NS.-Dolkswohlfahrt in form nur den hinter der Regierung der natloim en v. zr, . < i ' f < .. . v .j.____ffrkohiinn ftohon hon 91c>rhnnh<>n 1(^91 linh thro (9 lies

genügen.

Die Reichsleitung des Winterhilfswerks hat sich in Zusammenarbeit mit bewährten Fachkräften be­müht, solche Eintopfgerichte herzustellen, die sämt­lich innerhalb der vorgeschriebenen Preisgrenze von

Berlin Gelegenheit, sich von der Schmackhaftigkeit dieser Gerichte zu überzeugen. Für Zuckerkranke gab es da fleischgefüllte Sellerie und Stangenporree und Tomaten, ein Gericht, das schon in seiner hüb­schen Farbenzusammenstellung lecker aussieht. Prin­zip der Zuckerdiät muß sein, alle stärke- und zucker­haltigen Nahrungsmittel zu vermeiden und den nötigen Kalorienbedarf durch Fett, Fleisch und Ge­müse zu decken. Die Gallenkranken bekommen ein gemüsegefülltes Rinderfilet, da sie kein Fett, nur zartes Fleisch und keine blähenden Gemüse essen dürfen. Die Magenkranken, bei denen es auf mög­lichste Schonung der Magenfunktionen ankommt, können sich an einem im Wasserbad gekochten Pudding erfreuen, in dem das fein zerkleinerte Kalbfleisch mit pürierten Karotten und fein zer­kleinerten Kartoffeln geschichtet ist. Für Nieren-

die im prächtigen Kupfertiefdruck die verschiedensten Ausnahmen aus Deutschland hehrer Geschichte zei­gen und geradezu zum Sammeln anregen.

Siehst du, dem nahen Glück wärest du um ein Haar aus dem Wege gegangen wenn, Aber nein, dasWenn existiert nun sicherlich nicht mehr! Und außerdem hast du ja als guter Deutscher das Herz auf dem rechten Fleck und sagst dir:Fünfzig Pfennige für die Winterhilfe-Lotterie" habe ich schon noch übrig. Erstens stifte ich damit bei, daß so und soviele Glücksmänner, die vielleicht sonst arbeitslos wären, ihr Brot für Monate finden. Zweitens helfe

III) uaniour lein, UUfj |u uieie xycivgciuuim; ui sicht stehen; wenn ich auch vielleicht nicht einer der glücklichen Gewinner werde, so tröstet es mich, daß es einer meiner Freunde wird. Halten wir nicht alle fest und treu zusammen? Das Glück, das dem einzelnen Deutschen wird, gilt ja dem Volksganzen!

Erhebung stehenden Verbänden (SA. und ihre Glie­derungen, Hitlerjugend, Luftsportverband, Reichs­luftschutzbund), sowie den Mitgliedern der dem Rcichsinnenministerium unterstellten Technischen

am 4. Februar 1934 in der Volks­halle zu Gießen.

mit der deutschen Jugend zusammen geleistet werden.

Im Anschluß an den Vortrag fand, veranstaltet von den Studenten des Kameradschaftheimes, ein Kameradschaftabend statt, der im Zeichen des Arbeitertums stand. Der Führer des Kamerad­schaftsheimes Seipp sprach einleitende Worte. Eine vorzügliche musikalische Darbietung wurde dankbar ausgenommen. Dann folgten in raschem Wechsel Sprechchöre, Gesang, Rezitation von Ge­dichten, Vorlesungen aus verschiedenen Werken, in denen durchweg das Schicksal des Arbeiters in ein-

Viele Menschen glauben, daß eine Million Mark ungeheuer viel Geld sei. Das ist an sich ganz rich-

Oie Volkshalle wird seit Dienstag geheizt.

Eintrittskarten zu 50 Pf sind zu haben bei den Orlsgruppenleitern der Jl$D2Tp., im NS.-Vuchladen, Settersweg, in der Geschäftsstelle desGießener An­zeigers",

in der Geschäftsstelle derOberhessischen Tages­zeitung".

lung einstimmig wiedergewählt, der alsdann zu Amtswaltern der Deutschen Stenografenschaft fol­gende Schriftfreunde bestimmte: Diplom-Handels­lehrer Paul D e h m e r zum stellvertretenden Leiter und Unterrichtsobmann; Heinrich Graf zum ersten Schriftführer und Werbeobmann; Karl Heß zum Kassenwart. Ferner wurden für besondere Arbeiten folgende Mitglieder bestimmt: August Siebert, Leiter der Schnellschreiben; Andreas Merle, Leiter der Schön- und Richtigschreiben; Zeitungs­und Pressewart: Willi Brückmann; zweiter Schriftführer: Fritz D ö r f n e r ; Leiter der Ver­einsabende: Fritz Ziegler und Fritz Rispel; Bücherei: Elly Rieß und Johanna Bohl; Füh­rer der Unterrichtsleiterbesprechungen: Paul Deh­me r, Stellvertreter Fidel Balken.

Das nächste Kreiswettschreiben findet in Bad- Nauheim statt. Nachdem unter PunktVerschiede­nes" noch einige interne Angelegenheiten besprochen worden waren und auf das im Februar stattfindende Schülerleistungsschreiben hingewiesen wurde, schloß der Leiter der Ortsgruppe die Versammlung mit der Ermahnung, für die kommenden Wettkämpfe und Aufgaben zu rüsten, denn das begonnene Jahr werde ein weiteres Kampfjahr um die Revolutio­nierung der Geister sein.

*

* Aus dem Stadttheater. Wie die In­tendanz mittelst, werden infolge Erkrankung des Herrn H u b am nächsten Sonntag nicht die beiden Operetten-EinakterDer betrogene Kadi" undDie Nürnberger Puppe" zur Aufführung kommen., jön« dern das LustspielDer Herr Senator" von. Schön« than und Kadelburg. Die Intendanz macht wei­ter darauf aufmerksam, daß Abonnements nicht mehr an der Abendkasse eingelöst werden können, weil dadurch der rechtzeitige Beginn und das pünkt­liche Ende der Vorstellungen gefährdet werden. Künftig können Abonnementseinlösungers nur wäh-

Nothilfe gestattet ist.

Amt für Beamte der NSDAP. Kreis Gießen.

Nachdem die bisher vom Amt für Beamte ver­anstalteten Schulungsabende zur Verhütung einer Zersplitterung des Hörerkreises abgesetzt worden sind, haben die demReichsbund der Deutschen Beamten" angehörenden Berufskameraden für die Folge an dem von der NS. Gauleitung für Gießen eingerichteten, von Pg. Dr. Schmidt geleiteten Schu­lungskursus teilzunehmen. Nächster Schulungsabend am Montag, 5. Februar, um 18.30 Uhr, im Cafe Leib. Vollzähliges Erscheinen selbstverständliche Pflicht. Entschuldigungen nur in ganz dringenden Fällen schriftlich an die Fachschaftsleiter, die sie an das Amt für Beamte weiterzuleiten haben.

gez. Heß.

Reichsbrmd der Deutschen Beamten", Lrtsgruppe Gießen.

Erstmalige Ortsgruppenversammlung am, Don­nerstag, 8. Februar, um 20 Uhr, im Cafe Leib. Redner des Abends: Ortswart Pg. Hch. Jockel und stellv. Leiter des Amts für Beamte Pg. Gustav Ulrich. Vollzähliges Erscheinen der Berufskame­raden wird als selbstverständlich vorausgesetzt.

gez. Jockel.

NSLB. Kreis Gießen.

Der Monatsbeitrag ist ab 1. Januar 1934 2,50 Mark. Berufsgenossen im Ruhestand zahlen ab 1. Januar 1934 den halben Beitrag. Rückständige Beiträge für Januar sind bis zum 5. Februar 1934 auf Postscheckkonto 64849, NSLB., Kreis Gießen einzuzahlen, andernfalls Einziehung durch Postnachnahme erfolgt. Beiträge für Februar sind an die Kassenwarte der Bezirke bzw. Schulgruppen zu leisten.

Schützt die Tiere vor der Kälte!

Die gegenwärtige Kälte gibt Veranlassung, an die Tierhalter erneut die Mahnung zu richten, den ihnen anvertrauten Geschöpfen hinreichenden Schutz zu geben. Pferde lasse man nicht ohne Decken stehen und sorge für einen warmen Stall. Der Hof- und Wachhunde gedenke man an kalten Tagen besonders! Die Hütten der Hunde sollen so be­schaffen sein, daß Wind und Wetter durch Spalten und Ritzen nicht eindringen können. Das Dach soll mit Decken und warmhaltenden Stoffen belegt werden. Das Innere ist mit Stroh zu versorgen. Gedenkt auch der hungrigen Vögel und streut ihnen reichlich geeignetes Futter.

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadt­theater, 19.30 bis gegen 22 Uhr,Die lustigen Wel-

dringlichster Weise geschildert wurde. Die Folge der Dichtungen war bestimmt von einem großen Ge­danken, der über die Schicksalsschilderung zum Su­chen, zum Kampf des Arbeiters um Existenz und Sinn der Existenz führte; die Gedankenfolge wurde geschichtlich fortgeführt in Dichtungen, in denen die Verführung des Arbeiters und die daraus sich er­gebenden Wirrnisse gekennzeichnet wurden. Dann hörte man vom Volkserlebnis des Krieges, von dem erneuten Zerfall nach dem Kriege, und schließlich von der Erfüllung des Lebens des Arbeiters in der Volksgemeinschaft. Mit einem Abriß aus Adolf Hit­lers Rede vom 1. Mai 1933 und mit dem gemein­sam gesungenen LiedBrüder aus Zechen und Gru­ben" fand die Reihe der Vorlesungen ihren Ab­schluß. Der Zyklus vermittelte Arbeiterdichtungen von Lersch, Engelke, Walter Flex, Bröger usw., fer­ner Vorlesungen aus Adolf Hitlers BuchMein Kampf" und verschiedenes anderes mehr.

In einer Pause war den zahlreich erschienenen Gästen Gelegenheit gegeben, das Kameradschafrs- haus zu besichtigen. Im unterhaltenden Teil des Abends fand man noch Gelegenheit, die Gedanken, die der erste Teil der Veranstaltung vermittelte, fortzuführen. Der reiche Abend hinterließ bei allen Teilnehmern den besten Eindruck.

Jahreshauptversammlung der Deutschen Stenografenschast, Ortsgruppe Gießen.

Nach Bekanntgabe der Tagesordnung und der neuen Satzungsbestimmungen erstattete der Leiter der Ortsgruppe einen ausführlichen Bericht überdie Tätigkeitinnerhalb derOrts- gruppe Gießen feit dem Bestehen, über die Neugestaltung und Neuorganisation der Deutschen Stenografenschaft und über die Verhältnisse inner­halb des Gau- und Kreisgebiets. Aus dem Bericht war zu ersehen, daß das Jahr 1933 auch für die Einheitsstenografen den erhofften und erkämpften Sieg brachte. Nachdem sich im Mai 1933 die NSDAP, für die Einheitskurzschrift (jetzt Deutsche Kurzschrift) erklärt hatte, brachen die letzten Hoff­nungen der Systemgegner zusammen. Seit der Ein­heitskurzschrist vor acht Jahren hat kein Ereignis die deutsche Stenografenwelt so freudig bewegt, wie dieser Entschluß, und wir schulden der NSDAP, aufrichtigen Dank dafür, daß sie bei all den großen Aufgaben der Gegenwart auch der deutschen Kurz­schrift ihr tätiges Interesse zugewandt hat. Die NSDAP, hat eine Denkschrift herausgegeben, die für alle Regierungen und Gauleitungen der Partei bestimmt ist. Nach dieser Denkschrift ist die deutsche Kurzschrift nunmehr pflichtmäßiger Lehrgegenstand an allen deutschen höheren Schulen. Der Unterricht ist von staatlich geprüften Lehrern zu erteilen. Bei den Behörden sollen alle Beamten, ohne Unterschied des Alters und der Stellung, die deutsche Kurz­schrift kennen und verwenden: der Nachweis einer gewissen Fertigkeit ist zu erbringen. Bei den Be­hörden wird zukünftig von der Kurzschrift derjenige Gebrauch gemacht werden, den die Stenografen seit langem erstreben. Der Leiter der Ortsgruppe be­richtete ferner über die Neugründung der Deutschen Stenografenschaft, der seit dem 1. Oktober 1933 alle in Deutschland bestehenden Stenografenvereine angehören. Zum Reichsleiter wurde durch den Führer des NS.-Lehrerbundes, Staatsminister Schemm, Schulrat Karl Lang in Kulmbach bestimmt. Alsdann schilderte er die Gleichschaltung bzw. Zusammenschließung der beiden Gießener Einheitsstenografenvereine (I. Reichskurzschriftgesell­schaft und Kurzschriftverein von 1861) und dankte den seitherigen Vorstandsmitgliedern für ihre Mit­arbeit. Die Ortsgruppe Gießen hat seit ihrem Be­stehen einen Anfänger-, einen Fortbildungs-, einen Redeschrift-, einen Praktiker- und sechs Diktatkurse mit insgesamt 194 Teilnehmern durchgeführt. Bei dem Verbandswettschreiben in Friedberg am 2. 7. 1933 konnten durch die Gießener Stenografen 11 I. und Ehrenpreise, 36 I. Preise, 17 II. Preise und 10 III. Preise errungen werden. Die Handels­kammerprüfung bestanden zwei Mitglieder in der Abt. 200 und ein Mitglied in der Abt. 120 Silben.

Aus dem Bericht des Kassenwarts Karl H e ß war ein für die Ortsgruppe z. Z. ungünstiges Bild zu erkennen. Dies ist aber darauf zurückzuführen, daß die früher b"standenen Vereine sich in Liqui­dation befinden und das eventuelle Vermögen der Ortsgruppe noch nicht zur Verfügung steht.

Im Anschluß an diesen Bericht wurde unter Füh- ; rung des Leiters des Kreises der seitherige Leiter der Ortsgruppe, Gg. Wahl, von der Versamm-

Oie englische Jugend.

Das Hauptamt für Grenz - und Außen­politik der Studentenschaft der Uni­versität Gießen hatte für gestern abend in das Studentenhaus am Leihgesterner Weg zu einem Vortrag eingeladen. Herr Allan Colingridge, der sich auf einer Studienreise durch Deutschland be­findet, sprach nach kurzen einleitenden Worten des Führers der Gießener Studentenschaft, cand. jur. Adam, über das Thema:D i e englische Ju­gend, wie sie denkt und wo sie st eh t". Seinen Ausführungen sei folgendes entnommen: England kenne eine eigentliche Jugendbewegung nicht. Dafür gebe es mancherlei Gründe. Englands Entwicklung gehe von einem Zentralpunkt nach außen. Das setze Einheit im völkischen Leben vor­aus. Die Grundlagen dieses Lebens sollten nicht geändert werden, wenn man auch strebe. Der Zu­sammenhang unter den verschiedenen Generationen sei stärker als in anderen Ländern. Die Jugend sei einverstanden mit dem Wirken der Aelteren, die Aelteren selbst machten keinen Versuch, die Freiheit der Jugend zu beschränken. In großer Betrachtung könne man sagen: Deutschland marschiere, England sei am Ziel. In seinen weiteren Ausführungen be­schäftigte sich der Redner mit der Klasse der 40- jährigen, die den Krieg an der Front erlebten, den 30jährigen, die den Krieg als Jugendliche in der Heimat und in der Schule erfuhren, und den 20- jährigen, die den Krieg nur von Hörensagen ken­nen und unproblematischer im Leben stehen. In sorgfältiger Gegenüberstellung kennzeichnete der Redner die Unterschiede dieser Generationen und deren Auswirkung im geistigen Leben Englands. Sodann wandte sich der Vortragende den Lebens­äußerungen insbesondere der 20jährigen zu. Der Sport werde sehr wichtig genommen, und zwar um der von ihm vermittelten Energie willen, die Tech­nik interessiere außerordentlich. Die junge Gene­ration sei stark intelligent, fast zu modern, wisse aber, daß es gefährlich sei, nur intelligent zu sein. Die englische Jugend wolle auch Aktivität und Werte des Gefühls. Englische Jugend wolle eine starke innere Verbindung mit der deutschen Jugend, je­doch ohne sich selbst aufzugeben. Ein Verlassen der eigenen geistigen Linie würde als unorganisch und unmoralisch empfunden werden. Englische Jugend möchte vor allem Antwort geben auf die immer drängender werdenden Fragen der Ueberwindung der Krise der westlichen Zivilisation. England sei zwar stabil, hoffe auch, stark zu bleiben, erhoffe ein Vorwärtskommen, weniger aber in geographischer Hinsicht als in kultureller Beziehung. Die englische Jugend wolle etwa gleiche Wege beschreiten, wie die deutsche Jugend. Die Jugend in England wünsche sich mehr Arbeit, mehr Möglichkeit der Energie- Aeußerung. Vor allem aber dominiere der Wunsch nach kulturellem Fortschritt. Die Arbeit in diesem Sinne könne, das sei seine Ueberzeugung, am besten

30 Tage! . ,

Wir sind alle darauf angewlesen, daß wir einer dem anderen helfen. Das ganze Leben beruht aus einer solchen Zusammen­arbeit. Keiner von uns könnte in der Eisenbahn fahren, wenn er allein oder mit wenigen Freunden dafür sorgen müßte, daß die Bahnen und die Loko­motiven gebaut werden. Eine Schnellzugslokomo­tive kostet 300 000 bis 400 000 Mark. Ein Schnell­zugswagen kostet nicht weniger als 100 000 Mark. Für eine Million bekommt man also nicht mehr als zehn einfache Personenwaggons. Aehnlich ist es beim Straßenbau. Für eine Million Mark können nur etwa 3,5 Kilometer der neuen Reichsautobahn mit ihren vier Fahrbahnen gebaut werden. Es gibt Gebäude, die viele Millionen verschlingen. Der Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin hat nicht we­niger als 30 Millionen Mark gekostet.

Nun kann man sich vorstellen, welche Summen erforderlich sind, um etwa 16 Millionen notleidende Volksgenossen den ganzen Winter lang gegen Hun­ger und Kälte zu schützen. Es kommt dabei auf jeden Pfennig an! Aber hundert Mil­lionen Pfennige machen erst eine Million Mark aus. Und eine Million Mark ist sehr wenig! Das müssen wir uns immer vor Augen halten und wirkliche Opfer bringen, um den Kampf gegen Hunger und Kälte zu gewinnen.

Eintopfgericht als Diätkost.

Wenn am ersten Sonntag eines jeden Monats in jeder Familie und bei jedem Gastwirt das Eintopf­gericht auf dem Tische dampft, dann stellten sich regelmäßig bei einem nicht unerheblichen Teil unse­rer Volksgenossen Minderwertigkeitsgefühle ein, die darin ihren Grund hat, daß ihnen infolge irgend­einer Krankheit Diätkost vorgeschrieben war und sie infolgedessen am Eintopfgericht nicht teilnehmen konnten. Wir wissen, daß die Zahl derjenigen, die auf Diätkost angewiesen sind, nicht gering ist. Es ist auch mit gewissen Schwierigkeiten verbunden, diese Personen zum Eintopfgericht heranzuzichen, namentlich wenn man mit dem Eintopfgericht nicht nur das allgemein bekannte, wie Löffelerbsen mit Speck oder Hammelfleisch mit grünen Bohnen, geben darf. So erwächst sowohl für einen Teil der Hausfrauen, wie für die Leiterinnen von Diät­küchen eine neue Aufgabe: Eintopfgerichte zusam- menzustellen, die ganz bestimmten Anforderungen

Bunter Abend im Gtadttheater.

Leitung und Personal des Stadttheaters veranstalten am Samstag, 3. Februar, um 2 0.15 Uhr, im Stadttheater unter dem Motto:W i r helfen alle!" zu Gunsten des Winterhilfswerks einen großen

Bunten Abend."

Bei dieser Veranstaltung wird unter Mitwirkung erstklassiger Artisten und auswärtiger Bühnen­künstler ein launiger Abend mit Scherz, Humor und Tanz, mit allerlei und vielerlei artistischer und kabarettistischer Kurzweil aufgezogen. Ich bitte die Bevölkerung von Gießen und Umgegend, diese Vorstellung durch recht zahlreichen Besuch zu unterstützen, zumal die kleinen Preise jedem Volksgenossen den Besuch ermöglichen und der Reinertrag zum Wohle der Hilfsbedürftigen ver­wandt wird.

Heil Hitler!

K l ö ß, Kreisführer des WHW. Mohaupt, Kreisgeschäftsführer des WHW.

SS. bläst zum Sammeln gegen Hunger und Kälte.

Zu dem am Sonntag, 4. d. M., um 8.30 Uhr in der V o l k s h a l l e in Gießen stattfinden- den Konzert, ausgeführt von dem Musikzug der II. SS.-Standarte Wiesbaden, werden hier­mit alle Volksgenossen eingeladen.

Dieser Abend, der nicht nur allein in musikalischer Beziehung einen vollen Erfolg gewährleistet, wird durch die Gesangsvorträge des Pg. M ü n n i ch , Tenor des Staatstheaters Wiesbaden, noch beson­ders verschönt. Für jung und alt dürfte diese Ver­anstaltung einige genußreiche Stunden bieten.

Infolge des äußerst niedrigen Eintrittspreises ist es jedem Volksgenossen möglich, dieses Konzert zu besuchen. Ich ersuche daher die Bevölkerung Gie­ßens, sowie der näheren Umgebung, diesem Kon­zert recht zahlreich beizuwohnen, da dasselbe zu Gunsten des Winterhilsswer- k e s durchgeführt wird.

Heil Hitler!

Gez: K l ö ß , Kreiswalter des WHW.

F. d. R.: gez.: Mohaupt, Kreisgeschäftsführer des WHW.

kranke ist ein süßes Eintopfgericht in Form eines Nudel-Apfel-Auflaufes vorbereitet, da sie das Essen ohne Fleisch und ohne Kochsalz erhalten müssen. Auch Gicht- und Rheumakranke müssen fleischfrei ernährt werden; sie erhalten eine schon für das Auge appetitanregende Spinat-Pastete. Für die Patienten mit perniziöser Anämie (Blutarmut) gibt es Grünkohl mit Haferflocken zufammengekocht. Da ihnen möglichst rohe Leber gemeinsam mit viel Vitaminen gegeben werden soll, sind zum Schluß kleine rohe Leberknödel zugegeben.

Das sind alles nur kleine Anregungen, und der Fantasie und der Intelligenz der Verantwortlichen bleibt es überlassen, sie weiter auszubauen.

Warum in die Ferne schweifen?

Sieh, das Gute liegt so nah! Auf dem Kreuzplatz, am Seltersweg, am Bahnhof, überall begegnest du jetzt dem guten Glücksmann, der dir schon von wei­tem in seinem grauen, wehenden Mantel und seiner forschen rotbebänderten Soldatenmütze freundlichst entgegenwinkt. Einen braunen G l ü ck s b r i e f möchte er dir gar zu gern zustellen. Und da willst du achtlos an ihm vorübergehen?

Es hat gar keinen Zweck, daß du dich letzt m so tiefsinnige, sorgenvolle Fragen, die du nicht ohne weiteres zu lösen vermagst, vergräbst! Du willst in eine ferne, sorgenfreie Zukunft schauen und über­siehst ganz die glückliche Gegenwart. Denn dieser Glücksmann, dem du jetzt überall in der Stadt ve- gegnest, verkauft dir L o s b r i e f e, die nur 50 Pfennig kosten und dir ein recht annehmbares Geldsümmchen in Aussicht stellen...

Gewiß waren schon viele Sammlungen auf der Straße. Ich weiß, du bist skeptisch geworden. Aber hat es schon jemals eine Straßenlotterie gegeben, die außer dem sofortigen Gewinnentscheid Haupt- geroinn: 5000 Mark! nocheinenPrämien- »schein enthielt, der bei feiner späteren Verlosung 'auch noch mal 5000 Mark erzielen konnte? Und da- bbei sind 30 Serien solcher braunen Glücksbriese im Umlauf. Das bedeutet also d r e i ß i g m a l die Aus­sicht auf den Höchstgewinn von zweimal 5000 Mark.

Ferner erhält jedes Los der NSDAP. - Win - tterhilfe-Lotterie noch drei Bildpostkanen,

ber von Windsor". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die Stimme der Liebe". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Ein Unsichtbarer geht durch die Stadt". Saal der Christlichen Versammlung, 20.15 Uhr, Evangelisations-Vortrag. Ortsgruppe Gießen-Ost, 20.30Uhr, Zellei,StadtLich", Zellen­abend.

Der Oberhessische Kun st verein lädt im heutigen Anzeigenteil auf morgen, Samstag, nachmittag zu einem Vortrag von Professor Rauch überDeutsche Plastik des Mittelalters" ein. (Siehe

Die Deutsche Stenographenschaft, Ortsgruppe Gie­ßen, hielt wie man uns berichtet am Sams­tagabend im Caf6 Ebel ihre satzungsgemäße Generalversammlung ab. In einer kurzen Begrü­ßungsansprache hieß der Leiter der Ortsgruppe, Wahl, den Leiter des Kreises der Deutschen Stenografenschaft, K. H. Kuhl, die Unterrichts­leiter und die Mitglieder herzlich willkommen.

tig, wenn man von der Lage eines Privatmannes j ausgeht. Für den privaten Verbrauch ist eine Mil­lion Mark so viel Geld, daß ieber glaubt, man könne dafür die halbe Welt kaufen.

Sehr wenig ist aber eine Million Mark, wenn man sie einmal im Rahmen der Gemeinschaftsarbeit innerhalb einer Stadt betrachtet. Wenn wir in der Zeitung lesen, daß bei der Sammlung für das Eintopfgericht in Berlin eine halbe Million Mark zusammengekommen ist, dann freuen wir uns und denken: Das reicht ja wieder für eine Weile. Nun muß das Winterhilfswerk in Berlin aber für mehr als eine Million bedürftige Volks­genossen sorgen. Somit würden auf den Kopf des Bedürftigen aus der Eintopfsammlung noch nicht einmal 50 Pfennig entfallen. Davon kann er sich einmal sattessen. Der Winter dauert aber sechs Monate, und jeder Monat hat im Durchschnitt