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Sh m 281 Sechstes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag,!.Dezember 1934

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Der Arbeitsdienst als Wegbereiter der deutschen Vrotsreiheit.

2Runhgang durch das Arbeitsdienstlager in Gießen.

Arbeitsaufgaben des heimischen Arbeitsdienstes auf eine ganze Reihe von Jahren.

Die Küche des Arbeitsdienstlagers.

Das Symbol des Arbeitsdienstes als Wandmalerei im Korridor des neuen Unterkunftsgebäudes.

Blick in eine Mannschaftsstube.

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(Mineinschaftsgedankens gestellt, wie ihn

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sLhrer und Reichskanzler Adolf Eitler aus rnroßen Fronterlebnis des Weltkrieges über die ii ses deutschen Niederganges hinweg als Gründ­et iiiir den Aufbau des Dritten Reiches erhalten

hat in den Arbeitsdienstlagern sollen unsere jungen M Linker, im Frauenarbeitsdienstlager auch unsere jung'n Mädchen, lernen, die Gedanken und Wünsche de - iigenen Ich den höheren Erfordernissen der (9li>innn(d)aft unterzuordnen, die jungen Menschen

süsk im üblichen Arbeitsgang erforderlichen Geld- niirtle nicht vorhanden sind. Neben diesem hohen gemeinnützigen Zweck ist dem Arbeitsdienst als Auf- ga<be loon gleicher Bedeutung die Erziehung 1 1 S u n g e n deutschen Volksgenossen eiste der wahren Volksverb un« t eit und des kameradschaftlichen

Ar vorigen Samstag wurde das neue Unter- tihtfi:bau5 der 91 <5. => 21 r b e i t s b i e n ft a b t e i I ijm 5/222 Gießen auf dem Grundstück des frPhr en Philosophenwald - Gasthauses vom Reichs- ft^ttlnltcr Gauleiter Sprenger seiner Bestim­men übergeben. Dieses Ereignis, dem viele Volks- ddbwen als Vertreter von Behörden und als 3) tarier des öffentlichen Lebens beiwohnten, hat deim Urbeitsdienft in Stadt und Kreis Gießen in bc||i Vordergrund des öffentlichen Interesses gerückt. J) 14 trug auch der schmucke Hausbau bei, den die Tlüb^tsdienstabteilung neben dem früheren Philo- su^hnwald-Gasthaus errichtet hat.

D Arbeitsdienst hat nicht die Aufgabe, dem bdlmtätigen deutschen Menschen Konkurrenz zu mmdm und ihm seine wirtschaftliche Existenzgrund­lage-zu beeinträchtigen. Er soll vielmehr Ar- b.liii-s aufgaben im Dien st e der Volks- g'«i jiim t h e i t lösen, deren Verwirklichung zum N'dtzin aller deutschen Menschen ohne den Arbeits- biihrf: nicht erreicht werden kann, weil dazu die

ans loen verschiedensten sozialen Schichten sollen butidi die Kameradschaft des Arbeitsdienstes einem«

dcir räher kennenlernen und dadurch gutes 23er» stißnüüs für einander gewinnen und es weitergeben ato Lle Volksgenossen ihres Lebenskreises, damit hiierrüs die wahre deutsche Volksgemeinschaft er- ftitt?' kann.

L^elite ist der Eintritt in die Reihen der Arbeits- bii»Kämpfer für das neue Deutschland noch frei» wnilli . wenn auch bereits für einen erheblichen Ä >1 inferer jungen Generation der Weg zum Auf- be jiner Existenz über den Arbeitsdienst gehen irtlti Man darf aber wohl die Hoffnung hegen, bflif, m nicht allzu ferner Zeit die Gesamtheit un» leipj jungen Männer und Mädchen mit an dem SSftil helfen wird, dem die jetzige Mannschaft des Sprsbienftes sich mit großer Liebe und Opfer- ftfpiflfeit für Volk und Vaterland widmet: die Sprung einer alle Schichten des Volkes erfüllen- dA wahren Volksgemeinschaft und die E iiw i t e r u n g unserer deutschen Nähr- biid nfläche! Was man bis jetzt nach dieser Mt.ing hm im Arbeitsdienst sieht, ist außer- oiibrJHd) erfreulich und verheißungsvoll für die 3|lu:|.ft. _

S3i" sehen z. B. im Arbeitsdienstlager Gießen Volksgenossen aller Stände und Berufe in kaMiiadschaftlicher Gesinnung als vorbildliche 83 cl" s gerne in schäft vereinigt: da sind neben juwi Handwerkern aller Fächer ungelernte Ar­beit und Männer der geistigen Berufe, u a. aus berr Fach der Ingenieure, Techniker, der .)0urna- litiil unb Schriftstellerei, ferner eine Anzahl Abi- tuTirten, zu gemeinsamem Werk Deremigt. Mit ifynn eng verbunden ist die Führerschaft des La­

gers, die mit den Arbeitsdienstmännern nicht nur auf den Arbeitsplätzen schafft, sondern auch in der Unterkunft und bei den Mahlzeiten in vorbildlicher Kameradschaft zusammenlebt und aus einem Kessel der Küche ißt, also d i e Gemeinschaft praktisch bekundet, die den Frontsoldaten des Welt­krieges als selbstverständlichste Grundlage der Ka­meradschaft bekannt ist und hier im Arbeitsdienst wieder auflebt Bei aller Wahrung der erforder­lichen Disziplin verbindet auch ein kameradschaft­licher Verkehrston die am gleichen Werke als Füh­rer und Gefolgschaft wirkenden deutschen Menschen. An den Geist der selbstlosen Hingabe werden die Arbeitsdienstmänner auch in ihrer neuen Heim­stätte oft erinnert durch Inschriften, die über den Türen ihrer Stuben angebracht sind. Dort kann man z. B. folgende ernste Mahnungen lesen:Füh­rer sein, heißt Vorleben",Arbeit adelt",Ich diene", Du bist nichts, dein Volk ist alles".Ehret die

Gießener Stadtwald und weitere Wegebauten in der Gemarkung Wieseck ausgeführt. Daneben sind zwei Außenzüge des Gießener Arbeitsdienstlagers in Kirchners und in Damm (Kreis Marburg) untergebracht, in deren Gemarkungen die Mann­schaften Wegebauten in Feld und Wald, Entwässe­rungen und Bewässerungen der verschiedensten Art bauen, durch die einerseits die Fläche des land­wirtschaftlich nutzbaren Bodens erweitert und der Ertragswert der Aecker gesteigert wird, während anderseits durch die Verbesserung des Wegenetzes in den Waldungen die Holzabfuhr wesentlich gün­stiger als bisher gestaltet werden kann, woraus wie­derum erheblicher Vorteil für die Allgemeinheit er­wächst.

Für die Zukunft sind weitere umfangreiche Kulturarbeiten in Feld und Wald im Kreise Gießen vorgesehen und jetzt schon genehmigt, u. a. in den Gemarkungen Klein-Linden, Großen-

schaft. Im Obergeschoß des alten Hauses befinden sich Schlafräume für einen Teil der Führer. Das kleine Haus neben dem alten Gebäude ist die Wir­kungsstätte der Handwerker des Lagers, die auf ihrem Handwerkerstuhl für die Bedürfnisse der Ar­beitsdienstmänner schaffen.

An Stelle des früher wenig ansehnlichen Ge­ländes hinter dem alten Hause hat der Arbeits­dienst durch saubere Planierung und Herrichtung eine prächtige Hoffläche geschaffen, über die ein ge­pflasterter Weg zu dem neuen Laaergebäude führt« In diesem neuen Hause, das die Form eines offe­nen Vierecks hat, befinden sich die Stuben der Ar­beitsdienstmänner, die hier in truppweiser Zusam­menfassung untergebracht sind. Die Lagerleitung hat in diesem Neubau Wohnräume mit reichlich Licht und Luft geschaffen, dazu breite Korridore vor den Stuben, so daß man beim Besuche des Hauses einen guten Eindruck bekommt. Neben den Mannschaftsstuben, über deren Eingangstüren die oben erwähnten Spruchworte als stete Mahnung stehen, befindet sich im Parterre auch eine muster­gültige große Wasch- und Duschhalle, die ringsum mit Kacheln ausgelegt, mit breiten Wasserbecken und mit zahlreichen Brausen ausgestattet ist. Im Obergeschoß befinden sich, abgetrennt von den wei­teren Mannschaftsstuben, die Räume der Sanitäts­abteilung mit Revierstube, Untersuchungszimmer usw. Ferner sah man im Oberbau gelegentlich der Besichtigung am vorigen Samstagabend mehrere Modelle von den bisherigen Arbeiten der Lager­insassen ausgestellt, die ein getreues Abbild des neuen Unterkunftshauses und mehrerer größerer Außenarbeiten zeigten.

Als Ganzes muß die Unterkunft der Arbeits­dienstabteilung 5/222 Gießen, auch dank des groß­zügigen Entgegenkommens der Gießener Stadtver­waltung, nach jeder Richtung hin als mustergültig und sehr befriedigend bezeichnet werden. Dazu kommt der gute Geist, der in dieser Unterkunft vom Abteilungsführer an bis zum jüngsten Arbeits­dienstmann herrscht, der eine fruchtbare Charakter- geftaltung der jungen deutschen Menschen gewähr­leistet und sich dadurch weit über den Rahmen der unmittelbaren Arbeitsleistung hinaus in segens­reicher Weise auswirken wird zum bleibenden Nutzen des einzelnen Arbeitsmannes und der Volksge­meinschaft.

Das neue Unt«

Arbeit",Die Treue ist das Mark der Ehre", Deutscher lerne schweigen",Jeder Führer ein Idealist",Arbeit bildet den Inhalt des Lebens", Wir kennen keinen Klassendünkel", Gemeinnutz geht vor Eigennutz" usw. Die vorbildliche Erziehung der jungen Menschen wird noch vertieft durch staatspolitische Schulungsarbeit, die von der Füh­rerschaft geleistet wird.

Der praktisch sichtbare Erfolg des Arbeitsdienstes besteht in Werken, die wegbereitend für die E r - Weiterung der deutschen Nährstoff- b a f i s und damit für die Erringung der deutschen Brotfreiheit sind. Hierbei han­delt es sich naturgemäß um Aufgaben, die der bäuerlichen Wirtschaft der Zukunft besonders förder­lich sein werden. Nachdem das Arbeitsdienstlager Gießen sich feine neue Unterkunft gebaut hatte und nebenher noch Wegebauten in der Gemarkung Wie­seck und Rodungen in der Gemarkung Annerod voll­brachte, kann es sich nunmehr mit allen Kräften den großen Kulturarbeiten in unserer engeren Hei­mat widmen. Geaenwärtig werden Rodungen im

Linden, Mendorf (Lahn), Leihgestern, Watzenborn- Steinberg, Steinbach, Albach, Schiffenberg, Anne­rod, Rödgen, Alten-Buseck, Großen-Buseck, ferner in den Gemarkungen Krofdorf und Odenhausen- Friedeihausen. Hierbei handelt es sich um Wegebau­ten, Drainagen, Rodungen, Feldbereinigungen, Lahnregulierung usw. Alles in allem bieten diese Projekte dem Arbeitsdienst ununterbrochene Be- schäftigung auf viele Jahre. Alle Arbeiten werden unter Aufsicht der Führerschaft des Arbeitsdienst- lagers ausgeführt und hinsichtlich der sachlich ein­wandfreien Gestaltung vom Kulturbauamt Gießen als aufsichtsführende Behörde überwacht.

Das Arbeitsdienstlager Gießen, das von Ober­feldmeister L 0 e s ch geführt wird, umfaßt zur Zeit, einschließlich der beiden Außenzüge in Kirchners und in Damm, 265 Führer und Mannschaften. Es gehört zur Arbeitsdienstgruppe 222 Marburg, die von Arbeitsführer Schmid geführt wird. Das Gebäude des früheren Philosophenwald-Gasthauses dient in der Hauptsache Verwaltungszwecken und den Erfordernissen des Tagesaufenthalts. In diesem

Handelsdisziplinlosigkeit.

GPA Frankfurt a. M., 30. Nov. Der Preis­überwachungsstelle war gemeldet worden, daß eine größere Firma des Rhein-Maingebiets durch ein vertraulich bezeichnetes Rundschreiben an ihre Kundschaft die Aufforderung ergehen ließ, in ge­wissen Textilwaren Eindeckungen vorzunehmen, da später Mangel eintreten werde. Eine Nachprüfung ergab die Richtigkeit der Meldung. Das Vorgehen der Firma war zweifellos geeignet, Angstkäufe her­beizuführen und damit Anlaß zu geben zu einer gewissen Hamsterei. Auf Veranlassung der Preis­überwachungsstelle hat die Firma umgehend ihr Rundschreiben widerrufen und in einem neuen Rundschreiben zum Ausdruck gebracht, daß ein Grund z u Angstkäufen keineswegs vorliegt. Es ist bedauerlich, daß ein solcher Fall von Handelsdisziplinlosigkeit noch Vorkommen kann. Künftige Fälle dieser Art werden unnachsichtlich zur Anzeige und strafgerichtlich zur Verfolgung gebracht.

Blick in die Dusch« und Wajchhall«.

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Gebäude ist der frühere Haupteingang als Kantine hergerichtet worden, an die nach der Stadt zu bet große Saal angrenzt, der als gemeinschaftliches Speiselokal für die Führer und Mannschaften des Arbeitsdienstlagers, ferner als Unterrichtsraum unb bei ungünstigem Wetter auch als Stätte ber sport­lichen Betätigung bient. Nach ber anberen Seite hin begegnet man zunächst ber Wachstube, baran anschließenb befinbet sich bas Planungszimmer bes Technikers, in bem an Hanb von Karten, Statisti­ken unb sonstigen Gerätschaften bie technischen Dinge der Arbeitsaufgaben bearbeitet werden. Daneben ist die Schreibstube des Lagers, anschließend der Arbeitsraum des Abteilungsführers Auf der gegen­überliegenden Seite befindet sich der Aufbewah- rungsraum für Kleidungsstücke. An der rückwär- tigen Seite des Hauses ist der Lebensmittel-Vor­ratsraum eingerichtet, auf der gegenüberliegenden Seite liegt die modern ausgestattete Küche mit drei Kochkesseln von je 300, 200 und 100 Litern Fas- [ungsoermögen, ferner einem großen Herd, Spül- decken und einer Reihe von Kühlschränken: von der Küche aus stellt ein Schiebefenster die direkte Ver­bindung mit dem Saal her, an dieser Stelle er­folgt die Ausgabe des Essens an die zur gemein­samen Speisung im Saale versammelte Lagerdeleg-

Die bewerf tube. (Aufnahmen: Photo-Pfaff.)