und beschaffte von der deutschen Gesandtschaft eine Hakenkreuzflagge. Unter dem Gejohle eines Teiles des holländischen Publikums und Beifallsbezeugun- aen eines anderen Teiles wurden dann die vier aufgezogenen Flaggen niedergeholt und die Haken- rreuzflagge gehißt. Als Die Nationalhymnen ^spielt werden sollten, stellte es sich heraus, daß die Kapelle angeblich das Deutschland- lied nicht spielen konnte. Die deutsche Mannschaft bestand daher darauf, daß selbstverständlich dann auch das Spielen der holländischen Hymne unterbleiben muhte. Schließlich schickte der hollän- di che Beranstaltungsleiter, um allen unliebsamen Zwischenfällen vorzubeugen, die Musikkapelle fort. Eine Anregung, das Spottlied „Lippe-Detmold, eine wunderschöne Stadt, bum, bum" als nationale Hymne spielen zu lassen, lehnte die deutsche Mannschaft entrüstet ab, da sie sich nicht verhöhnen lasse. Moskau stellt Bedingungen.
Paris, 30. Dez. (DNB.) Die Sowjetregle- rung hat auf den Hinweis der englischen und französischen Regierung in der spanischen Nicht- einmischungsfrage geantwortet. Wie bekannt wird, hat die Sowjetregierung ihr zukünftiges Verhalten an eine Reihe von Bedingungen geknüpft.
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Die italienische Presse weist die Moskauer Antwort als „dreistes" und „schamloses" Manöver zurück, dessen Unehrlichkeit und Zweideutigkeit auf der Hand liege. „Tribuna" beklagt, daß die in London und Paris betriebene Politik dem Mos- kauer Bolschewismus eine bevorzugte Situation schaffe, die ihm erlaube, in Genf als Friedensapostel, in Madrid aber in voller Kriegsrüstung und in Paris als Ohrenbläser aufzutreten. Diese Lage werde der Kommunismus solange ausnutzen, als der trüben Zweideutigkeit mcht ein Ende gemacht werde. Dabei werde aber von allen jenen Staaten, die von der Erkenntnis der einzigen, tragischen und unmittelbaren Gefahr des Bolschewismus für Europa noch weit entfernt feien, auch fernerhin munter auf die sowjetrussische Karte gesetzt. Auf diese Fehler, auf Verständnislosigkeit und Blindheit baue jedoch die Sowjetpolitik ihr Spiel auf. Man brauche nur die amtliche Radiopropaganda Moskaus anzuhören, um sich zu überzeugen, daß dort in aller Offenheit für den Umsturz der allgemeinen Ordnung gearbeitet werde. Für dieses Ziel werde durch die ununterbrochene dutzendweise Entsendung von Schiffen mit Freiwilligen und Kriegsmaterial nach Spanien in einer Zeit gearbeitet, in der Moskau mit der größten Unschuld das Gegenteil behaupte. Man brauche sich deshalb nicht zu wundern, wenn Sowjetrußland der Unterzeichnung einer internationalen Verpflichtung keinerlei Gewicht beilege. Don ihm Garantlen über die Ein- daltung moralischer und sozialer Normen, die es selbst verneine und ablehne, zu verlangen, komme der an einen Mohammedaner gerichteten Aufforderung gleich, einen Schwur auf das Evangelium abzülegen.
Erbitterung bei der „Internationolen Brigade".
Große Berpflegungsschwierigkeiten in Madrid.
Toledo, 31. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie verlautet, sind die Angehörigen dern t e r n a t i o- nalen Brigade" sehr erbittert über die Gewissenlosigkeit, mit der sie von den roten Anführern zu völlig aussichtslosen Gegenangriffen eingesetzt werden. Die Verlustziffer dieser Kolonne soll sich auf mehr als 1000 belaufen. Die Zivilbevölkerung Madrids wurde über den Madrider Sender erneut aufgefordert, die Hauptstadt zu verlassen, um die noch vorhandenen Lebensmittel ausschließlich den kämpfenden Bolschewisten zukommen zu lassen. Ueberlaufer sagen aus, daß deren Verpflegung f a st nur aus s o w j e t r u s s i s ch e n Konserven bestehe. Aus Valencia wird berichtet, daß alle „Beamten" zum Eintritt in die Liga der Gottlosen gezwungen werden. Außerdem werde in Valencia auf Anregung des roten „Fi- nanzministers" ein „halbstaatliches" kaufmännisches Unternehmen gegründet, daß die Regelung des Handelsverkehrs zwischen Sowjetspanien und Sowjetrußland zur Ausgabe hat. An der Madrider Front gerieten am Mittwoch zwei weibliche „Rötst a r d t st e n" im Alter von 16 und 17 Jahren m Gefangenschaft, die aus dem Frauenbataillon „Pasionaria" stammten.
GrsolqreHe Gefechte.
Salamanca, 31. Dez. (DRV. Funkspruch.) Nach dem Heeresbericht des obersten Befehlshabers in Salamanca haben die nationalen Truppen der Südarmee die Ortschaft Cargagina in der Provinz Jaen besetzt. Im Norden haben keinerlei Kampfhandlungen stattgefunden. Im Frontabschnitt Teruel verloren die Bolschewisten in zweitägigen Gefechten 1250 Tote. An der Madrider Front hat die „Internationale Brigade" unter Einsatz von 14 sowjetrussischen Tanks und nach heftiger Artillerie-Vorbereitung die nationalen Stellungen an der linken Flanke bei Dillanueoa de la Eanada angegriffen. Dank der vorzüglichen Haltung der nationalen Truppen wurde der Feind nach mehrstündigem Kampf zurückgeworfen, wobei er hundert Tote auf dem Schlachtfeld zurücklassen mußte. Auch zwischen Carabanchel und Basu- rero auf dem rechten Flügel der Madrider Front erlitten die roten Horden ungewöhnlich hohe Verluste. Ein Ueberläufer bestätigte die zunehmende Mutlosigkeit bei den Bolschewisten, die durch die hohen Verluste und die schlechte Ernährung verständlich wird.
Durchsichtige Greuelmeldungen über Danzig.
Danzig, 30. Dez. (DNB.) In ausländischen Blättern sind ausgehend von einer polnischen Agenturmeldung, phantastische Greuelmeldungen über Danzig verbreitet worden. Danach soll die Danziger Politische Polizei während der Weihnachsfeiertage Hunderte von Nationalsozialisten verhaftet und einige sogar erschossen haben. Unter den Verhafteten sollen sich 3 0 bis 4 0 SS.-Führer aus der Umgebung des Gauleiters Forster befinden. Die zuständigen Danziger Stellen stellen fest, daß die Meldungen vonAnfangbis Ende frei erfunden sind. Weder ein einzi
ger SS.-Führer noch irgendeine Persönlichkeit aus der Umgebung des Gauleiters ist verhaftet worden, von den angeblichen Erschießungen ganz zu schweigen. Damit entfallen auch alle Kombinationen, die in ausländischen Blättern an die Greuelmeldungen geknüpft worden sind. Im übrigen sind die Kreise bekannt, die mit derartig plumpen Mitteln während der Danzig-polnischen Besprechungen Unruhe zu schaffen versuchen.
W e die Freimaurer in Bulqarien arbeiten.
Sofia, 30. Dez. (DNB.) Die größte bulgarische Zeitung Utro veröffentlichte in den letzten Tagen eine Artikelreihe, die Enthüllungen über die bulgarische Freimaurerei brachte. Dabei stützt sich das Blatt auf zahlreiche Originaldokumente, Photos und Sitzungsberichte aus dem Geheimarchiv der Frei- maurerloae Saria in Sofia. In allen Einzelheiten schildern die Artikel die Geschichte und das Ritual oer bulgarischen Freimaurer. Gestern brachte das Blatt eine erste lange Liste bekannter Logenbrüder aus Sofia und der Provinz. Großes Aufsehen erregte die Tatsache, daß nahezu 40 v. H. der Logenbruder Juden sind, obwohl die Juden in Bulgarien kaum mehr als 1 o. H. der Gesamtbevölkerung ausmachen.
Der „Utro" hatte die Fortsetzung der Namensliste sowie Einzelheiten Über die politischen Umtriebe der bulgarischen Freimaurerlogen angekündigt. Heber- raschenderweise hat er jedoch seine Enthüllungen abgebrochen. Wie man erfährt, haben maßgebliche Freimaurerkreise gedroht, sie würden über die Zeitung schärf st en wirtschaftlichen Boykott verhängen, wenn die Veröffentlichung der Artikelreihe fortgesetzt würde. Der „Utro" hatte gemeldet, daß er im Besitz wichtiger politischer Beschlüsse der Freimaurerei sei. Ein Beschluß ziele z. B. darauf ab, die Leitung aller wichtigen Organisationen des Landes, vor allem die des Frontkämpferverbandes, in die Hand von Logenbrüdern zu bringen.
Schwerwiegende Folgen amerikanischer Streiks.
Im amerikanischen Seemanns st reik, der jetzt bereits zwei Monate andauert, besteht immer noch keine Aussicht auf eine Beendigung des Aus- Landes. Die verhängnisvollen wirtschaftlichen Folgen, die aus diesem Streik erwachsen, werden be- onders deutlich in einem Beschluß einer der größ-
Neuer Schlag für die sudetendeutsche Selbstverwaltung. Die Zentralbank der deutschen Sparkaffen in der Tschechoslowakei aufgelöst.
Prag, 30. Dez. (DNB.) Zwei Regierungsverordnungen betreffen die Liquidierung der Zentralbank der deutschen Sparkaf- s e n und der Karlsruher Vereinsbank und die Errichtung der Gelüzentrale der tschechoslowakischen Sparkassen unter der Firma „Zentral- bank der tschechoslowakischen Sparkassen". Zur Aus- aung der Forderungen der beiden liquidierten en wird Die Geldzentrale der tschechoslowakischen Sparkassen zur Ausgabe von Schuldverschreibungen bis 600 Millionen Tschechenkronen zu 3 v. H. verzinslich und binnen 40 Jahren vom Jahre 1647 angefangen amortisierbar, ermächtigt. Die Verordnung über die Zentralbank tschechoslowakischer Sparkassen besagt, daß die Sparkassen wenigstens 5 o. Sy ihrer Einlagen dort anzulegen haben und daß die Bank verpflichtet ist, jährlich ein Fünftel des Reinertrages als Beitrag zur Liquidierung der beiden deutschen Banken abzuführen. Den Minderheitennationalitäten wird die Beteiligung am Aktienkapital und in allen Organen sowie bei der Bestellung der Angestellten der Bank sichergestellt.
Die „Zentralbank der deutschen Sparkassen" war
die Geldausgleichsan st alt für die deutsch e n S p a r k ass e n in der Tschechoslowakei. Sie wurde vor drei Jahren immobil, da die deutschen Sparkassen infolge der schweren Krise im sudetendeutschen Gebiet ihre Einlagen zurückziehen mußten. Die Bank mußte um ein Moratorium ersuchen. Im Gegensatz zu ähnlichen Fällen bei tschechischen Banken wurde nun nicht die Sanierung des Instituts, sondern seine Liquidierung üerfüat Die Zentralbank der deutschen Sparkassen verschwindet. Die Einleger werden nicht, wie bei tschechischen Banken,- voll befriedigt, sondern erhalten niedrig verzinsliche Schuldverschreibungen. Die Regierung benutzt die Gelegenheit, um die bisher national getrennten Geldausgleichsinstitute zu vereinheitlichen. Die deutschen Sparkassen werden ihre Vertreter in diesem gemeinschaftlichen Institut nicht frei wählen können, sondern aus den von ihnen vorgeschlagenen Vertretern wird die Regierung (Ernennungen vornehmen. Das Ende der Zentralbank der deutschen Sparkassen in der Tschechoslowakei bedeutet einen weiteren Schritt zum Abbau der sudetendeutschen wirtschaftlichen Selbstverwaltung.
Schulform und Schulbildung.
Es ist ein Verdienst des nationalsozialistischen Staates, Ordnung in oas vielfach verwickelte und gespaltene Schulwesen gebracht zu haben. Seit Jahrzehnten ist die Neuordnung des höheren Schulwesens im Gange, wenn sich dieser Gang in der Regel auch darauf beschränkt hat, eine neue Schulform zu der alten Schulform hinzuzu- fügen. Erst der Nationalsozialismus tonnte nach der Machterareifung an die Neuordnung gehen, wobei aber die wichtigste Voraussetzung Die war, ein einheitliches Reich zu schaffen. Wir hatten vor dem Kriege in den einzelnen Bundesstaaten eine unterschiedliche Verfassung des höheren Schulwesens, was sich auch nach dem Kriege nicht wesentlich änderte. Daß sich die Neuordnuna nicht übers Knie brechen läßt, ist zu verstehen, Denn es kommt ja nicht nur auf die Schulsorm an, sondern auch auf den Inhalt, also auf die Schulbildung selbst.
Nach dem Stand von 1935 bestehen in Deutschland 1950 höhere Schulen (öffentliche und private). Davon sind rund 500 (26 v. H.) Gymnasien, rund 600 (32 v. H.) Real- und Reform-Gymnasien, 650 (34 v. H.) Oberreal- und Realschulen, 175 (9 v. H.) deutsche Oberschulen (130) und deutsche Aufbauschulen (45). Von den 600 Alleinschulen am Ort sind rund 10 0 Gymnasien, für die jetzt vor allem zu prüfen fein wird, wie weit sie die von dem Reichserziehungsminister angegebenen Bedingungen der Tradition und der besonderen Güte erfüllen, um auch weiter bestehen bleiben zu können. Künftig gibt nur eine Dreiteilung, wobei die Scheidung so klar getroffen ist, daß es für die Eltern nicht schwer fällt, die richtige Schulform xu wählen. Die Hauptform bildet künftig die deutsche Oberschule, deren Lehrplan als erste Fremdsprache das Englische vorsieht, dem das Lateinische sich anschlietzt. Künftig gibt es a l s Nebenform nur noch Gymnasien ohne Beifügung irgendeines Zusatzes wie Realgymnasium oder Reformgymnäsium. Im Lehrvlan der Gymnasien kommt zum Ausdruck, daß sie die Schüler heranbilden sollen, die die Absicht haben, sich rein wissenschaftlichen Berufen zuzuwenden. Deshalb bleibt im Lehrplan des Gymnasiums zwar auch das Lateinische als Hauptfprache bestehen, allein es kommt das Griechische als Pflichtsprache hinzu, so daß also Schüler, die eine
Schulbildung suchen, die sie unmittelbar in die Arbeit und m das Leden hinüberführt, nicht mit Dingen belastet werden, für die sich später keine Verwendung findet.
Das bedeutet aber nicht, daß die Antike ober das klassische Bildungserlebnis nur den Gymnasien Vorbehalten bleibt, sondern im Gegenteil, die Oberschule soll das klassische Bildungserlebnis mit an erster Stelle im Lehrplan aufnehmen. Wer das klassische Bildungserlebnis erfassen will, muß sich daran erinnern, daß der antike Mensch nicht in Den Schulen der Philosophen zu finden war, auch nicht auf den Marktplätzen um irgendeinen berühmten Redner versammelt, sondern der antike Mensch war das Ergebnis einer Erziehung, die auf die geistige Schulung ebenso großen Wert legte wie auf die körperliche Ertüchtigung. Das ist ein Bildungsziel, das auch der Nationalsozialismus immer aus dem Gefühl des zeitgeschichtlichen Wandels heraus sich gefetzt hat, weil die nationalfozialistifche Staats- auffaffung mit ihrer unbedingten Hingabe an Staat und Volk zum Ausdruck kommen muß.
Außer der Hauptform der Oberschule sowie der Nebenform des Gymnasiums bleibt die sechsjährige Aufbauschule erhalten, um der deutschen Jugend, soweit sie nicht zu Berufen übergehen will, die eine umfassende Schulbildung voraussetzen, die Möglichkeit zu geben, sich einen Bildungsstoff anzueignen, der sie befähigt, all das zu leisten, was Staat und Volksgemeinschaft von inr fordert. Die Uebersichtlichkeit des dreigliedrigen Aufbaues wird nicht nur den Erziehungsberechtigten, sondern auch den Schülern selb st die Wahl der Schulform leichter machen. Wie gründlich überlegt worden ist, ehe der Reichserziehungsminister die Zeit für gekommen hielt, um dem deutschen Volke Mitteilung von der endgültigen Verfassung des höheren Schulwesens zu machen, geht daraus hervor, daß an alles gedacht worden ist. Wieviel Sorgen gab es nicht für Die Eltern, wenn sie den Wohnsitz wechseln mußten, aber an dem neuen Wohnsitz sich nicht die Schulform vorfand, der sich die Kinoer bisher bedienten. All das wird durch die einfache Dreigliederung sowie durch eine übersichtliche Verteilung der Schulform über das ganze Reich unter strenger Wahrung der Einheitlichkeit weggeräumt. Ev.
Oie Befestigungen im Pazifik.
England wünscht die Aufrechterhaltung des Status quo.
Tokio, 30. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) Di« englische Regierung hat Japan den Vorschlag un» terbreitet, trotz Ablaufes des Washingtoner Flöt« tenvertrages vom Jahre 1924 die Bestimmungen des Artikels 19 aufrechtzuerhalten, wonach über den bisherigen Status der Befestigung der Besitzungen im Stillen Ozean hinaus keinerlei neue B e- festigungen und Flotten st ützpunkt« errichtet werden sollen. Man spricht davon, daß Ja» van, da ihm aus strategischen und geographi» scheu Gesichtspunkten die Sicherheit gegenüber den amerikanischen und englischen Befestigungen gefährdet erscheint, neue Vorschläge machen will. Bei grundsätzlicher Aufrechterhaltung der Nichtbefestigung der Jnselbesitzunaen im Pazifik wird Japan darauf Hinweisen, daß es im Gegensatz zu England und den Vereinigten Staaten über keinen Stützpunkt im Stillen Ozean verfügt.
Verhinderung von Vertragsbrüchen.
Berlin, 30. Dez. (DNB.) Vielfach haben Gefolgschaftsmitglieder innerhalb der konjunkturbegünstigten Gewerbe und in der Landwirtschaft unter Bruch des Arbeitsvertrages ihre Arbeitsstelle vorzeitig verlas- f e n. Dadurch mürbe ein ordnungsmäßiger Arbeitseinsatz gefährdet. In einer 7. Anordnung zur Durchführung des D i e r j a h r e s p l a n e s sind deshalo Bestimmungen über die Verhinderung rechtswidriger Losung von Arbeitsverhältnissen erlassen worden. Hiernach kann in der Eifen- und Metallwirtschaft, dem Baugewerbe, der Ziegelinduftrie und in der Landwirtschaft der Unternehmer im Falle einer unberechtigten vorzeitigen Lösung des Arbeitsverhältnisses durch das Gefolgschaftsmitglisd das Arbeitsbuch bis zu dem Zeitpunkt zurückbehalten, in dem die Beschäftigung im Falle einer ordnungsmäßigen Lösung des Arbeitsverhältnisses enden wurde. Zum Schutz der Gefolgschaftsmitglieder gegen eine mißbräuchliche Zurückhaltung des Arbeitsbuches ijt vorgesehen, daß im Streitfälle die sofortige Rückgabe des Arbeitsbuches durch einstweilige Verfügung des Arbeitsgerichtes angeordnet werden kann.
Aus aller Wett.
Veränderungen In der Spihenorganlfaliou der Angestelllenkrankenkaffeu.
In einer außerordentlichen Hauptoerfammlung des Verbandes kaufmännischer Berufskrankenkassen (VkB.) wurde beschlossen, den bisherigen Namen abzuändern in „Verband der Angestellten- Krankenkassen e. 23." (VdAK.). Zum Leiter wurde Dr. Walter L e m m e r (Barmer Ersatzkasse) und zum stellvertretenden Leiter Fritz Meckel (Kaufmännische Krankenkasse Halle a. d. Saale) bestellt. Eine wirksame Zusammenarbeit aller Verbandskassen ist sichergestellt. Der 2krbanD umfaßt die wichtigsten Angestellten-Krankenkassen Deutschlands.
Lady Houston gestorben. —
Line aufrichtige Freundin Deutschlanfis.
In London ist Lady Houston, die Witwe des bekannten Schiffahrtsmagnaten Houston, g e ft o r ■ b e n. Als Herausgeberin der Wochenzeitschrift „Saturday Review", in der sie stets für Freundschaft mit Deutschland und Italien warb, war sie in letzter Zeit auch politisch hervorgetreten. Besonders zäh war ihr Kampf gegen den bolschewistischen Weltseind, vor dem zu warnen sie nicht müde wurde. In England erregt die Tatsache veträcht- liches Aufsehen, daß Lady Houston offenbar fein Testament gemacht hat. Dis zum Mittwochabend ist es jedenfalls nicht gelungen, ein Testament aufzufinden. Lady Houston hinterläßt ein Vermögen von 7 M i ll io n e n P f u nd (100 000 000 Mark). Drei Todesopfer eines Autounglücks in München.
ten Schiffahrtsgesellschaften der Vereinigten Staaten, der Dollar-Line. Die Leitung der Gesellschaft hat beschlossen, bis auf weiteres ihren gesamten Schiffsverkehr einzustellen. Acht Passagier- und Frachtdampfer der Schiffahrtslinie liegen bereits an der Westküste und in Honolulu fest. Im Hafen von Neuyork liegen fünf Dampfer der Gesellschaft, die infolge des Streiks nicht ausfahren können. Auch der „President Harrison", der jetzt von einer Weltreise zurückkehrte, soll stillgelegt werden. Der Schaden, den der Seemannsstreik bisher der Schiffahrt der Vereinigten Staaten zugefügt hat, wird auf mindestens 4 00 Millionen Dollar geschätzt. *
Die Aus stände in einigen Detroiter Werken, die Automobilteile und -Zubehör Herstellen, haben zu Betriebseinschränkungen in vielen hundert Auto- zubebörwerken des Landes geführt. Die auf Grund der Materialknappheit durchgeführten Betriebseinschränkungen mach"N Tausend? n n n Arbeitern brotlos. Alle Versuche, den Streik beizulegen, sisid bisher gescheitert.
Warum England rüstet.
Eine Neujahrsbotschaft Baldwins.
London, 30. Dez. (DNB.) Premierminister Baldwin richtete zum neuen Jahre an die Prim- rose-Liga, einen der Hauptträger der Konservativen Partei in England, eine Botschaft, in der er daraus hinweist, daß das britische Wiederaufrüstungsprogramm angesichts der Weltlage und des rapiden Anwachsens der Armeen in Europa eine Notwendigkeit fei, die keine britische Regierung außer acht lassen dürfe. Die Streitkräfte Großbritanniens würden niemals für einen Zweck gebraucht werden, der sich nicht mit der Völkerbundssatzung in Ueberelnftlmmung bringen lasse. Keine ausländische Macht brauche zu befürch« ten, daß England aggressive Absichten habe. Die britische Regierung habe alles getan, um eine Verringerung der Rüstungen durch ein internationales Abkommen herbsizusühren, und erst, nachdem es offensichtlich geworden sei, daß alle diese Anstrengungen fehlgeschlagen waren, habe sich die Regierung entschlossen, die eigene Derteidigungsaufrüstung zu vermehren. Derteidigungslos sein, heiße zum Angriff einzuladen und Angreifer <zu ermutigen. Die britische Regierung werde ihr Bestes tun, um trotz der mannigfaltigen Fragen, die den Frieden der Welt bedrohten, seine Segnungen für Großbritannien und die Menschheit zu sichern.
In München rannte ein Kraftwagen, der auf vereister Bahn ins Schleudern geraten war, gegen einen Fernlastzug, wobei von den drei Insassen des Personenwagens die Apothekersgattin H a ck l sofort getötet wurde. Die Jngenieursgattin (Emma Dietrich und der Apotheker Josef Hackl sind ihren schweren Verletzungen menla später erlegen, so daß das Unglück Damit drei Todesopfer gefordert hat.
Flugzeugabsturz In Palästina fordert zwei lote.
Wie aus Palästina gemeldet wird, stürzte in der Nähe von Asulen ein Flugzeug mit sechs Insassen ab. Ein hoher englischer Beamter der Jrak-Petro- leum-Gesellschaft und ein Ingenieur der gleichen Firma verloren hierbei ihr Leben. Drei weitere Engländer und der Flugzeugführer wurden verletzt. _________
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Jranffurl
Heber dem europäischen Kontinent erstreckt sich ein Hochdruckgebiet in west-östlicher Richtung. Trotz lebhafter Wirbeltätigkeit über Nordeuropa ist ein starkes (Eingreifen von Ausläufern auf unser Wetter verhindert. Die Zufuhr feuchter Meeresluft begünstigt bei schwacher Luftbewegung aber auch weiterhin Nebelbildung.
Aussichten für Freitag: In den Niederungen meist neblig und zeitweise auch leichter Regen, Temperaturen über 0 Grad, schwache, vorwiegende westliche Winde.
Aussichten für Samstag: Fortdauer der vielfach nebligen Witterung.
Lufttemperaturen am 30. Dezember: mittags 2,2 Grad Celsius, abends 2,1 Grad: am 31. Dezember: morgens 1,8 Grad. Maximum 2,4 Grad, Minimum heute nacht 1,& Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 30. Dezember: abends 0,9 Grad: am 31. Dezember: morgens 1,2 Grad Celsius. — Niederschläge 0,5 mm.
Hauptschriftleiter Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der^llustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illufttierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig
Schon Großvater nahm BuH rith-SalZ M'LE


