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U. 77 Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Schöne stolze Schwäne aus vem Etchgärtenteich
Seit einigen Togen haben— wir berichteten gestern darüber — Schwäne auf dem Eichgärtenteich Einzug gehalten. Die großen und stolzen Tiere mit ihrem leuchtend weißen Gefieder stellen eine schöne Bereicherung und Zierde der gesamten Anlage dar. Sie sind dem Schüße des Publikums empfohlen.
(Aufnahme:
Neuner, Gieß. Anzeiger.)
land vorkommen wird, zusammengefunden hat. Alle diejenigen, die einst an der Volkwerdung der Deutschen zweifelten, sind durch das deutsche Volk von heute eines anderen belehrt worden, sie sehen jetzt, daß das deutsche Volk von 1936 ein anderes ist als das der Vergangenheit. Sie sehen, daß das deutsche Volk tatsächlich zu einer innigen Gemeinschaft zusammengewachsen ist, in dem gleichen Geiste, und daß es in Treue hinter seinem selbst erkorenen Führer steht. Mit unserer Freude und Dankbarkeit dafür, daß wir dieses große Geschehen unserer Zeit und des vorigen Sonntags erleben durften, wollen wir das Gelöbnis verbinden, daß wir die wahrgewordene deutsche Volksgemeinschaft allezeit hegen und pflegen wollen als das kostbarste und heiligste Gut des deutschen Volkes, daß niemals wieder Unfriede, Klassenhaß und Standesdünkel in das deutsche Volk einkehren sollen und daß wir für alle Zukunft dessen eingedenk sein müssen, daß das einst Trennende in unserem Volke der Vergangenheit angehören muß. Niemals sollen und dürfen wir vergessen, daß unser Einzel-Schicksal unlöslich verbunden ist mit dem Schicksal des deutschen Volkes, dem Geschick der gesamten Nation. Niemals wollen wir vergessen, sondern immer daran denken, daß wir all das Große, das wir in den letzten Jahren erlebt haben, nur einem Manne verdanken, der uns die neugewordene Volksgemeinschaft, die Wiedergesundung unseres Volkes und den deutschen Wiederauf- st i e g geschenkt hat: unserem Führer Adolf Hit- l e r, dem wir allezeit folgen werden, komme, was da kommen mag, und den wir in Treue, Liebe und Dankbarkeit grüßen mit dem dreimaligen Ruf: Unser Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!
Gewaltig brausten die dreimaligen Rufe auf den Führer als Gruß und Treuegelöbnis über den weiten Platz, begeistert reckten sich die Arme zum Gruß an den Führer empor. Mit dem gemeinsamen Gesang der ersten Verse des Deutschlandliedes und des H^rst-Wessel-Liedes fand die Kundgebung ihren Abschluß.
Hierauf rückten die Stürme der SA. geschlossen zum Hofe des Standartengebäudes ab, wo noch ein kurzer
SA.-Appell
stattfand. Nach dem Aufmarsch der Stürme, in deren Viereck das Feldzeichen der Standarte und die Sturmfahnen als geschloffene Gruppe standen, hielt Standartenführer Lutter eine kurze Ansprache an seine SA.-Männer Er betonte einleitend, daß es alte Soldatenart sei, nach einer Schlacht zu einem Appell zusammenzutreten, um dabei zunächst der Kameraden zu gedenken, die nicht mehr in den Reihen der Kameraden mit- morschieren. Während sich nun das Feldzeichen und die Sturmfahnen senkten und der Musikzug die Melodie des Liedes vom guten Kameraden spielte, wurde der gefallenen Kameraden gedacht. Nach der Gefallenenehrung sprach Standartenführer Lutter seinen SA.-Männern Dank aus für die Einsatz-, Tat- und Opferbereitschaft, mit der sie am Wahltag und auch in den Wochen vorher dem Führer und damit dem Reich gedient haben. Die SA. habe mit diesem Dienst wieder eine Aufgabe gelöst, wie sie im Dienste des Führers nicht schöner und größer hätte sein können. Diese Aufgabe zum Wohle des Staates, des Volkes und der Bewegung habe gezeigt, daß der aus der Frontkameradschaft erstandene Gei st der alten SA. nach wie vor in der SA. fortlebe. In diesem Geiste werde die SA. auch weiterhin dem Führer in Opferbereitschaft folgen. Wie das ganze deutsche Volk heute einig zu dem Führer stehe, so werde die SA. allezeit im deutschen Volke wirken und es mit dem alten SA.-Geist immer wieder erfüllen, damit das deutsche Volk immer mehr erkenne, daß der Führer und seine Bewegung es aufwärts führen und daß die Bewegung ihre "Versprechungen gehalten hat und auch weiter erfüllen wird. Das sei die Aufgabe, deren Lösung der Führer jetzt von seiner SA. verlange. In dieser Taibercit- schaft für den Führer werde die SA. weitermarschieren!
Hierauf wurden das Feldzeichen und die Sturmfahnen unter den Klängen des Badenweiler Marsches zum Fahnensaal des Standartengebäudes getragen. Darauf rückten die Stürme zu ihren Sturmlokalen ab.
i n k s: Blick auf den Landgraf-Philipp-Platz während der Kundgebung nach dem Fackelzug. — Rechts: Kreisleiter Dr. Hildebrandt (unmittelbar vor dem Baum erhöht stehend) während seiner Ansprache. — (Aufnahmen [2]: Photo-Pfaff.)
Gießen huldigt freudig dem Führer.
Kroßer Kackeizug und eindrucksvolle Treuekundgebung der Partei und ihrer Gliederungen diesige Beteiligung der Bevölkerung.
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Jm der Freude der Gießener Volksgenossen über tu1- gewaltigen Abstimmungssieg des Führers bei dc Reichstagswahl am Sonntag auch sichtbar Asdruck zu geben, fand am gestrigen Montagabend eii Fackelzug der Parteigliederungen stct, dem die Volksgenossen und Volksgenossinnen luterer Stadt in inniger Verbundenheit mit dem Dirk des Führers ihre herzliche Sympathie bekun- dc.-n. Obwohl die Veranstaltung erst am gestrigen Uitag der Oeffentlichkeit bekanntgeworden war, holen sich doch in den Abendstunden, ganz abge- sel'n von der überaus starken Zahl der marschierenden Kolonnen, Tausende von Männern und Fr.:uen beiderseits der Marschstraßen und am Scllusse der Veranstaltung auch zu der gemeinsamen Kudgebung vor dem Gefallenendenkmal auf dem La dgraf-Philipp-Platz eingefunden. Neben dem iibiraus reichen Flaggenschmuck, den unsere Stadt in-allen Straßen zeigt, bereicherten am gestrigen db nb eine Anzahl festlich beleuchteter Häusersron- Itn das Bild in wirkungsvoller Weise. Dazu kam l»!e große Länge der doppelreihigen Feuerschlange de« Fackelzugs, die insbesondere in den langge- stEen geraden Straßenfluchten ein schönes Bild bot
1 ie Aufstellung des Zuges erfolgte am Ludwigs- sta?; und in den angrenzenden Seitenstraßen. Die :pge mit der SA. und ihrem Spielmanns- und lür ikzug stand im östlichen Teile der Ludwigstraße. Irjbem die SA.-Stürme auf dem Landgraf- -*) ipP-Platz vor dem Standartengebäude angetre- ka und dem Führer der Standarte 116, Standar- ea ihrer Lutter, gemeldet waren, erfolgte gegen h.O Uhr der Abmarsch von dort zum Sammel-
der Fackelzug-Formationen. Umgeben von HW großen Menschenmenge wurden während iw kurzen Marschpause am Ludwigsplatz die Stellt angezündet, dann ging
der Zackelzug
in Viererreihen auf den Marsch. An der Spitze, Jwr der SA.-Musik, schritt Standartenführer ipir: ter, gefolgt von dem Feldzeichen der Stan- : hrx, von den SA.-Reserve-Stürmen, der aktiven 1 EL_ ber Marine-SA., bem NSKK. unb dem Mo- : Itroturm. Die Stürme führten ihre Fahnen inner- I cll ihrer Einheiten mit sich. Die zweite Gruppe i k;.Zuges bildeten die Politischen Leiter mit ihren : ihen und die Fahnengruppe der Arbeitsfront.
!:e dritte Gruppe wurde von der HI. unb dem i irrjoolf gestellt. Am Schlüsse des großen Zuges :»u'chierte, wie immer bei solchen Gelegenheiten, i i sS. Die Musik der SA., des Marine-Sturm- ifcmis unb bie Fanfaren-Bläser unb Trommler bes l^ryvolks spielten bie altbekannten flotten Marsch- i im, ferner würben' von manchen Stürmen alte
3 neue Kampflieber ber Bewegung, bekannte < liLatenlieber gesungen, so baß ber ganze Fackel- i ijtDom starken Rhythmus der Musik" und des Ge- s ns getragen war, der im Einklang stand mit i n wuchtigen Tritt der Marschkolonnen. Der Zug • |ii( vom Ludwigsplatz aus durch bie Lubwigstraße, 'vLihstraße, Hinbenburgwall, Horst-Wessel-Wall, ! kilihofstraße, Neustabt, Wernerwall, Walltor- \ |w-.e, Linbenplatz, Kirchplatz, Schulstraße, Sonnen- ssb^e, Kreuzplatz, Seltersweg, Hinbenburgwall, ! l! i m-Bäue, Sonnenstraße, Brandplatz zum Land- ijni'Philipp-Platz. Ueberall auf feinem Wege 1 Birne der Zug von der großen Menge der Volks- iM'Uen mit starkem Interesse in Augenschein ge- i urnen, wurden die Fahnen des Führers und ilcirit dieser selbst in herzlicher Weise gegrüßt. Viel- s oi) standen die Menschenmassen mehrere Glieder : r nufgebaut, je mehr sich der Zug aber seinem 'lli'ichziele näherte, desto stärker versammelten sich ini die Zuschauer auf dem Landgraf-Philipp-
um hier Zeuge der
Kreuefuttögebung für den Führer
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। |i isin. Zu dieser packenden nächtlichen Feier vor >«n Kriegerdenkmal hatten die Kolonnen ber SA., !5ii Formation ber Politischen Leiter, bie HI., das «|in,|Dolf und die SS., ferner die riesige Zuschauer- :rnize in dichtgedrängten Massen Aufstellung ge- Hmen. Die Polizei' und die SS. versahen ge- witifam in der bekannten vortrefflichen Art den ) Ob ungsdienst. Nach dem Aufmarsch der Forma- imin hielt, umgeben von den Fahnen der Bewe- pib der Kreisleiter Dr. Hildebrandt eine hie? Ansprache, in der er u. a. betonte, daß der 2- März 1936 in der deutschen Geschichte bis in ’ ■ ernsten Zeiten fortleben wirb als ein Tag, der il «en größten gehört, die deutsche Menschen je nhen durften. Das deutsche Volk, einst in sich zer- f'ei unb durch Hader und Zwietracht geschwächt, Wh an diesem Tage durch seinen geschlossenen Ein- K1 Ibefunbet, baß es jetzt bereit ist, mit vollem seiner Kräfte bas beutsche Schicksal zu mei- Lr2 unb daß es die Größe dieser Zeit und das Mvitt ber Stunde begriffen habe. Wir alle können «ivar dafür sein, daß wir diesen Tag erleben rrhen, an dem sich das deutsche Volk in :J1®r Einheit und Geschlossenheit, die
»r Geschichte aller Völker noch nie zu sehen r uno wohl auch nirgendwo jo wie in Deutsch
Tier- und Pflanzenwelt unter verstärktem Schuh.
24 Pflanzenarten vollkommen geschützt!
3m Reichsgesetzblatt ist dieser Tage durch den Reichsforstmeister Hermann Göring eine neue, sehr wichtige unb weitgehende Verordnung zum Schutze der wild wachsenden Pflanzen und der nicht jagdbaren, jedoch wild lebenden Tiere erlassen worden.
Das bis ins kleinste gehende neue Gesetz bringt umwälzende Neuerungen auf allen Gebieten des Naturschutzes. Es gab bisher in den meisten deutschen Ländern schon einige Pflanzen, die geschützt waren. Nunmehr stehen jedoch alle wildwachsenden Pflanzen im gesamten Reichsgebiet unter Naturschutz. Es zählen hierzu u. a. die unbefugte Entnahme von Schmuckreifig, wozu in Zukunft ein Erlaubnisschein des Besitzers des betreffenden Grundstückes oder der zuständigen Ortspolizei- behörde erforderlich ist: das Niederschlagen von Stauden und Uferpflanzen, sowie das unbefugte Abbrennen der Pflanzendecke. Auch wenn kein wirtschaftlicher Schaden hierbei für
irgend jemand entsteht, sind derartige Eingriffe in das Landschaftsbild fortan unbedingt zu unterlassen.
Es gibt nunmehr nach dem Gesetz 24 vollkommen geschützte Pflanzenarten in Deutschland, die weder beschädigt, noch gepflückt oder sonstwie entfernt werden dürfen.
Es zählen hierzu vor allem der Königsfarn, sämtliche Orchideenarten, die weiße Seerose, Stranddistel, Alpenveilchen, Alpen-Anemone, sowie Edelweiß unb Enzian. Bei anberen wilbwachsenben Pflanzenarten, darunter Maiglöckchen, Schneeglöckchen, Christrose, sowie Himmelschlüssel und Primeln, bezieht sich das Verbot hauptsächlich auf die Wurzel- stocke, Zwiebeln und Rosetten. Man darf also z. B. wohl Schlüsselblumen pflücken, jedoch nicht ihre W u r z e l st ö ck e mit nach Hause nehme n.
Schließlich ist nunmehr auch das Sammeln nicht geschützter wildwachsender Planzenarten zu Handelszwecken ohne Erlaubnisschein untersagt. Grund-
Dienstag, 3s.Marz 1936
sätzlich soll ein solcher nicht mehr erteilt werden für Eibe, Wacholder, Schlangenmoos, Meerzwiebel und Schwertlinien.
Auch soll das Landfchaftsbild durch Aernhalten ausländischer Pflanzen oder Gewächse, die in der betreffenden Gegend nicht schon seit langer Zeit beheimatet sind, nach Möglichkeit in seiner ursprünglichen, rein deutschen Form erhalten werden.
Natürlich hat diese Bestimmung für Grundstücke in Privatbesitz, Garten- ober Parkanlagen. Aecker, Versuchsfelder ober begleichen, keine Gültigkeit. Auch Gemeinben unb Genossenschaften können weiterhin nach Belieben auslänbische Pflanzenarten aussäen ober anpflanzen lassen.
Nicht minder umfangreich sind die neuen Bestimmungen zum Schutze ber wilb lebenben, nicht jagdbaren Tierwelt. Es sind nunmehr für das gesamte Reichsgebiet sämtliche Vogelarten mit Ausnahme der Nebel-, Raben- und Saatkrähe, ber Elster, bes Eichelhähers, sowie bes Feld- unb Haussperlings gesetzlich geschützt. Man bars jeboch auch biesen sieben „vogelfreien" Arten nicht mehr zur Nachtzeit ober mit Leim, Schlingen, Tellereisen unb Lockvögeln, Schlag- ober Zugnetzen, künstlichem Licht unb Giftstoffen nachstellen. Auch bas Aufsammeln von toten, kranken ober verletzten Vögeln, sowie bie Heranziehung von Kinbern zu ber Beseitigung von Nestern ober bem Vogelfang ist verboten.
Unter Naturschutz genommen wurden neuerdings an freilebenden Tieren außerdem der Igel, Spitz- und Fledermäuse, die Haselmaus, Eidechsen, Blindschleichen und Ringelnatter, sämtliche Froscharten mit Ausnahme des Das- serfrofches, sowie Salamander, Kröten und Unken.
Auch Segel- unb Apollofalter, sowie Hirschkäfer und rote Walbameisen bürfen nicht mehr ohne berechtigten Zweck gefangen ober getötet werben. Grunblegenbe neue Bestimmungen, auf die man schon seit Jahrzehnten gewartet hat, bringt die Naturschutz-Verordnung über die Haltung von Katzen und Stubenoögeln. Gegen unbeaufsichtigte Katzen darf demnach in Zukunft vom 15. März bis 15. August und solange Schnee den Boden deckt, durch Grundstückseigentümer, Nutzungsberechtigte ober deren Vertreter zum Schutze ber Vogel- und Kleintierwelt vorgegangen werben. Allerbings bürfen bie Tiere nicht getötet werben, sanbern können lebiglich gefangen unb in „Sicherungsverwahrung" genommen werben, bis sie ber Eigentümer auslöst ober bie Ortspolizeibehörbe über ihr Schicksal entscheibet. Auch ist es untersagt, in Hausgärten ober unmittelbarer Nachbarschaft bewohnter Gebäube Katzen durch Köder anzulocken.
In der Nähe von Großstädten und in Industriegebieten ist in Zukunft der Fang von Stubenoögeln grundsätzlich nicht mehr gestattet. Dagegen kann eine beschränkte Anzahl gefieberter Hausgenossen von eigens zu biefem Zweck von ben höheren Naturschutzbehörden aufgestellten, zuverlässigen Leuten in bestimmten Landbezirken nach wie vor gefangen werden.
Sämtliche Stubenvögel müssen ferner in Zukunft beringt fein.
Bei noch im Handel befindlichen oder frisch gefangenen Stubenvögeln hat dies unverzüglich mit dem amtlich vorgeschriebenen Fußring zu erfolgen, während bei in Privatbesitz befindlichen die Berin- cung erst bis zum 1. Januar 1938 beendet fein muß. Bei ausländischen Vögeln ist dagegen eine Kennzeichnung nicht erforderlich.
Zuwiderhandlungen werden mit Haft- oder Geldstrafe bis zu 150 Mark geahndet, an deren Stelle in besonders schweren Fällen sogar Gefängnisstrafen bis zu zwei Jahren treten können.
Verbilligte Abgabe von Frnchtmns.
Wenn im Frühjahr die Vorräte an felbstein- gemachtem Obst so ziemlich aufgebraucht find, dann steht die Hausfrau vor der nicht leichten Aufgabe, die entsprechende Lücke bis zur neuen Ernte irgendwie auszufüllen. Dazu soll ihr, wie im Vorjahr, 'auch m diesem Jahr ein verbilligter Brotaufstrich aus deutschem Obst dienen, der mit deutschem Zucker (kein Süßstoff) hergestellt wird.
Berücksichtigen wir, daß in den uns umgebenden Landern, insbesondere in England, die Marmelade in der Volksernährung eine bedeutend größere Rolls spielt als bei uns, unb baß in manchen ßänbern ber Verbrauch ein brei- bis vierfach stärkerer ist, so sehen wir, baß bie Marmelabe in Deutschlanb' zu Anrecht etwas in ben Hintergrunb getreten ist, woran wohl zweierlei bie Schuld trägt: erstens wirkt noch bis zum heutigen Tag eine gewisse „Kriegsmarmeladenpsychose" in Verbraucherkreisen nach, Zweitens smd die Preise des nicht verbilligten Frucht- muses, insbesondere für kinderreiche Familien, nicht immer tragbar.
Die Hersteller verbilligter Marmeladen sind verpflichtet, die gesetzlichen Bestimmungen der Verarbeitung von Obsterzeugnissen strengstens einzuhalten. Damit ist die Gewähr gegeben, baß nur beste Er- Zeugnisse zur Auslieferung an bie Verbraucher kommen. Die Qualitäten find also genau so vollwertig wie jeher anbere Brotaufstrich.
An verbilligten Erzeugnissen gibt es: Viersrucht- marmelaben. Gemischte Marmelaben, Aepfelnach- pressegelee mit Himbeeraroma, Pflaumenmus aus Trockenpflaumen mit Zusatz von frischen Pflaumen Gemischtes Mus, Apfelkraut gesüßt.
Die brei ersten Arten finb am meisten bekannt unb wurden schon vor der Verbilligung als hauptsäch- lieber Brotaufstrich verbraucht. Die verschiedenen Pflaumenmussorten sind in der Frankfurter unb Hanauer Gegend, sowie vor allem im gesamten mitteldeutschen Gebiet verbreitet, während Apfelkraut in der Hauptsache im Rheinland und in West- falen verwendet werden.
Die verbilligte Marmelade setzt sich zusammen zu 0 , H aus deutschen Aepfeln unb zum Teil aus deutschen Birnen: bie weiteren 50 v. H. sind Pflaumen, Kirschen, Himbeeren, Joh<innisbeeren, Stachelbeeren, Mirabellen. Erdbeeren usw. Dadurch wirb in geschmacklicher Hinsicht eine große Mannigfaltig, keit geboten. y
Verbilligte Erzeugnisse dürfen nur an Haushaltungen — unb zwar über den Handel — an Verpflegungsstätten des Arbeitsdienstes an die Formationen der NSDAP., sostale Anstalten, Jugendherbergen, sowie an das S t u deute n werk abgegeben werden, nicht aber zur ge- werbllchen Meiterverbreitung und zum Verbrauch in den Gaststätten.
Autzcc als Bratausstrich zum Frühstück anstelle von


