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„Pfefferland" ab. So wird der unverbesserliche junge Taugenichts Robert Clive, Sohn eines kleinen Grundbesitzers, in die Ostindische Handels- kompanie gesteckt, um ihn loszuwerden. Das gleiche Schicksal widerfährt dem armen Waisenknaben W a r r e n H a st i n g s, für den es zuhause kein Fortkommen gibt. Jeder der zwei erhält einen unbedeutenden Posten als Schreiber. Ohne bestimmten Plan, ohne sonderliche Unterstützung, ja gegen zahlreiche Hemmungen, ist das Werk dieser Eroberung innerhalb weniger Jahrzehnte von diesen zwei Männern vollbracht worden. Beide haben aus eigenem Antrieb handeln, sich alles selbst schaffen und schwerste Widerstände überwinden müssen. Der spärliche und verspätete Dank, den sie ernteten, war überdies durch Anwürfe und Verunglimpfungen vergällt. Außer der Fülle der Tatsachen liegt der Reiz des Stoffes in der Atmosphäre des alten England. Es ist das Zeitalter Georg III., das Bühne und Rahmen der Vorgänge bildet. Man erlebt die Blüte des englischen Paria- ments, die Aera der klassischen Debatten Und in diese Jahre fällt die Eroberung eines Weltteiles, die sich mit den rauhen und unerbittlichen Mitteln von Konquistadoren vollzieht, indes daheim der Kampf zwischen Moral und Bereicherungssucht aus- gefochten wirb. Puritanischer Gerechtigkeitssinn steht im Felde gegen die „Rabobs", die, als neue Schicht, nach aufwärts drängen. Eine Handelsgesellschaft auf Aktien führt Kriege, unterwirft Länder und regiert sie. Das Bild eines der großartigsten Abschnitte des vehementen jungen Imperialismus.
Erdkunde
— Die großen Wirtschaftslandschaften der Vereinigten Staaten stehen im Mittelpunkt der neu erschienenen Lieferungen 87 bis 100 des „Handbuches der geographischen Wissenschaft" (Herausgegeben von Professor Dr. Fritz Klute (Gießen) unter Mitarbeit führender Gelehrter; Athenaion-Verlag, Potsdam). Professor Dr. Dietrich gibt eine fesselnde, durch die Heranziehung der neuesten statistischen Ergebnisse überaus wertvolle Schilderung der Hauptteile von USA. Allein die Stadtentwicklung Reuyorks bildet ein Kapitel, dessen Stoff den Leser durch seine Großartigkeit gefangen nimmt. Richt minder die Entwicklungsgeschichte der übrigen großen Industrie- und Wirtschaftszentren. Chi'kago, die große, mitten im Farmland gelegene Wirtschaftshauptstadt der Landesmitte, der erste Handelsplatz für Fleisch, Getreide
und der schönen Kleidung auch! Wer sich im Sonnenschein bewegt, muß schon gut angezogen sein. Es ist ja wirklich kein Kunststück, wenn alles so preiswert in einer so großen
14jähriger Schüler in Berlin die Wohnung seines Schulkameraden betrat, um mit ihm zusammen die Schularbeiten zu machen, trat ihm dieser auf dem Korridor mit vorgehaltener Pistole entgegen. Im gleichen Augenblick krachte ein Schuß und traf den Eintretenden, so daß er t o t niedersank. Der Junge hatte die Pistole in Abwesenheit der Eltern aus einem verschlossenen Kasten im Wäscheschrank genommen. Er hatte, wie er bei der Vernehmung angab, seinem Klassenkameraden „nur einen Schreck einjagen" wollen in der Meinung, die Waffe sei nicht geladen.
3m Streit erstochen.
In einer der letzten Rächte ereignete sich, wie die „NSZ. Rheinfront" meldet, in Helligenstem bei Speyer eine schwere Bluttat. Der Milchhändler S e i t h e l brachte einem gewissen Bayer nach einem Wortwechsel fünf Stiche bei, die tödlich wirkten. Beide hatten längere Zeit in einer Wirtschaft gezecht und waren anschließend noch einer privaten Einladung gefolgt. Auf dem Nachhauseweg gerieten sie dann in Streit. Der Täter wurde verhaftet.
Lynchjustiz an einem Neger in Amerika.
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und Mehl und das größte Eisenbahnzentrum der Erde, ist heute etwas über 130 Jahre alt. Um 1805 zählte die Siedlung kaum 150 Einwohner; heute leben auf einer Stadtfläche von 237 Quadratkilometer 3,4 Millionen, mit Umkreis 4,4 Millionen Menschen. Don den übrigen Beiträgen führt Prof. Wegener seinen Beitrag über China und Prof. Friedrichsen seine Darstellung Polens und der baltischen Randstaaten fort. Ferner Frankreich in der Schilderung von Prof. Scheu, Oesterreich aus der Feder Prof. Lichteneckers und die Tschechoslowakei in der Darstellung von Prof. Machatschek. Allein die Kapitel über die Bevölkerung und die Siedlungsgeschichte eines jeden Landes sind Fundgruben geographischer, wirtschaftlicher und politischer Erkenntnisse. So erhalten wir im Zusammenhang mit der geographischen Erklärung Nordfrankreichs einen gedrängten, durch Karten anschaulich gemachten Bericht über die französischen Befestigungen an der Ostgrenze. So werden aus der Bevölkerungsgeschichte Oesterreichs Zusammenhänge deutlich, die bezeichnende Schlaglichter auf die heutige politische Entwicklung der Donaustaaten werfen, und so kann auch niemand besser die Uneinheitlichkeit des tschechoslowakischen Staates beweisen als der Geograph.
Deutsche Erzähler.
— Emil Strauß: DerNackte Man n. Ein historischer Roman. Neue Volksausgabe. Leinen 3,60 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1936. — (15) — In der Reihe der Romane von Emil Strauß ist der „Nackte Mann" bis heute der einzige geschichtliche Roman geblieben. Der „Nackte Mann" — das ist Wotan, der sick; zu mitternächtiger Stunde im Mondlicht den Pforzheimern als gespenstische Erscheinung zeigt, wenn der Stadt ein Krieg droht. Und der Krieg steht, wie schon häufig in vergangenen Tagen, auch zu Beginn des 17. Jahrhunderts wieder einmal vor den Toren. Es ist ein Kampf der geistigen Selbstbehauptung, den die Stadt Pforzheim wider den Markgrafen führt. Die lutherische Bürgerschaft, wehrhaftes und glaubensstarkes Volk, trotzt der Willkür des Fürsten, der sie mit Gewalt von ihrem Glauben abbringen will. Sie besteht auf ihrem Recht und läßt sich ihre Freiheit durch keinerlei Zwang streitig machen. Einmütig bekennen sich alle vom jüngsten Handwerker bis zum Bürgermeister zu diesem Kampf. Und da sie Gut und Blut für die Freiheit einsetzen, tragen sie schließlich auch den Sieg davon. Tragik, Güte, Humor und Liebe gesellen sich zu dem unerbittlichen Willen und zu der harten Treue dieser Menschen, die beweisen, daß sie „Männer von Blut und Eisen sind, für die es einen Punkt gibt, wo sie nicht anders — wollen, ums Verrecken nicht". Ein Beispiel für alle ist des Markgrafen Jugendfreund, der Hauptmann Gößlin, der als der eigentliche Held der Dichtung vor die schwere Entscheidung gestellt wird, dem Freund ober der Heimat die Treue zu halten. Er bewährt sich irt diesem Zwiespalt als ein rechter Mann, der der Heimat zuliebe und weil das Blut in ihm mächtiger ist als alle freundschaftliche Verlockung, nicht anders kann, als dem Markgrafen die tausendfach erprobte Freundschaft zu brechen. In dieses reiche Geschehen, das ein überlegen lächelnder Humor durchzieht, ist eine köstliche Liebesgeschichte eingeflochten, die in ihrer menschlich-beschaulichen Art noch einmal das Thema des Kampfes und der Treue bekräftigt.
— Georg von der Bring: „Die Spur im Hafen". Ganzleinen 3,80 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (66) — Georg von der Bring macht auch aus einem kriminalistischen Stoff ein wertvolles Buch. Nicht etwa, daß die Handlung an Spannung verlöre; der geheimnisvolle Tod des alten Baumeisters Tewes, die vielfach durchkreuzten Versuche seines Neffen, den Mörder ausfindig zu machen, die seltsam verworrenen Verhältnisse in der alten Hafenstadt, die zum Schauplatz so ungewöhnlicher Ereignisse geworden ist, ziehen den Leser ganz in ihren Bann. Aber ein besonderer Reiz erwächst dem Roman aus seinem Zeitkolorit. Die Handlung ist in die 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts verlegt, die Burschenschaftsbewegung spielt hinein. Kriminalfall, Liebesgeschichte, historischer Hintergrund sind zu einer äußerst reizvollen Handlung miteinander verwoben.
schäfte in seiner Pariser Niederlassung wahrgenommen hatte. Die Gerichte dagegen kamen zu dem Ergebnis, daß es sich um zwei völlig selbständige, getrennte Geschäftsbetriebe handelt, so daß ein Verstoß gegen die Devisengesetze vorlag. Im ganzen sollen der deutschen Devisenwirtschaft durch die Schiebungen des Angeklagten mehr als 17 000 Mk. entzogen worden sein. Sklarz war 1934 in erster Instanz zu drei Jahren Zuchthaus und 15 000 Mk. Geldstrafe, in zweiter Instanz dagegen nur zu zwei Jahren fünf Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Reichsgericht hob dieses Urteil auf und verwies die Sache nach Berlin zurück. Nunmehr erkannte die 24. Strafkammer in Berlin auf drei Jahre Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und 15 000 Mk. Geldstrafe.
„Graf Zeppelin" vor der afrikanischen Küste.
Das Luftschiff „Graf Zeppelin" legte im Laufe der letzten Nacht bei günstigen Winden zeit- weise über 150 Kilometer je Stunde zurück und stand heute morgen um 7 Uhr mitteleuropäischer Zeit nach Mitteilung der deutschen Seewarte vor der afrikanischen Küste in Höhe von Rio de Oro.
Seinen Schulkameraden erschossen.
Wieder einmal hat das Spielen mit dem Revolver ein Todesopfer gefordert. Als eih
Das Berliner Einsturzunglück vor Gericht.
Im Berliner Bauunglücks - Prozeß äußerte sich Bauleiter N o t h noch einmal über seine Beobachtungen beim Einsturz und gab über den vermeintlichen Grund der Katastrophe Erklärungen ab, die der Vorsitzende teilweise als völlig neu bezeichnete und die im Gegensatz zu den von Sachverständigen der Staatsanwaltschaft festgestellten Einsturzursachen stehen. Der Vorsitzende drang immer wieder mit der Frage auf Noth ein, ob er nicht etwa die Vorgänge nachträglich rekonstruiert habe, um zu dem für ihn entlastenden Ausgangspunkt eines Beginnes der Einsturzkatasttophe auf der Tiergartenseite zu kommen. N o t h bestreitet das.
Reichsbshnrat Weyher erklärte, zwei Gesichtspunkte seien maßgebend gewesen: der Wunsch der Arbeitsbeschaffung und die Notwendigkeit, die unterfahrenen Straßen zum vertraglich festgesetzten Zeitpunkt wieder dem Verkehr übergeben zu können. Es mußte daher mit Einsatz aller Kräfte gearbeitet werden. Weyher will die ihm obliegende Ueberwachungspflicht hinsichtlich der Baustelle vertragsgemäß und nach bestem Wissen erfüllt und daraus gesehen haben, daß die persönliche Sicherheit der am Bau Beteiligten wie auch die Verkehrssicherheit des endgültigen Bauwerkes gewährleistet war. Er verwahrte sich gegen die Behauptung, daß er aus Sparsamkeitsgründen irgendwelche notwendigen Sicherheitsmaßnahmen unterlassen habe.
Die Verhandlung wurde vertagt.
Gemeinsame Flagge für die Schiffe des Seediensles Ostpreußen.
Die Besatzungen der drei eigenen Schiffe des Seedienstes Ostpreußen „Tannenberg", „Hansestadt Danzig" und „Preußen" haben den Reichs- und Preußischen Verkehrsminister gebeten, die Führung einer gemeinsamen Flagge durch die drei Schiffe zu genehmigen. Die erbetene Genehmigung hat der Minister um so lieber erteilt, als der gemeinsame Antrag der ge- gesamten Besatzungen zeigt, wie das Bewußtsein der schönen Ausgabe der Mitarbeit am Aufbau des deutschen Ostens die Besatzungen dieser von drei verschiedenen Reedereien, dem Norddeutschen Lloyd, der Firma I. F. Bräunlich und der Hapag-See- bäberbienft G. m. b. H. mit bester Deutscher Reeber- kunst betriebenen schönen Schnellschiffe in bem Gefühl echter beutscher Arbeitskameradschaft fest zusammengeschweißt hat. Die Flagge wird im Großtopp ber Schiffe über ber Kontorflagge ber betriebe» führenden Reeberei geführt werben und soll bei der Flaggenparade am nationalen Festtag des deutschen Volkes, am 1. Mai, zum ersten Male feierlich gesetzt werden.
Die Zivilliste König Eduards VIII.
Ein Sonderausschuß des Unterhauses beschäftigte sich mit der Zivilliste des englischen Königs, die nach dem Tode des Königs Georg V. neu festgesetzt werden mußte. Da König Eduard VIII. nicht verheiratet ist, wird sich seine Zioilliste erheblich niedriger stellen als die seines Vaters. Er wird 410000 Pfund (5 Millionen Mark) erhalten, während feinem Vater 470 000 Pfund (6 Millionen Mark) zugebilligt waren. Von der Gesamtsumme werden jedoch auf Wunsch des Königs, solange er unverheiratet bleibt, 156 000 weitere Pfund jährlich eingespart.
Drei 3ahre Zuchthaus für Heinrich Sklarz.
Aus dem Dunkel der Vergessenheit tauchte anläßlich einer Verhandlung vor der Moabiter Strafkammer noch einmal der Name der berüchtigten Nachkriegsschieber Gebrüder Sklarz auf. Diesmal handelte es sich um den 54jährigen Heinrich Sklarz, der 1932 Devisenschiebungen begangen hatte, indem er Verbindlichkeiten seines Sohnes Leonhard bezahlte. Leonhard Sklarz betrieb ein Geschäft in Paris. Sein Vater suchte sich damit herauszureden, daß sein Sohn für ihn die Ge
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Politik und Geschichte.
— Professor Dr. Gerhard Ritter: Friedrich der Große. Ein historisches Profil. In Leinenband 5,50 Mark. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. — (80) — Gerade heute, wo das deutsche Land frei, mächtig und in sich geeint vor uns steht, ist es doppelt reizvoll, jene Gestalt der deutschen Geschichte auf uns wirken zu lassen, die im brandenburgisch-preußischen Kernland den Grundstock, für das heutige Reich schuf. Eine klare Herausstellung dessen, was von dem großen Friedrich fortwirkt in der Geschichte, was uns zur Selbstbesinnung aufruft und fruchtbar gemacht werden kann für unsere Gegenwart, konnte nur ein Kenner dieses königlichen Heldenlebens und seiner Zeit schreiben. Der Freiburger Gelehrte hat mit feinem Gefühl das Wesensgefüge dieser Führerpersönlichkeit herausgearbeitet und ihre Handlungsweise in ihrer ganzen Größe erstehen lassen. Frei von jeder willkürlichen Gegenwartsbezogenheit wird das Leben Friedrichs des Großen aus seinen eigenen Voraussetzungen beariffen. Der fürstliche Absolutismus, die damaligen Verhältnisse in Brandenburg-Preußen und die besonderen Bedingungen einer freudlosen Jugendzeit bilden die Grundlage für das Verständnis der Weltanschauung und der Staatsauffassung Friedrichs. Es folgt eine reizvolle Darstellung der politischen und militärischen Zusammenhänge, die zur Eroberung Schlesiens führten, sowie eine eindringliche Schilderung des Kampfes Preußens um seine Selbständigkeit. Die Kapitel über friederizia- nische Kriegführung und Staatsverwaltung lassen die Genialität des großen Feldherrn und Staatsmannes sinnfällig vor Augen treten. Den Schluß bildet eine Hervorhebung dessen, was uns der große Friedrich bedeutet.
— K. L. Baggefen: Der Griff nach Indien. Clive und Hastings die Gründer des indischen Kaiserreiches. Mit 5 Bildtafeln. Brosch. 3,60 Mark, geb. 4,80 Mk. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich und Leipzig. — (108.) — Einer Zeit, die die Frage „Recht auf Kolonien und Kolonisierung" zum Weltproblem erhebt, wird die Darstellung der Größten aller Kolonialgründungen von besonderem Interesse: die Eroberung Indiens durch die Engländer, wohl das bedeutendste Kapitel der britischen Kolonialgeschichte. Im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts weiß England wenig von seinen tropischen Kolonien. Dahin gehen gewöhnlich nur Glücksritter ober man schiebt Tunichtgute ins
In Royston in Georgia (USA.) wurde ein jähriger Neger, der angeklagt war, versucht haben, ein weißes Mädchen zu schänden, nachts etwa 40 Männern gewaltsam aus dem Gefängnis geholt. Sie schleppten den Neger zum Tatort und knüpften ihn dort an einem Baum auf.
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