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Kreuzes zum Wohle des Volkes und Vaterlandes werden.
-t- T r e i s a. d. Lda., 28. Febr. Das A n w e s e n zes Landwirts Georg Schaaf dahier, der sich in Zer Heiliygarienstraße eine neue Hofreite erbaut hat, ist für den Preis von 3000 RM. von dem Fabrikarbeiter Balthasar Römer käuflich übernommen worden. — Die Bautätigkeit fetzt in diesem Jahre bei uns rege ein. Es sollen 4 neue Wohnhäuser in Arbeit gegeben werden, die im -erbst noch bezogen werden sollen. — Unter dem Rindviehbestand unserer Gemeinde ist seit Monaten eine an st eckende Krankheit vorhanden, die sich in häufigen Verkalbungen äußert und trotz ärztlicher Hilfe nicht einzudämmen ist. Die Landwirte stehen der Krankheit ratlos gegenüber.
ch Hungen, 28. Febr. Die hiesige Volksschule veranstaltete im Saale des „Darmstädter Hof" einen wohlgelungenen Elternabend. Kreisschulrat Dg. Nebeling (Gießen) nahm daran teil. Der Leiter der Schule, Rektor Schaad, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Bedeutung dieser Elternabende hin. In sinnreicher Folge brachten anschließend unter Leitung von Lehrer Schmidt WWWWWWWWWWWI
Heute Neuer Nomau IIIllliiillliilliilllllillllllllllllllllllllllllllllllllilllllllllliiillllWWIlll die Schüler Gedichte und Gesangsvorträge, die in dem hohen Liede des Vaterlandes gipfelten und von einer sorgsamen Einstudierung Zeugnis ablegten, zu Gehör. Kreisschulrat Nebeling sprach über das Erziehungsziel des deutschen Menschen. Vom Führer selbst in das Volk getragen, sei es äußerste Pflicht eines jeden wahrhaft deutschen Volksgenossen — neben Elternhaus und Schule — mit all seinen Kräften an den großen Erziehungsaufgaben an seinem Platze mitzuhelfen. Alles Schaffen und Wirken in diesem Sinne diene dem einen großen Ziele: Deutschland! Der mit großem Interesse aufgenommene Vortrag fand den dankbaren Beifall seiner Zuhörer. Nach Dankesworten an alle Mitwirkenden, insbesondere an den Redner des Abends und an den Leiter der Vorführungen der Schüler, fand der Abend mit dem Gedenken an Horst Wessel und den Gruß an den Führer des Vaterlandes feinen Abschluß.
< Hungen, 28. Febr. Zur Zeit findet in den durch Frau Prinzessin Hermann zu Solms-Braunfels im hiesigen Schlosse zur Verfügung gestellten Räumen durch Frl. Emmi Spies eine Ausstellung von kunstgewerblichen Arbeiten — Handarbeiten alter deutscher und ausländischer Volkskunst statt. Besonderes Augenmerk finden die kunstvollen Webereien und Stickereien, die zum Teil über 150 Jahre alt, dem Beschauer ob ihrer Feinsinnigkeit einen tiefen Einblick in die hochentwickelte Kunst unserer Ahnen gewähren. Der Ausstellung wird von allen Seiten großes Interesse entgegengebracht.
Kreis Schotten.
(D Schotten, 28. Febr. Die ordentliche Hauptversammlung des Schotten er Pferdeoer- sicherungsvereins fand hier bei zahlreicher Beteiligung im Gasthaus „Zur Traube" statt. Der Vereinsführer August Rausch konnte in seinem Jahresbericht eine günstige Weiterentwicklung des Vereins feststellen; er wies darauf hin, daß bei einem Mitgliederstand von 205 Personen nunmehr 297 Pferde versichert sind, daß im Jahre 1935 die Vergütung in 12 Schadensfällen restlos ausgezahlt werden konnte und daß es gelang, durch zielbe- wußte Arbeit die Vermögenslage des Vereins er-
WiimiMiiDteii.
Vornan von H. von Hellennann.
Copyright 1936 by Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68.
34. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
32. Kapitel.
Novemberstürme brausten über das Land raubten den letzten kärglichen Rest von Licht und Warme. In den Kirchen gedachte man der Toten, schmückte die Ruhestätten der stillen Schläfer mit ®^urJCT4' die sich wie treue Hände über die wmterkahlen Hügel breiteten. . . ,
Und dann ging — über Nacht und unversehens erstanden — ein leises Singen und Klingen durch die Welt: Adventskränze wand man und hatte em Lied auf den Lippen, die unter der übergroßen Last von Not und Sorge des Jahres beinahe das Lächeln verlernt. Draußen ward es immer dunkler und kalter, aber in den Zerzen wuchs ganz 'acht ein lichter Schein empor. Die lieblichste Tochter des Himmels, die Freude, nahm den Menschen b-> d-r Hand und lacht- ihn an nut ihren I^“Weirten Augen, bis seine arme geduckte Seele sich allmaWi« an diesen Strahlen entzündet und das Bedursms empfand, das holde Geschenk der Freud- auch an b<3m Krankenhaus wanderten Kinder oon einem Saa7 aum andern legten -inen Tannenzw-ig nut rotem Ld°umwunde°n auf Bett un angen mit heller Stimme die toftlidjen alUn tt>er,
jedes Jahr schöner scheinen, und d>- mancher Kranke mitzusummen versuchte.
An Elfriede Stallings Bett saßen Mu r und ^^^ÄÄ^^rei Weihnachten duftete. Heute v imnerhofft gute
Besserung ist ein reines Wunder, wem,
»SS» — - so sichtlich an ihrer Freude teilnahm den,
Schmal war das Gesicht der Kranken 9 aber diese feinen, leldgezeichneten
Drau schöner denn je zuvor. Em h v $rau durchrieselte ihn jedesmal, wenn die geh ^gen nach feiner Hand tastete, die f^or? , anftrablten. ihn in alter Klarheit und 3rmigfeit Nun trennte sie nichts mehr, tot ® der beinahe ihrer beiden Leben zerstört yarre-
heblich zu verbessern sowie die Ausstände bis auf einen geringen Rest yereinzubekommen. Die durch den Vereinsrechner Karl Stang erstattete Rech- nungsablage ließ ebenfalls eine erfreuliche Aufwärtsentwicklung erkennen. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt und dem Rechner der gebührende Dank ausgesprochen. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen wurden verschiedene Satzungsänderungen angenommen. Der Vereinsführer schloß hierauf die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer und den Reichsbauernführer.
D Laubach, 28. Febr. Auf der letzten städti- schen Brennholzversteigerung, die im „Schützenhof" abgehalten wurde, waren viele Kaufliebhaber erschienen, so daß das Holz restlos abgesetzt werden konnte. Folgende Durchschnittspreise wurden erzielt: Buchenscheitholz 1. Klasse pro Raummeter 7 Mark, 2. Klasse 4 Mark; Eichenscheit und Birkenscheit je 3,20 Mark; Fichtenscheit 2. Klasse 2,40 Mark; Buchenknüppel 4,80 Mark; Hainbuchenknüppel 3,70 Mark; Eichenknüppel 2,40 Mark; Fichtenknüppel 2 Mark; Kiefernknüppel 3,20 Mark; Buchenreiser 1. Klasse (Reiserknüppel) 2,50 Mark; Stammreiser (Schichthaufen) 1,20 Mark.
Kreis Alsfeld.
= Flensungen, 28. Febr. Die hiesige Milchabsatzgenossenschaft hielt im Gasthaus „Zur alten Mücke" ihre zweite Jahreshauptversammlung ab. Vorsitzender Bürgermeister Erb gab den Geschäftsbericht. Insgesamt konnten 131 905 Liter Milch von Der Genossenschaft an die Molkerei Weickartshain abgeliefert werden. Eine Kassenprüfung erübrigte sich, da diese schon von behördlicher Seite durchgeführt war. Der Rechner Konrad Horst gab den Kassenbericht. Die turnusgemäß ausscheidenden Vorstands- und Auftichts- ratsmitglieder wurden erneut in ihren Aemtern be- ftätigt. Anschließend fand eine rege Aussprache über den oft schwankenden Fettgehalt der Milch
Die Jagd
Mag auch der Schnee langsam zu Boden sinken, als diese Zeilen geschrieben werden: schon längst stiegen trillernd die ersten Lerchen zum Himmel empor, zeigten sich schüchtern und zaghaft die ersten grünen Blättchen und kündeten dem Waidmanne, daß der Frühling kommt. Bald sprießt am Waldgraben frisches Grün, öffnen sich die Knospen des Geißblattes, schmückt sich die Weide mit silbernen und goldenen Kätzchen und blüht und duftet im Bergwald der Seidelbast. Waldschlüsselblume, Anemone und Lerchensporn schmücken dann den Waldboden wieder, unterm Laub treibt der zarte Waldmeister, und kräftig riecht die von der Frühlingssonne erwärmte Erde. In großen Keilen streben rufende Wildgänse und trompetende Kraniche der nordischen Heimat zu, auf dem Gartenzaun knickst wieder der Rotschwanz, am Bachufer wippt die Bachstelze, Drosselsang und Finkenschlag grüßen den Frühling, der seinen Einzug hält.
Wen es in diesen Tagen nicht hinauszieht in sein Revier, dies alljährliche und immer wieder neue Wunder mitzuerleben, dem fehlt etwas am rechten Jäger. Für den Jäger gibt es jetzt überall etwas zu tun und zu schauen. Leitern und Kanzeln, die nicht gut nachgeprüft und ausgebessert werden, können zu einer großen Gefahr für Leben und Gesundheit werden. Salzlecken sollen in keinem Revier mit Schalenwild fehlen. Sie werden gereinigt, neu beschickt ober burch Neuanlagen ergänzt. Pirschpfäbe erleichtern bas Beobachten und später das Besagen des Wildes ungemein. Und es gibt jetzt schon allerlei zu beobachten. Denn die Böcke haben schon gut geschoben, die Rehe stehen in großen Wintersprüngen noch zusammen.
Nur in diesen Wochen ist es möglich, sich ein wirkliches Bild über den Bestand zu machen, das als Grundlage für einen sachgemäßen Abschuß dienen kann. Es wird durch eine Anordnung des Gaujägermeisters für Oberhessen eine erneute
statt. Der zuständige Milchkontrolleur gab die nötiae Aufklärung. Er führte am anderen Tag eine Prüfung der Milch bei verschiedenen Bauern im Stall durch.
Preußen.
Wieder ein Zagdhauseinbruch.
< Klein-Rechtenbach, 28. Febr. In die in unserer Gemarkung am Rande des Walddistriktes „Steinsberg" belegenen Jagdhütte des Jagdpächters Hofmann aus Wetzlar wurde in einer der letzten Nächte ein Einbruchsdiebstahl verübt. Der oder die Diebe drangen auch hier, wie im benachbarten Dornholzhausen, durch gewaltsames Oeffnen der durch Läden gesicherten Fenster in das Innere der Jagdhütte ein, entwendeten ein Paar Schuhe und taten sich an den vorhandenen Getränken gütlich. Die durch den Oenbarmeriebeamten in Groß-Rechtenbach angestellten Ermittlungen waren bisher ergebnislos. Da ber Einbruch in ber gleichen Weise verübt wurde, wie in Dornholzhausen und in Berstadt (Hessen), die Diebe es auch in der Hauptsache auf Getränke abgesehen haben, liegt die Vermutung nahe, daß es sich in allen Fällen um die gleichen Täter handelt.
Kreis Wetzlar.
_l_ Waldgirmes, 28. Febr. Bei der Nutz - Holzversteigerung waren die Preise gegen voriges Jahr bedeutend niedriger. Eichenstämme kamen pro Festmeter 25 bis 40 Mark, nur ein Stamm, zu Furnierholz geeignet, kam pro Festmeter 123 Mark, Buchen von 18 bis 35 Mark, Kiefern 12 bis 25 Mark, Fichten-Schnittstämme 20 bis 25 Mark, andere Fichten 9 bis 13 Mark. Fichtenstangen waren außerordentlich gesucht; es kosteten 1. Klasse das Stück 2 bis 3 Mark, 2. Klasse 1,80 bis 2,20 Mark, 3. Klasse 0,80 bis 1,50 Mark.
im März.
Wildzählung bis Mitte April verlangt werden. Eine richtige Wildzählung, die gewissenhaft gemacht ist und nur so den wirklichen Interessen des Jägers dienen kann, soll nicht nur die Stückzahl erfassen, sondern sie muß zugleich Auskunft geben über die Geschlechts- und Altersgliederung. Sie in einem Tage durchzuführen ist in Revieren mit einem nennenswerten Bestand an Rehwild unmöglich. Hier führt nur häufiger Aufenthalt im Revier, verbunden mit genauem Ansprechen und Gliedern der einzelnen Sprünge und gewissenhafte Aufzeichnungen zu dem Ziel, das Aufstellung eines richtigen Abschußplanes heißt.
Vielleicht wird der Jäger bei diesen Reviergängen auch einmal Fallwild treffen. Das kommt im Frühjahr immer wieder vor. So ist auch jetzt schon wieder das Auftreten der Darmstrongy- lose, die uns alljährlich in unserem Gebiete ziemliche Eingänge bringt, fachmännisch festgestellt. Fallwild sollte nie offen liegen bleiben. Noch transportfähige Stücke sollten vom Sachverständigen grundsätzlich auf die Ursache ihres Eingehens untersucht werden. Derartige Untersuchungen werden z. B. in Gießen vom Veterinär-Patholog. Institut, Frankfurter Straße 94, durchgeführt. Es kann dem Jäger nicht gleichgültig sein, zu wissen, ob es sich um einzelne unter sich ganz verschiedene Fälle handelt, oder um eine Seuche. Er muß sich auch deswegen Klarheit verschaffen, weil er im Falle einer Seuche zur Meldung an den Kreisjägermeister verpflichtet ist und anderseits auch beraten werden kann, wie dem Uebel entgegenzuwirken ist. Daß solches für eine Untersuchung bestimmte Wild nicht „aufgebrochen" werden darf, sei nur erwähnt, weil immer wieder dagegen verstoßen wird. Nicht mehr transportfähiges Fallwild ist zu vergraben, der Boden darüber noch mit Kreofol oder etwas ähnlichem zu verwittern. Denn die Krankheitserreger können sonst leicht über den Boden verstreut, oder durch Füchse oder anderes Raubwild verschleppt
Goebel hatte ihm die Vorgänge an jenem verhängnisvollen Tag erzählt, weil er es für nötig hielt, dem jungen Freund das seltsame Gebaren Elfriedes zu erklären. Sie waren übereingekommen, der Mutter nichts zu sagen, um die ohnehin aufs äußerste Angestrengte nicht unnötig zu erregen. Später mochte sie die Wahrheit von der Töchter selber erfahren.
Nun horchte die Kranke auf: Durch die etwas offenstehende Tür drang der süße Klang einer Violine, oon Harmonium begleitet.
Das kenne ich doch — das ist doch das altdeutsche Hirtenlied mit Schalmeienbegleitung, das Hans immer spielte —"
Ganz recht, mein Kind, und Hans spielt es für dich, weil du es immer so liebtest", erwiderte Frau Margret, sich an dem Glanz weidend, der das zarte Gesicht erhellte. „Er wollte dir so gern eine ganfl besondere Freude machen, und da Franz euren leitenden Arzt gut kennt--"
Franz —?"
„Di- Goebel", verbesserte sich Frau Margret — und sah in ihrer Verlegenheit trotz der silberdurchzogenen Haare ganz mädchenhaft jung aus.
Elfriede langte nach der Mutter Hand, küßte sie und bettete ihre Wange darauf.
Natürlich, Dr. Goebel — ich ahnte es ja schon lange und bin sehr, sehr glücklich darüber, daß ihr euch gefunden habt. Wir alle haben ihn lieb — das heißt" — sie stockte, überlegte — „wie stellt sich denn Hans dazu? War er nicht ein bißchen eifersüchtig?"
Frau Margret lachte zärtlich.
„Früher vielleicht, aber jetzt ist „Onkel „Franz" fein Ideal! Das kam so — nach und nach."
Wäre Elfriede nicht verunglückt, wer weiß, ob Franz Goebel je wieder den Weg zu ihr gewagt hätte. Das Leiden ihres Kindes hatte der Mutter ein Glück geschenkt.
Still lauschten sie den schonen weichen Klangen, die alle Kranken im Hause erfreuten, Frau Mar- gret mit besonderer Ergriffenheit, denn Hans hatte ihr dieser Tage seinen Wunsch offenbart, Medizin studieren, einen Wunsch, den Go-bel auf das
Nachdrücklichste unterstützte. Hans Mervius mit feinem klugen Kopf, feinen geschickten Kunstler- fingern, seiner heißen, von der Mutter ererbten Menschenliebe war wie geschaffen für diesen schwersten und herrlichsten aller Berufe. Wenn alles |o kam, wie erhofft, würde ihr geliebter Junge ihn vielleicht einst in diesem großen Krankenhaus ausüben, in dem feine Schwester jetzt als Schwerver- letzte darniederlag und der Gnade völliger Heilung teilhaftig werden durfte. , ri
Am Nachmittag des vierundzwanzigsten Dezem- ber versammelten sich all die Ihren um Elfriede. Ein winziges Bäumchen sandte strahlenden Lichter- schein in bas stille Zimmer, das Liebe in einen Blumenhain gewandelt. Duftlose Bluten mußten es sein, aber ihr« köslliche Farbenfülle täuschte
Frühlingszauber in der nüchternen weißen Krankenstube vor.
Eine ganz besondere Ueberraschung hatte Drau für die Geliebte.
„Denke nur, die Akademie hat mir durch Fürsprache — wahrscheinlich von Dr. Goebel — em zweijähriges Reisestipendium für Italien vermittelt! Ich fann’s noch gar nicht fassen, das Ziel meiner jahrelangen Sehnsucht nun wahrhaftig zu erreichen."
Sein dunkles Gesicht glühte vor Glück.
„Und das Schönste ist: Dr. Wegner meint, der Süden wäre als Nachkur der idealste Aufenthalt für dich."
lieber die aufleuchtenden Züge der jungen Frau flog ein Schatten.
„Es wird lange dauern, bis ich reifen kann", sagte sie leise und schaute fort, einen schmerzlichen Zug um den unmerklich zuckenden Mund, „wenn ich überhaupt je wieder reifen kann —"
„Du wirst es können", betonte Drau stark, „und ich warte, bis du soweit und frei bist, denn natürlich reifen wir zusammen. Du wirst in ab- sehdarer Zeit ganz gesund sein."
Etwas Hinreißendes lag in dieser sieghaften Zuversicht, das die Kranke aus ihrer Mutlosigkeit emportrug wie auf Engelsschwingen. „Zusammen", flüsterte sie vor sich hin — und spürte, wie die Hoffnung in ihrem Herzen sich von neuem regte. Zusammen, o seliger Traum — wollte Gott ihn zur Wahrheit roerben lassen?
„Sagt mir, bitte, wann ihr euch genug angehimmelt habt", forberte Grete, ihren Stuhl herum- rückenb, unb ostentativ dem Bäumchen zudrehenb, bas zarte würzige Duftwellen ins Zimmer fanbte, „ihr Vier, benn Mutti unb Onkel Franz treiben es ja ebenso arg, jawohl!! Eine schreckliche Familie hab ich armes Ueberbleibfel."
Sie lachten alle, ein bißchen verlegen, aber sehr glücklich. Grete war immer so brollig mit ihren drastischen Bemerkungen. Nur Elfriede erschrak innerlich unb betrachtete in zärtlichster Teilnahme bas abgewandte Gesicht der Schwester. Dachte sie an Selldsn? Armes Gretelein, der war weit fort — Warten war Qual für solch junges Herz, hoffentlich kam bald ein anderer, der ihr gefiel, kein Mensch verdiente sein Glück mehr ...
G^ete aber saß in gemachtem Trotz mit unter- geschlagenen Armen, starrte mit tränenverdunkelten Augen in die kleinen gelben Flämmchen der Kerzen unb mußte in einem fort schlucken, um ben scheußlichen Druck im Hals loszuwerben, der sie seit Tagen würgte. Warten — — leichter vorgenommen als getan. Vielleicht wollte Svante Sell- b£n gar nicht, baß sie wartete, wäre dankbar, vergäße sie ihn--Ja, könnte man’s nur."
Sie wußte noch nicht, daß sie am Abend auf dem Bescherungstisch einen schmalen Karton mit frischen Blumen von der Riviera vorfinden mürbe,, daß um den Stiel einer großen dunkelroten Nelke
werden. Leider wird diesen Dingen von vielen Jägern zu wenig Beachtung geschenkt.
Zu den regelmäßigen Obliegenheiten des Jägers im Revier gehört ferner der Jagdschutz. Vor allem achte der Jäger darauf, daß das Schneiden und Roden von Hecken, sowie das Abbrennen von Rainen und Gräben nach dem 1. März verboten ist. Diese Maßnahme ist im Interesse des Vogelschutzes und der Niederjagd unbedingt notwendig gewesen. Es ist Pflicht des Jägers, Verstöße dagegen zur Anzeige zu bringen. Wenn der Waidmann in seinem Revier durch Bepflanzen von Oedland usw. selbst etwas für die Verbesserung der Brutstätten und für Deckung tun kann und will, dann ist jetzt die Zeit dazu. Eine besondere Gefahr für die Niederjagd stellen bekanntlich die Krähen bar. Enbe März werben biese burch einheitliche Maßnahmen im ganzen Jagdgau bekämpft werden. Die Anordnungen darüber haben die Ausübungsberechtigten schon in der Hand. Es empfiehlt sich nach unseren Erfahrungen sehr, schon vorher immer auf einzelne Krähenpaare zu achten, um deren Hauptjagdgebiet, oder ihre Lieblingsbäume sich zu merken. Werden später die Gifteier dort ausgelegt, so ist der Erfolg sehr rasch gegeben.
Die meisten Felder des Jagdscheines sind schwarz: Schonzeit. Der März ist ein rechter Hegermonat. Wenn aber ber Waibmann seiner Hegerpflicht nachgekommen ist unb wenn er ba unb bort Umschau gehalten hat, ob alles wohlbestellt ist in seinem Revier, bann wird er sich, wenn die Sonne sinkt, dort anstellen, wo niederer Wald stockt unb wo der Waldgraben murmelt. Denn jetzt kommt die Zeit, wo die Schnepfe streicht, und Frühlingseinzug und Schnepfenstrich gehören für den Jäger unzertrennlich zusammen. Vielleicht auch wird sich ihm ein anderes Mal die Gelegenheit bieten, den Ringeltauber anzuspringen, den „Hahn des kleinen Mannes", der hoch oben in der Fichte ruft. Dann bietet der März auch dem Jäger etwas, aber obenan steht doch die Hege.
Hubertus.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer unb Reichskanzler empfing ben in Berlin weilenben königlich afghanischen Außenminister, Se. Exzellenz Sirbar Faiz Muhammeb Khan, ber vom afghanischen Gesanbten Allah Nawaz Khan begleitet war.
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Der Führer empfing in ber Reichskanzlei ben Jntenbanten bes Staatlichen Schauspielhauses, Grünbgens.
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Die schweizerische Regierung hat bem beutschen Gesanbten in Bern ihre Antwort auf bie beutsche Note vom 20. Februar über ben Beschluß bes Bunbesrats, eine Lanbesleitung unb eine Kreisleitung ber NSDAP, in ber Schweiz nicht mehr zuzulassen, übermittelt. Die Note wirb nach ihrem Eintreffen in Berlin burch bie zustänbigen Stellen geprüft werben.
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König Eduarb von Englanb wirb am Sonntag nachmittag um 5 Uhr (MEZ.) vom Lonboner Runbfunkhaus seineersteBotschaft seit seiner Thronbesteigung an bas Britische Reich richten. Die Botschaft wird nach allen britischen Dominien übertragen sowie nach zahlreichen europäischen Ländern und nach Amerika.
Mehr als 200 Zahnpasten ?i6‘ D-uisch.
........ land. Nehmen Sie einmal an, man würbe Ihnen alle diese Zahnpasten zur Auswahl vorlegen. Wonach würben Sie sich beim Einkauf richten? Wie wollen Sie die Güte der Rohstoffe, die Verarbeitung der einzelnen Marken beurteilen? Es fehlt doch jeder Anhaltspunkt. Hier ist die einzige Sicherheit für Sie der gute Ruf, den eine Marke hat. Und Chlorodont hat diesen guten Ruf! In 29 Jahren sind Qualität unb Chlorodont längst ein Begriff geworden. Zu Chlorodont darf man deshalb getrost Vertrauen haben!
ein Streifen Papier gebunden war, auf dem drei Worte standen: „Jag elskar big." Ich liebe dich. —
Am Silvesterabend, als Elfriede schon lange in friedlichem Nachtschlummer lag, saßen die fünf Menschen, die das Schicksal so wunderbar zusarn- mengefügt, wiederum in der alten Kreuzkirche und gedachten tiefbewegten Herzens der Geschehnisse, die das Jahr gebracht, das nun zu Ende ging. Damals saßen Theodor Stalling und feine Frau vor ihnen, heute war Elfriede Witwe, und lag im Krankenhaus. Und Joachim Drau, der, vor Hunger und Schwäche halb ohnmächtig, an Frau Margrets Schulter geruht, war heute ein bekannter Künstler, dessen Erfolg stetig wuchs. Seine neuesten Porträts des Generalmusikdirektors der Staatsoper und der gefeierten Primadonna, deren heldische Wagnergestalten in der ganzen Welt ebenso berühmt waren wie ihre Schönheit, hatten wiederum neue Aufträge gebracht. Seine Zukunft war gesichert. Und auch die der gütigen Frau, die er nun „Mutter" nennen durfte, die an Franz Goebels Seite einem zweiten stillen Eheglück entgegenging — und die nun, beim leisen Klang der Orgel,' die bas Schlußgebet bes Geistlichen begleitete, um gnä- bige Genesung für ihr krankes Kinb flehte, bas bereit gewesen war, sich um einer Lüge willen zu opfern.
Und wieder dröhnten die Glocken, riefen die Menschen ihre guten Wünsche in die Welt, begrüßten bas neubeginnenbe Jahr unb taten hoffnnnqs» froh ben ersten Schritt ins Ungewisse, besten Gestaltung in tiefes Geheimnis gehüllt war — wie wir nie wissen werben, bas der nächste Tag uns bringt.
33. Kapitel.
Svante Sellden hatte die Weihnachtstage mit Schwester unb Schwager an ber Riviera verlebt, bann in Frankreich, Englanb unb Skanbinavien Vorträge gehalten, bie den gewünschten Erfolg gebracht. Das nötige Geld war beisammen, die Expedition gesichert. Er hatte sich so sehr auf diese Winterwochen wohlig entspannten Ausruhens in der Heimat gefreut, auf das Wiedersehen mit Freunden und Verwandten. Aber nun er dort war, wollte die rechte Wiedersehensfreude nicht aufkommen.
Er war all den lieben Menschen, bie ihn so herzlich aufnahmen, innerlich ein wenig fremb geworben, in ben langen Jahren, bie er im Auslanb verbracht. Sie hatten anbere Interessen, andere Ansichten als er, der so weit in der Welt berumgefom- men war — unb überall Gut unb Schlecht beisammen gefunben. Er, ben seine Arbeit Ehrfurcht vor ben großen Dingen bes Lebens, vor ber raun« bervollen Gesetzmäßigkeit in ber Natur gelehrt, ber in jebem Sanbkorn bas Wunber spürte, verstand ihre kleinen Streitigkeiten nicht mehr. So wenig Friebe, so wenig Harmonie war unter ihnen zu finden. Unb boch gab es bie noch auf ber Welt, gab es Seelen, die sie ausströmten. —
(Schluß folgt.)


