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Die Schönheit unserer Heimat.

Bäume und Hecken in der deutschen Landschaft.

Fünf und wenn man den kleinen Fußpfad nrch dazu rechnet sogar sechs Wege strahlten von frm einen Punkte in die Feldmark. An dem Wege- strrn, der hoch in der welligen Landschaft liegt, steht ein klobiger Eichenstumpf, dickstämmig, aber nur einige Meter hoch. Der Uehl was soviel wie Eule büßen will nennen ihn die Landleute, und die Feldmark heißt nach ihm Am Uehl. Wie ein Wahr- iium steht er immer noch, wenn er auch zum Krüppel geschlagen ist, über der Flur. Der Drei- tump, an dessen spitzen Winkel der Uehl steht, ging hs war vor dem großen Kriege an einen neuen besitzet, der aus einem anderen Kreise ins Dorf gezogen war Ihn störte der Uehl, er warf ihm euch zuviel Schatten auf den Acker. Die Axt sollte ben Wahrbaum umlegen, aber der zähe Bursche trotzte der Axt. Da begnügte sich der neue Besitzer tamit, ihm die ausgreifenden Astknorren abzu- K, so daß der Uehl da stand wie ein Rumpf, in die Arme abgeschlagen. Ein ander Mal sollte auch dieser Rumpf folgen. Die Bauern aber, bie das Schandwerk sahen, waren außer sich, und sie nahmen kein Blatt vor den Mund, sondern miß­billigten laut und vor den Augen des Reuen den Baumfrevel, der das Bild der Landschaft entstelle. Die Axt ging nicht mehr zum Acker, und in den dreißig Jahren seitdem hat der Uehl wieder eine schöne Krone getrieben.

An einem Wegkreuz stand ein ebensolcher Wahr- baurn, zwar kein Eichenühl, aber doch ein schlan­kes Ebereschenbäumchen. Zu beider Nutzen tauschten der Besitzer dieses Grundstückes und der eines an­deren ihre Aecker aus, damit der Besitz abgerundet wurde. Jener, der mit seinem Acker das Bäumchen abgegeben hatte, klagte fast verzweifelt, nachdem er gehört, der andere habe die Eberesche umgelegt: ,.Nutzen hin, Nutzen her! Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich den Tausch nicht gemacht!" Unser Leben besteht aus mehr als Soll und Haben, un­ser Werk soll nicht immer mit Mark und Pfennig wägbar fein! Der Hof, der Boden, die Landschaft sind nicht Zinswerte, nicht der Rahmen, in dem wir die Fülle unseres Geldbeutels erwerben, son­dern in dem wir und unsere Volksgenossen die Schönheit des irdischen Daseins und der Arbeit erleben. Der Mensch, vor allem der Bauer, schafft mit den Kräften der Natur an dem Bilde der Land­schaft. Wir haben im Deutschen Reiche seit dem ver­gangenen Sommer ein Gesetz, das unser Land­schaftsbild vor der Entstellung und Besudelung schützt. Es ist erfreulich, daß dieses Gesetz auch dem Sinne der weitaus meisten deutschen Bauern ent­spricht. Wer seinen Hof liebt und Teil seiner Erde ist, dem ist der Walnußbaum, unter dessen breiten Aesten sich das Dach des Hauses birgt, für keine Sumnze feil. Erst der Obstgarten, dessen Bäume wie Wächter um den Hof stehen, macht das Haus zur wahren Heimat. Fielen sie, stände der Hof in

beschämender Blöße da. Würde man Knick um Knick niederhauen, Schleswig-Holstein wäre nicht mehr Schleswig-Holstein. Wer möchte Flandern lieben ohne Pappeln? Ohne seine geheimnisvollen Buchsbaumgestalten wäre das Artland entzaubert. Die Hartbuchen und die Rotdornhecken halten den Garten am Hofe fest und machen ihn zu einem Teile des Hauses; Maschendraht kann keinen ber­genden Kreis um Hof und Garten schließen, son­dern entläßt den Garten aus der Sicherung des schirmenden Daches. Würden die Bauern am Nie­derrhein, deren Höfe vielfach noch mit wehrhaften Dornenhecken und Wassergräben umzogen sind, die wirtschaftlich unnützen Wälle niederreißen und die Gräben zuschütten, das Land verlöre unschätzbaren höchsten Kulturwert. Tannen im Allemannischen und Lärchen im Bayerischen, jede Landschaft hat ihre Bäume und Hecken, die nicht aus Pfennigs­und Festmetergedanken gesetzt worden sind, sondern zur Schönheit und Freude des Lebens, zur Zierde des Hauses und der Landschaft.

Man kann diese Werte des Gemütes nicht mit den wirtschaftlichen Maßstäben messen. Das ge­nannte Gesetz sucht diese Werte zu wahren. Seine Aufgabe ist es, vor ihrer Zerstörung zu warnen. Alle aber, die sie begreifen, müssen dafür sorgen, daß solche Begriffe sich ausbreiten. Hätte man jene Bauern, von denen am Anfang gesprochen wurde, nach den Gründen ihres Widerstandes gegen den Baumfrevel gefragt, sie wären wohl die Antwort schuldig geblieben. Aber wenn sie es auch nicht sagen können, sie fühlen es doch, daß hier ihrem Seelenleben Schaden getan wurde. Lehrt die Ju­gend solchen Sinn, damit sie, wenn sie einst das Erbe angetreten hat, weiß, was sie vom Bilde ihrer Umgebung zu wahren hat! Wir werden mit ihnen lachen, wenn sie in dreißig ober fünfzig Jahren so wir das erleben ein verstaubtes Gesetz hervorholen und witzeln:Schaut her! Reichsnaturschutzgesetz vom 26. Ium 1935! So etwas war damals noch nötig!" Sie sollen nicht nur das, was wir heute bewahren, weiter hüten. Sie sollen gar ein schöneres Erbe antreten. Wir wollen über­all, wo lebende Hecken in der letzten Zeit durch Drahtzäune ersetzt sind, wieder lebende Hecken pflanzen! Wir wollen auf dem Hofe einen Baum pflanzen, einen großen Walnußbaum, der unsere Enkel erinnern soll an uns, die wir eine große Zeit miterleben durften! Auf jedem Hofe ist Platz für einen solchen Baum. Wir wollen in allem, was wir tun, wenn wir an unserem Hause bauen, so handeln, daß uns und anderen sein Bild lieb­licher und freundlicher wird! Je schöner und hei­mischer der Hof ist, um so schöner und heimischer ist auch Deutschland, um so mehr werden die Kin­der ihr Haus und ihr Land lieben, um so frucht­barer wird unser Walten fein. H. I. L.

Oberheffen.

80 Jahre alt, aber erst 19 mal Geburtstag gefeiert.

SPD. Schlitz, 27. Febr. Am Samstag, 29. Fe- bruar, vollendet einer der ältesten Bürger von Schlitz, Alexander K e r n b a ch, fein 8 0. L e - b e n s j a h r. SeinenGeburtstag" kann er aber in feinem langen Leben erst zum 19. Mal feiern, weil er eben an einem Schalttag das Licht der Welt erblickt hat. Da alle hundert Jahre ein Schalttag ausfällt, konnte er im Jahre 1900 feinen Geburtstag auch nicht feiern, fo daß er acht Jahre bis zum nächsten warten mußte. Der Jubi­lar ist sehr rüstig und versieht noch manche Arbeit in der Landwirtschaft.

Gin Jude wegen Raffenschande verurteilt.

LPD. L i ch, 27. Februar. Am 7. November vorigen Jahres wurde der 40 Jahre alte ledige Jude Hermann Sommer aus L i ch verhaftet, weil er seit längerer Zeit mit einer 25 Jahre alten Wetzlarerin ein Verhältnis unterhielt das gegen das Gesetz zum Schutze deuts ch e n B l u - t e s verstieß. Sommer gestand sein Verbrechen em und hatte sich jetzt vor der Großen Strafkammer in Limburg zu verantworten. Er blieb im wesent­lichen bei feinem Geständnis, wenn er auch die ganze Angelegenheit auf die typisch indische 2m zu beschönigen suchte. Der Anklagevertreter forderte die ganze Schärfe des neuen Gesetzes, mit ihm für die Zukunft Geltung und Achtung verschafft werde. Er beantragte ein Jahr und sechs Monate Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Juden Sommer unter Anrechnung der Untersuchungshaft zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr. In der Urteilsbegründung wurde heroor- gehoben, daß dieses Urteil in Anbetracht der schweren Verletzung der deutschen Ehre durch den Juden Sommer sehr milde fei. Das.bricht habe Sommer aber zugute gehalten, daß er Front­kämpfer und Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse, der Hessischen Tapferkeitsmedaille und des Front- kämpfer-Ehrenkreuzes sei.

3uben verschieben Hreibankfleisch.

LAD Büdingen, 27. F-br. Durch den Orts- dienkr dek Kreisgemeinde L in dH e im kannten oor Abgang des Zuges zwei Juden aus Dudeis

ÄM M. Lin wollten. Die Vardermertel der 1

Leinwandsäcken verpackt, mafjrenb bie übrigen xeue noch in den vollständig verschmutzten Fellen steck und zusammen mit den Kopsen, Beinenund.bin geweiden in einem großen Kor kveterinär-

Es handelte sich um Fleisch, vom KreiSveteriE arzt der Freibank zugermefenw feftqeftellt Frankfurter Käufern, die leider nicht s gefte^ werden konnten, sollte das Fletsch tiges Kalbfleischangedreht werden.

Landkreis Gießen

kicher an dem ehemaligen Zelleng f 9 ga^ren rSÄ » Ä- i»

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Krahne, vielsach nach amerikamlchem Mchle, genommen wurde. Er sprach fetubata L. treuung der Gefangenen auf sthuliichem un

giöfem Gebiet und verbreitete sich ausführlich über die Bedeutung und Notwendigkeit der in den letz­ten Jahren eingeführten Sicherheitsverwahrung und den Wandel in Strafvollzug nach der Macht­ergreifung durch die NSDAP. Die interessanten Ausführungen wurden durch viele Lichtbilder be­reichert.

* Großen-Linden, 27. Febr. Der Geflü­gel-ZuchtvereinV o l k s w o h l" hielt dieser Tage seine Generalversammlung bei Gastwirt L, Faber ab. Der Vereinsführer Joh. Dietz er­stattete den Geschäftsbericht für das vergangene Jahr. Außerdem gelangte der Kassenbericht zum Vortrag. Der Vorstand wurde in der Besetzung wie seither beibehalten. Er setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vereinsführer Joh. Dietz, stellvertr. Vereins­führer Ludwig H a n k e l, Rechner Karl H e ß IV., Schriftführer Albert Junker, Zuchtwerbewart Alfred Jung. Im Verlaufe der Versammlung wurde die Abhaltung eines Preisschießens be­schlossen. Der Dereinsführer beschloß den Abend in der üblichen Weise.

< Leihgestern, 26. Febr. An seinem 9 2. Geburtstage, den er am heutigen Mittwoch hätte begehen können, wurde der Landwirt Jo­hannes Faber zur letzten Ruhe bestattet. Ein großer stattlicher Mann war er der älteste Einwohner unserer Gemeinde. Seine Ehefrau ist ihm schon vor langen Jahren im Tode voran­gegangen. lieber vier Jahrzehnte gehörte der Ent­schlafene dem hiesigen Kirchenvorstand an. In sei­nem langen Leben konnte er sich stets einer guten Ge undheit erfreuen, im vorigen Jahr hat er noch bei allen Feldarbeiten mitgeholfen

® a r b e n t e i d), 28. Febr. Dieser Tage konnte Frau Saroline Häuser geb Siffet in geistiger und körperlicher $tW ifjren 8». Geburtstag feiern Der Ehemann Balthasar Hauser, der im 82 Lebensjahr steht, erfreut sich ebenfalls noch beiter Gesundheit. Das hochbetagte Paar gehört seit 50 Jahren zum treuen Leserkreis des Gießener ^wa^G roßen-Buseck, 27. Febr. Am kom­menden Sonntag feiert Frau Luise Maier geb. Jnderthal, ihren 81. Geburtstag. Im Oktober vorigen Jahres konnte die hochbetagte Frau mit ihrem Gatten, Heinrich Maier, das Fest der diamantenen Hochzeit begehen. Gestern feierten der Land- und Gastwirt Heinrich Siegfried und seine Ehefrau Elisabethe das Fest der sil- bernenHochzeit. Unser Mitbürger, Rotten­führer Wilh. Schwalb, wohnhaft Adolf-Hitler- Straße, konnte dieser Tage auf eine 25jährige Tätigkeit bei d e r Reichsbahn zuruck-

# Mainzlar, 27. Febr. Die Gemeinde laßt in den kommenden Tagen einige Notst an d s - arbeiten beginnen. Es handelt sich um die In­standsetzung der Waldrandwege und die Reinigung der Wassergräben. Zehn Mann werden in etwa 260 Tagewerken beschäftigt.

m Beuern, 27. Febr. Dieser Tage bewegte sich ein überaus stattlicher Trauerzug durch unser Dorf zum Friedhof. Der Kämpfer vor Verdun, Pionier Wilhelm Otto (25. Pionier-Bataillon, 286. Feldkompanie), der im März 1916 durch einen Granatsplitter ein Bein verlor, wurde zur letz­ten Ruhe getragen. Nach kurzer Krankheit war er aus dem Leben abgerufen worden Der Ortspfarrer widmete ihm einen herzlichen Nach­ruf. Der Kriegerverein ließ seinem Kameraden letzte Ehren zuteil werden. Militar-Musik und Ehrensalve klangen über sein Grab. Der Kamerad­schaftsführer des Kriegeroereins sprach von dem Los der Kriegsbeschädigten und ihren großem Opfer für das Vaterland. Dann gedachte der Obmann der NSKOV. bec laeojääriflMi Mitarbeit des Verstor­

benen im Vorstand. Er erinnerte daran, daß es der tote Kamerad noch habe erleben dürfen, daß sein Blutopser aus dem Weltkrieg nicht vergebens ge­wesen sei. Der Gesangverein, dessen Ehrenmitglied Wilhelm Otto war, ehrte den Dahingeschiedenen mit zwei Liedern. Der Vereinsführer des Gesang­vereins würdigte die Verdienste des verstorbenen Kameraden um das deutsche Lied. In vielen Kranz- penden kam die Wertschätzung, die der Verstor­bene aenoß, zum Ausdruck. Den Hinterbliebenen wird herzliche Teilnahme entgegengebracht.

£ Birklar, 28. Febr. Unser Mitbürger Gilbert Koch und Ehefrau Dorothea, geb. Heß, feiern heute in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Koch war lange Jahre in unserer Gemeinde als Feldschütz tätig.

Artisten und »Artisten".

Berufseinigung im Gau f)effen-7laffan.

LPD. Frankfurt a. M., 27. Febr. Ende Februar beginnt im Gau Hessen-Nassau die Berufsbereinigungin der Arti st eu­ch a f t. Auch im Gau Hessen-Nassau sind eine recht ;roße Anzahl angeblicher Artisten, die in Wirklich­keit einer Prüfung auf Herz und Nieren nicht tandhalten. Nach der jetzt vor der Durchführung tehenden Berufsreinigung kann man sicher fein, ) in Wirklichkeit nur etwa 20 v. H. aller angeb­lichen Artisten diese Berufsbezeichnung führen dür­fen. Artist darf sich künftig nur jemand bezeichnen, der in den letzten zwei Jahren mindestens drei Verträge von je 14 Tagen an einem richtigen Kabarett oder Variete gehabt hat. Daß die be­kannten Altveteranen unter den Artisten nach wie vor den Schutz der Fachschaft genießen, ist selbst­verständlich.

Don jetzt an darf feine Person mehr mit künst­lerischen Darbietungen öffentlich auftreten, die nicht die Genehmigung der Reichsfachschaft Artistik hat oder Mitglied der Reichstheaterkammer oder Reichs­musikkammer ist. Für artistische Darbietungen ist der rosa Berufsausweis erforderlich. Nicht darunter fallen die typischen ehrenamtlichen Karnevalisten des ausgesprochenen lokalen Volkshumors, aber auch da erobert sich der berufsmäßige Vortrags­künstler durch Anpassung seines Programms im Einvernehmen mit dem humoristischen Schrift­steller immer mehr den Boden.

Ausnahmen werden nur in ganz besonderen Fällen nach genauer Prüfung der Bedürfnissrage von der Reichssachschaft Artistik zugelassen. Für jeden einzelnen Fall muß ein Tagesschein von der Gaufachschaftsleitung eingeholt werden, der die

Auftrittsbewilligung nur für den darauf genau ver« merkten Tag bedeutet.

Oer Darmstädter Haushaltsplans 936 verabschiedet.

LPD. Darmstadt, 27. Febr. In der heutigen Sitzung der Ratsherren legte Oberbürgermei­ster Wambold den städtischen Voran­schlag für 19 3 6 vor, der mit 21 Millionen Mk. balanciert und mit einem Fehlbetrag von rund 550 000 Mark abschließt. Aus der Haushaltsrede des Oberbürgermeisters ging hervor, daß es durch strenge Sparsamkeit gelingen wird, den für das laufende Rechnungsjahr vorgesehenen Fehlbetrag von 1,3 Mill. Mk. voraussichtlich auf die Hälfte zu verringern. Der Oberbürgermeister betonte, daß sich die Stadt auf dem Wege einer baldigen finanziellen Gesundung befinde. Er gedachte in seinem Rück­blick auch der erfreulichen Uebereignung des staat­lichen Geländes am Woog in das Eigentum der Stadt und begrüßte die Wiederbesetzung des Ober­landesgerichtspräsidiums. Weiter teilte er mit, daß auf der Ausstellungshalle der Mathildenhöhe eine städtische Gemäldegalerie geschaffen werden solle.

Aus dem Voranschlag ist erwähnenswert, daß für den Ausbau des Städtischen Krankenhauses ein Be­trag von 900 000 RM. bereitgestellt wurde und außerdem ein neuzeitlicher Ausbau des Großen Woogs mit seinen Schwimmanlagen geplant ist.

Das Scharfschießen bei Erda.

Der Landrat in Wetzlar teilt uns mit:

Vom 5. März bis 7. März und vom 9. März bis 14. März, und zwar am 5. und 9. März von 8 bis 17 Uhr, an den übrigen Tagen von 7 bis 17 Uhr, finden auf der Schußbahn bei Erda Schießübun­gen mit scharfer Munition statt. Gefährdet ist das Gelände südlich der Straße ErdaFrankenbach, westlich der Straße KrumbachFellingshausen, nördlich der Straße FellingshausenBieberKö­nigsbergHohensolms und ostwärts der Straße HohensolmsErda.

Das gefährdete Gelände wird durch Posten ab­gesperrt und muß eine Stunde vor Beginn bis eine Stunde nach Beendigung des Schießens von jedem Verkehr freibleiben. Die Bevölkerung wird darauf hingewiesen, daß sie den Weisungen der Absperrposten, die die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens haben, unbedingt Folge zu leisten hat.

Die Straße FellingshausenFrankenbach wird an den genannten Tagen während den obenge­nannten Stunden für jeden Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Krumbach.

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Deutsche Fußball-Dilanz.

125 Länderspiele, 57 Siege, 300:254 Tore.

Mit dem ersten Länderkampf gegen Portugal wurde die Zahl der bisher mit dem Deutschen Fuh- ball-Bund in Länderspielbeziehungen stehenden Na­tionen auf 25 erhöht. Insgesamt hat der DFB. bis­her 125 Länderspiele ausgetragen. Die Gegner Deutschlands waren: Schweiz (19 Spiele), Holland (14), Schweden (12), Ungarn (11), Oesterreich (10), Norwegen (8), Dänemark (7), Belgien (6), Eng­land (6 Spiele, Amateure 4, Berufsspieler 2), Finn­land (6), Italien (5), Frankreich (3), Polen (3), Luxemburg (2), Tscheche! (2), Spanien (2), Bul­garien, Estland, Irland, Lettland, Rumänien, Ruß­land, Schottland, Uruguay und Portugal (je ein Spiel).

Von diesen 125 ausgetragenen Spielen wurden 57 gewonnen, 46 gingen verloren, und 22mal ende­

ten die Länderkämpfe unentschieden. Das Gesamt- torverhältnis aller 125 Spiele beträgt 300:254 Tore zugunsten Deutschlands.

Or. Baumens' 50. Länderspiel.

Der bekannte Kölner Dr. Pecco Bauwens wird am 8. März im Pariser Olympischen Stadion den Fußball-Länderkampf Frankreich gegen Belgien leiten. Der Kölner steht damit juim 50. Male einem Fußball-Länderspiel vor. Dr. Bau­wens hat in fast allen europäischen Ländern als Schiedsrichter gewirkt und sich überall durch feine betont überparteiliche Einstellung, feine große Er­fahrung, Regel- und Sachkenntnis und nicht zu­letzt durch fein vornehmes und verbindliches Auf­treten Achtung von Offiziellen, Spielern und Zu­schauern erworben. Dem erfolgreichsten deutschen Schiedsrichter gilt zu seinemJubiläumsspiel" der Dank und der Glückwunsch des gesamten deutschen Fußballsportes.

Deutscher FußbaWeg auch in Lissabon.

Portugal mit 3:1 (1:0) geschlagen.

Don Barcelona kommend, trug die deutsche Fuß­ball-Nationalelf am Donnerstag ihren ersten Fuß- ball-Länderkampf mit Portugal in Lissabon aus. 30 000 Zuschauer, unter ihnen auch der Präsident der portugiesischen Republik, de Fragoso Car­mona, der erstmals einem Fußball-Länderspiel beiwohnte, und die in einem besonderen Block untergebrachte fast vollzählig erschienene deutsche Kolonie, wohnten dem Treffen bei. Die aus allen Teilen des Landes gekommenen Portugiesen ver­folgten die Ereignisse auf dem Rasen mit echt süd­ländischem Temperament, so daß unsere Spieler vor einer sehr schweren Probe standen, die an den unvergeßlichen Kampf gegen Italien in Turin er­innerte. Das Stadion glich zeitweise einem Hexen­kessel; die deutsche Elf verlor aber die Nerven nie und hielt nach einem Vorsprung von 3:0 das in­zwischen von den Portugiesen auf 3:1 verbesserte Ergebnis. Es aing in diesem hart und spannend durchgeführten xreffen nicht ohne Verletzte ab. In der deutschen Mannschaft wurde der Torhüter Buch! oh (Speldorf) so verletzt, daß er vom Platze getragen werden mußte. Für ihn sprang der Regensburger Jakob, der in Barcelona gegen die Spanier das deutsche Tor hütete, ein, obwohl er noch durch eine Handverletzung behindert war. Bei den Portugiesen schied der Linksaußen Nunez verletzt aus; für ihn kam Valladas als Ersatzmann. Außerdem wechselten die Portugiesen ihren Tor­mann Reyes gegen dessen Namensvetter dos Reyes aus. Als Schiedsrichter hatte es der Spanier Escartin nicht leicht; die Zuschauer ließen oft ihren Unmut an ihm aus, wenn er, nach ihrer Ansicht, zu Unrecht portugiesische Verstöße unter­band. Trotzdem muß man dem Spanier bescheini­gen, daß er sich seiner Aufgabe mit Geschick und (Serechtigkeit entledigte.

Die beiden Mannschaften.

Deutschland: Buchloh (Speldorf); später Ja­kob (Regensburg); Münzenberg (Aachen), Tiefei (Frankfurt); Janes (Düsseldorf), Goldbrunner (München), Kitzinger (Schweinfurt); Lehner (Augs­burg), Hohmann (Benrath), Siffling (Mannheim), Szepan (Schalke), Simetsreiter (München).

Portugal: Reyes (später dos Reyes); Simses, Gustavo; Albino, Aranjo, Pereira; Monrao, Silva, Soeiro, Pinga, Nunez (später Valladas).

Der Spielverlauf.

Nachdem die Spielführer Szepan und Gustavo Geschenke ausgetauscht hatten und die National­hymnen der beiden Länder verklungen waren, be­gann der Kampf. Er war von Anfang an recht spannend und schnell; die Portugiesen hatten An- toß. Die deutsche Elf hatte sich manch gefährlicher Angriffe zu erwehren, wobei ihr oft das Glück zur Seite stand. In der 22. Minute fiel durch

Hohmann nach vorbildlicher Zusammenarbeit des ganzen Sturms der erste Treffer. Trotz zahl­reicher Chancen der Gegner ging es mit der deut­schen l:O-Führung in die Pause. Nach der Pause kommen die Portugiesen mit Valladas für den ver­letzten Nunez am linken Flügel. Schon in der zwei­ten Minute stand es durch einen schönen Kopfstoß Kitzingers nach einem von Simetsreiter getre­tenen Eckball 2:0 und nicht lange danach durch einen schönen Schuß Lehners 3:0. Nun wech­selten die Portugiesen ihren Torhüter aus und bei der deutschen Elf wird Buchloh verletzt und heraus- getragen. Jakob, noch von Barcelona verletzt, tritt für ihn ein, muß aber in der 16. Minute beim einzigen Mißverständnis der Verteidigung das Ehrentor der Portugiesen, das der Halbrechte Silva aus 6 Meter Entfernung schoß, passieren lassen. Die Portugiesen wachsen nun dank der feu­rigen Anteilnahme der Zuschauer über sich selbst hinaus; Deutschland behielt aber dank der Ruhe von Münzenberg und Szepan die Nerven und konnte zum Schluß das Spielfeld noch beherrschen. Mit einem verdienten und klaren Sieg der deut­schen Elf wurde das 125. Länderspiel des DFB. beendet.

Deutsche Elf glanzende Leistung.

Die deutsche Elf bot eine glänzende Leistung. Je­der der elf Spieler setzte sich von der Anfangs- bis zur Schlußminute hervorragend mit ganzer Kraft ein. Es wurde in diesem Hexenkessel von unseren Spielern viel verlangt. Zeitweise waren nur drei Stürmer im Angriff, während Szepan und Siffling verteidigen halfen. Buchloh machte bis zu seinem Ausscheiden eine großartige Figur, Jakob ersetzte ihn bann mit verbundener Hand sehr gut. Hervorragend war die Abwehr. Münzenberg zeigte glänzendes Stellungsspiel, prächtiges Kopfspiel und guten Ab­schlag und der Frankfurter Tiefei stand ihm kaum etwas nach. Goldbrunner nahm sich auftragsgemäß des portugiesischen Jnnensturms an und hielt diesen meist im Schach. Eine ausgezeichnete Vorstellung gab der Schweinfurter Kitzinger, der lediglich im Nahkampf manchmal schlecht abschnitt. Janes hatte keinen besonders guten Tag. Der Angriff war nicht so gut wie in Barcelona. Besonders die beiden Außenstürmer schienen nicht in bester Verfassung. Führer und Dirigent des Angriffs war Szepan, der vor allen Dingen mit brillantem Kopfspiel auffiel. Hohmann war überaus schnell und brachte durch seine blitzschnellen Starts immer und immer wieder Unruhe und Aufregung in die portugiesische Hinter- mannfchaft. Sifflings Abspiel war nicht immer ein­wandfrei. Im Gesamteindruck hat die deutsche Elf ausgezeichnet gespielt.

Portugiesen sehr eifrig.

Die P o r t u g i e f e n hatten alle Vorteile, eigenes Land, eigene Zuschauer, für sich. Die Elf gab sich