Ur. 50 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Zreitag, 28«8ebruar Mb
Nachtübung einer Schühenkompanie
Fisch-Kochlehrküche auf Reisen.
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Wänden war wieder erstarrte Ruhe.
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rungen die Aufgabe haben, wie eben der Name besagt, das weiter rückwärts zur Ruhe übergegangene Bataillon zu sichern. Daher muß ein Sicherungstrupp nicht nur nach vorn genau ausschauen, um ein etwaiges Herankommen des Feindes rechtzeitig zu bemerken und zu melden, sondern er muß auch nach der Seite hin Verbindung zu den Nachbarn unterhalten^ damit feindliche Spähtrupps nicht zwischen der Sicherungsaufstellung hindurchkommen und weiter hinten Unheil anrichten können! Diese seitliche Verbindung wird durch die Sicherungsspähtruppe durchgeführt. Als Spähtrupps werden heute allgemein solche Trupps bezeichnet, die früher Patrouillen genannt wurden. Das wird vielleicht manchen alten Soldaten, der diese Zeilen in Erinnerung an seine eigene Dienstzeit liest, mehr sagen?
Bei der Besprechung wird auch die weitere Einteilung bekanntgegeben: bei der Leitung hat der Hauptmann einen Unteroffizier als Leitungsgehilfen, einen Hornisten und zwei weitere Melder, alle auf Fahrrädern. Ferner sind zwei Feldwebel als Schiedsrichter für die beiden Parteien eingeteilt, sowie als Unterschiedsrichter bei jeder Korporalschaft der Korporalschaftsführer. Wir erkennen hier schon den altbewährten Grundsatz, die nächstjüngeren in einer höheren Stellung zu verwenden und sie hierbei durch ältere Kameraden unterweisen zu lassen!
Wir gehen bei fahlem Mondlicht über einen hart gefrorenen Sturzacker zu einer weiter vorn gelegenen Waldecke. Nichts zu sehen! Doch allmählich entdecken unsere Augen sehr geschickt getarnt, und zwar diesmal von Blau, also vom Gegner, einen Spähtrupp! Hier hat sich in ganz vorzüglicher Weise ein gewandter Führer herangeschlichen, und zwar in bewußter Abweichung von dem ihm vorgezeichneten Wege, der, wie er richtig angibt, ihm im Mondschein viel zu offen dagelegen hätte! So hat er sich durch Baumreihen, Büsche und andere Deckungen sprungweise mit seinen Männern
fsonglich noch: ndlicher.
mittags 4,1 28. Februar d, Minimum ren in 10<m ! am 28. Fe-
Der Film läuft im Lichtspielhaus. Im Beiprogramm fesseln seltene Naturaufnahmen aus einem mecklenburgischen Falkenhorst, ein Kurzfilm über die deutsche Apotheke, außerdem ein Vorspann zu den „Liebesleuten". — r —
t Kautschuk Mutig der all entsteht besonderen
Zn den Sergen brüllt die Lawine.
Bon Anton Schnack
Schlafen Sie vielleicht links?
Betrachtungen über die richtige Einschlaf-Stellung.
Bon Dr. J. Schwanke.
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Wenn man nach der Last und Hast eines anstrengenden Arbeitstages im Bett die müden Glieder ausstreckt und dehnt, wenn man dann am Fußrücken das feine prickelnde Gefühl der Berührung mit dem kühlen Leinenbezug der Decke verspürt und sich dann mollig zusammenkuschelt, legt sich jeder in die Stellung, in der er am b e st e n e i n s ch l a- f e n zu können glaubt. Während viele darüber gar nicht nachzudenken brauchen, weil sie schon schlafen, wenn sie kaum das zweite Bein ins Bett gezogen haben, wissen andere aus Erfahrung, wie sie sich zu betten haben, um rasch den erquickenden Schlummer zu finden. Manchen aber geht es wie dem Tausendfüßler in der Fabel, den einmal ein Mann fragte, wie er denn eigentlich mit seinen 1000 Beinen laufen könne, der dann selbst darüber Nach- dachte und plötzlich nun nicht mehr laufen konnte, weil er nicht wußte, wie er es gemacht hatte. Sie studieren die verschiedensten Theorien über die beste, ja die einzig richtige Schlafstellung — und schlafen vor Nachgrübeln nicht mehr ein.
Was heißt hier Leber?
Es ist auch wirklich physiologisch gar nicht so einfach, zu bestimmen, dem Menschen die richtige Ruhelage zu geben. Legt er sich auf den Rücken, was für den ersten Blick als das Gegebenste bei dem Körperbau des Menschen erscheint, so behaupten viele, daß die Rückenlage zum Schnarchen führe „Leg' Dich ja nicht auf die linke Seite!" warnen manche. „Dann lastet das ganze Körper-
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„Die Leuchter des Kaisers."
Mit den beiden kostbaren Leuchtern des Kaisers von Rußland, die in einem Roman der Baroneß Orczy und dem nach ihm gedrehten Rota-Film die entscheidende Rolle spielen, hat es eine merkwürdige Bewandtnis: sie besitzen nicht nur einen beträchtlichen Liebhaberwert, sondern sind auch mit einem sinnreichen Mechanismus und einem Geheimfach ausgestattet, in dem die unglückliche Maris Antoinette einst ihren letzten Brief nach Wien geschmuggelt haben soll ... Jetzt dienen sie einem ähnlichen Zweck —> eine wichtige, geheime Botschaft von Polen an den Zaren nach Rußland gelangen zu lassen. Unterwegs gehen sie auf rätselhafte Weise verloren, und es beginnt eine wilde Jagd durch halb Europa nach dem doppelt kostbaren Porzellan. Ein Mann und eine Frau jagen den Leuchtern nach, jeder will sie zuerst in seinen Besitz bringen, beide stehen sich in offenem Kampf gegenüber, aber die Wege der Vorsehung sind merkwürdig und verschlungen: zwar werden die Leuchter nach langer Suche gefunden, sie kommen sogar endlich an ihren Bestimmungsort, aber sie haben am Ende auch die beiden Menschen, die so erbittert darum gekämpft haben, zusammengeführt; im Kaminfeuer eines Petersburger Damenzimmers geht das gefährliche Stück Papier, das dem Mann den Kopf hätte kosten können, in Flammen auf... Dieser Mann ist Carl Ludwig Diehl; er spielt seine Rolle so zuverlässig und mit ernstem Eifer, wie man das in vielen ähnlichen Aufgaben von ihm gesehen hat. Die Frau: Sibylle Schmitz. Man muß die Erinnerung an den „Fährmann Maria" überspringen und an ihre früheren Filme anknüpfen, um die Verbindung zu dieser Rolle hier zu gewinnen; sie verzichtet übrigens auf die Dämonie der schönen und geheimnisvollen Agentin, worein manche ihrer Kolleginnen diese Figur wahrscheinlich getaucht haben würden; sie wirkt eher jugendlich-anmutig und spielt so anziehend und konzentriert wie je. Im Ensemble zeichnen sich ferner Edthoser, Friedl Czepa, Schroth und Rasp aus. Karl Hartl führt Regie: geschickt und beweglich; besonders der Jagd nach den Leuchtern gewinnt er filmisch sehr wirksame Momente ab.
150 Personen fast zwei Jahre lang beobach- t e t. Man hatte sich sehr exakte Versuchsanorb- nungen ausgearbeitet, um die Schlafenden ständig überwachen zu können, ohne daß sie durch die Anwesenheit anderer Personen gestört oder beeinflußt worden wären. Jede Bewegung des Schläfers löste selbsttätig durch einen elektrischen Kontakt eine photographische Aufnahme aus, der automatisch eine zweite folgte, wenn der Schläfer eine Minute lang still gelegen hatte. Außerdem war über dem Bett eine Uhr so angebracht, daß auf jedem Bild genau zu sehen war, um welche Zeit sich der Schläfer bewegt hatte. Die Bilderreihe gab einen genauen Heberblick über die Stellungen, die der Schläfer während der ganzen Schlafdauer eingenommen hatte, und über die Zeitspannen, in denen sie aufeinander gefolgt roa^en. Das Ergebnis war, daß ein gesunder Mensch während eines normalen, also achtstündigen Schlafs — die Frage der „Kurzfchlaf-Theorie" soll hier nicht angeschnitten werden, sich durchschnittlich 30m al eine andere Lage sucht. Der weitaus größte Teil dieser Stellungen wird sogar nur sehr kurze Zeit, höchstens etwa 5 Minuten, beibehalten; ein Fünftel erträgt der Körper 5 bis 10 Minuten lang und etwa ein Zehntel 10 bis 15 Minuten. Daß ein gesunder Mensch beim Schlaf eine ganze Stunde in der gleichen Tage verharrt, kommt überhaupt kaum vor.
Das ist sehr leicht zu erklären, wenn man einmal daran denkt, wie lange es der Mensch bann in einer Stellung aushält. Man lege doch einmal ein Sein im Sitzen über das andere: bestimmt eine recht bequeme und deshalb auch beliebte Stellung! Aber durch die Eigenlast des Beines werden dort! wo es auf dem unteren Bein aufliegt, Nervenstämme ein-
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Schnee nach und gab ihr das Aussehen einer riesigen Welle und Woge, die mit weißem Schaumkamm gegen den Strand anläuft. Nun hatte der Löwenkopf einen gewaltigen Absturz erreicht, über den er wildjubelnd hinuntersprang, die Breite war nicht abzuschätzen, da die Schneewelle sich beständig veränderte und ständig Nachschub von abgerissenen und mitgezogenen Schneebrettern bekam. Der Berg heulte furchtbar auf, wenn die rinnende Schnee- maffe aufschlug, weiterrutschte, weitertrieb, über einen neuen Absturz fiel, eine große und gewaltige Platte überquerte, immer mehr Schnee mit sich riß und mächtiger wurde. Tausend Donner rollten herunter, ein beklemmender Lärm stürmte aus dem Berghaus, der sich weithin fortpflanzte, neue Donner weckend, neues Echo brechend.
Der Berglöwin stellten sich am Rande des Kessels riesige Steinblöcke in den Weg, Trümmer eines Bergsturzes, toll und großartig übereinandergeworfene Felsblöcke, an diese brandete die Schneeflut an, wogte empor, riß auseinander, türmte sich auf, stockte und blieb mit zerfetzter Brust in dem mächtigen Steinhindernis liegen Der Anprall hatte Aehnlichkeit mit einer furchtbaren Sturmwelle, die an eine Steilküste abschlägt. Jetzt, wo Fels und Schnee gegeneinander prallten und der Stein die Lawine zerschmetterte, erhob sich das Gebrüll zu finsterer Wucht. Donner lief die Wände entlang, brach sich, knallte, trommelte, stöhnte, ganz der Eindruck eines Gewitters, das mit hohlen und knatternden Schlägen über das Gebirge fährt.
Die große Berglöwin hatte den Bann vom Schnee genommen Ihr Schrei war der Schrei des Erweckens, der Ruf zum Aufbruch; die Stunde der Lawinen war da. Alle Wände wurden lebendig, schienen sich aufzulösen und hinunterzurollen. Rechts und links donnerte, rollte, zischte, brüllte und rumorte es, der Berggeist gab feine große Symphonie, der sterbende Winter erhob fein Wutgeheul, der Südwind fang seinen grausamen Sieg. Hundert Meter näher, und die Lawinen hätten mich in ihre eiskalten Arme genommen. Nur hundert Meter näher und sie wären mir in den Nacken gesprungen und hätten mich niedergerissen, unter ihren Leib gedrückt, zugedeckt und begraben.
Ein Rudel Gemsen, das von der Nordseite auf die Südseite zur Aesung wechseln wollte, blieb in der Mitte des lawinensicheren Kessels wie angewurzelt stehen Der Instinkt der Tiere, wunderbares, vererbtes Gefahrengefühl, hatte das Richtige
gewicht auf dem Herzen und drückt die Herzkammern zusammen!" Aber auch auf die rechte Seite soll man sich nicht legen, denn da wird angeblich die Leber zusammengepreßt. Da bleibt eigentlich nur die Bauchlabe. Aber bei einer Rundfrage würde man bestimmt feststellen, daß weitaus die meisten es mit Entrüstung von sich weisen würden, sich zum Einschlafen auf den Bauch zu legen, — ganz abgesehen davon, daß das bei manchen Wohlbeleibten auch mit gewissen Schwierigkeiten verbunden fein würde.
Schließlich denkt man „Was heißt hier fieber?!", dreht sich nach rechts und schläft blendend, bis man am Morgen aufwacht und zu seinem Erstaunen entdeckt, daß man nun auf der linken Seite liegt. Tatsächlich hat der Körper aber während des Schlafes nicht nur diese eine Drehung um 180 Grad vollbracht. Es ist nämlich keineswegs gleich ein Anzeichen für große Nervosität oder für Fieberträume, wenn jemand feststellt, daß er in feinem Bett ziemlich „herumgewirtschaftet" hat, wenn das Laken verschoben ist und das Deckbett hinausgeworfen am Boden liegt. Sehr interessante physiologische Untersuchungen haben erwiesen, daß die Skelettmuskulatur des Schlafenden während des Schlafes durchaus nicht untätig ausruht, sondern daß zu einem ungestörten, gesunden Schlaf auch immer eine gewisse Arbeitsleistung gehört.
Alle fünf bis zehn Minuten...
In einem einzigen Universitäts-Institut wurden zum Zweck solcher Experimente nicht weniger als
getan. Als sie mühsam im aufgeweichten Schnee weiterzogen, war die höchste Mittagszeit vorüber und die Stunde her Lawinen war vorbei. In den
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nach vorn gearbeitet. Eben läßt er sich mit einer Zeltbahn zudecken, um unter ihr, beim Schein feiner auf diese Weise vollkommen nach außen unsichtbaren Laterne eine Meldung zu schreiben. Hier kann der Hauptmann mit Recht loben, und auch der Melder, der mit der Meldung zurückgeschickt wird, benimmt sich recht geschickt. Mit einem gewaltigen Satz ist er aus dem Wald heraus, einige Sprünge, und schon ist er im Gelände verschwunden. Bald ist auch das Geräusch feiner klappernden Stiefel verschluckt.
Sv gehen wir noch weiter, stoßen wieder auf einen Spähtrupp von Rot, und gehen dann zurück, um zu beobachten. Auch hier Gutes und Falsches ... Inzwischen ist auch ein Fahrzeug der Kompanie angekommen, das den Morgenkaffee gebracht hat.
Wir steigen in unseren Wagen, und in windender Fahrt geht es hinüber zum bösen Feind, zu Blau! Hier wird zunächst die Meldesammelstelle besucht, dann werden die Sicherungstrupps angesehen.
Doch die Nacht weicht merklich, ehe man es sich versehen hat, ist es 7 Uhr geworden, die Dämmerung setzt ein! Der Leitende möchte die Hebung abbrechen, jedoch der Leitungsstab auf feinen Fahrrädern ist noch nicht heran, er kann bei dem hart gefrorenen Boden nicht so schnell mit. Gegen 7.30 Uhr ist er da, und feierlich, alte Manövererinne- rungen weckend, hallen die Töne des Signals „Das Ganze — Halt" über das Blachfeld...
Da biegt auch schon der Wagen mit dem Kaffee für Blau um die Kirchenecke, und der heiße Trank sorgt für Erwärmung der jungen und alten Soldaten ...
Wir fahren nach der Stadt zurück und hören noch von dem Hauptmann, daß im Anschluß an die Kaffeeausgabe und das Frühstück im Gelände Hebungen mit Kompaß und Skizzenzeichnen statt- sinden.
Fürwahr, hier wird mit Eifer gearbeitet, und wir trennen uns mit Dank und Freude von unserem freundlichen Gastgeber, nachdem wir uns durch den Augenschein davon überzeugen konnten, in wie zweckmäßiger Weise die jungen Daterlandsverteidi- ger geschult werden!
Tann geht es in die frostklare Nacht heraus... M fahren durch den vom Mond silberhell erleuchteten Wald .., nah einer Wegegabel sehen wir ichm von weit her leuchtende Katzenaugen, die laut Vorschrift am Ende jeder Kolonne (hier ist es Hüt) getragen werden, um von rückwärts kommende Fahrer rechtzeitig aufmerksam zu machen! In tadelloser Ordnung, in Dreierreihen, marschieren hier die jungen Soldaten.
Ißir fahren an der Kolonne vorbei bis zum Stelldichein vor. Hier sind schon die bei der Leitung eingeteilten Männer erschienen. Der Leitungsgehilfe gibt beim Schein seiner Taschenlampe den anderen Radfahrern Erklärungen und weist sie in das Gelände ein.
Kurz vor 5 Uhr trifft die rote Abteilung ein. Nach kurzer Unterweisung wird die Aufstellung einge- nommen. Es ist das erste Mal, daß die jungen Rekruten eine solche Hebung mitmachen, und so benimmt sich mancher recht ungeschickt. Auch andere Fehler kommen vor, nicht nur bei den Rekruten! So ist bei Rot vom Abteilungsleiter vergessen mrb-n, das Kennwort bei der Leitung zu ersra- cm. Unb als es nach einiger Zeit bekannt gegeben ist, gibt es doch Männer, die es wieder vergessen haben.
Doch schon vor dem Ausmarsch ist es wichtig, lei solchen nächtlichen Alarmübungen auch das schnelle Ankleiden, das Packen des Tornisters, des Mantels usw. zu üben. Mit Befriedigung nimmt ler Hauptmann die Meldung des Oberfeldwebels entgegen, daß die schnellste Korporalfchaft in 20 Minuten, die letzte in 28 Minuten marschbereit ge- Msen sei. Gerade die Reibungen, welche mit einem seichen nächtlichen Alarm verbunden sind, sind be- seiders lehrreich und bilden eine gute Schule für die weitere Ausbildung des jungen Rekruten, die ihre Krönung schließlich in den Herbstmanövem ftn- bm wird... .
Nun gibt der Hauptmann die einfache Kriegs* läge aus, die mit Kreide auf eine schwarze Tafel maezeichnet wird. Sie ist, wie es nicht nur dem Ernstfall meist entsprechen wird, sondern auch dem Ausbildungsgrad angepaßt ist, denkbar einfach. Die : beiden Ausbildungsabteilungen der Kompanie un- Htr Führung je eines Feldwebels bilden die beiden Parteien. Jede Partei Ijat einen gewissen Abschnitt gegen einen gegenübergemeldeten Femd zu pepern.
hören in der Besprechung noch, daß biewi^e^
der ein Absturz in der Wand, da mußte der ganze Schwung hinunter, dreißig Meter tief, fünfzig Meter tief und es sah aus wie ein Wasserfall, genau so sah es aus, aber der Ton des aufprallenden Schnees war anders: er war dunkel, dumpf, bleiern, das Murren eines sagenhaften Bergtieres vielfach und dvnnerähnlich rollte das Echo in der Bergwelt umher und starb ab, als der Schnee am Fuße der Felswand angelanqt war, wo sich schon ein großer Hügel gebildet hatte, von vielen schwarzen und grauen Steinen besät und punktiert, die dem Lawinenstoß nachgerollt waren oder die er mit- ^Siefe Lawine war ungefährlich, und sie setzte immer wieder an, es war ein ununterbrochenes Rollen und Knistern in der Wand auf die sich fetzt breit und grell die Mittagssonne legte und die der Föhnatem anfuhr, daß die Spitzen rauchten und weiße Staubfahnen aufflatterten. Im Stein des AodiEalters war es noch ruhig, aber es schien, daß auch hier die Bergruhe nicht mehr lange dauern würde Die schneefreien Wände waren passiert, jetzt kamen andere Wände aus abschüssigen Platten und hochlieqenden Schuttbändern, tief im Schnee begraben als habe der Winter auf sie seinen ganzen Schneevorrat geworfen. Diese waren geeignet, das größte Gebrüll auszustoßen, wenn sie unwillig wurden und den Schnee abwarfen. Unb sie kamen in Bewegung, der Zeit nach dauerte es nicht mehr lange. Hm die Ein-Hhr-Stunde mußte alles in Fluß kommen, es war der richtige Tag: Föhn und eine Sonne, die stärker brannte als im Hochsommer. Ich stand da und wartete, erwartungsvoller und gespannter Zuschauer eines Naturtheaters. Zunächst dünkte es, als ob das grelle, blendende und geschliffene Weiß des Bergschnees in ein angeschmutztes Grau übergehen würde, bann waren Wolken über ben Bergkamm gekommen unb roieber weiter gezogen, Wolken wie Blätter, beren Schatten kurz unb runb war, schnell unb roinbgetrieben waren sie vom Schilb ber Sonne verschwunben. Merkwürdige Ver- roanblungen machte im Föhn bas satte Blau bes Himmels burch: es schimmerte blitzschnell in einem glasigen Hellgrün, bem hellblaue Streifen mteber eine Heberleitung zum Dunkelblau gaben, es wölbte sich burchsichtig wie Glas unb zog gleid) barauf fable, stumpfe Schleier an Währenb ich Mich noch an ben himmlischen Fa.rbenspielen ergötzte, war bie große Löwin ber Berge aus bem Winterkafig gesprungen unb hatte unter Geheul, Donner unb Lärm' ben Talsprung begonnen. Unter ber allerhöchsten Gipfelwanb, wo ein breites unb gewaltiges Schneebrett hing, hatte sie ihren Anfang genommen und ununterbrochen rutschte ihr von dort der
Unser 8 L.-Mitarbeiter hatte kürzlich Gelegenheit, einer Nachtübung beizuwohnen, welche eine Schützenkompanie unserer jungen Wehrmacht durchsührte.
.. „Also morgen früh 4 Uhr Abfahrt zur Nacht- ibur.g." Punkt 3 Uhr schnarrt ber Wecker. Mit einen Satz raus unb ans Fenster: Es ist ziemlich $|>U, ber Mond glänzt, es scheint kalt zu sein, ekchrell angezogen, in die hohen Stiefel, und fertig »irrmcht. Da gibt ber Kraftwagenführer unten schon llis Zeichen! Schnell herunter, unb in faufenber ?-ah't geht es mit bem Kompaniechef zunächst zur :-aftrne ... Schon von weitem zeigt ber Haupt- inm auf eine erleuchtete Fensterreihe: „Mein Hoitpanierevier! Ich habe bie Kompanie um .j.3O Uhr alarmieren lassen. Wollen mal sehen, nie es geklappt hat". — Wir gehen ins zweite Stockwerk herauf, in ben Unterridjtsraum. Knapp .nd klar melbet ber Dberfelbroebel bie Unteroffiziere ,nd Gefreiten zur Befehlsausgabe zur Stelle.
3er Kompaniechef läßt bie Funktionsunteroffi- jicre abtreten, unb gibt zunächst ben Uebungszweck tetonnt. Bei ber einjährigen Dienstzeit müssen solche lad)tübungen schon sehr früh in ber Ausbilbung lins.'tzen. Hauptzweck ist zunächst, ben jungen Rekruten bas Gefühl ber Unsicherheit im Dunkeln, bas )er Neuling oft hat, zu nehmen, ihn lehren, sich bild) in ber Dunkelheit im Gelänbe wie am Tage zu jeoegen Ferner soll Sicherungs- unb Spähbienst bei Nacht, Melbebienst mit Skizzenzeichnen, ber Wrauch bes Kompasses unb bas Zurechtfinben bei Hacht geübt werben! —
In Berlin sieht man einen großen Autobus, der eine Fisch-Kochlehrküche birgt. Die Küche wirbt für einen gesteigerten Verbrauch von Fischen. Den Hausfrauen werben aus ben Fenstern des Wagens Kochanweifungen gereicht. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Im Lange, die Mes: Feuilleton: Teil: Ernst Verantwort- )or Stimmet i: Brühl'sche Lange,K.-G,
Mch 25 U I 5 Ps. mehr, I, itags 15 Ps, ehr.
i 1935 gültig. 1
n Auf ber einen Seite stand die äerklüftete West-
j (P vanb des Watzmannberges, noch mit Schnee be- bett, auf der anderen hatte der Zochkalter den «° . 1 -rauen, zerrissenen Steinleib herangeschoben und da
■ Ife die Südseite war, hatte di- Sonne bereits mach, lüg im Schneebewurf gearbeitete die Wand war an lliielen Stellen schneedünn und wo sie ganz steil ao- llljr lrach und sich weit herausbuchtete, war sie! Jogar Ebel" statt' I schon schneefrei. Die Steine waren naß, dunkel von „äleittt. Feuchtigkeit und tropften. Manchmal polterte is bumpf im Berg, ein kurzes Pfeifen schnitt burch ff aller He Luft unb enbigte mit einem matten schlag auf
■- - ter schneeverharschten Talsohle: Vorsicht war 9
loten, die Stunde ber Mittagshohe kam naher, der Steinschlag nahm zu. Ueber D« ^erfaHenen 3m- I Kenburg ber Palfenhörner war eme unertragl.che, k-eschliffene Luftklarheit, ^nz kristallisches M l durchsichtig, gläsern, makellos bas sich aoer oa I ^rfchleierte- denn Föhnwind drang über den ©rat
| 3uft in den Bergkeffel, der nach einen r,c,en ^Um^ies?"Z°tt"°ntftand em^Geräusch hachob°n.
\ j 6s war nicht beträchtlich und har -^f.ch°w>e Knat I ern an sandte dunklere Tone aus, dann wieder d-llere und schrillere, brach mw-rm'tt-lt ab und 'ing wieder an zu heulen, wurde star -r und kna mite Peitschenhiebe, wie °°n R,- chlagen, durch die warme Luft. Erst s Ohr danach ein, dann suchte 21 9 ^gliederten Wand. Wo war das? Wo kam das Geräusch her? Nun war es entdeck In den ^ie hlanfen ber Kalkgiganten waren ^e e REu I peferbt, gefressen unb gegraben uanh
kährigem Winter und unendlichen R 9 9 flunfel- Rillen waren lebendig; denn einer s ch
' Mulde bes Mittelbaus waren Schneewächten in Ve ' megung gekommen, kein Wunber beii biefein teufh sschen Föhn, ber alles zum Wochen menschlichen den Bergen herumstürte unb in den Bahn Merven, Schnee rollte seine oorgeze.chnete Bah^ lhinab, von zahllosen Lawinen schon b f ) ■ ,
'Bahn, bie sich oft verengte unb dann em schluchz ^ähnliches Aussehen annahm. Manchmal sah bie Schneebewegung nicht mehr, sie war. ‘ au ben, eingeschluckt, ober zeichnete sich £
' genug für das geblendete Auge von den Schnee- - halben ab, worüber sie abfuhr, aber bann kam w


