Overheffen.
Seiratssitzung der Industrie- und Handelskammer Jrieoberg in Hirzenhain.
Die Industrie- und Handelskammer Friedberg hielt in Hirzenhain eine Beiratssitzung ab, um auch hierdurch die engen Beziehungen mit der be- zirkseingesessenen Wirtschaft zu pflegen und zu fördern.
Der Präsident der Kammer von der Emde (Friedberg) begrüßte die erschienenen Herren und widmete dem verstorbenen seitherigen Mitglied der Kammer Ludwig Hohmann sen. (Laubach) einen ehrenden Nachruf. Gleichzeitig führte er das neue Laubacher Beiratsmitglied Willi Michel in fein Amt ein. 1
Der Syndikus der Kammer Dr. Göbel (Friedberg) berichtete über die Neuerungen in der Organisation der gewerblichen Wirtschaft. Ausgangspunkt fei das Gesetz zur Vorbereitung des organischen Aufbaues der deutschen Wirtschaft vom 27. Februar 1934 und dessen Durchführungsverordnungen vom 27. November 1934 und 25. September 1935. Durch den Erlaß des Reichswirtschaftsministers vom 7. Juli 1936 fei eine Verbindung zwischen den Industrie- und Handelskammern und den verschiedenen Gruppen der gewerblichen Wirtschaft hergestellt worden. In den Wirrschaftskammern seien die beiden Zweige der Organisation zusammengefaßt. Jede Wirtschafts- kammer — für das hiesige Gebiet fei die Wirt- schaftskammer Hessen, Sitz Frankfurt a. M., zuständig — bestehe aus verschiedenen Abteilungen bzw. Unterabteilungen, und zwar aus einer Abteilung für Industrie- und Handelskammern, einer Jndustrieabteilung und Unterabteilungen für die der Reichsgruppe Handel angehörenden Wirtschaftsgruppen (Groß-, Ein- und Ausfuhrhandel, Einzelhandel usw.). Der Vortragende gab der Hoffnung Ausdruck, daß in den Wirtschaftskammern eine neue wirkliche Selbstverwaltungsstelle der Wirtschaft geschaffen sei und daß die gesunde Tradition der Industrie- und Handelskammern, die immer schon unter gesamtwirtschaftlicher Blickrichtung zu arbeiten gewöhnt waren, den neuen Wirtschaftskammern zugute komme.
Im weiteren Verlauf der Sitzung sprach Syndikus Dr. Göbel über die Neuordnung des öffentlichen Auftragswesens. Mit der starken Zunahme der öffentlichen Aufträge infolge der Arbeitsbeschaffung und der Wiederwehrhast- machung sei die Frage einer möglichst zweckmäßigen, räumlicken und zeitlichen Verteilung der Aufträge dringlich geworden, um damit eine gleichmäßige Berücksichtigung des gesamten Reichsgebietes zu erreichen. Dies habe bestimmte Neuerungen auf dem Gebiete des öffentlichen Auftragswesens zur Folge gehabt. Die Reichsausgleichsstelle für öffentliche Aufträge hätte die räumliche und zeitliche Verteilung zentraler Reichsaufträge vorzunehmen, und die Bezirksausgleichstellen hätten für die zweckmäßige und ausgleichende Verteilung der Aufträge auf die Betriebe ihres Bezirkes zu forgen. Für den hiesigen Bezirk fei eine Bezirksausgleichstelle in Frankfurt a. M. errichtet. Da die Bezirksausgleichstelle in stetiger Arbeitsverbindung mit der Industrie- und Handelskammer stehe, sei die Gewähr gegeben, daß die einzelnen Firmen ihrer besonderen Notlage und Leistungsfähigkeit entsprechend berücksichtigt würden.
Schließlich wurden die Auswirkungen des Ein- zelbandelsschutzaefetzes besprochen und der Meinung Ausdruck gegeben, daß die in Aussicht genommene Neugestaltung des Einzelhandels- fchutzgesetzes baldigst erfolgen möge.
Im Anschluß an die Sitzung wurde eine ein- aehende Besichtigung der Eisenwerke Hirzenhain vorgenommen. Unter sachkundiger Führung bekamen die Teilnehmer einen wertvollen Einblick in die Arbeitsweise und Einrichtung dieses bedeutenden Unternehmens des Kammervezirks, das vor allem Oefen, Badewannen und Sanitätsguß erzeugt und das auf eine lange Vergangenheit zurückblicken kann.
Mit der Fahrt war ein Betriebsausflug verbunden, der auch nach dem schönen Hillersbachtal führte, wo die Teilnehmer mehrere Stunden in Kameradschaft und Geselligkeit verbrachten.
Heichslnstschuhbnnd Busecker- und Lumdatal.
Im Zuge der Verdunkelungsübungen innerhalb der Ortsgruppe Busecker - und Lumdatal des Reichsluftschutzbundes fanden in Mainzlar und Daubringen zwei Verdunkelungsübungen statt. Beide Uebungen können als durchaus zufriedenstellend bezeichnet werden. Aus freien Stücken schloffen sich die Didier-Werke in Mainzlar der Verdunkelungsübung an. Pünktlich um 20 Uhr lagen Mainzlar und das Werk im Dunkeln. Es war, da außerdem etwas trübes Wetter herrschte, nicht ein Haus- zu sehen, nicht einmal die Umrisse des Ortes. Lediglich das Aufflammen der roten Signallampen der Posten an den Ortseingängen bei der Ankunft eines Fahrzeuges verriet, daß hier eine menschliche Siedelung ist. Aehnlich gestaltete sich die Verdunkelungsübung im benachbarten Daubringen. Am Schluß der Uebungen fand eine eingehende Besprechung der Blockwarte und Luftschutzhauswarte in Anwesenheit der Ortspolizeibehörde und eines Teil der Feuerwehr statt. Ortsgruppenführer Dr. Haas, Alten- Buseck, wies auf die Bedeutung der Verdunkelung hin und hob die Disziplin der Bevölkerung beroor. Ferner empfahl er, an Stelle der behelfsmäßigen Verdunkelunasmittel allmählich dauerhaftere und zweckmäßige "Mittel, die jederzeit greifbar sind, herzustellen.
Am kommenden Donnerstag beginnt in Daubringen ein Kursus für LS.-Hauswarte. Im Bereiche der Ortsgruppe laufen gegenwärtig 6 Schulungskurse.
Glück im Llnglück.
* Climbach (Kreis Gießen), 26.Okt. Am gestrigen Sonntagnachmittag ereignete sich auf der steil abfallenden Landstraße von Climbach nach Allen darf o. d. Lda. ein eigenartiger Ver- kehrsunfall, der zum Glück noch glimpflich verlief. Eine Gruppe von drei Radfahrern fauste
auf ihren Rädern die steile Landstraße hinunter. Dabei hatte einer der Radler das Pech, eine Frau anzufahren, so daß beide zu Fall kamen. Da die beiden nachfolgenden Radler ihre Maschinen nicht schnell genug zur Seite lenken konnten, fuhren sie über den am Boden liegenden Radler und über die Frau hinweg, wobei sie ebenfalls stürzten. Wie durch ein Wunder kamen alle vier nur mit einigen kleinen Hautabschürfungen und dem Schrecken davon, auch die Fahrräder sollen nahezu unversehrt geblieben fein.
Ser Alice-Frauenverein im Kreis Schotten.
(D Schotten, 26. Okt. Die Mitglieder- Versammlung des A l i c e - F r a u e n v e r- eins, Kreisverein Schotten, war sehr gut besucht und ließ ein stets zunehmendes Interesse and er Sache des Roten Kreuzes erkennen. Nach dem Siegheil auf den Führer erstattete die Kreis- vorsitzende, Frau Hanna Widmann, den Jahresbericht, in dem besonders darauf hingewiesen wurde, daß der Bereitschaftsdienst im Kreis Schotten durch die Neuausbildung von weiblichen Hilfskräften (Helferinnen und Samariterinnen) erfreuliche Fortschritte macht: In diesem Zusammenhang wurde auch bemerkt, daß mit Beginn des Monats November ein weiterer Ausbildungs-Lehrgang in Schotten veranstaltet wird, zu dem Neuanmeldungen noch sehr erwünscht sind. Ferner wurde als Winterarbeit des Kreisoereins die Beschaffung und Anfertigung von Krankenwäsche für den Bereitschaftsdienst angeregt, was einen besonderen Einsatz von Opferwilligkeit und Stiftungsfreudigkeit erforderlich macht. Letzteres gilt auch ganz besonders für den hiesigen Kindergarten des Älice-Frauenoereins, dessen Betreuung und Erhaltung die wichtigste Aufgabe des Ortsvereins ist. Weiter wies die Vorsitzende darauf hin, daß die Mitarbeit der Rotkreuzfahnen im Mütterdienst, bei dem Winterhilfswerk und bei der NSV. eine Selbstverständlichkeit für alle Vereinsmitglieder fei. Nach diesem Jahresbericht erfolgt ein Ueberblick über die Kassenverhältnisse. Mit einem warmen Appell zur weiteren eifrigen Mitarbeit wurde der offizielle Teil der Versammlung geschlossen. Man blieb noch einige Stunden beieinander zu gemütlichem Zusammensein und Gedankenaustausch über die gegebenen Anregungen.
EandFreie Gießen
CO Klein-Linden, 26. Okt. Am gestrigen Sonntag beging unsere evangelische Kirchengemeinde ihr Kirchweihfest. Bis auf den heutigen Tag hat das Fest feinen rein kirchlichen Charakter behalten. Der Posaunenchor blies am frühen Sonntagmorgen, nach altem Brauchtum, den Weckruf. Im stark besuchten Festgottesdienst hielt Herr Pfarrer König die Festpredigt und knüpfte an die Erbauung der jetzigen Kirche im Jahre 1866, also vor nun siebzig Jahren, an. Abends feierte die kirchliche Gemeinschaft im Germerschen Sälchen ihr Kirchweihfest.
8. Lang-Göns, 26. Okt. Am Freitag und Samstag wurde vom hiesigen Jungvolk eine Brotsammlung für das WHW. durchgeführt. Mit geschmückten Leiterwägelchen zogen die Jungen durchs Dorf. Es wurden nahezu 200 Laib Brot gespendet.
<D ©rüningen, 26. Okt. Durch Anordnung der Bürgermeisterei sind alle Obstbaumbesitzer verpflichtet, Kleberinge zum Schutze gegen die Frostspanner anzulegen. Eine große Anzahl Landwirte ist dieser Verpflichtung nachgekommen. Den Säumigen werden Kleberinge um die Bäume auf ihre Kosten angelegt.
wx. © r o ß e n - B u s e ck, 27. Okt. Bei derBrot - Sammlung des Jungvolks für das WHW. wurden in unserer Ortsgruppe insgesamt 45 7 Brote gesammelt. Davon entfallen auf Großen-Buseck 316, auf Burkhardsfelden 114 und auf Oppenrod 27 Brote. Die gesammelten Brote wurden im Saale der Kochschule von den Jungmädels verpackt und dann mit einem Lastwagen nach Vilbel gebracht.
<£ Reiskirchen, 27. Okt. Die in unserem Orte durchgeführte Brotsammlung durch das Jungvolk erbrachte 101 Brote. — Die Arbeiten an der Reichsautobahn in unserer Gemarkung sind jetzt in vollem Gange. Gegenwärtig ist man damit beschäftigt, den Mutterboden abzuheben, der später wieder Verwendung finden soll. Am Samstag mußten auch mehrere Holzhauer eingesetzt werden, die die Strecke an verschiedenen Stellen durch Abschlagen der Bäume um 2 bis 3 Meter auf beiden Seiten verbreitern.
# Mainzlar, 26. Okt. Die vom Jungvolk durchgeführte Brotsammlung ergab insgesamt 110 Brote. — Dieser Tage wurde der hier geerntete Flachs an die Flachsrösterei verladen.
+ Staufenberg, 26. Okt. In unserem Orte wurden durch das Jungvolk 100 Brote gesammelt.
)( Lich, 26. Okt. Am Mittwoch, 28. Oktober, kann Frau Margarete Mitnacht, geb. Lotz, Witwe des Brauers Johann Martin Mitnacht, in körperlicher und geistiger Rüstigkeit das 91. Lebensjahr vollenden. Frau Margarete Mitnacht ist die älteste Fran unserer Stadt. Trotz ihres hohen Lebensalters verrichtet sie noch alle häuslichen Arbeiten.
Kreis Friedberg.
* Bad-Nauheim, 27. Okt. Georg Karn, Oberbademeister beim Hessischen Staatsbad Bad- Nauheim, und dessen Ehefrau Margaretha, geb. Schäfer, feiern am Mittwoch, 28. Oktober, das Fest der silbernen Hochzeit.
Kreis Büdingen.
O Nidda, 26. Okt. Die Mäuseplage in den Gemarkungen verschiedener Gemeinden der Umgebung zwingt zur planmäßigen Bekämpfung durch Gift. Auf manchen Aeckern wurden zahlreiche Kartoffeln derart angenagt, daß nur noch ein unverwendbarer Teil übrig blieb; ebenso litten auch die Dickwurz. Noch ein anderer Nager tritt hier auf: die Wühl- oder Sch ar maus, die nach dem Abernten von Feld und Garten ihren Hunger durch die Wurzelrinde der Obstbäume zu stillen sucht. Durch Gift oder Fallen sucht man dem gefährlichen Nager zu Leibe zu gehen.
Kreis Schotten.
CO Ruppertsburg, 27. Okt. Zwei Ehepaare konnten in diesen Tagen in unserem Orte silberne Hochzeit feiern. Es sind dies der Feldschütz Heinrich Schad und seine Ehefrau Margarete, geb. Eifert, sowie der Milchkutscher Hermann Diel und seine Ehefrau Emma, geb. Rinker. Den Jubelpaaren wurden aus allen Kreisen der Bevölkerung zahlreiche Glückwünsche und Geschenke übermittelt. — Im hiesigen Gemeindesaal wurde dieser Tage eine Versammlung des Reichs bundes der Kinderreichen abgehalten. Ortsgruppenleiter Bürgermeister Lind begrüßte die Teilnehmer insbesondere auch Gäste aus den Nachbar- orten. Anschließend hielt der Kreisgeschäftsführer Vierheller, Schotten einen Vortrag über die hohe Bedeutung des Bundes im Dritten Reich und seine wichtige Arbeit, insbesondere auf rassischem Gebiet.
Kreis Alsfeld.
Homberg a. d. O., 27. Okt. Das sechsjährige Töchterchen eines Friseurmeisters erlitt einen Unglücksfall. Um ein Bügeleisen vom Herd zu holen, stieg das Kind auf das Herdschiff; der Deckel glitt dabei Zur Seite und das Mädchen geriet mit einem Bein in das kochende Wasser. Das bedauernswerte Kind erlitt schwere Brandwunden und liegt in bedenklichem Zustand darnieder. — Die Gaufilmstelle der NSDAP, veranstaltete in der Stadthalle eine Filmvorführung. Die Filme „Sport und Soldaten" und „Jugend der Welt" wurden mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.
Preußen.
Kreis lveßlar.
<£ Rodheim a. d. Bieber, 24. Okt. Nach längerer Pause veranstaltete gestern abend im Ben- derschen Saale die Gaufilm stelle Hessen- Nassau wieder einen Film ab end, der zu einem vollen Erfolg wurde. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gegeben wurde der Ausstattungsfilm „Die Csardasfürstin", der von der ersten bis zur letzten Minute fesselte. Auch das Beiprogramm war gut gewählt. Ortsgruppenleiter Karl Keller erinnerte in einer Eröffnungsansprache an die Großtaten der nationalsozialistischen Revolution, in die sich auch die Versorgung der Landbevölkerung mit guten filmischen und theatralischen Veranstaltungen der Gaufilmstellen, sowie der NSG. „Kraft durch Freude" würdig einreiht. Seine Ankündigung einer jetzt wieder schnelleren Aufeinanderfolge solcher Unterhaltungsabende wurde mit Dankbarkeit und Freude ausgenommen, wie auch der Gruß an den Führer, mit dem der Redner den Abend eröffnete. Der Veranstaltung war in den Nachmittagstunden eine Kindervorstellung voraufgegangen, die auch recht gut besucht war.
± Waldgirmes, 26. Okt. Seit Wochen wird unsere Kirche innen und außen einer gründlichen Renovierung unterzogen. Außer den hiesigen Bauhandwerkern wirken zwei Kunstmaler aus Wiesbaden unter Leitung von Kirchenbaurat Hofmann aus Herborn mit. lieber den seitherigen Fußboden im Schiff wurde ein neuer isolierter Boden gelegt und in die Kirche elektrische Heizung gebaut. Auch die Lichtanlage yat man geändert, so daß nur an den Wänden und Säulen elektrische Lichtkerzen sind. Die Gesamtkosten der Erneuerung
betragen über 5000 Mark. Die Gottesdienste finden in dem neuen Vereinshause statt.
Sie hessischenSänger tagten in Worms.
Lpd. Worms, 26. Okt. Am Wochenende hielt der Gau XIII Hessen-Darmstadt im Deutschen Sängerbund seine diesjährige Tagung ab, zu der Vertreter aller hessischen Gauoereins erschienen waren. Die Beratungen begannen mit den Verhandlungen des Gauführerrats und des Hauptmusikausschusses, wobei der stellvertretende Gauführer Born- Darmstadt sich mit den gegenwärtigen Nöten und Schwierigkeiten in der Sängerbewegung befaßte. Starke Beachtung fanden die Mitteilungen des Gaurechners Direktor Brück» mann-Offenbach. Danach ist die Zahl der Sän- ger von 48 000 in 1118 Vereinen im Jahre 1934 auf 39 000 Sänger in 996 Vereinen im Jahre 1935 und schließlich auf 36 000 Sänger in 1072 Vereinen im Jahre 1936 gesunken. Die eigentliche Gautagung stand unter der Leitung von Ministe- rialrat R i n g s h a u s e n, der auf die Aufgabe und den Weg der deutschen Sänger hinwies und die Sänger aufforderte, den Wea des deutschen Liedes zu gehen, dann würden sie Die Straße gehen, die da heißt, Deutschland. Am Nachmittag fand ein großes Kreiskonzert statt, bei dem die gesamte Wormser Sängerschaft, ein großer Knabenchor und eine Militärkapelle mitwirkten.
Rundfunkprogramm
Mittwoch, 28. Oktober.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Werkskonzert. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 14.20: Die schöne Stimme (XXIII). 15: Volk und Wirtschaft. 16: Alte und neue Kammermusik. 16.30: Von Freiburg: Anläßlich der alemannischen Kulturwoche: Unterhaltungsmusik Freiburger Komponisten. 17.30: HJ.-Funk: Wir blättern um. Bücher für HI. und BDM. 18: Unser singendes, klingendes Frankfurt. 19.45: Kampf dem Verderb! 20: Nachrichten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Abendmusik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Nachtmusik und Tanz.
Donnerstag, 29. Oktober.
6 Uhr: Wach auf, du deutsches Land. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nur Koblenz-Trier: Nachrichten. 10: Schulfunk: Volksliedsingen. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Wetterbericht. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Klingendes Kunterbunt. 15: Volk und Wirtschaft: Immer wieder Kaffeeverbrennung. 15.15: Kinderfunk. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Bücherfunk. 17.45: „Das Volk lebt im Buch" Ein Zwiegespräch zwischen Buchhändler und Volksbibliothekar anläßlich der „Woche des Buches". 18: Konzert. 19: Der Kreglinger Schrein. Kleines Funkspiel anläßlich der „Woche des Buches". 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Orchesterkonzert. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Nachrichten der DAF.
fiommunalDolitifäje Tagung in Alsfeld.
5) Alsfeld, 25. Okt. Hier fand im „Deutschen Haus" unter dem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Völsing eine Tagung der Kreisabteilung Alsfeld des Deutschen Gemeindetags .statt, bei der alle Gemeinden des Kreises, mit Ausnahme von zwei, durch ihre Bürgermeister oder Beigeordneten vertreten waren. An der Sitzung nahm auch der geschäftsführende Direktor der Landesdienststelle Hessen-Hessen-Nassau des Deutschen Gemeindetags, Dr. G ö b - Frankfurt a. M. teil.
Zu Beginn der Tagung gedachte der stellv. Kreisdirektor, Regierungsrat Dr. Krüger, in ehrenden Worten des kürzlich verstorbenen Bürgermeisters Julius Lang in Strebendorf, dessen Pflichttreue er hervorhob.
Darauf hielt Direktor Dr. G ö b einen bedeutsamen, eineinhalbstündigen Vortrag über „Wichtige kommunalpolitische Gegenwartsfragen".
Der Redner gab zunächst einen Ueberblick über die Leistungen auf dem Gebiete der Gemeindepolitik im Dritten Reich. Hinsichtlich der Stellung des Bürgermeisters sei erwiesen, daß sich das Führerprinzip im allgemeinen bewährt habe. Der Bürgermeister müsse immer die großen Ziele des Nationalsozialismus im Auge haben, dürfe sich nicht in Kleinigkeiten verlieren und fein Bürokrat fein, der nur Akten erledige.
Gewaltige Leistungen habe der Nationalsozialismus seit der Machtübernahme auf kommunal- politischem Gebiete vollbracht. Der Führer habe die deutschen Gemeinden, die zu Beginn des Jahres 1933 vor dem finanziellen Ruin standen, wieder zur Gesundung geführt. Heute seien in den meisten deutschen Städten die Voranschläge wieder ausgeglichen, bis auf gewisse Notstandsgebiete, zu denen im Gau Hessen-Nassau die Stadt Offenbach gehöre. Auch an der Gesundung dieser Gebiete werde mit aller Energie gearbeitet. Als ganz besondere Leistung sei vor allem die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zu erwähnen; während im Jahre 1932 2,7 Millionen Wohlfahrtserwerbslose vorhanden waren, welche die Gemeinden belüfteten, beträgt deren Zahl gegenwärtig nur noch eine Viertel Million. Die Arbeitslosigkeit sei schon fast ganz beseitigt. Weiter sei zu erwähnen die gewaltige Arbeitsbeschaffung der letzten drei Jahre, bei welcher die Gemeinden stets in vorderster Front gestanden hätten.
Durch den vom Führer geschaffenen Einheits- ftaat und durch die Vereinheitlichung der deutschen Gemeindeverfassungen durch die neue Deutsche Gemeindeordnung sei ein langgehegter Wunsch in Erfüllung gegangen. Aufgabe des Bürgermeisters fei es, die Selbstverwaltung zu verwirklichen. Die Staatsaufsicht fei keinesfalls ein Hindernis für die Selbstverwaltung.
Bezüglich der"Mitarbeit der Gemeinderäte wies Dr. G ö b darauf hin, daß sich ihre Mitwirkung sowohl auf die Beratung der kommunalpolitischen Aufgaben, als auch auf die staatspoli-1
tischen Aufgaben erstrecke. Wichtig fei auch die Zusammenarbeit des Bürgermeisters mit der Partei.
Ein besonders wichtiges Problem fei Die Führung einer volksnahen Gemeindepoli- t i k. Die Bürgerschaft solle die Maßnahmen der Gemeindeverwaltung verstehen lernen. Dafür sei ein geeignetes Mittel die Abhaltung von Bürgerversammlungen durch den Bürgermeister und die Aufklärung durch die Presse.
Der Redner behandelte sodann Einzelfragen aus der Deutschen Gemeindeordnung. Hierbei teilte er u. a. mit, daß demnächst eine weitere Durchführungsverordnung zur Deutschen Gemeindeordnung für einzelne Gebiete erscheinen werde. Bezüglich der Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Bürgermeister gab der Redner bekannt, daß sich der Deutsche Gemeindetag mit allem Nachdruck dafür einsetzen werde, daß vorhandene Härten beseitigt werden.
Die hessische Maßnahme, benachbarte, kleinere Gemeinden durch einen Bürgermeister verwalten zu lassen, habe sich als sehr zweckmäßig erwiesen. Gegenstand besonderer Prüfung fei die Lage des Kasse- und Rechnungswesens in den Gemeinden, insbesondere werde die Ausbildung der Rechner in besonderen Kursen, sowie die Anstellung hauptamtlicher Rechner für mehrere Gemeinden erwogen.
Zusammenfassend stellte der Vortragende fest, daß es auch in den deutschen Gemeinden aufwärts und vorwärts geht. Aus dieser Erkenntnis folgt das Bekenntnis zur Mitarbeit. Darüber hinaus müssen die Gemeinden auch im nationalsozialistischen Geiste geführt werden. Für diese Aufgaben seien die Bürgermeister die Pioniere. Der lehrreiche Vortrag fand lebhaften Beifall.
Als nächsten Gegenstand der Tagung behandelte Steuerpraktikant Schrander vom Finanzamt Alsfeld das Thema:
„Die Ausstellung der Steuerkarten für das Jahr 1937“.
Hierzu gab der Vorstand des Finanzamts Alsfeld, Regierungsrat B e h r e n d , einige einführende Erläuterungen über die Bedeutung und die Wichtigkeit der Steuerkarten. Der Vortragende erläuterte die einzelnen Bestimmungen über die Ausstellung der Steuerkarten in anschaulicher und klarer Weise.
Oberstudiendirektor Dr. Hainer (Alsfeld) als Kreisluftschutzführer gab bekannt, daß demnächst
die Schulung der Luftschuhhauswarle im kreise Alsfeld
beginnen werde und erbat dazu die Mitwirkung und Unterstützung durch die Bürgermeister.^ Als Ortspolizeiverwalter seien sie in erster Linie für die Durchführung der Luftschutzmaßnahmen verantwortlich.
Der Kreisobmann, Bürgermeister Dr. Völsing, schloß die mehrstündige lehrreiche Tagung mit dem Treugelöbnis für den Führer.
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