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Wilhelm Lange.
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1. Juni 1935 gültig.
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Hr. 200 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Donnerstag,27.August 1936
Raum und Volk in Spanien.
Don Otto Eorbach.
Nicht umsonst hat sich bei uns im Volke die Redensart gebildet, es komme einem „spanisch" vor, wenn etwas fremd und befremdend wirkt. Auch die gegenwärtigen blutigen Ereignisse in Spanien haben für uns soviel Unverständliches und Rätselhaftes, als ob sie sich in einem anderen Weltteil vollzögen. Wir unterscheiden uns dabei kaum von anderen Europäern nördlich der Pyrenäen. Dieser gradlinige hohe Gebirgszug bildet einen so verkehrsfeindlichen Wall, daß er selbst Frankreich von seinen südlichen Nachbarn fast völlig absondert. Soweit sich dennoch Fäden hinüber und herüber spannen, waren die Wirkungen auf spanischer Seite örtlich eng begrenzt. Sie prallten an neuen Berg-Sperrketten ab. Keine natürlichen Handelswege führen zwischen Mittelmeer und Atlantik oder zwischen Mittelmeer und Nordwesteuropa durch Spanien. Für den jeweiligen Weltverkehr war es immer bequemer, das schwer zugängliche Innere der ibirischen Halbinsel, in Hochland von 700 Meter mittlerer Höhe, die „Meseta", zur See durch die Straße von Gibraltar, zu Lande durch das Garonne-Tal z u umgehen. Vom Mittelmeeroerkehr werden nur schmäle Küstenstreifen unmittelbar berührt, die mit der Küste gleichlaufende Gebirgsketten dafür frei lassen. Den am meisten meerbestimmten Teil der Halbinsel nimmt Portugal ein, dessen Absonderung den kontinentalen Charakter Jnnerspaniens steigert. Dem spanischen Gebiet gehören wenig schiffbare Flüsse und wenig gute Häfen an. Geologische, geographische, klimatische und politische Verhältnisse' erschwerten die Herausbildung eines einheitlichen Volkscharakters, zumal die rassische Zusammensetzung der Bevölkerung sowohl vom übrigen Europa wie von Afrika und Asien her bestimmt wurde.
Von den Urbewohnern der iberischen Halbinsel kamen Iberer aus Nordafrika, Ligurer aus Gegenden jenseits der Pyrenäen. An der Westküste strandeten Kelten, die dem Lauf der Flüsse folgend zu den Quellen des Tajo und Duero vordrangen. Als Reste der Urbevölkerung gelten die Basken, Ligurer mit starkem iberischem Einschlag. Schon um 1100 v. Ehr. gründeten die Phönizier an den südlichen Küstenstrichen Niederlassungen, vor allem Cadiz. Vom 6. vorchristlichen Jahrhundert an hatten sie mit Iberern und Kelten zu kämpfen, die 240 v. Chr. die Karthager zu Hilfe riefen. Diese schufen sich besonders in Barcelona, der „Stadt des Bar- kas", und Cartagena (Neu-Karthago) Stützpunkte, die sie nach dem zweiten punischen Kriege an die Römer verloren. Es war der Reichtum der spanischen Erde an Zinn und edlen Metallen, der die antiken Kulturvölker anlockte. Nur dank ihrer svanischen Minen konnten die Karthager den Römern so schwer und so lange zu schaffen machen. Sklavenarbeit in den Minen war offenbar die Hauptsache, weshalb die Ureinwohner so verzweifelte Anstrengungen machten, sich der jeweiligen fremden Eindringlinge zu erwehren. 200 . Jahre dauerte es, bis die Römer ihre Herrschaft fest begründet hatten. Einmal römische Provinz > geworden, gab Spanien einen wichtigen Bestandteil des Imperiums ab. Es schenkte ihm Herrscher wie Trajan, Hadrian und Marc Aurel, Schriftsteller wie Seneca. Die römische Epoche nahm erst ihr Ende mit dem Eindringen germani- ser Stämme-, zuerst, um 409, kamen Sueven, ' Alanen und Vandalen (Andalusien), später W e st- g o t e n, die unter ihrem König Eurich, 466—484, mit dem lebten Rest römischer Herrschaft aufräumten. Nachdem die Westgoten vom arianischen zum katholischen Glauben übergetreten waren, verschmolzen sie mit den ebenfalls christlichen seßhaft gewordenen Römern, die umso zahlreicher waren, als Rom Jahrhunderte hindurch Legionäre in Spanien angesiedelt und dafür spanische Söldner in entlegene Reichsteile verpflanzt hatte. So erklärt sich der römische Charakter der kastilischen Sprache, die mit der Zeit die meisten übrigen Dialekte verdrängte.
Streitigkeiten der Geistlichkeit mit dem Komg
Witiza, den sie vom Thron zu stürzen vermochten, reizten dessen Söhne dazu auf, d ieLlraber ins Land zu rufen. 711 landeten diese unter ihrem Feldherrn Tarik bei Gibraltar. Tarik soll die Schiffe, die er zum Transport seiner Truppen verwendete, der Zerstörung durch Feuer preisgegeben haben, ein Beispiel, das bekanntlich Cortez für die Eroberung Mexikos nachahmte. In der Schlacht bei Jerez de la Frontera erlitten die Westgoten eine vernichtende Niederlage. In kurzer Zeitspanne konnten die Araber ihre Herrschaft fast über die ganze Halbinsel ausbreiten.
Unter klugen arabischen Herrschern erhielten Handel und Wandel einen lebhaften Impuls, tarnen Kultur und Wohlstand zu prächtiger Entfaltung. Um das Jahr 1000, wo das Kalifat feinen Höhepunkt erreichte, soll Cordoba eine halbe Million Einwohner gehabt haben. Auch Sevilla, Granada und Toledo sollen niemals wieder eine solche Glanzzeit erlebt haben wie damals. Im Norden und Nordosten hatten sich kleine christliche Für- st e n in der Macht behauptet, die ihr Gebiet allmählich auf Kosten der arabischen Herrschaft auszudehnen vermochten. Im 11. Jahrhundert nahmen die Königreiche Leon, Kastilien, Aragonien und Navarra wieder ungefähr die Hälfte der Halbinsel ein. 1139 wurde die im Jahre 1094 von Kreuzfahrern unter einem burgundischen Hause begründete Mark Portugal Königreich. Die Entwicklung eines einheitlichen spanischen Königreichs wurde 1479 durch die Heirat Ferdinands V. von Aragonien mit Isabella von Kastilien zum Abschluß gebracht. 1492 verloren die Araber mit Granada ihren letzten Halt auf europäischem Boden.
Ferdinand und Isabella zögerten nach der Einnahme Granadas nicht länger, von den ihnen längst angebotenen Diensten des Genuesen Christoph Kolumbus Gebrauch zu machen, der auf westlicher Fahrt zu den Schätzen Indiens und des Fernen Ostens zu gelangen hoffte, von denen die Eroberungen der Seldfchuken das Abendland abgesperrt hatten. Es läßt sich schwer entscheiden, ob es für das spanische Volk nicht eher ein Verhängnis als ein Glück war, daß es unmittelbar nach der Befreiung von arabischer Herrschaft durch die Genialität und Zähigkeit fremder Abenteurer und Seefahrer instandgesetzt wurde, in ähnlicher Weise neuentdeckte überseeische Länder auszuplündern, wie Phönizier, Karthager, Römer und Araber nacheinander Spanien ausplünderten.
Während Spanien mit dem Gold und Silber, das es aus der Neuen Welt heimführte, feinen Machtspielraum diesseits und jenseits des Ozeans ausweitete, tat es bitter wenig, die Hilfsquellen des eigenen Landes und den Gewerbefleiß des eigenen Volkes zu entwickeln. Ein wachsender Teil jenes Reichtums an Edelmetallen wanderte in die Taschen von Franzosen, Engländern und Holländer, die in Cadiz Handel trieben und die Märkte eines Weltreichs, „worin die Sonne nicht unterging", mit gewerblichen Erzeugnissen aus ihrer Heimat versorgten. In England tat schon Lord Cecil B u r l e i g h , der Minister der König Elisabeth, den weisen Ausspruch: „Es ist klar, daß nichts das Britische Reich ärmer macht, als wenn mehr Ware in das Reich eingeführt als ausgeführt wird..." Der Vernachlässigung dieser Wahrheit war es zuzuschreiben, daß Spanien noch im Laufe der Entfaltung seiner Kolonialmacht immer mehr verkümmerte, bis es sich aus einem blühenden Lande großenteils in eine Wüste verwandelt hatte.
Die Geschichte des glänzenden Elends spanischer Kolonialmacht ist zu bekannt, als daß hier näher daraus eingegangen zu werden brauchte. Im Grunde hat sich an dem Verhältnis zwischen Raum und Volk in Spanien seitdem wenig geändert. Aus dem großen Kriege ergab sich für Spanien wieder die Möglichkeit weltgeschichtlicher Machtgestaltung, aber wirtschaftspolitisch findet der große Moment wieder ein schwaches Geschlecht. Wie kaum ein anderes neutrales Land konnte sich Spanien aus den Wirren des großen Krieges heraushalten und daraus Nutzen ziehen. Es wurde auch von der Weltwirtschaftskrise so wenig in Mitleidenschaft gezogen, daß es seine Wahrung intakt halten konnte. Ununterbrochen hatte es Gelegenheit, seine noch so wenig entwickelten und ausgeschöpften natürlichen Reichtümer mit fremder Hilfe, die ihm
zu günstigen Bedingungen von allen Seiten angeboten wurde, zu entwickeln. Es ist nicht wahr, daß die Fortdauer überlebter feudaler Zustände eine Modernisierung Spaniens übermäßig zu hemmen brauchte. Die Geschichte Englands beweist, daß ein Volk sich auch ohne sozialreoolutionäre Eisenbartkuren fortschrittlich zu entwickeln vermag und es dabei viel, viel weiter bringen kann, als andere Völker, die sich von politischen Kurpfuschern solche Kuren allzu leichtgläubig verschreiben lassen.
Es läßt sich leicht nachweisen, daß, wenn nur die meisten wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die in Spanien seit dem Ausbruch des großen Krieges von wechselnden Regierungen getroffen wurden, halbwegs zweckentsprechend gewesen wären, der sozialen Unzufriedenheit breitester Volksmassen vorgebeugt worden wäre, die das gegenwärtige Chaos ursächlich verschuldeten. Ob es sich um neue Straßen ober neue Eisenbahnen, um neue Industrie- ober neue Hafenanlagen handelt, immer kommt dabei das spanische Grundübel zu verhängnisvollem Ausdruck: eine unzulänglich entwickelte Fähigkeit wirtschaftlichen Denkens. Ueberall verhindern übermäßige unproduktive Kosten eine Ertragsfähigkeit, die allein einen sozialen Aufstieg der Bauern- und
Arbeitermassen ermöglichen würbe. Man elektrifizierte Dörfer, beren Bewohner infolge hoher Transportkosten zu ben Märkten unb ungünstiger natürlicher Arbeitsbebingungen kaum ihr nacktes Leben fristen können. Spanische Ingenieure, bie zu teure auslänbische ersetzen sollen, schwelgen in Plänen für Bewässerungs- unb anbere Anlagen, bie Mil- liarben erforbern, bie sich für alle absehbare Zeit nicht beschaffen lassen.
Freilich barf nicht übersehen werben, baß gerabe bie Regierungen berjenigen Staaten, bie bei ber Entstehung ber spanischen Republik Geburtshilfe leisteten, für beren Versagen stark mitverantwortlich finb. Der junge spanische Industrialismus würbe vielleicht genügenb Zeit gewinnen, seine Kinberkrankheiten zu überroinben, wenn bie Mutter- länber ber großen Kolonialreiche, bie sich auf Kosten spanischer Kolonialmacht entwickelten, spanischen landwirtschaftlichen Spezialerzeugnissen ihre Märkte, nicht immer mehr verschlössen. Was Wunber, baß sich in qualvoller Entwicklung eine politische Richtung in Spanien burchzuringen begann, bie bas Heil bes eigenen Lanbes eher in ber Verbinbung mit ärmeren Freundschaften sucht.
ElektroneMahl-M auf der Funkausstellung.
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Zum erstenmal wirb in ber Funkausstellung in Berlin, die Ende der Woche eröffnet wird, die Elektronen st rahl-Uhr, die in der Sprache der Techniker Polar-Koordinaten-Oszillograph bezeichnet wird, der Oesfentlichkeit gezeigt. Dieser Apparat erlaubt die Messung von Zeiten, die noch kleiner als Vio - M i l l i o n st e l--S e k u n b e sind. Unser Bild zeigt das Instrument mit feinem Erfinder. — (Schirner-M.)
Technische Rundschau.
Don Joachim Boehmer.
Gold in Stoffen.
In gewissen Abständen tauchen in der Oessent- lichkeit Mitteilungen über den Golreichturn deutscher Flüsse auf. Daran werden vielfach Hoffnungen auf die Beschaffung namhafter Zahlungsmittel geknüpft, foaar Aussichten auf eine schnelle Lösung aller Devisenfragen erweckt. Wohl ist es richtig, daß in deutschen Flüssen, besonders i m Rhein, nachweisbare Mengen von Gold vorhanden sind, aber ebenso bekannt sind die seit Jahrhunderten immer wieder verzeichneten Mißerfolge, wenn sich jemand daran machte, das im Flußsand vorhandene Gold zu gewinnen. Aehnlich sieht es in Oesterreich
aus, wo wieder große Hoffnungen auf die Goldgewinnung aus den von den Hohen Tauern kommenden Flüssen erweckt werden. Auch in Ungarn träumt man von Goldschätzen in der Donau und in anderen Flüssen. Man kann mit ziemlicher Gewißheit damit rechnen, daß in jedem Quarzsand, ben Hochgebirgsflüsse mit sich bringen, Golb vorhanben ist. Aber bie Gewinnung ber sehr geringen Mengen erforbert so hohe Aufwertungen, baß ein lohnenber Betrieb mit ben heute bekannten Methoben nicht gelingen kann. Durch Erfahrungen weiß man, baß beim Baggerbetrieb, also ber Golbgewin- nung aus Flußsanb, minbeftens ein Viertelgramm Golb in 1000 Kilogramm Sanb enthalten fein muß.
DeuWandsFilmkunslinVenedig
Währenb in ben Olympischen Spielen bie besten Sportler ber Welt ermittelt würben, begann am 10. August bie IV. Internationale Filmkunstausstellung in Venebig, eine Leistungsschau bes internationalen Filmschaffens, eine Olympia bes yums. Zwölf Nationen beteiligten sich in biefem Jahr an bem großen Wettbewerb, ber bis Enbe zlugujl bauern wirb, unb streben nach ben Mebaillen, nach ben golbenen unb silbernen Bechern, die als Preye ausgesetzt finb, unb nach bem wertvollsten, bem Mussolini-Pokal.
Diese Filmkunstausstellung ist aus ben Internationalen ßun ft au Stellungen ber Stabt hervorgegangen. Sie waren ursprünglich als zl - Stellungen nur italienischer Künstler gedacht, aber schon nach ber ersten Veranstaltung würben auch Ausländer eingclaben mit bem Erfolg, daß die Biennal e", bie international anerkannte Kunstausstellung ber Welt würbe. Heute verfugen bie meisten großen ßänber auf bem von ber Stabt Venebig zur Verfügung gestellten schonen Gelanbe über eigene Pavillons. ,. s
Es bauerte verhältnismäßig lange, bis 0 e r Film in bie Kunstausstellungen ausgenommen würbe. Erst 1932 sanb ber erste internationale Filmwettbewerb statt, unb dadurch wurde der Film als Kunst anerkannt und den anderen Künsten gleichgestellt. Man ging hier aber gleich n°$ c Schritt weiter.' da bie Entwick ung der F lmkunst mit Riesenschritten vor sich geht, l>a* stellimgsleitung entschlossen, den F'/mwettbewerb alljährlich abzuhalten. Gleichzeitig wurde die Filmkunstausstellung von Venedig durch em Dekret des Königs von Italien als °'Nö'Se Veranstaltung ihrer Art in Italien anerkannt, wurde hr eine Versa,sung als selbständige Körperschaft mit auto- nomer Verwaltung gegeben, w°mit sie zu einer dauernden Einrichtung geworden ist. In ö e|em Jahre schenkt ihr erstmalig auch di- Interna t i o na le Film-Kamme r - deren Präsident bekanntlich zur Zeit der ^Ä'dent der Reichs Msr» st»
Delegierte vertreten.
Deutschlanb war eines der ersten Lanber das sich von Anbeginn nachbrücklichst für bie Fllmkunst- ausftellung einsetzte unb an ihrer Forberung leb
haften Anteil nahm. Auf ber Ausstellung sollen vorwiegenb neue Filme zur Vorführung gebracht werben, bie noch nicht ober bisher nur in ihrem Herstellungslanbe aufgeführt würben. Die von ben Länbern angemelbeten Filme werben barum in ber Originalfassung gezeigt, um sie in ihrer ursprünglichen Fassung zu sehen unb so bie künstlerischen, geistigen unb kulturellen Bestrebungen bes Lanbes kennenzulernen. Diese Vorführungsweise hat aber auch Nachteile, ba beim lieber» wiegen bes Dialogs bie Hanblung wohl nur zum Teil verstauben werben kann.
Im vergangenen Jahr war Deutschlanb burch brei Spielfilme „D e r verlorene Soh n", „D e r alte unb ber junge König" unb „Hermine unb bie sieben Aufrechte n", burch ben bokumentarischen Film „Triumph bes Willens" unb sechs Kulturfilme vertreten. Die beutschen Filme fanben vor bem internationalen Forum große Beachtung unb würben mit verschobenen wertvollen Preisen ausgezeichnet. So gewann „Der verlorene Sohn" ben Preis bes italienischen Propaganbaministeriums. „Triumph bes Willens" würbe mit bem Preis bes Internationalen Lehr-Filminstituts in Rom für ben besten bokumentarischen Film ausgezeichnet; „Hermine unb bie sieben Aufrechten" unb ber Kulturfilm „Der Ameisenstaat" erhielten Anerkennungen.
In biesem Jahr hat Deutschlanb sechs Spielfilme gemelbet — roieber einen Trenkerfilm „Der Kaiser von Kalifornien", „Schluß- a k k o r b", „Vertäte r", „Iraumul us", „A v e Maria" unb „Der B e 11 e l st u b e n t"; bazu zwei bokumentarische Filme, nämlich ben Film von ben IV. Olympischen Winterspielen in Garmisch- Partenkirchen „Iugenb ber Wei t" unb ben KbF.-Film von ber Fahrt ber 3000 Arbeiter nach Lissabon im Jahre 1935; schließlich roieberum sechs Kulturfilme (ein Gebiet, auf bem Deutschlanb in ber Welt führenb ist): „Ein Meer versinkt", „Fische unserer Heimat", „Hanbwerker im Dorf", „Metall bes Himmels", „Das Pnrabies ber Pferbe" unb „Die Kamera fährt mit". Diese Kulturfilme haben bereits allgemeine Aufmerksamkeit erregt. Am Eröffnungstage war bereits ber dokumentarische Film „Die Kamera fährt mit zur Aufführung gelangt. Als bas Bilb bes Führers auf ber Leinwanb erschien, würbe lebhaft applaubiert unb ber Beifall am Schluß war anhaltenb
Noch in ber vergangenen Woche würbe bas Vorführungsprogramm für bie beutschen Filme ab»
geänbert. Sie sollten ursprünglich geschlossen etwa in ber Zeit vom 20. bis 23. August vorgeführt werben; inzwischen ist ihre Vorführung über bie ganze Dauer ber Filmkunstausstellung verteilt worben. „S ch 1 u ß a k k o r b", ber bereits gelaufen ist, errang am Enbe großen Beifall, obwohl er infolge bes Ueberroiegens bes Dialogs nur zum Teil verstauben würbe. Einen sehr großen Erfolg konnte (ber in Deutschlanb noch nicht bekannte) Ufa-Film „Verräter" buchen. Währenb sonst bas Publikum, bas vorwiegend aus sehr anspruchsvollen Kreisen sich zusammensetzt, mit seiner Kritik keineswegs zurückhielt, wurde dieser Film bis zum Ende mit stärkstem Interesse ausgenommen unb fanb am Schluß lebhaftesten Beifall. Deutschlanb hat mit biesem Film einen Sieg errungen. Unter biesen Umftänben kann man auf bas Abschneiben unserer übrigen Filme sehr gespannt sein.
Dreimal jedermann.
Halle.
Febermann fitzt im O-Zug. Der O-Zug hält auf offener Strecke. Aus bem Nebengleise steht ein roter Güterwagen.
„Allerhanb", sagt Febermann zu seinem Nachbarn unb lieft bie weiße Inschrift, bie Herkunft, Labegewicht unb Größe bes Güterwagens bezeichnet, „Deutsche Reichsbahn. Halle 42 408 — hätten Sie gebucht, baß bie Reichsbahn s o viele Hallen hat?" •
Atome.
Febermann trifft Professor Antonius. Antonius spricht nur von seiner Arbeit. Also fragt Febermann: ,Wie ist es, womit beschäftigen Sie sich augenblicklich?" M £ „
„Mit Atomzertrümmerung!", sagt ber Professor.
„Aber, aber —", schüttelt Febermann ben Kops. „Warum benn? Wo sie boch schon so klein finb!"
Der Stock.
Febermanns Onkel ist gestorben. Febermann hat ein paar Kleinigkeiten geerbt, ein Jagbgewehr, em paar Rucksäcke unb auch einen Bergstock mit elfenbeinerner Krücke.
„Hör mal", sagt Mücke, als er mit Febermann einen Ausflug macht, „ber Stock ist viel zu groß für bich; er reicht bir ja bis zur Brust."
„Ich weiß", nickt Febermann, „aber soll ich bie Elftnbeinkrücke abschneiben?"
„Das nicht", lächelt Mücke, „aber wie wär's, wenn bu ben Stock unten abschneiben würbest?"
„Weshalb benn?", schüttelt Febermann ben Kopf. „Unten reicht er boch gerabe bis zum Boben."
Zeitschriften.
— „Ewiges Deutschlan b", bas monatliche Mitteilungsblatt ber NS.-Volkswohlfahrt gibt in feinem Augusiheft einen ausgezeichneten Einblick in alle die weitverzweigten Tätigkeitsbereiche der NS.-Volkswohlfahrt. Auch über die Arbeit in unserem Heimatgau Hessen-Nassau wird mit hübschen Bildern ausführlich berichtet So finden wir einen reich bebilderten Beitrag über bie NS.-Schwesternschule bes Gaues Hessen-Nassau in Darmstabt unb einen Aufsatz über Hohensolms unb bem Zeltlager ber NSV. Zahlreiche unterhaltenbe Beiträge ber verschiebensten Art runben ben reichen Inhalt bes Heftes ab.
— Von ber Eröffnung ber „GDLA." in Köln, ber Großen Deutschen Luftschutz-Ausstellung, burch den Präsibenten bes Reichsluftschutzbunbes gibt bas neue Heft ber „S i r e n e" einen interessanten Bericht mit mehreren Silbern. Die gleiche Nummer bringt große Bilbberichte von ber letzten Uebung ber Luftwaffe in Hamburg, von ben Großflugtagen ber britischen unb französischen Luftflotten unb vom englisch-russischen Gegensatz im Kampf um die Dardanellen. Die Artikelreihe „Luftschutz auf bem ßanbe" wirb mit einem Kapitel vom Menschen im länblichen ßuftschutz fortgesetzt. Der Unterhaltungsteil berichtet von Frauen, bie Geschichte machten, unb anberem.
— Vom Weifenschatz, biefer granbiofcn Sammlung kostbarer Reliquiare bes Mittelalters, vermittelt ein Bilbbeitrag im neuen Heft ber „I l • luftrirten Zeitung ßeipzig" (I. I. Weber, ßeipzig) einen ausgezeichneten Einbruck. In einem aufschlußreichen Artikel „Friebloses Palästina" zeigt Paul Rohrbach bie Hintergründe ber arabischen Aufstänbe. — Don einem interessanten Zukunftsplan zur Erschließung Afrikas als Sieblungslanb für Europäer berichtet ber Beitrag „Zentraiafrika soll brei große Binnenmeere erhalten". Der Bildbeitrag „Wunderwerk ber Technik" enthält großartige Bilder vom Bau einer Riesenbrücke über bie San Francisco-Bai, währenb ein ausführlicher illustrierter Artikel sich mit der „Rolle Der Frau bei den Olympischen Spielen" beschäftigt.


