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keitsakt darstellt, in der Pariser Presse verfolgt wird, unsere besondere Aufmerksamkeit verdient, das ist die Tatsache, daß in diesen Zeitungsartikeln eine starke Hoffnung auf wirtschaftliche, vielleicht auch politische Verständigung mit dem Deut­schen Reich zum Ausdruck kommt. Wenn auch im einzelnen die journalistischen Mutmaßungen im positiven wie negativen Sinne übers Ziel hinaus­schießen mögen, so nehmen wir doch ihre Tendenz als ein Zeichen des guten Willens, der in vielen Kreisen der französischen Wirtschaft vorhanden ist. Frankreichs Wirtschaftpolitiker waren schon immer geneigt, auf dem Umwege über eine engere wirt­schaftliche Fühlungnahme eine Verbesserung der politischen Atmosphäre zwischen un­seren beiden Ländern zu erreichen. Wir stehen grundsätzlich auf dem entgegengesetzten Standpunkt, zumal auf französischer Seite oft das Bemühen zu­tage tritt, die Pläne für finanzielle und wirtschaft­liche Zusammenarbeit auf der Grundlage eines fran­zösischen Uebergewichtes in außenpolitischer und militärischer Hinsicht zustande zu bringen. Trotzdem darf man natürlich hoffen, daß durch die persön­liche Aussprache zwischen Dr. Schacht und Labeyrie währungstechnische und wirtschaftliche Probleme einer Losung nahegebracht werden, die dann auch auf die allgemeine Stimmung zwischen den beiden Nachbarländern einen günstigen Einfluß auszu­üben vermag.

Blum rechtfertigt sich vor den Kommunisten.

Paris, 26. Aug. (DNB.) Der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Thorez hat an den Ministerpräsidenten ein Schreiben gerichtet, in dem erseine Verwunderung" darüber zum Ausdruck bringt, daß an dem Frühstück zu Ehren Dr. Schachts mehrere Minister, darunter der Ministerpräsident selb st, teilgenommen haben. Thorez hatte dies u. a. alsder Würde Frankreichs abträglich" bezeichnet. Mi­nisterpräsident Blum hat versichert, daß die Volksfront-Regierung nichts zulasse, was der Würde Frankreichs Abbruch tun könnte. Aber die Regierung wisse auch, daß die Organisation des Friedens eine der Bedingungen der fran­zösischen Sicherheit sei. Deshalb wolle die Regierung in keinem Augenblick selbst nicht am Tage nach der Verlängerung der Dienstzeit in Deutschland s i ch Verhandlungen ent­ziehen, die auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet wie auf politischem eine allgemeine Rege­lung der europäischen Probleme erleichtern könnten.

Jahresversammlung des Deutschen Auelandsinfiiiuiee.

Stuttgart, 26. August. (DNB.) Die 19. Hauptversammlung des Deutschen Auslandsin­stitutes, im Kleinen Haus der Württembergischen Staatstheater, trug einen festlichen Charakter. Oberbürgermeister Dr. S t r ö l i n konnte eine ganze Anzahl von Ehrengästen begrüßen. In weiten Kreisen des Auslandes werde, so bemerkte er, das zum neuen Deutschland sich bekennende deutsche Volkstum immer noch als eine Gefahr für die innenpolitische Lage der einzelnen Staaten und für den Weltfrieden hingestellt. Die bittere Erfahrung mancher Völker aus den allerletzten Tagen und Wochen möge gerade den Verfechtern der These von dem verhetzenden und Unruhe stif­tenden Deutschland ein ernstes Memento zurufen. Aus seiner ganzen inneren Diszipliniertheit heraus stelle sich der Deutsche überall als Garant der Ordnung, des Aufbaues und des Friedens dar. Er sei vor allem das zuver­lässigste Bollwerk gegen den Welt­bolschewismus, der eine Weltgefahr bedeute. Deutscher Nationalsozialismus sei der In­begriff echten, ausgeprägten Volkstums. Aus­ländsdeutsche Arbeit treiben könne heute nichts anderes heißen, als für das gesamte deutsche Volkstum auf der Grundlage nationalsozialisti­scher Weltanschauung tätig zu werden. Das Deutsche Auslandsinstitut wird seiner Verpflich - tung gegenüber dem gesamten deutschen Volks - him auch im kommenden Arbeitsjahr nachkommen in rückhaltloser Erkenntnis zum Nationalsozialis­mus und in unbedingter Treue zu Führer und Volk.

Der Leiter des DAI., Professor Dr. C s a k i machte die Mitteilung, daß der Stellvertreter des

Führers, Reichsminister Rudolf Heß, das Volks­deutsche Museum, das deutsche Ehrenmal der Leistung im Auslande, am Donnerstag eröffnen werde. Im Auftrage des Reichsministers des In­nern Dr. Frick übermittelte Ministerialdirektor Dr. Vollert beste Grüße. Er betonte, daß die Arbeit an unseren auslandsdeutschen Volksgenossen ein Anliegen des ganzen deutschen Volkes sein müsse. Diese Arbeit müsse sich freihalten von allen im­perialistischen Bestrebungen. Im Namen des Reichsaußenministers Freiherrn von Neurath ge­dachte Legationsrat von Twardowski dankbar der guten Zusammenarbeit zwischen DAI. und Auswärtigem Amt. Von dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder überbrachte Admiral mann die besten Grüße und Wünsche. Die Kriegsmarine betrachte es als eine ihrer vornehmsten Aufgaben, die Brücken zu schlagen- zwischen Heimat und Auslandsdeutschtum. Als Vertreter der Auslandsorganisation der NSDAP, überbrachte Gauamtsleiter Dr. Klin­ge n f u ß die Grüße von Gauleiter Bohle. Für die Ueberfeedeutschen ergriff Landesleiter Cosfel aus Pao Paulo das Wort. Mit Freude stellte er fest, daß das DAI. zu Vater und Mutter des Aus­landsdeutschtums geworden sei. Als nächster Redner sprach für die deutschen 23olf5gruppen in Europa Oberpastor D. Grüner- Riga. Seine Worte entsprangen dem unmittelbaren Erlebnis der neuen deutschen Blutsgemeinschaft, in der sich aei- stige und seelische Gemeinschaft im Tiefsten treffen. Mit einem dankbaren Gedenken an den Führer, dessen Unterstützung die auslandsdeutsche Arbeit sicher sein dürfe, schloß der Vorsitzende die Jahres­versammlung.

Osthandel und Ostmesse.

Die 24. deutsche Ostmesse in Königsberg, auf der nicht weniger als elf Länder vertreten waren, steht : im Zeichen der neuen mit den Oststaaten abgeschlos- I jenen Wirtschaftsabkommen. Immer mehr hat sich gezeigt, daß der natürliche Mittelpunkt des Außen- j Handels der Anrainer-Staaten des ehemaligen Ruß- I lands Deutsch land ist, das ein Fünftel der 'Ausfuhr dieser Länder aufnimmt und fast «ein Viertel der Einfuhr dorthin tätigt. '.Aber auch der mittlere und ferne Osten ist trotz aller , politischen Verschiedenheiten wirtschaftlich auf den ; Warenaustausch mit Deutschland angewiesen, und i daher ist es erklärlich, daß gerade die deutsche Ost- i messe mit ihrer Schau deutscher Waren die Ost- Iländer eingeladen hat, ihre Erzeugnisse ebenfalls ! auszustellen und in vermehrtem Umfange mit : Deutschland Handel zu treiben. Eine Zeitlang schien les, als ob England auf den Märkten des Balti- lkums, vor allem nach dem Handelsabkommen von 11928, im Vordringen und der deutsche Kaufmann ^geschlagen jei, aber es hat sich doch auf die Dauer Zbewährt, daß der deutsche Kaufmann genau Land imnb Leute im nahen Osten kennt, sie nicht wie die Engländer nach Art von Ueberseekolonien behan- Sdelt, und so hat der deutsche Außenhandel in der Ületzten Zeit kräftig aufgeholt. Grundlegend dafür awar die wirtschaftliche Struktur dieser 0Gebie4e.

Das <Jte Rußland hatte zwar einige riesige AndustrLewerke, aber es war im großen und ganzen Tein agrarisch, zu 90 Prozent. Mit Rußland :frieb der deutsche Kaufmann einen sehr lebhaften Warenhandel, und auch die russische Industrie war für Maschinen usw. ein guter Abnehmer, während wir dagegen den Russen hauptsächlich. Holz, Ge­treide, ÄZachs, Felle, Honig usw. abkauften. Durch Len Weltkrieg wurde nicht nur Rußlands Körper Zerteilt, es verlor nicht nur die Rand st a a te n, sondern infolge des Bolschewismus setzte eine Wirt­schaftspolitik ein, die darauf hinauslief, Sowjet- -rußland vom Ausland nach Möglichkeit abzu- ischließen und durch die verschiedenen Fünfjahres- Pläne künstlich eine Großindustrie zu züchten, Ler jedoch die natürliche Basis einer sehr kompli­zierten Klein- und Mittelindustrie fehlt, iso daß diese Großindustrie unmittelbar neben den agrarischen Verhältnissen in Rußland steht, wie ein Fremdkörper wirkt, natürlich auch schlecht produziert und große Zuschüsse des Staates verschlingt.

Zunächst gingen auch die Randstaate n mehr ober minder zur Wirtschaftspolitik Sowjetrußlands ilsofern über, als sie sich bestrebten, eigene In­dustrien zu schaffen. In Polen war ein natürlicher Ansatzpunkt dafür gegeben. Aber auch in u« auen, Lettland, Estland .und Finn- and versuchte man zunächst, derartige Industrien 'tu züchten, die natürlich Massenware lieferten auf oen niedrigen Arbeitslöhnen basierten, aber trotzdem verhältnismäßig kostspielig waren, weil die Pro­dukte dieser Industrieschöpfungen bei der emheimi- chen Landbevölkerung nicht abgesetzt werden konn­ten, da infolge der Agrarkrise, die ganz besonders imßer aller Welt den Osten packte, die Kaufkraft der ^ndbevölkerung katastrophal zurückging. Man muß gedenken, daß durchweg in diesen Ländern drei viertel des Volkes der landwirtschaft- ' üichen Bevölkerung angehören. Das andere Vier- arl setzt sich zusammen aus den Einzelhändlern, Handwerkern, den Intellektuellen und Beamten und

den wenigen Industriearbeitern. Es ging also nicht auf dem Wege einer künstlichen und große Sud- sidien verschlingenden industriellen Autarkie. Man war immer gezwungen, industrielle Werterzeugnisse aus dem Ausland einzuführen, und die einseitige Förderung der Industrie führte zu scharfen Unzu- träglichkeiten, die allmählich einen SIbbay des öst­lichen Kurses notwendig machten und ihn auch er­zwungen haben. Heute legt man den Randstaaten wieder mehr Gewicht auf die Hebung der Kauf­kraft der ländlichen Bevölkerung und versucht durch Gegenseitigkeitsverträge die vorwiegend agrarischen Interessen dieser Staaten mit denen der bisherigen Lieferanten von hochqualifizierten Jndustriewaren auszugleichen.

Deutschland ist diesem Bestreben sehr entgegen­gekommen. Es schloß unter der neuen Wirtschafts­führung 1934 bie finnländischen und e st - nischen Handelsverträge ab, die auf dem Gleichberechtigungsprinzip beruhen. 1935 wurde der Zollkrieg mit Polen beendet und ein Handelsvertrag geschlossen, ebenso mit Lett­land, und in diesem Jahre kam am 1. Juni das Verrechnungsabkommen mit der Mandschu- r e i hinzu, wodurch auch der Handelsverkehr mit diesem wichtigen Rohstoffgebiet des Fernen Ostens man denke nur an die Sojabohnen und an die mandschurischen Erzvorkommen geregelt wurde. Schließlich ist durch das Wirtschaftsabkom­men zwischen Deutschland und Litauen vom 5. August im Sinne friedlicher Wirtschaftsbeziehun­gen an die Stelle des alten Kampfzustandes ein Vertrag getreten, von dem sich Litauen eine gün­stige Entwicklung verspricht.

Da sich in der letzten Zeit die Preise der land­wirtschaftlichen Erzeugnisse in den Oststaaten geho­ben haben, die Landbevölkerung also beginnt, wie­der kaufkräftiger zu werden, ist natürlich mit Aus­nahme Polens, das stagniert, eine gewaltige Stei­gerung der Einfuhr vor allem bei Finnland, Lettland und Estland festzustellen. Diese Einfuhr besteht aus landwirtschaftlichen Maschinen, künst­lichem Dünger, technischen Artikeln und solchen, die dem Bauwesen dienen also Dinge, die gerade jetzt in Königsberg von der deutschen Industrie gezeigt wurden. Eine gesunde Wirtschaftslage des Ostens bedingt die Einfuhr hochqualifizierter Industrie- Waren, während auf der anderen Seite die land­wirtschaftlichen Erzeugnisse dieser Gebiete zum Teil ihren Abfluß nach Deutschland finden werden. Diese Tendenzen eines natürlichen Warenaus­tausches sind nach der verfehlten Wirtschaftspolitik der Nachkriegsjahre jetzt im Vorrücken, und ihnen dient die Königsberger Ostmesse.

Oer polnische GeneralinspeNeur bei den französischen Manövern.

Warschau, 26. Aug. (DNB.) Der General­inspekteur der polnischen Armee GeneralRydz- S m i g l y wird am 28. August nach Paris reifen, um an den französischen Manövern teilzu­nehmen. General Rydz-Smigly wird von dem Chef des Generalstabes Brigadegeneral Stach iewicz und einer Anzahl höherer Offiziere begleitet werden.

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