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Luftwaffe und Staatssekretär Körner teitnahmen. Generaloberst Göring hob hervor, daß er sich glücklich schätze, Exzellenz Valle, dem er seit Jahren besondere Wertschätzung entgegenbringe, mit seinen verdienten Mitarbeiterstab in seinem Haus begrüßen zu dürfen. Es sei ihm eine tief empfundene Freude, der herzlichen Kameradschaft zu gedenken, die die italienischen Flieger mit den deutschen nun schon seit Jahren verbinde. Exzellenz Valle dankte dem Generaloberst Göring in herzlichen Worten für die Gastfreundschaft und für die starken Eindrücke, die ihm der Besuch bereits vermittelt habe. Die ita- lienischen Flieger flogen dann nach Dessau, wo sie das Junkers Flugzeug- und Motorenwerk eingehend besichtigten.

Der Sittlichkeitsprozeß gegen dieFranziskanerbrüder.

Koblenz, 26. Juni. (DNB.) Freitag stand der 20jährige Bruder Ildefons vor Gericht. Der Angeklagte hat eine strenge und ordentliche Er­ziehung gehabt und ging, oa er sich dazu verufen fühlte, mit 16 Jahren ins Kloster der Franziskaner in Waldbreitbach. Hier führte er sich außerordent­lich gut, bis der Bruder Redemptus ihn zu unsitt­lichen Dingen verführte. Es folgten dann selbstän­dige Handlungen des Bruders Ildefons mit den Brüdern Suitbert und Basilius. Der Angeklagte hatte noch kein Gelübde abgelegt. Der Staats­an w a l t beantragte acht Monate Gefängnis für den Angeklagten, der auf Grund der Beweisauf­nahme nicht so innerlich verdorben sei wie die meisten der Brüder, die bisher vor Gericht ge­standen hätten. Er habe aus sexueller Not ge­handelt, sei verführt worden und stände sicherlich nicht in der Anklagebank, wenn er das Kloster nie gesehen hätte. Das Urteil lautete wegen fort­gesetzter widernatürlicher Unzucht auf fünf Mo­nate Gefängnis. Die Strafe ist durch die er­littene Untersuchungshaft verbüßt, der Haft­befehl wurde aufgehoben.

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Im Berliner Bauunglücksprozeß wurde der Diplomingenieur Liebermann vernommen, der als Obermgenieur in der statischen Abteilung der Berlinischen Baugesellschaft dem zuvor Dernonv menen Statiker ©eifere iter übergeordnet war. Auch dieser Zeuge bezeichnet die Arbeit auf dem Bau der Hermann-Göring-Straße infolge der stän­digen Aenderungen in der Bauplanung als außer­ordentlich schwierig. Es sei ein ständiges Hin und Her gewesen. Mit dem Angeklagten Noth ist der Zeuge selten in Berührung gekommen. Ihm ist auch unmittelbar nichts darüber bekanntgeworden, daß sich Noth etwa über eine schleppende Arbeit des statischen Büros der Gesellschaft beschwert habe.

Als nächster Zeuge wurde der Dipl.-Jng. Axt, ein Mitarbeiter in dem statischen Büro der Berlini­schen Baugesellschaft zur Frage der Sicherung der Trägerfijße vernommen. Zwischen Geihl- r e i t e r und dem ihm übergeordneten Oberingenieur Liebermann hätten Differenzen bestanden, so daß Geißlreiter stets unmittelbar mit Hoffmann verhandelte. Der bereits vernommene Zeuge Kemps überreichte dem Gericht das Schreiben N o t h s, in dem er um die Nachprüfung der sta­tischen Sicherheit der Trägerfüße bat. Dieses Schreiben diente als Grundlage für die Berech­nungen des Zeugen A x t unter Zugrundelegung einer zweifachen Sicherungsmöglichkeit. Zum Schluß kam der 60jährige Direktor Jatzow zur Verneh­mung, der gemeinschaftlich mit Hoffmann die

Das Urteil im Groß-Heringer Prozeß

Gefängnisstrafen für Dechant und Bande.

Jl a u m b u t g, 26. 3uni. fDNV.) 3n dem Groß- Heringer-Prozetz wurde das Urteil ver­kündet. Die Angeklagten wurden der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger körperver- lehung, fahrlässiger Transportgefährdung und fahr­lässiger Beschädigung von Telegraphenstangen für schuldig befunden. Demgemäfe wurde der Loko- motioführer Kurt Dechant aus Weißenfels zu einem 3ahr drei INonaten Gefängnis, der Lokomotivführer Willi Bande aus Verlin- Schöneberg zu sieben Wonaten Gefängnis ver­urteilt.

In der Urteilsbegründung betonte der Vorsitzende u. a., daß beide Angeklagte ausgeruht die Fahrt angetreten hätten. Als Dechant merkte, daß der Wasserdruck seiner Maschine nachließ, be­schäftigte er sich selbst mit der Feuerung. Diese Ab­lenkung war Die Veranlassung, dafe Dechant das Vorsignal übersah und überfuhr. Seine Angaben, daß er sich bei der Suche nach dem Si­gnal umgedreht und das Sternlicht des Vorsignals von rückwärts gesehen und daraus geschlossen habe, dafe es auffreie Fahrt" stand, sah das Gericht als durch die Beweisaufnahme widerlegt an. De­chant habe in feinem Schuldbewufetfein sogar Selbstmordgedanken geäußert. In der Ueberfahrung der drei Baken des Vorsignals sei eine Pflichtverletzung zu sehen. Das Gericht sieht aber auch als erwiesen an, dafe der Schnellzug nach der Berechnung der Bremswirkung und des Brems­

weges um 5,9 Sekunden zu spat gebremst wurde, um noch vor dem Personenzug zum Halten ^brad)t, werden zu können. Der Fahrdrenstlelter von Grog. Heringen konnte nach der Fahrdlenstordnung keine andere Entscheidung treffen, als er es getan bat

Bei der Strafzumessung war maßgebend, daß es dem Dolksempfinden und natlonalfoziau- stifchen Begriffen widersprechen wurde, wenn der Tod d o n 35 Personen und öte schweren, zum Teil dauernden Verletzungen vieler wei­terer Volksgenossen nicht eine entsprechende Sühne finden würden. Andererseits komme dem Angeklag­ten Dechant eine Reihe Umstände zugute vor allem, daß er sich zunächst weigerte, den Heizer G u t j a h r auf die Maschine zu nehmen, und daß er Gutjahr, der nicht den Anforderungen auf Der Maschine gewachsen und nicht zum Dienst aus Schnellzügen berechtigt war, in seinem Pflichteifer in der Arbeit unterstützt hat. Das erzeugte bei Dechant zweifellos eine innere starke Ueberlaftung, in der er das Vorsignal Übersah.

Die Angaben des zweiten Angeklagten Bande, daß ihn Rauchschwaden der Vorspannlokomotive so behindert hatten, dafe er das Vorsignal nicht habe sehen können, sieht das Gericht durch Die Beweis­aufnahme als widerlegt an. Zugute fei ihm zu hal­ten, daß er eine geachtete Persönlichkeit sei, die mit Der Ausführung von Vertrauensaufträgen beauf­tragt wurde. Das Gericht erkannte deshalb auf eine Strafe, Die es ihm erlaubt, weiter im Dienst zu verbleiben.

Gefchäftsleitung Der Berlinischen Baugesellschaft innehatte. Nachdem sich Der Zeuge über Die Ent­wicklungsgeschichte seiner Gesellschaft geäußert hatte, rourDe Die Verhandlung vertagt.

Sroßfeuer auf Schloß Johannisberg im Rheingau.

3m Verwaltungsgebäude des Schlosses 3ohannis- berg im Rheingau brach am Freitagabend Feuer aus, das sich mit grofeer Geschwindigkeit ausbrei- tele und das ganze Gebäude i n A s ch e legte. Die wertvolle 3nneneinrichtung und das Kelter- Haus sind mitverbrannt. Die Wiesbadener Feuer­wehr und die Rheingauer Wehren, insgesamt fünf Wotorspritzen, hatten bis gegen Witternacht zu tun, um ein weiteres Umsichgreifen des Brandes zu verhindern. Das 1757 erbaute Fürstlich Wetter- nichsche Schloß Johannisberg konnte so gerettet werden. Zur Brandhitfe wurde auch die Rhein­gauer SA. eingesetzt. Die Löfcharbeiten waren, da das Schloß auf der höhe liegt, sehr schwierig. Es mußten 1500 Meter Schlauchleitung bis zu den Bächen im Tal hinab gelegt werden.

Kiellegung desLZ. 130*.

Während die LuftschiffeGraf Zeppelin" undHindenburg" im fahrplanmäßigen Dienst Den Ozean überqueren, wirD in Der Heimatwerft in FrieDrichshafen rüstig am Bau des Sch we­st e r f ch i f f s desHindenburg" gearbeitet Dieser Tage erfolgte in Der großen Luftschiffhalle, in Der auchLZ 129" entftanDen ist. Die Kiel­

legung DesLZ 13 0". Die ersten Ringe, em Haupt- unD Drei Hilfsringe, finD wie Der Fach- ausDruck lautetgekippt" roorDen und hängen bereits am Hallendach. Es wird nun an Der Mon­tierung Der ßängsträger gearbeitet. Damit ist das Großteil Des Duralumin-Gerippes geschaffen.

Der Bau DesLZ 130" wird rasch voranschreiten, zwei weitere ©eripperinge sind in Der Halle in Arbeit. Nach ihrer Fertigstellung werden die Ringe mit Hilfe eines neuartigen Montageringes Dem Mittelstück-Gerippe angeschlossen. In der neuerstell­ten Ringbauhalle ist mit Dem Aufriß eines weiteren Ringes begonnen roorDen. Die Werftleitung rechnet mit Der Fertigstellung Des Neubaues bis EnDe nächsten Jahres.LZ 130" erhält wie fein Schwefter- schiff Räumlichkeiten für 50 Fahrgäste. Die Auf­enthaltsräume für Die Mannschaften werden noch etwas vergrößert.

Polen sperrt den Transfer für Ausländsanleihen.

Warschau, 26. Juni. (DNB.) Polen sieht sich zu einer E i n st.e Hung Des Devisentrans­fers zur Bedienung feiner Ausländsanleihen ge­zwungen. Infolge Der Beschränkungen Des Außen- hanDels ist Der Ueberschuß Der polnischen HanDels- bilanz auf ein geringes Maß eingeschrumpft unD Die Rücklagen Der Bank von Polen auf 70 Millio­nen Dollar gesunken. Die polnische Regierung roirD also alle Zahlungen auf GrunD Der ausländischen Anleiheverträge in Zloty Durchführen, unD zwar auf Sperrkonten bei Der Bank von Polen. Der Transfer für die BeDienung Der AuslanDs- anleihen roirD gesperrt.

Runff unD Wissenschaft.

Fachbibttothek zur Erforschung der 3udenfrage.

Im Reichssender München hielten Dieser Tage Die Leiter Der Drei neugegrünDeten Forschungsab­teilungen Des Reichsinstituts für Die Geschichte Des neuen Deutschlands Dorträge über ihre Arbeitsge. biete Zuerst gab Der Leiter Der Forschungsabteilung Süden frage, Dr. Wilhelm r a u , einen Ein­blick in Die Arbeitsweise und Z^. seiner Abteiluna, die ihren Sitz in München hat. Wir haben uns, so sagte er u. a., kein geringeres Ziel gesteckt, als in München Die größte europäische Bibliothek zum JuDenproblem zu begründen, und mir wünschen, Dem Deutschen Volk unD Der Welt recht bald mit­teilen zu können, daß diese führende kontinentale Fachbibliothek errichtet ist. Neben dieser bibliothe- karischen Arbeit steht die notwendige Aufgabe, alles wichtige archivalische Material zu registrieren und, wenn nötig, zu sammeln. lieber die Tätigkeit der zweiten Forschungsabteilung, die Die politische Führung im Weltkrieg behandelt, berichtete deren Leiter, Oberst Nicolai, und über Die Ar- beit Der ForschungsabteilungNachkrieg" und insbesondere Die Geschichte Des National­sozialismus sprach Der Leiter Des Reichsinsti­tuts, Professor Dr. Walter Frank.

Meine voliiiscke Nachrichten

Der Führer und Reichskanzler empfing Den PräsiDenten Des Organifationskornitees für Die XI. Olympischen Spiele Staatssekretär a. D. D r. ß e ro a ID zum Bericht Dr. ßeroalD Überreichte Dem Führer ein MoDell Der Fackel, Die am Altar in Olympia entzündet unD mittels Stafettenlaufes Der Sportler von sieben beteiligten Nationen zur Ent­zündung des olympischen Feuers im Olympiastadion nach Berlin getragen werden soll. Staatssekretär Pfundtner meldete anschließend Dem Führer, daß Die Olympia bauten am 10. Juli fertiggeftellt fein werden und Den olympischen Kämpfern zu Trainingszwecken zur Verfügung stehen werden.

Der Beauftragte Des Führers für Die gesamte geistige und weltanschauliche Schulung unD Erzie­hung Der NSDAP. Reichsleiter AlfreD Rosen­berg hat zum Zwecke Der Vertiefung und Siche­rung Der einheitlichen Formung Der nationalsoziali­stischen Weltanschauung eine Zentral st eile für ro e lt a n s ch a u l i ch e Gestaltung unter seiner ßeitung eingerichtet.

Die Zentralstelle hat Die Ausgabe, in gemein­samer Arbeit mit Den anDeren Dienststellen upb ©lieDerungen Der NSDAP. Die Der nationalsoziali­stischen Weltanschauung entsprechend gedankliche DrDnung herauszuarbeiten unD Damit Die Voraus­setzungen auch für eine einheitliche nationalsozia­listische ßebensgestaltung zu fördern.

Zwischen Der Deutschen unD Der belgischen Re­gierung rourDen Vereinbarungen getroffen, Die Die Wiederaufnahme Des Reiseverkehrs von Deutschland nach Belgien und ßu- xemburg ermöglichen und gleichzeitig Der Reichs­bank vermehrte Devisenanfälle zum Bezüge er­wünschter Waren aus Belgien zuführen werden. Das Reiseoerkehrsabkommen hat Gültigkeit bis zum 30. September 1936.

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Nachdem Die Bank von Frankreich erst am 23. d. M. eine Diskantermäßigung von 6 auf*5 v. H. oorgenommen hat, ist am Donnerstag eine aber­malige Ermäßigung desDiskontsatzes von5auf4v. H. beschlossen roorDen.

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