Nr.12' Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)
Dienstag, 26. Mai 1936
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Ehrung für Earl Schurz
das Netz der kommunistischen Propaganda von hier aus weiter zu spinnen — aber... Wurzelten nicht dieses kleinbürgerliche „Vorurteil des Besitzes" und der Sparersinn zu tief im französischen Bürger?
den Schienenweg, hals den Planierern, schippte auch, wenn Lore vier nachhing.
Es war schon etwas kühl geworden, und doch schwitzten wir. Die Sonne sah nur noch ein wenig hinter den Häusern des Dorfes hervor: aus den Kaminen kräuselte sich der Rauch und verwehte in der Luft: zwei Bauern führten ihren Pflug heimwärts und manchmal hörte man das Brüllen einer Kuh, die auf ihr Futter wartete. In den Erlen- büschen sangen ein paar Vögel, ganz oben ein Zaunkönig, der sich nicht genug damit tun konnte, den schönen Abend anzujubeln.
Ja, Feierabend wollte es werden. Eine Stunde noch, drei Loren, bedeutete das für die Rotte, viele hundert Schippen mit müden Armen und Händen, die schon hier und da eine Wasserblase hatten. Auch die erste Lore brauchte ihre sechzehn Minuten. Es mußte gehen; Mann, wir wollten das doch auch können, was die anderen gekonnt hatten. Da hing dann Lore drei, noch eine viertel etwa fehlte. Da nahm dann der „große Schipper" von eins seine Schippe wieder zur Hand, die er schon beisettege- stellt hatte, weil ihr Kasten voll war, sogar einen Berg hatten sie noch aufgehäuft, und ging zur dritten. Und als die drei dieser Rotte seine mächtigen vollen Schippen sahen, die er einwarf, da rissen sie sich zusammen und — es ging. „Danke", sagte einer davon „Für was denn", meinte er, ging an die Spitze, und wir rollten den Zug ab.
Dann kam die letzte Da schien es, als ob nun alles leichter wäre, da das Ende winkte, und die Schippen flogen hin und her und füllten die Loren, den letzten Zug, den fünfzehnten.
Das war getan, Durchschnittsleistung: fünfzehn Züge. Herrgott, es war doch auch was, so zu arbeiten, zu sehen, daß es ging.
Ehe wir ins Dorf einmarschierten, sagte der Obertruppführer, daß er für sich angenommen hätte, wir würden eigentlich bei der zwölften hängenbleiben. Es war nicht der Fall gewesenl
Unser Lied, das wir sangen, klang hell und frisch, so daß die Bauern aus den Ställen kamen und die Mädchen rasch mal aus dem Fenster gucken mußten nach den „Neuen", die da marschierten
Hochschulnachnchten
Der ordentliche Professor für innere Medizin an der Universität Frankfurt Dr med. h. c. der Sorbonne Franz Volhard ist von der bulgarischen Gesellschaft für innere Medizin zum Ehrenmitglied ernannt worden.
Dr. med. habil. Karl Bennholdt-Thomsen ist eine Dozentur für das Fach für Kinderheilkunde in der medizinischen Fakultät der Universität Frankfurt verliehen worden.
Das Spargeleffen.
Donnernd rollten die Kugeln über die Bohle der Kegelbahn. Das war Musik für die Ohren des Nachbarn, der im Nebenhause wohnte und sich öfters zu einer Partie miteinfand.
Lautes Hallo, als er auf der Bahn erschien.
„Na, Kinder, was macht Ihr denn hier?" begann er die Unterhaltung.
„Ach, weil jetzt gerade die Spargelzeit ist, kegeln wir uns einige Pfunde aus!"
„So? Na, da kann ich wohl mitmachen?"
„Gewiß, du kannst mit dem Durchschnitt eintreten.*
Die Kegelpartie nahm ihren Verlauf. Der Gast kegelt wie immer ganz miserabel und hatte am Schluß der Geschichte einen ganz beträchtlichen Batzen Geld zu bezahlen. Er tat dies auch ohne Widerspruch. Nachdem er aber sein Konto beglichen hatte, konnte er sich die Frage nicht verkneifen: „Nun sagt mal, wann wird denn der Spargel gegessen?"
„Wieso gegessen?" erwiderte ihm der Rechnungsführer. „Gegessen haben wir den Spargel doch schon am vorigen Sonntag, heute haben wir ihn nur ausgekegelt!"
Reichsminister Dr. Frick weihte in Bad Kreuznach die nach ihm benannte neue Siedlung, di« mehrere hundert Wohnungen für kinderreiche Familien umfaßt. Man sieht den Relchsmmrfter auf der Rednertribüne während feiner Ansprache. — (Scherl-Bilderdienst-M.)_________________
Frankreich aus demWege zur„Revolutionsreise"
Das Echo der französischen Wahlen in Moskau.
Von unserem ^.-Korrespondenten.
Arbeitsleistung: fünfzehn Züge.,
Von E. Langenbacher. >
Es war im vorigen Jahr etliche Tage vor Ostern gewesen, als wir in drei Bauzügen zum erstenmal zur Arbeit ausrückten. Die Voraussetzungen waren , gut: ein frischer Wind wehte, die Sonne strahlte, manchmal nur gehindert durch ein paar rasch aufziehende Wölkchen, die aber ebenso schnell wieder verflogen, und das wichtigste: mir hatten sehr guten Arbeitswut und unsere Gesichter mögen ebenso wie die Sonne von Unternehmungslust gestrahlt haben Schon am Tage vorher war von em paar Fachmännern die Baustelle unter der Leitung eines Obertruppführers eingerichtet worden, die Schienen der Feldbahn lagen über etwa zweihundert Meter, waren richtig verlascht und unterbaut, die sechs Loren standen noch umgetippt, Die erste und die letzte ausgehoben. Und so brauchten nur wir zweiundzwanzig Männer vom Bauzug 2 zu kommen und mit der Arbeit zu beginnen
Wir konnten damals erst einige neue Lieder richtig, das „Werksoldatenlied", das einst in unserer Abteilung von einem Freiwilligen gefunden worden war und dann seinen Zug durch alle Lager Deutschlands antrat, und das andere von dem „morschen Knochen" Weil wir uns aber gar so kräftig fühlten das erste auch besser klang und wir doch zum erstenmal durch das Dorf marschierten, entschlossen wir uns für das ..Werksoldatenlied" Denn man muhte xeiaen, daß die „Neuen" da waren und schließlich auch einen Ehrgeiz hatten Dom Dorf aus waren es noch etwa fünfzehn Minuten Marsch zur Baustelle. Als ..Marschordnung' befohlen war, gab es allerlei Vermutungen über die Arbeit, die Leistung und ähnliches mehr. Und da wir es genau wissen wollten, fragten wir den Bauzugfuhrer, der gerne Auskunft gab, daß wir ,zum Einarbeiten je Rotte am Nachmittag fünfzehn Loren zu fd)affen hatten; das sei zwar wenig, fünfundzwanzig Prozent weniger, als die vor uns geschafft hatten im Durchschnitt Fünfzehn Loren, 'm Bauzug also fünfzehn Züge sei eine Kleinigkeit, fügte er hinzu, ipäter würden es bann ja auch zwanzig, wen" wir erst mal „eingeführt" seien Und uns? — schien es auch eine Kleinigkeit, solange wir die Loren erft in der Ferne am Ufer des „neuen Grabens stehen sahen, sie standen friedlich und arglos, und man konnte ihnen nicht ansehen, wieviel Schippen Sand oder Lehm — das war in diesem Bauabschnitt sehr verschieden — in so ein Ding hineingehen würden. Emer nur, der früher schon Akkord geschippt hatte bei einem Bauunternehmer, zwinkerte mit den Augen. Natürlich sei es leicht zu schaffen, meinte er, aber mit den Leuten? Kopfwendung nach uns.
ihm? Wer in den Tagen vor dem ersten Wahlgang die Aeußerungen der Moskauer Presse verfolgte und sich ein Bild von den Erwartungen zu machen versuchte, konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, als leide man in Moskau — und zwar in beiden Abtei-
Ser Spiegel als Lebensretter.
Ein Spiegel rettete einem englischen Segler und seiner Familie das Leben und bewahrte sie davor, zu ertrinken oder von Haifischen verschlungen zu werden. Die Familie war mit einer Segeljacht auf hoher See in der Torres-Straße zwischen Queensland und Neuguinea, als ein Sturm sie überraschte. Das Steuerruder brach, und Über das treibende kleine Schiff ergossen sich Sturzseen. Sie quälten sich drei Tage und Nächte, ihr Fahrzeug über Wasser zu halten. In der vierten Nacht erblickten sie, schon vollkommen erschöpft, einen Leuchtturm. Das Schiff trieb wohl in den Lichtschein, doch war es zu weit entfernt, um vom Leuchtturm aus bemerkt zu werden. Da kam dem Manne ein rettender Einfall. Er eilte in die Kabine und riß den größten Spiegel, den er finden konnte, von der Wand. Wieder auf Deck angekommen, fing er die Lichtstrahlen des Leuchtfeuers auf und warf den Widerschein mit Hilfe des Spiegels zurück. Dies schwache Aufblitzen wurde in der Tat gesichtet. Zwei Leuchtturmwärter machten sogleich das Rettungsboot flott und bahnten sich durch den hohen Seegang ihren Weg, nur geleitet von dem aufblitzendon Schein des Spiegels, und es gelang ihnen auch, das bereits voll Wasser gelaufene Schiff zu erreichen. Als die Familie sicher im Leuchtturm geborgen saß, war von ihrem Schiff nichts mehr zu erblicken.
richtige ansieht, — darüber schweigt sich der schlaue Agitator aus.
Aber bann folgt ein zweites Stimmungsbild feiner Aufsatzfolge aus der französischen Provinz, und hier wird „dem schwer um seine Existenz ringenden Franzosen" schon klar und deutlich bie Sowjetunion „als ein bewunderungswürdiges Vorbild" gezeigt. „Die Arbeiterklasse Frankreichs muß kämpfen, um Frankreich ebenso groß, frei, ft a rt und glücklich wie die Sowjetunion zu machen", „im Bunde mit der Union der proletarischen Völker wird Frankreich alle Klippen umsegeln und zu neuer Blüte aufsteigen". „Sowjetrußland mit seiner starken Militärmacht wird Frankreich ein getreuer Helfer gegen die Bestrebungen des unersättlichen deutschen Faschismus sein" — solche und ähnliche demagogische Schlagwörter beherrschen nach der Prawda „die Massen der französischen Werktätigen" und treiben sie zur Abgabe ihrer Stimme für die Volksfront und „insbesondere für die Schöpfer und Beherrscher der Volksfront — die Kommunisten". Hier wird auch die Frage, wie es werden soll, klar und deutlich beantwortet. „Unser Endziel ist ein kommuni st isches Sowjetfrankreich" hat der Sekretär der französischen Kompartei (wie die französische Tochteroraanisation der Komintern in Moskau genannt wird) ungeschminkt erklärt
Und das Ergebnis? Wie wird An Moskau das Ergebnis der französischen Wahlen gewertet? Wie legt man es aus und was verspricht man sich von
Mlhelm-FM-Siedlung für kinderreiche Familien
Ist nicht selbst der ärmste französische Arbeiter, verglichen mit dem Sowjetproletarier, ein wahrer Krösus? Fehlt nicht im französischen Bauern- t u m jede Grundlage für ein Verständnis der Moskauer „Arme-Leute-Theorie"?
Seine besten Leute hatte Moskau zur „Vorbereitung der Wahlen" nach Frankreich entsandt und von Zeit zu Zeit ließ sich Genosse Dimitrofs von den Komintern höchstpersönlich über den Fortgang „des Anpassungsfeldzuges" Bericht erstatten. Man weiß, daß Dimitroff, der Generalsekretär der Komintern, auf ihrer letzten Tagung im Sommer diese Parole der Anpassung an die jeweiligen im Lande herrschenden Verhältnisse ausgegeben hat, die Parole des „Trojanischen Pferdes", der inneren Aushöhlung der Stellung des Gegners durch das zeitweise Fallenlassen der krassen kommunistischen Dogmen und die Aneignung fremder Parolen, durch Zusagen und Versprechungen, durch elastisches Eingehen auf die jeweiligen Bedürfnisse. Und man weiß auch, daß Moskau sehr reichlich die Mittel für die Bestreitung der kostspieligen Propaganda fließen ließ, daß die annähernd 30 Unterorganifationen der französischen kommunistischen Partei gewöhnlich als die Empfänger figurierten, um unliebsame Überraschungen auszuschalten. Freilich sind diese nicht durch die Pariser Sowjetbotschaft gegangen — so unvorsichtig ist Moskau heute nach der Erfahrung in Brasilien und Uruguay nicht mehr. Dafür hat Genosse Potemkin aber durch persönliche Fühlungnahme mit Herriot, Blum und Den anderen Führern der Volksfront versucht, sich — „nicht in die französische Innenpolitik einzumischen", eine Handlung bekanntlich, der Stalin gegenüber Laval in Moskau energisch abschwor und die er auch noch kürzlich in einem Interview mit einem Amerikaner als „ein Mißverständnis" bezeichnete.
So entscheidend vorbereitet, wurden dann auch die Wahlen in Frankreich zu einem vollen Erfolg Moskaus. Wenn man im Kreml die Erwartungen besonders hinsichtlich einer noch größeren Stärkung des kommunistischen Einflusses und einer Zunahme der bolschewistischen Stimmen auch weiter gesteckt haben sollte, so ist die Vervielfachung ihrer Sitze in der Kammer doch ein Ersatz dafür, daß sie ihre Stimmenzahl noch nicht einmal ver-
Die Leute waren wir, durchschnittlich einen Meter siebzig groß, er fast einen Kopf größer, und ohne Mühe konnte er in feine eine Hand meine beiden verpacken. Er solle sich nichts zugute tun und sich nicht so haben, gab ihm einer zur Antwort, wir könnten schon auch, und im übrigen werde er sehen!
Aus der Baustelle dann waren wir bald sechs Rotten, je drei Mann, vier wurden abEommanbiert jum Planieren bes von uns heranzuschaffenben Sanbes an ben alten Flußlauf.
Unb los ging es! Die Loren würben eingekippt unb eingehoben unb an ihren Platz geschoben. Dann haben wir berechnet: vier Stunben Arbeitszeit auch nur zu Anfang! —, also durchschnittlich vier Züge in ber Stunbe, bas machte genau fünfzehn Minuten für einen Kasten, Kurzstunben gab es im Ardeitsbienft nie.
Die erste bie „Tempolore", befehligte eben jener „Akkorbarbeiter". Unb wir schippten, so rote wir es gezeigt bekommen hatten, bie Schippe schon voll unb bann mit richtigem Schwung — „schon auslaufen la fen" — „rin in ben Kasten Das ging roiber Erwarten gut. Zwölf Minuten waren vergangen, ba haute bie „Erste' ab. Zum Auck fehlten in ben anberen nur noch em „paar Pfundchen unb bie kamen rein. Dann schoben wir auch ab, tippten aus und juhren zurück^ Und wir waren stolz, daß wir das Tempo gehalten hatten. Die nächste auch zwäls Minuten, bei der dritten gab es eine Unterbrechung Daß gerade die erste aus den Schienen ging, ärgerte uns. denn damit verloren wir die kostbar gehüteten emgesparten Minuten. Es waren acht gewesen. Wir stellten die Musge- tippte roieber hoch unb konnten bann zurück Bei ber vierten zog es schon recht nett m ben Firmen unb ber Schwung ber Schippen war nicht mehr so wuchtig. Lächelnd stand die Besatzung eins den beiben Neulingen kam es sehr zugute, baß ihr Dritter Mann eingearbeitet roar Unb er gab uns bann auch immer eine Gnadenfrist. Wir waren roütenb auf ihn, einmütig von Lore zwei bis sechs, riefen ihm auch zu, baß er nach Belieben abfahren könnte, er müßte uns nicht erwarten, wir würben fertig unb überhaupt „könne er uns er
ruhiger Natur war, tat er es zwar nie In ber ■ halbstündigen Pause verging bann ein roentg das Brennen in den Händen; eine Wafferb ase die sich eben entwickeln wollte wartete auf spater. Acht : Züge hatten wir, als bie Pause ä" Ende war. So . hatte man Aussicht, baß man für bie letzten sieben ■ etwas länger brauchen bürste, weil sie sich ja auf . zwei Stunben verteilten ,
• Sehr schwer nur konnten wir bie fünfzehn Mi- i nuten einhalten, zumal unter ber oberen Sand- : schicht festgebackener Lehm lag, ®cr eJ*en‘ (eiter half einmal hier anschieben, richtete dann
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Moskau, Mai 1936.
Am 27. April, also zwischen den beiben Wahlgängen in Frankreich, erschien in ber amtlichen Prawda ein Artikel ihres Pariser Berichterstatters, der sich in die entlegensten französischen Provinzstädte begeben hatte unb bestrebt war, bort b i e Stimmung der Bevölkerung und die Begleiterscheinungen des Wahlkampfes zu studieren. Es ist von Moskau aus nicht zu übersehen, ob der Durchschnittsbürger in Frankreich heute nicht mehr seinem Ruf entspricht, Vertreter eines Volkes der Sparer zu sein, ob er also in ber Tat unter ben größten wirtschaftlichen Notstänben leibet unb ob er sich schließlich wirklich schon mit Haut unb Haaren dem Kommunismus verschrieben hat. Wohl aber steht fest, daß der Verfasser des Aufsatzes ein guter Agitator ist, der sein Geschäft versteht, der sich auf die Psyche des Kleinbürgers einstellt und seine Meinung anderen Leuten geschickt aufzusuggerieren versteht. Denn immer wieder kommt aus den Zeilen des Mannes zum Ausdruck, wie sowohl er wie jeder Durchschnittsfranzose, mit dem er sich unterhielt. Darüber einer Meinung waren, daß „es so nicht weiter geht, daß alles völlig verändert und alles ganz, günz anders werden muß" Wie es werden soll, nach welcher Seite hm eine Aen- berunq einzutreten hat, und welches Heilmittel Der Verfasser für das notleidende Frankreich als das
lungen des Kreml, in der Komintern sowohl als auch in den benachbarten Büros der Sowjetregierung —, unter dem beklemmenden Gefühl, die Genossen Zhorez, Duclos usw. könnten die auf sie gesetzten Hoffnungen nicht erfüllen und die Dolks- frontparolen nicht zugkräftig genug fein, um eine Mehrheit der Linken zu gewährleisten. Großes stand für Moskau bei ben französischen Wahlen auf bem Spiel! Machte bie „Einheitsfront" weitere Fortschritte, so sollte nicht nur durch bie Bildung einer Volksfront-Regierung bas Bündnis mit Moskau weiter ausgebaut unb ber Einfluß ber beiben Abteilungen bes Kreml auf bie französische Jnnen- unb Außenpolitik verstärkt, sonbern vor allem sollten nun bie K o m mu n i st e n klar unb beutlich zu ben eigentlichen Nutznießern bes Bünbnisses, zu dem entscheibenben Faktor in ber französischen Politik unb bamit natürlich auch zu bem Sturmtrupp ber Weltrevolution gemacht werben. Denn klarer als je zuvor hat man es in biefen Tagen vor ben französischen Wahlen in Moskau empfunden unb ausgesprochen: Wirb biefe erste Probe ber Kampfkraft ber Volksfront unb insbesondre bes revolutionären Geistes ber französischen Kommunisten ein Erfolg — bann wirb Frankreich außenpolitisch noch enger, als es burch ben Militärvertrag geschehen ist, an bas Schicksal ber Sowjetunion ge- bunben unb zum Kettenhunb Moskaus in Europa gemacht und innenpolitisch nach den Moskauer Rezepten von dessen Willensvollstreckerin, der Volksfront, zu einem erstklassigen Sprungbrett für die Ideen der Weltreoolution umgestaltet wer- ben. Schon arbeitet diese sogenannte Volksfront mit Cachin, Herriot und Blum an ber Spitze fieberhaft an ber Durchführung biefer Aufgabe, schon ist es auch bereits gelungen, Paris mit einem sicheren
Zum zehnjährigen Bestehen ber Carl-Schurz-Dereinigung fanb am Geburtshaus bes großen Ausländs
deutschen in Liblar bei Köln ein Festakt statt, an bem auch amerikanische Austauschstubenten teil- nmnf>hpn' unb
n°hm°n. Recht- und link- pom Festredner sieht man die V°pr°t-r der amerikanstchen und deutschen ®“rt^phbohy?ef”^ÄH^7n°r^Cro^ faDOn 6icr Jugend, ine Lorbeerkranze am Geburtshause Carl Schurz meberlegten.
(Presse-Jllustration-Hossrnann-M.)


