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mild, leicht schäumend, ganz wundervoll im Geschmack.

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Optimismus noch vor drei Jahren nicht möglich gehalten werden konnten.

und außerdem durch die Anlagen bleibende Werte, die dem Volksganzen zugute kommen, ge­schaffen worden sind. Die finanziellen Aufwendun­gen beziffern sich auf insgesamt nahezu 500 000 Mark. In der Abtragung der gegebenen Darlehen ftnö bis jetzt Schwierigkeiten noch nicht entstanden, da die Zins- und Tilgungsbedingungen denkbar günstig sind, so daß die Gemeinden keine besonde- ren Anstrengungen zu machen brauchen. Ein gro­ßer Teil der Darlehensmittel ist bereits wieder in die Kassen der Kreditinstitute zurückgeflossen.

So kann zusammenfassend gesagt werden, daß die Gesundung der Gemeinden innerhalb un­glaublich kurzer Zeit in einem Ausmaße fortgeschritten ist, wie sie selbst beim größten

wesentlich verschönert.

Alle diese Erfolge haben wir unserem Führer

Glaube, der Berge versetzt

Ein ehemaliger Reichskanzler sprach einmal:Ich glaube nicht, daß angesichts der Weltwirtschaftskrise die Nationalsozialisten mit tausend Patentmedizinen in Deutschland von der Weit isoliert die Dinge wesentlich bessern können." Kein Mensch außer den Nationalsozialisten hat es geglaubt. Die aber haben mit ihrem Glauben Leige verseht und durch Gewinnung politischer und wirt- schastiicher Freiheit künftigen Wohlstand aus unerreichbarer Ferne nähergerückt!

Ganz Deutschland hat heute diesen Glauben und stimmt für seinen Führer am 29. März!

verdanken. Deshalb am 29. März jede Stimme dem Führer!

Arbeitsdienstkundgebung in Nidda.

$ Nidda, 25. März. Am Sonntag fand auf dem Marktplatz eine Kundgebung d e r Ar­beitsdienst männer des Otto Södel* Lagers in Anwesenheit von SA.-Formationen und Politischen Leitern statt. Oberstfeldmeister Wettlauser richtete an die in den nächsten Ta­gen von hier scheidenden Arbeitsdienstkameraden herzliche Worte, die in dem Gedanken gipfelten: Arbeit gilt mehr als Rede, Pflicht mehr als Recht, und Bescheidenheit mehr als Anma­ßung. Die Leistungen der Arbeitsmänner waren auf einem auf dem Marktplatz aufgestellten Mahn­mal mit dem Symbol des Arbeitsdienstes, Aehre und Spaten, ausgezeichnet. Danach wurde seit Be­stehen der Abteilung in Nidda neben anderen Ar­beiten bis heute geleistet: 3215 Meter Wegebau, 14 400 Kubikmeter Erdbewegung bei Flutbachregu­lierung, 6300 Meter Wildgatterbau, 39 Hektar Waldlauterung und Selbstfertigstellung der Unter­kunft. Damit wurde das Lagerleben für über 800 junge deutsche Menschen eine Schulung zur Kame­radschaft, Ehrfurcht vor der Arbeit und zur Man­neszucht.

Landkreis Gießen.

rag. Großen-Buseck,24. März. Der l^n d wirtschaftlicheKonsumvereinGrotzen- Buseck hielt im Saale des Gasthauseszum kühlen Grunde" einen stark besuchten Familienabend ab. Nach einer Begrüßungsansprache des Direktors Anton Reusch, in der er auch kurz das Genossen­schaftswesen streifte, wurde dem Aussichtsratsmitglied Philipp Frank II. für 27jährige treue Mitarbeit im Aussichtsrat eine Ehrenurkunde überreicht. Für die Unterhaltung während des Abends sorgten Gäste aus Gießen, die mit einigen volkstümlichen Theater-

Abschlußfeier der Oeffentlichen Handelslehranstall.

Schlicht, wie es dem Ziele einer Vorbereitungs­schule für die Praxis entspricht, beging die Oessent- liche Handelslehranstalt Gießen die Entlassungsfeier

Ausstellung. r

# 21 [ b a d), 25. März. Im Zug der Kreisltraße Wb achSteinbach bzw. SteinbachOppenrod be- fand sich seither eine sehr schmale Brücke, die ein Verkehrshindernis war. Vergangene Woche wurde nach Fällung einer alten Linde neben der Brücke diese beseitigt und durch eine neue, wesent­lich breitere Brücke ersetzt. Die Arbeiten wurden innerhalb einer Woche erledigt. Seit Montag geht der Verkehr über die neue Brücke.

* Hattenrod, 26. März. Gestern ereignete sich hier beim Schweineschlachten ein eigen­artiger Unfall. Der Metzger wollte das Schwein mit einem Schußapparat töten, wobei das Tier sich jedoch mit einer plötzlichen Wendung zu befreien versuchte in dem Augenblick, als der Schutz des Apparats losging. Die Kugel traf nun nicht das Borstentier, sondern ging dem Metzger unterhalb des Knies in das Bein, so daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.

ch Großen-Linden, 24. März. Die Reichs­tagswahl findet nicht, wie seither, in der jetzigen Bürgermeisterei, sondern in der alten Kleinkinderschule in der Bahnhofstraße, dem jetzigen Jungvolkheim, statt.

I Lich, 25. März. Der bisher in vielen deut­schen Städten mit großem Erfolg dargebotene KyffhäuserfilmIm gleichen Schritt und Tritt" wurde in der hiesigen Turnhalle durch die K r i e g e r k a m e r a d f ch a f t L i ch vor­geführt. Zu der Veranstaltung hatten sich die Ka­meraden aus Lich und aus den zum Bezirk Lich des Reichskriegerbundes gehörenden Ortschaften zahlreich mit ihren Angehörigen eingefunden. Um allen Volksgenossen unserer Stadt die Möglich­keit zu geben, am kommenden Wahlsonntag hrer einsatzbereiten und freudigen Stimmung äußer­lichen Ausdruck durch Beflaggung ihrer Woh­nungen zu verleihen, hat sich die NS. -Frauen­schaf t Li ch bereiterklärt, minderbemittelten Volks­genossen die Anschaffung einer Hakenkreuz*

für 1936. Der

Direktor der Handelslehranslalt Dr. Kruse verband mit seinem Ueberblick über die Arbeiten des letzten Jahres und den Glückwünschen an die abgehenden Schüler sehr beachtliche Anregungen für die Förderung des Wirtschaftslebens unserer Stadt. Zunächst sprach er von den wertvollen An­erkennungen für das erfolgreiche abgelaufene Schul­jahr.

Die rein praktischen Erfolge dieser Vorbereitungs­schule für die Praxis ergeben sich aus der Tatsache, daß annähernd 100 Schüler und Schülerinnen der Zweijährigen und der Höheren Handelsschule der Praxis übergeben werden können. Die Grundlagen für diese Erfolge ergeben sich aus der guten Ver­bindung mit den Eltern der Schüler, dem Eifer der Lernenden und dem frischen Geist der Gemeinschaft. Auch die erfreuliche Tatsache, daß das Arbeitsamt im letzten Viertel des vergangenen Jahres zahl­reiche Schüler für die Praxis anforderte und viele von diesen für vier bis fünf Stellen in Betracht gezogen wurden, berechtigt zur Freude an diesen Erfolgen. Der Dank dafür gebührt dem Lehrkörper.

Es ist der Zweck einer Fachschule, so führte Dr. Kruse weiter aus, daß sie sich anregend und se­gensreich für die kleinere und mittlere Praxis aus­wirken soll. Diese Ziele sollen verwirklicht werden, wenn die Raumfrage befriedigend gelöst ist.

Trotzdem im letzten Jahre für Anschaffungen 6000 RM. ausgegeben werden konnten, machen sich durch das Ansteigen der Schülerzahl einige Män­gel bemerkbar, u. a. durch das Fehlen einer geeig­neten Turnhalle und durch die Beschaffenheit des Vorplatzes der Schule. Dennoch war es der Anstalt möglich, die Bezirksfußballmeisterschaft zu erringen. Weiterhin konnten 50 Schüler und Schülerinnen das Freischwimmerzeugnis erwerben.

Mit Stolz blickt die Anstalt auf eine erfolg­reiche Beteiligung am Reichswettschreiben der Ste­nographen zurück, bei dem 60 bis 70 v. H. der Teilnehmer Preise erwerben konnten, wofür 30 Preise für gute Leistungen von der Reichsleitung in Kulmbach übermittelt wurden. Auch im Reichs­berufswettkampf belegten die Schüler und Schüle­rinnen die ersten Plätze. Ein Höhepunkt im Leben der Anstalt bedeutete die Hissung der HJ.-Fahne am 22. November v. I. Fast lOOprozentig stehen die Angehörigen der Anstalt in den Gliederungen der Bewegung.

Den abgehenden Schülern und Schülerinnen sprach der Direktor die besten Wünsche für ihre Zukunft aus und gab ihnen gute Ermahnungen mit auf den Lebensweg, wobei er ihnen den Führer als das beste Vorbild empfahl. Nachdem den Preis­trägern die Kulmbacher Buchgeschenke und Ur­kunden ausgeteilt waren, überreichte auch Refe­rendar Mauß der siegreichen Fußballelf Erinne­rungsgeschenke mit dem Bild der Mannschaft und entsprechenden Widmungen. Als Träger der Anstalt sprach der

Präsident der Industrie- und Handelskammer Dr. Pauly

den zur Entlassung kommenden Schülern und Schü­lerinnen herzliche Glückwünsche aus. Dabei stellte

Die Gemeindekasse wurde durch Ausgaben für Wohl­fahrts- und Krisenunterstützung stark belastet. Ueber 850 Mark wurden monatlich an Wohlfahrtserwerbs­lose von der Gemeindekasse ausbezahlt. Die Krisen­unterstützung betrug im Jahre 1932/33 3365 RM.

Heute nach drei Jahren nationalsozia­listischen Aufbauwillens hat sich das Bild vollkommen geändert. Die Betriebe arbeiten wieder mit voller Belegschaft. Ein neuer Bergwerksbetrieb wurde im vorigen Jahre in einer Nachbargemeinde bei Mücke in Gang gesetzt. Siebzig Bergleute aus den umliegenden Ortschaften haben hier Arbeit und Verdienst gefunden. In diesem Früh­jahr soll die Belegschaft auf 100 Mann erhöht wer­den. Heute hat unsere Gemeinde k e i n e A r b e i ts- los e n mehr.

Aber auch in den beiden letzten Jahren wurde in der Gemeinde tüchtig geschafft. Außer der Herstel­lung von verschiedenen Feldwegen wurden in unse­rer Gemeinde zirka 10 Morgen Oedland urbar gemacht, die der Landwirtschaft zugeführt werden konnten. Auch durch Verbesserung und Er­weiterung der Ortsstraßen wurde das Straßenbild

er mit Freude bas Anwachsen der Schülerzahl fest und die überraschend zahlreichen Neuanmeldungen. Er dankte dem Lehrkörper für die erfolgreiche Ar­beit und den vortrefflichen Geist froher Zusammen­arbeit. Den Schülerinnen sagte er, daß es für jedes Mädel eine Ehre ist, im Berufe zu fein, wenn auch der ureigenste Beruf für sie der der Hausfrau und Mutter sei. Aber wenn sie das in der Handels­schule Erlernte, so sagte er in launiger Weise, auch nur für die Führung ihrer Haushaltsbücher ver­wenden sollten, so wäre der Schulbesuch nicht um­sonst gewesen. Don dem jetzt in die Praxis treten­den jungen Menschen wird stets treueste Pflicht­erfüllung und stete Verantwortung gefordert. Darum gab er den Jungen Worte des Reichsfinanz­ministers Graf Schwerin von Krosigk als Leitspruch für ihre fernere Zukunft mit auf den Weg.

Wir brauchen Männer, die den Namen Unter­nehmer verdienen, die auf eigene Gefahr etwas unternehmen und nicht auf die Zuckerplätzchen aus der Subventionstüte des Staates warten, die neben dem Streben nach Gewinn, auch die Verantwor­tung für guten oder schlechten Ausfall wirtschaft­licher Betätigung tragen, die auf ihren Sachgebie- Leistungen vollbringen, die wirklich mitschaf-

stückchen und Duetten aufwarteten. Die Pausen rour« den durch Musik der Kapelle Nicolai ausgefuUL Sämtliche Darbietungen arbeiteten reichen Beifalls Nach einem Schlußwort des Bürgermeisters Reb « holz, der auf die Bedeutung des 29. März hm* wies, wurde die Feier mit einem Gedenken des Führers geschlossen. .

+ Mainzlar, 25. März. Die hiesige Milch« absatzgenossenschaft hielt bei Gastwirt Koch ihre Jahresschlußoersammlung ab. Die intz vergangenen Jahre abgelieferte Milchmenge betrug 210 000 Liter. Gegenüber dem Vorjahre bedeutet dies eine Steigerung der Milcherzeugung um das Doppelte. Die Versammlung wurde mit dem Treu* gelöbnis zum Führer geschlossen.

Allendorf a. d. Lda., 25. Marz. Wie alljährlich, fand auch dieses Jahr wieder die A u s fteliung von Handarbeiten der Volk s« schülerinnen und Fortbildungsschule« rinnen statt. Don den Fortbildungsschulennnert waren hauptsächlich Leib- und Bettwäsche, mit den feinsten Häkelarbeiten und Stickereien verziert, Unx terröcke und gehäkelte Pullover, ausgestellt. Die Ar­beiten der oberen Volksschulklassen erstreckten sich in der Hauptsache auf Flick-, Stopf-, Strick- und Häkel­arbeiten, wie buntgeflickte Schürzen, Ueberhand- tücher, Zierdeckchen und bergt. Aber auch die jüng­sten Jahrgänge der Volksschule hatten durch aller­lei selbstgefertigte Gegenstände, wie niedliche kleine Täschchen und Deckchen und Klebe- und Fiaurarbel- ten, die Ausstellung bereichert. Nicht allein die Eltern und Verwandten der Schülerinnen, sondern auch andere Personen fanden sich in großer Zahl zur Besichtigung ein. Alle ausgestellten Gegenstände zeugten sowohl von großem Können der Schulleite­rin Fräulein Wall, als auch von dem Fleiß der Schülerinnen. Da ein großer Teil der Ausstellungs­arbeiten noch unter der Leitung der am 1. Januar d. I. in den Ruhestand getretenen Handarbeits­lehrerin Fräulein Merkel angefertigt worden war, so gebührt auch dieser neben Fräulein Wall ein Teil des Dankes für bas volle Gelingen der

sende und mitführende Persönlichkeiten im Dritten Reich sind, die die Verantwortung nicht nur dem eigenen Werk, sondern auch der Allgemeinheit gegenüber tragen und bei denen das Hauptbuch wieder mit dem SpruchMit Gott!" beginnt, das heißtmit der Verantwortlichkeit vor dem Ge­wissen, vor Gott und vor dem Volke". Die Feier­stunde schloß mit dem Treugelöbnis zum Führer und dem Gesang der Nationallieder.

Oberhessen.

Die NSB. als Auftraggeber.

Lpd. Lauterbach, 25. März. Ueberall, wo es ihr möglich ist, hilft die NSV. nicht nur dem not- leidenden Volksgenossen durch Spenden, sondern auch dem heimischen Handwerk und Gewerbe durch Auftragserteilungen. So wurden jetzt als erste Rate eines Auftrags in Höhe von 80 000 RM. acht grö­ßere Aufträge an Leinenindustrien in H e r b st e i n, Lauterbach und Schlitz vergeben. Für rund 25 000 RM. Meterware wurde bestellt. Außerdem ist es gelungen, einen größeren Auftrag für Filzschuhe im Kreis Lauterbach unterzubringen. Auch dem hei­mischen Töpfergewerbe soll demnächst eine größere Bestellung Töpfereierzeugnisse verschiedener Art ge­geben werden.

Drei Jahre nationalfozialistischeGemeiudewirtschast

*Nieder-Ohmen, 25. März. Wenn wir heute die gigantischen Erfolge des Aufbauwerkes unseres Führers Adolf Hitler mit offenen Augen betrach­ten, bann müssen wir erkennen, daß diese Erfolge bis in jedes Dorf hinein sichtbar sind.

Unsere knapp 1400 Einwohner zählende Gemeinde hatte bei der Machtübernahme über 100 Er­werbslose. Das Brauneisensteinbergwerk in der hiesigen Gemarkung lag schon mehrere Jahre still.

Oie Tippgräfin.

vornan von Klothilde v Gtegmann

Urheberrechtsschutz: Auswärts-Verlag, Berlin, SW 68.

22. Fortsetzung. Nachdruck verboten!

Wie heißt der Verlag, der das Manuskript er­worben hat, und wann soll es erscheinen?"

Das kann ich im Augenblick nicht sagen. Ich habe das Schreiben des Verlages wohl gelesen, aber nicht auf seinen Namen geachtet."

Merkwürdig, Prinzessin! Aber ich will anneh­men, daß Sie mir die Wahrheit gesagt haben. Wird es dem Grafen denn auch möglich sein, aus den Honoraren die Bürgschaft zu decken, die ihm aus den Verpflichtungen gegen den verstorbenen Verdingen entstanden sind?"

Allmächtiger Himmel! Davon wußte man hier auch schon?

Mariella zitterte. Dante Annina hatte alles ge­sagt, was zu Mariellas Schaden sein konnte.

Antworten Sie mir, bitte!" Die Stimme der Frau Kriminalrat Hagenbruch klang weich und gütig.Verschärfen Sie doch nicht unnötig Ihre Lage, Prinzessin. Wir wissen ja doch mehr, als Sie annehmen. Es ist ausgeschlossen, daß Sie die Summe die Sie für bas Halsband erhielten, für sich verwenden wollten. Sie haben ja auch Frau von Gellern ausdrücklich gebeten, Ihnen das Hals- banb zur Verfügung zu stellen, damit Sie die Bürgschaftssumme, die Graf Hagen für Verdingen übernahm, decken konnten."

Das lügt sie!" Mariellas Augen funkelten letzt tiefschwarz. Sie war dem Zusammenbruch nahe, und die Vernehmende sah ein, daß es zwecklos wäre, sie noch weiter zu quälen. Es war dafür Sorge getragen, daß Mariella in einer Einzelzelle untergebracht worden war.

Die Wachtmeisterin, die den Dienst bei ihr ver­sah, war entzückt von der feinen, Men Art des Mädchens, das jede Handreichung dankbar hm- nahm. So hatte sich die einfache Frau eine Prin­zessin niemals vorgestellt. Aber diese hier ote augenblickl che Sensation des Präsidiumsdie war ja sogar mit der groben Gefangenenkost zu­frieden, die man ihr reichte. Denn auf die Frage, ob sie sich selbst verpflegen wollte, schüttelte sie nur mit dem Kopfe und sagte tonlos:

Glauben Sie, daß ich besser bin als die anderen Mädchen, Frau Aufseherin? Essen kann ich sowieso kaum, und vor den anderen möchte ich nichts vor­aus haben." . .

Nach einer Weile sah die Wachtmeisterin durch bas Guckloch in der Zellentür. Da lag Mariella schlafend auf ihrer Pritsche. Ihr weißes Gesichtchen schien still und ergeben.

So kann nur bas reine Gewissen ruhen!, dachte die gute Frau. Sie ahnte ja nicht, daß ihr Schütz­ling sich nur schlafend stellte und die verzweifelten Gedanken hinter der reinen Stirn der Unglücklichen zu Erhard flogen, der um diese Stunde den Erlös aus dem Halsband der Geronimo am Spieltisch bereits verloren hatte.

Inzwischen hatten Renate und Lore das Polizei­präsidium wieder verlassen. Voller Energie ging Renate ans Werk, Mariella mit allem zu helfen, womit ihr noch geholfen werden konnte. Lore fügte sich in allem der Ueberlegung der älteren Renate. Die würde bestimmt das Richtige treffen.

Wir können Mariella nur Helsen, wenn wir unsere persönlichen Gefühle und Ansichten völlig zurückstellen und systematisch vorgehen!" entschied die junge Pressephotographin.Also das Wichtigste ist für sie ein guter Verteidiger. Ich kenne da einen, der besonders für derartige Prozesse in Frage kommt. Wollen mal sehen, ob Doktor Hartwig noch anzutreffen ist."

Sie wandte den Wagen und fuhr davon.

Prozeßkosten übernehme ich!" erklärte Lore sach­lich.Und später muß Mariella von ihrem Wohn- recht auf der Geyerburg Gebrauch machen und zu mir kommen. Da wird sie schneller alles überwin­den, und in Gottes freier Natur..."

... ihr schweres Schicksal stets vor Augen haben und Zeit zum Grübeln", entgegnete Renate.Nein, ich habe anderes mit ihr im Sinne."

Bis sie vor dem Hause des Anwalts hielten, beratschlagten und verwarfen die Kusinen Zukunfts­pläne für Mariella.

Leider muß ich unter allen Umständen morgen zurück. Schließlich ist es lange genug, roenn man eine Hühnerfarm mit ein paar hundert Stück lebendem Inventar fast eine Woche lang Fremden überläßt", seufzte Lore im Treppenhause.Und Mariella hel­fen können wir ja im Augenblick alle beide nicht. Lieber Himmel, roenn sie sich doch nur mir anver- traut hätte ..."

Als sie eine Stunde später das Haus wieder ver­

ließen, nahmen sie Doktor Hartwig gleich in Re­nates Auto mit zum Polizeipräsidium. Doch Ma­riella hatte es abgelehnt, die Freundinnen zu emp­fangen. Sie schämte sich unsäglich vor den beiden Mädchen. Der Gedanke, als Diebin vor ihnen zu stehen, war ihr unerträglich. Sie ahnte ja nicht, daß weder Renate noch Lore ihr diese schändliche Tat wirklich zutrauten. Sie glaubte, die ganze Welt müßte erfüllt sein von ihrer Schande. Es könnte keinen Menschen mehr geben, der ihr noch etwas Gutes zutraute. Der einzige Mensch, dem sie sich vielleicht hätte offenbaren können, wäre Doktor Heß­ling gewesen. Er war ja Anwalt. Er kannte alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens.

Vor ihm breiteten sich viele Schicksale aus. Zu ihm hätte sie sprechen können. Aber er war fern! So fern! Von allen Menschen, die es gut mit ihr gemeint, war sie getrennt! Ein tränenloses Schluch­zen schüttelte ihren zarten Körper.

Lore Ankermann war inzwischen wieder mitten in ihrer Arbeit auf ihrer Hühnerfarm. Trotz ihres sorgenvollen Herzens wurde sie froher, je mehr sie sich der Heimat näherte. Sie liebte ihre Geyerburg und das aufblühende Unternehmen, das sie dort ge­schaffen, über alles. Nur sehnte sie sich sehr nach einem gleichaltrigen Menschen. Denn ihre Ange­stellten waren alte älter, und obwohl sie durchaus gut und kameradschaftlich mit ihnen stand, fehlte ihr doch die Freundschaft eines jungen Menschen­kindes. Darum hatte sie sich auf Mariellas Kom­men gefreut und war doppelt traurig, daß es nun vereitelt war.

Aber jetzt war sie erst daheim. Daheim welch wunderbares Wort! Am Nachmittag, nachdem die Arbeit getan und die Kücken in ihre Ställe beför­dert waren, machte sie einen Spaziergang hinauf zum Berge oberhalb der Geyerburg. Stundenlang lag sie dort unter dem blauen Himmel ihrer Hei- mat und träumte hinaus in die blühende Welt mit ihren Weizenfeldern und den farbigen Punkten der Kornblumen und des Mohns.

Die nächsten Tage vergingen in angestrengtester Tätigkeit. Lore legte bei allem mit Hand an. Sogar beim Reinigen der Hühnerställe half sie. Sie mußte Arbeit haben viel Arbeit. Denn nur dann ver­gaß sie für Stunden den Kummer um Mariella. Renate hatte ihr ja versprochen, alles für die ge­liebte Freundin zu tun. Wenn sie selbst sich hier auch noch abhärmte, so konnte sie Mariella auch nichts nützen. Viel richtiger war, freudig zu schaffen,

um der geliebten Freundin eine sichere Zuflucht zu bieten.

Lore stand gerade in ihrem Wirtschaftskittel mit der Mamsell im Hofe. Sie sprachen über den neuen Auslauf für die Hühner, übers neue Mischfutter, das man versucht hatte. Lore hielt einen Zettel m der Hand, auf dem sie die Besorgungen für den heutigen Tag verzeichnete. Sie konnte mit ihrer Arbeit zufrieden sein. Als erster Erfolg war es ihr gelungen, eine Hühnerrasse zu züchten, deren Hennen bis zu hundertneunzig Eier im Jahre leg­ten. DasGeyerhuhn", wie sie es nach der Geyer­burg genannt hatte, war auf der Grünen Woche in Berlin soeben mit dem Ersten Preis ausgezeich­net worden. Es war als besonders geeignet für Kolonialwirtschaft empfohlen worden, weil es sehr wenig anfällig gegen Krankheiten war. Gerade heute lief bei Der stolzen Züchterin mit der gleichen Post, die ihr das Diplom Der Auszeichnung brachte, eine Bestellung von vier Kisten Bruteiern nach Tanga ein. Ein englischer Farmer, der nahe Tanga lebte, hatte sich auf die Berichte von der Grünen Woche hin diese Sendung bestellt. Er schrieb dazu einen sehr liebenswürdigen Brief:

Ich freue mich besonders, Miß Ankermann, daß ich deutsche Zuchthühner bei mir ansiedeln kann. Ich würde mich freuen, einmal Näheres zu hören, roenn Sie wieder neue Zuchtergebnisse haben

Sore schrieb ein paar nette Zeilen, die sie oben auf die Kiste legte. Als die Eier, sorgsam verpackt, in ihren häckselgefüllten, holzgefütterten Blechkisten vor der jungen Hühnerfarmerin standen, zeigte es sich, daß in einem dieser Behälter noch Raum für ein Ei war. Da tat Lore etwas, was sie sich schon lange als herrliches Vergnügen vorstellte. Sie setzte sich vor den Spiegel ihres kleinen Ankleidezimmers und malte mit Oelfarben auf ein besonders großes, schönes Ei ihr lachendes Antlitz, wie es ihr der Spiegel zurückwarf. Porträtähnlich blickte ihr ein holdes, bräunliches Antlitz mit lachenden Blau* äugen und weizengelden Haarfluten entgegen. Der wundervoll geschwungene Mädchenmund war halb geöffnet und ließ zwei Reihen regelmäßiger, schnee­weißer Zähne blitzen. Als das kleine Wunderwerk fertig war, setzte Lore mit kühnem PinselschrounL die WorteGruß von der Geyerburg" barunkf und legte es als letztes Ei in diejenige Kkftr, deren Inhalt noch eine Lücke aufwies.

(Fortsetzung folgt!)