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Mittwoch, 26.8ebruaN9Z6

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhellen)

Hr.48 Drittes Blatt

Fastnachtsdienstag

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Den Kindern machte der Maskenball ganz besonderen Spaß. (Aufnahme: Photo-Pfaff, Gießen.)

Sammelbüchsen im Hause der Deutschen Ar­beitsfront, Schanzenstraße 18, an.

Die Gießener Betriebe werden gebeten, die benötigten Sammelbüchsen für die Betriebs- fammlung am Freitag, 28. Februar, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr, bei der Kreisamtsleitung der NSV.» Gießen, Löberftrahe 9, entgegen­zunehmen.

Wir kennen die Not, wir helfen mit!

Oie Deutsche Arbeitsfront sammelt für das Winterhilfswerk.

esjährigen Si. 250 Ferkel auf- flottem Handel 6 Wochen.alt

i alte 22 bisO ) bis 32 Mark, Warnte Auftrieb eh blieb gerjn-

Am 29. Februar und am 1. März steht die ge­samte Deutsche Arbeitsfront mit all ihren Gliede­rungen im Dienste des Winterhilfswerkes. An die­ser ersten DAF.-Sammelaktion für das WHW. werden sich alle Walter der Deutschen Arbeitsfront, alle Warte derKraft durch Freude", alle Be­triebsführer, alle Betriebswalter und alle Ver­trauensmänner beteiligen.

Am Samstag, 29. Februar, wird die Tages­arbeit in den einzelnen Betrieben durch einen Sonder-Betriebsappell eingeleitet werden, der auf die Bedeutung und die großen Leistungen des Winterhilfswerkes aufmerksam machen wird. Nach diesem Betriebsappell wird an jeden Betriebsange­hörigen die Bitte gestellt, seine Spende für beu notleidenden Volksgenossen zu geben. In verschiede­nen Orten des Kreises wird die NS.-Gemelnschaft Kraft durch Freude" Sonderveranstaltungen für das Winterhilfswerk durchführen, bei denen Samm­lungen durchgeführt werden. Die Reichsftraßen- und Gaststättensammlung wird durch Platz- und Straßenkonzerte belebt werden.

Für diese DAF.-Sammelaktion wird als WHW.- Abzeichen eine weiße Narzisse, hergestellt aus Kunstharz, ähnlich wie das bereits bekannte Edel­weiß-Abzeichen, ausgegeben.

Sämtliche Sammler treten am Sonntag, 1. Mär;, um 8.30 Uhr, zum Empfang der

Bleibt nur solange ihr wollt, ihr Lieben, ich mache es mir bequem und faulenze in allen Ton­arten", sagte sie, die Mutter zum Abschied küssend, du ahnst ja nicht, wie wohl mir diese Ruhe hier tut, es ist so schön, gar nichts ,vorzuhaben nach dem ewigen Getriebe der letzten Jahre."

So geschah es auch. Sie lag im losen Kimono auf dem Divan, in einem angenehmen Dämmer­zustand zwischen Wachen und Träumen, und dachte dabei so viel und so stark an Drau, daß es ihr wie eine Antwort auf ihre Sehnsucht schien, als es am Nachmittag klingelte. Ihr Wunsch hatte ihn herbei- gerufen, seine letzten Zeilen aus Schlesien sprachen von baldiger Heimkehr. Nun war er gekommen.

Aber als sie die Tür öffnete, stand ein anderer vor ihr und war in der Diele, ehe sie, Kranksein vorschützend, ihn abweisen konnte Bruck.

Verzeihen Sie mein Eindringen, aber ich mutz Sie sprechen am liebsten allein

Die Hellen Augen flogen wieselflmk durch den

Grau In grau das war das Kennzeichen des gestrigen Faschingsdiens­tages inGießen. Schon das Wetter war den ganzen Tag über trüb und dun­stig, daher auch nicht ge­eignet, so etwas wie eine rechte Fastnachtsdiens­tagsstimmung aufkommen zu lassen, oder zu fördern. Es war mit einem Wort gesagt trübselig, wie der heutige Ascher­mittwochfrüh auch nur aus lauter Trübsal und nassem Schneefall besteht. Und wie diese Art des Fastnachtdienstagswetters

' " Die öeutfche Arbeitsfront

' Öürth freute"

Werten: Aepfel "s 20, Boskop .Msnafe 16 ^0 Psund rote 3 bis 18 span, e 25 M. 7,00

7'00, Trauben n 300 bis 360

stillen Flur. ... .

Es blieb der jungen Frau nichts anderes übrig, als den ungebetenen Gast ins Wohnzimmer zu führen. Was hatte ihn hergebracht? Waren Mama oder Hans nur da--Beklommen bot sie Bruck

einen Stuhl an, setzte sich zögernd durch einen kleinen Tisch von ihm getrennt, der dasaß und |ie ansah, ohne ein Wort zu sagen

Sie wollten mir etwas Mitteilen, Herr Bruck.

Er schien aus tiefer Versunkenheit zu erwachen.

Ja Es ist besser, Sie erfahren es heute durch mich, als morgen durch die Zeitung. Stalling ist heute vormittag verhaftet worden", erwiderte er endlich kurz und geschäftsmäßig.

Entsetzt beugte Elfriede sich vor. Hatte sie recht ^Verhaftet, sagen Sie?! Ja, um Gotteswillen warum denn?" , r , _ ,a . ..

Bruck zuckte leicht die Achsel.Fehlspekulationen ich habe ihm immer geraten, die Finger davon zu lassen, zu dem Spiel gehört mehr Geschick und Erfahrung, als der gute Teddy besitzt."

Und Sie?" fragte Elfriede, ihren Gast groß an's'ehend, konnten Sie Ihrem Freund nicht helfen?" Ein kaltes Lächeln stand in dem blassen Gesicht, das Elfriede noch fahler als sonst und krankhaft aufgedunsen fand.

Einem Dummkopf zu helfen ist Zeitverschwen­dung, denn er tappt wieder ins Unheil und reißt einen womöglich mit hinein."

Ah, das fürchten Sie"

Nein", das Lächeln wurde breiter,Ihr Wunsch geht leider nicht in Erfüllung, ich fürchte nichts, habe meine Karten vorsichtiger gemischt als Freund

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iymnastik. 6.30: ichrichten. 8.10:

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ibezirk). 13.15: ): Allerlei von it: Wolle aus ml ein wenig jng. 17.30: 3n jl . 17.45: Dos r Tagesspiegel hrichten. 20.10: Dper. 1. Pause: ».Pause: Nach- 23: Tanzmusik.

Derfrisch aus dem Ei gekrochene Marburger Elferrat".

tümmel um sich her vergaß und sie in seine Arme riß.

Dann begann der Schaffner, die Türen zu schlie­ßen, Selld^n mußte einsteigen. Ein grünes Zeichen flog hoch - langsam setzte der Zug sich m Be­wegung, glitt aus der Halle. Sem Gesicht am Fen­ster ein letztes Grüßen aufleuchtender Augen, die aneinander hingen, bis die lange Wagenreihe in der Ferne verschwand.

Auf stundenlangen Umwegen ging Grete Mer- oius heim. Doch als sie endlich zu Hause angelangt, war sie heiter und freundlich wie stets Nur eine größere Stille als sonst lag wie em leichter kaum merkbarer Schleier über ihrem ganzen Wesen, die die Mutter auf die Leere nach angeregter und an­regender Schaffenszeit schpb.

Elfriede, die es besser wußte, war voll bewun­dernden Staunens über der Schwester Fassung. Mit keinem Wort verriet sie sich, beherr chte ihr Herz so sehr, daß Frau Margret ahnungslos über das blieb, was zwischen »hrem Kmd und dem schwedischen Forscher geschehen. Aber es war doch Trost und Erleichterung, diese wundervollen Herbst- tage im Freien mit Freunden zu verleben, die von der ganzen Angelegenheit überhaupt nichts wuß­ten und doch von dem Abwesenden oft und gern

dem eigentlich fröhlichen Charakter dieses Tages alles schuldig blieb, so war es fast ebenso auch mit dem Faschingstreiben r t

auf der Straße selbst bestellt. Kurz gesagt, wir er­lebten diesmal in Gießen am Fastnachtsdienstag einen reichlich tristen Fasching, der gegenüber dem Karnevalsbetrieb der letzten Jahre erheblich abfiel.

In den Nachmittaasstunden waren der Selters­weg und dsr Kreuzplatz wiederum die Stätten des großen Betriebs. Leider bestand dieser große Be­lieb in der Hauptsache aber nur darin, daß viel Zioilvolk sich im Bummel die Straße hinauf- und herunterbewegte und neugierig der Faschingsdinge harrte, die da kommen sollten, leider aber bis m die Abendzeit hinein nicht kamen. In der Vvlk^ menge tummelten sich eine Anzahl Kinder, die sich auf ihre Artkostümiert" hatten, ferner liefen einige Erwachsene, nach unseren Beobachtungen noch nicht ein Dutzend, in irgendeinerKostümie­rung" herum, die dadurch den Karneval in Gießen zu dokumentieren beabsichtigten. Hier und da ö)ur= den Papierschlangen geworfen, Konfetti swg durch die Lust, im übrigen knallten die Papp-Pritschen, die allein reichlich zu bemerken waren in der Hauptsache in der Hand von jungen Mädchen unö jungen Burschen, die der Meinung zu sein schienen, daß mit dem Besitz und der Handhabung einer Narren-Pritsche allein dem Fasching Genüge getan sei und es dann eines Kostüms nicht mehr bedürfe. Das war das Faschingsbild, das man m den gestrigen Nachmittags- und in den frühen Abendstunden vom Selterstor durch den Selters- weq bis zum Marktplatz hin beobachten konnte und das allenfalls noch durch emen Zlehharmonlka- spieler und einige Autohupen hier und da um eine Nuance erweitert wurde. Im übrigen aber nur

nach Marburg. Die bäuerliche Bevölkerung des Umkreises nahm regen Anteil und die vielen Mäd­chen in ihren hübschen Trachten belebten das Stadt­bild. Von den Pritschen wurde schon um die Mit­tagsstunde reger Gebrauch gemacht, Konfettiregen gab es auch überall, Luftschlangen hingen in langen bunten Fahnen von den Schnüren, die über die Straßen gespannt waren.

Der Festzug selbst war mit viel Humor zusam­mengestellt. Da war der Elferratsoeben frisch aus dem Ei gekrochen", da gab es eine Prinzengarde und den Prinzen, selbstverständlich auch viel Musik. Manches aktuelle Thema der Stadt wurde glossiert, ein Stadttheater mit moderner Drehbühne und großem Ensemble wurde dargestellt., Ein Stadt­theaterorchester machte Zukunftsmusik. Sinnbild des ganzen Festzuges war die .Marburger Jungmühle", die es in zwei Variationen gab. Der Negus und sein Stab fehlten auch nicht und die Königin von Appelsinien ritt auf einem großen Elefanten mit. DieKetzerbächer" wie auch die Vorstädter be­teiligten sich ihrerseits sehr eifrig am Festzug und stellten Musik und mehrere Wagen.Drei lustige Gesellen vom Marburger Sender" (mit Laterna magica undbet Herrmännche") sowiePat unb Patachon" waren im Festzug zu sehen. Von einer neuen Kaserne würbe gefabelt unb von ber ach, winzig kleinen Jugenbherberge. Das Stabtparla- ment von ehebern erlebte Urständ, um die Abschaf­fung der Biersteuer zu beschließen. DerTatzel­wurm" als Beschützer der Marburger Rodelbahn schlängelte sich im Festzug mit. Der Winter war dargestellt mit dem schriftlichen Versprechen echten Schnees im nächsten Jahre. Eine Mannschaft im Viererbob rodelte vor ihm her auf dürrem Laub. Auch die Meckerer, Wühlmäuse und sonstige Gegner der Marburger Fasenacht wurden charakterisiert. Vergangene Zeiten wurden in schönen Darstellun­gen heraufbeschworen; nach dem 4000. Studenten wurde mit einem großen Fernrohr geguckt das neue Volksauto zeigte sich in einer originellen Kon­struktion. Kaum läßt sich aufzählen, was es alles zu sehen gab!

Den Marburgern ist es mit ihrem großartigen Festzug glänzend gelungen, die ganze Stadt in Stimmung zu bringen. Die Leute, die den Festzug bestaunten, liefen von einer Straße zu anderen, um den Zug noch einmal zu sehen. Als sich der Festzug aufloste, flutete alles in die Lokale, die

Gymnastik. 6.30: achrichten. 8.10: !rhaltungsmusil. hör zu! UK Mittagskonzeii. debezirk). 13.15: 10- Allerlei doi t. 15.15:Was onats?" 15.25: s Films". Son iten 16.30: Ur licht immer » .BergnugW von Egon E Kreutzer. W bau ber g* 9.10: Neue Dm 21.30: 3n ber 22: An-Mien Zporl chau der te Ä"d«' ,-mAbisr.

Bordfest in Gießen am 29. Februar im Cafe Leib.

Anläßlich der ersten Sammelaktion der Deutschen Arbeitsfront für das Winterhilfswerk 1935/36 fuhrt KdF. ein Bordfest im Cafe Leib durch. Großer Kehr aus" des Faschings in Gießen Der am 15. Februar gestartete SeedampferKaffee Bauch kehrt von fröhlicher Faschingsfahrt zurück. Das Kostümfest mitKraft durch Freude" in alle Lon- der der Erde war ein Erfolg. Das Bordfest mutz ein größerer Erfolg werden, schon deshalb, weil der Reinertrag dem WHW. zufließt. Künstler des Stadttheaters haben sich zur Verfügung gestellt, ebenso die lustige Bordkapelle Krengel. Aus 3ur lustigen Fahrt! Eintritt einschließlich Tanz 0,60 Mk.

Teddy. Aber das Leben hier ist langweilig geroor« den, ich stehe im Begriff, ins Ausland zu reifen und lade Sie hiermit feierlichst ein, mich zu be­gleiten!"

Der Mann war besessen. Elfriede setzte sich, ihre aufsteigende Angst niederzwingend, steil aus.

Wenn Sie wollen, daß ich Ihnen weiter zu­höre muß ich Sie bitten, das Thema zu wechseln, Herr Bruck, sonst" sich halb von ihrem Sitz er- hebend. ..

Der winkte begütigend ab, blieb ruhig, mit ge­kreuzten Knieen sitzen.

Sie wollen nicht? Schade. Nun, sprechen wir von etwas anderem, bas mir gerabe einfällt unö Sie gewiß auch interessieren wirb."

Seine Brillengläser, vom Licht ber untergehenden Sonne getroffen, funkelten fie an.

Denken Sie nur, durch puren Zufall habe ich erfahren, baß bie Höhe ber Witwenpension, Die Ihre Frau Mutter bezieht, auf einem Irrtum be- ruht! Man hat sich seinerzeit in ber Zahl ber Jahre, bie Ihr Vater in Regierungsbiensten stanb, um em kleines geirrt unb bie Pension auf bas Doppelte ber eigentlich zulässigen Höhe bemessen. Spaßig, nicht? Es wäre nur sehr bebauerlich, wenn bie Heine sagen wir mal: freunbschaftliche Schie­bung je zur Kenntnis ber Behörbe käme, bie es oerbammt genau nimmt. Nun, bas ist ja kaum anzunehmen, wenn es nicht gemelbet wirb

Weiß bis in bie Lippen saß Elfriebe Stalling ba unb starrte in bas tückisch lächelnbe Gesicht. Daß Marr Bruck bie verschiebenartigsten Beziehungen hatte, wußte sie von Stalling, es gab keine Stelle, an bie sein Einfluß unb bie Macht seiner Millio­nen nicht reichte. Um zu erfahren, ob er log ober bie Wahrheit sprach, mußte man Recherchen an» stellen unb wenn, was er ba sagte, stimmte...

Ohne einen Gebauten an bie Zukunft hatte sie ber beglückenden Gegenwart gelebt unb hätte doch wissen müssen, wie es um ber Mutter ^Ver­hältnisse bestellt war. Hatten bie Jahre bes Wohl- lebens sie um jegliche Rücksicht gebracht? Sie hatte bas ohnehin schmale Haushaltbubget, bas burch ihr Hiersein nun mit Vermieten nicht mehr aufgebes­sert werben konnte, noch schwer belastet. Gretes Verbienst fiel fort, ob fie eine neue Stellung fand, war zum mindesten zweifelhaft. Was blieb übrig, was konnte fie tun, wenn Mutters Pension letzt : noch gekürzt wurde? Dem Mann ihr gegenüber, dessen beobachtender Blick sie wie em stechendes Bohren auf sich ruhen fühlte, war alles zuzutrauen, 1 wenn man seinen Wünschen nicht gefügig war

(Fortsetzung folgt!)

der ebenfalls zu der Wandertour aufge- fordert worden war, hatte zu seinem flrofoen ßeib- wesen absagen müssen, weil die Prima seines Gym­nasiums gerade einen Kuustabeud veranstaltete, an dem er Geige zu spielen hatte.

Immer, wenn was Nettes los ist, kann ich nicht", trauerte er,all bie Tage vorher hatte es so fein geklappt, aber ba mußte natürlich Sau- ^^Geh^boch mit mir nach Moritzburg", schlug Frau Margret vor, ber bie Enttäuschung des Jungen nahe ging,wir gehen gleich vach Dsch, laufen burch ben Walb - bie Färbung soll herrlich fern - unb trinken Kaffee in ber reizenben alten Walb- schänke. Fütterung ber Wilbschweine unb Hrrschkom tert finb im Programm gratis einbegriffen. Ich kann nie vergessen, wie es Vater unb mid) burd)» schauerte, als wir vor Jahren bas Orgeln ber Hirsche in ber Dämmerung horten, so etwas weltliches von Klang vernahmen wir noch nie.

Sans war begeistert. Die Mutter war ein feiner Wanberkamerab, man vergaß oft, bah sienur ^^Elftiebe bat, zu Hause bleiben zu bürfen. Sie hatte tags zuvor Migräne gehabt unb war noch angegriffen von ben Schmerzen

Faschings-Nachtschwärmern in vielfältiger Weise selbst feststellen, die sich gegen 6 Uhr meist m reich­lichilluminiertem" Zustanb auf bem Heimweg be- fanben. Unb am Enbe steht für alle biese ous- bauernben Stellungshalter bes Karnevals nur eins: ein riesiger Kater!

So feierte Marburg den Fasching.

Die Marburger zogen ihren Fasching in ber Er­innerung an frühere Faschingstreiben so auf, daß er Hanb unb Fuß hatte unb sich sehen lassen konnte. Besonbers gestern stanb bie Stabt ganz unter bem Zeichen bes Stichwortes:Die Jungmühle bes Frohsinns". An ben meisten der Gaststätten war ein großes Winbmühlenrab angebracht, zum Zei­chen bes Faschingsbetriebs in biefen Räumen. Am Abenb leuchteten biese Winbmühlenflügel bunt auf unb brehten sich luftig im Kreise.

Den Höhepunkt bilbete ber große Faftnachts- umzug, ber ganz Marburg unb nicht nur Marburg auf bie Beine brachte. Die Eisenbahnzüge aus der

weiten Umgebung brachten große Menschenmengen

Neugierige in Zivil... .

Etwas farbenfroher wurde das Bild tn ben Straßen erst im Verlaufe der späteren Abendstun­den als die kostümierten Männlein und Weiblern sich'auf den Weg zu den Fafchings-Tanzlokalen machten. Dabei konnte man h,er und da inter­essante Kostümierungen sehen, jedoch verdeckten die Mäntel vielfach die Kostüme fast gänzlich Die Prit- schenschlägsrei vom Nachmittag währte bis m Den späten Abend hinein im Straßenbetneb an aller­dings war dieseArbeit" am Abend erheblich be­scheidener als in den Nachmittagsstunden, wo die Kinder mit den Pritschen in eifrigster Weise auf­einander herumtrommelten.

In den Gaststätten herrschte etwa von 21 Uhr ab Hochbetrieb Manche Lokale mußten schon lange vor Mitternacht zeitweilig den Zugang sperren, da die Räumlichkeiten vollständig überfüllt waren. Allenthalben soll der Betrieb flott und voller Stim­mung gewesen sein, ferner bis in die heutigen frühen Morg<rkstimben hinein angehalten Haven. Diesenfrühen" Schluß des ©aftftättenbetriebes konnten wir heute früh auf unserem Wege zur Be- rufsckrbeit durch die Begegnung mit mancherlei

Die originelleMarburger Jungmühle" im Festzug. (Aufnahmen s2j: Neuner, Gießener Anzeiger.)

nach kurzer Zeit wegen UeberfüHung ihre Pforten chließen mußten. , , ,r . ...

Interessant vielleicht auch beispielhaft für unsere Stabt Gießen ist es, wie bie Marburger Ihren Festzug aufbauten. Die Arbeit mürbe auf viele Schultern geloben. Da halfen bie Innungen, die Belegschaften der städtischen Werke, die Brauss- rei, die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel, der Ge- sellenverein, der Sportverein usw. stellten sich m den Dienst der schönen Sache. Ganz Marburg war aus bem Häuschen. Wenn auch ihnen ber Kater am Aschermittwoch nicht erspart bleiben wirb io werben sie boch gerne an bie luftig verlebten Stuii- ben zurückbenken.

BW Mimten.

Vornan von H. von Hellermann.

Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68.

Sl. Fortsetzung. Nachdruck oerbolen!

30. Kapitel.

Tagelang tobte ber «Sturm, ber in jener Nacht begonnen hatte, zerstörte mit wahrer Vermchtungs- wut all bie blühenbe Schönheit, bie noch tagszuoor

Herz unb Auge entzückt. . .,

Unb als ber Orkan, besten Starke man feit Ge- ncrationen nicht erlebt hatte, verrauscht war es Herbst geworben. Aber eines Morgens lochte bie Sonne aus blauem Himmel so lieblich und ver­söhnend herab, al* habe sie nur ein schelmisches Spiel mit der Erde getrieben. Es gab eine Reihe herrlicher Oktobertage. .

Grete Mervius war vön Frau Lähmend zu einer zweitägigen Wanderung durchs östliche Erzgebirge eing laden worden, di- jene mit Sohn und Toch­ter unternahm. Sie hatte zug-sag . denn Selld n war nach Paris abgereift, und fie diesen ersten Tagen der Trennung der mütterlichen Lachtung V entfliehen, deren Liebe oiel,eicht hoch erraten, was Geheimnis bleiben sollte

Ss war nicht leicht gewesen, beim Abschied stand- hnft au bleiben, die Tranen zuruckzuhalten, die immer wieder emporzuquellen drohten die Lippen zu einem Lächeln zu verziehen, obwohl sie vor ver haltenem Schmerz zitterten mnhnhnf ae-

Auf Selldens Wunsch war sie am.Bvhvhvf g wesen. Allen anderen hotte er die ^unbe f Abfahrt verschwiegen. Gretes Gesicht soll MMMMZ Wiebersehen vergönnt war. v , hnhl>

Wenn ich ba unten mein Werk ?vllenb h - komme ich wieder, Greta, denn mew. Herz bleibt bei bir. Aber bu bist frei, ^"b, 9 L ' ^iebe in mir nur d-n treuen Freund >eh°n. Wenn ueo zu dir kommt, dann weise sie nicht °b das '-ernrn Ist lang und einsam ohne sie. Aber - °°rll>8 nicht" .

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