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Aus aller Welt

Ein

anwaltschaftsrat die Schuldfrage sei schuldig, das überfahren

beiter letzt.

Sieben andere wurden leicht verletzt.

Zehnjähriger Knabe erschossen.

Dr. Varrentrapp erörterte des Angeklagten Dechant. Er auf Halt stehende Vorsignal zu haben. Auch habe er nach Vorsignals nicht sofort gebremst.

Ueberfahren des , v .

Die Sorge um die Instandhaltung der Kesselfeue­rung könne Dechant nicht entlasten, lieber dieser Verpflichtung stand die Verpflichtung, auf die Si­gnale und die Sicherheit der Fahrgäste zu achten. Ein Verschulden des Fahrdienstleiters von Groß- Heringen könne nicht in Frage kommen. Ober­staatsanwalt Gorkow beschäftigte sich mit der

bei Vernon ereignete sich ein schweres E x p lö­st o n s u n g l ü ck. Eine Halle flog in die Luft, und zwei Arbeiter kamen ums Leben. Drei Ar- und eine Arbeiterin wurden schwer ver-

Sommer 1916 noch immer auf die Behauptung der stark besetzten vordersten Kampfgräben eingeschwo­ren. In ihnen mußte koste was es wolle dem Feinde der Durchbruch verwehrt werden. Kein Grabenstück dürfte freiwillig aufgegeben werden. Geländeverluste mußten in möglichst sofortigen Gegenangriffen oder Gegenstößen wieder genom­men werden. Die deutschen Sommekämpfer haben den Befehl, keine Stellung freiwillig zu räumen, befolgt, wie deutsche Soldaten zu gehorchen gelernt hatten. Es bedurfte erst der blutigen, im Laufe der gewaltigen Abwehrschlacht erwachsenen Lehre, um mit der Zeit $u einem den tatsächlichen Verhält­nissen und Bedürfnissen besser entsprechenden Kampf­verfahren zu gelangen."

Ungeheures ist von den deutschen Truppen vor zwanzig Jahren an der Somme geleistet worden. Wohl nie ist einer Truppe ein Kampf zugemutet worden gegen eine derartige Ueberlegenheit an Zahl und Kampfmitteln wie der deutschen Somme­truppe. Das unterscheidet diese Kämpfe von dem blutigen Ringen um Verdun, wo das Kräftever­hältnis einigermaßen ausgeglichen erschien. Wenn dennoch den Engländern und Franzosen trotz des gewaltigen Materialeinsatzes, trotz der Uebermacht der Artillerie und Infanterie und trotz ihrer Luft­herrschaft der Erfolg versagt blieb, so war das dem deutschen Führertum, dem deutschen Soldaten zu danken, dem deutschen Mannestum, das sich vom Material nicht zu Boden drücken ließ.

DasGroß-HeringerGsenbahnungliick vor Gericht Oie Strafanträge und die Plädoyers.

____ Vorfall, der noch der Aufklärung bedarf, ereignete sich bei St. Pölten in Niederösterreich. Ein zehnjähriger Knabe wurde dort aus dem Hinter­halt durch drei Gewehrschüsse getötet. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. Die Bevölkerung der Gegend ist durch das Vorkommnis in großer Auf­regung. Man weiß noch nicht, ob es sich um einen planmäßigen Ueberfall auf den Knaben, vielleicht als Racheakt gegen die Eltern, handelt, oder ob Fahrlässigkeit eines Schützen vorliegt.

Oie Materialschlacht an der Somme

Von Walter Aßmus.

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Jrn Berliner Baugrubenunglückspro­zeß wurde die Beweisaufnahme fortgesetzt. Ver­nommen wurde der 34jährige Diplomingenieur G e i ß l r e i t e r , der bei dem Bau des Tunnels in der Hermann - Göring - Straße als Statiker der Berlinischen Baugesellschaft mitgewirkt hat. Nach den Bekundungen des Zeugen fehlten in der Her­mann-Göring-Straße die sonst üblichen Bau- und Konstruktions-Zeichnungen der Reichsbahn. Den ersten Absteckplan erhielt der Zeuge vom Angeklag­ten Weyher am 4. Februar 1935, nachdem in­zwischen die Ramm<Nbeiten auf Veranlassung Wey­hers längst begonnen worden waren. Als man auf Grund der Projektänderungen eine neue östliche Außenwand bei den Ministergärten schuf, erfolgte keine neue statistische Berechnung. Ihr Unterbleiben erklärte der Zeuge damit, daß er dazu nicht auf­gefordert worden sei. Er habe auch eine neue Be­rechnung nicht für notwendig gehalten.

Wegen Ausspähung von Staatsgeheimnissen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Die I u st i z p r e s s e st e l l e Berlin teilt mit: Der Volksgerichtshof hat den 39jährigen tschecho­slowakischen Staatsangehörigen Erich S e v c i k aus Bodenbach-Seltnitz wegen eines fortgesetzten Der- brechens der Ausspähung von Staatsgeheimnissen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Seltmtz hat in der Zeit von Januar bis Mai 1935 i m Auftrage einer ausländischen Macht versucht, eine Garnison und mehrere Flugplätze in Sachsen zu Derratszwecken zu besuchen.

KreuzerLeipzig" in Danzig.

Der KreuzerLeipzig" erschien auf der Reede Danziq-Neufahrwasser. Der Kommandant der Leip­zig", Kapitän zur See Schenk, begab sich an Land, um die amtlichen Besuche beim Danziger Se­natspräsidenten, dem deutschen Generalkonsul, dem diplomatischen Vertreter der Republik Polen und dem Gauleiter Forster zu machen. Nachmittags wird der Kreuzer in den Danziger Hafen emlau- fen, wo er bis Sonntagabend bleibt.

h).-Aahnentvelhe am Todeslage Heinrichs I.

Bei einem Standortappell.der Magdeburger Hitler-Jugend sprach der Kommissarische Führer des Gebietes Mittelelbe, Oberbannfuhrer M e l f o r t h, vor 8000 Hitlerjungen und ^impfen. verkündete dak am 2 Juli 1936, dem Tage, da vor tausend Jahren Heinrich I.' starb, fünfhundert Fähnlein- und Gefolgschastsfahnen im Dom zu Qu ed- Hnbur g'geweiht werden. Diese Fahnen werden anschließend in dieZeltburgen der Jugend ge­bracht.

Arbellsdienslmann vom Vlih gelotet.

Während eines schweren Gewitters das Uber Merina bei Augsburg niederging, schlug ein -ö n B in eine9 Holzhütte, in der neun Arbeitsdienstmanner

des dortigen Arbeitsdienstlagers vor dem Regen Schutz gesucht hatten, ein. Ein 21 Jahre alter Ar­beitsmann, Spengler Johann H e i ß l i n g e r aus Burgau, würbe getötet, zwei Arbeitsdienstmän­ner erlitten Verletzungen. Die übrigen wurden betäubt.

Fünf Toke

bei einem Zusammenstoß französischer Flugzeuge.

Bei einem Gruppenflug, den vier französische Flugzeuge über der Militärflugbasis von Cher­bourg ausführten, stießen zwei Maschinen in etwa 200 Meter Höhe zusammen. Die beiden Apparate stürzten brennend zur Erde. Die fünf Mann der Besatzung wurden auf der Stelle getötet.

Schwere Explosion

in einer französischen Munitionsfabrik.

In der Munitionsfabrik Brandt in Verrönnet

Als vor nunmehr zwanzig Jahren, am 24. Juni 1916, beiderseits der Somme sich das Feuer der englischen und französischen Artillerie steigerte, als die Front von der Scarpe bis zur Oise aufflammte, da blickte man in Paris und in Lon­don voll Zuversicht auf diesen Frontabschnitt, auf dem die Entscheidung fallen sollte. Der Angriff war von langer Hand vorbereitet worden. <5eü Monaten arbeiteten die Munitionsfabriken Frankreichs, Englands und Amerikas für diese Offensive. Allerdings erfuhren die Pläne insofern eine Aenderung, als dieMühle an der Maas" ihre blutige Arbeit verrichtete und Joffre gezwungen war, von den für diesen Großangriff bereitgestellten Truppen immer neue Divisionen zur Verteidigung Verduns abzugeben. Statt der ursprünglichen Angriffsbreite von 80 km begnügte man sich jetzt mit 40 km und anstatt der in Aussicht genommenen 39 französischen und 25 britischen Divisionen konnten zunächst nur 16 fran­zösische und 19 englische eingesetzt werden. Dafür war die Artilleriekonzentrierung um so größer: 1655 Feld- und 1384 schwere Geschütze hatten die Alliierten in Stellung gebracht. Das Ziel des Angriffs waren zunächst der wichtige Eisen­bahnknotenpunkt Cambrai, Le Cateau und Maubeuge. Das Dorf Moricourt, wenig nörd­lich der Somme, bildete die Grenze zwischen dem französischen und dem englischen Angriffsstreifen. Es war von vornherein klar, daß dem ungeheuren Materialaufwand der Alliierten deutscherseits nichts entfernt gleichwertiges entgegen gefetzt werden könnte, daß also auf deutscher Seite der Mensch und nicht das Material die Hauptlast des Kampfes zu tragen haben würde.

Sieben lange Tage und Nächte trommelten Eng­länder und Franzosen auf den deutschen Stellun­gen. Sieben lange Tage und Nächte brauste der Orkan von Eisen und Stahl übermächtiger eng­lischer und französischer Artillerie, häufig unter­mischt mit Gasgranaten auf die Stellungen. Schwe­res Minenfeuer lag eingestreut dazwischen. Rauch- und Gaswolken senkten sich in großer Breite auf das Schlachtfeld. Unvorstellbar waren die Qualen der deutschen Grabenbesatzungen in diesem nach klug errechneten Tabellen geleiteten Vernichtungs­und Trommelfeuer, übermenschlich die Anforderun­gen, die gestellt wurden. So schreibt in jenen Tagen ein Unteroffizier der Kampftruppe:Unsagbar sind die Qualen und Strapazen, ungemessen die An­spannung der Nerven. Nur ein Gebet kannte unser Herz: Herr, löse den Druck in uns, gib uns Be­tätigung durch Kampf, gib uns Sieg, Herrgott! Laß sie endlich kommen!"

Und als sie kamen und glaubten, daß das sieben­tägige Trommelfeuer alles vernichtet habe und daß es sich jetzt nur noch, wie man es den neu« aufgestellten englischen Divisionen erklärt hatte, um einen Spaziergang über die verschütteten deutschen Gräben handeln könne, da empfing sie deutsches Maschinengewehrfeuer! Da traten die Reste der deutschen Infanterie mit Maschinen­gewehren aus ihren Unterständen und aus den Granattrichtern heraus und hielten mit ihrer Feuerwaffe, mit den Handgranaten und mit dem Bajonett ein furchtbares Strafgericht. An einzel­nen Stellen blieb der Angriff schon vor den deut­schen Linien liegen, an anderen Stellen, wo das Trommelfeuer ganze Arbeit verrichtet hatte, dran­gen die Angriffstruppen in die deutschen Stellun­gen ein. Am Abend des ersten Angriffstages, am 1. Juli 1916, war von einer durchlaufenden Linie keine Rede mehr. Man hatte sich vielfach gegen­seitig eingekreist, sich überflügelt und verriegelt.

Aber die Alliierten hielten zqhe an ihrem An­griffsgedanken fest. Die Artillerie trommelte wei­ter, wieder füllten sich die Mulden mit Gas und neue Truppen wurden in den Kampf geworfen. Aber immer wieder empfing die Stürmenden das Feuer der deutschen Infanterie. Immer wiederholte sich das alte Heldenspiel: es standen aus Trichtern und Trümmern die letzten Ueberlebenden der deut­schen Grabenbesatzungen auf und richteten die heil­gebliebenen Maschinengewehre auf den anlaufenden Feind. In den zerschossenen Batterien wurde das letzte verwendungsfähige Geschütz aus der Deckung gerissen und hinter die Infanterie gerollt. 3a, wo es möglich war, und wo nicht das feindliche Feuer bereits bie anrückenden Bereitschaften zerschlug, ver­suchte man, sich im Gegenstoß wieder in den Besitz der alten Stellungen ober richtiger gesagt des Trichterfeldes, das einstmals Stellungen waren, zu setzen. ...

Aber so tapfer sich auch die deutschen Divisionen wehrten, die Einbuchtungen in der deutschen Front wurden tiefer.Die Artillerie", so schrieb seinerzeit der Regimentskommandeur des Reserve-Jnfanterie- Regiments 99, Oberstleutnant Hans von Fabeck, an seinen Onkel, den Generalfeldmarschall v on Hindenburg zu dessen Geburtstag,die die Engländer und Franzosen uns an der ganzen Offensivfront gegenüber gestellt haben, ist gewaltig; mit allen Kalibern bis zu 28 und 40 cm und vor­bildlicher Fliegerbeobachtung schießt der Feind unsere Artillerie- und Jnfanteriestellungen plan­mäßig zusammen. Einen Graben nach dem ande­ren entreißt er unserer tapferen Infanterie und rückt immer weiter vor. Das gelingt ihm aber nicht durch die Tapferkeit seiner Infanterie, sondern nur durch seine enorm ft arte Artillerie und unbegrenzte Munitionsmengen. Wohl jeder Offizier und Mann bedauert es aufs tiefste, daß unsere heldenmütige Infanterie nicht vorwärts kommt, vielmehr den jungen englischen Soldaten schrittweise weichen muß. Aber was bleibt übrig, wenn der Feind alle jetzigen Graben, in denen ja meistens keine oder nicht genügend Unterstände sind, mit unausgesetztem schwerem Feuer zusammentrommelt. Mit Leichen sind die Gräben nicht zu verteidigen. Der Feind nimmt einenKirclst vt" nach dem andern und richtet sich dort ein, um alsdann die nächste Stellung ebenso zusammenzutrommeln." f m

So konnte der Gegner Ende August als Gewinn einen verwüsteten Geländestreifen von 25 km Breite und höchsten 8 km Tiefe buchen. Der opera- tive Gedanke aber war immer mehr zuruckgetreten. Die Materialschlacht war übersteigert und war zum Zermürbungskampf aUsgeartet, der ungeheuren Kräfteeinsatz und große Verluste auf beiden Seiten forderte. Bis Ende August waren 62 britische und 44 französische, zusammen 108 Infanterie-Dlvisto- nen gegen nur 57Vz an Kopfzahl meist erheblich schwächere deutsche zum Angriff oorgefuhrt wor­den. Freilich war auch mit den Augustkampfen die Somme-Schlacht noch keineswegs beendet. Die Ge­schichtsschreibung unterscheidet vielmehr vier Haupt­abschnitte, von denen der erste den Großangriff vom 24. Juni bis 5. Juli umfaßt. Der zweite um­spannt die Kämpfe vom 6. Juli bis 23. August,

Der amerikanischeGeisterdieb" macht eine Riesenbeute.

Der von den Multimillionären von Lang Island (USA.) gefürchtete und von der Polizei seit Jahren gesuchteG e i st e r d i e b" suchte in der Nacht zum Donnerstag zwei feudale Besitzungen in Locust Dalley heim und stahl Juwelen im Werte von insgesamt einer halben Million Dollar. In dem einen Fall drang derGeisterdieb" in die Besitzung des Ehepaares I. R. C o t ein, die wegen ihrer Orchideengärten und Rennställe sowie ihrer 750 Morgen großen Parkanlage in ganz Amerika berühmt ist. Während im Garten eine Bridge- Gesellschaft stattsand, gelang es dem Dieb trotz der Anwesenheit von 52 Dienern, Privatdetektiven und einem Dutzend großer dänischer Doggen, über eine Veranda in das Schlafzimmer des Millionärs zu klettern und dort, während dieser schlief, ein be­rühmtes Perlenhalsband und andere Schmucksachen im Werte von 400 000 Dollar zu stehlen. Wie üblich konnte der Geisterdieb entkommen, ohne die ge­ringste Spur zu hinterlassen.

Schuldfrage des Angeklagten Bande. Er habe die Strecke genau gekannt, habe aber weder auf die Beobachtung der Strecke, noch genügend auf seinen Vordermann geachtet, sonst hätte er sehen müssen, daß sich Dechant viel mit der Feuerung beschäftigte. Daher hätte Bande noch mehr auf die Signale achten müssen. Die Behinderung der Sicht und die Rauchentwicklung auf Bandes Maschine sei nach der Aussage mehrerer Zeugen nicht so stark gewesen, wie der Angeklagte und sein Heizer be­haupteten. Auch Bande habe sich der Fahrläs­sigkeit schuldig gemacht. Er habe die beiden Warnungspfiffe Dechants nicht gehört, deren Ab­gabe von drei Personen bezeugt werden. Durch ihr Verhalten nach dem Unglück und ihre damals ge­führten Reden hätten sich die beiden Angeklagten belastet. Unter Berücksichtigung aller mildernden Umstände seien die beantragten Strafen für Dechant und Bande sehr milde.

Der Verteidiger Dechants, Rechtsanwalt Dietze, bezweifelte, ob sich der Angeklagte über­haupt strafbar gemacht habe. Es sei nicht nachge­wiesen, daß das Vorsignal im Augenblick des Dor­fahrens des D 44 auf Halt gestanden habe. Die Strafe von 1H Jahren Gefängnis fei zu hoch für einen Mann, der bisher nur feine Pflicht getan habe. Er wolle keinen bestimmten Antrag stellen, er empfehle aber den Angeklagten der Milde des Gerichts. Rechtsanwalt Dr. G i e ß l e r glaubt, daß eine Schuld Bandes nicht festgestellt werden könne und beantragte seine Freisprechung. Sollte sich das Gericht diesem Antrag nicht anschließen, so bitte er um milde Strafe im Hinblick auf das Vorleben des Angeklagten. Oberstaatsanwalt Gor­kow wandte sich gegen den Vorwurf, daß er zu hohe Strafen beantragt habe. Man dürfe nicht nur an die Angeklagten denken, sondern auch an die Opfer, die durch ihr Verschulden gefordert worden seien. Der Angeklagte Dechant erklärt in seinem Schlußwort, daß er seine Pflicht so gut getan fjabe, wie er konnte. Der Angeklagte Bande beteuerte, er habe sofort, als er das rote Licht sah, gebremst. Er bitte um Freisprechung.

meift feine geschlossenen Großangriffe sondern Teil­kampfe Der dritte Abschnitt führt vom 24. August bis Ende September wieder zu geschlossenen Groß­angriffen der Engländer und Franzosen und der vierte Abschnitt schließlich umfaßt das allmähliche Abflauen des Kampfes von Ende September bis tief in den November hinein. Wer eine Karte be­trachtet, auf der der Frontverlauf bei Beginn und bei Ende der Kämpfe eingetragen ist, sieht, daß eine nicht unerhebliche Einbuchtung schließlich ent­standen war. Aber die Front hatte dennoch, obwohl kritische Momente nicht ausblieben, gehalten. Der Angriff hatte auch die Einstellung der deutschen Offensive gegen Verdun erzwungen, da Material, Truppen und Stäbe an der Somme gebraucht wurden. Der Durchbruch der Franzosen und Eng­länder aber war vereitelt trotz des gewaltigen Materialeinsatzes.

Die deutschen Verluste hätten wahrscheinlich weni­ger groß sein können, wäre man damals schon zur elastischen Verteidigung übergegangen. Aber diese Kampfform war damals noch unbekannt.Die deutsche Verteidigung", so heißt es in den ,Schlach­ten des Weltkrieges^ über die Somme,war im

Im Groß-Heringer Prozeß wurden die beiden Berliner Leumundszeugen für den angeklagten Lo­komotivführer Bande vernommen. Während ihrer Vernehmung wurde die Oeffentlichkeit wegen Ge­fährdung der Staatssicherheit oder eines wichtigen Betriebsgeheimnisses ausgeschlossen. Reichsbahnrat Witte und Reichsbahnamtsmann T e i ch e r t (Berlin) stellten Bande ein gutes Dienstzeugnis aus. Es entspannen sich längere Auseinandersetzun­gen zwischen dem Sachverständigen über die Fest­legung der Bremsstrecken und der Zeiten, die bei den verschiedenen Stundengeschwindigkeiten von 92 bis 100 Stundenkilometer zu ihrer Zurücklegung nötig sind. Reichsbahnrat Dr. M ü l l e r machte län­gere Ausführungen über die Pflichten des Fahr­dienstleiters. Wenn Coden den D 44 nicht in Bad Cöfen, sondern erst vor Groß-Heringen habe halten lassen, so habe er das zur rascheren Durchführung des Weihnachtsverkehrs tun müssen. Sachverständi­ger Krüpe beanstandete, daß man Dechant in Weißenfels einen Heizer mitgegeben habe, der nicht zum Schnellzugdienst zugelassen war, und daß Dechant dadurch in seinen Pflichten als Lokomotiv­führer abgelenkt worden sei, weil er seinen Heizer bei der Feuerung unterstützen mußte.

Der Oberstaatsanwalt beantragte darauf unter Zubilligung mildernder Umstände gegen Dechant eine Gefängnis st rase von IV2 Jahren, in die die Untersuchungshaft von ungefähr 10 Wochen eingerechnet werden soll. Gegen Bande wurde eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr beantragt. Staats-

Für ein neues Locarno.

Mitten in den erregten Debatten des Volker« bundsrates über den deutschen Schritt vom 7. März 1936 und damit über das Ende des Rheinpaktes von Locarno übergab das britische Aus­wärtige Amt der Oeffentlichkeit eine Samm­lung von Dokumenten, die als Britisches Blau buch zu Locarno bekannt geworden ist. Dieses Blaubuch war, wenn man so will, em propagandistisches Meisterstück, insofern nämlich, als es unter dem Anschein der Objektivität in seiner politischen Tendenz vollkommen eindeutig war. Um den Charakter einer angeblichen Objektivität noch zu erhöhen, machte das Foreign Office der Oeffent­lichkeit politische Dokumente zugänglich, die sonst erst dem Historiker zur Verfügung stehen. Denn es ist ungewöhnlich, daß man mitten in schweren schwebenden politischen Derhandlunaen Botschafter­instruktionen der allgemeinen Oeffentlichkeit zu­gänglich macht, wie sie in dem englischen Blaubuch abgedruckt sind.

Es ist natürlich nicht möglich, dadurch ein echtes historisches Urteil über die Ereignisse gewinnen zu wollen, daß man einseitig die Berichte abdruckt, die der britische Botschafter in Berlin an das Foreign Office gesandt hat, oder umgekehrt die Instruktionen, die das Foreign Office dem briti­schen Botschafter in Berlin zuoehen ließ. Schlägt man aber diesen Weg ein, so hätte man eine ob­jektiv und paritätisch zusammenaesetzte Kommission von Historikern beauftragen müssen, die dann auch den Meinungsaustausch zwischen den Leitern der deutschen Außenpolitik und den deutschen Mis­sionschefs im Ausland berücksichtigt hätten. Die be­rühmte deutsche Aktenpublikation über den Aus­bruch des Weltkrieges ist für diese Methode gerade­zu vorbildlich gewesen. Dem Foreign Office ist es aber wahrscheinlich gar nicht darum zu tun eje« wesen, ein historisch-wissenschaftlich einwandfreies Werk zu liefern, sondern vielmehr um den Nach­weis, daß dieSchuld" dafür, daß es bisher noch nicht zu einer Ergänzung des Locarno-Verttages durch einen Luftpakt gekommen ist, nicht England, sondern Deutschland trifft.

Demgegenüber ist nun Deutschland mit einer Dokumentensammlung auf den Plan getreten, die wissenschaftlich völlig einwandfrei ist und die mit jener Objektivität, die ja ein deutscher Vorzug und manchmal auch ein deutscher Mangel ist, alle jene Dokumente Aufammengetragen fyat, die zum Ab­schluß des Rheinpaktes von Locarno und dann wie­derum zu seiner Auflösung geführt haben*. Sinn­gemäß beginnt die Dokumentensammlung mit der Note des Marschalls Foch an die Bevoll­mächtigten der alliierten und assoziierten Mächte am 10. Januar 1919, in der der kriegerische Marschall nachzuweisen versucht, daß Frankreich die Rhein­grenze zur Sicherheit gegen deutsche Angriffe i n der Hand behalten müßte. Abgeschlossen wird die Sammlung mit dem Friedensplan des Führers vom 31. März 1936. Die Sammlung ist so angelegt, daß sie bis zur Auslosung des Rhein­paktes von Locarno am 7. März 1936 alle irgend­wie wichtigen Akten und Dokumente im Wort­laut umfaßt. Der zweite Teil der Dokumenten­sammlung, die Zeit also vom Einmarsch der deut­schen Truppen in das bisher entmilitarisierte Rhein­land bis zur Uebergabe des deutschen Friedens­planes am 31. März 1936 ist vollständig und lückenlos. Im Nachtrag sind angefügt die fron» zösische Antwort auf den deutschen Friedensplan und die englischen Rückfragen vom 6. Mai 1936.

Ein besonderes Gewicht erhält die Dokumenten­sammlung aber noch durch ein Geleitwort, das Bot­schafter v. Ribbentrop zur Verfügung gestellt hat. Dieses Geleitwort scheint uns nicht minder bedeutungsvoll als die Sammlung selbst. Denn in ihm wird mit seltener Klarheit das wirkliche Lo­carno-Problem erkannt und, wir mochten sagen, gelost. Denn der Sinn von Locarno war ja doch der, im Westen Europas eine Art Gleichgewicht zu schaffen. Dieses Gleichgewicht aber wurde durch den französisch-sowjetrussischen Pakt zerstört. Botschafter v. Ribbentrop schreibt u. a.:Dem Locarnovertrag gemäß sollte der entmilitarisierten Rheinlandzone ein abgerüstetes Frankreich, ein abge­rüstetes Europa folgen. So lautete die Verpflichtung unserer Vertragspartner. In einem Europa, das durch völlige Abrüstung den Beweis seines Frie­denswillens gegeben hätte, hätte dos entmilitari­sierte Rheinland keine solch ernste Gefährdung der deutschen Sicherheit bedeutet. Nur in diesem Sinne war daher die deutsche Zustimmung zu der Wehrlosigkeit der Rheinlandzone zu verstehen und zu rechtfertigen. Das Gegenteil trat leider ein. Anstatt eines abgerüsteten Frankreich und eines abgerüsteten Europa entstanden um ein wehrloses Deutschland immer ftärfere und mit den mo­dernsten Waffen ausgerüstete Armeen, bis Deutsch­land durch Erklärung seiner Wehrhoheit die Vor­aussetzung zur Wiederherstellung eines militärischen Gleichgewichts in Europa schuf.

Der Abschluß und die Ratifizierung des russischen Militärbündnisses aber durch Frankreich mit der Inanspruchnahme der einstigen Bestimmung des Angreifers durch Frankreich und Rußland ohne Votum des Völkerbundes bedeutete die erneute völlige Beseitigung des europäischen Gleichgewichts, das den Schöpfern des Locarnovertrages oor- schwebte, und machte die entmilitarisierte Zone zu einer nunmehr gänzlich untragbaren einseitigen Belastung Deutschlands. Die Folge hiervon mußte der 7. Marz sein!

Die Tatsache der roiebergeroonenen Souveränität Deutschlands, über die wir eine Diskussion niemals mehr zulassen werden, hat nunmehr die Voraus­setzung für einen Geist und eine Atmosphäre der Versöhnung geschaffen, die nur zwischen sou­veränen, gleichberechtigten Staaten möglich sind, und ohne die Abmachungen von wirk­licher Dauer niemals zustande kommen können. Deutschland hat den ernsten Wunsch, mit seinen Nachbarn einen wahren und endgültigen Frieden zu schließen und im Westen ein neues L 0 - carno aufzubauen."

Es besteht die Notwendigkeit festzustellen, daß es sich bei dieser Dokumentensammlung um einen Akt der historischen Gerechtigkeit handelt, der nichts zu

* Locarno. Eine Dokumentensammlung. Heraus­geber Dr. Fritz Berber, Junker und Dünnhaupt 3erlag, Berlin.

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