Einzelbild herunterladen

Hl 120 Drittes Blatt

Montag, 25. Mai 1936

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

23er-

ent-

(1'

r

meinschaft sei das große Erlebnis des Frontgeistes, das auch sie hier im Lager umschlinge unter der Fahne Adolf Hitlers. Sie alle müßten beseelt sein von diesem Erlebnis, von dem Glauben an Adolf Hitler, an Deutschland und an die nationalsozia­listische Bewegung. Diesen Glauben müßten sie dann mitnehmen in ihr Alltags- und Berufsleben. Dann stellte der Redner seinen jungen Kameraden die hohe Verpflichtung des Leistungsprinzips ein­dringlich und klar vor Augen und ermahnte sie, danach in ihrem Beruf zu handeln und stets be­müht zu sein, Meister in ihrem Werk zu werden. Er forderte sie mit packenden Worten zum festen Glauben an den Führer und an Deutschland auf und eröffnete sodann das Lager mit dem von allen Teilnehmern dieser Stunde begeistert aufgenomme­nen Gruß und Treugelöbnis für den Führer Adolf Hitler.

Der Gesang des Liedes der Hitler-Jugend bil­dete den Abschluß der denkwürdigen Feierstunde. Anschließend besichtigten Kreisleiter Dr. Hilde­brandt und die vielen anderen Besucher mit großem Interesse das mustergültige Lager.

Kreisleiter Dr. Hildebrandt (Zweiter von rechts) beim Besichtigungs­rundgang durch das Lager. (Aufnahmen [2J: Photo-Pfaff, Gießen.)

m e r. Wie Milt,« iwerkslani' den Diens- rechstunden indswerks'

Blick auf einen Teil des Zeltlagers und die zur Feier angetretenen Gefolgschaften.

'M

J6I-W 62^

Meesmann- Gießen ihre Jahrestagung ab. Im Anschluß an die geschlossene Sitzung des waltungsrats fand in der Kleinen Aula

die Hauptversammlung

statt. Der Vorsitzende Dr. h. c. Meesmann

bot nach seinen Begrüßungsworten an die Ver­sammlung einen besonderen Gruß Sr. Magnisizenz dem Rektor Prof. Dr. Pfähler, ferner über­mittelte er den Gruß des Ehrenmitgliedes und frühe­ren Vorsitzenden Prooinzialdirektor i. R. G r a e f in München, sowie den Gruß des zu einer Kur auswärts weilenden Schatzmeisters, Bankdirektor Grießbauer. Anschließend erstattete er den

>' Bericht von 1935.

In den Verhältnissen unserer Hochschulgesellschaft hat sich im letzten Jahr wenig verändert. Die Mit­gliederzahl ist etwas zurückgegangen. Wir verloren 32 Mitglieder, hauptsächlich durck Wegzug und Tod, fünf sind neu eingetreten, so daß sich am Ende des Jahres ein Bestand von 465 Mitgliedern ergibt.

1.2IL

Ulat____

»"S

42,11 0,140 3,053 55-39 46,90 12,4 5,465

6,40

!'Z 5,060 62.33 49- 11. 63- 80- 33- ioF 2,480

Eröffnung des Gommerzeltlagers des Bannes 116.

aen 6°nn Wilhelm aus ein)» er einen schütte' im Roten snölverlen !eßen.

Darm« der Tech' 80. Haupt' i von allen Darmstadt mit einer bis zum eise), aus- i sie jedoch

Mabenteuer mit Aashörnern.

Don Martin Johnson.

Die modernste Art zujagen" ist unzweifel­haft die Jagd mit der Kamera. Sie ist viel schwieriger und gefahrvoller als die alte Methode der Feuerwaffe. Ein modernes Selbstladegewehr mit Stahlmantelgeschoß legt noch auf mehrere hundert Meter auch die stärkste Bestie um. Der schriftstellernde Kur­belkastenmann Martin Johnson und seine tapfre Frau Osa dagegen gehen trotz der Gefahr auf einige Meter an wildlebende Ele­fanten und anderes Großwild heran, um gute Freiaufnahmen zu bekommen.

Eines Morgens sah ich, als ich gerade aus dem 3'lt trat, drei Nashörner, die sich miteinander hcrumpufsten, auf das Lager zukommen. Auch ein junges war dabei, das laut klagte und mühselig versuchte, mit den großen Tieren Schritt zu halten.

schien ermüdet und war ohne Zweifel durch den Herrn, den die anderen vollführten, geängstigt, schließlich verschwanden alle in den Büschen.

Nach dem Frühstück machten sich Osa, Furber, saunderson und ich nach dem Platz auf, wo wir bi? Gesellschaft zuletzt gesehen hatten. Saunderson unb Furber gingen in das Gebüsch, um nach Fahr- len zu suchen. Plötzlich hörte ich einen Schrei, dann Mei Schüsse und wieder Schreie, wieder einen Tchuß und abermals lautes Geschrei.

Osa und ich liefen so rasch wir konnten hinzu. &ir fanden Saunderson mit zerrissenen Kleidern bnitüberströmt am Boden, so daß ich glaubte, er v»«re tot. Wir hoben ihn auf und sahen, wie das ^ashorn ihn an den Beinen böse zugerichtet hatte; 0 r rechte Oberschenkel war bis auf den Knochen aufgerissen. Schleunigst schafften wir ihn ins Lager, ao zum Glück der Koch heißes Wasser zur Hand hotte, so konnte ich ihm die klaffenden Wunden naschen und verbinden.

Als der schwer verletzte Mann wieder zu sich ge­kommen war, erzählte er, daß er fast auf die alte 2ashornkuh getreten sei. Sie war sofort auf ihn llsgegangen. Er jagte ihr zwei schnelle Schüsse eitgegen, die aber am Horn und dem dicken Schädel wirkungslos blieben. Sie stieß ihm das Gewehr aus d?r Hand und spießte ihn auf.

Wenige Wochen später starb Saunderson an Lungenentzündung.

Nach und nach erweiterten wir unsere Kenntnisse DDn den Nashörnern. Sie kommen in Ostafrika

l5tDe'ien.

erste E 'einem I0,' ®QU< l5Wrt pt 15; Pröbel, pfonjert f. ^eichz, Ps. (Fr. pn Son. L 18.30: P^mpiQ, Md. 19; p»lat [ 22.30: f5' und onzert.

Oie Gefolgschaft 11/116 Hungen

und der Spielmannszug6/116 Großen- B u s e ck gaben nunmehr durch eindrucksvolle Dar­bietungen von Sprechern, Gemeinschaftsgesänge und Rühren des Spiels einen aufschlußreichen Einblick in das ernste und starke Wollen und das klare Streben der HI nach ihren hohen Zielen. Dann sprach

Llnterbannführer Schneider

das Schlußwort. Er gab zuächst der Freude dar­über Ausdruck, daß es drei Jahre nach der Macht- üvernahme wiederum möglich sei, dieses Zeltlager der HI. dank der starken und tatfrohen Hilfe durch die NS.-Volkswohlfahrt eröffnen zu können. Er ermahnte dann die Jungen, sich immer die Kame­radschaft und Gemeinschaft zum Vorbild zu neh­men, die im Weltkrieg bei den deutschen Kriegern und später unter den Kämpfern für die Idee un­seres großen Führers Adolf Hitler lebendig und wirksam war, denn diese Kameradschaft und Ge-

Die Gesellschaft von Freunden und Förderern der Universität Gießen (Gießener Hochschulaesell- schaft) hielt am Samstag im Unioersitätsgebäude unter der Leitung ihres Vorsitzenden Dr. h. c.

i (141,25), erhin still gaben sich Verände> end etwas ch Oester- auch Kro- 0 (5,02'/r). t.

richt.) Um trieb: 231 3 tforfenl, s kosteten 9 bis 43, bis 44, l. Marli-

Mek'üt,

b

r JtöQr

K <

a

80-ä j3f

An Mitgliederbeiträgen gingen ein 5927 Mark, gegen 6500 Mark im Vorjahr. An einmaligen Spenden hatten wir 1470 Mark zu verzeichnen, während das Vorjahr keine Sonderbeiträge gebracht hatte.

An Zuwendungen haben wir 5930 Mark be­willigt, gegen 4817,80 Mark im Jahr 1934, und zwar ,1000 Mark an das Physikalische Institut (Professor Gerthsen) zur Durchführung von Unter­suchungen über die Eigenschaft künstlich erzeugter radioaktiver Stoffe; 800 Mark an das Institut für Wirtschaftswissenschaft für den Abschluß von Ar­beiten der wissenschaftlichen Akademikerhilfe, betr. Lahnkanalisierung und zur Beschaffung von Lite­ratur; 750 Mark an die Universitätsbibliothek zur Beschaffung ausländischer Zeitschriften; 30 Mark an dieselbe zum Erwerb eines Stammbuchs Gießener Studenten der Theologie; 600 Mark an Professor Dr. W. Fischer Druckkostenbeitrag für Ellwoods Davideis; 600 Mark an Professor Kalbfleisch zur Herausgabe eines Papyrus; 500 Mark an das Ju­ristische Seminar zur Beschaffung steuerrechtlicher Literatur; 350 Mark an das Deutsche Seminar zur Anschaffung von Literatur; 335 Mark an das Phy­sikalisch-Chemische Institut (Professor Feulgen) zur Anschaffung eines Kompensatiopskalorimeters; 300 Mark an das Botanische Institut Reisezuschuß zur Beschaffung wertvoller Pflanzen; 300 Mark an das Zoologische Institut (Professor Dr Schmidt) zur Beschaffung von Unterrichtsfilmen; 200 Mark Reise­kostenzuschuß an Professor Stoltenberg; 75 Mark desgleichen an Dr. Schliebe; 90 Mark Zuschuß zur Herausgabe des Universitätskalenders.

Außerdem wurden noch 1000 Mark Herrn Prof. Dr. Köttgen zur Beschaffung einer spektographi- schen Einrichtung für das Forstwissenschaftliche In­stitut bewilligt, die im Eigentum der Hochschulae- sellschaft verbleibt. Der Betrag ist im Jahre 1935 nicht mehr zur Auszahlung gelangt.

Ein Antrag des Herrn Professor Dr. Zwick um Bewilligung von 2000 Mark zur Anschafsuna eines Universalapparates für mikrophotographische Zwecke für das Tierseucheninstitut fand dadurch feine Er­ledigung, daß die Firma Leitz in Wetzlar auf An­regung der Hochschulgefellschaft dankenswerterweise diesen wertvollen Apparat kostenlos zur Verfügung stellte.

Für Vorträge und Versammlungen rourben 563,10 Mark aufgewendet. Vorträge hielten Herr Professor Dr. Reinwein überNeue Fort­schritte in der Behandluna innerer Krankheiten" in der Festsitzung am 18. Mai 1935 und H^rr Kawtän Kirche aus Hamburg überDie Polargebiete und ihre Bedeutung für die deutsche Oelversoranng" am 4. Dezember 1935. Ich möchte hierbei mitteilen, daß es der unermüdlichen Aufklärungsarbeit des Herrn Kirch e i ß inzwischen gelungen ist. die Er-

$n der Nähe von Grünberg, etwa 100 Meter M dem dortigen landschaftlich reizvoll gelegenen Zitmimmbad entfernt, auf einer schönen Waldwiese )al her Bann 116 der Hitler-Jugend sein sie-jähriges Sommerzeltlager errichtet, in der. die Angehörigen des Bannes je eine achttägige Lwergemeinschaft inmitten der herrlichen Lano- schst, erfüllt von echter Kameradschaft und wahrer Aeneinschaft erleben sollen

£m gestrigen Sonntagnachmittag fand die feier­lich Eröffnung des Lagers statt. Dazu waren stmsleiter Dr. Hildebrandt, als Vertreter der ßz -Standarte 116 deren Adjutant Oberfturmbann- [ujrer Münker, SS.-Hauptscharführer Hornals ßertreter der SS., Politische Leiter von Grünberg, ülLV.-Kreisamtswalter Frank (Gießen), Bürger- meiiter Dr. Hamm als Vertreter des Oberbürger­meisters von Gießen, der Führer der Gießener Studentenschaft Frank und zahlreiche Volks- msssen und Volksgenossinnen von Grünberg er­schienen. Die erste Lagergemeinschaft der Hitler- juvzen war inmitten des Lagers in offenem Viereck dir narschiert.

ln Vertretung des in Urlaub weilenden Orts- gvppenleiters von Grünberg, Bürgermeister W a g- pir, begrüßte

pg. Echröder-Grünberg

der Kreisleiter und die übrigen Gäste. Dann be­törte er in feiner Eröffnungsansprache u. a., es fei ein Freude zu leben im Reiche Adolf Hitlers. Eiidringlich hob er die Geschlossenheit, Willens- un) Zieleinheitlichkeit der heutigen Jugend im Gyensatz zur Zeit des früheren Systems hervor, er beglückwünschte diese Jugend, daß sie nichts wise von Klassenhaß, Neid und Brudermord, oiel- mtjr sich gut vorbereiten könne, einstmals ein Reich bei Ordnung und der Disziplin zu übernehmen, das ihr erst durch den Führer erkämpft worden sei und jvlt ihm immer mehr bereitet werde. Er ermahnte bii Jugend, die den Namen des Führers trägt, sich allzeit dieser hohen Ehre würdig zu erweisen, im- mr daran zu denken, daß auf sie nicht nur unser Dlk, sondern die ganze Welt schaut, stets nur den einen Gedanken und das eine Ziel zu haben: ali*s für Adolf Hitler, für die nationalsozialistische Dltanschauung und für Deutschland!

Interessanter Urheberrechtsstreit

In der amerikanischen Filmwelt macht ein Urteil des Neuyorker Berufungsgerichtes großes Aufsehen, das von dem Verleger Page aus Boston gegen die 20. Century-Fox wegen der Urheberrechte an einem Film geführt wurde. Es handelt sich um einen Roman von Laura E. Richards, der vor eini­gen Jahren von Page veröffentlicht wurde und der jetzt zu einem neuen Film für Shirley lern p le gebraucht werden soll. Die Fox-Gesellschaft hatte die Rechte am stummen Film im Jahre 1923 gekauft, und um nicht weiter mit Page verhandeln zu müs­sen, sich an die Dichterin selbst gewandt und das Recht für den Tonfilm für 13 000 Dollar gekauft. Die Arbeiten wurden auch sofort aufgenommen, aber Page verklagte die Fox-Gesellschaft. In der ersten Instanz erhielt diese auch Recht; bei der Be­rufung wurde das Urteil aber aufgehoben, und Page erhielt Recht. Bemerkenswert ist dabei vor allem die Begründung. Der Richter Swan erklärte, entgegen allen früheren Entscheidungen,daß der Tonfilm nur eine einfache Ausdehnung des stummen Films fei und daß daher die Rechte der beiden un­trennbar zusammengehörten". Diese Entscheidung hat die amerikanischen Filmhersteller nachdenklich gemacht, und zu allgemeiner Ueberraschung war das Ergebnis dieses Nachdenkens, daß die Fox-Gesell- schaft nicht weiterging und sich nicht an den obersten Gerichtshof wandte, sondern den Urteilsspruch an­nahm. Und der Grund? In diesem einen Fall war sie zwar geschädigt, aber im ganzen konnte dieses Urteil für die Industrie von äußerstem Werte für die Zukunft fein. Zunächst wurde damit erkannt, daß die Filmhersteller keine Ergänzungshonorare mehr zu zahlen hat, wenn sie aus einem früheren stummen Film einen Tonfilm machen will. Und dann sehen die amerikanischen Hersteller weit vor­aus in die Zukunft. Sie rechnen heute schon damit, daß das Fernsehen auch für den Film einmal eine große Rolle spielen wird. In zwei, vielleicht auch in zehn Jahren werden die Firmen sich vielleicht genötigt sehen, ihre Filme für das Fernsehen ein­zurichten, und dann wird das Urteil des Richters Swan vielleicht ein sehr wichtiges Beweismittel sein, daß das Fernsehen auch nur eine Ausdehnung des Films darftellt und daß daher keine Ergän­zungshonorare an die Autoren oder Besitzer der ursprünglichen Werke zu zahlen sein werden. Des­halb hat die Fox-Gesellschaft im allgemeinen Inter­esse die Pille geschluckt und ihren Prozeß nicht wei» ter verfolgt. Es bleibt nun die Frage, wie sich die Autoren dazu stellen, die sich in diesen Wochen zur Wahrung ihrer Rechte zusammenschließen wollen.

tig erschrocken, tjatte den Schwarzen angenommen, ihn niedergeworfen und auf ihm herumgetrampelt.

Am nächsten Morgen sahen wir in einiger Ent­fernung ein Nashorn sein Junges säugen. Eine Nashornmutter mit ihrem Jungen ist nicht un­gefährlich, und wir waren in offener Ebene. Nicht lange danach machte sich das mächtige grauschwarze Tier auf den Weg und kam gerade auf uns zu.

Als das Nashorn auf uns losrasen wollte, began­nen wir zu schreien und zu winken und erreichten dadurch wirklich, daß es abschwenkte und wir nicht zu schießen brauchten. Wenn es möglich war, auf diese Art einen Angreifer zu verscheuchen, hatte er es sicher nicht ernsthaft gemeint. Denn wollten ein Löwe, ein Nashorn ober ein Elefant wirklich ihre Wut an uns auslassen, blieb uns nie etwas anderes übrig, als auf einen Baum zu klettern oder zu feuern.

Aergerlich, aber voller Würde zog die Nashorn­mama ab, langsam genug, daß ihr Kleines bequem Schritt halten konnte. Ab und zu wandte sie sich schnaubend um, wenn der Sprößling anfing, zu sehr zu bummeln. Wir stießen einen" Seufzer der Erleichterung aus, als sie endlich verschwunden war.

Ein anderes Mal beobachteten wir ein Nashorn, welches mit einer für ein so schwerfälliges Geschöpf fast unglaublichen Sicherheit auf den Klippen bei unserer See sich erging; ein wenig später kam eine dicke Nashornmutter mit demtoto" unten zur Suhle. Das Junge war kaum eine Woche alt und noch recht unsicher auf den Beinen, aber dabei quietschvergnügt. Es rannte feiner trinkenden Mut­ter unter dem Bauch durch, sprang sie neckend an, lief ein paar Schritte fort und wiederholte dann das Spiel. Aber immer, wenn die Alte es zum Trinken bringen wollte, wich es aus.

Wir waren ganz gefesselt von dem Anblick und tauschten flüsternd Bemerkungen über das Treiben des munteren Kleinen aus. Ich war aufgestanden und drehte den Film, als Osa mich anstieß. Rasch wandte ich mich um und sah mich einem mächtigen Nashornbullen gegenüber, dessen drohende Hörner in einer Linie mit der Kamera und mir standen. Osa hatte schon das Gewehr die Waffen lagen uns stets griffbereit in der Hand. Ich rief ihr zu, sie sollte versuchen, das Tier zum Abschwenken zu bringen und nicht töten, denn ich machte gerade einen guten Film und glaubte auch nicht, daß der Angriff ernsthaft gemeint fei. Osa war aber anderer Ansicht, denn auf zehn Meter schoß sie den An­stürmenden vor den Schädel, daß er stürzte; die Kugel war, wie wir nachher feststellten, rechts neben dem Horn eingedrungen.

ziemlich allgemein vor. Wir fanden sie sowohl in der Ebene wie im Walde; die hier vorkommenden Tiere haben länger und spitzer zulaufepde Hörner. Das mag daher kommen, daß die Nashörner der Ebene mehr und mehr der vordringenden Zivili­sation weichen und in die Wälder ziehen, wo sie durch Stoßen und Schlagen gegen die Baumstämme die stärkere Entwicklung ihrer Waffen fördern.

Der Unterschied zwischen den Hörnern der beiden Arten soll daher jetzt auch viel weniger als früher in Erscheinung treten.

Junge Nashörner mit den Alten trafen wir zu jeder Jahreszeit. Die Familie hält zusammen, bis das Junge beinahe so groß ist wie seine Eltern. Percival erzählte, das Nashorn mache am Tage gern ein Schläfchen, störe man es dabei, wache es halb erschreckt, halb ärgerlich auf und poltere los; so sei es denn zu seinem Ruf als äußerst angriffs­lustiges Geschöpf gekommen.

Warnung vor drohender Gefahr empfängt der unliebenswürdige Dickhäuter von den Vögeln, die man immer auf feinem Rücken beobachten kann. Bei der geringsten Störung fliegen die auf, und der dicke Gesell kann früh genug herausfinden, ob es nötig ist, die Ruhe aufzugeben. Sind die Vögel wirklich erschreckt, gerät auch das Nashorn in Er­regung und beruhigt sich nicht eher, als bis es weiß, daß alles in "Ordnung ist. Diese gefieberten Aufpasser sind recht kluge Geschöpfe. Sind sie beim Weidevieh, kümmern sie sich um den Menschen gar nicht, dagegen kündigen sie dem Wild, in dessen Gesellschaft sie sich befinden, die Annäherung des Jägers immer frühzeitig an.

Am Tage nach Saundersons Unfall hatten wir wieder einen Zusammenstoß mit einem Nashorn. Bei Tagesanbruch lauerte ich auf der Spitze eines Hügels mit der Kamera auf eine Büffelherde, die unter mir auf der Steppe grafte. Da Bukhari krank war, vertrat ihn der zweite Obmann. Ich sagte ihm, er solle weiterbeobachten, während ich nach dem Lager zurückging. Auf dem Wege dahin kam mir einer der Schwarzen entgegengestürzt:

Humadi ist von einem Nashorn getötet!" brachte er keuchend hervor.

Mit klopfendem Herzen rannte ich hinter dem Mann her, ungewiß, was Schreckliches ich zu sehen bekommen würde. Humadi, einer der Träger, lag unweit unseres Standortes auf der Erde; er war schwer, wenn auch nicht tödlich verletzt. Ich schaffte ihn nach dem Lager, wo seine Kameraden ihn noch mit Spott überschütteten. Er war wohl gerade auf das junge Nashorn, dessen Mutter Saunderson an­gegriffen hatte, losgerannt. Das Kleine war mäch-

Kreisleiter Dr. Hildebrandt

wies in feiner Ansprache zunächst darauf hin, daß wir heute erst am Anfang des langen Weges stehen, den das deutsche Volk beschreiten soll, um wirklich zur Einheit, zur Gemeinschaft und dadurch zu einer besseren Zukunft zu kommen. Er hob weiter her­vor, wenn heute noch nicht alles so sei, wie es unseren Wünschen entspreche, so liege das nicht daran, daß die nationalsozialistische Weltanschauung unvollkommen wäre, sondern die Ursache sei darin zu erblicken, daß die ältere Generation, die jahr­zehntelang im Geiste des Liberalismus und der Ich­sucht groß geworden sei, diese Vergangenheit noch nicht so von sich abgestreift habe, wie es im Inter­esse des Volkes notwendig fei. Deswegen fetze auch das deutsche Volk alle seine Hoffnung auf die Ju­gend, die keinen Standesdünkel, Klassenhaß, Hader der Parteien und Kämpfe der Konfessionen kenne, die vielmehr nur eins kenne:

Gemeinschaft, Kameradschaft, Disziplin, Glaube an den Führer, Glaube an Volk und Vaterland.

Mit ernsten Worten ermahnte er die Jugend, die einst das Hakenkreuzbanner und den deutschen Staat zu übernehmen habe, sich schon jetzt der großen Ver­pflichtung klar bewußt zu sein, die in dieser Auf­gabe begründet liegt, und sich auf die vollkommene Erfüllung dieser Pflicht ernstlich vorzubereiten. Dazu gehöre auch, daß die Jugend aus dem Erlebnis die­ser Lagerzeit die Erkenntnis mitnehme in das Be­rufs- und Alltagsleben, daß eine Gemeinschaft nur bestehen könne, wenn sie begründet sei auf Gehor­sam, Disziplin und Unterordnung. Das gelte für eine kleine Gemeinschaft wie dieses Lager genau so auch für ein ganzes Volk, das nur bestehen könne, wenn es auf dieser Grundlage aufbaue. Die Freiheit des Einzelnen fei niemals Zügellosigkeit, Freiheit des Einzelnen könne es nur soweit geben, als dadurch nicht die Belange der Gesamtheit beeinträchtigt wer­den. Der Redner gab zum Schluß dem Wunsche Aus­druck, daß die Lagerzeit dazu beitragen möge, in diesem Sinne die Jungen für ihre künftige große Aufgabe vorzubereiten und zu stärken, damit sie einst als Kämpfer Adolf Hitlers und der national­sozialistischen Idee unser deutsches Volk weiter einer besseren Zukunft entgegenführen.

IO: Gym- M. 11.15: Moloristen Sozial, M. 14.10: M. 15.15: W: Span, Wche Sül­len. 16: Derkonzert. Mers. 18: |des, Hin. Macht. Die enswerter tunbe ber r unb die 'richt von Tanz. %