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Gpekulationsskandal in London.

Spekulationsgewinne aus der Zoll- und Gteuererhöhung in England.

London, 25. April. (DNB.) Die geplante E r» Höhung des Teezolles und der E i n k o m - men ft euer ist kurz vor ihrer Bekanntgabe durch den Schatzkanzler an der Börse ruchbar geworden, so daß einige Spekulanten auf Grund ihrer Kenntnis beträchliche Gewinne einstreichen konnten. In politischen Kreisen hat dies erhebliches Aufsehen erregt. Der Führer der Arbeiteropposition, A t t l e e, hat bereits am Mittwoch einen Versuch unternom­men, wegen dieser Angelegenheit eine amtliche Er­klärung zu erhalten. Da dies vergeblich geblieben sein soll, wird die Arbeiterpartei nunmehr am Mvn- tag den Schatzkanzler noch einmal amtlich im Un­ter h a u s fragen, ob er nicht beabsichtige, die Sache zu untersuchen. Angesichts des unliebsamen Auf­sehens, das die Sache errege, haben inzwischen so­wohl das Schatzamt, wie auch die Börsen- l e i t u n g sich bemüht, klarzustellen, wie diese I n diskretion zustande gekommen ist. Ein Ergeb­nis ist noch nicht zu verzeichnen. Schon jetzt scheint aber die Opposition entschlossen, die Angelegenheit zu einem Angriff gegen die Regierung zu benutzen.

Der Spekulationsskandal erregt nicht nur in der Londoner City, sondern in der ganzen englischen Oeffentlichkeit beträchtliches Aufsehen. Die völlige Geheimhaltung des Haushalts bis zu seiner Bekanntgabe im Unterhaus wird in England als eine der am sorgfältigsten gepflegten Ueberliefe- rungen betrachtet. Um so größer ist daher die Er­regung darüber, daß einige Spekulanten infolge des vorzeitigen Durchsickerns der erwähnten Haushaltsmaßnahmen in der Lage waren, große Gewinne zu erzielen. Der Ausschuß der Versicherungsgesellschaft Lloyd hat den bisher noch nie vorgekommenen Schritt unter­nommen, durch seine Agenten die Namen der Kunden feststellen zu lassen, die sich in letzter Stunde gegen eine Erhöhung der Einkommensteuer und des Teezolles versichern ließen. Die auszu­zahlende Versicherungssumme beläuft sich auf min­destens 2 Millionen Mark, was mehr als das zehn­fache der normalen Summe ist.

Araber, Luden und Engländer.

Ein Araberführer über die Lage. Klagen über unerträglichen jüdischen Druck.

Paris, 24. April. (DNB.) Der Leiter der arabi­schen Bewegung und Vorsitzende des muselmanischen Ausschusses, Fakhri Bey, hat dem Sonderbericht­erstatter der Havasagentur in Jaffa eine Erklä­rung zu der gespannten Lage in Palästina ge­geben.

Die Ursache der schlechten Beziehungen zwischen Arabern und Juden sieht Fakhri Bey vor allem in dem jüdischen Landerwerb der jüdi- schenZuwanderer. Nach einer Zusicherung der englischen Regierung aus dem Jahre 1930 sollte jede arabische Familie Anspruch auf 130 Acres Landbesitz haben. Seit 1933 hätten die Juden 1 250 000 Acres gekauft, und der durchschnittliche Grundbesitz der arabischen Familie sei aus 60 Acres zurückgegangen.

Fakhri Bey erklärte dann: Die Araber haben viele Gründe zu der Annahme, daß die Mandats­regierung unter jüdischem Druck stehe. Sie befürchten, daß ihnen früher oder später nichts mehr von ihrem Lande bleibe und sie jeder Billigkeit zuwider zur Auswanderung gezwungen würden. Man macht uns unsere Taten zum Vorwurf. Wie konnten wir aber anders handeln?

Die jetzigen Unruhen sind eine ganz natür­liche Folge einer langen Politik der Verdrän­gung und des Unverständnisses. Die Araber werden jetzt den Kampf fortsehen bis zur An­erkennung und Verwirklichung ihrer Forderun­gen. Sie werden mit allen verfügbaren Mitteln kämpfen, mit berechtigten und unberechtigten, gesetzlich zulässigen oder unzulässigen.

England muß die Sympathie des arabischen Volkes gewinnen, sonst werden die Araber nicht mehr auf der Seite Englands sein und auch po­

litisch bei der nächsten Gelegenheit England als ihren hauptfeind ansehen."

In den Außenbezirken der Städte Jaffa und Tel Aviv ist am Freitagabend der Aus­nahmezustand vorläufig aufgehoben worden; für die Zentren dieser Städte ist er jedoch beibeljalten worden. Anderseits wird der arabi­sche Generalstreik am Samstag eine Ver­stärkung erfahren. Die arabischen Autobesitzer und Chauffeure haben beschlossen, ab Samstag eben­falls zu streiken. Die Sympathiestreiks in Am­man und anderen transjordanischen Orten dauern an.

Nach Pressemeldungen sind in Jaffa und Tel Aviv am Donnerstag abermals vierzehn Kom­muni st en verhaftet worden. Viele Brand- st i f t u n g e n setzt man hier auf das Konto der Kommunisten.

Nunmehr sind auch die ersten Gerichtsurteile ge­gen Unruhestifter ergangen. Wegen Aufruhr und Zusammenrottung sind Strafen bis zu 18 Mona­ten Gefängnis verhängt worden.

Zusammenstöße in Indien.

London, 24. April. (DNB.) In Puna in Indien kam es am Freitag zu schweren Zu­sammen st äßen zwischen Hindus und M o - hammedanern. 78 Personen wurden verletzt, davon 12 schwer. Die Menge brannte zwei moham­medanische Moscheen und vier Hindutempel nieder. Truppen stellten die Ordnung wieder her. Um weitere Unruhen zu verhüten, ist die Stadt in eine Art Belagerungszustand versetzt worden. Ein briti­sches Infanterie-Bataillon hat die Bewachung der Straßen und wichtigsten Punkte übernommen.

Oer italienische Vormarsch seht weiter.

Rom, 24. April. (DNB.) Marschall B a d o g - I i o 5 Heeresbericht Nr. 194 lautet:

An der N o r d f r o n t besetzte eine Abteilung der Erythräa-Truppen, die ihren Ausgang von Dessie genommen hatte, den Ort 11 o r r a i I u, ohne Wider­stand zu finden. An der Somali-Front dauert unser Vormarsch in allen Abschnitten an. Im Tal des Fasan besetzten wir Godadde und Ga- b r e t) o r. Unsere Flieger bombardierten feindliche Verteidigungsstellungen auf der Linie Sassabaneh Dagamodo.

Auf dem Weg nach Addis Abeba

Asmara, 24. April. (Vom Kriegsberichterstat­ter des DNB.) Am Donnerstag besetzte eine Kolonne Askaris, ohne irgendwelchen feindlichen Widerstand zu finden, die Ortschaft W o r r a i I u , die 70 Kilo­meter südlich von Dessie am Wege nach Addis Abeba gelegen ist. Diese Ortschaft ist der Mittel­punkt der volkreichen Gegend von Legagora. Die Truppen fanden gefüllte Lebensmittellager und zahlreiche guterhaltene Kraftwagen vor, die von den Abessiniern zurückgelassen worden waren. Der Ne- gus hatte hier eine Zentrale zur Versorgung der Nordarmee eingerichtet. Die Bevölkerung und die Geistlichkeit bereiteten den einziehenden Askaris eine freundliche Aufnahme. Meldungen, nach denen die­ser Tage in der Gegend zwischen Dessie und Addis

Abeba heftige Kämpfe stattgefunden hätten, ent­sprechen, wie weiter gemeldet wird, nicht den Tat­sachen.

Die Lage verzweifelt."

Der englische Bölkerbundsverband fordert Schließung des Suezkanals.

London, 25. April. (DNB. Funkspruch.) Der Vollzugsausschuß des englischen Völker­bundsverbandes hat beschlossen, die englische Regierung aufzufordern, auf der nächsten Völker­bundsratstagung in Genf die Trennung sämtlicher Verbindungen zwischen Italien und der italienischen Armee in Ostafrika zu beantragen, d. h. den Suezkanal zu schließen.

Dieser Beschluß der englischen Dölkerbundsorga- nisation wurde am Freitag von Lord Lytton, dem Führer der seinerzeit nach der Mandschurei entsandten Völkerbundskommission, in einer öffent­lichen Versammlung in Edinburgh bekanntgegeben. Der Verband sei, so sagte Lord Lytton, zu dem Schluß gekommen, daß die Lage verzwei­felt sei, und daher verzweifelte Metho- den erfordere. Um seinen Standpunkt zu un­terstreichen, habe der Völkerbundsoerband beschlos­sen, am 8. Mai drei Tage vor der nächsten Rats­sitzung eine Massenversammlung in der Londoner Albert Hall zu veranstalten.

Gondak.

Von unserem Or. Ho.-Kriegsberichierstatier aus italienischer Seite.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Gondar, Mitte April 1936.

Gondar, das die Italiener zu Beginn des Monats besetzt haben, ist die Hauptstadt von Wv- ghera, eines zur großen Provinz Amhara gehö­renden Gebietes. Die Stadt entstand zur Zeit des abessinischen Kaisers Susenios, der in der altabessi­nischen Geschichte bekannter ist unter dem Namen Sultan Segad" (16091632). Susenios gab den Einflüssen der portugiesischen Jesuiten, die sich im Lande breit zu machen begannen, nach und bat den Papst in Rom um die Entsendung eines katho­lischen Patriarchen. Susenios' Sohn und Nachfolger Fasilidas (16321665) jedoch verjagte die Jesuiten und mit ihnen den Patriarchen Mendez. Er stellte die alte Tradition wieder her und erhob Gondar zur Hauptstadt des Reiches.

Der Name soll nach einer Überlieferung herzu­leiten sein von den Sprachelementengon und dar, was in der Sprache der die Gegend bewoh­nenden judenstämmigen Felascha Allste" bzw. Regierung" bedeutet. Diese Felascha, die in unvor­denklichen Zeiten aus Palästina eingewandert sind und sich in gewissen Teilen des Semienplateaus noch heute rein erhalten, haben sich in der Gegend von Gondar stark mit der übrigen Bevölkerung vermischt, jedoch die jüdische Religion beibehalten. Sie hatten im Lauf der Jahrhunderte blutige Kämpfe mit den Kopten und Muselmanen zu bestehen.

Wer von Norden kommend sich Gondar nähert, erblickt von den ösllichen Ausläufen des 2783 Meter

hohen Gadfchberges auf einer bewaldeten, bis zu 2270 Meter ansteigenden, von zwei kleinen Fluß­läufen umgebenen Anhöhe ein wirres Durchein­ander von Türmen, Minaretts, mittelalterlichen Bauten, ein Durcheinander, das einer gewissen Ordnung jedoch nicht entbehrt. Am Fuß der Anhöhe liegt der Stadtteil der Felascha, weiter oben der der Muselmanen, auf der Kuppe das Viertel der Christen mit dem Sitz des koptischen Bischofs und den alten kaiserlichen Schlössern. Diese Schlösser haben trotz vielfacher Brände und menschlicher Zer­störungswut die Harmonie ihrer Linien bewahrt. Sie sind unter Kaiser Fasilidas von abessinischen Arbeitern unter Anleitung portugiesischer Bau­meister erstellt worden und tragen unverkennbar sizilisch-normannischen Charakter. In den Höfen, Säulengängen und Festräumen blicken Fresken und Skulpturen auf den Besucher hernieder, die den Löwen von Juda" verherrlichen. Am grandiosesten wirkt zweifellos der Palast des Fasilidas, dessen Hauptteil von vier gewaltigen runden Türmen ge­stützt wird, die eine gewaltige Kuppel tragen. Es würde zu weit führen, eine eingehende Beschreibung der wie mittelalterliche Festungen anmutenden Bauten, ihrer Geschichte und der sie umrankenden Sagen zu geben, obwohl es. wert wäre, sich mit den unermeßlichen Schätzen dieser Stadt näher zu befassen.

Von Gondar aus schaut man weit in die Lande. 35 Kilometer südwestlich kann man die spiegelnde Fläche des Tanasees deutlich wahrnehmen. In den Zeiten des Glanzes, wo sich Kaufherren und

Abenteurer aus aller Herren Länder, namentlich aus Portugal, hier ein Stelldichein gaben, zählte Gondar fast 40 000 Einwohner. Heute leben in der Stadt nur noch 3000 Menschen, die sich in der Hauptsache mit der Holzbe- und -Verarbeitung beschäftigen.

Gondar hat manche Stürme über sich ergehen lassen müssen. Es sei lediglich erwähnt, daß die Mahdisten es 1800 überfielen und 25 Kirchen in Schutt und Asche legten. Im vorigen Jahrhundert hat Negus Theooor gegen die einstige Reichs- Hauptstadt gewütet. Zweimal zog er gegen sie zu Felde, wobei, wie man behauptet, 6000 Bewohner kurzerhand niedergemacht, und der größte Teil der Kirchenschätze geraubt worden sind.

Besprechungen in Hom.

Rom, 24. April. (DNB.) Der englische Bot­schafter Sir Eric Drummond und der fran­zösische Botschafter Graf Chambrun sind am Freitagnachmittag nacheinander von Staatssekretär Suoich empfangen worden. Von zuständiger italienischer Seite wird erklärt, die Unterredungen seien eine normale Entwicklung der zwischen den drei Regierungen vorhandenen Fühlungnahme; eine besondere Bedeutung oder Wichtigkeit komme ihnen nicht zu.

Moskau revolutioniert Westeuropa und Gens.

Ein Warnruf des päpsttichen Organs.

Rom, 25. April. (DNB.) In einem Leitaufsatz weist derOsseroatore Romano" auf den Einfluß Moskaus auf die Entwicklung der Poli­tik in Westeuropa und auf die Krise des Völkerbundes hin.

Es gibt", so betont das vatikanamtliche Blatt, Tatsachen, die in ihrem unmittelbaren Druck auf die politischen Ereignisse nicht genügend beachtet werden. Hierzu gehört die Tatsache der kommu­nistischen Durchdringung der westeuropäischen Politik.

Es handelt sich heute nicht mehr um ein heim­liches, illegales Vorgehen, sondern um eine klareingestandene Revolutionstaktik, die in Spanien und Frankreich die Wähterorganisa- tion der Volksfronten beeinflußt und in Genf die Krise der Völkerbundsorganisation erheblich verstärkt.

Bei der Erörterung der Ursachen der Völkerbunds- frife kann man die Erwägung nicht außer Acht lassen, daß durch die Ausnahme <5*o wjet- ruß l a n d s in den Völkerbund Störungen und Gleichgewichtsoerschiebungen heroor- gerufen worden sind."

Hierzu zitiert das Blatt einen Aufsatz desJour­nal de Geneve", um dann hinzuzufügen:Man muß sich vor Augen halten, was das moralische Prestige für eine Einrichtung, die keine militärische Macht hat, um ihren Willen durchzusetzen, bedeu­tet, wenn man die Gründe der Genfer Krise wer­ten will. Nicht so sehr auf die Einzelbeschlüsse, als vielmehr gerade auf das nun heute erschütterte moralische Prestige hat die Zulassung des Kom­munismus in Genf einen verwirrenden und störenden Einfluß ausgeübt."

Das Blatt geht dann auf die fowjetrufsifche Tak­tik und Propaganda in Spanien ein und stellt hierbei drei Zeitabschnitte fest: 1. den Abschnitt der Mäßigung vor den Wahlen, um auch die Stimmen der Bürgerlichen zu erhalten; 2. den Abschnitt der Ueberlassung der Macht an die bürgerlichen Grup­pen, um den Linksgemäßigten so die Verantwor­tung für die Maßnahmen zuzuschieben, die das soziale Gefühl erschüttern; 3. den Abschnitt der Ver­wirklichung der revolutionären Ziele.

Das Blatt sieht den Augenblick der dritten Phase bereits gekommen, da

derspanische Lenin" Largo E a b a H e r o die kommende Diktatur des Proletariats, die sich auf die Gewalt begründet, schon angekündigt habe.

DerOsservatore Romano" weist dann darauf hin, daß französische Linksblätter die spanischen Er­eignisse in ihrer Bedeutung zu mindern versuchten, um die französischen Wähler zu beeinflussen. Ab­schließend teilt derOsseroatore Romano" die Be­sorgnisse desTemps" bezüglich des Einflusses, den der binnen kurzem zu wählende Staatspräsi­dent auf die Ereignisse in Spanien noch haben könne. Die Extremisten beherrschten die spanischen Linksparteien vollkommen und seien nicht bereit, auf revolutionäre Mittel zu verzichten, von denen sie eine neue sozialistische Ordnung in Spanien er­warteten. Dies sei das ernste Problem des dritten revolutionären Abschnitts, wie er von den Tech­nikern der Komintern durchaus vorgesehen sei.

Inzwischen", so schließt das Vatikanblatt,grüßt Moskau die spanischen und mongolischen Brüder: Die Gewalt steht auf der Tagesordnung für die ge­samte Zivilisation und für alle Breitengrade."

Moskaus Agenten sind da.

Madrid, 25. April. (DNB.) 121 spanische 5D1 ar giften, die nach der Oktober-Revolution nach Sowjetrußland geflüchtet waren, find am Freitagabend in Madrid eingetroffen. Am Bahnhof, wo sich auch Vertreter der Stadt und der marxistischen Organisation eingefunden hatten, bil­dete sich ein Kundgebungszug, der vor dem Rathaus von Bürgermeister Petro Nico begrüßt wurde.

In rechtsgerichteten Kreisen vermutet man, daß ein großer Teil der heimgekehrten Marxisten in Moskau Revolutionsunterricht erhalten habe und sich nun in Spanien als kommuni­stische Agenten betätigen werde.

Schwedischer Millionenkredit an Sowjetrußland?

Stockholm, 24. April. (DNB.) Die schwedische Presse bringt am Freitagabend eine Nachricht, wo­nach von schwedischer Seite an Sowjet­rußland ein Millionenkredit gewährt worden sei. Diese Nachricht, die bereits am Vor­tage von einigen Zeitungen gebracht worden war, ist bisher von amtlicher Seite nicht dementiert worden.

Aftonbladet" weiß in diesem Zusammenhang über große englische Bestellungen bei der größten schwedischen Waffenfabrik in Dofors zu melden. Es soll sich danach um einen Lieferungs­auftrag in einer Gesamthöhe von etwa 10 0 Mil­lionen schwedisch en Kronen für Luft­abwehrgeschütze und Maschinenge­wehre für Flugzeuge handeln. Trotz wie­derholter Dementis der Dofors-Werke glaubt das Blatt an dieser Meldung festhalten zu können und weist u. a. auf die erneut steigende Tendenz der Defors-Aktien an den Börsen hin.

Französische Wünsche in London.

Paris, 24. April. (DNB.) Der französische Botschafter in London, (Torbin, hat, wie nunmehr bekannt wird, dieser Tage den Ständigen Unterftaatssekretär im Foreign Office, Danfit- t a r t, aufgesucht und diesem b e st i m m t e Wünsche der französischen Regierung bezüglich der an D e u t s ch l a n d zu richtenden Fragen übermittelt. In unterrichteten Kreisen wird

betont, daß der französische Botschafter nicht etwa eine Note überreicht fyabe, daß aber eine ein* aehende Besprechung der gesamten Frage erfolgt fei. Eden werde die französischen Wünsche ein­gehend prüfen.

Stoßtrupp Hitler 1923 in Stettin

Stettin, 24. April. (DNB.) Am Freitagvor­mittag trafen die Angehörigen desS t o ß t r u p p s Hitler 1 923" in Stettin ein, wo sie für mehrere Tage eine kameradschaftlicheZusammen- f u n f t vereinen wird. Im Braunhemd, mit der feldgrauen Kappe der ersten Kampfzeit und der SS- Kampfbünde, dem Blutvrden an der Brust, neben den anderen Auszeichnungen, so entstiegen sie dem Zuge. Zu ihrem Empfang hatten sich neben den Stettiner Stvßtruppmännern, Pg. F v b k e, Pg. Dr. Krug und Hauptmann Herrsche!, mehrere Ehrenstürme und Tausende von Volksgenossen ein­gefunden.

Vor dem Hauptbahnhof hielt Dr. Krug eine kurze Ansprache, in der er darauf hinwies, daß sich auch heute noch der Führer immer auf seine alten Stoßtruppleute verlassen könne. Um 12 Uhr fuhren die alten Stoßtruppleute nach Burg Crös- s i n f e e weiter, um an den Einweihungsfeierlich­keiten teilzunehmen.

Abends trafen sie wieder in Stettin ein, wo sie im Rathaus der Stadt von Vertretern der Behör­den, der Wehrmacht und der Partei im Rahmen eines feierlichen Empfanges begrübt wurden.

Oberbürgermeister Faber wies in seiner Be­grüßungsansprache darauf hin, daß wir heute den Männern zu ganz besonderem Dank verpflichtet seien, die sich als die ersten politischen Soldaten dem Führer zur Verfügung gestellt haben. Er be­tonte, daß der Stoßtrupp Hitler 1923 am 8. und 9. November 1923 eine entscheidende Rolle gespielt habe, daß es ohne dessen Treue und Einsatzbereit­schaft dem Führer damals nicht möglich gewesen wäre, das deutsche Volk aus seiner Verzweiflung und seiner Lethargie herauszureißen. Der Stoß­trupp habe damals die Aufgabe, die der Führer ihm gestellt habe, restlos erfüllt. Darum fei es unsere Pflicht, dieser Männer auch heute noch in Dankbarkeit zu gedenken. Der Oberbürgermeister schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Stoßtrupp.

Als Sprecher des Stoßtrupps dankte Hans Kallenbach, einer der Zugführer des früheren Stoßtrupps, dem Oberbürgermeister und der Stadt Stettin dafür, daß sie dem Stoßtrupp die Feier des 12. Jahrestages feiner Verurteilung in München ermöglicht habe und daß es die Stadt den Stoß- tvupp-Männern weiter ermöglicht habe, auf Burg Cröffinfee dem Führer gegenüberzustehen. Wir sind gerührt, fast hingerissen, so sagte er, von dem über­aus herzlichen Empfang, der uns in Stettin zuteil wurde. Wir, die wir aus dem Süden kommen und zum ersten Male in Pommern sind, haben damit ein Erlebnis, an das wir immer denken werden. Er schloß seine Ansprache mit einem Treuegelöbnis auf den Führer.

Als Vertreter des Befehlshabers im Wehrkreis II, Generalleutnant Blaskowitz, überbrachte Gene­ralleutnant Gehrke die Grüße des Befehlshabers. Darauf marschierten die Stoßtruppmänner in ge­schlossenem Zuge unter Vorantritt einer Musik­kapelle zum Konzerthaus, wo ein kameradschaftliches Zusammensein stattfand.

Kunst und Wissenschast.

Reichslagung des kulluramles der HF.

Das Kulturamt der Reichsjugend­führung hat vom 24. bis 27. April in Heidelberg seine diesjährige Reichstagung einberufen. Die Tagung wird den Auftakt zum großen Hei­delberger Arbeitslager im Juli dieses Jahres bilden. Außer dem Reichsjugendführer und dem Stabsführer werden namhafte Dichter, Schrift­steller, Musiker, Filmschaffende sowie Vertreter der Formationen der Bewegung teilnehmen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienskes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weitere Fortschritte gemacht. Durch den Aufbau eines Hoch­druckgebietes über Frankreich werden die vom Atlanttk ankommenden Wirbel auf immer nörd­lichere Bahnen gedrängt. Wenn sich auch zur Zeit in Nord- und Mitteldeutschland unter Schneefällen noch eingedrungene Kaltluft auswirkt, so sind doch neue Kaltlufteinbrüche vorerst ausgeschlossen. Die in der Höhe noch immer vorhandene Westströmung läßt zwar noch keine volle Beständigkeit aufkom­men, doch wird sich der Witterungscharakter wesent­lich freundlicher als seither gestalten.

Aussichten für Sonntag: Häufig auf­heiternd und weiter ansteigende Tagestemperaturen, doch besonders nach Norden hin noch nicht ganz regensicher, zunächst westliche Winde.

Lufttemperaturen am 24. April: mittags 9,1 Grad Celsius, abends 6,2 Grad; am 25. Mai: morgens 7,3 Grad. Maximum 10,2 Grad, Minimum heute nacht 4,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 24. April: abends 7,6 Grad; am 25. April: morgens 6,3 Grad. Sonnenscheindauer 1,5 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellverttetender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Ver­tretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D.A. III. 36: 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Mvnatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 3 vom L Juni 1935 gültig.